Na sowas! Linke „Magazine“im WDR eifern gegeneinander

Fräck ju, Panorama!

Im öffentlich-rechtlichen Bezahlfernsehen geschah unlängst Unerhörtes. Zwei Politmagazine, zwischen die ideologisch normalerweise keine Telefonbuchseite passt, kabbelten sich über das so genannte Fracking. Beim Fracking handelt es sich um eine in den USA weit fortgeschrittene Technologie der Schiefergasgewinnung aus großen Tiefen. Sie hat dafür gesorgt, zusammen mit anderen Umständen, dass trotz des Chaos im Nahen Osten und in der Ukraine Öl und Gas derzeit nicht teurer, sondern etwas billiger werden. Daher gibt es gegen das Fracking erbitterten Widerstand aus der grünen Szene. In Deutschland, wo seit 1961 in geringem Umfang gefrackt wird, wollen Energiefirmen jetzt größere Gasmengen fördern. Das geht natürlich gar nicht.

Monitor und Frau Kemfert sagen uns wie es beim Fracking läuft. 

Sämtliche Umweltverbände und viele Medien spielen das Lied vom Tod. Verseuchtes Wasser, einstürzende Neu- und Altbauten, und aus dem Wasserhahn strömt Gas. Rumms! Bude platt. Und das alles wegen Fracking. Doch war es ausgerechnet das für gewöhnlich stramm rotgrüne NDR-Magazin „Panorama“, welches am 4. September einen 11-Minuten-Beitrag sendete, der die deutschen Fracking-Gegner auf die Palme brachte (in „Panorama – Die Reporter“ auf NDR III als halbstündige Version zu sehen). Der Autor stellte in seiner Sendung anhand von Expertenaussagen und Grafiken die meisten Argumente der Fracking-Gegner als wissenschaftlich unhaltbar dar. „Maßlos übertrieben“ würden die Risiken der Schiefergasgewinnung, so Panorama auf seiner Website.

Panorama Sendung vom 2.9.14 über das Fracking

Vor allem entzauberte Panorama den publikumswirksamsten Bluff der Antifracker. Denn das Gas, das im US-Frackinghorrorfilm „Gasland“ aus einem häuslichen Wasserhahn strömte und zur Explosion gebracht wurde, stammte mit großer Sicherheit aus oberfächennahen Erdschichten. Mit Fracking hatte das Ganze nichts zu tun. Panorama ließ sich einen ähnlichen Effekt an einem holländischen Fluss vorführen. Auch in dessen Wasser befinden sich leichtentzündbare Gase. Obwohl weit und breit nicht gefrackt wird.

Einen Monat später sendete das WDR-Magazin „Monitor“ eine Art Gegendarstellung zum Panorama-Bericht. „Es geht um den ganz großen Profit!“ warnte Monitor. Schließlich mische beim Fracking der Energiekonzern Exxon Mobil kräftig mit. Ja, wer denn sonst als ein Konzern, der in Energie macht? Einem Gutachter für das Umweltbundesamt, der bei Panorama die Risiken des Fracking für beherrschbar erklärt hatte, wurden im Monitor-Bericht angebliche frühere Verbindungen zur erdöl- und gasfördernden Industrie angekreidet. Ein Lobbyist also, untauglich als Zeuge?

Dumm nur, dass bei Monitor die allgegenwärtige Prof. Claudia Kemfert gegen Fracking in Stellung gebracht wurde. Eine Frau, die wie Jack aus der Box springt, sobald es gilt, „Erneuerbare Energien“ hochzureden. Kemfert erklärte erwartungsgemäß, man solle sich in Deutschland energiepolitisch doch lieber „auf andere Beine stellen.“ Wie die ausschauen, kann man auf der Homepage der Dame besichtigen. Die bestens vernetzte Frau Kemfert tanzt auf so ungefähr jeder Party, wo Lobbyarbeit für Wind- und Sonnenstrom gemacht wird. Selbstredend wurde sie in Monitor nicht als Lobbyistin vorgestellt, sondern als „führende Energieexpertin“. Soviel zum Stand des Kölner Recherchierjournalismus.

Der Monitor-Beitrag wurde von den Anti-Fracking-Aktivisten beglückt aufgenommen, waren doch durch Panorama hässliche Zweifel an ihren Parolen gesät worden. Besonders ärgerlich, weil die Berichte des NDR-Magazins in rotgrünen Milieus als sakrosankt gelten. Die Gegen-Bulle aus dem Hause WDR wird seit Wochen auf Websites und in den Netzwerken der Anti-Fracking-Front fleißig verlinkt und geteilt. Der Bruderkampf im Hause ARD befördert so nebenbei die Quote von zwei TV-Formaten, deren beste Zeiten längst passé sind.

Wovon in Monitor natürlich nicht die Rede war (übrigens auch bei Panorama nicht): Hinter den bundesweiten, gut geölten Stopp-Fracking-Kampagnen stehen nicht zuvörderst „spontan besorgte Bürger“, die fürchten, ihre Wasserleitungen könnten explodieren oder ihre Häuschen einstürzen. Diese aufrichtig Verängstigten bilden bloß die Barfußtruppen für grüne Ideologen und EEG-Absahner. Letztere rekrutieren geschulte Vortragsredner, die auf Bürgerversammlungen Stimmung gegen das Fracking machen.

„Gasland“, ein unterhaltsamer Agitprop-Streifen in der Tradition von Michael Moore, dient dabei als Türöffner. Der Film wird bei Protestmeetings rituell gezeigt; nie verfehlt er seine Wirkung. Die Legende vom Wasserhahn, aus dem dank Fracking Flammen schossen, ist einfach genial. Wenn es um clever geschürte Naturängste geht, ist Aufklärung sinnlos.

Ob im Fracking tatsächlich eine Chance liegt, Deutschland von Gasimporten unabhängiger zu machen? Darf man wohl bezweifeln. Das Land ist vergleichsweise klein. Überall gibt es Natur- und Wasserschutzgebiete. Wo wäre der Raum für eine Schiefergasrevolution wie in den USA?

Doch offenbar wähnt die Wind- und Solarindustrie ihre Pfründe schon durch den Versuch bedroht, ein paar fossile Quellen anzuzapfen. Der ökoindustrielle Komplex mag keine Konkurrenz, die billigere Energie verspricht. Auch für die grünen Politiker geht es um viel, nämlich um ihr Leuchtturmprojekt: Deutschland als Vorreiter der „Sanften Energien“, an denen die Welt genesen soll.

Für dieses Ziel muss jede Form von Energiegewinnung sabotiert werden, welche nicht auf subventionierten Windrädern, Solarpanelfeldern oder Maisgasfabriken basiert. Würde jemand morgen einen Plan vorlegen, wie man mit Hundescheiße energieautark werden könnte – auch der hätte prompt den Zorn leicht entflammbarer Wutbürger an der Backe.

„Stop Kacking“! Gründe werden sich schon finden.

http://www.ardmediathek.de/tv/Panorama-3/Das-schlechte-Image-von-Fracking/NDR-Fernsehen/Video?documentId=23268100&bcastId=14049184
http://www.youtube.com/watch?v=Bt1dkJGo8SY&sns=em 
http://www.claudiakemfert.de

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