Was war tödlich in Fukushima?

Panik durch Atomangst; Bild © gitanito - Fotolia.com

Was machte Fukushima von einem mittelmäßigen Industrie Unfall, von der Sorte, die acht- oder zehnmal pro Jahr passieren zu einem Desaster mit dokumentierten Todesfällen unter den Evakuierten von über 1000? Es war nicht die Strahlung schreibt Malcolm Grimston.


In Übereinstimmung mit Three Miles Island, scheint es in Fukushima keine von Strahlung verursachte Todesfälle gegeben zu haben; sogar in Tchernobyl war die nachweisbare Todesrate durch Strahlung klein gegenüber Ereignissen in Bophal oder dem Banqiao Dammbruch.

Was die humanitäre Misere in Fukushima verursachte, war die Reaktion – nicht die vorsorgliche Evakuierung, sondern was folgte und ironischerweise, auch was vorherging. Das einzige andere Gebiet, das gesperrt wurde wegen menschlicher Aktivitäten, ist Tchernobyl. Daraus folgt für den Laien, dass die Strahlung in diesen Sperrzonen ein höheres Risiko darstellt, als jede andere menschengemachte Bedrohung auf dem Planeten.

Die öffentliche Wahrnehmung von radioaktiver Strahlung ist sehr komplex. Es gibt keine generelle Angst vor ionisierender Strahlung – das zeigt sich z.B. in Gebieten mit hoher Radon Konzentration. Die vielen Beispiele von Todesfällen, die durch unachtsamen Umgang mit radioaktivem Material im medizinischen Bereich vorkamen, scheinen nicht von Radiophobie begleitet zu sein ebenso nicht der Mord an Alexander Litvinenko in London 2008. Klar ist, das es etwas gibt in der Kommunikation von Strahlung, die von zivilen nuklearen Aktivitäten stammt, das ein Bündel von Ängsten geschaffen hat, die es in anderen Kontexten nicht gibt.

Auf einem Meeting des Japan Atomic Industrial Forum (JAIF) früher in diesem Jahr, beklagte ein Sprecher, dass die Japanische Öffentlichkeit nicht bemerkt hat, dass menschengemachte radioaktive Strahlung dieselbe ist wie die natürliche Strahlung überall um uns herum. Eine riesige Anstrengung erforderte die Korrektur dieses Missverständnisses, um so Kernenergie akzeptabler zu machen.

Aber gut, was weiß der gut informierte Japaner (oder schließlich, welche unbestreitbaren Fakten sind in der Öffentlichkeit verbreitet)?

Zuerst und vor allem wurden ca. 100.000 Menschen evakuiert aus einer 20km Zone um Fukushima Daiichi und es wurde ihnen nicht erlaubt (außer einigen Hundert erst vor kurzem) in ihre Häuser zurückzukehren über einen Zeitraum von über drei Jahren, was unsägliches Leid verursacht hat. In vielen Gebieten der Sperrzone ist die Strahlung (aus allen Quellen) niedriger, als 5mSv pro Jahr, mit einer radioaktiven Niederschlagdosis von unter 1mSv pro Jahr.

  Klar ist, das es etwas gibt in der Kommunikation von Strahlung, die von zivilen nuklearen Aktivitäten stammt, das ein Bündel von Ängsten geschaffen hat, die es in anderen Kontexten nicht gibt.

Zweitens gibt es Gebiete wie Ramsar in Iran (durchschnittlich 130mSv/a) und Guarapari in Brasilien (Spitzenwerte am Strand in der Größenordnung von 350mSv/a), die nicht evakuiert werden. Es gibt sogar bestimmte Gebiete in Japan (z.B. die Insel Kyushu) wo die natürliche Dosis höher ist, als in einigen Teilen der Sperrzone.

Was kann der gut informierte Japaner damit anfangen? Es scheint drei mögliche Erklärungen zu geben.

1.     Entweder sind die Behörden irrsinnig (oder kaltschnäuzig), so viele Leben aufs Spiel zu setzen und solch riesige Schäden aus unvertretbaren Gründen zu verursachen.

2.     Die Behörden lügen einfach über die Höhe der Kontamination in der Sperrzone.

3.     Menschengemachte radioaktive Strahlung ist signifikant gefährlicher als natürliche Strahlung, sodass Vergleiche bedeutungslos sind.

Angenommen die Japanische Regierung und die nukleare Industrie sind erfolgreich bei der Überzeugung der Menschen, dass ihr (sensibles) Verständnis der indiskutablen offensichtlichen Fakten (Option 3) nicht korrekt ist. Die Fakten werden sich nicht ändern, sodass ein neues Verständnis erforderlich ist. Es ist nicht sofort offensichtlich, dass ein Umschwenken zur Option 1 (die wahre Option) oder 2 das Zutrauen der Bevölkerung zur Industrie oder zum Konzept der Kernenergie verbessern würde.

Ironischerweise ist verdächtig, dass die irrationale Aussperrung zur Annahme führte, die Menschen beschwichtigen zu können. Aber in Wirklichkeit gibt es einen nachweisbaren aber meist unsichtbaren Mythos, dass man auf Nummer sicher gehen muss beim Strahlenschutz. Jede Aktion, die nicht auf Gesundheitsfürsorge begründet ist – will sagen Aussperrung aus einem Gebiet, das sicherer als das Leben in London oder Tokio mit all der dortigen Luftverschmutzung ist – macht mehr Schaden, als Nutzen.

Man kann sicher argumentieren, dass eine übertriebene Vernarrtheit in die Reduzierung der Strahlendosis, weit entfernt von einer Minimierung des schädlichen Einflusses auf Menschen, das eigentliche Kernproblem ist. Möglicherweise ist die Schlüsselfrage – wie schützen wir die Menschen nicht vor radioaktiver Strahlung, sondern vor den Einflüssen des Strahlenschutzes?

Malcolm Grimston ist ein Erfahrenes Forschungsmitglied am Imperial College Centre for Energy Policy and Technology. Er wird an einem Forum über Strahlenschutz am WNA Symposium in London, am 10. – 12. September 2014 teilnehmen.

Die Übersetzung besorgte Rolf Pietsch

Anmerkung der Redaktion. Einige Leser mögen einwenden, dass bei einer so großen Zahl von Evakuierten eine ähnliche Todesrate durch natürliche Todesfälle zu erwarten gewesen sei. Jedoch muss diesem Einwand entgegengehalten werden, dass der durch die erzeugte panische Angst und die dann folgende Evakuierung mit dem drohenden und realen Verlust sämtlicher materieller wie seelischer Werte, der dadurch erzeugte Stress unmittelbar diese Entwicklung der Sterblichkeitsrate deutlich beschleunigt haben muss. Deshalb ist die Argumentation des Autors durchaus nachvollziehbar.

    

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30 Kommentar(e)

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1
Franz Sommersperger

bzgl. Fukushima wird nie erwähnt, dass doch die ganze Gegend durch die Tsunami zerstört wurde und dadurch Unmengen an Schadstoffen verteilt wurden: Leichenteile von Mensch und Tier, Gifte aus Küchengeräten und Möbeln und Baustoffen, Gifte aus z.B. "Energiesparlampen", Neonröhren usw.! Deshalb sicher ein Problem dort die leute wieder hinzulassen...
Danke Ihnen allen für die interessanten "Vorträge" auf EIKE

2

#27: Hallo Herr S.Bernd, danke für die freundliche Zustimmung.
Ich kennen die Originalkurven von Jaworowski, seine:
"a 15% to 30% deficit of solid cancer mortality"
bedeuten,
dass die russischen Liquidatoren (Soldaten) in der Uraine zwischen 15 und 30% weniger Krebserkrankungen in der langen Nachbeobachtungszeit entwickelten als die russische Normalbevölkerung.
Anders formuliert,
auf 100 Krebserkrankung der Normalbevölkerung kamen nur 70-85 Krebserkrankungen der Liquidatoren bezogen auf die gleiche Gesamtzahl von Menschen.

Ähnliche Untersuchungen gibt es schon seit den 90-ger Jahren übrigen bei den bedauernswerten Mitarbeiter sozusagen in der Hölle selbst,
also in den Kernkraftwerken (England, international);
http://tinyurl.com/ple53ft
Auch hier ist die Krebsrate geringer und die Lebenserwartung höher.
Hier wird dann gerne vom "Healthy Worker Effect" gesprochen.
Das betraf sogar die Leukämierate (besonders strahlensensibel, Ausnahme möglicherweise bei Brustkrebs und Plutoniumkontakt.

Im viel wichtigeren medizinischen Umfeld (Rö-MTA) sind mir leider keine entsprechenden Daten bekannt. Sehr auffällig bei der strengen staatlichen Überwachung jeder Einzelperson, die hier tätig ist.
mfG

3

@25 + 26

Volle Zustimmung!

Nachdem ich in der ersten Generaton meines Lebens viel geglaubt habe, trotzdem aber ein unbequemer Zeitgenosse war der nicht alles glaubte, hat man mich das spüren lassen.
In der zweiten Generation meines Lebens hatte ich bereits genügend Erfahrung gesammelt um mir eine eigene Meinung bilden zu können, und zu vertreten. Auch das hat mir blaue Flecken, und Beulen beschert, bildlich.
In der nun dritten Generation des Lebens darf ich endlich reden was ich weiß, ich bin an keine Verschwiegenheitserkläruung mehr gebunden. Nur wenn man jetzt redet, glaubt es fast keiner, obwohl es fast irgendwie jeder spührt.

Man hat es geschafft, ein Volk innerhalb von knapp 50 Jahren total zu verblöden.
Nicht alle aber die meisten! Die Sprache unsere Mainstreammedien ist eindeutig!, fast mit Händen zu greifen. Zweifel daran ist ja schon weitestgehend, in bestimmte Richtungen, per Gesetz verboten. Denken also nicht mehr erlaubt. Gedankenpolizei, Orwell?

Es nützt wenig, wenn sich in einem Forum wie EIKE, und anderen, Leute seiltenlang mit Definitonen, und Formeln fetzen. Das ist Pipifax,und bleibt Kinderkram. Die meisten Gegensprecher (Trolle) bleiben Beweise schuldig, stützen sich auf Scheinargumente, und schon dies beweist ihre Unglaubwürdigkeit.

Wir müssen eine andere Agumentation finden. Fakten zählen heute nicht mehr, auch wenn immer lauthals nach ihnen geschrieen wird.
Das ist heutige Wissenschaft! Das Modell gilt. Keine eigene Intelligenz mehr, Computerberechnungen, arme Menschheit.

Die Frage wo das alles hinführen soll verkneife ich mir, denn dann würde man schnell bei irgendwechen Verschwöhrungstheorien landen. Das will ich nicht!
Schelmhuber und Konsorten sind aber der schlagende Beweis dafür.

Ich kann auf 4 Generationen zurückblicken, ja auch wenn das damals eine schreckliche Zeit war. Was die Altvorderen übermittelt haben, habe ich in mein Leben, aufgenommen, überdacht, Schlüsse zur jeweiligen Gegenwart gezogen. Getreu dem Satz; "Was du ererbt von deinen Vätern hast, ..... . Nur erweben will heute keiner mehr was, ist ja mit Arbeit verbunden, darum besitzen die meisten heute auch kein Wissen mehr.

Bestes Beispiel:
Am 1.9.14 fängt ein Filipino seine Lehre an, 15 Jahre, mit Abi, perfekt deutschsprechend, findet bereits am ersten Tag in einer fehlerhahten Rechnung die ihm meine bessere Hälfte genau aus diesem Grund gezeigt sofort den Fehler. Da stimmt was nicht war sein Kommentar. Wohlgemerkt erster Lehrtag! Er hat sich auch für die vekürzte Lehre, 2 Jahre, von Anfang an angemeldet.
Das sind die dringend gesuchten Spezialisten die wir in DE brauchen.
Die eigenen Leute belegen Verlegenheitsstudien bis 30, nur um nicht zu arbeiten,und hinterher gescheit dahereden zu können. Der Kern der Sache wird dabei aber geschickt umgangen. Die Medien sind heutzutage kein Gramm besser, und befeuern das auch noch. Dampfplauderei auf allen Kanälen.

Langsam frage ich mich;
Wurde ich zur falschen Zeit geboren?
Habe ich was falsches gelernt, gedacht?
Oder, die Geschichte wiederholt sich immer wieder?

Letzteres glaube ich stimmt, und es entspringt der Faulheit zum Widersprechen, bzw. auch nur zu denken. Alles nach dem bewährten Motto, Brot und Spiele, teile und herrsche. und nicht zu vergessen unbegründete Angst zu schüren, um letztenendes an unsere sauer verdienten Moneten zu kommen.

Langsam glaube ich wieder im Mittelalter zu leben.

Nochmals Dank an die og. Autoren.

Gute Nacht Deutschland.

4

Sehr geehrter Dr. Paul
liest man den ganzen Satz, den Sie auszugsweise zitierten, aus dem Aufsatz von Prof. Jaworowski , dann wird ihre Aussage, vom Vorteil in Gebieten starker radioaktiver Strahlung zu leben, nachvollziehbar.
Demnach ergaben seine Forschungen, daß wenn in der russischen Gesamtbevölkerung etwa 100 Fälle an Krebsbefall auftraten, nur 15-30 Personen davon betroffen waren, die bei den Aufräumarbeiten eingesetzt waren, und nur 5 die im betroffenen Gebiet leben. Nun besteht ein 100% Unterschied zwischen 15 und 30 Personen.
Rechnerisch könnte man es so ausdrücken: 5 verstorbene Personen hielten sich 365 Tage im betroffenen Gebiet auf und 15 dahingegangene Personen 1/3 dieser Zeitspanne und 30 zu Grabe getragene Personen ein Sechstel der Zeit, immer von jeweils 100 Menschen!?
Nach der Theorie LN müßte ja das Untersuchungsergebnis lauten. Von 100 Personen im unmittelbar am stärksten betroffenem Gebiet sind 100% erkrankt. Von den an den Aufräumungsarbeiten beteiligten Personen sind 15-30% mehr, im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, erkrankt. Aber die Studie besagt das genaue Gegenteil. Anders kann ich mir hier die Vokabel Defizit nicht erklären, als es mit Verlust oder Schwund (durch Krebs) zu verdeutschen.
Ein Abschnitt weiter unten sehr frei übersetzt (Herr Frey kann das 1000mal besser, Er möge mir das Wortspiell nachsehen)
Die Katastrophe bewies viele nicht zu unterschätzenden Lektionen, eine von denen ist die Erkenntnis, daß LNT nix taugt, weil hier angenommen wird , ja sich anmaßt, zu behaupten, daß die Krebsauslösende Dosis ,schon nahe Null ( ab Milli ?) 10^-3 quasi beginnt ……………….. Chernobyl war die größtmögliche Katastrophe.
Salopp könnte gesagt werden Studie vor Ort gegen Stubentheorie!
Bin mal gespannt wann Bankauszüge vom Konto des Professors veröffentlicht werden, aus denen hervorgeht, daß er von der Atomlobby geschmiert wurde.

Ich weiß, dem Menschen und den Tieren (Pflanzen?) wurde die Fähigkeit mitgegeben sich jeder Situation anzupassen. Ist aber wohl eine Frage der Zeit, aber nicht unbedingt von Generationen.
Bitte verstehen Sie, daß ich mich frage, ob es für einen ungewohnten Personenkreis zumutbar ist, sich direkt der vollen Ladung auszusetzen oder allmählich? Mit meiner Auslassung in Beitrag #20 wollte ich nicht zum Ausdruck bringen: Flattern mit den Armen macht nicht Flugfähig.
Ich wage zu behaupten, daß ich in Bezug auf Kernkraftbefürwortung auf gleicher Höhe mit Ihnen stehe, sozusagen Seit an Seit! (Na,sagen wir mit gebührendem Abstand.)

5

@ #25, Herr Dr. Paul,

bravo gut geschrieben.

Zu Ihrer Frage „WER steckt dahinter“ folgendes:

In den 1980-er Jahren schrieb unser Innenminister Friedrich Zimmermann die Aktionen in Deutschland gegen die Kernenergie den „Aktiven Maßnahmen“ zu, die von östlichen Geheimdiensten in unserem Lande initiiert worden waren. Hier einige Worte aus einer guten Broschüre (1984) vom damaligen Innenminister, ich schreibe Ihnen hier nur zwei Sätze ab:

„Aktive Maßnahmen gegen die Kernenergiewirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland:
Mitte der 1970-er Jahre plante nach vorliegenden Erkenntnissen die Hauptverwaltung Aufklä-rung des MfS der DDR langfristig wirkende Maßnahmen gegen die deutsche Kernenergiewirtschaft mit dem Ziel einer nachhaltigen Störung der wirtschaftlichen Entwicklung und einer Schädigung der Wirtschaftskraft der Bundesrepublik Deutschland. Durch die Beeinflussung und Unterstützung von Pressekampagnen gegen die angeblich von der wirtschaftlichen Nut-zung der Kernenergie ausgehenden Gefahren sollte eine breite Mobilisierung der Bevölkerung gegen Kernkraftgroßanlagen erreicht werden.“

Was damals in den 1980-ern die Widersacher unseres Landes im Schilde führten, ist heute nach 30 Jahren offizielles Programm unserer Regierungsparteien geworden. Wie das geschehen konnte kann man an dem Weg der GRÜNEN ablesen. Die Gründer Herbert Gruhl und Baldur Springmann wurden hinaus geekelt, ersetzt durch die Unterwanderung durch die Mitglieder von KP und DKP. Verdeckter Kampf mit den 3 t-s: tricksen, täuschen, tarnen.

Es ist der verdeckte Kampf, die Kaputtmacher sind am w(M)erkeln??? Darüber sollten wir reden.

6

#20: S.Bernd bitte lernen Sie einfach,
dass es im ganzen Universum keinen strahlungsfreien Flecken gibt.
Es ist FALSCH Strahlung mit "Kontamination" (Ansteckung) zu bezeichnen,
das ist ein Begriff aus der Infektionslehre bei übertragbaren Erkrankungen durch Mikroorganismen.
Sie werden auch nicht durch die wärmende Strahlung eines Kaminfeuers kontaminiert.

Korrekt kann es nur Strahlen-Exposition heißen.
Das besondere daran ist die technisch exzellente Möglichkeit der Dosiserfassung, was bei Mikroorganismen völlig undenkbar ist.

Und woraus schließen Sie bitte,
dass nur Mensch von höherer Strahlenexposition NICHT profitieren, wenn sie "zugezogen" sind?
Hierzu gibt es WISSENSCHAFTLICHE Studien, die bei der Komplexizität von Krankheitsentwicklung (Krebsentstehung) nur statistische Antworten geben können.
Diese sind jedoch SIGNIFIKANT, können also einen zufälligen Zusammenhang ausschließen.
Kurzfristig höhere Strahlenexposition nach Tschernobyl:
http://tinyurl.com/pq25xj3
wörtlich:
"a 15% to 30% deficit of solid cancer mortality was found among the Russian emergency workers, and a 5% deficit solid cancer incidence among the population of most contaminated areas."
Professor Jaworowski war auch Mediziner.

Es ist das Glück von Tschernobyl, dass die Wissenschaft nach so langer Zeit hierauf eine klare Antwort geben kann.
Und dieser Effekt wird auch in Japan in 20 Jahren nachweisen lassen.

Das zeigt, dass VERMUTUNGEN wie Ihre und Vorstellungen von politischen Aktivisten, völlig den Boden der Realität verlassen haben.

Die Frage für mich als sachverständiger Bürger mit alltäglichem Umgang mit ionisierenden Strahlen seit 40 Jahren ist:
WAS steckt dahinter und WER steckt dahinter.
Sicher ist es NICHT die Wissenschaft.
Es kann also nur Vorsatz sein,
Vorsatz, NICHT zum Nutzen des Bürgers. Man möchte ihn in Angst halten. Das ist nicht so schwer zu erkennen.

7

#12, Ja Herr Engler,
die Seite ist höchst informativ. Ich hatte den link hier zeitnah zum ersten Mal 2011 gebracht mit den Zustandberichten in Daiichi. In dieser Informationsdichte hat man die Zustände der einzelnen Reaktoren nie mitgeteilt bekommen.
Allgemein zum Thema Radioaktivität und speziell zu Fukushima informiert der Click auf das „Fukushima-Portal“ .
Erstaunlich fand ich auch den Umstand, dass GRS (Gesellschaft für Anlagen und Reaktorsicherheit) ein Unternehmen des Bundes ist und dann mit solche neutralen Informationen aufwartet. GRS bringt auch eigene Untersuchungen und nicht nur Tepco Daten.

8

#18: B. Bühner, Sie haben wirklich nicht mehr XXXXXXXXXXXXXXXXXXX!
Wer sich nur ein ganz klein bisschen Mühe gibt, wird schnell erkennen,
dass man über die Strahlendosis in Fukushima NICHT streitet.
Sondern nur darum, ob sie für den Menschen gefährlich ist oder nicht.
Es ist doch wirklich BESCHÄMEND, sich über 0 (null) Strahlentote gigantisch aufzuregen und die fast 20.000 REALEN Toten zu vergessen.
BESCHÄMEND!!!

Als die Sache losging mit Fukushima, ist auch die "Deutsche" Greenpeace-Truppe mit großem Getöse großmaulig nach Japan gezogen, MIT EIGENEN GEIGERZÄHLERN, um der Weltöffentlichkeit zu demonstrieren, wie hier "Menschen verstrahlt".
Selbstverständlich haben die auch gemessen!
Und sind dann ganz ganz still geworden.

Auch über die (viel höhere!!!) Bodenstrahlung im Schwarzwald gibt es keinen Streit, ebensowenig über NOCH VIEL HÖHERE natürliche Strahlenexposition von Mensch und Tier auf anderen Flecken dieser Erde (Ramsar etc.). Das ist jedem Fachmann seit vielen Jahrzehnten bekannt.

Deshalb ist es dringend erforderlich darüber zu berichten.
Ich halte Sie daher für einen Forentroll,
da Sie keine Gegenargumente bringen.

mfG

p.s.
Greenpeace hat eigene Messgeräte, die auch nicht teuer sind
und diese z.B. regelmäßig bei Castortransporten etc. eingesetzt.

9

#21: H.R. Vogt , wenn Sie Kerala, abgesehen von der Sonneneinstrahlung für ungefährlich halten,
bestätigen Sie genau die Darstellung von Malcolm Grimston!

Glückwunsch!

10

@ Dr. Paul
zitiere:
“Und was geben Sie hierzu zum besten:
UV-Strahlung von Monazit ??? gehts noch?“

Sie sollten wohl lernen, richtig zu lesen.

Deshalb nochmals extra für Sie:
Ich war mehrmals beruflich im südindischen Bundesstaat Kerala.
Die einzige Strahlungsart, vor man sich an den dortigen Monazit- Sand-Stränden schützen sollte, ist tatsächlich die UV –A –Sonnenstrahlung, die dort wesentlich schneller als an Bade-Stränden in unseren Breitengraden heftigen Sonnenbrand verursachen kann.
Dass UV-A- Strahlung Hautkrebs verursachen kann, sollte hnen, selbst wenn sie ein Dr.phil.sind, eigentlich bekannt sein .

Und dass alle Plutonium- Isotope toxisch sind , ist hier, wo es um Strahlung geht, doch wohl eher ein anderes Thema.

11

Ich kann in der Frage so, wie von Herrn Vogt formuliert, keine Unhöflichkeit entdecken. Auch wenn der Nachsatz zur Frage impliziert, als habe der Disputant ein Gegenüber, das erst einmal seine Kompetenz beweisen müsse, so ließe das eher auf eine Arroganz des vermeintlich Besserwissenden schließen.
Es ist dem Verständnis des Angesprochenen allerdings zuzugestehen, es als nicht zum Thema gehörend abzulehnen, eine erschöpfende Auskunft, die Frage betreffend, zu geben.
Jeder, der an der Sache interessiert ist, der kann sich als Laie in das Thema einlesen, oder als bereits Vorgebildeter sein Wissen weiter vertiefen, es hier einbringen und zur Diskussion stellen. Nun spielt es keine Rolle ob Dr. Paul Allgemeinmediziner oder auf einem gewissen Gebiet spezialisiert ist. Seine Angabe sich besonders mit Strahlenschutz befaßt und hierin sich weitergebildet und verordnete Prüfungen seines Wissenstandes, erfolgreich durchgeführt zu haben, sollte genügen ihm ein Fachwissen auf dem Gebiet zuzugestehen. Wer ihm dann Unwissenheit oder Fehler vorwirft, bezweifelt der nicht damit gleichzeitig die Kompetenzen der staatlichen Prüfungskommission?
Aber, daß sich Menschen in bestimmten stark konterminierten Gebieten bester Gesundheit erfreuen, muß nicht heißen, daß jeder dort hin Zuziehende in ebensolchem Zustand versetzt wird oder verbleibt, wenn er in Zukunft einer weitaus höheren Strahlendosis ausgesetzt wird als in seinem letztem Aufenthaltsort.

12

Dr. Paul
"UV-Strahlung von Monazit ??? gehts noch?
Ein Mineraliengemisch mit hohem Thoriumgehalt,
das hauptsächlich Alphastrahlung (und Betastrahlung) erzeugt, aber ganz sicher keine UV-Strahlung.
Hier können Sie Strahlung im Stundentakt messen."

Hat Herr Vogt so nicht geschrieben. Er wollte nur deutlich machen, dass es verschiedene Formen von Strahlung gibt, u.a. auch UV-Strahlung und die, je nach Exposition, nicht gerade gesund ist. Die gleichzeitige Nennung von Kerala kann aber leicht zu einem Mißverständnis führen.

Er hätte es auch anders schreiben können. Also ohne den persönlichen Angriff.

13

Sehr geehrtes EIKE-Team,
diesen Artikel hätten Sie in dieser Form nicht veröffentlichen sollen!
Man kann über Richtwerte, die je nach politischem Willen und Bestechung durch unterschiedliche Interessensvertretungen, vom Gesetzgeber mal höher oder mal niedriger beschlossen werden, diskutieren. Da bekannlich Geld die Welt regiert, ist es allen Lagern leicht, jeder Situation den gewünschten wissenschaftlichen Anstrich zu geben (wer bezahlt hat immer Recht).

Eine Berichterstattung, die von dem einen Extrem in ein anderes Extrem wechselt, ist auf keinen Fall empfehlenswert.

Mit freundlichen Grüßen

14
Katrin Meinhardt

In Kassel fand am gestrigen Tag eine Atommüllkonferenz statt. Professoren, Doktoren waren auch zugegen (es gibt ja nix klügeres und frei von Fehlern. Hat einer zwei Doktortitel, dann ist der doppelt so klug, ist doch logisch. Bei den Affen geht es sehr ähnlich zu, wie Forschungen bereits bestätigt haben wollen, alles rein wissenschaftlich. Dieses Ergebnis war vorher aber schon absehbar). Der Grundgedanke dieser Konferenz war, laut Radiosender, die kommen so lange wieder, bis nix mehr strahlen tut.

Gründlichkeit ist denen sehr wichtig. Es reicht denen nicht, wenn es bald keine Energie produzierenden AKWs mehr gibt, in diesem unsrigen wunderschönen Land. So lange etwas hier strahlt, lautet die Parole, wir halten länger durch. Man gewann den Eindruck, wenn hier die Arbeit erledigt ist, dann nimmt man sich der Nachbarländer an und dann die ganze Welt.

Die Frage ist jetzt. Wer hält länger durch? Die Strahlung oder die Gegner? Der Tenor, auf hr-info, sprache eher für die Gegner. Ist bestimmt nur Propaganda.

15
Martin Landvoigt

#13: H.R. Vogt sagt:

Es macht z.B. einen großen Unterschied, ob ein Tumor in Ihrem Hirn mit harter elektromagnetischer Gammastrahlung aus einer Kobalt-60-Strahlen-Quelle beschossen werden soll oder ob sich in Ihrem Körper an einer empfindlichen Stelle ein paar Atome Plutonium- 237 eingelagert haben.
--------------
Es ist ihnen klar, dass Plutonium ziemlich taxisch ist, aber dass es viele Stoffe gibt, die noch stärtker toxisch wirken und nichtradioaktiv wirken.

Wie stark eine Belastung hinsichtlich der Strahlung wirkt, ist nicht genau ermittelt.

Ihnen ist aber bekannt, dass zum gleichen zeitpukt viele radiaoktive Stoffe ohnehin im Menschen sind, vor allem Kalium, das Deutsche 3 - 4 g täglich einnehmen.

Wikipedia dazu:
----------
Natürliches Kalium besteht zu 0,0117 Prozent aus dem radioaktiven Isotop 40K und hat daher eine spezifische Aktivität von 30.346 Becquerel pro Kilogramm. Mit 0,17 mSv pro Jahr wird fast 10 Prozent der natürlichen radioaktiven Belastung in Deutschland (durchschnittlich 2,1 mSv pro Jahr) durch körpereigenes Kalium verursacht.
------------
Und das strahlt auch fleißig an allen möglichen Stellen direkt im Körper.

Wie schützen sie sich gegen diese Strahlung?

16
Katrin Meinhardt

#13 Ihre persönliche Frage an Herrn Dr. Paul ist unterirdisch. Selbst nicht lernfähig sein wollen, längst verloren, aber [...] Dann gehen Sie doch einfach woanders hin. In Honolulu muss es doch auch für Sie einen passenden Kongress geben. :)) Mein Herr, Sie sind dort gefragt. Armseliger Kant! Wer nicht höflich sein will, hat in der Naturwissenschaft nix verloren.

17

#13: H.R. Vogt sagt
Do ut des

zu Strahlungsdosis:

Auf Ihren unsachlichen Kommentar zu Malcolm Grimston, ein guter Beitrag, habe ich sachlich geantwortet, dass die Bodenstrahlung im Schwarzwald bis 18 mSv proJahr (Menzenschwand) DEUTLICH höher ist als in den evakuierten Gebieten um Fukoshima "niedriger, als 5mSv pro Jahr". Danach müsste also, wenn diese "Evakuierung" gerechtfertigt gewesen wäre, auch der Schwarzwald evakuiert werden.
Was ist so schwer daran zu verstehen?

Nun, für mich, ehrlich gesagt,
nur die Strahlen-Hysterie, anders kann man das nicht bezeichnen.

Und was geben Sie hierzu zum besten:
UV-Strahlung von Monazit ??? gehts noch?
Ein Mineraliengemisch mit hohem Thoriumgehalt,
das hauptsächlich Alphastrahlung (und Betastrahlung) erzeugt, aber ganz sicher keine UV-Strahlung.
Hier können Sie Strahlung im Stundentakt messen.

Statistisch ist die Lebenserwartung im Schwarzwald besonders hoch.

Sie meinen, weil ich den Dr.-Titel habe, dürfen Sie unhöflich werden?
Hier geht es um Dosisfragen, für die Kopfrechnen völlig genügt.
Viel wichtiger ist,
dass ich eine aktuell gültige STAATLICH verliehene Strahlenschutzfachkunde besitze.
Falls Sie sich da auskennen, woran man bei Ihren Kommentaren zweifeln muss, ist das nach den zahlreichen Verschärfungen, zuletzt 2003, ein Dokument, das nur noch 5 Jahre Gültigkeit hat und dann "aktualisiert" werden muss. Ich weis allerdings ein bischen mehr als das, was dabei gelehrt und geprüft wird. Und werde zudem während meiner beruflichen Tätigkeit mit einem Personendosimeter (monatlich) STAATLICH überwacht.
Dabei ist es schon 2mal vorgekommen, dass dieser Dosisfilm auf dem Postweg zum staatlichen Kontrollamt mehr Dosis mitbekommen hat als vorher im Beruf.
(Das kann man unterscheiden).

18

Zu #11 von Dr.Paul:

“es geht tatsächlich um DOSISFRAGEN, nicht um Personen!
Nach den Kriterien von Fukushima müsste man z.B. in Deutschland den Schwarzwald evakuieren.“

Es geht um Strahlungsintensität und um die Wirkungen, welche die verschiedenen Strahlungsarten auf lebende Organismen haben.
Es macht z.B. einen großen Unterschied, ob ein Tumor in Ihrem Hirn mit harter elektromagnetischer Gammastrahlung aus einer Kobalt-60-Strahlen-Quelle beschossen werden soll oder ob sich in Ihrem Körper an einer empfindlichen Stelle ein paar Atome Plutonium- 237 eingelagert haben.
Außerdem macht es einen Unterschied ob Sie Ihren nächsten Urlaub im Schwarzwald planen, dessen Granite Spuren von Uran, Rubidium und anderen radioaktiven Elementen wie z.B. Thorium enthalten können , oder ob Sie vielleicht mal nach Kerala reisen und sich dort an einem Monazit – Sand- Strand von elektromagnetischer UV- A- Strahlung
• UV-A-Strahlung (Wellenlänge 400 - 315 nm)
• UV-B-Strahlung (Wellenlänge 315 - 280 nm)
• UV-C-Strahlung (Wellenlänge 280 - 100 nm).
bräunen zu lassen möchten .

Oder haben Sie dafür zuhause eine Sonnenbank mit Quecksilberdampf-Bogenlampen (die “ Licht-Emission“ erklärte man einst als Folge des Elektronenanpralls gegen die jeweiligen Atome eines Metalldampfes oder auch die Atome eines Edelgases ) als Strahlenquelle?

Bitte gestatten Sie bei dieser Gelegenheit die etwas persönliche Frage :
Auf welchen naturwissenschaftlichen Feld und vor wie vielen Jahren haben Sie Ihren Doktortitel erworben?
Diese Frage weil ich den Zeitverbrauch, den ich diesem Forum widme, durchaus auch etwas produktiver einsetzen könnte, indem ich mich nicht mehr mit Weiterbildung und Aufklärung von Leuten beschäftige, von denen nichts Wissenswertes zurückkommt.
Do ut des!

19

http://tinyurl.com/oeknmgj

Vielen Dank an Frank Grabitz für den Hinweis auf die japanischen Strahlungsdaten. Die dazugehörigen PDFs habe ich einmal direkt verlinkt. Die Daten sowohl innerhalb als auch ausserhalb der 20km-Zone könnte man als sensationell niedrig bezeichnen. Bis in die drei Kilometer-Zone um Fukushima-Daiichi wäre diesen Meßdaten zufolge "Normales Leben" möglich d.h. kein messbares Risiko selbst nach LNT. Die Daten des Bezirks Itate sind ebenfalls hervorragend. Man erinnere sich an Horrormeldungen aus Rundfunk und Presse: "Nordjapan für tausende von Jahren radioaktiv verseucht".

Ich würde mich freuen wenn diese Fukushima-Meßdaten einmal an dieser Stelle thematisiert würden.

20

#5: H.R. Vogt es geht tatsächlich um DOSISFRAGEN,
nicht um Personen!
Nach den Kriterien von Fukoshima müsste man z.B. in Deutschland den Schwarzwald evakuieren.

21

auf der Seite http://www.grs.de gibt es einen jeweils aktuellen Wochenüberblick über die radiologische Situation in Daiichi und Fukushima und noch einige Informationen mehr.
Demnach könnten die Bewohner schon längst wieder zurück.

22

"Die eigentlich Schuldigen für die vielen Todesopfer unter den aus Stahlenschutzgründen Evakuierten sind somit die internationalen Fachgremien, die immer noch auf einer linearen Dosis-Wirkungsbeziehung beharren."

Genau so ist es!!!!! Prof. Becker schrieb 2006 in der StrahlenschutzPRAXIS: "Aus diesen und Gründen wissenschaftlicher Korrektheit und intellektueller Redlichkeit ist ein baldiger Paradigmenwechsel im Strahlenschutz erforderlich." ---- Aber nichts geschieht.

23

Herr Mayer und andere,
nach meiner Ansicht sind nicht die 3 genannten Erklärungen bzw eine davon der Grund für das Handeln der japanischen Behörden hinsichtlich der Evakuierung. Sie folgten damit nur den von internationalen Strahlenschutzgremien festgelegten Regeln, in denen steht, daß ab einer bestimmten zu erwartenden Dosis das betreffende Gebiet zu evakuieren ist. Die eigentlich Schuldigen für die vielen Todesopfer unter den aus Stahlenschutzgründen Evakuierten sind somit die internationalen Fachgremien, die immer noch auf einer linearen Dosis-Wirkungsbeziehung beharren.
MfG

24
Martin Landvoigt

Auch wenn vieles in dem Artikel oben den regelmäßigen Lesern nicht völlig neu ist, so halte ich dennoch den Beitrag für sehr wichtig und unbedingt lesenswert.

Mir war zwar nicht bekannt, wie niedrig die Strahlungswerte in den evcakuierten gebieten sind - ich war von >20 mSv ausgegangen - aber auch das ist verglichen mit Ramsar wenig. Auch wusste ich nicht, dass es selbst in Japan Gebite mit höherer 'Strahlenbelastung' gibt, die nicht evakuiert wurden.

In der Tat ist da die Motivation der Behörden ein Rätsel. Natürlich gibt es immer Panikmacher, denen bereits 0,1 mSv zu viel sind. Aber vor denen darf man sich doch nicht hertreiben lassen!

Die Regierung und Tepco waren klar in der Definsive, dass das Desaster überhupt geschehen ist. Natürlich gab es auch danach berechtigte Kritik an der Bearbeitung. Ich würde das nicht aufbaueschen, denn selbst ein optimales Verhalten hätte dennoch kritiker nicht abgeschreckt, der Regierung Vorwürfe zu machen. Und echte Fehler in Kriesensituationen sind nun mal nicht auszuschließen.

Es wäre damrum auch eine Option gewesen, nur extrem belastete Gebiete zu evakuieren und bei geringen Belastungen das Verlassen nach ausgiebiger Information frei zu stellen. Durch diese Variante hätte es vermutlich erheblich geringere Schäden gegeben.

Was aber völlig verblüfft ist zum Einen, dass einTeil der Bevölkerung sicherlich realistisch informiert sind, wie es bei EIKE-Lesern üblich ist. Diese müssten doch auch in Japan lautstark geworden sein.

Zum Anderen ist dosch das Interesse der Regierung, die KKWs wieder anzufahren. Dazu benötigen sie die Unterstützung der Bevölkerung. Informationskampagnen wären da notwendig. Jedes Schulkind könnte von dem Kobalt-60 aus Taipei wissen, eine Vorstellung von den mSv in Ramsar, Guarapari und Kyushu haben.

Wie kann es da zu dieser Sperrzonenmentalität kommen? Wie zu einer breiten Ablehnung der Kernkraft? Wurde hier ein Medienkrig der Desinformation verloren?

Der Artikel betont einige psychologische Aspekte. Es seint zuzutreffen, dass viele Menschen glauben:
'Menschengemachte radioaktive Strahlung ist signifikant gefährlicher als natürliche Strahlung, sodass Vergleiche bedeutungslos sind. '

Mir käme ein solcher Unsinn nicht in den Sinn aber hier hilft der Verweis auf das Kobalt-60-Ereignis von Taipei in Taiwan

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1. Entweder sind die Behörden irrsinnig (oder kaltschnäuzig), so viele Leben aufs Spiel zu setzen und solch riesige Schäden aus unvertretbaren Gründen zu verursachen.

2. Die Behörden lügen einfach über die Höhe der Kontamination in der Sperrzone.

3. Menschengemachte radioaktive Strahlung ist signifikant gefährlicher als natürliche Strahlung, sodass Vergleiche bedeutungslos sind.

Genau das ist der Knackpunkt: Der Unterschied zwischen realer Gefahr, und realem Handeln irritiert, und führt zu einem Bedürfnis nach alternativen Erklärungen. Man vermutet, es müsse mehr dahinter stecken, als offiziell und in der wissenschaftlichen Fachliteratur kommuniziert wird.

Diese Situation führt zu zu einer quasi-religiösen Dämonisierung von menschlicher Radioaktivität, da ja suggeriert wird, dass selbst kleinste Mengen so gefährlich sind, dass eine Evakuierung nötig sei. Die ökologistische Unterscheidung Natur(strahlung)=gut und Menschengemacht(estrahlung)=böse wird so befördert.

Ferner blühen so Verschwörungstheorien auf, wonach die Regierung lügt, und die reale Gefahr verschwiegen würde. Das fördert wiederum die Hinwendung zu Pseudo-Experten von Öko-Gruppen, da diese die vermutete, verschwiegende Bedrohung bestätigen.

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zu #2 und #3

Was ich damit sagen wollte:
EIKE sollte auch IMMER ! kritisch prüfen, wer was über das Gefahrenpotential von Kernkraftwerken schreibt.
Die Gefahr, welche noch immer von der havarierten weil wissentlich ungenügend gegen Einwirkungen von Außen geschützten TEPCO –Anlage bei Fukushima ausgeht, darf nicht verharmlost werden.
Dieser auf Psychologie spezialisierte Naturwissenschaftler Malcom Grimston erscheint mir jedenfalls als etwas zu dubios, um sich mit seinen Thesen zu beschäftigen.

Aufrichtige Feinde sind mir lieber als falsche, weil unqualifizierte Freunde.

Wie viele Menschen, nicht nur in Japan, infolge dieser Katastrophe noch vorzeitig werden sterben müssen, kann heute noch niemand abschätzen.

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Mit der Strahlenangst wird Politik betrieben, und zwar ganz große Politik. So können mit dem Ausstieg Deutschlands aus seiner sicheren Stromversorgung so viele Probleme im unserem Land erzeugt werden, daß Deutschland damit klein gehalten werden kann.

Die Strahlenschutzgesetzgebung ist seit den 1950-er Jahren falsch. Nun hat man um 1950 noch nichts gewusst über die Wirkung von Strahlung auf Lebewesen. Da hat man seither und in den letzten 10 oder 20 Jahren sehr viel dazu gelernt. Es gibt mit der Zeitschrift Dose-Response eine Stimme, die nur zu dem Zweck der Richtigstellung von allem rund um Strahlung im 1 MeV-Bereich geschaffen worden ist.

Aber bestehende Gesetze lassen sich schwer ändern, der Gesetzgeber versteht die Dinge nicht, und die Einsicht in einen begangenen Fehler ist nun einmal schwierig. In Deutschland wurde durch Trittin das Bundesamt für Strahlenschutz zu einem politischen Amt (sein Präsident Prof. Dr. Alexander Kaul wurde ersetzt durch einen NICHT-Fachmann, Herrn Wolfram König).

In Japan hat es wie in Rußland damals bei Tschernobyl sehr viele Opfer unter den Evakuierten gegeben, eben durch Entwurzelung, Suff, Suizid. Das steht schon in dem ersten IAEA-Bericht von 1991 drin, als zum ersten Male Menschen aus dem Westen das kontaminierte Gebiet besuchen durften.

Dank an EIKE für diesen wichtigen Bericht.

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H.R. Vogt,

war ihr Beitrag nur informatorisch oder wollten sie uns damit etwas sagen?

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#1: H.R.Vogt was wollen Sie uns mit Ihrem Beitrag sagen?

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Wer ist dieser Malcom Grimston ?
Antwort:

Malcolm Grimston, Senior Research Fellow, Imperial College London
Educated at Scarborough College and Magdalene, Cambridge, graduating in 1979 having read Natural Sciences and specialised in psychology.

He worked as a chemistry teacher before joining the Atomic Energy Authority
in 1987.

In 1995 he joined Imperial College as a Senior Research Fellow and in 1999 became a Senior Research Fellow at Chatham House, where he is now an Associate Fellow.

He is a regular media contributor on energy and nuclear matters, notably during the recent crisis at Fukushima in Japan.

Among his publications are two books co-written with the late Peter Beck: Double or Quits – the global future of civil nuclear energy and Civil nuclear energy – fuel of the future or relic of the past?

Recent papers include Electricity – social service
or market commodity (2010) and Have we been here before – nuclear power after Fukushima (2012).

From 2007 to 2011 he was part of a consortium carrying out a government-funded project on sustainable nuclear energy.

Google weiß noch etwas mehr !