Nachrichtenüberblick: Der neue Kohle-Boom

Anthony Watts
Billige und reichlich verfügbare Kohle größte Herausforderung für die UN-Klimaagenda: Seit 1973 ist der Kohleverbrauch stärker gestiegen als jede andere Energieform. Dieses Wachstum des Kohleverbrauchs war unabdingbar, um Entwicklungsländern Zugang zu Strom zu verschaffen. Auf der Grundlage von drei verschiedenen Schätzungen kommt diese Studie zu dem Ergebnis, dass zwischen 1990 und 2010 etwa 830 Millionen Menschen – die große Mehrheit davon in Entwicklungsländern – Zugang zu Strom bekommen haben infolge dessen kohlebasierter Erzeugung. Auch in wohlhabenden Ländern nimmt die kohlebasierte Kapazität zu. Zur Stromerzeugung kann derzeit keine andere Energiequelle das Erdöl ersetzen, wenn es um Kosten, Größenordnung und Zuverlässigkeit geht. Alles in allem wird die kohlebasierte Kapazität weltweit bis zum Jahr 2040 um 500 Gigawatt zunehmen – Robert Bryce, Manhattan Institute, Oktober 2014.


Die Rufe der UN nach einer deutlichen Verringerung der Treibhausgas-Emissionen durch die Beendigung der Stromerzeugung mittels Kohle werden massiv unter Druck geraten, legen doch Länder wie Australien derzeit einen Spurt hinsichtlich des Wachstums des Kohlebergbaus hin. Obwohl die Kohle für ihren Beitrag zum Klimawandel angegriffen wird und große Mengen schädlicher Verschmutzung verursacht [?!], bleibt es bei Weitem die wichtigste Treibstoffquelle für die Stromerzeugung im globalen Maßstab mit 40%. Die Stärke der Infragestellung spiegelt sich in Vorhersagen für das Wachstum des Energiebedarfs in Asien, wo Kohle die Energiequelle der Wahl ist und wo man erwartet, dass Kohle etwa 60% der zunehmenden Nachfrage während der nächsten 20 Jahre decken wird. – James Regan, Reuters, 3 November 2014

Der IPCC-Synthesebericht sagt nichts Neues. Wir haben das schon seit 20 langen Jahren gehört. Dies ist der 5. Zustandsbericht des IPCC, und auch er ändert nichts an dem zugrunde liegenden Problem der internationalen Gemeinschaft, zu einem bindenden Klimaabkommen zu kommen. Also ist das hier nichts Neues und wird die Blockierung der UN nicht ändern. – Benny Peiser, BBC News 24, 2 November 2014

Der kürzlich veröffentlichte „Synthesebericht“ des IPCC warnt vor einer gestiegenen „Wahrscheinlichkeit“ ernster, durchdringender und irreversibler Auswirkungen, falls die Emissionen so weitergehen. Aber wenn man den Bericht von den ganzen Worthülsen befreit, sagt das IPCC nichts anderes, als dass es eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten gibt, von keinerlei schädlichen Auswirkungen (Szenario RCP 2.6) über zwei mittlere Szenarien zu einem weiteren Szenario, dem zufolge es ab der Mitte dieses Jahrhunderts bis zum Jahr 2100 zu potentiell schrecklichen Konsequenzen kommen kann. Man verlangt von uns, Opfer für die Möglichkeit aufzubringen, etwas zu verhindern, was sich als ziemlich kleiner Nachteil für sehr wohlhabende Leute in der Zukunft herausstellen könnte. – Matt Ridley, The Times, 3 November 2014 [Auf Deutsch beim EIKE hier].

Hier sage ich, was ich glaube. Es gibt derzeit nichts Dringenderes als die Herausforderung und Lösung der Klimakrise. Wir haben keine Zeit mehr zu verplempern. Wir müssen jetzt etwas tun. Glücklicherweise verfügen wir über alle Tools, gegen diese Herausforderung vorzugehen. Alles, was wir brauchen, ist der politische Wille – aber politischer Wille ist eine erneuerbare Quelle! Deswegen ist die Wahl am 4. November so monumental bedeutsam. Präsident Obama ist in dieser Sache jetzt führend – aber wir müssen mehr Demokraten wählen, die die Zukunft unseres Planeten über die Interessen von Big Oil und Big Coal sowie andere große Kohlenstoff-Verschmutzer stellen, die unsere Atmosphäre als offene Kanalisation ohne jede Verantwortung nutzen. – Al Gore, The Weekly Standard, 1 November 2014

[Zum Glück ist das Leben über diesen Schwachsinn hinweg gegangen, wie wir inzwischen wissen! Anm. d. Übers.]

Der Vorsitzende des Science, Space, and Technology Committee im US-House, der Republikaner Lamar Smith aus Texas, ließ verlauten, dass er Bemühungen begrüßt, „die komplexe Wissenschaft unseres sich ständig ändernden Planeten besser zu verstehen“, fügt aber hinzu, dass der neue IPCC-Bericht „nichts Neues sagt“. Und weiter: „Genau wie in den Berichten zuvor scheinen die jüngsten Ergebnisse eher politischer denn wissenschaftlicher Natur zu sein. Die Leute sind der immer wieder neu verpackten Rhetorik müde. Es ist an der Zeit, die Angstmache zu stoppen und uns auf einen ehrlichen Dialog über reale Optionen zu konzentrieren“. Es scheint, dass die UN „einmal mehr versuchen, eine Ummantelung für neue Vorschriften und die Rationierung von Energie zu finden“. – Kyle Balluck, The Hill, 2 November 2014

Link: http://wattsupwiththat.com/2014/11/03/newsbytes-the-new-coal-boom/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Kohle gibt es noch genug für hunderte von Jahren auf dieser Welt.
Und solange aus der reichlich vorhandenen Kohle durch Verflüssigung nach Fischer-Tropsch kein Benzin gemacht wird, haben wir auch noch nicht den berühmten "Peak of Oil" erreicht.
Ob die Verteufelung der fossilen Energieträger vielleicht auch etwas mit dem Kleinhalten der aufstrebenden Industrieländer Indien, China und anderen zu tun hat?