Die Rache der Klima-Reparationen

Willis Eschenbach
Vieles der gegenwärtigen Ängste* bei der UN hinsichtlich des Klimas hat etwas zu tun mit dem Gedanken von „Klima-Reparationen“. Dabei handelt es sich um imaginäre Schulden, die die großen CO2-emittierenden Nationen vermeintlich den Entwicklungsländern schulden. So wie die Geschichte geschrieben wird, „verschmutzen“ wir in der industrialisierten Welt die Atmosphäre mit der bekannten Pflanzennahrung CO2, und trotz jeglicher fehlender Beweise, dass dieses CO2 irgendwelche Schäden hervorruft, drängt man uns, zur Besinnung zu kommen und den Entwicklungsländern Mega-Milliarden zu zahlen, um ihre Leiden zu lindern.


In dieser Hinsicht habe ich heute morgen laut gelacht, und zwar über die Ergebnisse des japanischen IBUKU-Satelliten hinsichtlich CO2-Daten. Sie zeigen einen Gesamtfluss von CO2 (Emission minus Sequestration) in einem Gitternetz von 1° zu 1° für den ganzen Planeten. Auf ihrer Website wird das Projekt so beschrieben:

Der Treibhausgase beobachtende Satellit IBUKU (GOSAT), in Zusammenarbeit entwickelt vom japanischen Umweltministerium, dem National Institute for Environmental Studies und der Japan Aerospace Exploration Agency (hiernach die Drei Beteiligten). Hierbei handelt es sich um den ersten Satelliten, der speziell für die Überwachung des atmosphärischen CO2-und Methan-Gehaltes aus dem Weltall erbaut worden ist.

Der Satellit arbeitet seit dessen Start am 23. Januar 2009. Die drei Beteiligten werden jetzt die Daten des globalen CO2-Flusses veröffentlichen, und zwar auf monatlicher und regionaler Basis für den Zeitraum von einem Jahr zwischen Juni 2009 und Mai 2010. Diese Flusswerte wurden geschätzt aus CO2-Überwachungsdaten am Boden und verbessert mit den auf GOSAT basierenden Daten der CO2-Konzentration.

Es wurde bestätigt, dass Unsicherheiten der geschätzten CO2-Flusswerte durch die Hinzufügung von GOSAT-Daten zu den Bodenbeobachtungen reduziert werden können. Dies ist die erste konkrete Demonstration der Nützlichkeit satellitengestützter Konzentrationsdaten bei der Abschätzung des globalen CO2-Flusses.

Es wird erwartet, dass dieser Fortschritt auf dem Gebiet des globalen Kohlenstoff-Kreislaufes zu verlässlicheren Prognosen der Klimaänderung führt und zur Entwicklung einer effektiven Umweltpolitik, um die globale Erwärmung in der Zukunft abzuschwächen.

Und warum habe ich da so gelacht? Nun, lassen Sie mich die Sache vollständig erzählen. Zunächst folgt hier die Karte mit den Gesamtemissionen des Jahres 2010, dem einzigen vollständigen Kalenderjahr im Datensatz:

Abbildung 1 [siehe rechts!]: Gesamtemissionen durch gridcell, IBUKU-Satellitendaten von CO2.

Nun gibt es hinsichtlich dieser Karte einige interessante Dinge.

Erstens scheint sie ziemlich genau zu sein. Schaut man zum Beispiel auf den unteren rechten Teil von Australien, kann man die zwei Großstädte Sydney und Melbourne als rote Punkte in einem blauen Meer ausmachen.

Als nächstes erkannt man: Während der Pazifik insgesamt ein Emittent von CO2 ist (gelbes Band nördlich Australiens bis nach Südamerika), ist die Innertropische Konvergenzzone unmittelbar nördlich davon insgesamt ein Absorber. Ich spekuliere mal, dass die Ursache hierfür die großen Regenmengen in diesem Gebiet sind. Atmosphärisches CO2 wird in Regen gelöst, weshalb der gesamte Regen leicht sauer ist. Dies absorbiert mehr CO2 als es in den trockeneren Gebieten weiter südlich der Fall ist.

Außerdem erkennt man, dass die Tropen pro Quadratmeter doppelt so viel emittieren wie die gemäßigten Zonen … nicht wirklich das, was ich erwartet hatte.

Weiter. Im Großen und Ganzen wird dort eine Menge CO2 emittiert, wo sich viele Menschen ballen. Ja, es gibt auch menschenarme Gebiete mit CO2-Emissionen … aber allgemein gilt: Menschen = CO2.

Also habe ich mir überlegt, die Daten heranzuziehen und nach Ländern zu sortieren, um zu sehen, wie viel CO2 jedes Land entweder emittiert oder absorbiert. Die Antworten sind ziemlich überraschend … Abbildung 2 zeigt die 20 größten Emittenten von CO2.

Abbildung 2: Gesamtemissionen nach Ländern sortiert.

Darum habe ich zu lachen begonnen … Ich sehe gerade, wie Frankreich Klima-Reparationen von Indien fordert oder UK Reparationen von der „Demokratischen“ Republik Kongo … aber es wird noch besser. Abbildung 3 zeigt die Top 20 der sequestrierenden Nationen…

Abbildung 3: Gesamt-Sequestrierung nach Ländern sortiert.

Es wird immer witziger … Schweden und Norwegen dürfen Reparationen von Russland fordern, Finnland kann den USA eine Rechnung schicken, während Australien in China vorstellig werden kann, um Öko-Megamilliarden zu verlangen.

Wie sind einige dieser Ergebnisse zu verstehen? Ich werde mal spekulieren, da ich keine direkten Daten habe … obwohl behauptet wird, dass diese in den IBUKU-Daten enthalten sind, habe ich sie noch nicht finden können.

Erstens, es gibt zwei große fehlende Dinge bei der vorherrschenden Erfassung von CO2, nämlich Sequestrierung und Verbrennen von Biomasse. In den meisten armen Ländern dieser Welt sind sie so ökologisch bewusst, dass sie hauptsächlich erneuerbare Energie zum Heizen und Kochen nutzen. Und das trotz dieser Öko-Sensitivität und all dieser unzähligen Millionen offener Feuer, die Holz, Zweige und Müll verbrennen, die eine Menge CO2 erzeugen*. Plus ein großer Haufen Verschmutzung, die den „braunen Dunst“ über Asien entstehen lassen, aber das ist eine andere Frage…

Zusätzlich gibt es sowohl in Indien als auch in China gewaltige permanente Feuer im Untergrund, die CO2 (plus eine wirklich schlimme Verschmutzung) freisetzen 24/7. Die andere Wild Card ist die Sequestrierung. Ich spekuliere, dass dies in Australien passiert wegen der riesigen Masse freiliegender Felsen und Sand. Die milde Säure in Regen und Tau lösen Felsen und Sand, was CO2 sequestriert.

In Kanada, Schweden und Finnland muss ich vermuten, dass es etwas zu tun hat mit der exponierten nördlichen Lage und der ausgedehnten Wälder … aber es gibt immer noch viele Fragen ohne Antworten.

Wie auch immer, ich hatte heute früh so viel Spaß …, jemand sollte all dies für die Journale aufschreiben, denke ich, aber ich habe ständig das Gefühl, dass ich mir selbst eine Lobotomie verabreichen muss, um wissenschaftliche Standard-Prosa zu schreiben. [Hyperlink von mir – ich wusste einfach nicht, was das ist. Anm. d. Übers.]

Möchte irgendjemand mit mir zusammen so etwas schreiben und sich um Formulierung und Einreichung kümmern?

Und ich gratuliere meinen argentinischen, brasilianischen und australischen Freunden zum Gewinn der Kohlenstoff-Lotterie; sie können Reparationen von jedem anderen Land der Welt verlangen.

Bonus-Graphiken: jemand fragte nach weißer Farbe auf dem Null-Niveau:

Und hier sortiert nach Ländern…

Code: Es ist grässlich, aber hier. Es ist ein Zip-File mit 18 Mb einschließlich Code, Funktionen, Daten (NCDF-Files) und Produktpalette. Ich glaube, dass es vollständig ist; bei Fragen bitte melden.

Daten der Produktpalette: Ich habe die Daten auf Landschafts-Niveau in einem CSV-File hinzugefügt (hier).

Daten: Es dauerte eine Weile, diese zu finden, weil sie auf einer anderen Website stehen. Man muss sich zuerst registrieren lassen. Danach logge man sich ein, klicke auf „Product Search and Order” und wähle L4A global CO2 flux.

Produktpalette: Die Details zahlreicher CO2-Produkte stehen hier, auf der gleichen Website. Ich bin nicht sicher, ob man sich zuvor einloggen muss. Sie finden sich auch in meinem ZTip-File oben.

Link: http://wattsupwiththat.com/2014/07/05/the-revenge-of-the-climate-reparations/#more-112572

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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4 Kommentare

  1. In der „wissenschaftlichen“ TV Sendung nano spricht Physiker Herr Ingolf Baur davon, dass die Industrienationen das Klima ruiniert haben und sie für Klimaschäden als Verursacher zahlen müssen. In welchen dunklen Abgrund ich da schauen muss. Die Rechnung sollte man doch besser an die Sonne oder den Pinatubu schicken.
    Gibt es übrigens auch eine Rückvergütung, wenn das Pflanzenwachstum höhere Erträge liefert?
    Wo soll ich die Rechnung einreichen!
    Gruß Gerhard Schweickhardt

  2. Noch eine lustige Sache für die (nach)Forschenden:
    Es gibt zum Thema Gletscherschmelze eine Untersuchungsreihe, die herausgearbeitet hat, dass Gletscher in erster Linie wegen der aufgelagerten Ruße und Staube und der darauf fehlenden Reflektionsfähigkeit (dh. höhere IR-Absorbtion) an den Oberflächen tauen. In den Anden wurde ein Projekt gestartet, daß partiell durch mineralische Bekalkung eine Regeneration hervorgerufen hat. Somit könnte man annehmen, daß die Sauberkeit der Abgase in bezug auf Staube ein wichtiger „Klimaregler“ sein könnte.
    Nur mal zur Nachforschung. Ich habe die Quellenhier nicht auf dem Tisch und müßte jetzt groß suchen. Ist schon etwas her.

  3. Die Verantwortlichen bei EIKE bringen diese Meldung, das ist sehr gut. Die Meldung ist aber nicht neu, die kursierte schon mindestens einmal, in der Vergangenheit, für das breitere Publikum. Die Frage muss doch gestattet sein, warum wird dies so wenig beachtet, von den Verantwortlichen? Weil es denen ein Strich durch deren (so törichte) Rechnung machen würde? Nur deswegen? Die Lügerei ist also noch schlimmer.

    Kürzlich wurde auch die Meldung bekannt, Kohle würde seinen Siegeszug, weiter fortsetzen. Und sich an die Spitze setzen, Seite an Seite mit Kernkraft.

    Als Liebhaberin des Kohlenstoffdioxids bin ich begeistert und kann allen Politikern, die das CO2 verteufeln, nur die Pest an den Hals wünschen.

    Der Mensch ist und wird immer die Krönung der Schöpfung sein. :))

  4. Der übersetzte Artikel von Willis Eschenbach stellt die CO2-Debatte auf die Füße: die Meßergebnisse durch den Satelliten IBUKU.
    Bezeichnend, daß bei der Suche nach „CO2 satellite“ überwiegend nur der Start des OCO-2 Satelliten jetzt im Juli-14 erwähnt wird. Die VSvA-Journalisten sehen eben nur ihr Land. Die IBUKU-Resultate wurden aber schon 2011 diskutiert: http://tinyurl.com/csbwbuk

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