Geheimdienst und Hockeyschläger

Christopher Monckton of Brenchley
Im Jahre 1990 fand sich im ersten IPCC-Zustandsbericht (AR 1) ein Schema, das dem damaligen Verständnis zufolge zeigte, dass es in der Mittelalterlichen Warmzeit (MWP) merklich wärmer war als heute und dass es während der Kleinen Eiszeit (LIA) kälter war. Allerdings hat Dr. Jonathan Overpeck, ein IPCC-Wissenschaftler, im Jahre 1995 in einer E-Mail an Dr. David Deming geschrieben: „Wir müssen die Mittelalterliche Warmzeit beseitigen!“


Im AR 3 des IPCC aus dem Jahr 2001 war man dem gefolgt, und auch in allen Zustandsberichten danach schob das IPCC die Beweise beiseite und bevorzugte die Modelle, die sich schon bis dahin als völlig ungeeignet erwiesen haben (McIntyre & McKitrick 2005). Und dies, obwohl ich in meiner Experten-Begutachtung zum Entwurf des AR 5 400 auf der Datenbasis der Mittelalterlichen Warmzeit bei www.co2science.org erstellte Studien aufgelistet hatte, die zeigten, dass den Messungen zufolge die Mittelalterliche Warmzeit real und global aufgetreten war, und dass es fast überall wärmer als derzeit war.

Abbildung 1 rechts: Ein Frost-Jahrmarkt auf der Themse im Jahre 1694, zum Ende der Kleinen Eiszeit, die dem IPCC (2001) zufolge niemals stattgefunden hat.

Im Herbst 2013 hat mich die Regierung von Kolumbien nach Bogota eingeladen, wo man mich gebeten hat, nach zahlreichen Vorlesungen an der Universität und zwei Vorträgen vor der Anti-Korruption-Abteilung auch vor 200 Studierenden an der Army School of Intelligence and Counter-Intelligence zu sprechen.

Ich begann mit einem Zitat von Sun Tzu, dem ersten Strategen, der sich Gedanken darüber gemacht hat, wie man einen Krieg gewinnt. Er schrieb: „Das gesamte Kriegswesen basiert auf Irreführung und Täuschung“. Ich erklärte den Studierenden, dass ich ihnen anhand zahlreicher Beispiele eine Methode aufzeigen wollte, mit der ein intelligenter Offizier auch als Laie Täuschungen durchschauen kann, selbst in einem Bereich, der nicht zu seinen Spezialgebieten gehörte.

Mein erstes Bild war die absurde „Hockeyschläger-Graphik“, die die Mittelalterliche Warmzeit mit Hilfe einer Reihe von schamlosen statistischen Tricks weggebügelt hatte. Weiter führte ich aus: bevor die Modellierer ihre finstere Magie zur Zerschlagung der Mittelalterlichen Warmzeit hatten walten lassen, hatten sie sich darauf konzentriert, die messbaren Auswirkungen einer Temperaturänderung zu studieren. Und am offensichtlichsten wirkt sich eine Temperaturänderung auf den Meeresspiegel aus.

Wasser dehnt sich etwas aus, wenn es sich erwärmt. Diese thermische Expansion lässt den Meeresspiegel bei höheren Temperaturen steigen und bei niedrigeren fallen. Ich suchte nach einer Rekonstruktion des Meeresspiegel-Anstiegs im letzten Jahrtausend, und dank Dr. Willie Soon von Harvard-Smithonian fiel mir eine Graphik von Grinsted et al (2009) in die Hände.

Die Grinsted-Graphik passt nicht zum Hockeyschläger. Aber sie korreliert sehr stark mit dem früher vom IPCC gezeigten Verlauf. Ich erklärte den Studierenden, dass man mit dieser simplen, aber robusten Methode zeigen konnte, dass es im Mittelalter wirklich wärmer und während der Kleinen Eiszeit kälter als derzeit war.

Abbildung 2: Der Verlauf der globalen Temperaturen der letzten 420.000 Jahre, rekonstruiert aus dem Verhältnis von zwei Sauerstoffisotopen in den Wostok-Eisbohrkernen aus der Antarktis. Die absolute Temperatur schwankte lediglich um ± 3 Cº oder 1% während des gesamten Zeitraumes. Bildquelle: Willis Eschenbach

Ich wies auch darauf hin, dass trotz der ausgeprägten Temperatur-Fluktuationen des vergangenen Jahrtausends der globale Meeresspiegel um nur ± 20 cm während des gesamten Milleniums geschwankt hatte. Im Zuge dieser Fluktuationen war es zu Kaltphasen gekommen, in denen die Themse in London und der Hudson River in New York zum Ende des 16. Jahrhunderts wiederholt zufroren (siehe Abbildung 1 oben rechts). Mit einer Graphik des unnachahmlichen Willis Eschenbach (Abbildung 2)  zeigte ich, dass die absolute globale Temperatur während der letzten 420.000 Jahre lediglich um 3 °C oder 1% auf beiden Seiten des vieljährigen Mittels geschwankt hatte. Es ist schwierig, die globale Temperatur zu größeren Änderungen zu bringen.

Abbildung 3: Die Änderungen des Meeresspiegels nach Grinsted et al. (2009). Sie passen nicht zum Fehlen absoluter globaler Temperaturänderungen, wie sie im diskreditierten Hockeyschläger des IPCC im Jahre 2001 fabriziert worden waren.

Angesichts dieser geringen Temperatur-Fluktuationen – wie konnte der Meeresspiegel dann um 130 m steigen während der 11.400 Jahre seit dem Ende der letzten Eiszeit? Die mittlere Rate des Anstiegs betrug etwa 4 Fuß pro Jahrhundert [ca. 122 cm]. Die Antwort lautet: Eisschmelze. Sind die Temperaturen erst einmal hoch genug, um das Eis auf den großen nordhemisphärischen Landmassen zum Schmelzen zu bringen, wird der Meeresspiegel abrupt steigen, so wie es nach dem Ende der letzten Eiszeit der Fall war. Tatsächlich war die globale Temperatur den Eisbohrkernen zufolge in nur drei Jahren um 5°C gestiegen.

Allerdings waren die Änderungen in der Cryosphäre während des vergangenen Milleniums vergleichsweise gering. Der Hauptgrund für Änderungen des Meeresspiegels war die thermische Ausdehnung. Die Änderungen der letzten 1000 Jahre betrugen also nur Zentimeter, nicht Meter.

Nichtsdestotrotz war eindeutig, dass das Wetter im Mittelalter warm genug war, um den Meeresspiegel um 20 cm steigen zu lassen, und kühl genug, um ihn während der Kleinen Eiszeit sinken zu lassen. Dieser Verlauf passt nicht zum Hockeyschläger (Abbildung 3), aber es passt zum Schema des IPCC 1990, in dem sich sowohl die MWP als auch die LIA abzeichneten (Abbildung 4)

Abbildung 4: Der Verlauf des Meeresspiegels nach Grinsted et al. (2009) und der Temperatur nach dem IPCC (1990) sind eng und vielleicht kausal korreliert.

Der Direktor der Army School, der enthusiastisch genickt hatte bei diesem Teil meiner Ausführungen, verließ leise den Raum und kam wenige Minuten später wieder herein und hielt etwas in seiner Hand.

Am Ende meiner Vorlesung und nach einer außergewöhnlich großen Zahl scharfsinniger Fragen aus dem Auditorium kam der Direktor zum Rednerpult und zeichnete mich aus mit einer großartigen Medaille, der Medaille der Army School of Intelligence and Counter-Intelligence, die sich jetzt an einem Ehrenplatz auf dem Kaminsims unter den schönen Portraits meiner Vorfahren befindet.

Nach meiner Rückkehr nach Schottland habe ich einem Freund von der Auszeichnung erzählt. Seine Antwort: „Intelligenz-Medaille? An dich?“

Dafür hat man Freunde.

Link: http://wattsupwiththat.com/2013/12/08/intelligence-and-the-hockey-stick/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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3 Kommentare

  1. Sg. Herr Lüdecke #1

    aus ihrem Link sind es an der Wostok Station sind es max. 9K zwischen min und max, nicht 12!

    Diese Umrechnung entspricht den T Schwankungen VOR ORT!, nicht den globalen Schwankungen zwischen Interglazial und Glazial lt. Zeitskala.

    Global liegen diese bei ca. 5K, die Arktis Kerne zeigen deutlich höhere DT als die antartischen, no na und regional liegt die DT weit über 20K zwischen den Epochen.

  2. Unsere Zwischeneiszeit ist leider nicht ganz so warm, wie die letzten Zwischeneiszeiten, zu sehen in der Abbildung 2. Vielleicht wird’s aber noch etwas wärmer, man darf die Hoffnung nicht aufgeben. Vielleicht geht unsere Zwischeneiszeit aber auch schon zu Ende, wenn man den Zeitraum mit früheren Zwischeneiszeiten vergleicht. Da die Abkühlungsphase aber 80 Tausend Jahre braucht, müssen wir Lebenden uns keine Sorgen machen. Ob es aber dann noch Menschen geben wird, darüber kann man nur spekulieren. Leider können wir nicht über 80 Tausend Jahre lang die Temperatur künstlich kuschelig warm halten. Auch wenn es Leute gibt, die glauben, man könne die Abkühlung mit einem verstärkten CO2 –Ausstoß etwas verzögern (siehe Künstler, die sich einen Hockeyschläger geschnitzt haben), werden wir diesen Abkühlungsprozess leider nicht verhindern können.

  3. Die T-Skala in Abb. 2 ist um den Faktor 2 zu korrigieren. Der max. Unterschied zwischen max. und min. betrug ~12 °C und nicht, wie aus Abb. 2 ablesbar ~6 °C. Eine korrekte Abbildung findet sich u.a. in

    https://tinyurl.com/64mrun

    aber auch in Berner, Streif: Klimafakten, S. 107, Abb. 6.12

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