Folge der Energiewende: Fossile Kraftwerke werden zum Sicherheitsrisiko

P R E S S E M I T T E I L U N G 03/2014

6. Oktober 2014

des Fachverbands Anlagenbau (FDBR)

Die Energiewende nachhaltig absichern

Thermische Kraftwerke bleiben zentraler Faktor für eine zuverlässige Strom­versorgung / Bestehende Anlagen sind auf die heutigen Betriebsanforderun­gen technisch nicht auslegt

Düsseldorf – Düsseldorf – Thermische Kraftwerksleistung wird auch weiterhin essenziell für eine sichere Energieversorgung sein. „Selbst wenn das Potenzial der erneuerbaren Energien hundertprozentig ausgeschöpft wird, muss eine Back-up-Leistung von 80 Gigawatt durch konventionelle Kraftwerke gewährleistet sein“, erklärt FDBR-Geschäftsführer Dr. Reinhard Maaß.

Doch angesichts der Geschwindigkeit, mit der die Energiewende vorangetrieben wird, gera­ten die Betreiber der konventionellen Kraftwerke zunehmend in Zugzwang. Die rasant stei­gende Nutzung von erneuerbaren Energien stellt Betriebsanforderungen an die bestehenden Gas- und Kohlekraftwerke, auf die sie technisch nicht ausgelegt sind. So müssen die Anla­gen häufiger ein- und ausgeschaltet werden, um die Schwankungen, die die Energiegewin­nung aus Sonne, Wind und Wasser mit sich bringt, kompensieren zu können. Die Zahl der Lastwechsel ist zum Teil mehr als 200 Mal höher als bei der Zulassung der Kraftwerke. Da­durch wächst die Gefahr von nachhaltigen Schäden an den Anlagen – zugleich nehmen die Risiken für die Versorgungssicherheit zu.

Allein können die Anlagenbetreiber die notwendigen Investitionen in die technische Umrüs­tung von thermischen Kraftwerken nicht stemmen. Schon heute ist der Betrieb von konventi­onellen Gast- und Kohlekraftwerken kaum noch rentabel, selbst die geregelte Instandhaltung wird immer mehr zurückgefahren. Entsprechend ist die Politik gefordert, nicht nur Speicher­technologien und Netze zu fördern, sondern auch die Bestandskraftwerke in ihre Planung zu integrieren. „Wer die Energiewende will, muss auch für ihre Absicherung sorgen“, betont Maaß. „Konventionelle Stromversorgung bleibt unverzichtbar, darf aber auf Sicht nicht auf Basis einer nicht mehr genehmigungsfähigen Technik erfolgen.“

Kurzprofil FDBR

Der FDBR bündelt die Interessen von über 180 Unternehmen des Anlagenbaus in der Ener­gie-, Umwelt- und Prozessindustrie. Mit seiner Kompetenz aus jahrzehntelanger Verbands­arbeit fördert und begleitet der FDBR technische Innovationen, engagiert sich für die Fort­entwicklung und Harmonisierung des gesamten technischen Regelwerks auf nationaler und internationaler Ebene und wirkt mit an der Ausgestaltung zukunftsfähiger Rahmenbedingun­gen. Darüber hinaus trägt der FDBR aktiv zur Meinungsbildung auf allen branchenrelevanten Feldern der Energie-, Umwelt- sowie Industriepolitik bei und leistet damit einen wichtigen, technologisch orientierten Beitrag zur Gestaltung zukünftiger politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen. Sitz des Verbands ist Düsseldorf.

Kontakt:

FDBR e.V. – Fachverband Anlagenbau Dr. Reinhard Maaß Sternstraße 36 40479 Düsseldorf t 0211 / 498 70-0 f 0211 / 498 70-36 r.maass@fdbr.de www.fdbr.de

Nachtrag und Ergänzung

Anlässlich des kraftwerkstechnischen Kolloquiums der Universität Dresden mit 700 Teilnehmern, auf dem ich einen der Plenarvorträge hielt (s. Veranstaltungsprogramm als pdf), boten sich Gelegenheiten zu zahlreichen Gesprächen mit Kraftwerks-Fachleuten und -Managern. Dabei kam immer wieder das in der FDBR-Pressemitteilung beschriebene Problem von aktuell nicht mehr sicheren und damit auch NICHT mehr GENEHMIGUNGSFÄHIGEN fossilen Kraftwerken zur Sprache, das zur Zeit offenbar weder Politik, noch TÜV, noch die Öffentlichkeit wahrnehmen.

Es ist zu betonen, dass bei Kesselexplosionen, Rohrbrüchen oder Turbinenhavarien infolge vorzeitiger Materialermüdung auch mit Personenschäden des Bedienungspersonals zu rechnen ist. Havarierte Anlagen werden zudem die ohnehin bereits kritische Stromversorgungssituation weiter verschärfen und die Black-Out- Wahrscheinlichkeit erhöhen. Als Kosten der nötigen Instandsetzung und Wartung der aktuell durch die Energiewende belasteten Anlagen wurden mehrere Milliarden Euro genannt.

Herrn Dr. Reinhard Maaß danke ich für seine freundliche Veröffentlichungsgenehmigung der FDBR-Pressemitteilung auf der EIKE-Webseite. Das Original der Presseerklärung ist zusätzlich als pdf angehängt und kann weitergegeben werden.

Horst-Joachim Lüdecke

EIKE-Pressesprecher

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