Energie-Vorlieben werden in US-Wahlen eine große Rolle spielen

Joel Kotkin
Die Wahlen im November werden sich um all die üblichen sozialen Bereiche drehen – von der Hochzeit Gleichgeschlechtlicher über Rassismus und Einwanderung bis zum „Krieg gegen Frauen“. Aber was das Ergebnis wirklich maßgeblich beeinflussen könnte, dreht sich um eine wirtschaftliche Schlüsselgröße: Energie.


Das Thema erreichte einen Siedepunkt, als Präsident Obama kürzlich Bemühungen der Environmental Protection Agency EPA unterstützte, die Durchsetzung strengerer Emissions-Vorschriften zu beschleunigen (hier). Dieses Vorhaben könnte für hunderte Kohlekraftwerke das Aus bedeuten und die Weiterentwicklung fossiler Energie im ganzen Land verzögern.

Das Thema Energie ist in unserer Zeit zu dem geworden, was die Tarife im 19. Jahrhundert waren: eine unerreichbare Aufteilung, die die Amerikaner nach Regionen und Klassen trennt und welche ultimativ die langfristige ökonomische Entwicklung des Landes beeinflussen dürfte.

Natürlich gab es schon immer Energiepolitik – angesichts der regionalen Variationen der Quellen und der Art der Verfügung – aber bis vor Kurzem haben beide Parteien im Allgemeinen die Entwicklung von Öl und Erdgas bevorzugt, hauptsächlich wegen der damit verbundenen Zunahme von Arbeitsplätzen und wegen des Potentials, das Handelsdefizit der Nation zu verringern. Jetzt jedoch ist Energie zunehmend zu einer zutiefst parteistrategischen Sache geworden, wobei die Demokraten zum größten Teil gegen, die Republikaner jedoch für die Weiterentwicklung fossiler Treibstoffe sind.

Diesen Trend hat das Aufkommen opponierender mitwirkender Gruppen reflektiert, dessen vordringlichste Sorge sich um Energie dreht. Auf der republikanischen Seite wurden die Mitarbeiter der Energieindustrie einschließlich der Milliardäre der Koch-Brüder zunehmend dominant.  Über 90 Prozent der Spenden für Kampagnen aus der Öl- und Gasindustrie gingen im Jahre 2012 an die Republikaner.

Gleichzeitig haben es die umweltlich orientierten Mitwirkenden der Demokraten unter Führung des Hedge-Fonds-Managers Tom Steyer für die meisten Kandidaten der Partei unerlässlich gemacht, gegen fossile Treibstoffe zu sein. Steyer und seine Leute wurden zum bevorzugten Platz für Gelder (hier) für den Mehrheitsführer im Senat Harry Reid und andere Spitzen-Demokraten.

Die Energie-Geographie

Die hervorstechendste Teilung – und die politisch relevanteste – ist geographischer Natur. Ein großer Teil des Landes, hauptsächlich entlang der Golfküste, Texas und der Großen Ebenen, wo sich die Schiefergas-Förderung seit 2007 vervierfacht hat, erfreut sich an einem Energie-Boom, der eine Flutwelle anderer Hochlohn-Arbeitsbereiche nach sich zog wie Herstellung und Konstruktion. Mit den Verzögerungen der Genehmigung für die Keystone XL-Pipeline und drohenden neuen Emissionsstandards der EPA versuchen die demokratischen Senatoren und Kandidaten aus diesen Ländern verständlicherweise, sich von der zunehmenden Anti-Fossil-Politik ihrer Partei zu distanzieren.

Noch wichtiger könnte es mit der Zeit sein, wie sich Energie im politischen Hauptschlachtfeld des Landes macht, nämlich den Rust-Belt-Staaten [= die Neuengland-Staaten im Osten der USA]. Die meisten dieser Staaten sind zur Stromerzeugung höchst abhängig von Kohle (hier), und einige wie Pennsylvania, Ohio und West Virginia trachten nach neuen Öl- und Gasfunden. Politische Maßnahmen, die die Entwicklung fossiler Treibstoffe begrenzen, könnten sich in einigen Gebieten zu aggressiven Elementen entwickeln, die die Demokraten viele zusätzliche Sitze im Senat kosten könnten (hier).

Im Gegensatz dazu kommt die eifrigste Unterstützung für eine strikte Gesetzgebung hinsichtlich der Klimaänderung zumeist von Staaten (hier), die nur wenig Energie verbrauchen und relativ wenig Kohlenstoff für die Energieversorgung ihrer Ökonomien benötigen. Diese Staaten brauchen weniger Energie als andere Gebiete, da sie schon jetzt weitgehend deindustrialisiert sind und nur ein sehr geringes Bevölkerungswachstum aufweisen.

Zwei andere ultrablaue [?] Bastionen, nämlich Kalifornien und der Nordwesten am Pazifik, befürworten ebenfalls eine Position für grüne Energie. Der Nordwesten hängt stark ab von Wasserkraft für seinen robusten Industriesektor, was die Abhängigkeit von kohlenstoffbasierter Energie für die Stromerzeugung verringert. Kalifornien, selbst reich an fossilen Treibstoffen, missachtet seine Ressourcen weitgehend, und die Führer bevorzugen es aus ideologischen Gründen, teure erneuerbare Energie zu unterstützen. Grob geschätzt kommt ein Viertel aller in Kalifornien verbrauchter Energie von außerhalb des Staates (hier), vieles davon Kohle. Aber da diese „schmutzige“ Energie anderswoher herkommt, können sich die Fortschrittlichen an Stellen wie Hollywood und Silicon Valley immer noch gut fühlen mit der „erleuchteten“ Politik des Staates, welche Auswirkungen auch immer diese zeitigt.

Die Klassentrennung

Historisch waren die Demokraten immer große Befürworter der Ausweitung des Energiesektors, darunter Dinge wie Staudämme, Kernkraftwerke und Pipelines. Aber der wachsende Einfluss der grünen Bewegung hat diesen Trend umgekehrt. Grüne Politik wird weithin begrüßt durch Kapitalisten-Kumpane an Orten wie Silicon Valley. Sie erfahren auch nahezu einhellige Unterstützung seitens der Akademia, wo Boykotte von Unternehmen fossiler Treibstoffe zunehmend zur Gewohnheit werden (hier). Auch die Medien sind ein Verbündeter, genauso wie die vorhersehbar progressive Unterhaltungsindustrie (hier).

Der ganze Artikel ist hier.

Link: http://www.thegwpf.org/energy-preferences-to-play-big-role-in-us-elections/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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6 Kommentar(e)

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1

Hallo Frau/Herr Urbahn,

herzlichen Dank! Wieder was gelernt!

Chris Frey, Übersetzer

2

@#3
Da kann ich Ihnen mit Beifall zustimmen. Als gläubiger Technikfan und Anhänger einer zukunftsfähigen, globalen Energiewirtschaft ist es mir immer wieder ein Vergnügen in geselligen Runden für "schnuckelige KKW´s" speziell der vierten Generation zu votieren. Dann wird es heiss. Es kommt Stimmung auf. Können Sie sich das vorstellen?
Aber ich kann mitlerweile (auch dank Eike) super punkten.
Dieses ganze PV-Wind- und Verbrennungsgedöns kann in einer wachsenden Weltbevölkerung und Weltwirtschaft nicht zukunftsfähig sein.

Schönen Tag noch
wowi

3
Alfred Schlohr

Nun gut, Obama und Konsorten beten bestimmt, dass der sich entwickelnde El Nin(j)o spitz ausfällt und man dann der Welt verkaufen kann, das wäre die CO2-Wärme aus der Tiefsee, die der Erde nun die ultimative Klimakatastrophe einbringen wird. Die Demokraten werden (wie die deutschen Grünen aller Parteien) lügen, dass sich die Balken biegen. Die mediale Indoktrinationsmaschinerie funktioniert in den USA leider noch besser als in Deutschland, aber Deutschland ist ja fast schon genauso gut mit der Lügerei. Dass man dem ZDF hier nichts glauben kann, zeigt sich ja gerade eindrucksvoll. Da wurde wohl ordentlich manipuliert. Wer weiß, was da noch alles hinter den Kulissen manipuliert wird.

Bleibt zu hoffen, dass der El Nin(j)o flach verläuft und die Demokraten mit ihren Lügen nicht noch einmal durchkommen. Den US-amerikanischen Bürgern wäre bei der nächsten Wahl zum Präsidenten jemand mit Herz und Verstand zu wünschen.

4

als Ergänzung zu # 1

Aber noch hätten die USA im Gegensatz zu Deutschland, wo derzeit die Nutzung von Kernenergie schon so tabu ist wie der bei gläubigen Moslems und Juden der Verzehr von Schweinefleisch , das wissenschaftlich- technische Potential, in Zusammenarbeit mit China und Rußland, möglicherweise auch mit Indien, in Anwendung des Do-ut des- Prinzips, die Kernkraftwerke der vierten Generation zu entwickeln, welche nicht nur erheblich besser sondern auch kostengünstiger funktionieren als die alten Schätzchen, deren Technologie einst als Nebenprodukt bei Produktion von waffenfähigem Plutonium anfiel.
Es ist nämlich kein Naturgesetz, dass Kraftwerke immer nur teurer werden müssen . Und die Monazit –Vorräte in aller Welt reichen aus, um den Energiebedarf der Welt ganz ohne Uran für Jahrhunderte zu decken.

Kohle und Kohlenwasserstoffe sollte man besser nicht nur zur Energiegewinnung verbrennen sondern hauptsächlich als Chemie -Rohstoff nutzen ..

PS
Das im Monazit enthaltene Thorium fällt netterweise ohnehin an, weil darin enthaltene Seltene Erden wie z.B. Neodym heiß begehrt sind (bitte Permanentmagnete googeln)

5

sehr geehrter Herr Frey,
als Ergänzung zu Ihrer Übersetzung: die Parteifarbe der Demokraten ist blau. Mit Ultrablau sind wohl hier die in den Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington regierenden besonders Öko-eingefärbten Demokraten gemeint.
MfG

6

Die dritte lange Welle der Weltkonjunktur von 1895 bis etwa Ende der 1930er-Jahre war insbesondere gekennzeichnet durch die Elektrifizierung, den Verbrennungsmotor und das beginnende Zeitalter des Automobils sowie von Erfindungen im Bereich der Chemie.

Die sich anschließende vierte lange Wachstums-Welle der Kondratieff-Zyklen- Theorie wurde besonders von der Entwicklung und dem Wachstum der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrttechnik und der Kunststoffindustrie bestimmt.

Der Beginn einer neuen langen Welle der Weltkonjunktur wird nach Ansicht der Anhänger dieser Zyklen-Theorie zurzeit durch die, revolutionären Veränderungen in der Mikroelektronik, der Telekommunikationstechnik und der Biotechnologie ausgelöst.

Die Apostel der EE – Technologien, denen es entgegen aller naturwissenschaftlichen und ökonomischen Vernunft gelingt, die von verschiedenen Lobbyisten- Netzwerken weltweit geschürte Klimawendeangst umzumünzen in den vermehrten Bau von PV- und Windkraft- Flackerstromkraftwerken, haben jedoch das Potential, die Bildung der neuen Konjunktur-Welle zumindest zu verzögern wenn nicht gar zu verhindern.
Die einzige Hoffnung darauf, dass sie damit keinen "nachhaltigen" Erfolg haben werden, beruht bei mir auf der Tatsache, dass es noch immer Länder gibt, die nicht vom ungebildeten, indoktrinierten Pöbel demokratisch beherrscht sondern von Menschen gesteuert werden, welche ausreichend intelligent, gebildet und geistig gesund sind, um dem sich dem von selbsternannten Gutmenschen in aller Welt verbreiteten neuen Tugendterror entgegenzuwirken.