Hockeyschläger Erfinder Michael Mann als Repräsentant der EPA eine völlige Fehlbesetzung

Steve McIntyre
Im heutigen Beitrag möchte ich noch einmal auf die falschen Behauptungen im Gerichtsverfahren von Michael Mann über vermeintliche „Entlastungen“ zurückkommen. Frühere Beiträge hierzu gibt es hier.
Einer der bedeutendsten Anklagen gegen Mann – nämlich die „Verstümmelung“ der Briffa-Rekonstruktion im AR 3 – wurde kürzlich von Judith Curry behandelt, die auch über die Anhörung vor dem Kongress und den Vorfall mit John Christy berichtet hatte, der ein Leitautor des gleichen Kapitels in diesem Bericht war und dessen Aussagen hierzu sowohl aus erster Hand stammten als auch heftig waren.


In einer der Schlüsselgraphiken im IPCC-Bericht aus dem Jahr 2001 waren abnehmende Werte der Briffa-Rekonstruktion entfernt worden (Christy nannte es treffender „verstümmelt“), was der Abbildung eine erheblich größeren Eindruck der Konsistenz verlieh als wirklich vorhanden. Diese Reduktion der Daten wurde bekannt gemacht (und heftig kritisiert) bei Climate Audit [=Blog des Autors] lange vor Klimagate.

Allerdings erschien dieser Vorgang in einem ganz neuen Licht nach Bekanntwerden der Klimagate-E-Mails, die enthüllten, dass leitende IPCC-Funktionäre sich Gedanken darüber gemacht hatten, dass die Briffa-Rekonstruktion (mit der Temperaturabnahme zum Ende des vorigen Jahrhunderts) „die Botschaft abschwächen“ würde, und dass Mann genauso besorgt war, weil die Briffa-Rekonstruktion „den Skeptikern Futter geben würde“.

Christy hat folgendes verdammendes Urteil  über Manns Verhalten als Leitautor des 3. IPCC-Berichtes abgegeben:

Schaut man auf den Hockeyschläger im IPCC-Bericht des Jahres 2001, zeigen die Beweise meiner Ansicht nach jetzt, dass ein IPCC-Leitautor zusammen mit einer kleinen Gefolgschaft von Wissenschaftlern die Temperaturaufzeichnungen der letzten 1000 Jahre falsch dargestellt hatte, (a) indem er sein eigenes Ergebnis als das Bestmögliche dargestellt hat, (b) indem er Studien mit seinen Erkenntnissen widersprechenden Ergebnissen beiseite geschoben hat und (c) indem er Ergebnisse von Anderen verstümmelt hat, um widersprechende Daten zu entfernen. Auch hat er jeden ernsthaften Versuch unterbunden, die wirklichen Unsicherheiten dieser Daten zu bestimmen.

Dabei hat Christy ein weiteres fundamentales Problem der Verstümmelung außen vor gelassen: es gab keinerlei Hinweise auf die Verstümmelung in IPCC 2001 selbst.

Wie unangebracht es war, ungünstige Daten aus der IPCC-Graphik herauszuhalten, war in der erweiterten Welt der Makler, Buchführer, Anwälte und Fonds-Manager leicht zu verstehen. In dieser Welt ist die Sympathie für Entschuldigungen vernachlässigbar. All dies scheint nicht nur Fehlverhalten zu sein, soweit es die Öffentlichkeit betrifft, sondern die Entfernung missliebiger Daten in der IPCC-Graphik schien auch ein Akt zu sein, „Daten oder Ergebnisse in einer Weise zu manipulieren, dass die Forschung nicht akkurat in den Forschungsaufzeichnungen zum Ausdruck kommt“. Dies erfüllt eine der Definitionen akademischen Fehlverhaltens in der NSF [= National Science Foundation der USA] und andere Definitionen akademischen Fehlverhaltens.  

Außerdem sind die Berichte sowohl von Oxburgh als auch Muir Russell zu dem Ergebnis gekommen, dass die Graphik in IPCC 2001 „irreführend“ sei. Allerdings wurde in KEINER Untersuchung der Vorfall selbst unter die Lupe genommen. In jeder Einzelnen wurde der Vorfall ignoriert oder man ist ihm ausgewichen.

Der heutige Beitrag wird die Betrachtung der EPA-Dokumente einleiten, die Mann in seinen Aussagen erwähnt hat. Dies ist nicht einfach zusammenzufassen. Die heutige Diskussion der EPA-Dokumente wird nur der erste Schritt sein.

Bloßstellung des Vorfalls IPCC 2001

Die Entfernung missliebiger Daten in Manns Abschnitt von IPCC 2001 war einer der zwei oder drei Spitzenthemen hinsichtlich Klimagate bei Climate Audit (CA). Die erste detaillierte Aufklärung hierzu habe ich am 9. Dezember 2009 hier geschrieben. Die Zusammenstellung der Chronologie von „Hiding the Decline“ war eine fortlaufende Arbeit: etwa sechs Monate später habe ich eine deutlich detailliertere Analyse durchgeführt (hier). Inzwischen gibt es weitere Informationen in GC2, denen man nachgehen muss.

Mein Artikel führte zu einer Story an prominenter Stelle in der Daily Mail – mit einem link zu CA hier am 12. Dezember. Die Daily Mail hat diese Graphik neu entworfen. Diese neue Graphik fand später den Weg zum Cover des zweiten Buches von Andrew Montford und wurde unter falscher Zuordnung in einer Petition zur Überarbeitung verwendet (siehe unten).

Oxburgh

Wie früher schon erwähnt war es nicht Aufgabe der Oxburgh-Kommission, Manns Verhalten zu untersuchen, sondern vielmehr eine Liste mit 11 akademischen Veröffentlichungen von Wissenschaftlern an der CRU. Sozusagen im Vorübergehen merkte Oxburgh an, dass es „bedauerlich“ sei, dass das IPCC die Diskrepanz zwischen der Briffa-Rekonstruktion und den tatsächlichen Temperaturen „zu beleuchten abgelehnt“ hat. Aber er fand „keine Mängel“ in den zugrunde liegenden Veröffentlichungen der CRU-Autoren:

Zum Beispiel wurde in den CRU-Veröffentlichungen wiederholt die Diskrepanz betont zwischen instrumentellen Aufzeichnungen und Baumring-Proxy-Rekonstruktionen Ende des 20. Jahrhunderts, aber in Präsentationen dieser Arbeiten durch das IPCC und andere wurde es manchmal abgelehnt, diese Angelegenheit näher zu betrachten. Zwar finden wir das bedauerlich, doch können wir keine solchen Mängel in den von uns untersuchten begutachteten Studien finden.

Ich teile Oxburghs Meinung nicht, wonach es in den akademischen Studien „keine Mängel“ gegeben hatte. Aber ich stimme ihm zu, wenn er sagt, dass der größere Mangel in der IPCC-Präsentation zu finden war. Auch stimme ich nicht seiner Einschätzung zu, dass die Phrase „abgelehnt zu beleuchten“ angemessen die tatsächliche Verstümmelung der Daten beschreibt. Aber selbst mit diesen Einschränkungen war Oxburgh mit der Graphik in IPCC 2001 nicht einverstanden.

Allerdings ist Oxburgh nicht über das Ergebnis hinausgegangen, dass das IPCC-Verhalten „bedauerlich“ war. Dass er den IPCC-Vorfall nicht untersucht hatte, wurde von mir und Anderen zu jener Zeit scharf kritisiert, jedoch vergeblich.

Muir Russell

Der Oxburgh-Bericht war Anfang April 2010  erschienen, viele Monate vor der Muir Russell-Kommission. Genau wie bei der Oxburgh-Kommission gab es auch bei Muir Russell an verschiedenen Stellen Kommentare zu der IPCC-2001-Graphik, jedoch wurde deren Erstellung nicht untersucht. Die Muir-Russell-Kommission hat auch unterschieden zwischen der IPCC-2001-Graphik (die sie „irreführend“ fand) und der Graphik im IPCC-AR4 (eine „deutliche Verbesserung“).

Die Kommentare von Muir Russell über den IPCC-2001-Vorfall (bei dem Mann Leitautor gewesen war) verschmolzen irgendwie mit dem WMO-Vorfall 1999 mit der „Trick“-E-Mail:

Angesichts seiner folgenden kultischen Bedeutung (nicht zuletzt die Verwendung einer ähnlichen Abbildung in IPCC-AR3) finden wir in Beziehung zu „Hide the Decline“, dass die dem WMO-Bericht zugeleitete Abbildung irreführend war in der Hinsicht, dass nicht beschrieben worden ist, dass die Daten nach 1960 abgeschnitten worden waren. Auch ist nicht klargestellt worden, dass Proxy- und Instrumenten-Daten miteinander vermischt worden waren. Wir finden nicht, dass es irreführend ist, Rekonstruktionen an einem bestimmten Punkt per se abzubrechen oder Daten zusammenzuführen, aber wir glauben, dass beide Prozesse deutlich hätten erwähnt werden müssen – idealerweise in der Abbildung, aber auch eindeutig in der Bildunterschrift oder im Text.

Muir Russell kam zu dem Ergebnis, dass die Auslassungen im AR 4 (Briffa – Leitautor) eine „signifikante Verbesserung“ gegenüber Mann waren und dass die Beschreibung und Präsentation nicht mehr irreführend war:

Wir finden nicht, dass die Art und Weise irreführend ist, mit der Daten aus Baumringen abgeleitet sowie im AR 4 beschrieben und in Abbildung 6.10 illustriert worden sind. Im Besonderen fanden wir hinsichtlich der Zusammensetzung der Temperatur-Rekonstruktionen keine Beweise für den Ausschluss anderer veröffentlichter Temperatur-Rekonstruktionen, die ein sehr unterschiedliches Bild zeigen. Die allgemeine Diskussion der Unsicherheits-Quellen im Text ist extensiv einschließlich Querverweisen auf Abweichungen. In dieser Hinsicht stellt es eine signifikante Verbesserung des IPCC-Berichtes 2001 dar.

Zwar stimme ich zu, dass der begleitende Text von Briffa im AR 4 weniger irreführend war als Manns entsprechender Abschnitt im AR 3, doch stimme ich nicht der Aussage zu, dass die Graphik weniger irreführend ist: Nach wie vor wird die Briffa-Rekonstruktion abgeschnitten und damit die tatsächliche Abweichung von der Briffa-Rekonstruktion versteckt.

Ironischerweise wurde der verbesserte Absatz im AR 4, der Briffa schützte, nur sehr widerwillig aufgenommen als Folge meiner Begutachtungs-Kommentare als Begutachter der zweiten Fassung des AR 4. Ich habe Briffa (den Nachfolger von Mann als Leitautor) aufgefordert, den Rückgang in der IPCC-Spaghetti-Graphik zu zeigen und den Unterschied zu erklären. Briffa lehnte es ab, den Rückgang zu zeigen (mit der lapidaren Begründung, dass dies nicht „angebracht“ sei). Dies führte zur Anfrage von David Holland im Rahmen des Gesetzes zur freien Information (FOI) und dem E-Mail-Destruktionsprogramm der CRU. Das ist eine weitere lange Hintergrundgeschichte. Briffa stimmte dann widerwillig zu, den Text mit der Kürzung und eine Diskussion des Divergenz-Problems hinzuzufügen. Obwohl IPCC-Leitautoren auf die Aufforderung nach angemessener Darstellung spöttisch lächelten, waren sie sich nicht zu schade, auf diesen Abschnitt zum eigenen Schutz zurückzugreifen.

Noch einmal sorgfältig beobachtet: während die Muir-Russell-Kommission mit den Ausführungen im AR 4 zufrieden waren (unter Briffas Überwachung), kam sie hinsichtlich derjenigen im AR3 (unter Manns Überwachung) zu dem Ergebnis, dass sie „irreführend“ waren.

Muir Russell in den Plädoyers

Auf Muir Russells oberflächliche Diskussion des „Rückgangs” wurde im Original im National Review Memorandum (14.Dezember 2012) verwiesen und auf Manns Antwort im Januar 2013. Beide Memoranden weisen bedeutende Fehler auf.

Nachdem sie korrekt und genau beobachtet hatten, dass der Muir-Russell-Bericht „keinerlei Meinung zu Mann geäußert hatte“, merkten die Anwälte von National Review an, dass Muir Russell das WMO-Diagramm von Jones als „irreführend“ beschrieben hat, aber unerklärlicherweise jeden Hinweis auf das „ähnliche“ Diagramm (hinsichtlich der Kürzung) in Manns Abschnitt im IPCC-2001 ausgelassen haben:

Auch hat Muir Russell keinerlei Einschätzung zu Mann gegeben, der nicht Teil der CRU war, sondern lediglich ein Mitarbeiter einiger seiner Wissenschaftler … Er fand, dass Jones Verwendung der Phrase „Hide the Decline“ die „irreführende“ Natur der Hockeyschläger-Graphik gezeigt hat, die das Cover des WMO-Berichtes 1999 geziert hatte (Seite 8).

Manns Anwälte stießen auf diese Übersicht und klagten National Review mit absolut ungerechtfertigter Selbstgerechtigkeit an zu versuchen, die „Beweise zu verschleiern“, wobei sie (fälschlich) unterstellten, dass der Kommentar von Muir Russell bzgl. „irreführend“ „absolut nichts mit Dr. Mann zu tun hatte oder mit irgendeiner von ihm erstellten Graphik“:

In ihrem Briefing zeigen die Verteidiger von National Review, dass die Untersuchung der University of East Anglia zu dem Ergebnis gekommen war, dass die Hockeyschläger-Graphik „irreführend“ war. Dieser Vorwurf ist ein weiteres Beispiel der Versuche der Verteidiger, die Beweise in diesem Fall zu verschleiern. Der Kommentar hinsichtlich „irreführend“ in diesem Bericht hatte absolut nichts mit Dr. Mann oder irgendeiner von ihm erstellten Graphik zu tun. Vielmehr war es das Ziel des Berichtes, eine übermäßig vereinfachte und künstliche Darstellung des Hockeyschlägers zu liefern, der auf dem Cover des WMO-Berichtes zum Zustand des Klimas 1999 abgebildet war. Dr. Mann hat diese Darstellung nicht erstellt, und der Versuch zu unterstellen, dass dieser Bericht Bemühungen Dr. Manns zur Irreführung darstellt, ist unaufrichtig.

Wieder einmal war Manns Behauptung falsch. Im Muir-Russell-Bericht waren mit dem Ausdruck „irreführend“ sowohl das WMO-Diagramm 1999 (erstellt von Jones) als auch die Darstellung im IPCC-Bericht (erstellt von Mann) bezeichnet worden. Es war also einfach falsch zu behaupten, dass das Ergebnis von Muir Russell „absolut nichts mit Dr. Mann oder einer von ihm erstellten Graphik zu tun hatte“. (Nebenbei: Während Mann nicht ultimativ für die Abbildung WMO 1999 verantwortlich war, hat Jones ihm diese Graphik zur Begutachtung übermittelt, und Mann hat davon nicht Abstand genommen. Als die CRU später T-Shirts mit der Graphik als Aufdruck hergestellt hatte, hat Mann eines geordert – vermutlich).

Parlamentskomitee, DECC, NOAA OIG

Das Wissenschafts-/Technik-Komitee ging auf die „Trick“-E-Mail ein, erwähnte aber nicht dass Diagramm im IPCC-AR 3. Auch DECC in UK und der Generalsekretär der NOAA haben das nicht getan.

Keine dieser fünf (zuvor begutachteten) Untersuchungen „entlastete“ Mann hinsichtlich IPCC 2001. Tatsächlich wurde in keiner dieser fünf der Vorfall auch nur untersucht, geschweige denn dass man irgendeinen Versuch unternommen hatte, die Verantwortlichkeit zwischen Mann und Briffa hinsichtlich der Verstümmelung der Briffa-Rekonstruktion aufzuschlüsseln.

Penn State Untersuchungskommission

Auch der Bericht der Penn State-Untersuchungskommission hat den IPCC-Vorfall nicht in irgendeiner Form erwähnt. Der diesem am Nächsten kommende Hinweis ist in ihrem Ergebnis enthalten, dass es „keine glaubwürdigen Beweise dafür gibt, dass er (Mann) das jemals getan hat (fälschen) und mit Sicherheit nicht während seiner Zeit bei Penn State“ (Letzteres vielleicht von Relevanz, da IPCC 2001 Manns Berufung an die Penn State vorausgegangen war):

Nach sorgfältiger Abwägung aller Beweise und allen relevanten Materials kommt das Untersuchungskomitee zu dem Ergebnis, dass es keine glaubwürdigen Beweise dafür gibt, dass Dr. Mann sich zu irgendeiner Zeit Bemühungen gewidmet hat oder hatte, direkt oder indirekt Daten zu fälschen oder zu unterdrücken. Während in den Wochen nach Veröffentlichung der Klimagate-E-Mails die Auffassung auftauchte, dass Dr. Mann sich mit der Unterdrückung oder Fälschung von Daten befasst hatte, gibt es keine glaubwürdigen Beweise, dass er das jemals getan hätte, und mit Sicherheit nicht während seiner Zeit bei Penn State. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Fälle, die Datenfälschungen zum Brennpunkt gemacht haben wie z. B. des „Tricks“, um Daten zu manipulieren, werden als eine Diskussion zwischen Dr. Jones und Anderen einschließlich Dr. Mann erklärt, wie man am Besten eine Graphik für einen Bericht der WMO zusammenstellen könne. Sie haben keine Daten gefälscht; sie haben versucht, eine verständliche Graphik zu konstruieren, die auch jene verstehen würden, die keine Experten auf dem Gebiet sind. Der sogenannte „Trick 1“ war nichts weiter als eine statistische Methode, mit der zwei oder mehr verschiedene Arten von Datensätzen auf legitime Weise durch eine Technik zusammengeführt werden, die von einer breiten Palette von Fachleuten auf diesem Gebiet begutachtet worden sind.

Die Verstümmelung der Daten in IPCC 2001 war fast gleich gelagert dem „Trick“-Vorfall, war aber ein anderer Vorfall mit einer anderen Technik und einer anderen leitenden Verantwortlichkeit. Es war aberwitzig zu behaupten, dass die „Verstümmelung“ der Daten in IPCC 2001 eine „statistische Methode war, um zwei oder mehr unterschiedliche Datensätze auf legitime Weise zusammenzuführen“: Das war nicht der Fall. Tatsächlich hat Christys Aussage vor dem Kongress gezeigt, dass selbst die Mitautoren von Mann im AR 3 sich nicht dem Umstand bewusst waren, dass er die unbequemen Daten von Briffa amputiert hatte.

Mehr noch, selbst die Kommissionen von Oxburgh und Muir Russell stimmten darin überein, dass die Stutzung der Daten in den Graphiken der Berichte WMO 1999 und IPCC 2001 „irreführend“ war. „Die Auslassung von Daten oder Ergebnissen in einer Weise, die die Forschung nicht angemessen repräsentiert“ ist die Definition der Falsifizierung.

Weiter. Die Umstände bei der Erstellung der Graphiken waren unterschiedlich, ein Punkt, den Mann selbst in seinen Aussagen vehement unterstrich. Der Ausdruck „Trick“ wurde nur bei Jones und seiner Konstruktion der WMO-1999-Graphik angewendet, und die Auslegung verschiedener Bedeutungen des Ausdrucks ist irrelevant bei der Frage, ob die IPCC-2001-Graphik irreführend war. (Obwohl ich im Vorübergehen anmerken möchte, dass die IPCC-2001-Graphik wohl nicht „Mikes Trick“ in dem Sinne wie bei Climate Audit definiert verwendet hat bei der Übernahme der Briffa-Rekonstruktion aus dem ersten Entwurf).

Den IPCC-Vorfall hätte von Penn State untersucht werden sollen. Allerdings hat das Untersuchungskomitee von Penn State keinerlei Beweise von Manns Kritikern herangezogen, sondern sich ausschließlich auf Beweise von seinen Unterstützern berufen, von denen mindestens einer (Gerald North) es abgelehnt hat, die E-Mails aus „professioneller Gefälligkeit“ zu lesen. Das Prozedere von Penn State verdient allen Hohn und Spott, den die Universität bekommen hat. (Später hat mich ein Mitglied des Untersuchungskomitees kontaktiert und erklärt, dass das Untersuchungskomitee mich absichtlich und nicht aus Versehen nicht kontaktiert hätte: er sagte, dass Easterling {von dem es heißt, dass er sich selbst „wegen Befangenheit abgelehnt“ hatte} dies nicht getan habe und ihn, das Mitglied, daran gehindert hatte, es zu tun).

Ohne Richtungsvorgabe der Untersuchungskommission hat die Penn State Untersuchungskommission den IPCC-2001-Vorfall nicht untersucht (oder irgendeinen anderen Vorgang zuvor). Das Untersuchungskomitee hat das Erstaunen von Dick Lindzen zu diesem Punkt aufgezeichnet.

Die EPA-Dokumente

Obwohl der IPCC-2001-Vorfall in den Berichten von Penn State nicht einmal erwähnt worden war,  tauchte er in den EPA-Dokumenten auf, die Mann bei seinen Aussagen erwähnt hatte. Diese Dokumente hatten ihren Ursprung nicht in einer Untersuchung akademischen Fehlverhaltens seitens Manns oder anderen, sondern stehen im Zusammenhang mit den vieljährigen EPA-Prozeduren zur Einführung von Vorschriften und im Besonderen im Zusammenhang mit der Ablehnung vieler Petitionen seitens der EPA, noch einmal zu überdenken, ob von den Treibhausgasen wirklich solche Gefahr ausgehe. An diesem Thema dürfte die EPA einiges Interesse gehabt haben. Der Hintergrund dieser Prozeduren ist für sich schon sehr interessant, spielt aber bei dem Thema dieses Beitrags nur peripher eine Rolle.

Das hervorstechende Merkmal in der Diskussion unten ist, dass die EPA sich der Kontroversen um den Hockeyschläger wohl bewusst war und weise darauf geachtet hat, sich selbst mit Vorbehalten zu umgeben. Daher war sie in der Lage zu vermeiden, zu Vorwürfen gegen Manns IPCC-2001-Diagramm Stellung zu beziehen, was für seine Zwecke rein akademisch war. Aber aus der Perspektive von Manns Aussagen bieten die EPA-Dokumente keine „Untersuchung“ oder „Entlastung“ hinsichtlich der Verstümmelung von Daten im IPCC-Bericht 2001.

Das Gefährdungs-Ergebnis – Entwurf und Endfassung

Im April 2009 hat die EPA in einer ihrer ersten Amtshandlungen nach Installierung der neuen Administration ein Dokument der Gefährdungs-Ergebnisse und der technischen Unterstützung ausgegeben.

Darin (wie es scheint) hat die EPA besondere Sorgfalt darauf verwandt, nicht in die Kontroverse um den Hockeyschläger einbezogen zu werden. Sie verließ sich hauptsächlich auf die relativ nuancierten Feststellungen der NAS-Kommission (und nicht auf IPCC 2001 oder selbst den AR 4). Zum Beispiel zitierte sie die NAS-Kommission wie folgt:

Der hemisphärischen oder globalen Mitteltemperatur vor etwa dem Jahr 900 kann nur sehr wenig Vertrauen entgegengebracht werden. Gründe sind die geringe Datendichte und die mit den Proxy-Daten verbundenen Unsicherheiten. Bei den Analysemethoden und der Kombination der Daten sind die Unsicherheiten viel größer als in jüngerer Zeit.

Gezeigt wurde die Spaghetti-Graphik aus dem NAS-Bericht 2006, eine Graphik, die auf konspirative Weise keine der drei Rekonstruktionen von Mann enthielt, die dieser im AR 3 (2001) verwendet hatte (Mann et al. 1999, Jones et al. 1998 oder der gekürzte Briffa et al. 2001). Das Auslassen der Briffa-Rekonstruktion ist wert erwähnt zu werden: Als Folge von Follands ursprünglicher Sorge, dass „die Botschaft verwässert würde“, hatte Mann ursprünglich vorgeschlagen, dass man die Briffa-Rekonstruktion einfach aus der Spaghetti-Graphik heraushalten sollte. Absichtlich oder unabsichtlich war es genau das, was die NAS auch getan hat.

Abbildung 1: Entwurf des EPA-Dokuments (TSD) zur technischen Unterstützung (NAS-Kommission 2006)

[Für Interessierte: Hier die Bildinschriften. Fettdruck oben: Abbildung 4.3: Rekonstruktionen der Variationen der Mitteltemperatur (Nordhemisphäre oder global) von sechs Teams.

Unten: Quelle: NRC 2006b. Rekonstruktionen der Variationen der Mitteltemperatur (hemisphärisch oder global) von sechs Forscherteams zusammen mit der instrumentellen Aufzeichnung der globalen Mitteltemperatur (schwarz). Jede Kurve illustriert die unterschiedliche Natur der Temperaturänderungen mit einer Bandbreite von Unsicherheiten, die immer größer zu werden scheint, je mehr man sich in der Zeit zurückbewegt.]

Die Endfassung des TSD enthielt dann nur noch die folgende kurze Referenz zum AR 4 des IPCC, in dem ebenfalls die Unsicherheit vor dem Jahr 1600 betont wird:

Nach Betrachtung dieser Studie und zusätzlichen Forschungen kam das IPCC im AR 4 zu dem Ergebnis: „Paläoklimatische Informationen stützen die Interpretation, dass die Wärme in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ungewöhnlich seit mindestens 1300 Jahren ist. Allerdings weist das IPCC wie NRC (2006b) warnend darauf hin, dass die Unsicherheiten vor dem Jahr 1600 signifikant sind“.

Das endgültige Gefährdungs-Ergebnis wurde am 7. Dezember 2009 veröffentlicht, einige Wochen nach Klimagate. Es gab eine 60-tägige Periode für Kommentare der Öffentlichkeit (bis zum 24. Juni 2009). Es wurde begleitet von der Synthese der EPA von Kommentaren der Öffentlichkeit und der Reaktionen der Agentur.

Diese Dokumente erregten praktisch keinerlei Aufmerksamkeit in den Klima-Blogs, die zu der Zeit hauptsächlich mit Klimagate selbst beschäftigt waren. Allerdings waren diese Dokumente ein wichtiges Stadium im verworrenen Prozess der US-Vorschriften.

Der nächste Schritt im Regulierungsprozess der USA war an Gegner der EPA-Prozeduren gerichtet, die eine Petition an die EPA richten sollten des Inhalts, dass die EPA ihr Gefährdungs-Ergebnis noch einmal überdenken möge. Organisationen, die gegen das Gefährdungs-Ergebnis waren, hatten nur 60 Tage lang Gelegenheit zu kommentieren. Innerhalb dieses Zeitfensters waren 10 Petitionen mit der Forderung nach einem Überdenken des Gefährdungs-Ergebnisses eingereicht worden (hier).

Unter den Petenten waren die Staaten Texas und Virginia sowie viele andere opponierende Parteien einschließlich einer gemeinsamen Petition vom Competitive Enterprise Institute CEI (zusammen mit dem Science and Environmental Policy Project SEPP und dem NIPCC). …

Die damals gerade bekannt gewordenen Klimagate-Dokumente wurden sehr stark in allen Petitionen beachtet, obwohl die meisten Petitionen meiner Ansicht nach nichts effektiv dazu beigetragen haben, die E-Mails mit potentiellen Gründen in Zusammenhang zu bringen, alles noch einmal zu überdenken. In der Rückschau wurde die Temperaturaufzeichnung überraschend stark überbetont – ein Punkt, der in den E-Mails selbst kaum angesprochen worden war. Hier bei Climate Audit haben wir schon oft darauf hingewiesen, sind aber nur auf taube Ohren gestoßen.

Während des kurzen Zeitfensters, in dem Petitionen zum Überdenken eingereicht werden konnten, waren die Klimagate-E-Mails immer noch sehr frisch, und es gab Missverständnisse bzgl. dieser E-Mails auf beiden Seiten der Debatte. Dabei fiel besonders das weit verbreitete Missverständnis auf, dass die E-Mails die CRU-Temperaturdaten betrafen, die gegen den Hockeyschläger und dessen Behandlung durch das IPCC sprachen.

Fragen zu den Temperaturdaten sind in den Petitionen vorherrschend. Viele der Petenten dachten fälschlich, dass sich die Hinweise auf den Gebrauch der CRUTEM-Aufzeichnungen bezogen, während sie tatsächlich für den wenig benutzten CRUTS-Datensatz standen. Die Kommentare über „zutiefst künstliche Anpassungen“ in Computerprogrammen wurden in ähnlicher Weise den CRU-Temperaturdaten zugeordnet, während sie tatsächlich mit der „Briffa-Gurke“ zusammenhingen (ein CRU-Verfahren, das vor der späteren Prozedur zu Hide the Decline  angewandt wurde).

Die CEI-Petition

Am 12. Februar 2010 hat CEI zusammen mit dem SEPP und dem NIPCC eine Petition zum Überdenken eingereicht. Großenteils ging es in der Petition um die Infragestellung der Temperaturaufzeichnungen. Angeführt wurde auch eine Anzahl gegenwärtiger Studien über fragwürdige IPCC-Hypothesen, die auf Berichten von Nicht-Regierungsorganisationen NGOs beruhen, z. B. Himalayagletscher, Amazonas-Regenwald, afrikanische Landwirtschaft.

Der erste Absatz in Abschnitt IV (A) ihrer Petition sprach das Thema Kürzung der Briffa-Rekonstruktion folgendermaßen an:

Auf dem Jahrestreffen der Geological Society of America im Oktober 2009 hat Prof. Don Easterbrook gezeigt, wie Baumringdaten aus Russland, die nach 1961 eine Abkühlung zeigen, für die vom IPCC gezeigten Graphiken künstlich verstümmelt worden waren. Diese Verstümmelung zeitigte den falschen Eindruck, dass die Baumringdaten zu den gemessenen Temperaturdaten Ende des 20. Jahrhunderts passen, was in Wirklichkeit nicht der Fall war. Dieser jetzt offengelegte Betrug zeigt, dass der AR 4 des IPCC wissenschaftlich fragwürdig ist. Die im November bekannt gewordenen E-Mails bestätigen, dass diese Fälschung reiflich durchdacht worden ist.

Während CEI mit seiner zentralen Behauptung, dass „die Verstümmelung den falschen Eindruck vermittelt, dass die Baumringdaten zu den gemessenen Temperaturdaten Ende des 20. Jahrhunderts passen, was in Wirklichkeit nicht der Fall war“, zu 100% richtig lag, enthielt der weitere Text der Eingabe viele überflüssige Fehler: Das Diagramm in der CEI-Petition stammt nicht von Don Easterbrook im Oktober 2009, sondern aus der Daily Mail im Dezember 2009 nach Klimagate. Schlimmer, das Diagramm steht nicht im AR 4, sondern im AR 3. Die Beschreibung des Diagramms im AR 4 wurde widerwillig von Briffa verbessert, hauptsächlich aufgrund meiner Begutachtungs-Kommentare. Dieser Punkt wurde später von der EPA gegen das CEI verwendet.

Die Ablehnung der Dokumente durch die EPA

Ende Juli 2010 hat die EPA eine Entscheidung veröffentlicht, in der die Petitionen zum nochmaligen Überdenken zurückgewiesen werden. Obwohl zu jener Zeit großes Interesse an Klimagate-Untersuchungen bestand, scheint damals niemand die Behandlung von Klimagate durch die EPA bemerkt oder in Betracht gezogen zu haben, dass die Klimagate-Diskussion der EPA eine „Untersuchung“ über akademisches Fehlverhalten ausgelöst hätte. Zum ersten Mal wurde dies etwa sechs Monate später erwähnt, als SKS als Teil seiner Kampagne  zur „Einrahmung“ von Klimagate dies ihrer Liste vermeintlicher „Entlastungen“ hinzufügte.

Das Dokument mit der Entscheidung ging einher mit einer Website, die nicht Gegenstand der gleichen Begutachtungsprozesse gewesen zu sein scheint wie die formalen Dokumente. Mehr dazu in einem anderen Beitrag.

Der IPCC-Vorfall in den RTP-Dokumenten

Das Dokument mit der Entscheidung wurden begleitet von drei Bänden unterstützender Dokumente (RTP = Antwort auf Petitionen; Links siehe hier), in denen die EPA Antworten auf Kommentare präsentierte, die aus den zahlreichen Petitionen synthetisiert worden waren, auf die die EPA geantwortet hat.

Im ersten Band der RTP ging es hauptsächlich um die Kontroversen bzgl. der Temperaturdaten. Im zweiten Band ging es um Kontroversen hinsichtlich der Irrtümer des IPCC und der Nicht-Objektivität des IPCC, während der dritte Band Einmischungen in die Begutachtungsprozesse und die Nicht-Objektivität bei der Auswahl der Literatur beschrieb. In weniger als 10% der Antworten ging es um paläoklimatische Themen, die eigentlich in den Klimagate-E-Mails das vorherrschende Thema waren.

Die EPA hat nicht die Namen der Autoren und der Beitragenden zu den RTPs veröffentlicht, ebenso wenig wie irgendwelche Informationen zu Prozeduren zur Entwicklung und Begutachtung des Dokuments. Es wäre interessant, die Namen der Autoren und Beitragenden und Begutachter zu dem Bericht zu kennen. Gab es Beitragende oder Begutachter von außerhalb wie z. B. Gavin Schmidt, der ein Begutachter des Dokuments zur technischen Unterstützung für das Gefährdungs-Ergebnis selbst war?

Die Antwort auf die Petitionen enthält auch erweiterte Kommentare zu den Klimagate-E-Mails, obwohl die EPA keine oder höchstens vernachlässigbare Bemühungen an den Tag gelegt hat, die tatsächliche Bedeutung der E-Mails zu beleuchten (z. B. ihre planlose oder nicht existente Analyse der „schmutzigen Wäsche“, „Verwässern der Botschaft“ und „Futter für die Skeptiker“ oder die bizarre Erwähnung der diskreditierten Mann et al. 2008-Rekonstruktion als vermeintlicher Gegenbeweis zum Thema Abweichungen).

Der IPCC-Vorfall wurde in den RTP-Kommentaren 1 bis 5 angesprochen, wobei die CEI-Eingabe wie folgt zitiert wurde:

Kommentare 1 bis 5: Das Competitive Enterprise Institute (CEI) bezieht sich auf eine Präsentation von Don Easterbrook bei der Gelogical Society of America (Easterbrook 2009). Dabei soll Easterbrook „gezeigt haben, dass Baumringdaten aus Russland, die nach 1961 eine Abkühlung zeigen, für die vom IPCC gezeigten Graphiken künstlich verstümmelt worden waren“. Der Petent behauptet weiter: „Diese Verstümmelung zeitigte den falschen Eindruck, dass die Baumringdaten zu den gemessenen Temperaturdaten Ende des 20. Jahrhunderts passen, was in Wirklichkeit nicht der Fall war. Dieser jetzt offengelegte Betrug zeigt, dass der AR 4 des IPCC wissenschaftlich fragwürdig ist. Die im November bekannt gewordenen E-Mails bestätigen, dass diese Fälschung reiflich durchdacht worden ist“.

Die EPA hat diese Eingabe wie folgt zurückgewiesen:

Antwort auf 1 bis 5: Die EPA hat die Informationen des Petenten begutachtet und festgestellt, dass vom Petenten zitierte Graphik nicht aus dem AR 4, sondern aus dem AR 3 stammt, der 2001 veröffentlicht worden war und im jüngsten IPCC-Bericht nicht mehr auftaucht. Im AR 4 wurden die jüngsten Daten hierzu in Abbildung 6.10 gezeigt. In dieser Abbildung enden drei von 12 Rekonstruktionen im Jahre 1960 (wie in Tabelle 6.1 im gleichen Kapitel dargestellt), weil die Rekonstruktionen in den zugrunde liegenden Studien ebenfalls 1960 enden. Sechs der 12 Rekonstruktionen laufen bis zum Jahr 1990 oder länger, wiederum basierend auf dem vom relevanten Datensatz abgedeckten Zeitraum.

Die Antwort der EPA enthält eine Abbildung vom NRC (2006), die sechs Rekonstruktionen zeigt, von denen eine 1960 endet. Weil diese Zustandsberichte die Gesamtheit der in der zugrunde liegenden Literatur präsentierten Daten zeigt, gibt es keine Beweise für irgendeinen „künstlichen Betrug“. Auch ist es kein Beweis, dass der AR 4 „wissenschaftlich fragwürdig“ ist.

Wie immer muss man genau beobachten, was gesagt wurde und was nicht.

Während das CEI auf das IPCC-2001-Diagramm (unter Manns Leit-Autorenschaft) verwiesen hat (wenngleich auch mit nicht korrekter Zuordnung) als Beispiel für einen „künstlichen Betrug“, hat sich die EPA in ihrer Antwort auf die Diagramme im NAS-Bericht 2006 und IPCC-AR 4 bezogen und festgestellt, dass diese Diagramme „keine Beweise für einen künstlichen Betrug“ liefern.

Weil sich die EPA in ihrem Gefährdungs-Ergebnis auf diese beiden Berichte bezogen hatte, war sie eigentlich verpflichtet, die tatsächlich gemeinten Diagramme zu begutachten. Aber nichts in diesem Abschnitt weist auf eine „Untersuchung“ oder „Entlastung“ von Manns Verstümmelung der Briffa-Rekonstruktion im Bericht 2001 hin.

Aus Sicht der EPA sind die Schwächen hinsichtlich des Gefährdungs-Ergebnisses gegen Vorwürfe der Fehlinterpretation des IPCC-2001-Diagramms geschützt. Außerdem hat sich die EPA auf den AR 4 verlassen (mit, wie erwähnt, verbesserter Auskunft) und auf NAS 2006. Deswegen war die EPA in der Lage, eine Untersuchung des Vorwurfs eines Fehlverhaltens in Zusammenhang mit dem IPCC-Bericht 2001 zu vermeiden. (Die irrtümliche Zuordnung des Diagramms seitens des CEI war eine zufällige Hilfe in dieser Hinsicht.)

Nebenbei: Ich bin nicht einverstanden mit anderen Aspekten der EPA-Analyse, obwohl diese Uneinigkeit nicht direkt relevant ist für den Punkt, dass sie Manns Verhalten in dieser Sache nicht „untersucht“ und ihn nicht „entlastet“ haben. Die EPA hat beobachtet, dass „drei von 12 Rekonstruktionen (im AR 4) 1960 enden, weil die Rekonstruktionen in den zugrunde liegenden Studien ebenfalls 1960 enden“.

Allerdings ist dies nicht die ganze Wahrheit oder bereits negativ beeinflusst durch IPCC-Überlegungen. Die originalen Briffa-Studien zur Abweichung zeigten ebenfalls Rekonstruktionen bis in die neunziger Jahre, vollständig samt Rückgang. Tatsächlich hat sich die Oxburgh-Kommission hierauf in ihrer Schlussfolgerung berufen, dass die Abweichung sauber in den zugrunde liegenden Studien gezeigt wird. Das Problem ist, dass es dabei eine nur allzu typische Inkonsistenz in den zugrunde liegenden Studien gibt: In der einen Graphik ist die Rekonstruktion nicht verkürzt (und zeigt) die Abweichung, während in der Spaghetti-Graphik von Briffa et al. 2001 die Briffa-Rekonstruktion still und leise gekürzt worden ist.

Sogar noch problematischer ist – und das geht direkt zurück zu der Klimagate-Korrespondenz 1999 – dass die Zustandsbeschreibungen des IPCC aufgehört haben, von der zugrunde liegenden Literatur unabhängig zu sein. Zu jener Zeit (Herbst 1999), als Mann, Jones, Briffa, Folland und Karl über ihre Sorgen sprachen, dass „die Botschaft verwässert würde“ oder man „den Skeptikern Futter geben“ würde, wurde die im AR 4 (und AR 3) in der Folge verwendete Version der Briffa-Rekonstruktion nicht veröffentlicht, und die Version, die Anfang Oktober 1999 an Mann gesandt wurde, war nicht gekürzt. Die erste Kürzung der Briffa-Rekonstruktion in IPCC-Dokumenten fand sich im ersten Entwurf von AR 3 (Ende Oktober 1999). Dabei wurde eine Version der Briffa-Rekonstruktion gekürzt, die im Archiv nicht gekürzt worden ist.

Link: http://climateaudit.org/2014/05/09/mann-misrepresents-the-epa-part-1/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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3 Kommentare

  1. Wenn man einem Land etwas wirklich gutes tun will, dann jedes Umweltministerium sofort schliessen, auch dieses unsägliche EPA.

    So löst man überhebliche Probleme an der Wurzel.

  2. #1 schön wärs!!! Nur die Worte „Klimaschutz“, „nachhaltig“, „ökologisch“ , „Energiewende“ kommen doch in Äußerungen fast aller Politiker so oft vor, wie in der DDR das Wort „Frieden“.

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