Dirk Notz vom Hamburger Max-Planck-Institut: Arktisches Meereis könnte im kommenden Jahrzehnt wieder zunehmen

Das arktische Meereis ist in den letzten 30 Jahren spürbar geschrumpft. In den Jahren 2007 und 2012 wurden Negativrekorde erreicht, von denen sich das Eis jedoch in den jeweiligen Folgejahren wieder erholt hat. Offenbar stand der ehemalige US-amerikanische Vizepräsident und Klimaaktivist Al Gore noch ganz unter dem Eindruck des 2007er Schmelzrekordes als er 2008 erklärte, das Nordpolarmeer könnte bis 2013 komplett eisfrei sein. Das Jahr 2013 verstrich und das Eis blieb.

In das gleiche Horn blies der US- Senator John Kerry als er 2009 ebenfalls das unmittelbar bevorstehende Ableben des arktischen Meereises verkündete:

Die Wahrheit ist, dass die Bedrohung, der wir gegenüberstehen, nicht eine abstrakte Sorge in der Zukunft ist. Sie ist bereits unter uns, und ihre Auswirkungen sind weltweit fühlbar, schon jetzt. Wissenschaftler projizieren, dass die Arktis im Sommer 2013 eisfrei sein wird. Nicht im Jahre 2050, sondern in vier Jahren“.

Die Idee vom eisfreien Nordpolarmeer wurde den beiden Politikern offenbar von IPCC-nahen Forschern wie Wieslaw Maslowski eingeflüstert. Die BBC berichtete am 12. Dezember 2007:

Wissenschaftler in den USA haben eine der dramatischsten Vorhersagen präsentiert hinsichtlich des Verschwindens des arktischen Meereises.

Ihre jüngsten Modellstudien zeigen, dass nordpolare Gewässer im Sommer eisfrei sein könnten, und zwar in nur 5 bis 6 Jahren. Prof. Wieslaw Maslowski sagte bei einem Treffen der American Geophysical Union, dass frühere Projektionen die den Eisverlust steuernden Prozesse unterschätzt hätten.

Angesichts der schlimmen Fehlprognose sollte man denken, dass nun langsam Einsicht einkehrt. Aber nein, andere klimaalarmistische Wissenschaftler beharren darauf, dass das arktische Meereis nur noch wenige Jahre zu leben hätte. Eine totsichere Sache. Das ist wie mit dem Weltuntergang. Wenn ein vorhergesagter Weltuntergang nicht eintritt, konzentriert man sich einfach auf den nächsten.

Zu den Anhängern der eisigen Arktis-Todesspirale gehört auch Peter Wadhams von der englischen University of Cambridge. Er setzte 2012 eine Prognose in die Welt, dass es innerhalb von vier Jahren mit dem arktischen Meereis vorbei wäre. Zwei Jahre später geht der Trend jedoch in die ganz falsche Richtung. Es sieht nicht gut für ihn und seine Vorhersage aus. Das finden mittlerweile sogar hartgesottene Klimaalarm-Mitstreiter. Ihnen gehen die apokalyptischen Eis-Visionen kräftig auf den Senkel. Im Rahmen einer Meereis-Konferenz im September 2014 in London ätzte Gavin Schmidt gegen Wadhams per Twitter:

Einiges Mitleid mit Peter Wadhams. Zuhörer weinen bereits, Wadhams zeigt immer noch Graphiken mit lächerlichen Projektionen ohne jede physikalische Grundlage. – Wadhams ist jetzt auf einem Methan-Imuls von 50 GT. Aber nicht mehr gerechtfertigt als seine früheren Statements“ und „Wadhams sagt eindeutig, dass hinter seinen Extrapolationen keine Physik steckt.“

Die neueste Prognose stammt von James Overland und Muyin Wang, die sie im Mai 2013 in den Geophysical Research Letters veröffentlichten. Dabei gehen sie von drei Prognosemethoden aus, die das Ende des Eises wahlweise 2020, 2030 oder 2040 sehen. Man kann dankbar sein, dass sie nicht mit 10 Methoden arbeiten, da ansonsten wohl noch die Jahre 2050, 2060,…., 2110 für den Exitus des arktischen Meereis angeführt worden wären. Hier die Kurzfassung im englischen Original:

Wann wird die sommerliche Arktis nahezu frei von Meereis sein?

Der beobachtete Verlust von dickem vieljährigem Eis während der letzten 7 Jahre und der Rückgang der Eisausdehnung im September 2012 auf 49% relativ zum klimatologischen Mittel der Jahre 1979 bis 2000 sind inkonsistent mit Projektionen einer sommerlichen nahezu eisfreien Arktis bis 2070 und darüber hinaus. Diese Schätzungen wurden noch vor ein paar Jahren abgegeben. Drei kürzliche Verfahren zur Erstellung von Vorhersagen in der wissenschaftlichen Literatur sind Folgende: (1) Extrapolation der Daten zum Meereis-Volumen, (2) die Annahme zahlreicher weiterer rapiden Verluste wie 2007 und 2012 und (3) Klimamodell-Projektionen. Der Zeitrahmen für eine im Sommer nahezu eisfreie Arktis aus diesen drei liegt jeweils grob um das Jahr 2020 oder früher, um 2030 ± 10 Jahre sowie 2040 oder später. Schätzungen der Verluste aus Modellen basieren auf einer Untergruppe der schnellsten Ensemble-Mitglieder. Es ist nicht möglich, eindeutig eine Prognose einer anderen vorzuziehen, da dies abhängig ist vom relativen Gewicht, das man Daten im Vergleich zu Modellen verleiht. Beobachtungen und Verweise stützen die Schlussfolgerung, dass die meisten globalen Klimamodelle im CMIP5-Archiv zu konservativ sind hinsichtlich ihrer Meereis-Projektionen. Jüngste Daten und Meinungen von Experten sollten in Betracht gezogen werden zusätzlich zu den Modellergebnissen, um das sehr wahrscheinliche Timing künftiger Meereis-Verluste in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts abzuschätzen mit der Möglichkeit wesentlicher Verluste innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahrzehnte.

Andere Forscher sind hier vorsichtiger geworden. Zu oft hatten sie sich in der Vergangenheit die Finger verbrannt. Der Meereisforscher Dirk Notz vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie erklärte im September 2014 auf Anfrage von Pierre Gosselin von notrickszone.com, dass die natürliche Variabilität im kommenden Jahrzehnt das Eis sowohl schrumpfen wie auch anwachsen lassen könnte. Interessanterweise ist in den von Notz beigefügten Modellierungsgraphiken für die kommenden Jahrzehnte kein eisfreies Nordpolarmeer zu erkennen. Im Folgenden der exakte Wortlaut der bemerkenswerten Email von Notz an Gosselin:

Hallo Pierre,

danke für die Kontaktaufnahme, und Entschuldigung für die späte Antwort. Ich befand mich auf einem Treffen mit erstaunlich geringem Internetzugang. Was die Wette angeht: Ich würde sehr vorsichtig sein, eine Wette in irgendeine Richtung einzugehen, einfach auf der Grundlage unseres Verständnisses von Klimamodell-Simulationen. Diese sagen im Grunde, dass kurzfristig, also von einem Jahrzehnt zum nächsten, die interne Variabilität sowohl eine Zunahme als auch eine Abnahme der Eisbedeckung auslösen kann. Um dies genauer zu erklären, habe ich ein Bild beigefügt, dass 30-Jahre-Trends zeigt von unseren Klimamodell-Simulationen:

Hier sieht man 30 Jahre lange Trends bei unterschiedlichen Startzeitpunkten in unseren Simulationen, die wild variieren. Dies wäre für 10-Jahre-Trends sogar noch stärker der Fall. Daher würde ich kein Geld darauf setzen, dass die Eisbedeckung während der kommenden Jahre weiter abnimmt und auch nicht auf das Gegenteil. Auch habe ich einen Plot beigefügt, der zwei unserer Simulationen des Earth-System-Modells zeigt. Diese zeigen, dass es im nächsten Jahrzehnt noch etwas weniger Meereis geben könnte, aber andere Simulationen zeigen eine leichte Zunahme in diesem kurzen Zeitrahmen.

Folglich kann in Zeitmaßstäben wie dem eines Jahrzehnts die Eisbedeckung sehr gut ein wenig zunehmen (wie Sie sagen), aber es könnte auch leicht abnehmen. Meiner Ansicht nach ist dies abhängig vor allem von Witterungsverläufen in individuellen Sommern – nichts was wir derzeit vorhersagen können. Allerdings, nachdem ich dies gesagt habe, zeigte eine der Präsentationen auf dem Treffen von Andrey Proshutinsky in die gleiche Richtung ging wie Sie es sagen, nämlich dass es infolge der Ozeanzyklen während der nächsten Jahre zu einer Erholung des Meereises kommen würde. Allerdings glaube ich nicht, dass dies ein so robustes Ergebnis ist, dass ich Geld darauf verwetten würde. Nichtsdestotrotz ist es aber etwas, dass wir demnächst näher untersuchen müssen … Bitte lassen Sie mich wissen, wenn sich weitere Fragen erheben.

Best wishes,

Dirk

Bei all den Langzeitprognosen interessiert uns natürlich auch, wie es wohl im kommenden Jahr (2015) mit dem arktischen Meereis weitergeht. Judith Curry hat in ihrem Blog im Oktober 2014 eine Vorhersage gewagt. Sie geht davon aus, dass das Eis im Sommer 2015 mindestens die Ausdehnung von 2014 erreichen wird:

Und schließlich meine Vorhersage des Meereis-Minimums 2015: Ich sage voraus, dass die Eisausdehnung dann mindestens die gleiche oder eine größere sein wird als 2014 mit einer Komponente der Erholung des Meereis-Volumens. Ich erwarte eine fortgesetzte Zunahme im atlantischen Sektor der Arktis mit weiterhin geringer Meereisausdehnung in der sibirischen Arktis. Meine Vorhersage in dekadischem Maßstab ist entweder gar kein Trend bzgl. der Meereis-Minima oder eine Zunahme (Ich erwarte keine fortgesetzte Abnahme im kommenden Jahrzehnt).

Keine guten Aussichten für Peter Wadhams und die Anhänger der klimaalarmistischen Bewegung…

Link: http://www.kaltesonne.de/dirk-notz-vom-hamburger-max-planck-institut-arktisches-meereis-konnte-im-kommenden-jahrzehnt-wieder-zunehmen/

Text zuerst erschienen auf „Die Kalte Sonne“. Übersetzung der englischen Passagen von Chris Frey EIKE

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14 Kommentare

  1. @#12 Sehr geehrter Herr House,

    Vermutlich hält die ganz große schweigende Mehrheit der 62.000 Mitglieder der DPG nichts vom Weltuntergangsgefasel seiner Führung und von der Apokalypse-Propaganda des IPCC. Aber die Grün-Faschisten haben die Macht und das Fußvolk ist machtlos. So schaut’s aus.

    Auf der genannten Pressekonferenz war ich nicht anwesend, ich habe nur eine Kopie des ausführlichen Einladungsschreibens. Dort wird wörtlich mit der „vollständigen Unbewohnbarkeit der Erde“ gedroht. Die Deutschen Physiker haben den ganzen Unsinn nicht erfunden, sondern sie handelten auf „Anregung“. Kurz zuvor wurde in Villach die Politisierung der Klimawissenschaft beschlossen und die Parole ausgegeben in den Ländern eine entsprechende Propaganda auszubreiten. Scheinbar hatten die treibenden UN-Funktionäre hatten gute Kontakte zur DPG.

    Gruß, Dr. Kuhnle

  2. #12 Greg House

    Wenn die Häuptlinge der DPG etwas zur Veröffentlichung geben, dann ist es „DIE DPG“. Auch wenn 99% der Mitglieder eine andere Ansicht vertreten. Warum sollte in diesem Laden etwas anderes gelten als bei der Geschäftsleitung einer Firma?

  3. #11: Dr. Kuhnle sagt: „Es ist bezeichnend, dass es die Deutsche Physikalische Gesellschaft war, die im Janur 1986 in einer Pressekonferenz in Bonn unter dem Titel „Die Klimakatastrophe“ vor der totalen Apokalypse (die vollständige Unbewohnbarkeit der Erde) gewarnt hatte.“
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    Die Deutsche Physikalische Gesellschaft, Herr Kuhnle, hat über 62.000 Mitglieder. Waren sie etwa bei der Pressekonferenz anwesend und einstimmig vor irgendetwas gewarnt?

    Sie verwechseln wohl Mitglieder X und Y mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

  4. @#10 Sehr geehrter Herr Ehlig,

    Vielen Dank für die Blumen. Das mit der Gewissenlosigkeit ist ein schwieriges Thema. Jeder Mensch hat seine eigene Moral. Je nach Verbissenheit gehen manche auch über Leichen, stecken Mitmenschen in Konzentrationslager, foltern und morden. Manchmal sind es „niedere“ Beweggründe, z.B. um sich zu bereichern oder um etwas zu vertuschen und „gut“ dazustehen. Die grausamsten Taten werden jedoch meistens im Namen eines „höheren“ Zwecks begangen, z.B. um die Welt vor dem Untergang zu retten.

    Es is den Klimaideologen gelungen die Angst vor dem Weltuntergang zu schüren. Hier werden schamlos Emotionen angesprochen. Der „Höhepunkt“ war der Film zu Beginn der Klimakonferenz in Kopenhagen, bei dem ein süßes Mädchen die Delegierten anfleht die Erde vor dem Weltuntergang zu retten. Scheinbar sind viele Naturwissenschaftler dieser „Gehirnwäsche“ zum Opfer gefallen. Es ist kaum begreiflich, warum ein Naturwissenschaftler alles, was er in seinem Leben gelernt hat, einfach über Bord werfen kann. Aber die Religion des „Gut“ und „Böse“ ist wohl stärker als der Verstand. Es ist bezeichnend, dass es die Deutsche Physikalische Gesellschaft war, die im Janur 1986 in einer Pressekonferenz in Bonn unter dem Titel „Die Klimakatastrophe“ vor der totalen Apokalypse (die vollständige Unbewohnbarkeit der Erde) gewarnt hatte. Es geht also um „wichtigere“ Dinge als naturwissenschaftliche Denkweisen, es geht um Alles!

    Frohe Weihnachten, Dr. Kuhnle

  5. @#8 Sehr geehrter Herr Fischer,

    Aussagen „Der“ Wissenschaft gibt es nicht. Die Wissenschaft ist keine Person, sondern ein Prinzip. Dass Wissenschaftler, die solche unsinnige (unwissenschaftliche) Aussagen machen, bei den Fachkollegen nicht sonderlich hoch im Kurs stehen, scheint logisch. Das ist ja auch gar nicht das Problem.

    Das Problem ist die Politisierung der Klima-Themen. Für die Öffentlichkeit sind es vor allem die Aussagen des Herrn Al Gore, der dafür einen Oscar für den besten Dokumentarfilm und einen Friedensnobelpreis erhalten hat. Viele „Wissenschaftler“ haben Al Gore gelobt, und gesagt, sein Film sei im Wesentlichen „richtig“. Dabei wird dort aus naturwissenschaftlicher Sicht nur blanker Unsinn verzapft. Verständlicher Weise wollte an diesem Film über die „Wahrheit“ kein einziger Naturwissenschaftler mitwirken! Wo waren aber die Wissenschaftler, die erklärt haben, dass der Film mit Naturwissenschaft nichts zu tun hat? Es sind eben nur die AGW-Skeptiker, die hier für Aufklärung sorgen. Das Problem der IPCC-nahen Wissenschaftler ist, dass alles was der „guten Sache“, d.h. der Klimaschutz-Mission dient, nicht kritisiert wird. Die Folge ist, dass Klimawissenschaftler im Ansehen mittlerweile irgendwo zwischen Politiker und Durchfall rangieren. Meine Sorge ist, dass auch andere Naturwissenschaftler mit in den Dreck gezogen werden. Dann verspielen wir unsere Zukunft, denn unsere Kinder sollen sich für Naturwissenschaft und Technik begeistern und sich nicht mit Grausen abwenden.

    Gruß, Dr. Kuhnle

  6. Sehr geehrter Herr Kuhnle,

    der zweite Fall trifft zu, es geht nur um das Jahresminimum. Und ja, auch im Fall „eisfrei“ wird man im Laufe des Jahres jede Menge Seeeis in der Arktis antreffen. Was ja andererseits kaum überrascht, kräftige Minustemperaturen in der Arktis z.B. im Winter wird es ja auch in der Zukunft geben.

    „und auch im zweiten Fall wird es mit der 2020-Prognose eng, denn dann müsste bereits ab 2016 jedes Jahr das Minimum unterhalb 1 Mio km2 sein.“

    Sie meinen die „Prognose“ von Wadhams kürzlich auf der Konferenz? Sorry, aber ich halte diese für ausgesprochen dämlich, weil sie nur auf Kurvenextrapolation beruht. Wenn Sie mal recherchieren, werden Sie feststellen, dass Wadhams innerhalb der Wissenschaft mit seiner Ansicht völlig isoliert ist, so etwas findet sich daher auch nicht im AR5.

    Im Text wird auch ein zweiter Wissenschaftler genannt (Namen vergessen, sorry), der vor einigen Jahren mit einer ähnlichen Prognose aufwartete. Auch er war isoliert. In skeptischen Blogs wird da ganz gerne ein Popanz aufgebaut: man tut so, als handele es sich nicht um Einzelmeinungen, sondern um Aussagen DER Wissenschaft, um dann beim Nichteintreffen der Prognosen genüsslich darauf hinzuweisen, wie unfähig DIE Wissenschaft wieder mal sei.

    Sind Sie nicht zu klug, um dieses Spiel mitzuspielen?

  7. @#6 Norbert Fischer

    Meinen Sie mindestens 5 Jahre lang einschließlich Winter weniger als 1 Mio km2 Meereis, oder soll das Jahres-Minimum für einen Tag unter 1 Mio km2 sein, und dies 5 Jahre nacheinander.

    Im ersten Fall werden Sie wohl bis zum St.-Nimmerleinstag warten müssen, und auch im zweiten Fall wird es mit der 2020-Prognose eng, denn dann müsste bereits ab 2016 jedes Jahr das Minimum unterhalb 1 Mio km2 sein.

    Was ich bei den Klima-Alarmisten am meisten kritisiere, sind die unqualifizierten Aussagen in den Medien. Da wird schnell einmal herausposaunt, die Arktis wäre schon bald im Sommer eisfrei. 1 Tag weniger als 1 Mio km2 (immerhin 4 mal die Fläche Deutschlands) im September (Herbst) ist doch wohl etwas ganz aderes, oder?

    Frohe Weihnachten
    Dr. Kuhnle

  8. Herr Kuhnle (#4)

    „Eine im Sommer eisfreie Arktis bedeutet, dass vom 1. Juni bis 31. August kein einziger Eiswürfel im Meer schwimmen darf…“

    Nein, die Wissenschaftler, die von „eisfrei“ sprechen, haben dafür eine andere Definition. Seltsam, dass das hier nicht bekannt ist.

    „Was man sich vorstellen könnte, dass es einmal ein Jahr geben könnte, in dem im Herbst (!), genauer im September für einige wenige Tage nur wenig Meereis in der Arktis geben könnte.“

    Und das wäre schon ein Beispiel für eisfrei.

    „Das „wenig“ müsste man dann noch genau definieren.“

    Ist bereits definiert: Eisfrei heißt, weniger als 1 Mio. km^2.
    Das IPCC defiert „nearly ice-free conditions“ als Zustand, „when sea ice extent is less than 10^6 km2 for at least five consecutive years“.

    Frohes Fest

  9. „Wissenschaftler in den USA haben eine der dramatischsten Vorhersagen präsentiert hinsichtlich des Verschwindens des arktischen Meereises.“

    Derartige Äußerungen sind nicht mehr wert als Kaffeesatzleserei. Es gibt zwei wesentliche Einflüsse auf die Masse (Volumen + Fläche) des Meereises:
    1. Die Geschwindigkeit der Nansen-Eisdrift, deren Antrieb die Luftströmung ist
    und
    2. Der Zufluß von ‚warmem‘ Meerwasser durch den Golfstrom und die Beringstraße.

    Die Antriebe dieser Strömungen erfolgen zum einen über die globale Zirkulation, aber auch über das Absinken im Zuge der Thermohalinen Ozeanzirkulation.

    Wer die Möglichkeiten der gekoppelten GCM kennt, weiß, daß die weder die ENSO, noch die AMO + PDO + NAO + AO + … + halbwegs simulieren können. Die für die Überströmung des arktisches Meereises so wichtigen langen planetarischen Wellen – deren Stationarität entscheidend ist – können die ebenfalls nicht nachbilden.
    Damit scheiden Modelle für „Prognosen“ aus.

    Und wenn man sich die tatsächlich (zuverlässigen?!) vorhandenen Meßdaten anSchaut, dürfte klar sein, daß die ‚Prognostiker‘ auf sehr dünem Eis wandeln, aber die Öffentlichkeit ist ja so aufgeputscht, daß Ergebnisse (Prognosen) her müssen, koste es was es wolle … .

  10. Eine im Sommer eisfreie Arktis bedeutet, dass vom 1. Juni bis 31. August kein einziger Eiswürfel im Meer schwimmen darf und dass sich in ganz Grönland die Tier und Pflanzenwelt des Lebens erfreut und es dort keinen einzigen Gletscher mehr gibt.

    Man braucht kein Prophet zu sein, um abzuschätzen, dass eine eisfreie Arktis in den nächsten 1000 Jahren niemals geben wird. Auch eine den ganzen Sommer andauernde Eisfreiheit des arktischen Meeres wird es in diesem Jahrhundert mit an Absolutheit angerenzender Sicherheit nicht geben. Das ist alles völlig hinrissiges Gelaber. Nunja, wenn Wissenschaftler den alleswissenden und unfehlbaren und Klimaheiligen Al Gore anbeten, dann kommt eben so etwas dabei heraus.

    Was man sich vorstellen könnte, dass es einmal ein Jahr geben könnte, in dem im Herbst (!), genauer im September für einige wenige Tage nur wenig Meereis in der Arktis geben könnte. Das „wenig“ müsste man dann noch genau definieren. Eine zuverlässige Prognose des arktischen Meereises scheint allerdings nach den bisherigen Erfahrungen und dem Kenntnisstand nahezu unmöglich.

  11. „US-amerikanische“
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    Gut zu wissen, dass „Die Kalte Sonne“ neben der „Globaltemperatur“ und dem „Treibhauseffekt“ auch das rot-grüne Neusprech übernommen hat. Warum bin ich nicht überrascht.

  12. PS Herr Urbahn,

    zu Ihrem Pseudoproblem um den richtiigen Mittelwert. Die Irrelevanz ihres Problems wird offenbar, wenn die Abweichungen von globalen Mittelwerten über die Sphäre in Abhängigkeit von Ihrem Algorithmus quantitativ betrachtet werden. Wenn Sie mal den globalen Mittelwert der Temperatur per klimatologischer/kartographischer Definition (also arithmetischer Mittelwert) gegen Ihr bevorzugtes harmonisches Mittel ausrechnen, werden Sie sehen, daß der Unterschied völlig irrelevant beim Vergleich von Trends ist. Sie haben sich mit Ihrer Nebelkerze selbst vernebelt.

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