Mehr Spaß mit Öl und Gas

Willis Eschenbach
Nachdem ich so viel Spaß hatte mit Mr. King Hubbert und der EIA dachte ich mir, ein anderes Puzzle zusammenzufügen. Diesmal wurde ich inspiriert durch ein Statement des Kings selbst, das jemand in jenem Beitrag angeführt hatte:

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Hubbert sagte Reportern: „Ein Kind, das Mitte der dreißiger Jahre geboren worden ist, wird in seinem Leben den Verbrauch von 80% allen amerikanischen Öls und Gases erleben; ein Kind, das um 1970 geboren worden ist wird sehen, dass die meisten Reserven der Welt verbraucht worden sind“.

Da sich Mr. King Hubbert Sorgen darüber machte, dass viele der Reserven der Welt verbraucht worden sind, dachte ich mir einmal nachzuschauen, wie viele der US-Reserven während des letzten Drittels eines Jahrhunderts verbraucht worden sind. Das ist eine interessante Antwort…

Abbildung 1: Ein Vergleich der jährlichen Schätzungen der nachgewiesenen US-Ölreserven (rote Linie) und der kumulierten US-Ölerzeugung (blaue Linie) während des Zeitraumes 1980 bis 2012. Daten: 2013 BP Statistical Review of World Energy. „Nachgewiesene Reserven” in dem Datensatz sind wie folgt definiert: „Nachgewiesene Ölreserven – im Allgemeinen die Mengen, die mit hinreichender Gewissheit aus geologischer und ingenieurlicher Sicht entdeckt werden können, abgeleitet aus heutigen bekannten Reservoiren unter den bestehenden ökonomischen und bearbeitungstechnischen Bedingungen“.

Es scheint, dass wir seit 1980 keinerlei Glück mehr hatten. Zunächst verbrauchten wir vollständig die nachgewiesenen Reserven bis auf den letzten Tropfen.

Dann haben wir alles noch einmal verbraucht. Und dann zum dritten mal… und die nachgewiesenen Reserven sind immer noch dort, wo sie angefangen haben.

Da King sich auch Sorgen darüber machte, dass die Erdgasreserven der USA und global vollständig aufgebraucht seien, dachte ich mir, auch da einmal nachzuschauen.

Abbildung 2: Ein Vergleich der jährlichen Schätzungen der in den USA nachgewiesenen Gasreserven (rote Linie) und der kumulativen Gaserzeugung der USA (grüne Linie) für den Zeitraum 1980 bis 2012. Daten: 2013 BP Statistical Review of World Energy.

Und wir erkennen das Gleiche. Es begann im Jahre 1980 mit 6 Billionen Kubikmeter nachgewiesener Gasreserven. Seitdem haben wir etwa 10 Billionen Kubikmeter, etwa dreimal so viel wie unsere originalen Reserven. Der wesentliche Unterschied zwischen Gas und Öl besteht darin, dass die nachgewiesenen Reserven von Gas um ein Drittel höher liegen als 1980.

Ich erwähne das hier nur aus einem einfachen Grund: nämlich um zu zeigen, dass wir nicht genug wissen, um irgendwelche Fragen zu beantworten, wie viel Öl und Gas wir verbraucht haben; oder zu bestimmen, ob der King mit seinen Behauptungen recht hatte. All den Daten zufolge haben wir seit 1980 dreimal die nachgewiesenen Reserven von Öl und Gas verbraucht, und trotzdem sind die nachgewiesenen Reserven heutzutage immer noch genauso oder sogar größer als im Jahre 1980. Wie also können wir entscheiden, ob Hubbert recht hatte oder nicht?

Versuchen Sie jetzt bitte nicht, mir geduldig all die Gründe für dieses kuriose Phänomen zu erklären, weil ich die alle schon mal gehört habe. Ich versichere, ich verstehe alle Schwierigkeiten hinsichtlich der Schätzung nachgewiesener Reserven, und die Tatsache, dass die Daten von Ölgesellschaften stammen und sich die Technologie laufend verbessert und die Unternehmen dazu tendieren auszubeuten, bis sie Vorräte für etwa 20 Jahre angesammelt haben und dass die Wirtschaft eine große Rolle spielt und… Ich kenne alle Gründe für das, was ich oben gezeigt habe.

Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass es sehr, sehr schwierig ist vorherzusagen, was mit zukünftigen Reserven passiert, oder was deren Gesamtmenge betrifft, oder wieviel erschließbare Energie die Welt enthält.

Das zugrunde liegende Problem ist, dass die nachgewiesenen Reserven die Menge wirtschaftlich abbaubaren Gases und Öls repräsentieren… und das hängt natürlich komplett von den aktuellen Preisen und der gegenwärtigen Technologie ab. Mit anderen Worten, die Menge der „natürlichen Ressourcen“ der Welt ist nicht wirklich eine Funktion der natürlichen Welt – sondern eine Funktion menschlichen Erfindungsgeistes. Zum Beispiel lautete die große Sorge in den dreißiger Jahren, dass „Peak Magnesium“ erreicht werden würde, weil die nachgewiesenen Reserven von Magnesiums stark zurückgingen. Oder zurückgegangen waren, bis ein cleverer Chemiker bemerkte, dass man Magnesium aus Meerwasser extrahieren kann… und plötzlich waren die nachgewiesenen Reserven von Magnesium ins Unendliche gewachsen.

Hat sich nun die natürliche Welt verändert, als die nachgewiesenen Reserven von Magnesium von praktisch Null auf unendlich geschnellt sind? Wie ich sagte, die Menge der natürlichen Vorräte hängt von menschlichem Erfindungsgeist ab, und von sonst gar nichts!

Link: http://wattsupwiththat.com/2014/01/12/more-fun-with-oil-and-gas/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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4 Kommentare

  1. @Herrn Pesch

    Die abiotische Entstehung von Erdöl ist wesentlich plausiber als die biotische Erklärung.

    Berücksichtigt man dann noch, das die Theorie der Plattentektonik sehr wahrscheinlich falsch ist und die Theorie der Erdexpansion zutrifft, kann man die biotische Erdölentstehung als Märchen ad acta legen.

  2. Mr. Hubbert, damals bei der Shell in Texas tätig, stellte die Peak-Oil-Theorie im Jahr 1956 auf Basis des typischen Produktionsverlaufes ausgewählter amerikanischer Ölfelder auf. Das betraf also weder unkonventionelle Ölvorkommen noch den Erdgasbereich und erst recht nicht die Methanhydrate. „Fracking“ gab es zu seiner Zeit noch nicht lange und spielte in seinen Betrachtungen sowie auch hinsichtlich der damit gewonnenen Mengen keine Rolle.

    Die Gewinnung aus unkonventionellen Öllagerstätten leidet z.B. nicht unter abfallendem primären Lagerstättendruck und zunehmender zur Unwirtschaftlichkeit führenden „Verwässerung“ des geförderten Rohöls.

    Interessant ist, dass seine Theorie – auf alle Kohlenwasserstoffvorkommen ausgedehnt – massiv erst ab den 1990er Jahren wieder ausgegraben wurde.

    Zu der Zeit waren die Ölpreise sehr niedrig…

    Das sollte sich bald nach dem Jahr 2000 deutlich ändern. Ein Schelm ist, wer Böses dabei vermutet.

  3. Die Diskussion läuft auf einer völlig falschen Basis. Vorab, ich bin kein Geologe, sondern nur ein interessierter Laie der die allgemein zugänglichen Informationen analysiert. Öl und Gas wurden als Produkt der vergangenen irdischen Lebenstätigkeit definiert, von daher wäre deren Umfang recht überschaubar. Peak Oil war die logische Konsequenz. Jetzt tauchen aber ganze Seen von flüssigem Erdgas auf Titan auf, und damit ist die exklusiv biotische Entstehungstheorie von Kohlenwasserstoffen falsifiziert. Auch für einen Laien unverkennbar. Damit nimmt aber die Diskussion um die Reichweiten der irdischen Kohlenwasserstoffvorräte eine ganz andere Wendung! Wenn sich also im Erdmantel, wie von Kutscherov u.a. vermutet, gewaltige Kohlenwasserstoffvorräte befinden, die an geologischen Bruchzonen emporsteigen, hat sich die Diskussion vom bevorstehenden Ende von Öl und Gas erledigt. Die aktuellen Förderdaten zeigen an, dass die Vorräte weit über das hinausgehen, was von den Peak Oil Vertretern kolportiert wird. Die angekündigte Ölknappheit ist nicht eingetreten, was die Welt der Ökos jedoch nicht erschüttert. Religionen haben da ein anderes Zeitverständnis, der Messias ist auch seit 2.000 Jahren im Anmarsch ohne angekommen zu sein, mit dem Peak Oil ist es genau so, das Öl ist nach 40 Jahren alle, und das alle 40 Jahre….

  4. In den Statistiken haben sie wohl noch Erfindung Geist , aber was den Verbraucher angeht , das zählen nur Fakten , harte Fakten die meisten haben Nachzahlungen , für Strom und Gas auch ist die Masse vom Staat abhängig , das führt uns alles in den Ruin und dann noch die Siedlung Politik , noch mehr Menschen in das Land zu holen , ein Chaos erster Güte .

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