Bekenntnisse eines ‚Greenpeace-Aussteigers‘ zum Thema Klimaänderung vor dem US-Senat

Anthony Watts
Unser Freund Dr. Patrick Moore, Mitbegründer von Greenpeace, hatte Gelegenheit, seine Geschichte, soweit sie sich auf das Thema globale Erwärmung/Klimaänderung bezieht, vor dem US-Senat zu erläutern. Das ist sehr lesenswert. Mancher wird sich erinnern – seit Dr. Moore sich entschlossen hat, sich gegen die globale Erwärmung zu stellen und für ‚goldenen Reis‘ einzutreten, versucht Greenpeace, seinen Status in dieser Organisation verschwinden zu lassen, genau wie es vielen Personen in der Sowjetunion passiert ist.

Statement von Patrick Moore, Ph.D., vor dem Environment and Public Works Committee des US-Senats

25. Februar 2014

Übernahme natürlicher Ressourcen: Schutz von Ökosystemen und Ökonomien

Sehr geehrte Herren, vielen Dank, dass Sie mir Gelegenheit geben, in der heutigen Anhörung zu sprechen.

Im Jahre 1971 bin ich als PhD-Student der Ökologie einer Aktivistengruppe im Keller einer Kirche in Vancouver beigetreten. Ich segelte auf einem kleinen Boot über den Pazifik, um gegen den Test der Wasserstoffbombe in Alaska zu protestieren. Wir wurden zu Greenpeace.

Nach 15 Jahren im Vorstand musste ich Greenpeace verlassen, als die Organisation einen scharfen politischen Schwenk nach links vornahm und damit anfing, einer Politik zu folgen, die ich aus meiner wissenschaftlichen Perspektive nicht mittragen konnte. Die Klimaänderung war zu jener Zeit, als ich Greenpeace verließ, noch kein Thema, doch ist es das heute mit Sicherheit.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass menschliche Emissionen von Kohlendioxid der vorherrschende Grund für die geringe Erwärmung der Erdatmosphäre während der letzten 100 Jahre sind. Falls es einen solchen Beweis gäbe, wäre er längst offensichtlich gemacht worden. Kein tatsächlicher Beweis, wie ihn die Wissenschaft versteht, existiert.

Das IPCC stellt fest: „Es ist extrem wahrscheinlich, dass menschliche Einflüsse der vorherrschende Grund der seit Mitte des 20. Jahrhundert beobachteten Erwärmung sind“ (Hervorhebung von Watts).

„Extrem wahrscheinlich” ist kein wissenschaftlicher Terminus, sondern eher eine Beurteilung wie vor Gericht. Das IPCC definiert „extrem wahrscheinlich“ als eine „Wahrscheinlichkeit von 95% bis 100%“. Schaut man aber genauer hin, wird schnell klar, dass es sich hierbei nicht um das Ergebnis einer mathematischen Berechnung oder einer statistischen Analyse handelt. Sie wurden „eingeführt“ als ein Konstrukt innerhalb der IPCC-Berichte, um eine „Experten-Beurteilung“ auszudrücken, wie sie von den IPCC-Autoren festgelegt wird.

Diese Beurteilungen basieren nahezu vollständig auf den Ergebnissen komplizierter Computermodelle, die dazu gedacht sind, die Zukunft des globalen Klimas vorherzusagen. Wie von vielen Lesern bereits bemerkt, darunter Dr. Freeman Dyson vom Princeton Institute for Advanced Studies, ist ein Computermodell keine Kristallkugel. Wir mögen sie für kompliziert halten, aber wir können die Zukunft mit einem Computermodell nicht besser vorhersagen als mit einer Kristallkugel, dem Werfen von Knochen oder durch Gebete zu den Göttern.

Der vielleicht einfachste Weg, den Trugschluss der „extremen Gewissheit“ aufzudecken, ist der Blick auf historische Aufzeichnungen. Hinsichtlich dieser Aufzeichnungen haben wir tatsächlich ein gewisses Maß an Gewissheit verglichen mit den Vorhersagen für die Zukunft. Als sich vor über 500 Millionen Jahren das moderne Leben entwickelte, lag der CO2-Gehalt 10 mal höher als heute, und doch blühte das Leben zu jener Zeit. Es gibt eine gewisse Korrelation, aber wenig Beweise, um eine direkte kausale Beziehung zwischen der Temperatur und dem CO2 im Verlauf der Jahrtausende zu stützen. Die Tatsache, dass wir sowohl höhere Temperaturen als auch eine Eiszeit zu einer Zeit hatten, als die CO2-Emissionen 10 mal höher lagen als heute, widerspricht fundamental der Gewissheit, dass menschliche CO2-Emissionen der Hauptgrund einer globalen Erwärmung sind.

Heute stecken wir immer noch fest in etwas, das im Wesentlichen die Eiszeit des Pleistozän ist mit einer mittleren globalen Temperatur von 14,5°C. Dieser Wert steht gegen einen Tiefstwert von 12°C in Perioden maximaler Vereisung während dieser Eiszeit und einem Mittel von 22°C während der Treibhauszeiten vor dieser Eiszeit, wobei die Warmzeit vor der jüngsten Eiszeit viel länger dauerte als diese. Während der Treibhauszeiten gab es an beiden Polen kein Eis, und von Pol zu Pol herrschte durchweg tropisches oder subtropisches Klima. Noch vor 5 Millionen Jahren waren die arktischen Inseln Kanadas komplett bewaldet. Verglichen mit der Historie des Lebens auf der Erde leben wir heute in einer ungewöhnlich kalten Periode, und es gibt keinerlei Gründe für die Annahme, dass ein wärmeres Klima etwas anderes wäre als von Vorteil für die Menschheit und die Mehrheit anderer Spezies. Es gibt reichlich Gründe für die Annahme, dass eine plötzliche Abkühlung des Klimas katastrophale Folgen für die menschliche Zivilisation zeitigen würde.

Nähert man sich immer weiter dem heutigen Datum, ist es aufschlussreich, die globalen Temperaturaufzeichnungen der letzten 130 Jahre zu betrachten. Das IPCC behauptet, dass die Menschen der dominante Grund für die Erwärmung „seit Mitte des 20. Jahrhunderts“ seien, also seit 1950. Von 1910 bis 1940 nahm die globale Temperatur um 0,5°C zu. Dann gab es 30 Jahre lang einen „Stillstand“ bis 1970. Diesem folgte eine Erwärmung um 0,57°C während des 30-jährigen Zeitraumes von 1970 bis 2000. Seitdem gab es keine Erwärmung mehr, vielleicht sogar eine leichte Abkühlung der mittleren globalen Temperatur. Dies allein reicht schon aus, den Computermodellen die Validität abzusprechen, haben doch die CO2-Emissionen während dieser Zeit stetig zugenommen.

Der Temperaturanstieg von 1910 bis 1940 war mit dem Anstieg zwischen 1970 und 2000 nahezu identisch. Trotzdem hat das IPCC den Anstieg von 1910 bis 1940 nicht dem „menschlichen Einfluss“ zugeordnet. Das IPCC steht fest zu seinem Glauben, dass ausschließlich der Einfluss menschlicher Emissionen zur Erwärmung „seit Mitte des 20. Jahrhunderts“ geführt habe. Warum glaubt das IPCC, dass für eine nahezu identische Temperaturzunahme nach 1950 hauptsächlich „menschlichen Einflüssen“ geschuldet ist, wenn es keine Erklärung für den gleichen Anstieg von 1910 bis 1940 hat?

Es ist wichtig, hinsichtlich der düsteren Prognosen bzgl. einer Erwärmung um 2°C zu erkennen, dass Menschen eine tropische Spezies sind. Die Menschheit entwickelte sich am Äquator in einem Klima, in dem Frostwetter nicht existierte. Man könnte sagen, dass Frost und Eis Feinde des Lebens sind, außer für die relativ wenigen Spezies, die Anpassungen an Frosttemperaturen während dieser pleistozänen Eiszeit entwickelt haben. Es ist „extrem wahrscheinlich“, dass höhere Temperaturen als heute viel besser wären als niedrigere.

Ich weiß wohl, dass meine Aussagen den Spekulationen über unser Klima diametral entgegenstehen. Allerdings bin ich zuversichtlich, dass die Geschichte mir recht geben wird, sowohl hinsichtlich der Sinnlosigkeit, sich auf Computermodelle zu verlassen, um die Zukunft vorherzusagen, als auch hinsichtlich der Tatsache, dass höhere Temperaturen für die meisten Spezies besser sind als niedrigere.

Falls wir wünschen, die natürliche Biodiversität und das menschliche Wohlergehen zu behalten, sollten wir simultan für eine Erwärmung und eine Abkühlung planen mit der Erkenntnis im Hinterkopf, dass eine Abkühlung der schädlichere der beiden Trends wäre. Wir wissen nicht, ob sich der gegenwärtige Stillstand der Temperatur noch einige Zeit fortsetzt, oder ob es in naher Zukunft wärmer oder kälter wird. Was wir mit „extremer Sicherheit“ wissen ist, dass sich das Klima immer ändert, wenn auch mit Unterbrechungen, und dass wir mit unserem begrenzten Wissen nicht in der Lage sind vorherzusagen, welchen Weg die Temperatur als Nächstes einschlägt.

Danke für die Gelegenheit, meine Ansichten zu diesem wichtigen Thema zu äußern.

Im Anhang finden Sie das Kapitel zur Klimaänderung aus meinem Buch „Confessions of a Greenpeace Dropout: The Making of a Sensible Environmentalist“ [etwa: Bekenntnisse eines Greenpeace-Aussteigers: Der Werdegang eines vernünftigen Umweltaktivisten]. Vielleicht könnte man diesen Anhang dem Protokoll beifügen.

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Dieses Kapitel steht als PDF hier: 22514HearingWitnessTestimonyMoore

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Aktualisierung:  Dr. Moore fügt den folgenden Kommentar hinzu:

Patrick Moore (@EcoSenseNow)

Es ist schön, all die positiven und informativen Kommentare zu lesen. Es schmerzt mich, den Eintrag bei Wikipedia zu sehen, der angeblich von mir stammen soll, in Wirklichkeit aber von meinen Feinden geschrieben worden ist; und er ist sehr schwer zu ändern, weil es die Herausgeber nicht mögen, wenn Leute ihre eigene Biographie einstellen. Ich traue Wiki nur hinsichtlich nichtpolitischer Einträge, zum Beispiel Boron.

Für eine dokumentarische Beschreibung der Gründung von Greenpeace siehe http://www.beattystreetpublishing.com/who-are-the-founders-of-greenpeace-2/.

Ich habe meine Aussage und drei diese unterstützende Graphiken ins Internet gestellt. Das kann man sich hier ansehen: https://www.dropbox.com/sh/s65ljwrbuetrrny/PadEn_XjT7.

OK, ihr Klimakrieger, es ist an der Zeit für eine ernsthafte Diskussion, um Fakten von Meinungen zu trennen, Fakten von Einflüsterungen und Fakten von Vorhersagen. Es ist zu hoffen, dass ein normaler Neuntklässler in der Lage ist, diese Unterscheidungen vorzunehmen.

Falls man meinen gesamten Text zum Thema Klima lesen will, schaue man auf das letzte Kapitel in meinem Buch, dass bei Amazon als E-Buch oder gedruckt hier zu finden ist.

Link: http://wattsupwiththat.com/2014/02/26/confessions-of-a-greenpeace-droput-to-the-u-s-senate-on-climate-change/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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3 Kommentare

  1. #2: Guy Walder sagt am Samstag, 01.03.2014, 18:31:
    „Ist Ihnen die Studie der fz-juelich.de „Bedeutsames Rätsel der Atmosphärenchemie gelöst“ bekannt? … Nein, kannten wir bisher nicht. Mit freundlichen Grüßen Admin“

    Ist auch gut so, denn es handelt sich nur um da übliche Geschwafel nach weiteren Forschungsgeldern. Hier das Zitat aus der Pressemitteilung:

    „Ein gutes Verständnis des Zusammenhangs zwischen Erhöhung der Bodentemperatur, Pflanzenemissionen, Aerosolentstehung und Wolkenbildung gilt unter Fachleuten als wesentlich, um die künftige Entwicklung des Klimas richtig vorherzusagen. „Unsere aktuellen Forschungsergebnisse können helfen, Computermodelle der Atmosphäre zu verbessern und vorhandene Unsicherheiten in der Klimaprognose zu verringern“, sagt Prof. Andreas Wahner, Direktor des IEK-8.“

  2. @admin: Weil das Kontaktformular nicht geht, schreibe ich hier.
    Ist Ihnen die Studie der fz-juelich.de „Bedeutsames Rätsel der Atmosphärenchemie gelöst“ bekann? Würde in Ihren Blog passen, denk ich mal.
    Gruss, Guy Walder

  3. Dr. Patrick Moore’s Vortrag war sehr gut, aber auch die andere Seite kam zu Wort in der selben Sitzung. Ob es etwas bewirkt bleibt offen.

    Auch Dr. John Holdren (Senior Berater von Präsident Barack Obama auf wissenschaftlichen und technologischen Fragen) machte einen Vortrag. Er sprach von extemen Wetterereignissen wie zum Beispiel „Die schwere Dürre die derzeit die Kalifornien und in anderen Bereichen des Südwestens“ und vergaß komplett das die meisten Staaten eher ein Problem mit der extremen Kälte haben 😉

    Es wäre schön wnn „eine ernsthafte Diskussion, um Fakten von Meinungen zu trennen, Fakten von Einflüsterungen und Fakten von Vorhersagen“ klappen würde, aber ich bezweifle daß dies passieren wird. Es wird weiterhin der Gott des CO2 angebetet und mit eine Carbontax und ähnlichem zur milde bewegt.

    Dr. John Holdren hat den Klimawandel dazu benutzt um dieses Video zu machen:
    „The Polar Vortex Explained in 2 Minutes“ http://tinyurl.com/lcahbtg
    Viele Gewässer in Nordamerika waren und sind gefroren wie in einer kleinen Eiszeit. Ergo, die kleinen Eiszeit ist durch einen warmen Nordpol verursacht, oder?
    In einer „eine ernsthafte Diskussion“ würde diess doch gleich als absurdum abgetan. Denn wenn es wärmer wird dann wird es wärmer und nicht so sehr kalt wie grade in Nordamerika.

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