Frau Merkel, Sie wollen den CO2-Ausstoß verringern?

von Dr. Klaus Peter Krause
Dann müssten Sie zuerst die Ökostrom-Anlagen abschalten. Denn die sind nach dem Kosten-Energie-Äquivalenz-Gesetz die wahren „Dreckschleudern“, nicht die Braunkohle.
Australien schafft seine CO2-Steuer ab und macht ernst damit, von der Klimaschutzpolitik abzurücken. Ein Vorbild. Die deutsche Regierung dagegen dringt auf mehr Klimaschutz und gefällt sich darin, den anderen Staaten Zögern vorzuwerfen. „Jetzt muss die Welt Farbe bekennen“, hat Bundeskanzlerin Merkel gesagt und mehr Ehrgeiz gefordert (hier). Sie scheint von ihrer „Energiewende“ geradezu beseelt zu sein. Aber Farbe sollte lieber sie bekennen und sich kundiger machen. Zum Beispiel über das Folgende.


Dummerweise kostet die Energiewende schmerzhaft mehr

Merkels „Energiewende“ bedeutet, wie Sie wissen: weg von der Stromerzeugung mit fossilen Energieträgern (Kohle, Erdgas, Erdöl), weg auch mit der Kernenergie (Uran) und hin zur Stromerzeugung mit Wind, Sonnenschein und pflanzlichen Stoffen. Alle drei Energieträger werden fälschlich „erneuerbare Energien“ genannt und der Strom daraus „Ökostrom“. Zutreffend sind sie alternative und unzuverlässige Energien zu nennen und der Strom aus ihnen Flatterstrom. Außerdem ist diese Energiewende, präziser gesagt, eine Stromerzeugungswende. Aber dummerweise kostet das Erzeugen von elektrischem Strom aus alternativen Energieträgern schmerzhaft mehr als aus fossiler Energie und aus Kernenergie.

Eine ziemlich unbekannte, aber grundlegende Untersuchung aus der Uni Stuttgart

Das ist zwar hinlänglich bekannt, kaum dagegen eine grundlegende Untersuchung dazu, die aus der Universität Stuttgart stammt (hier). Dort hat eine Arbeitsgruppe (S. Wissel et al.) die Herstellkosten für die verschiedenen Verfahren der Stromerzeugung nach den Regeln der Betriebswirtschaftslehre berechnet. Von Bedeutung dabei ist dies: Die Kosten sind – einheitlich bei allen Verfahren – für Neuinvestitionen berechnet (also nicht für schon bestehende Anlagen) und zwar so, als würden sie im Jahr 2015 stattfinden. Auf diese Weise hat die Wissel-Arbeitsgruppe, als sie im Jahr 2010 die Berechnungen anstellte, abgeschriebene Anlagen aus dem Kostenvergleich herausgehalten und verwirrende Diskussionen über die Höhe der Abschreibungskosten damit vermieden.

Ökostrom erzeugen kostet drei- bis siebenmal so viel wie Strom aus Braunkohle

Nach diesen Berechnungen kostet das Erzeugen von Strom aus Windenergie 11,8 bis 14,6 Cent je Kilowattstunde, für Strom aus Solarenergie (Sonnenschein, Fotovoltaik) 27,7 bis 31,8 Cent und Strom aus der Energie der Braunkohle 3,7 Cent je Kilowattstunde. Strom aus Windkraftanlagen ist also dreimal so teuer wie der aus einem Braunkohlekraftwerk und der Strom aus den Fotovoltaik-Anlagen siebenmal so viel. Ihn freiwillig zu kaufen, würde jeder für Blödsinn halten. Folglich wird dieser Strom in Deutschland subventioniert und zugleich mit staatlichem Abnahmezwang ins Netz gedrückt. Die Subvention, die sogenannte EEG-Umlage, müssen die Stromverbraucher zahlen.

Ein schwerwiegender Irrtum

Allerdings wollen die Flatterstrom-Befürworter und dessen Profiteure die Subventionierung nur als Anschubfinanzierung verstanden wissen. Daher behaupten sie, die fossilen Energieträger würden künftig immer knapper werden, folglich im Preis steigen und die Herstellkosten für den Strom daraus die Ökostrom-Herstellkosten übertreffen. Das ist nicht nur deswegen ein Irrtum, weil fossile Energieträger über hunderte und tausende von Jahren zur Verfügung stehen (hierhier und hier), aber vor allem ein schwerwiegender und wesentlicher Irrtum, weil die Ökostrom-Befürworter ein physikalisches Gesetz nicht kennen. Es heißt Kosten-Energie Äquivalenz-Gesetz (KEÄG).

Alles geht nur mit Energie

Auch Sie kennen dieses Gesetz nicht? Ist nicht schlimm, denn ich kannte es ebenfalls nicht. Doch hat mir jemand auf die Sprünge geholfen. Aber um das Gesetz zu erläutern und zu verstehen, muss ich etwas ausholen. Die Ausgangsüberlegung beginnt so: Alles menschliche Tun benötigt Energie. Was immer Menschen verrichten, sie müssen dafür Energie aufwenden. Um sich zu bewegen, um etwas herzustellen, überhaupt um zu leben, geht das nur mit Energie. Selbst um denken zu können, müssen sie zuvor Energie getankt haben, indem sie essen und trinken. Aber Essen und Getränke sind herzustellen, sind zu besorgen, sind zu transportieren, sind zu verteilen. Auch dafür wird Energie benötigt.

Abbildung 1: In Deutschland durch NIE (Nachhaltig Instabile Energien) erzeugte Elektroenergie in TWh und gleichzeitigrt CO2 Ausstoß von fossilen Kraftwerken in Mio t. Ein Einfluss der NIE auf den CO2 Ausstoß ist nicht feststellbar. Bild EIKE, Daten Statista

Nehmen wir als Beispiel unser täglich Brot

Um es anschaulicher zu machen: Nehmen wir als Beispiel unser täglich Brot. Wir essen es nicht nur, weil es uns schmeckt, sondern weil wir etwas zum Essen brauchen; unser Körper will stets versorgt sein, damit er funktioniert und uns am Leben hält. Brot also hilft daran mit, dass wir leben können. Aber bevor es vor uns auf dem Teller liegt, muss es gebacken werden. Der Backofen dafür lässt sich nur mit Energie erhitzen, zum Beispiel mit elektrischer Energie (gewonnen zum Beispiel aus Kohle, Erdöl oder Erdgas, also fossiler Energie) oder mit Strom aus Wasserkraft, Windkraft, Sonnenlicht oder „Biogas“ mittels Pflanzenmasse-Vergärung (letztlich alles Sonnenenergie) oder einem Holzfeuer (pflanzliche Energie, die sich letztlich ebenfalls aus der Sonnenenergie speist).

Die ganze Produktionskette von Brot ist eine Energiekette

Der Backofen musste gebaut werden. Er setzt sich aus Teilen zusammen, die ebenfalls herzustellen waren. Der Ofen musste von dort, wo er gebaut wurde, dorthin transportiert werden, wo er backen sollte. Zuvor waren seine Bauteile zum Ort seiner Herstellung zu transportieren gewesen. Ebenso hat das Brot eine Produktions- und Transportkette durchlaufen: erst das Saatgut, dann dessen Aussaat, zuvor und zwischendurch die Pflege des Ackers, das Düngen, die Schädlingsbekämpfung, dann das Ernten mit dem Mähdrescher, der Korntransport zur Mühle, das Mahlen, der Transport des Mehls zum Bäcker, das Herstellen des Brotteiges. Hergestellten werden mussten auch der Teller, der Strom, die Elektrizitätswerke, die Windkraftanlagen, die Solarzellen, die Transportmittel, das Saatgut die Ackergerätschaften, der Dünger, die Schädlingsbekämpfungsmittel, die Mühle, deren Bauteile …. Und nichts davon war ohne den Einsatz von Energie möglich. Alles, alles geht nur mit Energie. Diese Energie beziehen wir global weit überwiegend (zu über 90 Prozent) aus fossilen Rohstoffen.

Alle Kosten sind letztlich Energiekosten

Man sieht also: Sämtliche Kosten, die durch menschliches Tun und menschliche Bedürfnisse entstehen, lassen sich letztlich auf den dafür notwendigen Einsatz von Energie zurückführen. Das heißt, alle Kosten sind letztlich Energiekosten. Das ist wie ein Gesetz. Und es ist nicht nurwie ein Gesetz, sondern es ist ein Gesetz, ein physikalisches Gesetz. Einem solchen Gesetz kann sich der Mensch nicht entziehen, er muss es hinnehmen. Weil also alle Kosten = Energiekosten sind, also zwischen Kosten und Energie eine Gleichwertigkeit (Äquivalenz) besteht, heißt dieses Gesetz das Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz (KEÄG). Formuliert hat es Heinz Schütte. Er hat ihm auch diesen Namen gegeben. Genau erklärt ist es hier und hier. Heinz Schütte (Jahrgang 1939), ist promovierter Chemiker, hat auch Physik und Pharmakologie studiert.

Sind auch die Entsorgungskosten von Kraftwerken berücksichtigt?

Was antwortet Schütte auf die Frage, ob die Entsorgungskosten von Kraftwerken in die Kosten- und CO2-Rechnung in die KEÄG-Überlegungen einbezogen sind? Seine Antwort: „Diese Frage ist in der ‚Wissel-Arbeit’ klar beantwortet: Sämtliche Kosten – wirklich sämtliche!! – sind in der ‚Wissel-Arbeit’ korrekt berücksichtigt. Damit sind selbstredend auch die Entsorgungskosten und der daraus resultierende CO2-Anfall für alle Kraftwerkstypen vergleichbar enthalten.

Die Schlussfolgerungen aus dem Kosten-Energie-Äquivalenz-Gesetz

Aber was bedeutet das KEÄG für die „alternativen Energien“, wenn diese – so lautet bekanntlich das politisch erklärte Ziel – bei der Stromerzeugung CO2 einsparen und damit das „Klima schützen“ sollen? Dieses Gesetz definiert nämlich die Kosten anders als gewöhnlich, und Heinz Schütte zieht daraus diese Schlussfolgerungen:

Auch die Flatterstrom-Kosten resultieren aus dem Verbrauch von Kohle, Öl und Gas

„Die weltweit auftretenden Kosten sind Kosten für Wirtschaftswerte, die in der Vergangenheit durch den Einsatz der Primärenergieträger geschaffen worden sind. Zu diesen Werten gehören Immobilien, Produktionsanlagen, Fahrzeuge, langlebige Gebrauchsgüter, Haushaltsausstattungen, Versicherungen, Sparguthaben, nicht zu vergessen das monetäre Gesamtvolumen der Weltwährungen und vieles mehr. Obwohl sich die Zusammensetzung der Primärenergieträger – Kohle/Öl/Gas – seit dem 2. Weltkrieg verändert hat, bestanden die Primärenergieträger stets und ununterbrochen zu mehr als 90 Prozent aus kohlenstoff-haltigen Fossilien.“ Das, so Schütte, sei auch heute noch so. Durch ihren physischen Einsatz in die Wertschöpfungskette werde ihre äquivalente Menge an CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Damit bestünden die heutigen weltweiten Kosten zu über 90 Prozent aus dem Verbrauch von Kohle, Öl und Gas. Folglich resultierten die Kosten für Strom aus “alternativen Energien” ebenfalls zu über 90 Prozent aus dem Verbrauch dieser drei fossilen Energieträger – so, wie auch alle anderen weltweit auftretenden Kosten.

Für weniger CO2 wären zuerst die „Ökostrom“-Anlagen abzuschalten

Da aber die Stromerzeugung mit Wind dreimal so viel kostet wie die mit Braunkohle und die mit Sonnenschein siebenmal so viel, bedeutet das in der Schlussfolgerung von Schütte, dass Windkraftstrom demnach das 3-fache und Fotovoltaik-Strom das 7-fache an Kohle, Öl und Gas verbraucht, als ein Braunkohlekraftwerk benötigt. Dementsprechend betrage die CO2-Emission bei Windrädern das 3-fache und bei Fotovoltaik-Anlagen das 7-fache der CO2-Emissionen eines Braunkohlekraftwerks. Würde also das Klima wirklich durch Reduktion von CO2 „geschützt“ werden, so werde durch die Umstellung auf “alternative Energien” exakt das Gegenteil erreicht. Oder noch verblüffender ausgedrückt: Wenn denn der CO2-Ausstoß verringert werden soll, dann müssen als erstes die „Ökostrom“-Anlagen abgeschaltet werden, nicht die Braunkohle-Kraftwerke.

Höhere Kosten für fossile Energie machen „Ökostrom“ nicht wettbewerbsfähiger

Schütte weiter: Die ständige Verkündung, steigende Kosten für Kohle, Öl und Gas würden die Kostenstruktur zugunsten der dann kostengünstigeren Ökostrom-Anlagen umkehren, stelle sich als fundamentaler Irrtum heraus, denn auch in absehbarer Zukunft werde der Löwenanteil der Primärenergie weiterhin aus Kohle, Öl und Gas bestehen. Wenn also die Kosten für diese fossilen Energieträger stiegen, dann würden sich, weil das KEÄG gelte, zwangsläufig auch die Kosten für die „Erneuerbaren Energien“ (EE) erhöhen. Abhilfe sei nur dann zu erwarten, wenn es gelänge, die technische Effizienz der EE-Produktionsverfahren zu steigern. Dafür notwendig sei eine Effizienzsteigerung um den Faktor 3 und 7. Die aber sei – wegen der schon erreichten technischen Reife dieser Verfahren – physikalisch absolut ausgeschlossen.

Gibt es Widerlegungen?

Dass diese Überlegungen falsch oder nicht allgemein gültig sind, hat nach Schüttes Angaben noch niemand widerlegt. Auf Befragen antwortet er: „Eine seriöse Gegenargumentation ist bisher nirgends veröffentlicht worden. Das ist auch naheliegend, denn ich habe weder eine neue ‚These’ aufgestellt, noch habe ich neue, bisher nicht bekannte Gedanken oder Ideen in die Welt gesetzt. Ich habe lediglich – so, wie ich in meiner Arbeit auch ausdrücklich auf S. 141, Abs. 2, angemerkt habe – ein bekanntes, lehrbuch-gängiges, physikalisches Grundgesetz mit allgemeingültigem, wirtschaftswissenschaftlichem Basiswissen, wie es in entsprechenden Lexika enthalten ist, unter Anwendung gültiger Gesetze der Logik miteinander verknüpft. Ich habe absolut nichts ‚Neues’ erfunden.“

Eine Kritik, Schüttes Entgegnung, eine Zustimmung

Mit kritischen Äußerungen hat sich, worauf Schütte hinweist, bisher nur Dr. Manuel Frondel1) vom RWI Essen und Professor an der Ruhr-Universität in Bochum zu Wort gemeldet. Dazu hat Schütte eine Entgegnung verfasst (beides hier). Bestätigt dagegen wird Schütte von Prof. Dr. Carl Otto Weiss. Dieser schrieb am 16. April 2011 (hier): „… Für eine Einschätzung der Energie- und CO2-Verschwendung der EE muss man sich nur den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Kosten vor Augen halten. Die Kosten fuer die Herstellung eines Produktes oder einer Dienstleistung sind nämlich fast ausschließlich die Kosten der Primärenergie, welche für ihre Herstellung aufgewendet werden muss. Heutzutage wird alles mit Hilfe von Energie hergestellt. …. Einwände der Art: „aber die Kosten für Kinderausbildung, Kultur, etc. sind ja auch enthalten“ sind nur scheinbar richtig. Auch diese Kosten sind letztlich nichts als Energiekosten. ….. Wenn man es konsequent zu Ende überlegt ‚besteht’ letztlich jedes Produkt/jede Dienstleistung nur aus Energie. Die Herstellungskosten geben also gerade die Energie an, welche zur Herstellung benötigt wurde. Die Erzeugungskosten von Windstrom liegen im Mittel bei ca. 8ct/kWh, also doppelt so hoch wie bei konventionellen Kraftwerken. Das bedeutet, dass für die Herstellung einer kWh Windelektrizität doppelt so viel knappe Primärenergie ( Kohle/Gas/ Öl/ Kernenergie ) erforderlich ist wie bei konventioneller Erzeugung. …“

Wind- und Solarstrom – eine sinnlose Verschwendung von Kohle, Gas und Öl

Professor Weiss verfasste am 22. Februar 2012 auch eine Einleitung zu einem Beitrag Schüttes über das KEÄG (hier). Der Titel des Beitrags lautet „Erneuerbare Energien beurteilt unter dem Aspekt des Kosten-Energie-Äquivalenzgesetzes“. Weiss schreibt: „Vor einiger Zeit argumentierte ich (hier), dass die Erzeugung von Elektrizität aus Wind- oder Sonnenenergie eine sinnlose Verschwendung von Energierohstoffen wie Kohle, Gas, Öl darstellt. Dieser Aussage lag die Vorstellung zugrunde, dass die Kosten zur Herstellung einer Ware oder Dienstleistung ausschließlich die Kosten der Energiemenge sind, welche für die Herstellung aufgewendet wird, welche also im Herstellungsprozess letztlich in Wärme umgewandelt (und als solche in den Weltraum abgestrahlt wird, damit endgültig verloren ist)… Gemäß dieser Vorstellung lassen sich die Energieverbräuche verschiedener Herstellungsverfahren einfach anhand der Herstellungskosten vergleichen, während die üblichen Berechnungen von Energieverbräuchen stets unsicher sind, da die Zurückverfolgung der Energieverbräuche bis auf die Rohmaterialgewinnung niemals im Detail möglich ist. …“

„Kosten als Energie-Äquivalent von Schütte klar nachgewiesen“

Weiss weiter: „Die Schlussfolgerung, dass Erzeugung von Elektrizität durch Wind und Sonnenenergie, angesichts von 3- bis 10-fachen Herstellungskosten, im Vergleich mit Erzeugung in konventionellen Verbrennungskraftwerken, eine gigantische Verschwendung von Primärenergierohstoffen darstellt und (wenn man denn schon mit Schädlichkeit von CO2-Emission argumentiert eine ebenso sinnlose wie gigantische CO2-Emission), wurde jedoch angezweifelt. Die zentrale Annahme, die Kosten seien ausschließlich Energiekosten, wurde in Frage gestellt. Die zentrale Vorstellung von Kosten als Energieäquivalent wurde jedoch kürzlich klar nachvollziehbar und auf naturwissenschaftlichen Prinzipien beruhend nachgewiesen von Dr. Heinz Schütte in der renommiertesten Zeitschrift der Energiewirtschaft „et-Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ (Ausgabe 12/2011, Seite 32-37).“ Carl Otto Weiss ist Physiker und war Abteilungsdirektor an der Technischen Bundesanstalt Braunschweig und ist Autor bzw. Mitautor von weit über 200 Fachveröffentlichungen zur Laserspektroskopie. Er gehört auch zum Fachbeirat des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE).

Je teurer fossile Energie desto teurer auch der „Ökostrom“

In den „großen“ Medien war vom Kosten-Energie-Äquivalenz-Gesetz noch nichts zu lesen, aber im kleinen Mühlacker Tagblatt vor einem Jahr, jedenfalls in Form eines Leserbriefs (hier). Darin schreibt Balthasar Schmidt aus Ötisheim: „Im Dezemberheft 2011 der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „et-Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ wurde das „Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz“ veröffentlicht, welches durch Anwendung eines naturwissenschaftlichen Grundgesetzes auf elementare Zusammenhänge des Wirtschaftsgeschehens hergeleitet wurde: ‚Ausnahmslos sämtliche im Weltwirtschaftssystem auftretenden Kosten sind zu 100 Prozent reine Energiekosten.’ Da bisher kein ernstzunehmender Wissenschaftler dieses Gesetz mit anerkannten Fakten und Argumenten widerlegt hat, besitzt es uneingeschränkte Gültigkeit. Die Aussagen von Politikern aller Couleur, die Energiewende sei die langfristige Garantie dafür, dass die Preissteigerungen aufhören, muss man als haltlosen Unfug ins Reich der Märchen verweisen. ‚Erneuerbare Energien’ werden mit steigenden Kosten fossiler Energien eben nicht kostengünstiger, sondern teurer, da ihre Kosten zu 100 Prozent aus Kosten für fossile Energien bestehen. …“

„So einfach sind die Zusammenhänge“

Leserbriefschreiber Schmidt weiter: „Bisher war es für die Protagonisten der „Energiewende“ relativ einfach, dem Volk einzureden, dass die anfangs sehr hohen Kosten für „Erneuerbare Energien“ sich schon bald durch Kostendegression auf ganz normale Weise auf ein vertretbares Maß reduzieren würden. Diese unzutreffende Begründung kann man der Öffentlichkeit indes nur so lange verkaufen, wie die Zusammensetzung der Kosten und speziell deren wahre Verursachung nicht explizit bekannt sind. Nachdem das „Kosten-Energie-Äquivalenzgesetz“ formuliert wurde, ist diese Argumentation ein für alle Mal vom Tisch. Wenn man also fossile Energieträger direkt in klassischen Wärmekraftwerken einsetzt, spart man ein Vielfaches an Primärenergie, setzt entsprechend weniger – angeblich schädliches – CO2 frei und verhindert sämtliche den ‚Erneuerbaren Energien’ zu recht angelasteten Umwelt- und sonstigen Nachteile. So einfach sind die Zusammenhänge! Die große Mehrheit des Volkes würde diese Zusammenhänge sofort begreifen, wenn man sie ihm denn erklären dürfte. Das wird aber geschickt verhindert.“
____________________________________________________________________________
1) Manuel Frondel ist Diplom-Physiker und Diplom-Wirtschaftsingenieur und seit Oktober 2003 Leiter des Kompetenzbereichs „Umwelt und Ressourcen“ am RWI. Seit 2009 ist er zudem Professor für Energieökonomik und angewandte Ökonometrie der Ruhr-Universität Bochum. Von 2001 bis 2003 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Umwelt- und Ressourcenökonomik und Umweltmanagement des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, und Vertretungsprofessor an der Fachhochschule Heilbronn. Er promovierte am Lehrstuhl Ökonometrie der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Heidelberg. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der empirischen Wirtschaftsforschung (Quelle hier). Frondel zum Thema „Wie kann eine bezahlbare Energiewende gelingen?“ hier.

Der Beitrag erschiene zuerst auf K.P. Krauses Blog hier

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27 Kommentare

  1. Diese Fraunhofer sind m.E inzwischen leider ebensolche Zecken wie die Leute vom PIK.

    Aus dem Potsdamer Zecken- Nest kommt eine Pressemitteilung vom 26.06.2014:

    Titel : CO2-Abscheidung nötig, um Klimaziele zu erreichen

    “Um künftige Risiken und Kosten des Klimawandels zu mindern und Klimaziele zu erreichen könnten Technologien nötig sein, die heute noch umstritten sind. Die Kombination von Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen und Biomasse mit der Abtrennung und Speicherung des emittierten Kohlendioxids (CCS) könnte eine Schlüsseltechnologie sein, etwa für das Zwei-Grad-Ziel. Das zeigt die bislang umfassendste Studie zu möglichen Technologiestrategien zur Bekämpfung des Klimawandels, die in einer Sonderausgabe des Fachjournals Climatic Change veröffentlicht wurde.
    „Um Kosten zu begrenzen, scheinen vielseitig einsetzbare Technologien am wichtigsten zu sein“, sagt Leitautor Elmar Kriegler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Sowohl Bioenergie als auch CCS können dazu beitragen, Emissionen aus der Nutzung nicht-elektrischer Energie zu reduzieren, die sonst nur schwer zu dekarbonisieren wären. In der Stahlindustrie könnte etwa die Verbrennung von Steinkohlekoks in Hochöfen mit CCS kombiniert werden, im Transportsektor fossile Treibstoffe durch Biokraftstoffe ersetzt werden. „Gräser und Bäume, die zur Energiegewinnung aus Biomasse genutzt werden, binden beim Wachsen CO2 – kombiniert mit CCS kann so der Atmosphäre wieder Kohlendioxid entzogen werden, um Emissionen auszugleichen, die in einigen Sektoren weiter entstehen und sich erst längerfristig oder nur teilweise vermeiden lassen“, erklärt Kriegler……bla… bla… bla. “ ´
    (Man beachte die Konjunktive in diesem Pamphlet!)

    Eine sinnvolle Verwendung für das aus Kraftwerksrauchgasen ausgewaschene CO2 wäre, es in das Potsdamer Zecken-Nest einzuspeisen.
    Hochöfen wird es in wenigen Jahren in Deutschland gar keine mehr geben, und der Flackerstrom erzeugt, mithilfe von Windkraft Sonnenschein ist nicht nur zu teuer sondern auch technisch ungeeignet um damit Recycling- Anlagen für Stahlschrott zu betreiben.
    Das wissen sogar die Schmalspuringenieure, welche das heutige deutsche Bildungssystem , in Massen produziert, nicht jedoch die Journalisten unserer Leit- Medien, für die solche Pressemitteilungen bestimmt sind damit sie dann nachhaltig weiterverwursten.

  2. Es geht schon immer um Geld. Als Romani Prodi 300 Mill. aus der EU-Kasse für Wasserstoff-Forschung spendieren wollte, da hatte Linde (Hr.Reitzle) schnell das Sheraton in München für einen Tag gemietet und den Wasserstoff-Tag veranstaltet. Mit riesigem Medien-Echo. Ich denke, das wird sich für Fa. Linde gelohnt haben. Ist schon lange her, ich habe damals alle Vorträge am Rechner gelesen, nur wurde nie gesagt, woher der Wasserstoff kommen sollte (heute würde man sagen von Windstrom, aber das war damals noch nicht so aktuell).

  3. Kleine Ergänzung zu # ?? von mir

    Und wie zu erwarten sind auch hier mal wieder die smarten Fraunhofer mit dabei:

    “Organische Photovoltaik am laufenden Meter“
    EU-Projektpartner zeigen sechs Meter lange Folie auf LOPEC in München
    (Presseinformation 12/14 vom 26. Mai 2014 durch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme)

  4. @ # 23 von Lutz Niemann
    “Der Hinweis auf die Photosynthese ist der falsche Weg, denn die funktioniert mit einem Wirkungsgrad der Umwandlung von Energie des Lichtes in die elektrische Energie im Bereich von 0,05 bis 0,5%.“

    Und trotzdem ist es einigen Wissenschaftlern gelungen,staatliche Förderung für Projekte zu ergattern, welche sich damit beschäftigen.

  5. @ #18 J. Ehlig
    Der Hinweis auf die Photosynthese ist der falsche Weg, denn die funktioniert mit einem Wirkungsgrad der Umwandlung von Energie des Lichtes in die elektrische Energie im Bereich von 0,05 bis 0,5%.
    Die PV (von der ich nix halte, aber aus anderen Gründen) schafft da schon 10% oder mehr.

  6. Energiewende wirkt!

    „Der Solartechnikkonzern SMA Solar hat infolge des erneuten Nachfrageinbruchs in Europa seine Jahresziele kassiert und hält nun auch einen Verlust für möglich. Der Wechselrichter-Produzent will sich zudem mit einem drastischen Stellenabbau gegen den Geschäftseinbruch stemmen.

    Demnach werden etwa 600 der insgesamt 5000 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren, wie SMA am Mittwoch mitteilte.“

    Quelle: http://tinyurl.com/m5zlhh6

  7. #20 Hoffmann, M

    Da habe ich mich wohl etwas unklar ausgedrückt. Der glastechnische Aufwand für den
    Schutz der PV Module unterscheidet sich bei Auslegung auf 10 oder 50 Jahre kaum.
    Es sollte zum Ausdruck gebracht werden, das
    s e l b s t bei einer überaus optimistischen Annahme einer Lebensdauer von
    50 Jahren PV sich nicht amortisieren kann.

    Ferner muss beachtet werden, dass die Installation (dann Neuinstallation) eines PV Moduls ein wesentlicher Kostenfaktor ist, wie es auch die Reinigung wäre. Die Betrachtung eines Reinigungsroboters war auch damals Gegenstand der Studie. Ergebnis: Negativ, weil der Energieverlust durch verdreckter Scheibe (-30%) auch nach mehreren Jahren immer noch billiger war als Reinigungskräfte oder Roboter.
    Es stellt sich bezüglich der Verluste durch Verdreckung nach einigen Jahren ein Maximalwert im Wirkungsgrad von ca.minus 30% ein, weil das Glas durch das wechselnde Wetter (Regen,Tau, Wind) eine Selbstreinigung erfährt.
    Natürlich muss man dann in der Energiebilanz nochmal mit minus 0,3 rechnen.

  8. @ Frank Abels #16
    Ich glaube auch nicht, dass heut zu Tage irgend ein Hersteller von Massen-Konsumware (wie es ja PV-Module und Windmühlen, per EEG-Subventionen, sind), darauf aus ist, sein Produkt 50 Jahre oder länger haltbar zu produzieren. Diesen Fehler hat ja die deutsche Wirtschaft in den Anfängen gemacht. Made in Germäny stand ja nicht zu letzt für gute und preisgünstige Qualität, sondern auch für langandauerende Haltbarkeit. Teilweise von 20 und 30 Jahren. Dies war für Miele z.b. ein Problem.
    Ein Geschäftsmodell lebt auch vor allen von einer schnellen Umschlagshäufigkeit. Alle 5 Jahre am besten ein neues Auto oder einen neuen Fernseher usw. Darunter fallen auch die Konstrukte von Leasing-Geschäften. Alles läuft heut zu tage darauf hinaus, dass immer schneller umgeschlagen wird und der Konsum somit in Schwung gehalten wird.

    Wenn ich also in diesen Konsumsegment der PV-Module eine Langlebigkeit meines Produktes von 20 oder mehr Jahren anpreise, dann habe ich früher oder später mal ein Problem mit meinen Absatzzahlen.

  9. @ #14 l. Stiller

    „Inflation haben Sie ja auch nicht berücksichtigt.“

    Sind in den 5% mit 3 Prozentpunkten enthalten. 🙂


    „Ohne Wartung, Reinigung der Flächen von Verschmutzung.“
    Wenn Sie richtig gelesen hätten, ich habe extra geschrieben: „ein Jahrhundert wartungsfrei halten““
    Wenn unsereins eine Rechnung macht, gehören die Annahmen dazu. Der guten Ordnung wegen und damit nicht irgendeiner auf die Idee kommt das Beinchen zu heben. An einem Krankenhaus machte das mal ein Hund beim Eingangshinweisschild und der Stromschlag der defekten Lichtanlage sorgte dafür, daß es das letzte Mal war … .

    “ Es gibt schon heute Roboter die Fenster reinigen können. Auch hier wird der Fortschritt nicht halt machen.“
    Die verursachen auch Kapital- und Betriebskosten.

    „Aber die Möglichkeit, das PV Module doch noch konkurrenzfähig werden halte ich deswegen nicht für unmöglich, allerdings für unwahrscheinlich.“

    Eine Vollkostenrechnung eines Systems, welches zu jeder Zeit die Nachfrage deckt, wird Sie eines Besseren belehren. Nur warum eine aufwändige Vollkostenrechnung machen, wenn bereits die simple Kapitalkostenrechnung die Unrentabilität zeigt. Ökonomen sind faul … . Nein, natürlich nicht, nur handeln die ökonomisch.

  10. @#9,#17:
    Ich bin auch der Meinung, daß man die Forschung&Entwicklung zur Stromgewinnung mithilfe von Solarzellen weiterbetreiben sollte. Vielleicht kann man eines Tages die Photosyntese der Pflanzen nachbilden.
    Allerdings ist es eben aus physikalischen (thermodynamischen) Gründen auch dann nicht möglich, damit ein herkömmliches Stromnetz zu betreiben, auch nicht teilweise, weil
    1. die Energiedichte zu gering ist und
    2. die Sonne zu selten scheint
    Die Ökonomie steht der Sache auch entgegen: Selbst wenn irgendwann die Technolgien (einschl. Speicher) viel besser sein werden, als wir es uns heute vorstellen können, wird es sich nicht rechnen. Weil sich ja die anderen Formen der Stromerzeugung genauso unvorstellbar entwickeln werden und sie den Vorteil der hohen Energiedichte im Rohstoff haben (ausgenommen Wind).
    In D könnte es aber auch anders kommen, weil man da unerwünschte Forschung abschaffen kann. Wer weiß, wie oft wor noch gewendet werden.

  11. # 14 L. Stiller
    Aber die Möglichkeit das PV Module doch noch konkurrenzfähig werden halte ich deswegen nicht für unmöglich, allerdings für unwahrscheinlich.

    Dem kann ich zustimmen und zwar seit Anfang der 80er Jahre. Damals war ich im sonnenreichen Australien bei einem Tochterunternehmen von SHELL Oil im Bereich R&D tätig. Wir sollten untersuchen ob PV langfristig Sinn macht und das Unternehmen sich stark bei PV engagieren soll.
    Ergebnis nach drei Jahren Forschung:
    Selbst wenn der Modulpreis der PV Anlagen Null
    wäre, bedürfte es zum langfristigen Korrosions-und Wetterschutz einer festen Umhüllung aus Glas mit Rahmen und Trägerelementen sowie elektronischer Komponenten, Kabeln und Anschlüssen, deren Kosten sich auch bei einer
    unwahrscheinlichen Lebensdauer von 50 Jahren
    gegen den Preis von 3 Cent kW/h (Kohle oder Kernkraft) nicht amortisieren würde.

  12. Energiewende wirkt!

    „Der Leuchtmittelhersteller will erneut Stellen streichen. Laut eines Berichts reagiert das Unternehmen damit auf das wegbrechende Geschäft mit Energiesparlampen…
    Bis zum Herbst will Dehen 8700 Arbeitsplätze gestrichen haben, knapp 1500 davon in Deutschland…weil es nicht gelang, das rückläufige Geschäft mit herkömmlichen Leuchtmitteln für Gebäude durch den Verkauf von LED-Leuchtdioden auszugleichen. Dort sorgt Konkurrenz aus Asien für einen enormen Preisdruck.“

    Quelle: http://tinyurl.com/ncnb6o7

  13. #11: T.Heinzow sagt:

    Nun, Sie sind ja als Provokateur bekannt 😉

    Nicht jeder hat 5% Zinssatz. Heute sind viele froh, wenn sie Ihr Geld für 1% anlegen könnten, insbesondere viele Sparer. Da wäre eine Solaranlage sicher eine langfristige Alternative. Inflation haben Sie ja auch nicht berücksichtigt. Wenn ich jetzt ein PV Anlage für 100 Jahre inflationistischer anlegen könnte wäre das auch nicht schlecht.
    Sie sehen das Ganze manchmal sehr einseitig.

    „Ohne Wartung, Reinigung der Flächen von Verschmutzung.“
    Wenn Sie richtig gelesen hätten, ich habe extra geschrieben: „ein Jahrhundert wartungsfrei halten“
    Das das nicht funktioniert wenn jedes Jahr Wartung für durchschnittlich 300€ gemacht werden muss, ist klar. Aber auch für die Reinigung gibt es und wird es weitere technische Lösungen geben. Es gibt schon heute Roboter die Fenster reinigen können. Auch hier wird der Fortschritt nicht halt machen.

    „Was ärgert Sie daran?“
    Nun, auch das habe ich geschrieben. Sie sollten aufmerksamer lesen: „Damit begibt man sich auf eine Stufe mit den Kernkraftgegnern die auch behaupten es sei nicht möglich KKW 100% sicher zu machen.“

    Natürlich geht auch die Entwicklung bei anderen Kraftwerkstypen immer weiter und das am Ende doch z.B. ein Fusionsreaktor wirtschaftlich wird und damit alle anderen EE und Konventionellen abhängt, halte ich auch für wahrscheinlich.

    Aber die Möglichkeit, das PV Module doch noch konkurrenzfähig werden halte ich deswegen nicht für unmöglich, allerdings für unwahrscheinlich.

  14. #10: Herr Sauer beschäftigt(e) sich mit theoretischer Chemie der Moleküle, damit dürfte er Computer-gläubig sein. Frau Merkels Dissertation handelt ebenfalls von der Physikalischen Chemie einiger Moeleküle. Keine sonderlich gute Arbeit, aber unter den damaligen Bedingungen in Ordnung. Herr Sauer hat sich nie ernsthaft mit dem Klimamärchen und den technischen Zusammenhängen der „Energiewende“ beschäftigt, und Frau Merkel wird die Zeit fehlen, sich damit zu beschäftigen. Und selbst wenn, sie würde dann von den PIK-Kaspern zugelabert werden, bis sie aufgibt und sagt: „Die Erde erwärmt sich immer schneller durch den ungebremsten Ausstoß von CO2, und die Energiewende ist alternativlos.“

    Zuerst müssen das PIK geschlossen und die Kasper dort entlassen werden. Hoffentlich rettet irgendjemand die Welt vor den Deutschen. Die Deutschen kapieren es einfach nicht …..

  15. Zitat aus dem Artikel:

    „Das heißt, alle Kosten sind letztlich Energiekosten. Das ist wie ein Gesetz. Und es ist nicht nur wie ein Gesetz, sondern es ist ein Gesetz, ein physikalisches Gesetz.“

    Das werde ich beim nächsten Besuch meinem Zahnarzt erzählen. Dem zahle ich dann für ein Implantat 50 kWh und damit hat es sich.

  16. @ L. Stiller

    „Wenn man es schafft, und da sollte man auch ansetzen, Solarmodule langlebiger zu machen, so das diese vielleicht ein Jahrhundert wartungsfrei halten, kann die KWh schon noch um einiges billiger werden.“

    Ok, Sie kennen ja das Spielchen schon:

    Erst Rechnen, dann Posten … .

    Es gibt in der üblichen Tabellenkalkulation die Funktion RMZ. Die beutzen wir jetzt zur Berechnung der Kapitalkosten eines Solarmoduls. Bei einem Preis von 1433 €/kWp Viessmann 3 kWp Solaranlage) und einer Laufzeit von 20 Jahren ergeben sich bei 5% Zinssatz Kapitalkosten von 14,38 Ct/kWh bei 800 Vollaststunden. Bei 40 Jahren Laufzeit sind es 10,44. Ohne Wartung, Reinigung der Flächen von Verschmutzung.

    Für die notwendigen Speicher nebst Umwandlungsverlusten werden Sie das ja wohl noch selbst hinkriegen. Vergessen Sie nicht, daß ein Haushalt Wechselstrom benötigt, was die Umwandlungsverluste erhöht.

    „wegen der schon erreichten technischen Reife dieser Verfahren – physikalisch absolut ausgeschlossen“
    Was ärgert Sie daran? Weil hier die Lernkurve gnadenlos zuschlägt oder weil die variablen Kosten (Strom!) nicht mehr gesenkt werden können? Die Fixkostendegression ist übrigens bei der Herstellung auch schon ausgelutscht. Wird übrigens von vielen Nichtökonomen mit der Lernkurve verwechselt, insbesondere bei empirischen Untersuchungen auf Basis der Investitionskosten.

  17. Angela Merkel weilt derzeit mal wieder zusammen mit ihrem Ehemann Joachim Sauer, einem Hochschullehrer für theoretische Chemie, der hunderte wissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht hat und schon zu DDR-Zeiten als Star galt, auf Ischia.
    Appell an den lieben Achim :
    Lieber Achim,
    bitte versuchen Sie , Ihrer Angie diese doch recht einfachen naturwissenschaftlichen Zusammenhänge mal am Swimingpool zu erklären, und wenn sie nicht zuhören will, dann bitte ermahnen Sie ebenso streng wie ihre Studenten in Berlin Adlershof : “Hör zu mein Engel oder weißt Du all das bereits?“
    Oder reichen Ihre Fachkenntnisse der theoretischen Chemie dafür allein auch nicht aus?
    Bitte bedenken Sie, dass Ihre Angie mit ihrer falschen Energiepolitik wie ein Katalysator die Deindustrialisierung dieses Landes beschleunigt.

  18. Guter Artikel

    Ich stimme mit diesem fast 100% überein.

    Allerdings über solche Sätze ärgere ich mich:

    „Dafür notwendig sei eine Effizienzsteigerung um den Faktor 3 und 7. Die aber sei – wegen der schon erreichten technischen Reife dieser Verfahren – physikalisch absolut ausgeschlossen.“

    Es gibt ja nicht nur die Effizienzsteigerung. Wenn man es schafft, und da sollte man auch ansetzen, Solarmodule langlebiger zu machen, so das diese vielleicht ein Jahrhundert wartungsfrei halten, kann die KWh schon noch um einiges billiger werden. Gleiches gilt für Speicher. Das halte ich nicht für physikalisch unmöglich. Damit begibt man sich auf eine Stufe mit den Kernkraftgegnern die auch behaupten es sei nicht möglich KKW 100% sicher zu machen.
    Deswegen sage ich nach wie vor: Gerne Forschung mit Jährlich 1Mrd unterstützen, aber nicht für 20 Mrd. sinnlose Feldversuche mit Subventionen zu Produktion von derzeit ineffizienten Techniken.

  19. Schauen wir uns halt den Prozess des Leben an.

    Das Leben = Energie verbrauch bei Energie aufnahme.

    Um zu leben muss Energie verbraucht werden. Um Energie zu verbrauchen muss Energie aufgenommen werden. Dieser Lebensprozess wird nur durch den Tod unterbrochen. Der Tod setzt die Enerieaufnahme des Leben aus und gibt die aufgennomme Lebensenergie unwiederbringlich an die Umwelt ab. Diese „tote“ Lebens-Energie findet dann wieder Einkehr in andere natürlich Kreisläufe.
    Bei Erdbestattungen in den „Mutterboden-Dünger“. Bei Feuerbestattungen in Form von „Wärme“ und mit der Asche in Form von „Dünger“.

    Es gibt KEINEN Augenblick im Leben, in dem Energie NICHT benötigt (verbraucht) wird. Selbst die Ruhephasen (Schlaf) ist vom Energieverbrauch gekennzeichnet.

    Und die Politik, die uns Menschen des 21.Jahrhundert (IT-Wohlstandsleben) eine Energieeinsparverordnung vorschreiben will, die will zum Schluss nichts anders als uns Bürger am Wohlstand und am Fortschritt nicht mehr teilhaben zu lassen.
    Somit ist und bleibt die Energiewende per EEG-CO2-Verbotsgesetz eine Wende von Wohlstand und Fortschritt hin zu Armut und Mangel.

  20. Die Zusammenhänge sind an einem einfachen Beispiel zu erläutern:

    Frage: Warum sind die Photovoltaikanlagen aus China gegenüber den Anlagen aus Deutschland so billig? Die Antwort hat nicht nur mit den günstigen Personenkosten zu tun.

    Antwort: Die extrem stromaufwendige Siliziumgewinnung erfolgt durch billigen Strom aus Kohle- und Kernkraftwerken.
    Würde Deutschland abgeschottet sein und seine Photovoltaikanlagen aus dem von bestehenden Anlagen gelieferten Strom erstellen müssen, kann ich mir die da anfallenden Kosten nicht einmal vorstellen.

    Und auch die energetische Betrachtung von in der Lebenszeit der Module geliefertem Strommenge zu der zur Erstellung neuer Module erforderlichen Strommenge wird vermutlich grausam ausfallen. Dann sind die Dinger nur auf unseren Dächern um mit dem Strom den eigenen Ersatz herstellen zu können.

  21. Mit meiner Stromrechnung von 2013 kann ich die im Artikel gemachten Aussagen zu den Kosten der NIE recht gut abbilden:
    – reine Stromkosten: 8,2 ct/kWh
    – EEG-Umlage: 5,33 ct/kWh
    Ich bezahle die EEG-Umlage auf jede kWh, sie kommt aber nur den 25,4% NIE zugute, also sind es 20,98 + 8,2 = 29,18 ct/NIE-kWh.
    Damit ergibt sich der Faktor von 3,56.
    Übrigens ist der Faktor ziemlich konstant:
    2010 3,11 (NIE 17,2%)
    2011 3,73 (NIE 20,5%)
    2012 3,23 (NIE 23,5%)
    Sicher wäre noch zu berücksichtigen, daß der (hohe) Strompreis selbst, sowie noch ein paar andere Kostenbestandteile auf der Stromrechnung durch die NIE verursacht sind.
    Nicht zuletzt kann man Preis und Kosten auch nicht gleichsetzen.

  22. Vieles ist nicht alles.
    Schlagworte sind natürlich gut,
    sie müssen nur stimmen.
    Für die Produktion „materieller Güter“ ist das o.k.
    aber wenn ich da an unsere wachsende „Staatsquote“ denke, …. unser Schulsystem …
    Physikunterricht 🙂

  23. Vielen Dank Herr Dr. Krause für Ihre klare und für jedermann sehr verständliche Darstellung des KEÄG von Dr. Heinz Schütte. Es macht einen fassungslos, weshalb diese Fakten von den Wissenschaftlern einfach ignoriert werden, was wohl kaum auf eine Komplexität des Sachverhalts der Zusammenhänge zurückzuführen sein dürfte. Hier gilt, wie in vielen Bereichen politischer Entscheidungen, „es kann nicht sein was nicht sein darf“. Das Geschäftsmodell CO2 ist zu gigantisch geworden, um darauf verzichten zu können, koste es was es wolle.
    Was ist bloß aus dem Land der Dichter und Denker geworden?
    Täuschungen, Lügen und Ignoranz bestimmen wesentlich den politischen Alltag Deutschlands.

    Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass ich bei meinem Leserbrief vor einem Jahr im Wesentlichen die Formulierung des hier bei EIKE bereits erschienenen Beitrags verwendet habe.

  24. Sehr geehrte Herr Dr. Krause, meine Bewunderung gilt der Klarheit mit der Sie den Unsinn der s.g. Energiewende belegen.
    Die Annahme dass unsere „Mutti“ will der CO² Ausstoß verringern ist nicht richtig. Sie kämpft um den eigenen Machterhalt und dafür ist ihr jedes Mittel recht. Sie ist eine Politikerin. Der akademischer Titel hat sie zum ihren Beruf als Dr. der Physik bis lang erfolgreich vermieden.
    MfG

  25. Am 23.8.02 wurde in DIE WELT ein Leserbrief von Prof. Klaus Knizia abgedruckt, darin enthalten waren folgende Worte:

    „Kapital, auch das für den Bau der Windräder, ist vorgetane Arbeit und damit vorab aufgewandte Energie. Und die Windräder werden heute mit den preisgünstigen Energien aus Wärmekraftwerken gebaut. Wie viel teurer wäre Windstrom, müssten die Windräder mit Windstrom gebaut werden?“

    Es ist genau diese Äquivalenz von Geld und Energie, die Prof. Knizia hier benannt hat. Desgleichen ist dieser Zusammenhang in „Die Energiefrage“ von Prof. Klaus Heinloth beschrieben, und dort ist der Zusammenhang auch mit Zahlen belegt, es gilt bei uns ungefähr:

    1 EURO erfordert 2 kWh Primärenergie und dabei werden wiederum 0,5kg CO2 frei gesetzt

    Inzwischen wurde allerdings eine andere Methode der Gelderzeugung erfunden: Geld wird der Druckmaschine geschaffen! Die EZB macht es (auch die USA macht es seit längerem). Einige verantwortungsvolle Personen haben sich frühzeitig verabschiedet aus der Verantwortung für unser Geld, denn sie wollten diese Methode nicht mit tragen. Das sind Axel Weber und Jürgen Stark. Verzeihung, Herr Limburg, jetzt bin ich zwar vom Thema abgewichen, aber es sollte doch gesagt werden.
    Herrn Krause gebührt Dank, dieses wichtige Gesetz der Äquivalenz von Geld und Energie in seinem Beitrag erläutert zu haben.

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