Fachzeitschrift ‘Climate of the Past’ lehnt Rahmstorfs Meeresspiegel-Manuskript von Rahmstorf-Gruppe ab: Gutachter finden fundamentale Fehler in der Methodik

übernommen von Die Kalte Sonne
Vor einigen Jahren reiste der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf durch die Salzwiesen North Carolinas an der Ostküste der USA. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten wollte er dort das Geheimnis des Meeresspiegels ein und für allemal klären. Und er fand Ungeheuerliches: Aus den Kalkschalen von Einzellern las die Rahmstorf-Gruppe heraus, dass der weltweite Meeresspiegel heute schneller als je zuvor in den letzten zweitausend Jahren ansteigt. Ein großer Tag für die Unterstützer der Klimakatastrophe. Kurz darauf herrschte aber Katerstimmung. Fachkollegen konnten Rahmstorf Behauptung nicht nachvollziehen. North Carolina eignet sich nämlich gar nicht als Stellvertreter für die weltweite Meeresspiegelentwicklung. Der Meeresspiegel großer Teile der US-Ostküste ist global nicht repräsentativ. Die Anstiegsrate in anderen Teilen der Erde ist viel geringer.


Auch die politische Führung North Carolinas reagierte prompt und entschied, dass die von Rahmstorf vermutete enorme Steigerung des Meeresspiegels selbst für North Carolina nicht plausibel ist und daher in Planungen nicht zu berücksichtigen sei (siehe unseren Blogartikel „Senat von North Carolina erteilt Rahmstorfs beschleunigtem Meeresspiegel eine Absage“). Bereits in den Vorjahren hatte es in Fachkreisen Kritik an den überzogenen Prognosen des Potsdamers gegeben, so zum Beispiel anlässlich einer Analyse einer Arbeit von Vermeer und Rahmstorf aus dem Jahr 2009 auf Climate Sanity.

Die Rahmstorf-Truppe stellte auf stur. Sie blieben bei ihrer fragwürdigen Darstellung und hoffte offenbar, das eine oder andere Paper bei IPCC-freundlichen Journalen unterzubringen. Im Juli 2012 schickten Rahmstorf und Kollegen ein weiteres Manuskript zu den Salzwiesen in North Carolina auf die Reise durch die wissenschaftliche Begutachtung. Als Leitautor fungierte Martin Vermeer von der finnischen Aalto University.

Diesmal wollte man der Welt nicht nur neue klimatische Superlative bieten, nein, man wollte auch noch die Arbeit anderer Kollegen, die auf deutlich weniger dramatische Szenarien kamen, ausbremsen. Eingereicht wurde das Manuskript „On the differences between two semi-empirical sea-level models for the last two millennia“ beim Fachjournal Climate of the Past, wo es zunächst in der Diskussionssparte gebracht wurde. Im Diskussionstadium werden die Arbeit von Fachgutachtern bewertet. Zudem steht es auch jedem anderen Wissenschaftler oder Interessierten frei, Kritik zu äußern und Kommentare online zu hinterlassen, zu denen sich die Autoren dann wieder äußern können.

Im Manuskript schießen Stefan Rahmstorf und seine Mitstreiter scharf gegen die Studie einer Forschergruppe um Aslak Grinsted vom Niels Bohr Institut der Universität Kopenhagen. Der Däne hätte mit seinen Kollegen einen über hunderte von Jahren wirkenden, globalen Langzeitanstieg des Meeresspiegels nicht berücksichtigt. Daher wären die Grinsted-Prognosen für die kommenden 500 Jahre alle zu lasch und falsch. Als angeblichen Beweis führt die Rahmstorf-Gruppe drei einzelne Meeresspiegelrekonstruktionen an. Und wie könnte es anders sein: Eine dieser drei Referenzdatensätze stammt aus North Carolina.

War es Naivität oder realitätsferne Selbstüberschätzung? Dies ist schwer zu sagen. Die Gutachter hatten in diesem Fall leichtes Spiel. Da der überdurchschnittlich steigende Meeresspiegel in North Carolinas ganz offensichtlich nicht die weltweit gemittelte Situation widerspiegelt, taugt der Datensatz auch nicht als Kalibrierung für Modelle. Und da dies eine wichtige Stütze des Modells der Rahmtorf-Gruppe darstellt, stürzte sogleich die gesamte Argumentation zusammen.

Der Herausgeber der Zeitschrift hatte dies frühzeitig erkannt und Aslak Grinsted als Gutachter gewinnen können. Am 4. September 2012 veröffentlichte Grinsted sein öffentliches Gutachten, das fast länger ausfällt, als das zu begutachtende Manuskript. Gleich im zweiten Absatz fällt Grinsted ein vernichtendes Urteil über die Arbeit der Rahmstorfgruppe. Wörtlich heißt es im Gutachten:

Eines der größten Probleme der Arbeit ist, dass sowohl die Analyse als auch die Darstellung entschieden voreingenommen sind.

Während sich Rahmstorf in der deutschen Presse als Vertreter des Konsens und wissenschaftlichen Vernunft darstellt, machen internationale Fachkollegen keinen Hehl aus ihrem Ärger über Rahmstorfs fragwürdige Arbeitsweise. Im weiteren Verlauf des Reviews äußert sich Aslak nicht nur zur lediglich lokalen Relevanz der North Carolina-Meeresspiegelkurve, sondern gibt auch zu bedenken, dass die Rekonstruktion gar nicht zu den real an Küstenpegeln gemessenen Daten passt. Die Rahmstorf-Gruppe hätte zudem im Gegensatz zur Grinsted-Gruppe lediglich ein paar weitere Variablen in ihr Modell eingebaut, die jedoch kaum mit harten Daten zu rechtfertigen sind. Mit einer solchen Vielzahl von Parametern könne man schließlich auch einen Elefanten mit dem Rüssel wackeln lassen. Auch wundert sich Grinsted, dass das Rahmstorf-Meeresspiegelmodell die Hälfte der Kalibrierungsperiode, nämlich die Zeit von Christi Geburt bis 1000 n. Chr. überhaupt nicht in den Griff bekommt, obwohl es doch gerade für diese langen Zeiträume mit seiner starken Langfristanstiegskomponente geeignet sein soll. Lesen Sie hier einige Auszüge aus Grinsteds Gutachtenim englischen Original:

One of the major problems with this work is the decidedly biased analysis and presentation. […] One very problematic aspect of this work is that all the tests are against proxies of local records of sea level whereas the models are of global sea level. For example, the Kemp et al. North Carolina record has a very high 20th century rate of rise compared to tide gauge based estimates. […] Finally, the K11 model [der Rahmstorf-Gruppe] is the same as the G10 model [der Grinsted-Gruppe] with a few additional terms. It is therefore no surprise that it can mimic a wider range of behaviors and fit a greater range of curves. I do not need a study to show me that. However, I remain unconvinced that the additionally parameters can be meaningfully constrained by the proxy data. […] One philosophical issue I have with the comparisons in this manuscript is that the K11 model was formulated with prior knowledge of the Kemp et al. proxy record [Meeresspiegelrekonstruktion aus North Carolina] in mind, whereas the G10 model was not. I.e. we would expect K11 to fit this dataset better regardless of whether it really improves the model. […]The K11 hind-cast deviates strongly pre-1000 AD […]That is remarkable considering that the K11 model was formulated with the specific goal of fitting this record.

Auch Grinsteds Coautorin, Svetlana Jevrejeva äußert sich am 9. Oktober 2012 auf der Begutachtungswebseite des Artikels zur eingereichten Rahmstorf-Studie. Auch sie führt die fehlende globale Signifikanz der North Carolina-Daten an. Sie schreibt, dass die Daten von der US-Ostküste den Meeresspiegelanstieg des 20. Jahrhunderts um nicht unerhebliche 12 cm überschätzen und damit um 70% gegenüber dem globalen Durchschnitt zu hoch liegen. Die falsche Einschätzung des Anstiegs im 20. Jahrhundert pflanzt sich dann als laufender Fehler durch die im Modell berechneten 2000 Jahre fort. Lesen Sie hier einige Auszüge aus Jevrejevas Gutachten im englischen Original:

My question: is the local North Caroline proxy sea level the same as global sea level? It seems to me that NC proxy sea level is a local sea level. There is no evidence to suggest that NC sea level is the same as global sea level […] It seems that NC sea level curve (original curve, not K11 simulation) is overestimating the 20th century sea level rise by 12 cm […] During the 20th century NC proxy sea level shows 70% higher sea level rise than observed global sea level. This systematic bias could propagate back in time and there is no evidence that past sea level from NC is the same as the global.

Bereits am 21 August 2012 wunderte sich der zweite bestellte Gutachter, Robert Kopp vom Rutgers Climate Institute, über eine seltsame Passage im Manuskript der Rahmstorf-Gruppe (Punkt 1 auf S. 3562):

Model parameter values were tuned manually.

Was könnten die Modellierer mit diesem ‘manuellen Tuning’ bloß gemeint haben, fragt sich Kopp in seinem Gutachten.

Am 10. Oktober 2012 fiel dann die Entscheidung der Fachzeitschrift. Herausgeber Mark Siddall vom Institut für Erdwissenschaften der Bristol University teilte dem Leitautor der Rahmstorf-Gruppe, Martin Vermeer, mit, dass das Paper durchgefallen sei. Wörtlich heißt es in der Herausgeberentscheidung:

Da beide Begutachtungen und eine weitere Kommentierung negativ ausfielen und dabei auf fundamentale Fehler in der Methodik hinwiesen, die eine Wiederholung der Analyse erfordert, muss ich leider mitteilen, dass das Manuskript abgelehnt wurde. I empfehle dringend, dass die Autoren davon absehen, [zu diesem Manuskript] weitere Antworten [zu Kommentaren] zu erstellen oder etwa eine veränderte Fassung einzureichen.

Im Folgenden die Herausgeberentscheidung im englischen Original:

Dear Martin [Vermeer],

thank you for submitting to [Climate of the Past Discussions]. As you will note, the two reviewers have submitted their comments. One of the reviewers recommends major changes, the other recommends reject. In addition there are two comments, both of which are substantive and bring into question the validity of the method. I am aware of previous comments and responses on the subject of uplift effects on the extended sea-level record of Kemp et al in PNAS and so feel that the second comment could be dealt with satisfactorily with some added discussion about this uncertainty. However, in the light of the two negative reviews and one comment which all require new analyses and point to fundamental flaws in the methodology of the current paper, I regret to inform you that my conclusion is to support rejection. I strongly dissuade the authors from submitting responses and a revised version.

Although the outcome here has been negative, I hope that you will consider submitting other work in future.

Best regards,
Mark

Auf der Webseite der Diskussionsfassung des Manuskripts prangt seitdem eine interessante Notiz:

Review Status: This discussion paper has been under review for the journal Climate of the Past (CP). A final paper in CP is not foreseen.

Mit Dank übernommen von Die kalte Sonne

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39 Kommentar(e)

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1
Manfred Kaiser

Der Meeresspiegel relativ zu irgendwelchen Küsten kann nie ein geeignetes Maß für eine Änderung des absoluten Meeresspiegels sein ,da die Kontinente oder Teile davon stets hydrostatischen Bewegungen infolge Gebirgsbildungsprozessen ,Eisbedeckungen etc. unterliegen.Ein gutes Beispiel dafür bieten die skandinavischen Küsten,die infolge der km -dicken weggeschmolzenen Eiskappe seit Jahrtausenden einer Hebung unterliegen,die inzwischen mehrere hundert Meter erreicht hat .Da das hochsteigende Material irgendwoher kommen muß ,sinkt die nur wenige hundert km südlich liegende Küste von Norddeutschland,Holland ,Ärmelkanal laufend ein.Die Kelten sind 500 v.Chr. noch trockenen Fußes nach England gelangt.
Wir können allerdings sicher sein,daß sich in den letzten 10.000 Jahren seit Ende der letzten Eiszeit der Meeresspiegel um viele Meter absolut gehoben hat,da die gewaltigen Eiskappen der Nordhalbkugel weitgehend bis auf bescheidene Reste abgeschmolzen sind.Möglichweise sind die Berichte über Sintfluten auf diese Vorgänge zurückzuführen.Das was jetzt noch möglich ist,ist Pipifax.

2
Manfred Kaiser

@34 Bu.H.Adam

Ich möchte dazu noch etwas ergänzen.99,95% des gesamten Kohlenstoffs befindet sich in der Lithosphäre und wird dort durch die Verwitterung auch laufend angereichert.Durch die Verwitterung von silikatischen Gesteinen wird immer Alkali und Erdalkalioxid frei.Dieses ist nicht beständig und bindet mit dem CO2 der Luft zu löslichen Alkalicarbonaten und unlöslichen Erdalkalikarbonaten.Die Erdalkalikarbonate werden sedimentiert.Es wird auf diese Weise laufend CO2 aus der Luft entfernt ,das aber wegen des Gleichgewichts mit dem Meerwasser von dort nachgeliefert wird.Über sehr lange Zeiträume wird aber alles CO2 aufgebraucht sein und damit dem irdischen Leben die Grundlage entzogen sein.Ein Teil des abgelagerten Erdalkalicarbonats wird bei den Gebirgsbildungsprozessen wieder mobilisiert und gelangt über Vulkane etc.wieder in die Athmosphäre und verlangsamt den Prozeß.
Auf Wikipedia ist das anschaulich dagestellt:http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffzyklus
Ironie des Schicksals :
Durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen zögern wir den Tod durch CO2-Mangel hinaus.Das haut bei Schellnhuber und Co. sicher den Stöpsel raus.

3
Dirk Weißenborn

In #36 karikiert sich Herr Bäcker mal wieder selbst.

Beispiel:

"Das ist ganz einfach, und wenn Sie etwas Sachliches beitragen wollen, so tun Sie das, aber sachlich."

Kann man auch "Unsachliches" sachlich beitragen?

4

Lieber Herr Urbahn,33

Ich erkenne bei Herrn Jung einfach mehr Bereitschaft, sich um wissenschaftluche Erkenntnis zu kuemmern, als beispielsweise bei Ihnen, Luening, Paul, oder Weissenborn. Wer es nicht auf die Reihe bekommt, zwischen eustatischen von nichteustatischen oder lokalen und globalen Meerespsiegelveraenderungen zu unterscheiden, zeigt nur, dass ihm die Befaehigung zu einer sachlich angemessenen Diskussion fehlt. Das ist ganz einfach, und wenn Sie etwas Sachliches beitragen wollen, so tun Sie das, aber sachlich. 

5
Dirk Weißenborn

#32 Nico Baecker,

"ich verfasse keine statements, sondern nur die Wissenschaft in Worte."...

sagte die unfehlbare Kurie der Wissenschaft.

Obwohl Sie schon für die Gegenwart keine "blöde Zahl" angeben wollen oder können, erwarten Sie dies durch Modelle für die Zukunft? Wie weit müssen Sie neben der Spur liegen.

Auf Ihren übrigen Laberkram braucht man nicht weiter einzugehen.

6

Rahmstorf, ist eigentlich ausgebildeter Meeresforscher und kein Meteorologe. Ich habe zweimal versucht bei öffentlichen Veranstaltungen, in der Urania und bei einer Klima-Diskussion der Bundestagsfraktion der Grünen, mit ihm zu diskutieren. Sobald er merkt, dass man nicht die seine anthropogene Klimawandel-Position vertritt, weicht er kritischen Fragen aus, wird unsachlich und teilweise sogar aggressiv und versucht den Diskussionspartner als "KLIMASKEPTIKER" zu verunglimpfen.

Seine "CO2-Meeresversauerungs-Theorie" ist aus wissenschaftlicher Sicht ebenfalls nicht haltbar!

Was bewirkt das Kohlenstoffdioxid im Meerwasser?

In den kalten Bereichen der Meere löst sich das Kohlendioxid im Wasser, da die sich bildende Kohlensäure im Meerwasser ist nicht stabil, sondern wird z. B. durch die vorhandene Kalzium- und Hydrogenkarbonate (Bikarbonate) sofort in Kalziumhydrogenkarbonat umgewandelt.

Kalziumhydrogenkarbonat ist gut in Wasser löslich und bleibt im Wasser nur beständig, wenn das Gleichgewicht mit der Konzentration an Kohlendioxid ausgewogen ist. Verschiebt sich das Gleichgewicht, zerfällt z. B. ein Teil des Kalziumkarbonates zu kaum löslichen Karbonat. Außerdem werden ständig unvorstellbare Mengen CO2 durch den Phytoplankton und Bikarbonat durch die Schalentiere und Korallen für die Bildung ihrer Kalkhüllen „herausgelöst“ und u. a. auch sedimentiert – siehe auch Kohlenstoffkreislauf.

Der ständige Nachschub an Kohlendioxid ist also für diese Prozesse nötig!

Das Karbonatsystem bedingt mit ihren Salzen das Puffervermögen des Wassers für die sich bildenden schwachen Kohlensäure. Puffer haben die Eigenschaft bei Zugaben von Säuren (oder Basen), je nach Puffervermögen, den pH-Wert zu stabilisieren, dass keine nennenswerte pH-Wertänderung des Meerwassers (7,5 – 8,4) bei Eintritt pH-verändernder Stoffe erfolgt.

Diese Eigenschaft des Hydrogenkarbonates wird als Säure-Bindungsvermögen (SBV) bezeichnet.

Eine wesentliche Rolle spielt das Gas Kohlendioxid, das in beträchtlichen Mengen im Meerwasser gespeichert ist. Und zwar wegen der Alkalinität des Meerwassers (überwiegend Kationen gegenüber Anionen) in viel stärkerem Maße, als es der Löslichkeit von Wasser oder wässrigen Salzlösungen entspricht.

Während die ganze irdische Lufthülle etwa 2.300 Mrd. t Kohlendioxid enthält, findet sich in den Ozeanen etwa 50-mal so viel (1,3 1014 t) teils gelöst, teils in Carbonaten (lösliche Hydrogenkarbonate). Die im Meer lebenden Pflanzen (vor allem das Plankton) können daher das zur Photosynthese benötigte CO2 direkt aus dem sie umgebenden Wasser aufnehmen.

Da das CO2 und seine Folgeprodukte (Hydrogenkarbonate) in einem chemischen Gleichgewicht stehen, bleibt der pH-Wert des Meerwassers sowohl bei Zugabe von Säuren, als auch bei Zugabe von Basen annähernd konstant. (S. 72/73)

Quelle:
Die Umwelt des Menschen – Wie funktioniert das? Meyers Lexikonverlag, 1989

Dieses Buch hat er wohl nicht geslesen!

7

31 Lieber Herr Bäecker,
was wollen sie mit diesem Nullsatz eigentlich sagen. Wollen Sie leugnen, daß die zeitliche Veränderung der Erdrotation keinen beschleunigten Anstieg der des Meeresspiegels in den letzten 20 Jahren zeigt? Ich verrmute eher, daß in der AGW-Wissenschaft die Erhaltung des Drehimpulses bei Bedarf nicht gilt.
MfG

8

Herr Weissenborn,

"werde ich mir einrahmen. "

Rahmen Sie sich lieber stattdessen den darauf folgenden Satz ein

 " Sie sollten sich lieber fragen, warum die Beschleunigung von den Klimaleugnern als so "anthropogen" angesehen wird, dass man dieses wissenschaftliche Ergebnis alleine schon so vehement verleugnet", 

Das ist die Frage, die Sie mir bitte beantworten.  Dann wuerden Sie zumindst noch den Eindruck machen, Ihnen ginge es bei der Diskussion um Sachliches. Also nochmal, warum haben Klimaskeptiker so ein Problem mit dem wissenschaftlichen Ergebnis, dass das globale Mittel eustatischer Meerespiegelaenderungen beschleunigt ansteigt? 

"Nicht nur, dass Sie zugeben, diese Frage nicht beantworten zu können - was immerhin für eine gewisse Selbsterkenntnis spricht"

Also, wenn es doch Modelle gibt, die sehr viel detaillierter den Dynamik des anthropogenen Anteils am Meerespiegelanstieg in Vergangenheit und Zukunft darstellen, warum sollte ich mich fuer eine dumme Zahl kuemmern? 

Wieso glauben Sie, dass dieser Anteil einer Konstante sei? Das ist genauso schwachsinnig wie bei den Temperaturmessungen. 

"Ich fasse Ihr Statement also zusammen:"

Ich verfasse keine statements, sondern nur die Wissenschaft in Worte.

"Es gibt also keinen Grund, sich aus Sicht eines vorbeugenden "Klimaschutzes" mit dem Meeresspiegel und seinem Verhalten zu beschäftigen."

Wie kommen Sie auf den Bloedsinn? Da man durch Modelle hinreichend grob quantifizieren kann, wie gross der anthropogene Einfluss in der Zukunft ist, muesste man sich zur Dummheit quaelen, dies fuer die Zukunft zu ignorieren.

9

Lieber Herr Urbahn, 23

"eigentlich erwarte ich das auch garnicht, daß Herr Jung wissentschaftlicher Erkenntnis offensteht"

Nun, das Offenstehen wissenschaftlicher Erkenntnis fuer jedermann, garantiert bei uns das GG. Schliesslich zahlt der Steuerzahler ja auch dafuer.
Wenn bei Ihnen und anderen diese Erkenntnis nicht ankommt, so liegt das daran, dass Sie sie nicht abholen. Ganz einfach.

Paul,

achje, Ihr Beispiel ist nun aber zur Verar... der nun ganz Doofen.

Wie gesagt, wenn Sie es nicht auf die Reihe kriegen, zwischen verschiedenen Uraschen zu unterscheiden, so bleiben Sie eben dumm.

10

#21: Gunnar Innerhofer sagt:
"Wenn sie ein wenig aufmerksamer lesen würden, hätten sie längst erkannt, dass ich sehr wohl AGW kritisch bin und ua. Rahmstorf für einen maßlosen Übetreiber und wie ich schrieb, von der Sache Besessenen bezeichne."

Werter Herr Innerhofer,

daß Sie dem Treiben der IPCC-Schergen hier kritisieren ist mir nicht entgangen.
Ihr Problem ist aus meiner Sicht, daß Sie anscheinend glauben daß Personen wie Rahmsdorf Co. das glauben was sie veröffentlichen.
M. E. ist dieser Personenkreis nicht der Wisssenschaft, sonderm dem Fachbereich Marketing/Gehirnwäsche zuzurechnen.

MfG

11
Sebastian Lüning

#24, Dr. Paul
Der isostatische Aufstieg Skandinaviens und der Ostsee hat die Meeresspiegelgeschichte in der Tat ziemlich verkompliziert. Zur Osteee gibt es eine gute Doktorarbeit von Michael Meyer: http://tinyurl.com/pzg25ll
Die Karten in den Abbildungen 17 & 18 stellen das Gebiet vor der Hebung zu verschiedenen Zeiten dar ("Differenzflächenkarten").

Abbildung 4 zeigt zudem, dass der allgemeine Nordseeverlauf aber auch in der Ostsee wiederzufinden ist: Ein schneller Meeresspiegelanstieg in den ersten Jahrtausenden, dann ein allmähliches Abflauen, mit einigen überprägten Zyklen. Bemerkenswert sind die Meeresspiegelprognosen der Arbeit in Abbildung 38. Bis 2100 nimmt Meyer bei Trendfortschreibung lediglich einen Anstieg von 20 cm an, was sehr vernünftig klingt. Eine lesenswerte Arbeit scheint mir.

12
Dirk Weißenborn

#22 Nico Baecker,

Ihren Satz:

"Wieviel wiederum davon anthropogen ist, ist ziemlich wurscht."

werde ich mir einrahmen.

Nicht nur, dass Sie zugeben, diese Frage nicht beantworten zu können - was immerhin für eine gewisse Selbsterkenntnis spricht - nein, auf einmal ist der anthropogene Anteil "wurscht"? Worüber wird denn hier im Kern wohl gestritten?

Ich fasse Ihr Statement also zusammen:

Es gibt also keinen Grund, sich aus Sicht eines vorbeugenden "Klimaschutzes" mit dem Meeresspiegel und seinem Verhalten zu beschäftigen.

Sie müssen dies nur noch Ihren Freunden beim PIK nahebringen.

Gruß

D.Weißenborn

13
Norbert Fischer

@ Martin Landvoigt

"Peer Review? Ist das nicht ds Verfahren, wo sich Gruppen Gleichgesinnter gegenseitig die Korrektheit ihrer Ideen bescheinigt?"

Nein, da haben Sie offensichtlich peer review mit pal review verwechselt. Bei Qualitätsjournalen ist das verboten. Übrigens wäre der Herausgeber ja auch schlecht beraten, Gutachten in Auftrag zu geben, die ihm dann bei seiner letzten Entscheidung nicht wirklich weiterhelfen.

PS: WUWT berichtet in diesen Tagen über einen krassen Fall von Pal Review.

14
Martin Landvoigt

#19: besso keks sagt:

Nanu?
Intensivkurs bei Dr. Paul?
-------
Jetzt sagt er schon mal was vernünftiges, und dann kommt noch immer der Spott?
Oder ist das Strategie, dass man manchen leuten widersprechen muss, damit sie in ihrem eigenen Trotz dann doch das tun, was das Richtige ist?

Bei Charles M. Suhulz habe ich mal eine schöne studie über zirkuläre Verneinung gelesen: Lucy hatte gewonnen.

15
Martin Landvoigt

#4: Norbert Fischer sagt:

Ja, dafür gibt es peer review, ist jemand überrascht?
---------

Peer Review? Ist das nicht ds Verfahren, wo sich Gruppen Gleichgesinnter gegenseitig die Korrektheit ihrer Ideen bescheinigt?

Hat das jemand nicht richtig mitgespielt?

16

#14: Hallo Herr Sebastian Lüning und Mitleser,

nicht nur der Nordseespiegel steigt kontinuierlich,

auch ganz Skandinavien
und zwar NOCH STÄRKER als die Nordsee,
obwohl doch nun die letzte Eiszeit eine ganze Weile her ist.
Und da es schon um lokale Faktoren geht,
hab ich mir natürlich eine Stelle in Schweden rausgesucht,

rund um Umeâdie

die 1cm pro Jahr in die Höhe steigt!

http://katgo.wordpress.com/artikel/landhebung/
bzw.
http://tinyurl.com/oc48cpn

(In Skandinavien ist es es wesentlich leichter,
die Wahrheit (auf diesem Gebiet) zu sagen,
auch oder gerade in Universitäten.)

mfG

17

#16
Hallo Herr Weißenborn,
eigentlich erwarte ich das auch garnicht, daß Herr Jung wissentschaftlicher Erkenntnis offensteht, auch nicht bei seinem Unterstützer Herrn Bäecker.
Ein Glück nur, daß die Daten zur zeitlichen Veränderung der Erdrotation bisher noch nicht in die Hände der AGW-Wissenschaftler gefallen sind, sonst würden da auch auf einmal "unbekannte Fehler" auftauchen, die natürlich den beschleunigten Meeresspiegelanstieg beweisen würden.
MfG

18

Lieber Herr Weissenborn 18

na, schaeumen Sie vor Wut?

"Abgesehen davon, dass hier wieder ein AGW-Kreuzritter versucht, die Luft- und Deutungshoheit über die Wissenschaft zu übernehmen,"

Ich nehme nicht an, dass Sie sich davon ueberzeugen wuerden und koennten, dass ich nur das wiedergebe, was die Wissenschaft schlussfolgert. Und wer sollte die Deutungshocheit haben, wenn nicht die, die sich auskennen, Sie etwa? 

" sind nichteustatische Einflüsse grundsätzlich immer von Bedeutung für den (die) Meeresspiegel."

Haben Sie eine Leseschwaeche...? 

"Die entscheidende Frage aber lautet: Wie hoch ist der anthropogen bedingte Anteil am Anstieg des Meeresspiegels seit 1850? "

Nun, erstmal wissen wir, dass das Wasservolumen beschleunigt ansteigt und man weiss inzwischen auch weitgehend die Ursachen und ihre Anteile daran. Darunter sind Schmelzwasser und Erwaermung dominant.      Wieviel wiederum davon anthropogen ist, ist ziemlich wurscht. Sie sollten sich lieber fragen, warum die Beschleunigung von den Klimaleugnern als so "anthropogen" angesehen wird, dass man dieses wissenschaftliche Ergebnis alleine schon so vehement verleugnet.   

"Eine plausible Antwort auf diese Frage wäre "sachbezogen", nicht die Propaganda in #17."

Wissenschaft ist Propaganda nur fuer Leute, die Angst vor der Wahrheit haben. Wie gesagt, das alles ist nun mal wissenschaftluch abgesichert, ob Ihnen das nun passt oder nicht. 

PS: Im Artikel geht es ja nur um Vermeers PIK Arbeit, die die Beschleunigung nicht zum Inhalt hat. Die Beschleunigung wurde ohne PIK Wissenschaftler entdeckt.
Wissenschaftlich gesehen ist der hier diskutierte Artikels von Vermeer alleine bedeutungslos.

19
Gunnar Innerhofer

Herr Keks #19

bitte ersparen sie sich die Polemik, ich hätte bei Paul einen Kurs gemacht.
Wenn sie ein wenig aufmerksamer lesen würden, hätten sie längst erkannt, dass ich sehr wohl AGW kritisch bin und ua. Rahmstorf für einen maßlosen Übetreiber und wie ich schrieb, von der Sache Besessenen bezeichne.
Auf der anderen Seite, also hier zB. ist es aber oft noch schlimmer. Hier spielen sich nackte Laien auf und posten laufend ihre völlig haltlosen Verschwörungtheorien ins www, wie sie sich alle nennen mögen, von Paul über Heinzwo, Landvoigt und sie inklusive. Ihr habt eine Meinung, kein Problem, die darf man auch loswerden, aber warum ihr es nicht schafft, die notwendigen Physikentnisse zu erlernen um in Klimaforen überhaupt sachlich mitreden zu können bestätigt nur, dass ihr gar nie eure verfestigte Meinung ändern wollt, ihr tretet am Fleck und habt Null Interesse daran, euch weiter zu bilden. Das nervt und für sie gilt bitte das Gleiche wie für genannte: lasst mich in Ruhe, ich werde eure Postings auch nicht mehr beantworten, es macht keinen Sinn, das Niveau der Laien ist wie zu erwarten, im Keller und sie bewegen sich keinen mm die Treppe rauf. So wird das nix, Herr Keks & Co.

Sollen doch Ebel, Nico usw. weiter ihre Zeit vergeuden und euch die Basics erklären. Ich habe keinen Bock mehr, Lernresistenten Laien weiter zu helfen die dann auch noch frech und überheblich auftreten. Nein Danke.

20

Der Meeresspiegelanstieg erregt seit Jahrzehnen die Gemüter. Bereits Arrhenius stellte die begründete Hypothese auf, dass die industriellen CO2-Emissionen durch den Treibhauseffekt zu einer globalen Erwärmung führen könnten. Seitdem gibt es Streit ob es den Treibhauseffekt gibt, was das genau sein soll und vor allem (das ist die zentrale Frage der Wissenschaft) wie sich CO2 quantitativ auf die Temperaturen unserer Planetenoberfläche auswirken könnte. Gegen den wissenschaftlichen Streit ist nichts einzuwenden.

Problematisch ist etwas ganz anderes: Arrhenius sah in einer Erwärmung etwas Positives, eigentlich ein ganz natürliches Empfinden. Mit der Klimahysterie, deren (vermutlich weltweit) exstremistischter Verfechter Rahmstorf ist, glitt die Wissenschaft ins Esoterische ab. Zentraler Punkt ist die Drohung mit der Sintflut. Das Spiegel-Titelbild mit dem versunkenen Kölner Dom und der zugehörige Text, dass die meisten heute lebenden Menschen diese Katastrophe noch erleben werden, hat sich in die Köpfe der Menschen eingebrannt, und es ist ein totaler Unsinn.

Leute wie Rahmstorf ermitteln aus irgendwelchen Untersuchungen, dass an einer bestimmten Stelle der Meeresspiegel vor 1000 Jahren nur um 2 mm angestiegen war, und dass er heute dort um sagenhafte 2,1 mm/Jahr ansteigt. Ziel solcher Untersuchungen ist nur eines: Er will eine Schlagzeile wie "Meeresspiegel steigt dramatisch an, stärker als jemals in den letzen 1000 Jahren - Klimawandel wird immer bedrohlicher". Immer das Bild vom Kölner Dom vor Augen, soll den Kölnern suggeriert werden, spätestens in 2 Jahren ihre Sachen zu packen, es sei denn sie würden endlich die beabsichtigte Welt-Ökodiktatur durchsetzen. Die Sintflut ist angeblich die Strafe Gottes für die sündigen Menschen, um nichts anderes geht es bei der Debatte.

Betrachtet man den Meeresspiegel mit gebotener Nüchternheit, dann stellt man schnell fest, dass kein Mensch durch einen global ansteigenden Meeresspiegel bedroht ist. Das System ist einfach viel zu träge, viel mehr als ein paar Zentimeter sind innerhalb eines Menschenlebens nicht möglich. Meeresströmungen und Errosionen wirken sich weitaus stärker auf die Küstenlinien aus, als langsam ansteigende Pegel. Wer an Küsten oder an Flussläufen lebt, muss wissen dass dort nichts für die Ewigkeit ist. Durch Befestigungsanlagen wie Deiche kann man jedoch einiges machen, dass kann ökonomisch sinnvoll sein, im Gegensatz zum so genannten Klimaschutz. Rahmstorf und andere Panikverbreiter sind für mich Scharlatane übelster Sorte.

21

#7: Gunnar Innerhofer sagt:
"Rahmstorf versucht meiner Meinung nach gar nicht mehr, Grundlagenforschung zu betreiben, er ist definitiv ein besessener Auftragsforscher wo Ergebnisse quasi im Vorfeld bekannt sein müssen und für Rahmstorf zählt nur Eines: es ist schlimmer als gedacht..."

Nanu?
Intensivkurs bei Dr. Paul?

22
Dirk Weißenborn

Wenn man den die tröstenden Worte von "Überflutungsexperte" Bäcker an Herrn Jung so liest, ist man richtig gerührt.

"Das ist etwa so, als wenn beweisen wollten, dass die Weltbevolkerung abnimmt, weil die Bewohnerzahl Ihres Dorfes abnimmt."

Abgesehen davon, dass die sprachliche Qualität dieses Satzes lausig ist, hat er Aussagekraft.

Genau wie der folgende Satz:

Das ist etwa so, als wenn wir beweisen wollten, dass die Weltbevolkerung zunimmt, weil die Bewohnerzahl Ihres Dorfes zunimmt.

"Gerne mischt man dann noch andere nichteustatische Topographieaenderungen hinzu, um sich voellig von der sachbezogenen Diskussion zu verabschieden."

Abgesehen davon, dass hier wieder ein AGW-Kreuzritter versucht, die Luft- und Deutungshoheit über die Wissenschaft zu übernehmen, sind nichteustatische Einflüsse grundsätzlich immer von Bedeutung für den (die) Meeresspiegel.

Die entscheidende Frage aber lautet: Wie hoch ist der anthropogen bedingte Anteil am Anstieg des Meeresspiegels seit 1850?

Eine plausible Antwort auf diese Frage wäre "sachbezogen", nicht die Propaganda in #17.

Niemand bestreitet, dass der Meeresspiegel steigt.

23

Lieber Herr Jung, 5

dass verschiedene Meeresteile verschiedene Topographieaenderungen der Meeresoberflaeche zeigen, negativ wie positiv, ist bekannt. dem allgemeinen globalen Anstiegstrend mit der beobachtbaren Beschleunigung sind natuerlich noch lokale Effekte ueberlagert. 

Daher kann man natuerlich auch durch einen lokalen Trend nichts beweisen oder widerlegen, was sich aufs Globale bezieht. Was gerne versucht wird, ist eine Taeuschung, indem man durch die lokale Effekten "beweisen" will, dass die Beobachung der Beschleunigung auf globaler Skala in Wirklichkeit nicht zutrifft. Gerne mischt man dann noch andere nichteustatische Topographieaenderungen hinzu, um sich voellig von der sachbezogenen Diskussion zu verabschieden.

Das ist etwa so, als wenn beweisen wollten, dass die Weltbevolkerung abnimmt, weil die Bewohnerzahl Ihres Dorfes abnimmt.  

24
Dirk Weißenborn

#15 H. Urbahn,

Hallo Herr Urbahn,

da werden Sie keinen Erfolg haben. TRANSGRESSIONS-Jung ist in der AGW-Gemeinde, was Poseidon für die altgriechische Göttergemeinde darstellte.

Wehe er zürnt... Dann ist "Land unter"!

mfG

Dirk Weißenborn

25

Herr Jung ,
ich dachte sie hätten sich inzwischen die Kurve für die zeitliche Änderung der Rotationsgeschwindigigkeit der Erde für die letzten Jahrzehnte angesehen und daraus gelernt, daß es einen beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels über diesen Zeitraum nicht gibt, egal was AGWler angeblich aus Satellitenmessungen herleiten. Aber in der AGW-Wissenschaft gilt der Satz von der Erhaltung des Drehimpulses wohl nicht, wenn er nicht ins Konzept paßt.
MfG

26
Sebastian Lüning

@ Hans Fischer, #5

Welche Beschleunigung meinen Sie? Hier hilft ein Blick auf die realen Meeresspiegelkurven:
http://www.kaltesonne.de/?p=16018

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Michael Krüger

@Norbert Fischer

"Die Reviewer sind in weiten Teilen dieselben Leute. So geht's natürlich nicht,"

Sie haben es erfasst. Genauso machen Rahmstorf und Co. das seit Jahren.

Rahmstorf und Co. sprechen sich sogar ab, wenn sog. "klimaskeptische" Artikel von unerwünschten Kollegen erscheinen. Dann wird auf die schnelle ein Gegenartikel verfasst und die unerwünschten Kollegen werden verunglimpft. Geht u.a. aus den Climategate-Mail hervor, wo Rahmstorf auch kräftig mitgemischt hat. Er wollte als Leitautor des IPCC Hans v. Storchs Forschungsergebnisse sogar aus den IPCC-Bericht von 2007 streichen. “… why show it in IPCC?” So funktioniert der Peer-Review-Prozess nach Rahmstorf und Co.

http://tinyurl.com/yhw2kd7

Die Reviewer sind idR beste Kumpels von Rahmstorf und Co.. Diesmal hat das aber nicht so geklappt.

Und die größte Ausverschämtheit ist dann noch, dass Rahmstorf sich auf die Güte des Peer-Review-Prozesses (den er und seine Kumpels teils selbst steuern) beruft und diesen zum Maßstab macht.

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Norbert Fischer

Was ist jetzt genau an dem Fall so berichtenswert (der ja schon über ein Jahr zurückliegt)? Kann jemand denn überhaupt einen Forscher nennen, von dem noch nie ein Paper zurückgewiesen worden ist?

Oder geht es nur darum, dass im Paper von Martin Vermeer der Name Rahmstorf als Koautor auftaucht?

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Ist ja nichts neues bei Rahmstorf et al. - Of toppic:

Gestern erschien bei SPON ein weiterer massiv volksverdummender Artikel, der folgendermassen übertitelt war:

200-Jahres-Bilanz: Forscher zeigen Rangliste der Klimasünder-Staaten

http://goo.gl/nwTzS9

Daten aus 200 Jahren, ohne Angaben wie man vor 200 Jahren zB in China oder Indien die Völker zählte, oder welches Indien man meint (oder welche USA), weil Indien ja bis vor 60 Jahren zum Empire gehörte und vorher viel Größer war (Pakistan, Bangladesh usw.), während die USA viel kleiner und auch dort keine umfassensen Messungen hätten vorgenommen werden können.

Wir haben das spontan etwas vereinfacht thematisiert, - vielleicht bemerken es ja so noch andere, oder es kann hier etwas weiter beleuchtet werden?

http://goo.gl/zkmSlm

Vielen Dank für die gute Arbeit hier. Sie wird gerade jetzt jeden Tag wichtiger...

30
Norbert Fischer

Und nun ein Beispiel für nichtfunktionierendes Peer-review:

Drei Herausgeber eines Open Access Journals veröffentlichen in einer Sonderausgabe ihre eigenen Papers und die einer Reihe von befreundeten Kumpels. Die Reviewer sind in weiten Teilen dieselben Leute. So geht's natürlich nicht, die Klimawissenschaft hat nun einen richtigen Skandal.

Ich nenne jetzt mal keine Namen. In 2-3 Wochen werden wir auch hier bei EIKE über den Vorfall lesen können.

31
Michael Krüger

@Norbert Fischer

"Ja, dafür gibt es peer review, ist jemand überrascht?"

Ja ich. Das Rahmstorf und Co. solch einen Unsinn bereits früher publizieren durften und in Blogs weiterhin verbreiten und Kritiker verunglimpfen.

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grad im Cafe mal einen Blick in den unsäglichen Stern geworfen, direkt ein Interview mit "kein Schnee/kein Winter mehr Phantast" Latif entdeckt. Er darf dort mal wieder irrlichtern, dass egal ob warme oder kalte Winter/Temperaturen den Beginn des AGW-Klimawandels beweisen. Zu guter Letzt faselt er, angesprochen auf die ausbleibenden Erwärmung der letzten 15 Jahre, dass diese sich z.Zt. in mehreren tausend Metern Tiefe in den Ozeanen VERSTECKT! um dann umso schlimmer zuzuschlagen...Nur, VOR WEM versteckt sie sich, habe ich mich direkt gefragt und WARUM 😉 Vor den AGW-Faschos oder vor den Klima-Realisten?
Slapstick at its best.

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Gunnar Innerhofer

Ficher #4

G&T?

Das Krasse in diesem Fall war aber gar nicht das Durchrutschen an sich, sondern das im Nachhinein niemand veratwortlich sein wollte, weder Reviewer noch Herausgeber.

Aber, auch peer review ist kein Garant für Qualität, die Wahrscheinlichkeit das völliger Topfen durchgeht wird aber geringer.

Rahmstorf versucht meiner Meinung nach gar nicht mehr, Grundlagenforschung zu betreiben, er ist definitiv ein besessener Auftragsforscher wo Ergebnisse quasi im Vorfeld bekannt sein müssen und für Rahmstorf zählt nur Eines: es ist schlimmer als gedacht...

34

Ausgerahmt! der Torf ist trocken noch!
Wenn schon das Fundament nicht mehr trägt wird es Zeit kleinere Brötchen zu backen oder die stänkernden Reviewer neu zu reviewen.Erstaunt ist niemand mehr, einzig der reviewte selbst verheddert sich zusehens. Den Folgenforschern bläast ein Klima entgegen, dass sich zunehmend abkühlt.

35

"Die Anstiegsrate in anderen Teilen der Erde ist viel geringer."
==============================

Ist man sich EIKE eigentlich bewußt, was das bedeutet?
Je geringer die rekonstruierte Anstiegsrate in den letzten zweitausend Jahren war, desto mehr spricht das dafür, daß der in den letzten Jahrzehnten gemessene Anstieg eine Beschleunigung darstellt.

Gruß
Hans Jung

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Norbert Fischer

Ja, dafür gibt es peer review, ist jemand überrascht? Bedenklicher finde ich den Fall, wo die Reviewer jede Menge fundamentaler Fehler finden, und dann das Paper aber dennoch publiziert wird. Gab es auch schon.

37
Dirk Weißenborn

Die Küstenebenen von North Carolina sind geologisch betrachtet sehr jung und haben sich mit Sicherheit vor allem während der Glazialstadien des Quartärs (hohe Reliefenergie u.a. wegen wesentlich niedrigerem Meerespiegel) durch die fortlaufende Verwitterung des im Landesinneren beheimateten Piedmont-Gebirges in den Atlantik hinein geschoben.

Ein warmzeitlicher, meerespiegelanstiegsbedingter "Verlust" an vor allem sandigem Sediment in der Küstenebene ist zunächst einmal überhaupt nichts Besonderes.

Beim Blick auf die Karte fallen auch wahrscheinlich sich ständig verändernde größere Sandbänke bzw. Inseln in einem Streifen vor der eigentlichen Küste auf - ein Grund, warum North Carolina über keinen einzigen größeren, küstengebundenen Hafen verfügt. Allein schon aus der Analyse dieser Grundsituation heraus erscheint dieses Gebiet problematisch hinsichtlich der Aussagefähigkeit solcher "Klimafolgenforschung".

Von einer lateralen, annähernd küstenparallelen Verlagerung von Sedimentmassen muss ausgegangen werden. Wo also hat Prof. Rahmstorf seine fixen "Meßpunkte" gesetzt?

Wir haben es dort zwar mit einem eher inaktiven Kontinentrand zu tun, jedoch bleibt zusätzlich die Frage, in wieweit Prof. Rahmstorf eventuelle abwärtsgerichtete, epirogene Bewegungen berücksichtigt hat. Die jüngsten Bereiche des Piedmont-Gebirges gehören zum Appalachen-Orogen und sind damit sicher älter als 300 Mio Jahre. Dennoch ist ein auch rezent noch andauerndes Absinken ihrer Vorlandschuttmassen nicht auszuschliessen - analog der seit ähnlich langen Zeiten generell anhaltenden Senkungstendenz weiter Teile Norddeutschlands.

Die Arbeit der Rahmstorf-Gruppe gibt wahrscheinlich noch mehr Zündstoff her, Stichwort: kalkschalige Einzeller und ihre Aussagekraft bezüglich des "heutigen, starken Meeresspiegelanstiegs".

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Ach Rahmstorf!
Wärst du doch in den Salzwiesen von North Carolina geblieben. Früher oder Später wird jeder von der Realität eingeholt!

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Könnte es sein, daß dem einen oder anderen Klimawissenschaftler/Redakteur ein Rückrat nachwächst?
Oder er/sie es quasi wiederentdeckt?