Jede Strahlung ist schädlich! Stimmt das wirklich? Die LNT Hypothese

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“Nur die Dosis macht das Gift”, diese rund 500 Jahre alte Erkenntnis des Herrn Para-celsus wird im politischen Bereich oft ignoriert, und besonders folgenreich ist das heute bei der Kernenergie. Bei Strahlung infolge der friedlichen Anwendung der Kernspaltungsenergie wird JEDE Dosis unabhängig von der Zeit als schädlich deklariert, in Fachkreisen nennt man es die LNT-Hypothese (Linear no Threshold, „Linear, ohne Schwellwert“, (weitere Informationen siehe auch hier). Diese LNT-Hypothese wird von Prof. Dr. Klaus Becker hier auf den Prüfstein gestellt. Seine Schlußfolgerung ist die Aufforderung zu einer Änderung heute weltweit gültigen Strahlenschutzphilosophie. Doch lesen Sie selber:


LNT or not LNT, that is the Question

Prof. Dr. Klaus Becker

ZUSAMMENFASSUNG

Der Autor prüft kritisch Grundlagen und Auswirkungen der LNT-Hypothese und kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die extremen Kosten zur Dosisreduzierung im Niedrigdosis-Bereich selbst bei Akzeptanz der LNT-Hypothese in einem hohen Missverhältnis zu rein hypothetischen und allenfalls marginalen Gesundheitsfolgen stehen. Er fordert deshalb einen baldigen Paradigmenwechsel im Strahlenschutz.

Paradigmenwechsel im Strahlenschutz?

Die Bewertung von Gesundheitsrisiken durch Strahlenexpositionen im Bereich von weniger als etwa 100 mSv ist für eine breitere Akzeptanz der Strahlennutzung auf allen Gebieten einschließlich Kernenergie von erheblicher Bedeutung. Hierzu findet im Zusammenhang mit Berichten und Empfehlungen renommierter Institutionen wie ICRP und BEIR sowie kritischen Stellungnahmen dazu seitens der französischen Akademien der Wissenschaften etc. inzwischen auch hierzulande eine grundsätzliche Diskussion um einen erforderlichen Paradigmenwechsel statt – weg von der LNT(Linear No Threshold)-Hypothese und der daraus abgeleiteten Kollektivdosis und hin zu einem strahlenbiologisch sinnvolleren Konzept. Erkenntnisse über grundsätzliche Unterschiede in der biologischen Wirkung niedriger und höherer Dosen, aber auch die fortgeschriebene Beurteilung der radiologischen Folgen des Tschernobyl-Unfalles vermitteln dazu anregende Einsichten.

Nicht nur in der StrahlenschutzPRAXIS (z. B. [1, 2]), sondern auch in anderen Fachzeitschriften [3, 4, 5] hat in den letzten Jahren u. a. der Verfasser auf die weltweite Kontroverse zu den Risikoannahmen für niedrige und niedrigste Strahlendosen aufmerksam gemacht. Auf Grund neuerer Erkenntnisse findet dieses Thema zunehmend auch in Deutschland Interesse. So fand z. B. im April 2006 in Theuern ein Workshop zur LNT- und Kollektivdosis-Problematik statt [6] und auch die 4. Biophysikalische Arbeitstagung in Bad Schlema vom 22. Bis 24. 9. 2006 befasst sich mit dieser Thematik. Dies mag eine kurze Darstellung einiger neuer Entwicklungen rechtfertigen.

Wahrnehmung und Kosten des Niedrigdosis-Risikos

Zur Definition niedriger und niedrigster Strahlendosen gibt es noch keinen formellen internationalen Konsens. Die meisten Autoren sprechen bei weniger als 100–200 mSv, das heißt unterhalb der Schwelle nachweisbarer negativer Gesundheitseffekte, von niedrigen und unterhalb 10–20 mSv von niedrigsten Dosen. So werden in einer wichtigen Erklärung der französischen Akademien der Wissenschaften und Medizin zur Bewertung von Niedrigdosen [7] konservativ < 100 mSv als Niedrigdosen angenommen. Leider ist eine rein sachliche Risikodefinition, etwa als Produkt aus Schadensgröße und Eintrittswahrscheinlichkeit, infolge einer Vielzahl komplizierender Faktoren hier nur bedingt anwendbar. Es gibt deshalb Modelle zur Quantifizierung des „gefühlten Risikos“ [8] unter Berücksichtigung von

·       Risikokontrolle (durch den Einzelnen kontrollierbar oder nicht),

·       Nutzen (Risiko verursacht Nutzen für den Einzelnen oder nicht),

·       Freiwilligkeit (Risiko freiwillig oder unfreiwillig),

·       Schweregrad (von kleineren bekannten Risiken bis zu katastrophalen Ereignissen),

·       Manifestierung (sofortige oder verzögerte Wirkung),

·       Ursache (natürliche oder „künstliche“ Risikoquelle) etc.

Unter anderem stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach der Möglichkeit einer monetären Bewertung von Gesundheitsschäden. So kommt man in einem der zahlreichen Vergleiche von Risikominderungs-Kosten [9] zu dem Schluss, dass die Anwendung der derzeitigen US-Strahlenemissions-Vorschriften für Kernkraftwerke für ein Jahr zusätzlicher statistischer Lebenserwartung etwa 100 Mio. USD kostet. Bei der Radionuklid-Emission durch ein NRC-genehmigtes Kernkraftwerk auf der Basis der derzeit „offiziellen“ Annahmen zum Strahlenrisiko liegen diese Kosten mit 1.200 USD noch erheblich höher. Zum Vergleich: Bei Verbreiterung der Landstraßen um 60 cm läge dieser Wert bei etwa USD 0,12.

Selbst wenn man die LNT-Hypothese für richtig halt, bleibt das Risiko niedriger Dosen für die Volksgesundheit nach allen strahlenbiologischen Erkenntnissen vernachlässigbar, das Risiko für die Volkswirtschaft hingegen nicht. So errechnet sich ohne natürliche und medizinische Strahlenquellen für den Aufwand zur Vermeidung eines hypothetischen „Strahlentoten“ in der Nuklearindustrie ein monetärer Wert zwischen etwa 2 und 10 Mio. USD (bis zu 40 Mio. USD), mit einem Mittelwert in England um 4 Mio. USD [10] (übrigens sinkt mit zunehmendem Alter die „Willingness to Pay“). Solche Summen sind recht hoch für die Hälfte der Menschheit mit weniger als 700 USD Jahreseinkommen, wo 4 Mio. USD mindestens 5.700 Jahreseinkommen entsprechen. Daraus ergeben sich unter anderem interessante ethische Fragen. Oder wie es kürzlich formuliert wurde [8]: „Welche Denkweise konnte zu solch einer Ungleichheit und ungeheuerlichen (engl. „eregrious“) Verschwendung von Ressourcen führen?“

Die LNT-Kontroverse

Mehrere Expertengremien wie ICRP, NCRP und BEIR haben sich kürzlich zur kanzerogenen Wirkung niedriger Dosen geäußert. Besondere Beachtung fand der Entwurf ICRP 2005. In diesen Entwürfen finden sich zwar vorsichtige Einschränkungen hinsichtlich der wissenschaftlichen Belastbarkeit der LNT-Hypothese und der daraus durch Multiplikation niedrigster Dosiswerte mit großen Bevölkerungszahlen abgeleiteten Risiken. So heißt es in dem Entwurf ICRP 2005, dass die „Kollektivdosis nicht als solche benutzt werden sollte, um Entscheidungen zu treffen. Für Entscheidungen ist eine hohe Dosis für wenige Personen nicht äquivalent mit einer niedrigen Dosis für viele Personen …“ sowie die vage Bemerkung, dass „die Beziehung zwischen Dosis und gesundheitlicher Wirkung komplex ist“.

Trotzdem wird aber letztlich entschieden, dass die Mittelung der absorbierten Dosis nur unter der Annahme von LNT möglich ist, da alle Einheiten im Strahlenschutz auf dieser Hypothese basieren.

ICRP konzidiert, dass diese Empfehlungen „nicht allein auf der Basis wissenschaftlicher Konzepte“ beruhen, sondern auf „weltweiten Entscheidungen von Regierungen, Gerichten und Volksbefragungen“ [1]. Hier mischen sich eindeutig wissenschaftlich begründbare Sachfragen mit den fluktuierenden Stimmungslagen der „political correctness“ [5]. Dies wird auch besonders deutlich in der zunehmenden Tendenz, hinausgehend über die bisher übliche Praxis künftig auch alle anderen tierischen und pflanzlichen Spezies in Strahlenschutzbetrachtungen einzubeziehen, und ICRP gründete ein neues Komitee für solche und andere „ethische“ Fragen.

Zur uneingeschränkten Benutzung des Kollektiv-Dosis-Dogmas wurden schon häufig Bedenken geäußert, unter anderem seitens der SSK vor fast zwei Jahrzehnten [24]. Das hat aber keinesfalls bewirkt, bei Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen nicht 0,01 mSv/Jahr, das heißt ca. 0,4 % der mittleren natürlichen Exposition, als Freigabegrenze zu praktizieren.

Die Meinung der Fachwelt

Wie voraussehbar, gibt es zunehmend Bedenken gegen LNT und Kollektivdosis in den Grenzwertfestlegungen der Regelsetzer. Diese haben sich unter anderem in einer Serie von zweijährlichen internationalen Kongressen zum Thema „Wirkung niedriger und sehr niedriger Dosen ionisierender Strahlung auf die menschliche Gesundheit“ (Versailles 1999, Dublin 2001, Teheran 2003, Hamilton/Kanada 2005, Varanisi 2006), über die zum Teil auch in der StrahlenschutzPRAXIS berichtet wurde, und in speziellen Fachzeitschriften wie „Internat. J. Nonlinearity“ und „Internat. J. Low Dose“ artikuliert. Die Bemühungen der Strahlenbiologen konzentrieren sich besonders auf Apoptose, Bystander-Effekte, genomische Instabilität, strahleninduzierte Reparaturmechanismen etc. nicht nur auf zellulärer Ebene, sondern auch in größeren Strukturen wie Organen und dem Gesamtorganismus.

Als Ursachen dafür, dass trotz der Bemühungen von Roger Clarke et al. kaum grundsätzliche Verbesserungen der alten Empfehlungen erfolgten, werden unter anderem die bekannte behördliche Lethargie hinsichtlich der Änderung obsoleter Vorschriften, politische Interessen und Einflussnahmen in manchen Ländern, und ökonomische Interessen seitens der Kreise, die von der Erhaltung der Radiophobie recht gut leben, vermutet. Dies hat auch innerhalb der ICRP und anderen Gremien schon zu erheblichen Kontroversen geführt. Im Internet waren bereits Ende 2004 über 200 überwiegend kritische Kommentare gegen den Entwurf ICRP 2005 zu finden. Der substanziellste ist der inzwischen auch in englischer Sprache vorliegende Bericht Nr. 2 der französischen Akademien [7, 11], in dem auf der Basis von 306 vorwiegend neueren Literaturhinweisen die Gültigkeit der LNT-Hypothese in Frage gestellt wird.

Ein anderes Beispiel ist ein Brief des Direktors des Office of Science des U.S. Energieministeriums vom 15. 7. 2005 an den Präsidenten der National Academy of Sciences, in dem es unter anderem heißt: „Es ist bekannt, dass auf dem molekularen, zellularen und Gewebe- bzw. Gesamtorganismus-Level Reparaturmechanismen existieren, die geschädigte Zellen eliminieren und die Krebsentstehung unterdrücken. Neuere Studien belegen, dass die Wirkungsweise sehr niedriger Dosen grundsätzlich anders ist als die hoher Dosen.“

Als Hinweis auf die Meinung der Strahlenschutzfachleute in den USA kann auch eine (derzeit noch unvollständige) Meinungsumfrage eines Strahlenschutz-Informationssystems dienen [12]. Von den Teilnehmern aus unterschiedlichen Bereichen des Strahlenschutzes sprachen sich nur 12 % für die Beibehaltung der LNT-Hypothese aus, jeweils etwa 40 % votierten für eine Schwellenbeziehung bzw. Hormesis und 7 % für eine sublineare quadratische Dosis-Wirkungs-Beziehung.

Strahlenbiologische Erklärung der Hormesis

Die Hormesis, die als Folge der Überlagerung von Schadens- und Defensivmechanismen im Organismus zu einer zunächst J-förmigen Dosis-Wirkungs-Beziehung und einem Schwellenwert um 100–200 mGy führt, ist in letzter Zeit besonders durch die Arbeiten von L. Feinendegen et al. [13] strahlenbiologisch zwingend erklärt und von vielen Seiten experimentell bestätigt worden, nachdem sie zunächst in der Fachwelt unter dem Eindruck des primären DNA-Schadens mit einer gewissen Skepsis betrachtet worden war. Inzwischen hat sie jedoch auch in der Strahlenbiologie einen Platz gefunden, den sie auf anderen Gebieten wie Pharmakologie und Toxikologie längst erlangte.

Deshalb wurde kürzlich von E. L. Calabrese von der University of Massachusetts eine International Hormesis Society mit einer eigenen Fachzeitschrift gegründet. Es ist seit langem für alle erdenklichen Umweltnoxen bekannt, dass eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung eine seltene Ausnahme und keinesfalls die Regel darstellt und kleine Dosen in den meisten Fällen zunächst biopositive Effekte auslösen [23]. Strahlenwirkungen stellen hier keine Ausnahme dar [14].

Kritik an den Grundlagen regulativer Maßnahmen

Die Berichte und Empfehlungen der Vertreter des Strahlenschutz-Establishments als Grundlagen regulativer Maßnahmen wurden auch aus anderen Gründen kritisiert. Unter anderem wird auf die fehlende demokratische Legitimation dieser sich weitgehend aus sich selbst heraus regenerierenden Gruppen mit vielen personellen Überschneidungen zwischen den nationalen und internationalen Gremien hingewiesen. Die hochentwickelte Kunst des selektiven Zitierens stößt ebenfalls nicht überall auf Verständnis: Befunde und Autoren, die dem offiziösen LNT-Dogma widersprechen, werden nur selten und/oder abwertend zitiert, und es gibt begründete Vorwürfe hinsichtlich des Umganges mit epidemiologischen und statistischen Ergebnissen durch Auslassungen, Modifikation bzw. zielführende Interpretation unsicherer Befunde, die dann als Beweis für die LNT-Hypothese interpretiert werden. Außerdem bleibt es nationalen Behörden freigestellt, die ohnehin recht restriktiven Empfehlungen der ICRP noch weiter zu verschärfen. Der Entwurf eines deutschen „Radonschutzgesetzes“ bietet dafür ein anschauliches Beispiel [15].

So ist beispielsweise eine neuere Arbeit von E. Cardis et al. zum Krebsrisiko von Beschäftigten in der Nuklearindustrie in die Kritik geraten. Dazu heißt es in einer kürzlichen Stellungnahme des AKS des FS [16] unter anderem: „Solche Rechnungen sind außerordentlich problematisch. Sie setzen unmittelbar voraus, dass das LNT-Konzept Gültigkeit hat. Nahezu alle hypothetischen Todesfälle werden für einen Dosisbereich berechnet, für den eine Risikoerhöhung nicht nachgewiesen ist … so kann leicht ein grob verzerrter und suggestiv tendenziöser Eindruck vermittelt werden.“

Tschernobyl-Folgen

Als Hauptargumente gegen die Kernenergienutzung werden vor allem genannt: (a) Hypothetisch angenommene, jedoch nicht nachweisbare Schäden durch niedrige Strahlendosen; (b) die wegen politischer Behinderung immer noch „ungelöste“ Entsorgungsfrage; und (c) der Tschernobyl-Unfall als bisher einziger Unfall in einem kommerziell genutzten KKW, bei dem tatsächlich Strahlentote zu beklagen waren. In allen Fällen handelt es sich letztlich um die Bewertung von Niedrigstdosen. Trotz der hinreichend bekannten Fakten [17–19] wurden als Strahlenopfer von Tschernobyl in den vergangenen nahezu zwei Jahrzehnten nicht nur in Medien und Politik immer wieder unsinnig überhöhte Zahlen genannt. Hinweise (auch des Verfassers) auf die tatsächlichen Zahlen wurden selbst im Kollegenkreis oft als unangemessene Verharmlosung angezweifelt.

Zur vorläufig abschließenden Klärung dieser Frage fand zu dem Thema „Chernobyl: Looking Back to Go Forward“ im September 2005 in Wien eine interessante Tagung statt. Die Ergebnisse liegen als überaus lesenswerte Zusammenfassung [20] vor. Die umfassendste Untersuchung eines technischen Unfalles, die je durchgeführt wurde (andere Bezeichnungen wie Katastrophe, Tragödie oder Desaster werden von Fachleuten nur selten benutzt), wurden im allgemeinen Konsens der anwesenden Experten vom Konferenzpräsidenten Burt Bennett (RERF Hiroshima) dahin gehend zusammengefasst, dass es sich um ein Niedrigdosis-Ereignis handelte ohne weitreichende radiologische Folgen. Nachweisbare Erhöhungen der Leukämierate, anderer Krebsformen (außer dem praktisch hundertprozentig heilbaren kindlichen Schilddrüsenkrebs), von genetischen Defekten usw. wurden nicht festgestellt und sind auch nicht zu erwarten. Belegt sind ca. 43 vermutlich hauptsächlich strahlungsbedingte Todesfälle, darunter 29 als Folge des akuten Strahlensyndroms und neun als Folge der erhöhten Schilddrüsenkrebs-Inzidenz unter Kindern (wovon u. a. zwei nicht behandelt und bei einem die Medikamente nicht verabreicht wurden).

Damit liegt die Todeszahl, um ein Beispiel aus einem anderen Bereich der Energiewirtschaft zu wählen, unter einem Durchschnittstag im globalen (60 Tote) [21] bzw. wenigen Tagen im chinesischen Steinkohlebergbau (2004 über 6.000 namentlich bekannte Tote). Andere Vergleiche, z. B. mit erheblichen und z. T. sachlich unbegründeten Strahlenexpositionen in der medizinischen Strahlendiagnostik, die in Deutschland im Jahr nach dem Unfall zehnfach höher lagen als die kollektive Zusatzdosis durch Tschernobyl [22], sind bekannt. Selbst wenn man mögliche Sekundarkarzinome bei den Schilddrüsenfallen etc. berücksichtigt, durfte die Gesamtzahl der „Strahlentoten“ in der betroffenen Bevölkerung im zweistelligen Bereich liegen. Der Grund für eine deutlich verminderte Lebenserwartung unter den Männern und eine Vielzahl sozialer und ökonomischer Probleme ist, und auch darüber bestand voller Konsens, an ganz anderer Stelle zu suchen: Die soziale Verwahrlosung zeigt sich unter anderem im hohen Zigaretten- und Alkoholkonsum, ungesunder Ernährung, Arbeitslosigkeit und einer depressiv-initiativlosen Grundeinstellung.

Trotzdem fand sich in den Presseberichten über die Konferenz die nicht nachvollziehbare Zahl von ca. 4.000 „möglichen Todesopfern“. Auch andere Zahlen wurden mit dreistelliger Genauigkeit gehandelt von möglicherweise noch zu erwartenden, wenn auch grundsätzlich nicht nachweisbaren „Strahlenopfern“ in einer Population mit Millionen normalerweise zu erwartenden Krebsfällen. Diese Zahlen, von E. Cardis und F. Mettler mittels LNT-/Kollektivdosis-Hypothese errechnet, wurden bei den in Wien versammelten Fachleuten als „just politics“ bewertet.

Außerdem wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass sich Hochdosis-Kurzzeitwerte von Hiroshima-Nagasaki-Überlebenden keinesfalls auf die Niedrigdosis-Langzeiteffekte im Tschernobyl-Umfeld übertragen lassen. Offen blieb die Frage, weshalb die relativ geringen Strahlenwirkungen des Tschernobyl-Unfalles eine solche nachhaltige publizistische Breitenwirkung erzielen konnten. Allerdings gibt es inzwischen eine „Tschernobyl-Industrie“ in Ost und West, die von der wirtschaftlichen Auswertung des Unfalles gut lebt. Hinzu kommen politisch-ideologische Interessengruppen, die den Unfall als Anti-Kernenergieargument instrumentalisieren.

Fazit

Zusammenfassend kann man feststellen, dass auf der Basis der in diesem Beitrag nur verkürzt dargestellten neueren Entwicklungen

·       die hohen Kosten zur Dosisreduzierung im Niedrigdosis-Bereich selbst bei Akzeptanz der LNT-Hypothese in einem extremen Missverhältnis zu rein hypothetischen und allenfalls marginalen Gesundheitsfolgen stehen;

·       durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegt ist, dass sich Hochdosis-Dosisleistungs-Effekte nicht auf die biologische Wirkung niedriger und niedrigster Dosen extrapolieren lassen; und

·       die überaus konservative LNT-Hypothese vielfach zur Behinderung von Strahlennutzung in Medizin, Forschung, Technik und Kernenergie instrumentalisiert wurde.

Aus diesen und Gründen wissenschaftlicher Korrektheit und intellektueller Redlichkeit ist ein baldiger Paradigmenwechsel im Strahlenschutz erforderlich.

Literatur

[1] Becker, K.: Niedrigdosiseffekte und kein Ende. In: StrahlenschutzPRAXIS 4/2005, S. 87–90. Und: Quo vadis, Strahlenschutz? atw 51/1, 2006, S. 41–45.

[2] Becker, K.: ICRP 2005 – Much ado about nothing? StrahlenschutzPRAXIS 3/2004, S. 56–57.

[3] Becker, K.: Ursachen, Folgen und Therapie des Radiophobie-Syndroms. atw 50/2, 2004.

[4] Becker, K.: Reflections on Public Acceptance of Nuclear Energy and the Low Dose Issue. atw 46/1, 2001, S. 54–58.

[5] Becker, K.: Low Dose Regulations – from Science to Political Correctness. Internat. J. Low Dose, im Druck.

[6] LNT-Modell und Kollektivdosis – Neue Erkenntnisse und Kritik der Konzepte. 43. Radiometr. Seminar, Theuren, Kontakt: H. v. Philipsborn, Tel.++49/941/ 9 43-33 16.

[7] Académie des Sciences – Académie Nationale de Médicine, Tubiana M., et al. (Ed.): Dose-effect relationships and estimation of the cancerogenic effects of low doses of ionizing radiation. Nucleon, Paris 2005, ISBN 2-84332-018-6.

[8] Sandquist G. M.: Quantifying the perceived risk associated with nuclear energy issues. Int. J. Nucl. Energy Science and Technology 1/1, 2002, S. 61–67.

[9] Tengs, T. O., et al.: Five hundred life saving interventions and their cost-effectivness. Risk Anal. 15, 1995, S. 369–390.

[10] Jackson, D., et al.: A risk related value of spend for saving a statistical life. Proceed 7th Internal Symp. of the Society for Radiolog. Protect., U.K. 2005, in press.

[11] Authors of French Study rebut BEIR VII. Nucl. News 76, Nov. 2005.

[12] Karam, A.: Persönliche Mitteilung. August 2005.

[13] Feinendegen, L. E./Neumann, R. D.: Physics Must Join With Biology in Better Assessing Risk from Low-dose Irradiation. Radiat. Protect. Dos., in press.

[14] Calabrese, J. E./Baldwin, L. A.: Radiation hormesis: Its historical foundation as a biological hypothesis. Human & Experiment, Toxicology 19, 2000, S. 41–75.

[15] Becker, K.: Das Radonschutzgesetz – Ein neuer deutscher Weltrekord? StrahlenschutzPRAXIS 1/2005, S. 65–69.

[16] Breckow, J.: Cardis-Studienkommentar 5 des AKS. StrahlenschutzPRAXIS 4/2005, S. 126–128. Und: Müller et al.: Chernobyl – Looking Back to go Forward. Konferenzbericht, StrahlenschutzPRAXIS 4/2005, S. 80–82.

[17] UNSCEAR 2000: Report to the General Assembly, Sources and Effects of Ionizing Radiation, Vol. II. Annex J: Exposures and Effects of the Chernobyl Accident. United Nations 2000, S. 453–566.

[18] Becker, K.: Zehn Jahre danach: Das Erbe von Tschernobyl. Elektrizitätswirtschaft 95/3, S. 94–96.

[19] Informationskreis Kernenergie: Der Reaktorunfall in Tschernobyl. 2004, ISBN 3-926956-48-8.

[20] Chernobyl Legacy: Health, Environmental and Socioeconomic Aspects, and Recommendations to the Governments of Belarus, the Russian Federation and Ukraine. The Chernobyl Forum, IAEA/PI/A.87/05- 28601, erhältlich von info@iaea.org.

[21] Nuclear Reactions. IAEA Bulletin 47/1, 16. 10. 2005, S. 57.

[22] Regulla, D. F./Eder H.: Patient Exposure in Medical X-ray Imaging in Europe. Radiat. Protect. Dos. 114/1–3, 2005, S. 11–25.

[23] Calabrese, E. J.: Paradigm lost, paradigm found: The re-emergence of hormesis as a fundamental dose response model on the toxicological sciences. Environment. Pollution 2005, im Druck.

[24] Kaul, A., et al. Health Phys. 53, 1987, S. 9–10.

Aus der STRAHLENSCHUTZPRAXIS 2/2006, Seite 44 bis 48

Anmerkung der Redaktion

Herr Prof. Becker ist einer der ganz großen in Deutschland, die sich im Bereich der Wir-kungen von ionisierender Strahlung wissenschaftlich betätigt haben. Sein Bericht erschien 2006 in der Fachzeitschrift „StrahlenschutzPRAXIS“. Für einen Bericht ähn-lichen Inhalts erhielt Prof. Becker internationale Anerkennung durch den Preis der European Nuclear Society für die beste Publikation des Jahres 1998. 

Prof. Becker erhielt für einen Aufsatz mit ähnlichem Inhalt in Nuclear Europe Worldscan 1998 in London den Preis der European Nuclear Society für die beste Publikation des Jahres 1998.

Prof. Dr. Klaus Becker, geb. 1933, Studium der Chemie an der FU Berlin, Diplom 1957, Promotion TU München 1961, Leiter der Dosimetriegruppe der KFA Jülich 1959–1967, Leiter der Sektion „Angewandte Dosimetrieforschung“, ORNL, Oak Ridge, 1967–1975, 1975–1997 Geschäftsführer im DIN und Sekretär des TC 85 der ISO, seit 1996 Vizepräsident (Europa) von „Radiation, Science and Health“. Internationale Herausgeber- und Beraterfunktionen, u. a. für IAEA, EU, WHO und bilateral in ca. 20 Ländern. Etwa 350 Publikationen, Bücher und Patente zu Festkörperdosimetrie, Personen und Umgebungsüberwachung, Strahlenschutznormung sowie über grundsätzliche Fragen der Strahlenrisiko-Bewertung.

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43 Kommentare

  1. Hallo Herr Barth,

    Wie fast immer (wenn es um die DDR) geht, sind solche Recherchen übertrieben. Da ich selber familiär betroffen bin, kann ich das bestätigen, was Sie schreiben. Leider habe ich auch trotzdem keine tiefer gehenden Informationen.
    Wenn Ihnen die Leute dort alt vorkommen, liegt es daran, dass die jungen von dort wegziehen. Es gibt im Erzgebirge nicht mehr viel zu tun.
    Mir geht es übrigens in den Alpen ähnlich. Vielleicht liegt es an der Gebirgs- oder Waldluft.
    Man muss auch wissen, dass es schon immer Lungenkrebs im Erzgebirge gegeben hat. Es ist in Teilen egal, ob man in den Berg geht um Silber zu hauen, oder ob man das Uran fördert. Soweit zur Wismut.

    Ich finde dies nur immer dann interessant, wenn es um Todesopfer bei Kernkraftwerken geht. Der Bergbau wird in jeder Diskussion vernachlässigt. Und es ist ja völlig egal, woher das Uran für Deutschlands Kernkraftwerke kommt und kam. Irgendwo wird es abgebaut. Und da frage ich mich eben, wie sieht es da aus? Auf Pro-Atomkraftseiten findet man dazu null Informationen. Weder positiv noch negativ über den Bergbau. Manchmal, aber auch sehr selten, findet man in allgemeinen (für EIKE: linksgrüne) Medien dazu Informationen. Zuletzt auf SPON über das zweitärmste Land der Welt: Niger, das Hauptlieferant für franz. Uran ist. Da sieht man auch mal wie viel billige Energie Wert ist, wenn der Hauptlieferant ein so armes Land ist.
    Und dann gibt es hier und da mal Aussagen über die Umweltbedingungen dort vor Ort. Und wenn das stimmt, zählen Strahlentote dort auch zu den Todesopfern der Kernkraftwerke? Das war eigentlich mein Anliegen.

    Und daraus folgt dann natürlich (immer unter der Voraussetzung das Vorheriges stimmt), um die Bedingungen vor Ort zu verbessern, wie wirkt dich das auf den Uranpreis aus?

  2. @ 41 Frank Barth
    Sehr geehrter Hr. Barth,
    Sie schreiben: „ARD als Quelle seriöser Informationen würde ich etwas vorsichtig beurteilen.
    Spätestens bei Begriffen wie „exklusives Archivmaterial“ sollte jedem bewusst werden, um was es geht. Seriöse Recherche kommt das sehr schnell unter die Räder.“
    Zunächst und ganz allgemein stimme ich Ihnen zu, was die Qualität der Berichterstattung in den deutschen Fernsehanstalten angeht. Im konkreten Fall wird jedoch in dem von mir aufgeführten Zitat das Vorgehen der sowjetischen Besatzer in den Anfangsjahren durchaus zutreffend beschrieben. Es fasst die Situation – eben als Kontrast zur Aussage von Hr. Burowski, der diese von mir aufgeführten Fakten ja in Abrede stellte – knapp und klar zusammen. Es gab eben nicht nur, wie von Hr. Burowski behauptet, Privilegien, sondern eben auch Zwang, Druck und Missachtung elementarer gesundheitlicher Vorbeugung. Dass man im Laufe der Jahre (und wegen des zunehmenden Mangels an Fachleuten, die über die damals noch offenen Grenzen nach Westen abwanderten) nach und nach mehr auf das Zuckerbrot als auf die Peitsche gesetzt hat, ändert nichts an der Tatsache, dass hier Menschen der DDR für die Zwecke der Sieger verheizt wurden. Stalin brauchte Uran für Bomben und holte es sich ohne Rücksicht auf die Bevölkerung.
    Darüber hinaus sind gerade die Verhältnisse im Bereich des Uranbergbaus in der „Wismut“ sehr umfassend dokumentiert, Sie brauchen nur entsprechende Begriffe in Suchmaschinen wie Lycos einzugeben.
    Ansonsten galt auch für den Bergbau im Westen stets folgendes: Der Kumpel musste die Knochen hinhalten, zahlte mit Gesundheit und Lebenserwartung einen oft hohen Preis, egal ob er Kohle, Erz oder Uran förderte. Als Ausgleich bekam er hohe Bezahlung und Privilegien, beispielsweise Deputatkohle oder die Zechenhäuser, die man überall im Ruhrgebiet auch heute noch sieht. Auch waren nach meinem Kenntnisstand im II Weltkrieg Mitarbeiter in Kohlezechen unter Tage beispielsweise vom Wehrdienst befreit.
    Die Risiken gibt es auch heute noch. Nach wie vor sterben Jahr für Jahr weltweit tausende Kumpel. Es gibt aber auch in anderen Berufen Risiken. Gehen sie mal in ein Stahlwerk, schauen Sie mal nach, wieviele LKW-Fahrer jedes Jahr in Ausübung ihres Berufs auf der Straße ums Leben kommen, und und und. Im Vergleich dazu ist das Berufsrisiko eines deutschen Mitarbeiters einer kerntechnischen Anlage sowas von minimal, und trotzdem wird diesbezüglich immer wieder Panik verbreitet.
    MfG

  3. #40: Fred F. Mueller
    ARD als Quelle seriöser Informationen würde ich etwas vorsichtig beurteilen.
    Spätestens bei Begriffen wie „exklusives Archivmaterial“ sollte jedem bewusst werden, um was es geht.
    Seriöse Recherche kommt das sehr schnell unter die Räder.

    Zum Thema Wismut, dass hier gerade polemisiert wird, würden mich Untersuchungen interessieren, die die Sterberaten der dort lebenden Menschen – ausgeschlüsselt nach Berufsgruppen – untersuchen.

    Also Untersuchungen, die über Behauptungen wie
    #33: E.Teufel
    „Kumpels, die bei der Wismut gearbeitet haben und schließlich im Krankenhaus an Lungenkrebs gestorben sind. Zu welchem Teil Ihrer Statistik zählen die?“
    hinausgehen.

    Es ist sicher richtig, dass Einwirkungen von Staub und schwere körperliche Arbeit Auswirkungen auf Gesundheit und Lebenserwartung haben.
    Darüber hinaus ist mir bei Besuchen in der Gegend aufgefallen, dass dort sehr viele Menschen sehr hohen Alters leben – Alter jenseits der 80 und 90.
    Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass sie in Berufen wie Sprengmeister, med. Personal oder als Angestellte / Leiter im Büro gearbeitet haben.
    Leider habe ich hierzu noch keine aussagekräftige Statistik gefunden.

    Das Thema Zigarettenkonsum lässt sich vernachlässigen, weil Zigaretten in der DDR für alle i.d.R. gut verfügbar waren und von dessen Nutzung auch rege Gebrauch gemacht wurde.

    Abschließend noch eine Ergänzung zur Zwangsverpflichtung zur Wismut.
    Das mag stimmen für die ersten Jahre nach Kriegsende. Später waren das heißbegehrte, weil mit einer Reihe von Privilegien verbundene Arbeitsplätze, inkl. einer top-medizinischen Betreuung und bevorzugter Zuweisung einer Wohnung – bei guter Bezahlung.
    Auch soviel zum Themas „Massenquartiere“ aus der ARD-Sendung.

  4. @ 38: Holger Burowski
    Sie schreiben: „Der Vergleich der Anzahl von Toten bei unterschiedlicher Anzahl von Objekten (KKWs, Autos) ist Unsinn. Wenn Sie schon unbedingt vergleichen wollen, müssen Sie eine Normierung durchführen. (siehe Wahrscheinlichkeitsrechnung, Teilbereich absolute und relative Wahrscheinlichkeit)“
    Kommen Sie mir bitte nicht mit solcher Pseudogelehrtheit. In der Mathematik ist und bleibt Null eben Null. Nada, zero, comprende?
    Sie schreiben: „Soll man Sie jetzt als Diskussionspartner ernst nehmen? Als Journalist sollten Sie doch wissen, was Recherche ist oder? Als Wismutmitarbeiter hatte man in der DDR einen äußerst privilegierten Status. Sind Sie da bei Ihrer Recherche nicht vorbei gekommen?“
    Doch doch, da braucht man gar nicht lange zu suchen, ist alles bestens dokumentiert. Zum Beispiel: „In kürzester Zeit wurde ein unvorstellbares Uran-Imperium regelrecht aus dem Boden gestampft. Eine Region, die vom Krieg verschont geblieben war, wurde ohne Rücksicht auf Verluste umgekrempelt. Überall wurde nach dem begehrten Stoff, aus dem die Bombe ist, gesucht, gebohrt, geschürft, gebuddelt. Der Uran-Hunger der Sowjets war grenzenlos. Die Gefahren der radioaktiven Strahlen wurden einfach ausgeblendet. Die Kumpel bekamen weder Informationen über die Strahlung noch über die anderen Gefahren, die im Berg auf sie lauerten. Die wenigsten gingen aus Begeisterung zur Wismut. Viele wurden schlicht zwangsverpflichtet. Wer sich weigerte, bekam keine Lebensmittelkarten mehr.“ Quelle: Wildwest bei der Wismut, ARD, gesendet am 18.1.14
    http://tinyurl.com/pznbt9p
    Mfg

  5. @ 36: E. Teufel
    Sie schrieben in Ihrem Kommentar # 33: „@F.Müller
    Kumpels, die bei der Wismut gearbeitet haben und schließlich im Krankenhaus an Lungenkrebs gestorben sind. Zu welchem Teil Ihrer Statistik zählen die?“
    Und ich antwortete, dass diese zu den Opfern des Stalinismus gehören. Jetzt schreiben Sie: „Na Herr Müller, da habe ich Ihnen eine Frage zu Ihren Zahlen gestellt und Sie können darauf nur abweichend antworten. Schade auch.“
    Herr Teufel, ich habe keine Statistik präsentiert, und ich bin auch nicht ausgewichen. Null ist Null, da braucht man keine Mathematik zu betreiben. Mein Thema war nicht der Uranbergbau. Und Sie haben mir auch in # 33 keine Frage zu Zahlen gestellt. Was Sie hier liefern, ist ein prima Beispiel für Ihre Art der Diskussionsführung. Fleisskärtchen bekommen Sie von mir dafür nicht.
    Mfg

  6. #32:Fred F. Müller
    „Hier noch eine Kleinigkeit zum Nachdenken: Einer aktuellen Untersuchung zufolge sterben in Deutschland jährlich 19.000 Menschen durch ärztliche Behandlungsfehler. Macht in den Jahren seit Bestehen der Bundesrepublik rund 1,2 Mio. Tote durch die moderne Medizin. http://tinyurl.com/oayxoc5

    Zum Vergleich: Tote durch radioaktive Unfälle in deutschen Kernkraftwerken im gleichen Zeitraum: 0 (Null)“

    Der Vergleich der Anzahl von Toten bei unterschiedlicher Anzahl von Objekten (KKWs, Autos) ist Unsinn. Wenn Sie schon unbedingt vergleichen wollen, müssen Sie eine Normierung durchführen. (siehe Wahrscheinlichkeitsrechnung, Teilbereich absolute und relative Wahrscheinlichkeit)

    #34:
    „einfache Antwort, zu den Opfern des Stalinismus. Die Sowjetunion war damals wie der Teufel (oh Entschuldigung, keine Aehnlichkeit mit lebenden Personen beabsichtigt) hinter der armen Seele dahinter her, dass Deutsche keinen eigenen Zugriff auf Uranressourcen bekamen. Deshalb musste das Vorkommen schnellstmöglich bis zum letzten Krümel abgebaut und zum grossen Bruder im Osten geschafft werden. Arbeitsschutz war dabei Nebensache, es krepierten ja eh keine Sieger, sondern nur Besiegte.“

    Soll man Sie jetzt als Diskussionspartner ernst nehmen? Als Journalist sollten Sie doch wissen, was Recherche ist oder? Als Wismutmitarbeiter hatte man in der DDR einen äußerst privilegierten Status. Sind Sie da bei Ihrer Recherche nicht vorbei gekommen?

  7. Hallo Herr Teufel,
    nur ein paar Informationen zur Wismut und zu den Lungenkrebserkrankung. Als nach Kriegsende der Uranabbau anfing, wurde dieser Abbau im Trockenverfahren durchgeführt, also eine extrem staubige Angelegenheit, zu dem wurden die Kumpels massiv mit Zigaretten versorgt. Sie haben hier also 2 Erkrankungsursachen, den Staub und das Rauchen. Etwa Mitte der 50-ziger Jahre wurde der Abbau auf das Naßverfahren umgestellt. Aus der Zahl der Erkrankungen an Lungenkrebs kann man aus den vorliegenden Unterlagen erkennen, daß nach dieser Umstellung des Abbauverfahrens die Erkrankungsrate für Lungenkrebs zurückgeht, bis Sie von der für starke Raucher nicht mehr unterscheidbar ist.
    MfG

  8. Na Herr Müller, da habe ich Ihnen eine Frage zu Ihren Zahlen gestellt und Sie können darauf nur abweichend antworten. Schade auch. Hoffentlich wissen Sie wenigstens woher (und unter welchen Umständen) das billige Uran derzeit kommt. Ich habe das schon des Öfteren hier auf EIKE gefragt. Eine Antwort (außer Vermutungen) habe ich bisher noch nicht bekommen. Und ich wette, ich werde auch von Ihnen keine Antwort bekommen, außer vielleicht den Hinweis, dass beim Kohlebergbau auch Menschen sterben.

  9. @ 33 E. Teufel

    ach, habe ich doch glatt vergessen zu erwähnen: Ich hoffe, Sie mussten nie erleben, wie sich ein Hauer mit Staublunge langsam zu Tode röcheln durfte/ musste. Davon gab es sehr viele, ich habe als Ruhrgebietler solche Fälle in jungen Jahren mitbekommen und wünsche es niemandem, so etwas in der Familie oder im näheren Bekanntenkreis erleben zu müssen. Heute zum Glück selten geworden.

    Ich bin froh, in einer Zeit leben zu dürfen, in der uns preiswerte Energie (einschliesslich günstiger und sauberer Kernenergie) von der Notwendigkeit befreit hat, Menschen solchen Bedingungen aussetzen zu müssen. Genau diese zivilisatorischen Errungenschaften versuchen Sie und Ihre gewinnorientierten Oeko-Profiteure kaputtzumachen, indem sie unsere Energieinfrastruktur ruinieren.

    (Da ist mir wieder der Gaul durchgegangen, aber angesichts der Kombination aus Ignoranz und Arroganz, die Sie und Ihresgleichen hier beweisen, sind mal wieder einige unschöne Erinnerungen hochgekommen. Sie wissen ja gar nicht und es interessiert Sie auch gar nicht, was unsere Menschen früher durchmachen mussten, um unser Land so schön und stark aufzubauen, wie es heute dasteht: Sie sind nichts weiter als ein Sachwalter unserer heutigen „modernen“ EE-Heuschrecken wie Asbeck, Wobben und dergleichen, die die Zukunft des Landes aus egoistischem Profitinteresse zerstören.

    Mfg

  10. @ 33 E. Teufel

    einfache Antwort, zu den Opfern des Stalinismus. Die Sowjetunion war damals wie der Teufel (oh Entschuldigung, keine Aehnlichkeit mit lebenden Personen beabsichtigt) hinter der armen Seele dahinter her, dass Deutsche keinen eigenen Zugriff auf Uranressourcen bekamen. Deshalb musste das Vorkommen schnellstmöglich bis zum letzten Krümel abgebaut und zum grossen Bruder im Osten geschafft werden. Arbeitsschutz war dabei Nebensache, es krepierten ja eh keine Sieger, sondern nur Besiegte.

    Und vielleicht schauen Sie mal in alten Unterlagen nach, wieviele Kohlekumpel im gleichen Zeitraum im Ruhrgebiet und im Saargebiet ganz ohne Radioaktivität draufgegangen sind. Wäre mal interessant, die Zahlen zu vergleichen.

    Mfg

  11. @F.Müller
    Kumpels, die bei der Wismut gearbeitet haben und schließlich im Krankenhaus an Lungenkrebs gestorben sind. Zu welchem Teil Ihrer Statistik zählen die?

  12. @ A. Marie

    Hier noch eine Kleinigkeit zum Nachdenken: Einer aktuellen Untersuchung zufolge sterben in Deutschland jährlich 19.000 Menschen durch ärztliche Behandlungsfehler. Macht in den Jahren seit Bestehen der Bundesrepublik rund 1,2 Mio. Tote durch die moderne Medizin. http://tinyurl.com/oayxoc5

    Zum Vergleich: Tote durch radioaktive Unfälle in deutschen Kernkraftwerken im gleichen Zeitraum: 0 (Null)

    Warum kaprizieren Sie sich dann so darauf, Radioaktivität und Kernkraft zu verteufeln und die Medizin nicht und das Auto (etwa 700.000 Tote im gleichen Zeitraum) auch nicht?

    Mfg

  13. Was den Kernkraft Gegnern Angst macht, ist die Beschädigung eines Meilers, mit anschließendem Austritt von Radioaktivität. Das läßt alles Andere ausgeblendet. Es wird eine, nicht einlösbare, 100%ige Sicherheit verlangt; und selbst die würde nicht ausreichen, da der Widerstand Interessen gesteuert ist und geschickt die Emotionen in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Die Frage nach den Kosten in Folge einer Havarie, in einem Gebiet nahe einem KKW wird gestellt. Wer zahlt? (Wer für die geschätzten Milliarden für die Energiewende aufkommen muß ist bekannt, der sich mehr und mehr einschränkt müssende Energieabhängige)
    Die Nicht Bewohnbarkeit solch eines Gebietes wird dann mit mehreren Tausend Jahren veranschlagt, obwohl Erfahrungswerte die diese Zahlen verifizieren würden, fehlen. Hiroshima und Nagasaki sind wieder aufgebaut und Menschen leben dort wieder wie eh und je, und zu leben ist selbst da möglich, wo sich das Zentrum der Zerstörung befand. Mir sind keine Berichte über jenseits aller Durchschnittszahlen liegenden Erkrankungen, in diesen 2 Städten, auf Grund von Spätfolgen bekannt, die Nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem damaligen Ereignissen stehen.

  14. #26 A.Marie,

    „Es gibt ihn an einigen (kleinen) Stellen tatsächlich. Allerdings sieht man die Leute nur auf dem weißen Sandstrand liegen. Aber möglicherweise habe ich die Neger auf dem schwarzen Sandstrand nur nicht erkennen können.“

    Monazithaltige Seifen(sände) gibt es nicht nur in Brasilien. Weite Teile der südostasiatischen Küsten verfügen über Monazitinhalte, z.B. in Indien.

    Kennen Sie irgend welche Berichte aus diesen Gebieten, wonach dort bestimmte strahlungstypische Krankheiten gehäuft zu finden sind?

    mfG

  15. Juhuuu- das Funkenmariechen ist wieder da!!
    Und ich dachte, der sei ein Kernreaktor auf das grüne Haupt gefallen.
    Anbei ein paar links zur LNT- These:
    http://tinyurl.com/amssdth
    und:
    Die weltweit seit einem halben Jahrhundert geltende Strahlenschutzphilosophie ist falsch, sie sollte geändert werden. Diese Dinge zu hören mag für viele unter uns irritierend sein, weil sie ein ganzes Leben lang etwas anderes hörten und glaubten bzw. in Prüfungen wiederholen mußten. Aber wir sollten anfangen, darüber wenigstes zu reden, im Interesse der Wahrheit sollten wir uns damit befassen. Hinweise:
    http://tinyurl.com/yzzdu9p
    http://tinyurl.com/nlsm4wm
    http://tinyurl.com/pq25xj3
    Gruss

  16. @#13: A. Marie

    Nun, ich habe mir das auch genau angesehen. Ich komme jedoch zu anderen Schlüssen.

    # 1 Zitat Marie: „Radon Niveaus in einigen Wohnungen der Ramsar sind bis 3700 Bq/m3 (über 100 PCI / L)“http://www.sums.ac.ir/~mmortazavi/ramsar.html Man beachte das „sind bis….“, es handelt sich also um einen Maximalwert. Damit ist das Märchen bereits als solches bewiesen. Auf der Haut macht sich das nicht bemerkbar. Und eingeatmet sind das 0,37mSv/a, mehr nicht! Das entspricht gerade einmal der 3,7-fachen Schwellendosis, welche sich aus Beckers Angaben errechnen ließen!“
    Antwort 1: Woraus bitteschön schließen Sie, dass es sich um „einen Maximalwert“ handelt, nach Ihrer Diktion quasi gleichzusetzen mit einem Ausreißer? Dazu müssten Sie die statistische Verteilung der Messwerte kennen, und dazu finden sich in beiden Papers von Mortazavi et. al. keine Angaben. Dagegen wird eindeutig ausgesagt, dass hohe Werte bis zu 3700 Bq/m3 in „einigen“ Wohnungen festgestellt wurden. Mit einer so haltlosen Argumentation wie Ihrer dann sofort von einem „Märchen“ zu sprechen offenbart ein recht seltsames Verhältnis zu wissenschaftlicher Herangehensweise.
    Auch haben Sie „übersehen“, dass Radium die Ursache der Belastung ist und somit neben der von Ihnen offensichtlich allein betrachteten Alphastrahlung aus dem Radon in der Luft auch noch Gamma- und Betastrahlung aus anderen Quellen ins Kalkül zu ziehen sind. Hierzu liegen zwar keine differenzierten Angaben vor, aber vorhanden und wirksam sind sie allemal. Außerdem ist davon auszugehen, dass die Bewohner ständig radiumhaltigen Staub und radiumbelastetes Wasser sowie Lebensmittel aufnehmen.

    # 2 Zitat: „Wenn ich noch 5 MeV Betastrahlung auf dem verzweigten Zerfallsweg des Radons mit hinzuzähle und hierfür eine Reichweite von 2,5 m annehme, kommt noch einmal eine Belastung von 1,3 mSv/a aus der Umgebung hinzu. Damit komme ich auf 1,7 mSv „in einigen Wohnungen“!“
    Antwort 2: Wie bereits gesagt, Quelle der Strahlung ist nicht nur Radon, wie von Ihnen verkürzt behauptet, sondern zusätzlich Beta- und Gammastrahlung aus Boden, Wänden und der ganzen Umgebung. Also sind Ihre Rechenexempel wertlos.

    # 3 Zitat: „Damit ist auch das Wunder geklärt, weshalb aus diesen hochbelasteten (max 1,7 mSv/a) Gebieten, wo gerade einmal eine Handvoll Leute sich aufhalten, keine besonderen Krankheiten aufgefallen sind. Das ist statistisch auch nicht zu erwarten.“
    Antwort 3: Sie hätten sich vielleicht vor Ihrer Stellungnahme schlau machen sollen, wie gross Ramsar ist, z.B. bei Wikipeia. Dort steht: „R?msar ist eine Stadt in der Provinz M?zandar?n, Nord-Iran, am Kaspischen Meer und am Elburs-Gebirge mit über 33.000 Einwohnern (Stand 2012). In einem Gebiet in R?msar, in dem etwa 2000 Personen leben, wird eine der weltweit höchsten natürlichen Strahlenbelastungen gemessen.“ Also von wegen „eine Handvoll Leute“. Es gibt in dem von Ihnen aufgeführten Paper eine genaue geografische Aufschlüsselung von Lungenkrebs-Mortalitätsraten für mehrere Bezirke, wobei Strahlungsexposition und Krebsrate nicht korrelieren. Auch waren japanische Forscher involviert. Wie begründen Sie also Ihre Behauptung, dass „ sich dort nur eine Handvoll Leute“ aufhalten und deshalb hier „statistisch“ keine besonderen Krankheiten zu erwarten seien?

    # 4 Zitat: „Die 260 mGy/a sind eben nur die Direktkontaktstrahlung, welche Herren direkt auf dem Boden gemessen haben.“
    Antwort 4: Die Zahlen sind zitiert aus einer Abbildung der Health Research Foundation, Kyoto, Japan. Also andere Forscher. Zur Messmethodik ist nichts ausgesagt.
    Darüber hinaus gibt es zahlreiche Fotos, die zeigen, dass Mortazavi et. al. Strahlung nicht nur „direkt am Boden“ gemessen haben, sondern auch an einer Wand, auf einem Bett und im Freien, auch im Bereich eines Obstgartens. Die Orangen werden als „hot“ bezeichnet. Es ist nicht auszuschliessen, dass sie von der örtlichen Bevölkerung auch verzehrt werden.

    Ihre Stellungnahme ist geradezu ein Paradebeispiel für unwissenschaftliche und verbohrte Demagogie. Ich weiss nicht, ob Sie eine naturwissenschaftliche Ausbildung haben, aber falls ja, so haben Sie daraus nichts gelernt. Und den Beweis, dass es sich um „verlogene und verdrehte Berichte der Kernenergielobby“ handelt, sind Sie komplett schuldig geblieben.

  17. @#16: Klaus Metzger

    Der stundenweise Tschernobyltourismus kann wohl kaum größere Belastungen hervorrufen als die, welche die MA des AKW jährlich aushalten müssen!

    Eine Maximalbelastung von 0,1 mSv/Tag an 230 Arbeitstagen sind 23 mSv/a. Bei 3500 MA kommen da 0,023 * 3500 = 80 MannSv/a zusammen. Das entspricht dann 80/5 = 16 Toten im Jahr oder alle 3 Wochen einem Sterbefall.

    Bei 3500 Menschen mit einer mittleren Lebensdauer von 75 Jahren sterben jährlich etwa 46 Menschen (Alterspyramide).

    Das bedeutet, die maximal statistisch 16 Strahlungstoten erhöhen die natürliche Todesrate nur um Faktor 1,36 und das fällt nicht sonderlich auf, wenn man nicht genau hingucken will. Die „gesundheitlichen Auffälligkeiten“ sind also noch nicht zu erwarten.

    Die Touristen stehen sowieso nicht unter Beobachtung.

    @#17: U.Hildebrandt

    Bei den Thoriumhaltigen Sandstränden in Brasilien ist zu beachten, daß man sich dort nicht 24 Stunden am Tag übers Jahr verteilt aufhält. Manchmal wird es dunkel und manchmal regnet es. Manche Leute wollen sogar tagüber arbeiten.

    Das bedeutet, die 87 mSv/a sind, selbst wenn der Wert stimmen würde, ein unzutreffender Werbewert.

    „Außergewöhnlich ist die hohe natürliche Radioaktivität der Strände, die zu der höchsten natürlichen Strahlung weltweit zählt. Sie wird durch den thoriumhaltigen schwarzen Sand verursacht.“

    Ich habe mir diesen schwarzen Sand auf Google angesehen. Es gibt ihn an einigen (kleinen) Stellen tatsächlich. Allerdings sieht man die Leute nur auf dem weißen Sandstrand liegen. Aber möglicherweise habe ich die Neger auf dem schwarzen Sandstrand nur nicht erkennen können.

  18. Danke Herr Hildebrandt für Ihre Unterstützung. ich wußte zwar aus der Erinnerung, daß es sich um eine Großstadt in Brasilien handelte und bei dem betredffenden Artikel hatte ich auch noch ein Foto gesehen, aber der Name und die genaue lage war mir entfallen. Aber A. Marie ist jemand ohne entsprechende Kenntnis und kann allenfalls Aussagen von Herrn Dr. Körblein weiterleiten.
    MfG

  19. #15: A. Marie sagt: „Das 10 MeV Teilchen habe ich aus Wikipedia zitiert. Wenn es das nicht gibt, …“
    =====================================

    In politisch relevanten Fragen kann man sich nicht einfach auf Lügepedia aka Wikipedia velassen.

  20. #18: Hallo Herr Uwe Klasen, in Ihrem Link wird der statistische Zusammenhang auch von Krebs und Infektionskrankheiten angesprochen,
    für die es weltweit inzwischen viele Belege gibt,
    nicht nur für Kinderkrankheiten (und Krebs bei Kindern, Zunahme!) sondern auch bei Erwachsenen.

    Ergänzend darf ich hier erwähnen, dass bei unserer „Wohlstandsgesellsachaft“ (fast) ohne Kinderkrankheiten inzwischen auch eine Korrelation zur Impfhäufigkeit nachgewiesen ist:
    unter 4 Impfungen bei Kindern MEHR Krebs.

    Sicher ist eine ungeschützte Kinderkrankheit vergleichsweise noch wirksamer,
    aber gelegentlich auch tödlich (Masern, Kleinkinder).

    Vielleicht darf man philosophisch bemerken,
    übertriebenes „Einzelgängertum“
    ist für den Menschen langfristig gesundheitsschädlich.

    mfG

  21. Was A.Marie hier macht, ist genau das, was Prof. Becker als „selective quoting“ anprangert. Ich habe mir http://tinyurl.com/nwf4kz4 angeschaut, und da steht genau das, was ich von Prof. Becker seit jeher kenne: Unterhalb von 1000 Bq Radon pro m³ in Wohnungen ist Lungenkrebs nur dem rauchen zuzuschreiben. Oberhalb des Wertes könnte Radon das Lungenkrebsrisiko von Rauchern zusätzlich erhöhen, aber sicher ist das nicht. Übrigens hat Prof. Becker meinen Beitrag „Radon“, der in http://www.buerger-fuer-technik.de zu finden ist, korrigiert, einige Fehler von mir eliminiert, wofür ich sehr dankbar bin.

    #17: U.Hildebrandt
    Genau so ist es, und es gibt auch genug Verfasser, die mit dem Unsinn und den Hintergründen der falschen LNT-Annahme aufräumen. Ich empfehle:
    James Muckerheide: “It’s Time to Tell the Truth About the Health Benefits of Low-Dose Radiation”
    Zu finden unter http://tinyurl.com/olsa23s

  22. #13: A. Marie Ihre „Berechnungen“ sind falsch,
    was schon etwas wundert, wenn Sie so „strahlungsinteressiert sind“.

    In Wiki können Sie lesen,
    http://de.wikipedia.org/wiki/Radon
    dass Radon schon in Deutschland
    pro Person DURCHSCHNITTLICH zu einer Jahresbelastung von 1,1 mSv führt.

    Durchschnitt ist deshalb hier völlig sinnlos,
    weil die regionalen Schwankungen ganz erheblich sind, mit einem bek. Gefälle von Süddeutschland nach Norddeutschland (weniger).
    Es handelt sich dabei um alpha-Strahlung, die als Radon-Gas inhaliert wird, bzw. das daraus entstehende dauerhaftere Polonium,
    das sich in noch höherer Konzentration im Zigarettenrauch befindet und sich über die Lunge prinzipiell im ganzen Körper verteilen kann.

    Es gibt genügend Orte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und natürlich auch Persien, Indien, China und Brasilien
    mit höherer Dosisbelastung als die EVAKUIERTEN Gebiete um Tchernobyl oder Fukoshima.
    Die gesundheitlichen Folgen der jeweiligen Evakuierungen wegen Strahlungspanik, waren unstreitbar höher,
    als wenn man sie nicht durchgeführt hätte.
    Ein Zeuge hierfür ist z.B. der Naturwissenschaftler UND Arzt
    Prof. Zbigniew Jaworowski

    http://tinyurl.com/pq25xj3

    Observations on the Chernobyl Disaster and LNT
    (2010)
    ein wörtlicher Auszug aus dem abstract:

    „The projections of thousands of late cancer deaths based on LNT, are in conflict with observations that in comparison with general population of Russia, a 15% to 30% deficit of solid cancer mortality was found among the Russian emergency workers, and a 5% deficit solid cancer incidence among the population of most contaminated areas.“

    Die Berechnungen von Tausenden von „Spätkrebsfällen“ auf der Basis der LNT-Hypothese stehen im Widerspruch zur realen Beobachtung,
    dass verglichen mit der (nicht strahlenbelasteten) russischen Allgemeinbevölkerung ein Rückgang der Sterblichkeit an soliden Tumoren von 15 bis 30% bei den „Liquidatoren“ gefunden wurde
    und bei der am meisten belasteten Zivilbevölkerung ein Rückgang von 5%.

    mfG

  23. #2 A. Marie:

    In Ihrer Rechnung ist leider offenbar ein entscheidender Fehler enthalten:

    Da Radon wasserlöslich ist, sammelt es sich an dem feuchten Lungengewebe an und hat damit eine biologische Halbwertszeit von 20 bis 30 Minuten. Das Aktivitätsgleichgewicht, was sich dann aufbaut, wäre bei 600 Litern geatmeter Luft in 30 Minuten (1 Liter je 5 Sekunden) 600 Becquerel (Bq)/5 in der Lunge (Filterleistung der Lunge wie beim Sauerstoff 1/5 je Atemzug). Dann erhält man grob zig-fache Dosis als die von Ihnen errechnete, im Bereich 10 mSv je Jahr oder mehr. Aus Ihren Zahlen kann ich grob erschließen, dass Sie die erhöhte biologische Wirkung durch Einatmen schon berücksichtigt haben.

    So ähnlich sind wohl auch die Dosiskonversionsfaktoren (nach ICRP usw.) entstanden. Einige 10 Bq/m³ Radon in Umgebungsluft werden ja auch knapp 1 mSv/a zugeordnet, das passt.

  24. #11 A. Marie
    ‚Ihre Brasiliengeschichte mit 20 mSv/a dürfte sich auf dem Mond abgespielt haben. Zumindest ist sie dann glaubwürdiger.‘

    Ein wenig Geographiekenntnis ist manchmal ganz hilfreich:
    Guarapari ist eine brasilianische Küstenstadt im Bundesstaat Espírito Santo mit rund 105.000 Einwohnern auf einer Fläche von 592 km².

    Außergewöhnlich ist die hohe natürliche Radioaktivität der Strände, die zu der höchsten natürlichen Strahlung weltweit zählt. Sie wird durch den thoriumhaltigen schwarzen Sand verursacht. Die Energieäquivalentdosis beträgt im Mittel 87mSv pro Jahr, wobei an einigen Stränden auch ein Vielfaches dieses Wertes gemessen wurde.
    Trotz oder vielmehr wegen dieser hohen Strahlenbelastung trägt die Stadt den Beinamen cidade saude, übersetzt: Stadt der Gesundheit. Dem Aufenthalt an den radioaktiven Stränden wird eine heilende Wirkung nachgesagt!!

    MfG U.Hildebrandt

  25. In der ZDF Sendung “Zoom-S-Bahn nach Tschernobyl” aus dem Jahr 2011 wurden folgende Aussagen getroffen:

    Täglich arbeiten 3500 Menschen direkt im und um das Kraftwerk.
    Die Reaktoren laufen nicht mehr, die Leute wickeln die 3 intakten Blöcke und den zerstörten Block 4 ab.
    Die Arbeiter sind dort einer täglichen Maximalbelastung von 0,1 Millisievert ausgesetzt.
    Das ist 7 mal die normale Strahlung, sagt der ZDF-Beitrag.
    Die Arbeiter sind im Reaktor zum Teil schon 25 Jahre beschäftigt.
    Gesundheitliche Auffälligkeiten gibt es nicht.
    Täglich kommen Touristen aus dem 100 km entfernten Kiew, um den Reaktor und die Sperrzone zu besichtigen.
    Beim obligatorischen Fototermin 300 m vom Sarkophag entfernt sind sie dabei der 20 fachen normalen Strahlung ausgesetzt, sagt der Bericht.
    Ein Welt-Artikel sagt: Bei den Tourenetappen werden Messungen zufolge nur 15 bis einige 100 Mikroröntgen pro Stunde erreicht (d.h. bis zu 9 mSv/Jahr bei einem Grenzwert von 1mSv/Jahr in Deutschland).
    Die Regierung hat angekündigt, die Zahl der Touristen von jährlich 60.000 auf eine Million steigern zu wollen.

  26. #14: Lutz Niemann

    Das 10 MeV Teilchen habe ich aus Wikipedia zitiert. Wenn es das nicht gibt, ist die Reichweite eben geringer und dann ist die Belastung durch das äußere Bestrahlungsfeld noch geringer. Und damit auch der von Becker mit 1000 Bq/m³ Radon definierte Schwellenwert umgerechnet in mSv/a.

    Der Schuß ging also in Ihr eigenes Knie!

    Dies entspricht aber nur der erwartbaren Unlogik eines Kernenergiefuzzis.

  27. Von A.Marie kommt grundsätzlich nur Unsinn und Demagogie. Wo gibt es denn alpha-Strahler mit 10 MeV? Ich habe in meine Nuklid-Tabelle geschaut, in der Tat gibt es einen Kern, der so schwer ist, daß 10 MeV erreicht werden. Das ist Bohrium, Ordnungszahl 107. Damit hat sich A.Marie selber ins Knie geschossen (Natürlich hat A.Marie die physikalischen Zusammenhänge selber nicht verstanden — aber lassen wir das).

  28. @#12: Fred F. Mueller

    Ich habe mir das nun genau angesehen und mir sogar auf Google die Gegend samt den Häusern an den kritischen Stellen (2 Stück) angeguckt. War trotz der Handskizzen nicht leicht zu finden.

    Dann habe ich beim federführenden Wissenschaftler diese Aussage gefunden:

    „Radon Niveaus in einigen Wohnungen der Ramsar sind bis 3700 Bq/m3 (über 100 PCI / L)“
    http://www.sums.ac.ir/~mmortazavi/ramsar.html

    Man beachte das „sind bis….“, es handelt sich also um einen Maximalwert. Damit ist das Märchen bereits als solches bewiesen. Auf der Haut macht sich das nicht bemerkbar. Und eingeatmet sind das 0,37mSv/a, mehr nicht! Das entspricht gerade einmal der 3,7-fachen Schwellendosis, welche sich aus Beckers Angaben errechnen ließen!

    Wenn ich noch 5 MeV Betastrahlung auf dem verzweigten Zerfallsweg des Radons mit hinzuzähle und hierfür eine Reichweite von 2,5 m annehme, kommt noch einmal eine Belastung von 1,3 mSv/a aus der Umgebung hinzu. Damit komme ich auf 1,7 mSv „in einigen Wohnungen“!

    Damit ist auch das Wunder geklärt, weshalb aus diesen hochbelasteten (max 1,7 mSv/a) Gebieten, wo gerade einmal eine Handvoll Leute sich aufhalten, keine besonderen Krankheiten aufgefallen sind. Das ist statistisch auch nicht zu erwarten.

    Diese Berichte sind allesamt so verlogen und verdreht dargestellt, daß der Normalmensch natürlich diesen Unsinn der Kernenergielobby glaubt.

    Die 260 mGy/a sind eben nur die Direktkontaktstrahlung, welche Herren direkt auf dem Boden gemessen haben.

  29. @ #11 A. Marie

    ich habe den Eindruck, dass Sie zwar gerne mit Zahlen hantieren, sich aber über die Realitäten der Strahlungsexposition auf dieser schönen Erde nicht so recht Gedanken gemacht haben. Nachfolgend ein Auszug aus einer Untersuchung über die radioaktive Belastung der Bevölkerung in Ramsar, Iran, aus natürlicher Umgebungsbelastung. Kleiner Hinweis: Dieses Gebiet ist bewohnt, und zwar schon seit Jahrtausenden, auch von Kindern. Also bitte keine solche Panik verbreiten.

    Ramsar in northern Iran is among the world’s well-known areas with highest levels of natural radiation. Annual exposure levels in areas with elevated levels of natural radiation in Ramsar are up to 260 mGy y-1 and average exposure rates are about 10 mGy y-1 for a population of about 2000 residents. Due to the local geology, which includes high levels of radium in rocks, soils, and groundwater, Ramsar residents are also exposed to high levels of alpha activity in the form of ingested radium and radium decay progeny as well as very high radon levels (over 1000 MBq m-3) in their dwellings. In some cases, the inhabitants of these areas receive doses much higher than the current ICRP-60 dose limit of 20 mSv y-1.

    Aus: High Levels of Natural Radiation in Ramsar, Iran: Should Regulatory Authorities Protect the Inhabitants? S. M. J. Mortazavi and P. A. Karam

    Vollständig im Internet unter http://tinyurl.com/pmly4ay

    Mit freundlichen Grüssen

    Fred F. Mueller

  30. @ #5: H.Urbahn

    Es ist immer wieder schön zu sehen, daß manche Menschen sich mit ihren „Fragen“ selbst ins Knie schießen. Logik ist eben nicht Jedermanns Sache.

    „A. Marie,
    nennen Sie doch einmal den Alpha-Strahler mit einer Reichweite von 30 cm in Luft. Ich bin gespannt.“

    Dazu aus Wiki:

    „Die Reichweite der Alphateilchen ist abhängig von deren Energie und beträgt in Luft bei Normaldruck ungefähr 10 cm (bei 10 MeV). Bei niedrigem Luftdruck ist die Reichweite der Alphateilchen größer, da die Anzahl der Stoßpartner (Moleküle), an die Alphateilchen ihre kinetische Energie abgeben, mit dem Luftdruck abnimmt.“

    Sicherlich sind „meine“ 30 cm etwas hoch. Das wußte ich auch. Aber ich wollte natürlich auf Nummer sicher gehen. Je geringer nämlich die Reichweite ist, desto kleiner ist auch die äußere Belastung durch das Radon. Das ist für meine Aussagen natürlich günstig und deshalb nahm ich einen größeren Reichweitenwert an. Mit der nun verringerten Reichweite verringert sich nämlich die von mir anfangs angegebene maximale Jahresdosis von 3,6 mSv/a auf 1,25 mSv/a. Da jedoch die Außenbestrahlung bereits durch 1/10 mm Haut abgebremst wird und damit noch als unschädlich einzuschätzen ist, bleibt es bei dem von mir im ersten Betrag genannten 0,1 mSv/a, welche von Prof. Dr. Klaus Becker eigenhändig indirekt als Schwellenwert definiert wurde!

    Dieser nach seinen eigenen Angaben ermittelte Schwellenwert soll nach seinen menschenverachtenden „Vorstellungen“ aus reiner Geldgier um das 1000-fache erhöht werden!

    „Wenn Ihre Zahlen etwas mit der Wirklichkeikeit zu tun hätten, dann müßte die gesamte Bevölkerung dieser Stadt an Krebs erkrankt sein.“

    Diese Zahlen waren nicht von mir sondern sind das Resultat der Aussagen von Prof. Dr. Klaus Becker!

    Ich habe sie nur rechnerisch behandelt.

    In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf die Forschungsergebnisse von Dr. Körblein hinweisen. Diese Ergebnisse waren so knallhart, daß sogar das Kinderkrebsregister in die Enge getrieben nicht mehr leugnen konnte!

    Schlussfolgerung vom Kinderkrebsregister nach vorausgegangener Leugung der Ergebnisse:

    „Trotz gewisser methodischer Schwächen hat Herr Dr. Körblein die ihm vorliegenden Daten im Prinzip angemessen ausgewertet, die von ihm festgestellte quantitative Bewertung können wir bestätigen. “
    http://tiny.cc/tzs9aw

    Die zunächst heftig bekämpfte Studie von Dr. Körblein und deren Ergebnisse weisen auf ein hochsignifikantes Risiko von 0,24/Sv bei Erwachsenen und von 2,05/Sv bei Säuglingen hin. Die Studie bewegte sich im Bereich um 0,3 bis 1,3 mSv/a.

    Das entspricht aus diesem im 1 mSv/a Niedrigststrahlenbereich heraus gemessenen Werten extrapoliert beim Erwachsenen einer tödlichen Dosis von 4,17 Sv und bei Säuglingen von 0,49 Sv. Die Erwachsenendosis wiederum entspricht dem allgemein anerkanntem Wert von rund 5 Sv.

    Demnach ist die LNT Theorie wahr, da sie wissenschaftlich bewiesen wurde.

    Die Gesamtstrahlungsbelastung in Deutschland einschließlich der medizinischen liegt bei 0,8 bis 1 mSv/a.

    Ihre Brasiliengeschichte mit 20 mSv/a dürfte sich auf dem Mond abgespielt haben. Zumindest ist sie dann glaubwürdiger.

  31. Da fällt bei #6, Herrn Maye das Wort „kontaminiert“.

    Es ist vollkommen wurscht, ob radioaktive Stoffe inkorperiert (also verspeist) worden sind oder nicht, die inkorperierten Stoffe sind nicht gefährlicher. Es ist egal, wo die Strahlung ihren Ausgangspunkt nimmt, wichtig ist das, was den Körper trifft. Bei der Berechnung einer Dosis ist das zu berücksichtigen, daher gibt es auch für jedes Nuklid die Dosisfaktoren von „innerer“ und „äußerer“ Bestrahlung. Man kann auch selber die Dosisfaktoren bestimmen, in http://tinyurl.com/nlsm4wm sind Beispielrechnungen zu finden.

    In Japan gilt das Gesetz, daß ein Gebiet mit einer Bodenkontamination zu evakuieren ist, wenn die Ortsdosisleistung dort eine gesamte Dosis von 20 mSv pro Jahr für Menschen verursacht. Daher wurde leider evakuiert. Dieses Gesetz ist unsinnig, denn 20 mSv erhält der Mensch so in etwa bei einer Ganzkörper-CT-Untersuchung in 15 Minuten, und diese Untersuchung ist auch in Japan erlaubt. Eine Regierung zu kritisieren, scheint auch in Japan nicht gut möglich zu sein (bei uns auch nicht, denn die Regierung hört nicht auf einzelne Bürger. Und in Rußland ergibt derartiges Verhalten 2 Jahre Lagerhaft).

  32. Krebs ist eine tückische Krankheit, natürlich haben die Menschen Angst davor. Und Vermutungen, was alles bei Krebs als auslösend oder fördernd mitspielen könnte, gibt es sehr viele. Alles ist in der MAK-Liste aufgezählt (MAK bedeutet Maximale Arbeitsplatz Konzentration). Diese Liste wurde von Toxikologen gemacht. Sie wird jährlich in einer neuen Ausgabe auf aktuellen Stand der Wissenschaft gebracht, sie kostet etwa 65,- EURO. In der MAK-Liste von 2012 sind ca. 380 Positionen aufgezählt, die ein Krebsrisiko darstellen oder darstellen könnten. Für alle diese 380 in der gültigen MAK-Liste benannten Risikostoffe sollte man ebenfalls eine LNT-Hypothese aufstellen, um glaubwürdig zu sein. Tut man aber nicht, man macht das gerade für Feinstaub (70 000 Tote pro Jahr in Deutschland, s. Wichmann, 2008), und man tut es für Nichtraucherschutz (3301 Tote pro Jahr in Deutschland, Frau Pötschke-Langer). Und wenn man eine LNT-Annahme für Alkohol macht und rechnet wie bei Strahlen, dann würden man eine Todesrate einigen Millionen Opfern im Jahr in Deutschland ausrechnen, die gibt es aber nicht. Das ist ein weiteres Beispiel für die Unsinnigkeit einer LNT-Theorie.

  33. Es gibt sehr viel Literatur zu dem Thema, das Prof. Becker hier behandelt, aber das erscheint nicht in denjenigen Medien, die Deutschlands veröffentlichte Meinung beherrschen.

    Es hat James Muckerheide sehr deutlich den Gegensatz behandelt von den Leuten, die von der Strahlenschutz-Industrie recht gut leben, und den Leuten, die sich wissenschaftlich um die Wirkung von Strahlen auf Lebewesen bemühen (Zellen und Zellkulturen z. Beispiel). Muckerheide hat den Titel gewählt: “It’s Time to Tell the Truth About the Health Benefits of Low-Dose Radiation” zu finden unter http://tinyurl.com/olsa23s
    Es wäre nützlich, zur Wahrheit zurück zu kehren, wie es Muckerheide sagt.

    Sehr geehrter Herr Professor Becker, ich habe gelesen, Sie haben in 2013 Ihren 80-sten Geburtstag gefeiert. Natürlich habe ich das Bild von Ihnen mit dem Sektglas in der Hand in der SSP gesehen. Ich wünsche Ihnen gute Gesundheit, damit Sie noch oft ein Gläschen Sekt genießen können. Und ich danke Ihnen für die Erlaubnis zur Veröffentlichung Ihrer wichtigen Ausführungen hier in EIKE.

  34. @ Rudolf Kohler #2
    Die natürliche Strahlung von Sonne und Erde lässt unser Leben altern. Alterungsprozess nennt man dies im allgemeinen. Diese natürliche Strahlung bestimmt unser Leben und ist Kern des Leben mit den Strahlungsreaktoren von Sonne und Erde.
    Strahlung = Wachstum, Vergehen und Tod! Alles eine Frage der Dosis und des jeweiligen Zustands bzw. Verfassung des Lebensobjekts.
    Sei es jetzt die Pflanzen- Tier- Insekten- oder Menschenwelt….ALLES hängt an der natürlichen Strahlung!

  35. Natürlich macht „die Dosis das Gift“. Das ist unbestritten und bildet die Grundlage des Strahlenschutzes in Einrichtungen, in denen Mitarbeiter einer erhöhten Belastung ausgesetzt sind. Nur, all diese Richtlinienen gehen davon aus, dass man die Quelle ionisierender Strahlung nicht verzehrt. So positiv ich gestimmt sein mag, bezüglich der Nutzung der Kernenergie, genau dieser Punkt wird weder von Pro- und Kontroaktivisten angesprochen. Und genau dieser Punkt spielt jedoch eine Rolle um ein Gebiet als kontaminiert zu erachten.

  36. A. Marie,
    nennen Sie doch einmal den Alpha-Strahler mit einer Reichweite von 30 cm in Luft. Ich bin gespannt.
    ich möchte Sie auch an die Großstadt in Brasilien erinnern, wo durchschnittliche Dosis über 20 mSv beträgt und hier auf EIKE mit einem Foto gezeigt wurde (wenn ich mich richtig erinnere). Wenn Ihre Zahlen etwas mit der Wirklichkeikeit zu tun hätten, dann müßte die gesamte Bevölkerung dieser Stadt an Krebs erkrankt sein.
    Auch müßten sie große Teile Europa räumen, weil die Bevölkerung aufgrund der natürlichen Strahlung jährlich mehr als 5 mSv erhält.
    MfG

  37. Eine sehr treffende Darstellung der aktuellen Situation im Bereich des Strahlenschutzes. Eine vergleichsweise kleine Gruppe von politisch gestützten „Experten“ schürt und pflegt die Strahlenangst. Die Folgen für Deutschland sind verheerend. Wenn in einigen Jahren der Solar- und Windunsinn kollabiert, wird man sich dennoch nicht der logischen Alternative Kernkraft zuwenden. Dazu hat die genannte Gruppe zu gute Arbeit geleistet, für mehr als 90 % der Bevölkerung ist ATOM = Teufelswerk.

    Der Preis für die sich daraus ergebende Rückständigkeit wird vermutlich ziemlich hoch sein. Wir werden teure Kohle + Gas verstromen, während andere Industrienationen günstige Kernkraft der 4. Generation verwenden.

    Mit freundlichen Grüssen

    Fred F. Mueller

  38. Prof. Dr. Klaus Becker sagt zu Radon:

    „Ein Schwellenwert für Wohnradonkonzentrationen um 1000 Bq / m³ ist wahrscheinlich. “
    http://tinyurl.com/nwf4kz4

    Gut. Dann rechnen wir einmal. 1000 Bq/m³ Radon Alphastrahlung um den Körper herum bei 30 cm Reichweite samt Folgeprodukten entsprechen einer Energiebestrahlung des Körpers insgesamt von ca. 0,0104 J/a.

    Bei Annahme eines Lungenvolumens von 3 Liter kommen noch 0,0003 J/a hinzu. Summe also 0,0107 J/a von innen und von außen.

    Bei einem 60 kg Menschen und Wirkungsfaktor der Alphastrahlung von 20 entspricht dies einer Belastung von 3,6 mSv/a oder wenn man die äußere Bestrahlung wegen der geringen Durchdringung (Hautoberfläche) zu 1/10 ansetzt, sind das 0,45 mSv/a und nimmt man die unempfindliche Hautoberfläche vollständig heraus, sind es 0,1 mSv/a.

    Prof. Dr. Klaus Becker sagt dazu, dies ist der Schwellenwert!

    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

    0,1 mSv/a entsprechen etwa 1600 Toten in Deutschland bei herkömmlicher Rechnung. Dieser Wert dürfte statistisch nur sehr schwierig nachweisbar sind und praktisch kann man den Nachweis im konkreten Fall wohl gar nicht führen. Daher Schwellenwert. Bei Erhöhung des „Schwellenwertes“ auf 100 mSv/a, xxxxxxxxxxx es empfiehlt, resultieren 1,6 Mio Krebstote jährlich in Deutschland. Ohne Kinder und Embryos. Die müssen noch extra behandelt werden.

    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

  39. Für mich ist eine – in diesem Artikel nicht erwähnte – Tatsache eigentlich der Schlüssel zur Diskussion: Durch die „natürliche“ Strahlung (K-40, C-14 usw..) wird jeder Organismus einer ständigen Bestrahlung mit rund 8.000 Bq (Zerfallsereignissen pro Sekunde) ausgesetzt. Diese Zerfallsreaktionen kommen nicht von außerhalb, sondern finden im Inneren des Organismus, innerhalb der Zellen statt.

    Wenn dies kritisch wäre, dann gäbe es doch kein menschliches, tierisches oder sonstiges Leben auf der Erde. Oder wenn der Organismus keine Reparaturmechanismen entwickelt hätte, gäbe es ständige Mutationen.

  40. Prof. Becker hat ja soooo recht – nur in unserer ’Demagogie’ reicht das eben nicht mehr aus für realitätsnahe Entscheidungen der Entscheider.

    Zwei Anmerkungen:

    1.) Wie bei der Klimaphobie leben zu viele Strahlenexperten von der Phobie, mit der sie ihre Anträge auf Forschungsförderung begründen können bzw. müssen, wenn sie denn Gelder erhalten wollen.

    2) Meines Erachtens ist die empirische Evidenz für LNT so dünn, daß man anstelle von LNT-Hypothese präziser von LNT-POSTULAT sprechen sollte – wie ich in meinem Vortrag in Bad Schlema begründet hatte.

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