Weg ins Nirgendwo: Bruchlinien öffnen sich bei UN-Verhandlungen für ein Klimaabkommen

Alex Morales und Mathew Carr
Bei Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen in Bonn öffnen sich Bruchlinien zwischen den Entwicklungsländern, angeführt von China und Indien sowie reichen Nationen einschließlich der USA.
China und Indien sind Teil des Blocks aus 26 Nationen mit ähnlicher Denkweise. Sie argumentieren, dass sie nicht die gleiche bindende Verantwortung beim Kampf gegen den Klimawandel tragen sollten wie entwickelte Ökonomien. Die USA und die Europäische Union sagen, dass ein neues Abkommen diese Teilung überwinden müsse, die seit 1992 besteht. In Durban, Südafrika, wurde dem 2011 schon zugestimmt.


Das Herumeiern bei den jüngsten Gesprächen in Deutschland zeigt, dass die Kontroverse bis zu einer Konferenz in Paris Ende des nächsten Jahres vertagt wird, was das beabsichtigte Ziel unterminiert, das Kyoto-Protokoll zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu ersetzen. Die Entwicklungsländer sagen, dass die reichen Länder für den Großteil des Ausstoßes dieser Gase verantwortlich sind und folglich auf diesem Weg vorangehen müssen.

„Entwickelte Länder befürchten, dass man versucht, das Durban-Paket wieder aufzuschnüren und die Firewall erhalten will“, sagte Alden Meyer, Direktor der Abteilung Politik bei der Union of Concerned Scientists in Washington. Die Eingabe von China „hätte auch im Jahre 2008 geschrieben werden können. Ihrer Ansicht nach hat sich in Durban nichts geändert. Der Standpunkt der USA, der EU und anderen ist, dass sich die Welt fundamental verändert hat“.

Die Eingaben von China und Anderen mit Bezug auf Kyoto besagen, dass die Kyoto-Ziele nur für entwickelte Länder bindend sind. „Anwendbarkeit für alle bedeutet nicht, dass alle gleichmäßig betroffen sind, sondern dass es bei der Umsetzung Unterschiede gibt“, und die Teilung zwischen den beiden Seiten „muss erhalten bleiben“, sagte das LMDC [?] unter Verweis auf die Wortwahl im Durban-Abkommen.

Bestehende Firewall

„Das Problem ist, dass wir die Firewall nie wirklich los geworden sind“, sagte der EU-Repräsentant Jacob Wegman in einem Interview. „Die Chinesen und andere bestehen nach wie vor darauf, dass es zwei Arten von Ländern gibt, und die Erwartungen hinsichtlich ihrer Verpflichtung werden dadurch bestimmt“.

Der US-Botschafter Trigg Talley sagte den Delegierten, dass er zu Hause keinerlei Unterstützung für ein Abkommen erhalten würde, das nicht für alle Nationen gleichermaßen gelten würde. China ist mittlerweile zum größten Emittenten von Treibhausgasen durch seine wachsende Wirtschaft geworden. Dabei hat es Japan überholt; die USA stehen an dritter Stelle.

„Der Status Quo würde für ein Abkommen in Paris nicht funktionieren”, sagte Talley in Bonn. „Es wird ein immer größeres Problem, da sich die Emissions-Profile von Beitragenden ebenso ändern wie die Ökonomien selbst“.

Während es Chinas „Traum” ist, seine ganze Wirtschaft an bindende Reduktionsziele zu binden, sei sein Land aber noch nicht in der Lage dazu, sagte Botschafter Zou Ji. „Ich würde noch einmal empfehlen, unterschiedliche Ziele zwischen entwickelten und Entwicklungsländern auszuhandeln“, sagte er. Auch der indische Botschafter lehnte es ab, die Regeln universell umzusetzen.

Finanzierungsverpflichtung

Ein Gegenstand der Klage von Entwicklungsländern ist fehlende Klarheit darüber, wie viel Geld reichere Länder zur Verfügung stellen, um ihnen Emissionen reduzieren zu helfen und sich an Auswirkungen höherer Temperaturen anzupassen, als da wären steigender Meeresspiegel und schmelzende Gletscher. Entwickelte Länder haben 10 Milliarden Dollar pro Jahr geblecht von 2010 bis 2012 und versprochen, bis 2020 zu einem jährlichen Beitrag von 100 Milliarden Dollar zu kommen einschließlich privater Fonds.

„Es sollte zwischen jetzt und 2020 eine Korrektur nach oben geben“, sagte der Delegierte aus Bangladesh Quamrul Chowdhury, der sich im Namen der 48 ärmsten Entwicklungsländer geäußert hatte.

Meyer von der Union of Concerned Scientists sagte, entwickelte Länder müssen deutlicher werden hinsichtlich ihrer Angebote an ärmere Ökonomien, die nur „anspruchslose Verpflichtungen“ eingehen könnten.

Die Delegierten haben zugestimmt, eine Kontaktgruppe einzurichten, die an formellen Gesprächen teilnehmen und beginnen soll, Entwürfe eines eventuellen Vertrages auszuarbeiten, und zwar bis zum Beginn der nächsten Bonner Gesprächsrunde im Juni.

Link: http://www.thegwpf.org/nowhere-china-u-s-fault-lines-open-climate-treaty-talks/

Kommentar des Übersetzers: Es ist immer wieder interessant, was vor dem Hintergrund des größten Wissenschafts-Schwindels aller Zeiten so abläuft. Ich frage mich immer, ist das nun Kasperle-Theater, um von anderen Dingen abzulenken, oder nimmt irgendjemand der hier Genannten so etwas ernst? Ernst zu nehmen ist doch nur der Wille aller Beteiligten nach immer mehr Geld, oder?

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8 Kommentar(e)

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1

#7: "Ohne Ausbeutung der warmen Länder wäre GB nie Weltmacht geworden ... ."

Das hat bestimmt die warmen Länder gefreut.

2

@ #6

Vermeiden war und ist schon immer teurer als Anpassung gewesen. Gegen zu niedrige Temperaturen hilft Heizen oder entsprechende Kleidung, gegen zu viel Wärme gibt es Kühlmöglichkeiten.
Jedenfalls erfrieren mehr Menschen als Menschen durch Hitze sterben.
All das haben Stern und Ward nicht berücksichtigt, weil es politisch nicht opportun ist.

Und wenn man bedenkt, welche Temperatur- und Niederschlagsabweichungen die CMIP5-Modelle von der gemessenen Realität so produzieren, kommt man nicht umhin den "Begutachtungsprozeß" zu hinterfragen.

Natürlich sind warme und schneearme Winter für die Kfz.-, Wintersport- und Gesundheitsbranche ökonomisch schädlich, aber dem Bürger ersparen sie bares Geld und Krankheitskosten.
Kaltzeiten waren jedenfalls Zeiten der Armut, Warmzeiten dagegen wirtschaftliche Blütezeiten. Die großen Frühkulturen bildeten sich übrigens im warmen Gebiet der Tropen bis Subtropen ... .
Ohne Ausbeutung der warmen Länder wäre GB nie Weltmacht geworden ... .

3

Ich lese grad im Spiegel Online: „Führender Forscher verlässt Spitze des Welt-Klimarats“
http://tinyurl.com/nzrj3v3

4

#1
Sie haben Recht, Her Landvoigt, das CO2 ist der „ziehfaule“ Goldesel, der vor den Karren gespannt wird und von Hinten schieben die Ochsen.

5
Fred Feuerstein

"ist das nun Kasperle-Theater"
Das ist sogar ein ganz wunderbares Theater. So werden die Erfinder des Klimawandels am Nasenring herumgeführt.

6

Wenn keiner zahlen will aber alle kassieren wollen, bricht der Drang zum Klimaabkommen bald in sich zusammen. Die einzigen, die fast schon mit aggressiver Wut zahlen wollen, sind wir Deutschen, obwohl unser Land mit 2 Billionen plus statistisch nicht erfassten 5 Billionen, also mit 7 Billionen Schulden de facto pleite ist.

7

"Ernst zu nehmen ist doch nur der Wille aller Beteiligten nach immer mehr Geld, oder?"

Dem widerspricht die Erkenntnis, die sich hinter diesem Sprichwort verbirgt:
'Erkläre nie etwas mit Konspiration, wenn es auch allein mit Dummheit erklärbar ist'

😉

8
Martin Landvoigt

Die Rollen und die Interessen der Beteiligten sind doch völlig klar. Die Geber-Länder wollen sich ein gutes Gewissen für ihre irrationalen Schudgefühle kaufen. Die nehmerländer wollen aus deiesm Umstand möglichst viel raus holen.

Nur schwant es den Gebern, dass die Menschen, die sie immerhin wählten, sich vielleicht nicht beliebig zum Narren halten lassen wollen.

Denn offensichtlich ist die Frage der CO2 Emissionen gar nicht mehr wirklich wichtig, sondern nur das Vehikel, um einer Umverteilung eine Scheinbegründung zu verpassen.