UK-Forscher: Kleine Eiszeit war global und hat Implikationen für die jüngste globale Erwärmung

University of Gloucestershire
Ein Team aus Forschern in UK hat neues Licht in das Dunkel um das Klima während der Kleinen Eiszeit gebracht und die Diskussion um die Rolle der Sonne beim Klimawandel neu angefacht. Die neue Studie mit detaillierten wissenschaftlichen Untersuchungen eines Moores im südlichen Südamerika zeigt, dass die extremsten Klima-Episoden der Kleinen Eiszeit nicht nur in Europa und Nordamerika zu spüren waren, was gut bekannt ist, sondern weltweit. Die Forschungen haben Implikationen auf die gegenwärtigen Befürchtungen hinsichtlich einer ,Globalen Erwärmung‘.

Klimaskeptiker und Gläubige der Globalen Erwärmung haben lange darüber gestritten, ob die Kleine Eiszeit (von Anfang des 15. bis zum 19. Jahrhundert) global aufgetreten war, über deren Gründe und welchen Einfluss die Sonne auf das Klima hat, sowohl während der Kleinen Eiszeit als auch während der letzten Jahrzehnte. Diese neue Studie hilft, Klarheit in diese Diskussion zu bringen.

Das Forscherteam von den Universities of Gloucestershire, Aberdeen und Plymouth führte die Studien hinsichtlich des Klimas der Vergangenheit durch mittels detaillierter Labor-Untersuchungen von Moorschlamm aus einem Moor nahe Ushuaia, Tierra del Fuego [= Feuerland]. Sie wandten genau die gleichen Laborverfahren an, die für die Untersuchung von Mooren in Europa entwickelt worden waren. Zwei prinzipielle Methoden wurden genutzt, um das Klima der letzten 3000 Jahre zu rekonstruieren: mit dichten Intervallen über eine Gesamt-Säule des Schlammes untersuchten die Forscher den Grad der Schlammablagerung, welcher direkt im dem Klima in Zusammenhang steht. Ebenso untersuchten sie die Schlamm-Matrix, um sich ändernde Anteile verschiedener Pflanzen zu untersuchen, die zuvor auf dem Moor gewachsen waren.

Die Daten zeigen, dass die extremsten Kältephasen der Kleinen Eiszeit (Mitte des 15. und dann wieder Anfang des 18. Jahrhunderts) synchron in Europa und Südamerika aufgetreten waren. Es gibt nur einen großen Unterschied: Während die Moore im kontinentalen Nordwesteuropa nasser wurden, wurden sie in Feuerland trockener – in beiden Fällen möglicherweise die Folge dramatischer Verschiebungen von Feuchtigkeit liefernden Winden in Richtung Äquator.

Diese Extremperioden fielen zusammen mit Perioden, von denen bekannt ist, dass die Sonne ungewöhnlich ruhig war. Ende des 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts gab es nur sehr wenige Sonnenflecken – sogar noch weniger als während der Folge der jüngsten Kaltwinter in Europa, was andere UK-Wissenschaftler mit der relativ ruhigen Sonne in Verbindung gebracht haben.

Prof. Frank Chambers, Leiter des Centre for Environmental Change and Quaternary Research an der University of Gloucestershire, der Leitautor des Forschungsberichtes war, sagte:

„Sowohl Skeptiker als auch Anhänger der Globalen Erwärmung können Unterstützung für sich aus dieser Arbeit ableiten. Unsere Studie ist wichtig, weil unsere Daten zeigen, dass die extremsten Phasen gleichzeitig in der nördlichen und der südlichen Hemisphäre aufgetreten waren, während es viele unterschiedliche Schätzungen gibt hinsichtlich des Beginns und des Endes der Kleinen Eiszeit in verschiedenen Gebieten der Welt. Diese Extremperioden waren abrupte globale Ereignisse. Möglicherweise hingen sie zusammen mit plötzlichen Verschiebungen der Westwindzone in Richtung Äquator auf der Südhemisphäre sowie der Zugbahnen der atlantischen Tiefdruckgebiete in der Nordhemisphäre. Die gleichen Verschiebungen scheint es abrupt auch zuvor gegeben zu haben wie z. B. vor 2800 Jahren, als die gleiche synchrone, aber entgegen gesetzte Reaktion in Mooren in Nordwesteuropa gezeigt werden konnte im Vergleich mit dem südlichen Südamerika.

Es scheint, dass die solare Ruhe verantwortlich war für die extremsten Phasen der Kleinen Eiszeit, was impliziert, dass die solare Variabilität manchmal eine wichtige Rolle bei Klimaänderungen spielt. Eine Änderung der Sonnenaktivität kann beispielsweise auch für den Anstieg der globalen Temperaturen nach Ende der Kleinen Eiszeit in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts verantwortlich gewesen sein. Allerdings kann die Sonnenaktivität allein nicht die globalen Temperaturtrends nach 1970 erklären, vor allem nicht den globalen Temperaturanstieg während der letzten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, den das IPCC zunehmenden Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre zugeordnet hat“.

Prof. Chambers fasst zusammen: „Ich muss betonen, dass unsere Forschungsergebnisse nur für den Zeitraum von vor 3000 Jahren bis zum Ende der Kleinen Eiszeit interpretierbar sind. Das ist der Zeitraum, auf den sich unsere Forschungen konzentriert haben. Im Licht unserer Untermauerung der Auswirkungen ,Großer solarer Minima‘ auf globale Klimate der Vergangenheit kann jedoch darüber spekuliert werden, ob der gegenwärtige Stillstand der ,Globalen Erwärmung‘ von jenen, die hinsichtlich der Klimaprojektionen des IPCC skeptisch sind, nicht zumindest teilweise einem entgegengesetzt wirkenden Effekt verringerter Sonnenaktivität geschuldet ist, wie er im jüngsten Sonnenfleckenzyklus zum Ausdruck kommt“.

Link: http://www.alphagalileo.org/ViewItem.aspx?ItemId=147372&CultureCode=en

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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8 Kommentare

  1. #7

    Schön, dass Sie das so entspannt sehen 🙂 Ich persönlich sehe das auch sehr entspannt, ich habe nämlich bewusst keine Kinder in die Welt gesetzt. Über die ökologischen Folgen eines Wintertotalausfalls in Mitteleuropa (Gletscherschmelze -> Trinkwasserverlust -> Ernteausfälle etc pp) unterhalten wir uns dann in Kürze, mfg.

  2. #3: Nemesis sagt:

    „Ich werde Eure hier Seite nicht vergessen, ich komme Euch solange besuchen, bis in Deutschland zu Weihnachten die Zitronen blühen, das wird maximal einige wenige Jährchen dauern“

    Kannst Du uns das garantieren, lieber Nemesis?
    Würde mich sehr darüber freuen – hoffe es klappt!

    In freudiger Erwartung

  3. @#2 Uwe Klasen

    Zunächst einmal gibt es am Jahresende vom DWD die deutsche Jahresdurchschnittstemperatur 2014. Der bisherige Rekord seit 250 Jahren liegt bei 9,9 Grad, d.h. noch nie war ein Jahr im Mittel zweistellig. Diese psychologische Marke von 10 Grad wird in diesem Jahr mit Sicherheit gerissen. Ich erwarte ein Jahresmittel bei etwa 10,3 Grad. Dies Zahl wird wie eine Bombe einschlagen. Die Leitmedien werden sich mit Klimakatastrophengeschichten mal wieder überschlagen. Auch Herr Rahmstorf wird behaupten, dass diejenigen, die bisher das Klima geleugnet hätten nun eine Besseren belehrt seien. Schwachsinnig? – Nein, es ist wohlkalkulierter Schwindel und üble Propaganda von Menschen mit einer Mission!

  4. Ich werde Eure hier Seite nicht vergessen, ich komme Euch solange besuchen, bis in Deutschland zu Weihnachten die Zitronen blühen, das wird maximal einige wenige Jährchen dauern^^… auch Ihr werdet noch aufwachen, bald, sehr bald… informiert Euch mal über das Ende des Perms, dann wisst Ihr, wo der Hammer hängt 3:-)

  5. Dazu passend eine Meldung der NZZ über einen möglicherweise frostigen Wintter in Europa.

    —-
    Textauszug:
    „Diesmal könnte die Jahreszeit in Europa kälter als im Durchschnitt ausfallen. Darauf deuten verschiedene Wetterbeobachtungen hin. Mehrere Studien, die dieses Jahr erschienen sind, stützen die Vorhersage. Die Studien zeigen aber auch, wie überraschend komplex die Einflüsse auf das europäische Winterwetter sind, die aus dem hohen Norden ebenso wie aus den Tropen kommen.“

    Quelle: http://tinyurl.com/l78t65q
    —-

    Na ja, sollte der Bericht zutreffend sein, werden die Klimaalarmisten nur auf das Wetter verweisen und behaupten die Klimaerwärmung wäre am „kalten Winter“ Schuld, sollte der Bericht nicht zutreffen und ein milder Winter steht uns bevor, dann haben die Klimaalarmisten wieder Recht, der Klimawandel ist Schuld am „milden Winter“. Die haben halt die „Deutungshoheit“!
    Ein Schlem wer dabei böses denkt! 😉

  6. Zumindest war die LIA nicht nur regional sprich Europa und Nordamerika. Von der mittelalterlichen Warmzeit anders als die AGWler zumindest zeitweise behauptet haben, konnte durch Messungen in vielen Regionen der Erde nachgewiesen werden.Interessant ist es sich einmal die CO2-Gehalte der Eisbohrkerne für die zeit von 900 bis 1900 anzusehen. Die ändern sich in diesem Zeitraum kaum, obwohl die mittelalterliche Warmzeit deutlich wärmer und die LIA deutlich kälter war als heute. Vielleicht liegt ja daran,, daß die kleien Co2-Moleküle zu faul waren, daß zu tun was sie sollten. Siehe die Arbeit von K.Ricke et al erschienen im Environmental Research letter : maximum warming occurs about a decade after carbon dioxude emission. Danach müssen wohl die kleinen Co2-Moleküle, wwenn sie in die Atmosphäre kommen erst Unterricht im Erwärmen bekommen, damit sie auch brav in Richtung Oberfläche strahlen, was wohl nicht so einfach ist.
    MfG

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