Klare Aussage von IPCC & OECD: wir können das Klima mit CO2 nicht ruinieren, wenn es eine Bevölkerungsexplosion gibt

Matt Ridley
Je reicher wir werden, umso grüner werden wir auch.
Die Klimaänderungs-Experten der Welt sagen jetzt, dass starkes Wachstum die Umwelt nicht schädigt, sondern schützt. Während der letzten 50 Jahre hat sich das Pro-Kopf-Einkommen der Welt inflationsbereinigt etwa verdreifacht. Wenn das mit dieser Rate so weitergeht (und global gesehen war die große Rezession der letzten Jahre lediglich ein kleines Aufblitzen), wird es im Jahre 2100 neunmal so hoch sein wie im Jahre 2000. Zu jenem Zeitpunkt wird eine normale Person in der Welt etwa dreimal so viel verdienen wie heute ein normaler Brite.


Teilweise bringe ich diesen Punkt, um Sie Ostermontag aufzuheitern hinsichtlich der Aussichten für Ihre Urenkel, teils auch, um Sie zum Nachdenken anzuregen, wie die Welt wohl aussehen könnte, wenn es denn so kommt, und teils auch als Herausforderung für diejenigen, die unablässig das Lied von der schlimmen Zukunft singen wegen der Klimaänderung oder der Umweltzerstörung.

Das Komische hierbei ist, dass sie nur Katastrophen unter der Voraussetzung an die Wand malen, dass wir sehr viel reicher werden. Schon pervers: Je mehr Reichtum sie vorhersagen, umso größer die Chance (sagen sie auch vorher), dass wir unsere Umweltprobleme lösen werden.

Natürlich ist das Verhalten der Vergangenheit kein Maßstab für das Verhalten in Zukunft, und ein gut gezielter Asteroid könnte jede Projektion zerstäuben. Aber nicht ich führe die Extrapolation durch. Im Jahre 2012 hat das IPCC die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) aufgefordert, fünf Projektionen der Weltwirtschaft sowie individueller Länder zu erstellen für die Jahre 2050 bzw. 2100 (siehe Abbildung).

Sie entwerfen faszinierende Szenarien. Das mittlere Pro-Kopf-Einkommen der Welt im Jahre 2100 wird zwischen drei- und zwanzigmal so hoch projiziert wie heute. Das „mittlere“ Szenario der OECD mit der Bezeichnung SSP2, auch bekannt als „mittlere Route“ [„middle of the road“] oder „durchwursteln“ [„muddling through“] klingt ziemlich uninteressant. Es ist eine Welt, in der sich nach den Worten der OECD „Trends, wie sie während der letzten Jahrzehnte üblich waren, fortsetzen werden“ mit „allmählicher Abnahme der Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen“, ungleichmäßiger Entwicklung armer Länder, eines verzögerten Erreichens von Entwicklungszielen, enttäuschenden Investitionen in Bildung und „nur zeitweiligem Erfolg hinsichtlich Luftverschmutzung oder Verbesserung des Zugangs zu Energie für die Armen“.

Und doch ist dies eine Welt, in der bis zum Jahr 2100 das globale mittlere Einkommen pro Kopf um das 13-fache zugenommen hat auf 100.000 Dollar (des Jahres 2005), verglichen mit den heutigen 7800 Dollar. UK wird geringfügig unter diesem Mittelwert liegen, doch wird sich auch hier das Pro-Kopf-Einkommen verdreifacht haben. Diesem mittleren Szenario zufolge hat ein durchschnittlicher Bürger der Demokratischen Republik Kongo, der heute 300 Dollar pro Jahr verdient, dann eines von 42.000 Dollar, also in etwa das, was ein Amerikaner heute verdient. Der normale Indonesier, Brasilianer oder Chinese wird mindestens doppelt so reich sein wie heute ein Amerikaner.

Zur Erinnerung: Hierbei handelt es sich um heutiges Geld, inflationsbereinigt, aber die Menschen werden es für die Technologien von morgen ausgeben, von denen die meisten klüger, sauberer und freundlicher zur Umwelt sind als die heutigen Technologien – und alle für den gleichen Preis. Trotz dieser sehr moderaten Vermutungen ist es eine fast unvorstellbare Welt: Vorstädte von Kinshasa, die aussehen wie Abbildungen von Beverly Hills, wo Flugtaxis ohne Piloten gleiten (oder ähnlich futuristische Dinge). Außerdem glaubt die OECD, dass die Ungleichheit stark abgenommen haben wird, weil die Menschen in armen Ländern schneller reich geworden sind als Menschen in reichen Ländern, so wie es derzeit der Fall ist [es sei denn, die Menschen massakrieren sich alle gegenseitig. A. d. Übers.]. Alle fünf Entwicklungslinien erzeugen eine Konvergenz, jedoch mit unterschiedlichen Raten, zwischen den Einkommen in armen und in reichen Ländern.

Kann der Planet diese Art utopischer Plutokratie überleben? Tatsächlich wird es hier noch interessanter. Das IPCC hat seine eigenen Projektionen erstellt, um zu sehen, welche Art Treibhausgas-Emissionen in einer solchen Welt noch zustande kommen, und umgekehrt. Diejenige mit den geringsten Emissionen ist diejenige mit den höchsten Einkommen pro Kopf im Jahre 2100 – eine 16-fache Zunahme des Einkommens, aber mit niedrigeren Emissionen als heute: Klimaänderung umgangen. Diejenige mit den höchsten Emissionen ist diejenige mit dem niedrigsten GDP – lediglich eine Verdreifachung des Einkommens pro Kopf. Wirtschaftliches Wachstum und ökologische Verbesserungen gehen Hand in Hand. Und der Hauptgrund hierfür ist nicht, dass Umweltschutz höheres Wachstum nach sich zieht, sondern es ist genau umgekehrt. Mehr Handel, mehr Innovation und mehr Wohlstand machen größere Investitionen in Low-Carbon-Energie sowie bessere Anpassungen an Klimaänderungen möglich. Das nächste Mal, wenn sie irgendwelche grünen Untergangspropheten sagen hören, dass der einzige Weg, Armageddon zu vermeiden eine Lebensweise wie die von Jeremia ist und zurückzugehen zum Verzehr selbstgezogener Linsen, gekocht über offenen Holzfeuern, dann fragen Sie ihn, wie es kommt, dass das IPCC das genaue Gegenteil annimmt.

Im IPCC-Alptraum-Szenario mit hohen Emissionen mit fast keinen Einschnitten bis zum Jahr 2100 glaubt es an eine Erwärmung von über 4 Grad. Allerdings hängt selbst das von Modellen ab, die eine viel höhere „Klimasensitivität“ von CO2 annehmen als derzeit nach dem Konsens von Wissenschaftlern überhaupt möglich ist.

Und weiter auf dieser Linie, im Jahr 2100 wird die Weltbevölkerung auf 12 Milliarden Menschen angewachsen sein, fast doppelt so viel wie im Jahr 2000. Den UN zufolge ist dies unwahrscheinlich: 10,9 Milliarden wird als wahrscheinlicher angesehen. Mit schleppendem Wirtschaftswachstum wird sich das mittlere Einkommen (lediglich) verdreifacht haben. Die Weltwirtschaft verbraucht eine Menge Energie, keine Verbesserungen der Energieeffizienz und die Hälfte davon durch Kohle erzeugt, deren Verbrauch sich verzehnfacht hat, weil Fortschritte in anderen Technologien wie Schiefergas, Solar- oder Kernkraft enttäuschend waren.

Diese Verlautbarungen des IPCC und der OECD sagen uns klar und deutlich, dass wir das Klima mit CO2 nicht ruinieren können, wenn wir viel zahlreicher und reicher werden. Und sie sagen uns auch, wenn wir noch erheblich reicher werden, werden wir wahrscheinlich Technologien zur Anpassung zur Verfügung haben und zur Reduktion unserer Emissionen, so dass es viel weniger wahrscheinlich wird, dass wir den Planeten ruinieren. Sehen Sie selbst!

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Link: http://tinyurl.com/mtowqm7

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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2 Kommentare

  1. Abgesehen von dem verrückten „Dekarbonisieren“,
    eine merkwürdig naive Vorstellung,
    dass mehr Reichtum weniger Energieverbrauch zur Folge hätte, ha, ha,
    Das Umgekehrte liegt doch auf der Hand. Ich kann meiner Frau doch nicht die Waschmaschine wegnehmen!
    Ich teile allerdings uneingeschränkt die völlig fehlende Angst vor der Überbevölkerung, so ein Quatsch, „Probleme“ müssen lokal gelöst werden,
    hier in Deutschland zu wenig Kinder,
    wir haben etwas zu verlieren, davon bin ich überzeugt
    und in China vielleicht „zu viel“, wirklich nur vielleicht, wie man sieht haben die das wohl im Griff!
    Und ich teile insbesondere die Bemerkung vom Übersetzer Chris Frey, vielen Dank:
    „es sei denn, die Menschen massakrieren sich alle gegenseitig.“
    Unsere modernen Freunde und Kulturvorbilder machen das heute mit Drohnen, ganz ohne Kriegserklärung, Anklage oder gar Gerichtsbeschluss,
    deshalb dazu NEIN,
    ami go home,
    Merkel fehlt leider der Mut dazu.
    (AfD wählen)

    mfG

  2. Dazu braucht man sich nur die Entwicklung Westdeutschlands der vergangenen 60 Jahre ansehen. Für Ostdeutschland gilt der Betrachtungszeitraum 20 Jahre.
    Mit dem „Reichtum“ stieg auch das Interesse und die finanziellen Möglichkeiten für Umwelt- und Naturschutz. Es ist schon bezeichnend, dass ausgerechnet in den „sozialistisch“ geprägten Ländern, mit ihrer von Bürokratie diktierten Planwirtschaft, für derartige Massnahmen weder Geld noch Interesse vorhanden ist/wahr. Und trotzdem erdreisten sich unsere grünlackierten Sozis unsere Lebensweise zu verdammen.
    Es ist auch bemerkenswert, wie das Bevölkerungswachstum mit dem Wohlstand stagniert oder gar zurück geht und gleichzeitig die Menschen immer älter werden.
    Aber wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand für jeden Leistungswilligen ist ja verdammenswertes Teufelszeug. Da sind sich mittlerweile neben den rot-grün-gelb-schwarzen Politikern auch die internationale Witschaftselite einig. Wenn auch mit unterschiedlicher Betrachtungsweise.
    Fazit: Einen sauberen Planeten schafft man nur, wenn den Menschen über den täglichen Bedarf hinaus noch genügend Resourcen (Geld) für die erforderlichen Aktionen übrig bleiben.

    mfg

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