Eine Reise nach Tschernobyl

von Hans Günter Appel NAEB
Die Medien verbreiten weiter Schreckensmeldungen über die Folgen des durch eine Kernschmelze zerstörten Atomreaktors in Tschernobyl. Kinder in der Umgebung des Reaktors, die erst nach dem Unfall geboren wurden, sollen immer noch unter einer erhöhten Strahlenbelastung leiden. Viele Gruppen werden im Sommer zur Erholung nach Deutschland eingeladen. Ich wollte wissen, was ist wahr.


Da kam mir das Angebot von Dr. Hermann Hinsch aus Hannover, mit ihm in die Ukraine nach Tschernobyl zu reisen, gerade recht. Der Physiker war über viele Jahre für Strahlenmessungen im Versuchsbergwerk  Asse verantwortlich, in dem die optimale Einlagerung schwach radioaktiver Stoffe erprobt wurde. Er war bereits einmal 1992 in Tschernobyl und er beherrscht Russisch. Seine Frau hat die Reise vom 21. bis 27. August hervorragend organisiert. Neben Frau Hinsch und meiner Frau hat sich der kleinen Gruppe noch der Dipl.-Geologe Norbert Rempe aus New Mexico, USA, angeschlossen. Er hat fachlich und publizistisch an der Einrichtung einer Endlagerstätte für radioaktiven Abfall in den USA mitgewirkt. Er hatte ein neu entwickeltes Strahlenmessgerät mitgebracht, um selbst die Radioaktivität zu überprüfen.

Der Flug nach Kiew verlief problemlos. In der ukrainischen Hauptstadt konnte man von dem Bürgerkrieg nichts merken. Die Straßenkaffees waren voll. Alle Geschäfte waren geöffnet. Hochzeiten wurden gefeiert. Auf dem Maidanplatz baute man die letzten herausgerissenen Pflastersteine wieder ein. Alles war friedlich. 

Daten über Tschernobyl 

Wir fuhren in einem Kleinbus mit Fahrer und einem staatlichen Führer nach Tschernobyl. Die Besuche von Tschernobyl müssen rechtzeitig angemeldet werden. Für die Genehmigung und die Fahrt wird kräftig kassiert.

Das Strahlenmessgerät von Herrn Rempe war für insgesamt sieben Stunden während dieses Besuchs eingeschaltet. Nach einer Fahrzeit von knapp 2 Stunden erreichten wir die Sperrzone von Tschernobyl. Die Atomreaktoren wurden etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Weißrussland gebaut. Zur Kühlung wurde der Fluss Pripyat zu einem See mit einer Fläche von 22 Quadratkilometer angestaut. Der Wirkungsgrad der Kernkraftblöcke lag bei knapp 30 Prozent. Es mussten also mehr als 70 Prozent der in Wärme umgewandelten Kernenergie vom Kühlwasser abgeführt werden. Dazu wurde das Wasser vom Stausee über einen Kanal zum Kraftwerk und das erwärmte Wasser wieder zurück geleitet. Die große Stauseefläche ließ das Wasser dann wieder abkühlen. In dem Kühlwasserkanal wurden Welse ausgesetzt, die heute die stattliche Länge von mehr als einen Meter haben. Nach Angaben unseres Führers ist das Fleisch der Fische selbst in unmittelbarer Nachbarschaft des Kraftwerks nur unwesentlich radioaktiv belastet. In den Knochen konnte eine deutliche, aber unkritische Strahlenerhöhung durch das Isotop Cäsium 137nachgewiesen werden.

Das Kernkraftwerk ging 1977 mit dem Block 1 in Betrieb. Ab 1983 waren die ersten 4 Blöcke mit einer elektrischen Leistung von zusammen 3.800 Megawatt angeschlossen. 2 weitere Blöcke waren im Bau. Alle Reaktoren waren Graphit moderiert; das heißt, die Brennstäbe waren von Graphit umgeben.

Wenige Kilometer von den Reaktoren wurde eine riesige Frühwarn-Radaranlage (zur Identifizierung von eventuellen amerikanischen Interkontinentalraketen) gebaut, die eine Leistung von 10 Megawatt hat. Das Kernkraftwerk war also auch notwendig als sichere und ausreichend starke Energiequelle für diese Anlage. Die hohe Leistung wurde jeweils im Abstand von wenigen Sekunden benötigt.  

Am 26. April 1986 kam es zu einer Kernschmelze im Block 4. Der Graphit entzündete sich. Es gab eine Knallgasexplosion und einen großen Brand. Das einfache Fabrikdach über dem Reaktor (es gab keine Stahlbetonhülle wie bei allen kommerziellen westlichen Reaktoren) war kein Schutz und wurde zerstört. Der Rauch, den östliche Winde Richtung Europa trieben, transportierte radioaktive Isotope weit nach Westen. Sie konnten noch in Deutschland nachgewiesen werden. Die daraus resultierende zusätzliche Strahlung war aber in Deutschland und in den anderen Europäischen Ländern niemals gesundheitsgefährlich.

Nach dem Reaktorunfall wurden die drei intakten Blöcke weiter betrieben. 9.000 Menschen arbeiteten weiterhin in unmittelbarer Umgebung des zerstörten Reaktors. Block 2 wurde 7 Jahre nach dem Unfall still gelegt. Block 1 folgte 3 Jahre später. Block 3 in unmittelbarer Nachbarschaft des Unglückreaktors ging erst auf Druck der Europäischen Union und nach einer Ausgleichzahlung im Dezember 2000 vom Netz. Die Blöcke 5 und 6 wurden nach dem Unfall nicht weiter gebaut.

Die Ukraine hat heute noch 15 Kernreaktoren mit einer Bruttoleistung von 13.800 Megawatt in Betrieb. Weitere 2 Reaktoren mit je 1.000 Megawatt Leistung sind im Bau und sollen 2015 ans Netz gehen.

Tote durch den Reaktorunfall

Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) und die Internationale Atom Energie Organisation (IAEA) haben die Folgen des Reaktorunfalls auf die Menschen untersucht.  Die Berichte über die Todesfälle durch die radioaktive Strahlung sind sehr unterschiedlich. Sicher ist das Auftreten der Strahlenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall, Haarausfall, Hautveränderungen, Kreislaufbeschwerden) bei 134 Feuerwehrleuten und Hubschrauberpiloten, die den Brand gelöscht haben. Sie waren der starken Strahlung ohne nennenswerten Schutz ausgesetzt. Davon starben 28 im Jahr der Katastrophe. In den nächsten 8 Jahren starben 19 weitere Helfer, die von der Strahlenkrankheit betroffen waren. Ein Teil dieser Todesfälle wird auf die Strahlenkrankheit zurückgeführt.  

Danach konnten akute Verstrahlungen nicht mehr nachgewiesen werden. Es gab etwa 6.000 Krebserkrankungen der Schilddrüse in den Gebieten um Tschernobyl und den Gebieten in Russland und Weißrussland, in die der Rauch größere Mengen radioaktives Jod transportiert hatte. Der Krebs wurde weitgehend erfolgreich bekämpft. Es waren praktisch nur Kinder betroffen, die zur Zeit des Unfalls jünger als 5 Jahre waren. Bei Erwachsenen trat keine höhere Rate an Erkrankungen der Schilddrüse auf.  Bis 2011 starben 15 von den 6.000 erkrankten Menschen.  

Nach Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) wurden mit Ausnahme von Schilddrüsenkrebs in den am stärksten kontaminierten Gebieten keine erhöhten Krebsraten festgestellt, die eindeutig auf die Strahlung zurückgeführt werden können.

Der staatliche Führer nannte uns jedoch einige tausend Todesfälle durch den Reaktorunfall. Auf Nachfrage waren dies alle Sterbefälle von den mehr als 200.000 Menschen, die aus der Schutzzone um das Kraftwerk evakuiert wurden. Weder das Sterbealter noch die Todesursache sind bewertet worden.

Auch den Grünen waren die sachlich fundierten Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht schwerwiegend genug. So hat die grüne Europa-Abgeordnete, Rebekka Harms, eine Studie von den Briten Ian Fairlie und David Sumner angefordert, die weitaus schwerwiegendere gesundheitsschädigende Folgen des Reaktorunglücks voraussagen. Die Wirklichkeit hat diese Voraussagen bisher aber nicht  bestätigt.  

Dagegen hat die Evakuierung, die mit der Strahlengefahr begründet wurde, zu einem deutlichen Ansteigen der Selbstmordrate geführt. Die Angst, langsam sterben zu müssen, führt wohl häufiger zu der Entscheidung auf ein schnelles Ende. Aber auch der Verlust des Hauses und sozialer Bindungen führen zu Ängsten, Stress und Hoffnungslosigkeit.  

Strahlenbelastung:

Die Messung und Bewertung radioaktiver Strahlung wird häufig kompliziert dargestellt und kann viel Verwirrung stiften. Es sollen hier die wesentlichen Tatsachen kurz erwähnt werden. 

Becquerel  (Bq): 1 Bq ist ein radioaktiver Zerfall pro Sekunde.

Die Energie und die Zerfallsprodukte sind je nach Isotop unterschiedlich. 1 Bq = 1 / s

In unserem Körper ist Kalium mit 0,012 Prozent des radioaktiven Kalium-Isotops 40 vorhanden. Die Isotope erzeugen 40 bis 60 Bq pro Kilogramm Körpergewicht. Die zweite große körpereigene Strahlenquelle ist das Kohlenstoff-Isotop C14. Zusammen mit einigen weiteren radioaktiven Isotopen als Spurenelemente strahlt der Mensch mit rund 8.000 Bq. Die „innere“ Strahlung ist in Deutschland etwa ein Zehntel der natürlichen Strahlung.Becquerel ist kein ausreichendes Maß für die Strahlenbelastung, da die Energie nicht angegeben wird. 

Gray  (Gy): Gray ist die Strahlungsenergie, die von einen Kilogramm Masse  aufgenommen wird. Sie wird in Wattsekunden pro Kilogramm angegeben.

1 Gy = 1 Ws / kg

Dies ist die biologisch wirksame Strahlungsenergie. 

Die radioaktive Strahlung besteht jedoch aus α-, β- und γ-Strahlung, die wegen ihrer unterschiedlichen Massen und Geschwindigkeiten unterschiedliche biologische Wirksamkeit haben. Für die biologische Wirksamkeit werden daher Wichtungsfaktoren eingeführt. Die biologisch wirksame Strahlung wird in Sievert gemessen.

Sievert (Sv): Sievert ist die biologisch wirksame Äquivalenzenergie einer radioaktiven Strahlung. Auch Sievert wird in Wattsekunden pro Kilogramm  angegeben.

1 Sv = 1 Ws / kg          

Für γ- oder Röntgenstrahlung ist der Wichtungsfaktor 1.  α- und β-Strahlung haben höhere Wichtungsfaktoren.

Für die nachfolgenden Betrachtungen wird ausschließlich Sievert verwendet.

Strahlenwerte:

Strahlenleistung in Mikrosievert pro Stunde  (μSv/h).

Natürliche Strahlung in Deutschland:                                      0,1 –   0,6

Natürliche Strahlung in der Welt:                                           0,1 – 30*     (*Ramsar, Iran)

Sperrgebiet Tschernobyl unbelastet                                        0,1

am Kraftwerk maximal                                                          12

(am Kraftwerk max. am 30.8.1992 17)

Bereich der Rauchwolke                                                        0,6 – 8

Durchschnitt bei Besuch                                                       ≤1

Flug in 10 km Höhe                                                             4 – 5

Zug von Kiew nach Odessa                                                  0,1

Grenzwerte in Deutschland  zusätzlich zur Hintergrundstrahlung:

Kernkraftwerk Umgebung                                                      0,3

                      Endlager                                                        0,01

                  Kernforschung und Medizin                                   2,3   (20.000 μSv/Jahr)

Strahlendosis (Strahlenenergie) für Reiseabschnitte in Mikrosievert (μSv)

Flüge: Bremen-Amsterdam-Kiew:                                                                12

           Odessa-Kiew-Amsterdam-Bremen:                                                   15

           Sperrzone Tschernobyl:                                                                   4,5

Zugfahrt  Kiew-Odessa:                                                                              0,9

Die weitaus größte Strahlenbelastung auf der Reise waren die Flüge. Der Besuch in Tschernobyl war weniger als ein Fünftel der Flugbelastung. Alle Strahlenbelastungen waren gesundheitlich ungefährlich.

 

Maßnahmen nach dem Unfall

Nach dem Aufschrei über die gefährliche Strahlenverseuchung vor allem von Europa mit Deutschland an der Spitze wurde 36 Stunden nach dem Unfall die Stadt Pripyat innerhalb von 2 Stunden evakuiert. Pripyat liegt ca. 4 Kilometer nordwestlich vom Kraftwerk. Die Stadt hatte über 40.000 Bewohner, die weitgehend für das Kraftwerk arbeiteten. Danach wurden auch die umliegenden Dörfer geräumt und die Verbots- und Kontrollzone auf einen Radius von 30 Kilometern ausgeweitet. Insgesamt mussten mehr als 200.000 Menschen ihre Wohnung verlassen.

Gleichzeitig ging der Betrieb des Kraftwerks weiter. Die Bedienungsmannschaften arbeiteten 2 Wochen im Kraftwerk und kehrten dann für 2 Wochen zu ihren ausgesiedelten Familien zurück. Sie wohnten in der verlassenen Stadt Pripyat. Schwimmbad und Sporthalle der Stadt nutzten die Arbeiter noch bis zum Jahr 2000. Heute hat die Natur sich wieder ausgebreitet. Die mehrstöckigen Häuser sind von dichten Baumwuchs umgeben und von den Straßen kaum zu sehen. Sie sind ausgeschlachtet. Fenster, Türen und Armaturen konnte man wohl an anderer Stelle gut brauchen.

Nach den Angaben unseres Führers wohnen heute rund 100 Menschen wieder in der Sperrzone. Ein Teil der Sperrzone soll in Kürze aufgehoben werden.

Nach unseren Messungen können alle gefahrlos in ihre alte Heimat in der Sperrzone zurückkehren. In weiten Bereichen gibt es nur die überall vorhandene Hintergrundstrahlung von ca. 0,1 μSv. Doch selbst die durch Isotope kontaminierten Bereiche um das Kraftwerk und unter der Rauchfahne haben maximale Strahlenleistungen von 12 μSv/h. Das ist ein Drittel der natürlichen Strahlung, die in Ramsar im Iran gemessen wird. Unter dieser Strahlung leben Menschen seit Jahrhunderten ohne höhere Krebsraten oder Erbschäden. So sind auch von Tschernobyl keine Daten bekannt über Strahlenschädigungen des Bedienungspersonals der drei intakten Reaktoren, die nach dem Unfall noch lange weiter betrieben wurden.

Gefährdung durch radioaktive Strahlen

Radioaktive Strahlung durchdringt den Körper und zerstört Gene, wenn sie von der Strahlung getroffen werden. Die Zellen sind dann nicht mehr teilungsfähig. Sie sterben ab und müssen vom Körper abgebaut werden. Sie werden von Nachbarzellen, die weiter teilungsfähig sind, ersetzt. Unser Körper hat sich auf diese Arbeit eingestellt. Es kommt erst zu ernsthaften Schädigungen, wenn die Strahlung und damit die Zerstörung der Gene so hoch ist, dass der Körper die Schäden nicht mehr reparieren kann. In Tschernobyl hat sich gezeigt, in vielen Fällen kann der Körper längerfristig selbst hohe Strahlenschäden fertig werden. Denn von den 138 strahlenkranken Feuerwehrmännern und Hubschrauberpiloten starben nur 28 innerhalb von 8 Monaten.  

Bewohner in Gebieten mit hoher natürlicher Strahlung sind nach einer Reihe von Berichten gesunder und leiden weniger unter Infektionskrankheiten. Krebs und Fehlgeburten sind nicht erhöht. Unser Körper braucht offensichtlich eine ausreichende Strahlendosis (Hormesis) für ein optimales Wohlbefinden.

Folgerungen 

Die Wirkung radioaktiver Strahlung auf den Menschen ist noch nicht voll verstanden. Sicher ist jedoch, die Angst verbreitenden Warnungen vor tödlichen Gefahren durch einen GAU in einem Kernkraftwerk über Jahrhunderte und Gesundheitsschäden über die kommenden  Generationen sind um viele Größenordnungen zu hoch. Dies hat Tschernobyl gezeigt. Die Warnenden müssen sich im Klaren sein, dass sie viele Menschen bereits durch ihre unbewiesenen Schreckensaussagen ins Unglück oder gar in den Selbstmord getrieben haben. Es wird höchste Zeit, sachlich und ohne ideologische Vorbehalte die breite Öffentlichkeit über die Wirkung radioaktiver Strahlung aufzuklären.

Hans-Günter Appel

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14 Kommentare

  1. @ #14 T.Booker

    “ Alleine schon Der Spiegel und Wahrheitsgehalt.“

    Das steht so auch im Bericht eines Untersuchungsausschusses. Und da erlaube ich mir der Einfachheit wegen auf den Spiegel zu verweisen.

    „wenn Sie ihre Vergleiche auch in diesen Zeitraum legen könnten/würden.“

    Dann lesen Sie was über die Sterberaten aufgrund falscher ärztlicher Behandlung, mangelhafter Hygiene … .

    Aber deshalb muß man keine nicht-inhärente Technik nutzen, wenn es eine inhärente gibt. Man muß auch nicht ein Steuerungssystem für Flugzeuge so programmieren, wie man es bei Airbus gemacht hat. Die Programmierkünste der Ingenieure hat übrigens bereits etliche Tote verursacht … .

    Und was die im Tsunamigebiet hingestellt haben, ist ja hinreichend bekannt. Erinnert irgendwie alles an den angeblich unsinkbaren Luxusdampfer … .

    Wie war das noch mit der Rente?

  2. #11: T.Heinzow
    Sehr geehrter Herr Heinzow
    Ist das Ihr Ernst. Einen Bericht des Spiegels von 1978 uns hier anzubieten? Alleine schon Der Spiegel und Wahrheitsgehalt. Etwas, was sich gegenseitig ausschließt. Und dann noch eine fast 40 Jahre alte Begebenheit auf das heutige (technische) Niveau tranformieren zu wollen. Mein lieber Mann. Sie müssen ganz schön verzweifelt sein, wenn sie so tief in die Mottenkiste der psychologischen „Kriegsführung“ greifen müssen. Seinerzeit (1978) hatten wir 17.000 Verkehrstote, wenn ich mich nicht täusche. Bei wesentlich weniger Fahrzeugen und auch Einwohner. Auch die Zahl der Flugunglücke war seinerzeit weit höher als heute, Bergbau uns auch Chemie hatten eine weit höhere Sterblichkeitsrate unter ihren Angestellten als heute.
    Wir leben heute im 21. Jahrhundert und es wäre schön, wenn Sie ihre Vergleiche auch in diesen Zeitraum legen könnten/würden.

  3. Ich empfehle dringend das zu lesen, was Prof. Jaworowski – einer der ganz großen Fachleute rund um Strahlung – zu Tschernobyl geschrieben hat:
    http://tinyurl.com/pq25xj3
    Unter den Aufräumarbeitern wurde später im Laufe der Jahre eine um 15 bis 30% niedrigere Krebssterblichkeit beobachtet, dsgl. eine um 5% geringere Krebsinzidenz bei den Bewohnern der stark kontaminierten Gegenden.
    Diese Beobachtungen stehen im Einklang mit den Beobachtungen im Co-60-Ereignis von Taiwan.

    Das bedeutet:
    STRAHLUNG VON RADIOAKTIVITÄT IST GESUND.

    Strahlung aus dem Atomkern kann gefährlich sein, aber nur bei hoher Dosis und hoher Dosisleistung (d.h. bei einer hohen Dosis in kurzer Zeit). Das ist genauso wie beim Alkohol, der ist auch nur gefährlich bei hoher Dosis in kurzer Zeit.

    Es ist auch das Wort StrahlenBELASTUNG falsch, denn die Strahlen sind nützlich für Lebewesen. Es sollte das Wort StrahlenBELASTUNG hier bei EIKE nicht erscheinen, es heißt richtig StrahlenEXPOSITION.

    Hätte man in der Umgebung von Tschernobyl die etwa 300 000 Menschen nicht evakuiert, dann hätte man 1000 bis 10 000 Menschen vor Krebs bewahren können.

    Die Strahlenschutzgesetzgebung ist seit den 1950-er Jahren falsch. Nun hat man um 1950 noch nichts gewusst über die Wirkung von Strahlung auf Lebewesen. Da hat man seither und in den letzten 10 oder 20 Jahren sehr viel dazu gelernt. Es gibt mit der Zeitschrift Dose-Response eine Stimme, die nur zu dem Zweck der Richtigstellung von allem rund um Strahlung aus dem Kern im 1 MeV-Bereich geschaffen worden ist.

  4. Der Mensch ist nun einmal so gestrickt. Unsere Gene sind die eines Höhlenmenschen, der tagtäglich um sein physisches Überleben kämpfen muss. Die Wahrnehmung und die Antizipation von Gefahren sind da unabdingbar. Heute leben wir unseren Alltag ohne diese Belastung, aber die Gene wissen das nicht. Von daher „fühlen“ wir Gefahren wo keine sind; Klimawandel, Peak-Oil, Atomstrahlen, Fracking, Genmais, DDT,…. Die Ökos machen sich diese genetische Disposition zu nutzen, in dem sie auf der Klaviatur der Ängste ihre politische Agenda spielen. Da hilft es nur dagegen anzureden und zu versuchen etwas Rationalität in die emotionalen Debatten zu bringen….

  5. @ #9 D.Liebe

    “ Außerdem ist es bei deutschen Reaktoren nicht möglich, Sicherheitssysteme außer Betrieb zu nehmen, ohne das der Reaktor automatisch abgeschaltet wird. “

    In Brunsbüttel soll das geklappt haben: http://tinyurl.com/86o72ta

    Schlimm wird es allerdings, wenn der Mensch das nicht kann:

    „Das Flugzeug drehte sich nach dem Aufsetzen um weitere 5° nach links um die Hochachse. Das linke
    Hauptfahrwerk hob wieder ab. Das rechte Fahrwe
    rk hatte zu keinem Zeitpunkt Bodenberührung.
    Auftriebsvernichtende Hilfsmittel (partial spoiler exte
    nsion) waren nicht aktiv, weil die Bedingungen dafür
    nicht gegeben waren.
    In den nächsten Sekunden erreichte das Flugzeug eine Schräglage von ca. 23° nach links trotz vollem
    Ausschlag beider Sidesticks nach rechts und rechtem Seitenruder. Das Umschalten in Ground Law
    begrenzte die erwartete Wirksamkeit der Steuer
    eingaben um die Flugzeuglängsachse. Das linke
    Fahrwerk setzte erneut auf. Etwa gleichzeitig kam
    es zu der Bodenberührung mit der linken Tragflächen-
    spitze. “

    Aus: http://tinyurl.com/q5l3ue7

    Ist übrigens der Beinahe-Crash eines Airbus A 320 in Hamburg am 01.03.2008.

  6. Um Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen, kann man sie u.a. auch bestrahlen.
    Besonders bei getrockneten Gewürzpflanzen ist das sinnvoll .

    Die Wirkung der Bestrahlung beruht auf der Zerstörung des Genoms und damit der Fortpflanzungs- und Überlebensfähigkeit der bestrahlten Organismen. Die hierfür wichtige DNA ist wegen der Größe ihres Moleküls bedeutend strahlenempfindlicher als kleinere Moleküle.
    Die Energie der Strahlung ist nach oben durch Vorschriften beschränkt, um eine Aktivierung der Lebensmittel auszuschließen: bei Elektronen meist auf 10 MeV, bei Photonen meist auf 5 MeV, in den USA 7,5 MeV. Die Energie der häufig verwendeten Photonenstrahlungen von 60Co (1,17 und 1,33 MeV) und von 137Cs (0,66 MeV) ist zu gering, um eine Aktivierung auszulösen.
    Kein anderes Verfahren der Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln wurde jemals derart gründlich untersucht, in mehr als 50 Jahren Forschung wurde in zahlreichen Versuchen an Testsystemen, an Tieren und an menschlichen Freiwilligen keine nachteilige Wirkung festgestellt.
    Dennoch geht die Strahlenangst bei manchen Esoterikern mit Waldorfabitur, so weit, dass sie sich sogar sie sich sogar weigern, Kartoffeln zu essen, welche im Mikrowellenherd gegart wurden.
    Solche Leute zum Abendessen einzuladen, macht dann wirklichen Spaß!
    (Die beiden Schwestern meiner Ehefrau gehören der Christengemeinschaft an. Wenn sie uns besuchen, gibt es nur noch aufgebackene Fertigpizza, Biowein und Fair- Trade- Kaffee )

    PS( @ Admin)
    Die ist der zweite Versuch, diesen inzwischen etwas redigierten Text zu posten; falls der erste widererwarten doch bei Ihnen ankam, dann geben Sie, sollte er Ihr Wohlgefallen bekommen, bitte diesen hier frei. Wohlgefallen finden sollte
    Mit Dank im Voraus

  7. Noch eine Bemerkung zu Tschernobyl. Dieser Reaktorunfall passierte nicht bei regulären Betrieb. Unfallursache war ein unter Zeitdruck und schlechter Vorbereitung stehendes Experiment bei dem auch noch Sicherheitssysteme außer Betrieb genommen wurden. Es sollte nachgewiesen werden, ob die Rotationsenergie nach Abschaltung der Turbinen die Eigenbedarfsversorgung bis zum Anfahren der Notstromversorgung gewährleistet. Abgesehen davon – Dieser RBMK Reaktor wurde nur in der ehemaligen Sowjetunion gebaut in Deutschland hätte er nie eine Betriebsgenehmigung erhalten. Wesentlicher Unterschied zu Leichtwasserreaktoren, die in Deutschland und anderen Ländern betrieben werden ist, dass als Moderator Wasser (was auch der Kühlung dient)und beim RBMK Graphit verwendet wird. Fällt hier die Kühlung (Wasser) aus, wird die Kettenreaktion nicht unterbrochen. Außerdem ist es bei deutschen Reaktoren nicht möglich, Sicherheitssysteme außer Betrieb zu nehmen, ohne das der Reaktor automatisch abgeschaltet wird.

  8. Und ich weiß trotzdem, dass ein Großteil meiner Freunde und Bekannten diese Ergebnisse weder glauben, noch seine Meinung ändern wird. Schade, dass die Indoktrination durch die grünen Besserwisser, die ja nun wirklich keine Besserwisser sind, so tief verankert ist. Und noch schlimmer ist, dass die Menschen darauf verzichten, selbst nachzudenken. Traurig, traurig, da wünscht man sich wirklich, dass Apophis in wenigen Jahren die Erde nicht verfehlt, alles Leben ausrottet und der Natur die Chance für einen Neuanfang gibt.

  9. Bei der Messung der durchschnittlichen Strahlenbelastung darf man nicht von den Aussenmesswerten ausgehen.

    2/3 seines Lebens verbringt der Mensch in geschlossenen Räumen. Und das ist eine recht optimistische Annahme.

    Im Falle von 12 Mikrosievert/h Aussenmesswert würde die reale Belastung etwa der Hälfte des errechneten Jahreswertes entsprechen.

    In Wirklichkeit dürfte die Abschirmwirkung von Gebäuden wesentlich grösser als ein Drittel sein. In japanischen Dokumenten ist von bis zu 90% die Rede. Auch sind die angenommenen 2/3 in Räumen verbrachte Lebenszeit eher zu niedrig angesetzt. Bei mir persönlich dürften es eher 80% bis 90% (Arbeit, Freizeit, Auto, Schlaf) sein.

  10. Aus meiner Sicht gibt es 3 wesentliche Kritikpunkte an dem Bericht

    Begriff „Strahlenverseuchung“…Seuchen sind vermehrungsfähigen Mikroorganismen vorbehalten. Der Begriff „Strahlenverseuchung“ ist ein Phantasiebegriff ökoreligiös geprägter Deutschsprachiger Journalisten der nicht definiert ist.

    Begriff „Verstrahlung“…diesen Begriff gibt es gleichfalls nicht im Strahlenschutz.

    Bekannt sind mir die Begriffe:

    Kontamination: Beispielsweise durch das Einatmen radioktiver Stäube
    Bestrahlung: Beispiel Bestrahlung von Zwiebeln mit einer 60Co Quelle.
    Neutronenaktivierung: Beispiel Reaktordruckbehälter bildet durch Neutronenbestrahlung radioaktive Isotope.

    Schön wäre es wenn man in EIKE auf ökoreligiöse Begriffe verzichten könnte.

    Die Anzahl der Toten durch Schilddrüsenkrebs wird im UNSCEAR Bericht 2008 mit 9 angegeben.

    Ergänzung: Sowohl die Ukraine als auch Weissrussland hatten bei der Weltbank 2009/2010 Kredite zur Wiederherstellung und Wiederbesiedlung der Evakuierungszone beantragt.

  11. Danke für diesen Bericht. Er ist nüchtern und ermöglicht eine sachliche Beurteilung der Vorkommnisse.

    Einige kleine Rückfragen: Es sollten, anderen Berichten zu folge, einge Bewohner der Evakuierung widersetzt haben und das Sperrgebiet weiter bewohnt haben. Gibt es hierzu Bestätigung? Am besten mit ergebnossen der Gesundheitsüberprüfungen.

    Zur Strahlenexposition:
    ———
    In weiten Bereichen gibt es nur die überall vorhandene Hintergrundstrahlung von ca. 0,1 ?Sv. Doch selbst die durch Isotope kontaminierten Bereiche um das Kraftwerk und unter der Rauchfahne haben maximale Strahlenleistungen von 12 ?Sv/h. Das ist ein Drittel der natürlichen Strahlung, die in Ramsar im Iran gemessen wird.
    ———-
    Meist wird die Strahlenexposition in mSv/Jahr angegeben. Nun kann man sich sreiten, ob dies ein gutes Maß ist, aber zur Vergleichbarkeit schon sinnvoll.

    Nachgerechnet:

    12 ?Sv/h = 168,365 mSv/Jahr
    0,1 ?Sv/h = 1,765 mSv/Jahr

    Zwar wurden beim Cobalt-60 Ereignis wohl erheblich mehr als 12 ?Sv/h exponiert. Aber manchen Menschen ist die diese Vorstellung sicher etwas gruselig. Wenn man aber diese Bereiche erhöhte Belastung meidet, sollte die Gesamtbelastung unproblematisch sein.

  12. “Viele Gruppen werden im Sommer zur Erholung nach Deutschland eingeladen.“
    Das sollte auch weiterhin möglich sein, denn es dient der Völkerverständigung, wenn zusätzlich auch Sprachkurse zum Erlernen der russischen und der deutschen Sprache organisiert werden.
    Also bitte liebe Leute spendet weiter, wenn Ihr nichts besseres mit Euren Ersparnissen anzufangen wisst (und schon für EIKE gespendet habt) .

  13. Danke für die gut aufbereitete Information.

    Meistens sind leider gerade die größten Gläubiger der Alarmisten sehr unwissend, was die physikalischen Hintergründe angeht.
    Und oft auch noch lernresistent: Davon will ich nichts wissen, das kommt von den bösen Konzernen.

    Ich nehme den Artikel jedenfalls gerne um eventuell wenigstens das eigene Denken anzuregen.

  14. Vielleicht sollte man noch die 100.000 – 200.000 (je nach Quelle) angstinduzierten Abtreibungen in ganz Europa nennen.

    Es ist für mich auch ganz klar, wem man diese Abtreibungen zuschreiben muss. Siehe Artikel zum DDT. Die an Fakten völlig desinteressierte Ökobewegung geht lieber weiter über Leichenberge.

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