Rückschau – auf das Jahr 1999: „Irreversibler Zusammenbruch“ des westantarktischen Eisschildes

David Middleton
Im Zeitalter sekundenschneller Übermittlung von Nachrichten aller Art oder Millionengeschäften innerhalb von Millisekunden mutet es ziemlich exotisch an, hier eine Nachricht aus dem Bereich Klima aus dem Jahr 1999 anzuführen. Aber zum Glück gibt es nach wie vor welche, die auch mal zurückschauen. So findet sich bei WUWT eine Meldung aus dem Jahr 1999, die sinngleich auch aktuell wieder durch die Medien geistert, nur das man die Himmelsrichtung vertauscht hat.
Und dass die Reaktion in den Medien absolut diametral ist.
Chris Frey


Eine geologische Perspektive des „irreversiblen Zusammenbruchs“ des Eisschildes der Westantarktis. Das sind „alte“ Nachrichten, wie die folgende Veröffentlichung aus dem Jahr 1999 zeigt:

Abbildung rechts: Die Karte zeigt datierte Stellen, um den Rückzug der Eiskante des Ross-Schelfeises im Holozän bis heute zu belegen. Obwohl die detaillierte Struktur der Position der Eiskante in der Vergangenheit unbekannt ist, zeigen die gepunkteten Linien die einfachsten Positionen der Eiskante mit den Daten im Text. (Conway et al. 1999)

Abstract der Studie aus dem Jahr 1999:

Die Geschichte des Rückzugs des westantarktischen Eisschildes WAIS gibt Hinweise auf dessen Zukunft. Der Rückzug der Eiskante in Richtung Süden wurde nach drei Stellen in der Ross-See datiert. Die Ergebnisse zeigen, dass der stärkste Rückzug während des mittleren und späten Holozäns erfolgt war, ohne Änderungen des Meeresspiegels oder irgendeinem substantiellen Klima-Antrieb. Der gegenwärtige Rückzug könnte den fortgesetzten Eisrückzug seit dem Beginn des Holozäns zeigen. Falls das so ist, könnte sich der Rückzug des WAIS fortsetzen selbst beim Fehlen weiterer äußerer Antriebe…

Der Kollaps (Rückzug der Eiskante) begann vor etwa 20.000 Jahren. Er ist irreversibel, weil „sich der Rückzug des Eises des WAIS selbst ohne weitere externe Antriebe fortsetzen könnte“, und es gibt keine topographischen Hindernisse, die das Abfließen in den Ozean aufhalten könnten.

Man muss sich wundern, warum diese Studie im Jahre 1999 nicht zu panikerfüllten Schlagzeilen geführt hat.

Es ist die gleiche Geschichte wie aktuell, nur dass man sich auf die andere Seite der Halbinsel begeben hat.

Referenz
H. Conway et al, 1999. Past and Future Grounding-Line Retreat of the West Antarctic Ice Sheet. Science 8 October 1999: Vol. 286 no. 5438 pp. 280-283
DOI: 10.1126/science.286.5438.280

http://www.sciencemag.org/content/286/5438/280.abstract

Link: http://wattsupwiththat.com/2014/05/17/flashback-irreversible-collapse-of-the-west-antarctic-ice-sheet-from-1999/

Der ganze Text steht hier

Übersetzt und mit einer Einführung versehen von Chris Frey EIKE

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3 Kommentare

  1. Auf WUWT war gerade von einer Veröffentlichung bei PNAS der Univerität von Texas, Austin zulesen. Danach schmilzt der Thwaites Gletscher in der Westantarktis aufgrund geothermaler Quellen von unten.
    MfG

  2. Die gezeigte Karte kann man mit nur ein wenig Nachdenken ohnehin nicht ernstnehmen. Woher wollen die Autoren denn die kleinen Ausreißer auf der LGM grounding line hernehmen? Das erinnert mich stark an die jungen Studenten, die meinen, sie könnten mit vielen Nachkommastellen dem Tutor genaue Messungen vorspielen.

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