Anmerkung zur Konsens-Legende

von David Burton
Dass Lügen kurze Beine haben, ist bekannt, aber dass sie trotz ihrer kurzen Beine erstaunlich schnell, weit und lange laufen können, darf erst mit den Klimawandel-Lügen vermutet werden. Kürzlich erschien auf WUWT diese kleine Anmerkung zum Zimmerman/Doran-Bericht, der die Grundlage des landauf-landab immer wieder intonierten Gesanges vom nahezu einhelligen Konsens der „Wissenschaft“ ist.


Dem Doran/Zimmerman 97%-Konsens ein Licht aufgesteckt

Kürzlich habe ich die Antwort auf eine Frage gefunden, die mich seit nahezu eineinhalb Jahren quälte.
Margaret Zimmerman hat 2008 an 10.257 Geo-Wissenschaftler an Hochschulen und in Regierungsinstitutionen zwei Fragen gestellt, die von 3.146 beantwortet wurden. Diese Erhebung war die Grundlage für die berüchtigte Behauptung vom “97%-Konsens”.
Zur Berechnung des Grades des Konsens der Experten wurden bei der Auswertung laut dem Doran/Zimmerman-Artikel nur 79 von allen Antworten herangezogen. Zitat aus Doran/Zimmerman:
„In unserer Befragung galten als die höchstspezialisierten und fachkundigsten Beantworter (in Bezug auf den Klimawandel) diejenigen, die als ihr Fachgebiet „Klimawissenschaft“ angegeben hatten und die mehr als 50% ihrer jüngeren fachbegutachteten Veröffentlichungen dem Thema „Klimawandel“ gewidmet hatten (das waren insgesamt 79 aus der Gesamtheit). Von diesen Spezialisten antworteten 96.2% (76 von 79) auf die Frage 1 „angestiegen“ und 97.4% (75 von 77) auf die Frage 2 mit „Ja“.
Die Grundlage für die Behauptung vom “97%-Konsens” steht in diesem Zitat:
[von] “… den am höchsten spezialisierten und kenntnisreichsten Beantwortern (in Bezug auf den Klimawandel) … haben 97,4% (75 von 77) mit “Ja” auf Frage 2 geantwortet.“

Diese Behauptung ist falsch.

Die beiden Fragen lauteten:

Frage 1: “Im Vergleich mit den Konzentrationen vor 1800, meinen Sie, dass die Globaltemperaturen im Allgemeinen angestiegen. gefallen oder relativ konstant geblieben sind?“ 76 von 79 (96.2%) haben mit “angestiegen” geantwortet.
Frage 2: “Meinen Sie, dass menschliche Tätigkeit ein signifikanter beitragender Faktor zur Veränderungen der mittleren globalen Temperaturen ist?” 75 von 77 (97.4%) antworteten mit “Ja.”

Folgende Frage ließ mir keine Ruhe: Warum antwortete eine unterschiedliche Zahl von Leuten (79 gegenüber 77) auf die beiden Fragen? Was ist mit den beiden anderen Beantwortern geschehen?
Die Antwort darauf steht nicht im Doran-Artikel.

Aber sie steht im Zimmerman-Bericht, von dem ich schon im März 2012 ein Exemplar gekauft habe. Dumm, dass ich dieses Exemplar gelesen und sogar den einschlägigen Teil zitiert habe und dass mir erst jetzt auffiel, dass dort die Antwort auf meine bohrende Frage steht.

Hier sind alle Fragen aus der Zimmerman-Erhebung:

Frage 1: “Im Vergleich mit den vor 1800 Konzentrationen, meinen Sie. dass die Globaltemperaturen im Allgemeinen angestiegen. gefallen oder relativ konstant geblieben sind?“
1. Angestiegen
2. Gefallen
3. Relativ konstant geblieben
4. Keine Meinung/Weiß nicht

Frage 2: “Meinen Sie, dass menschliche Tätigkeit ein signifikanter beitragender Faktor zur Veränderungen der mittleren globalen Temperaturen ist?”  [Diese Frage sollten diejenigen nicht beantworten, die auf Frage 1 " „Relativ konstant geblieben“ antworteten.]
1. Ja
2. Nein
3. Ich bin mir nicht sicher

Frage 3.  Was halten Sie für das zwingendste Argument, das Ihre vorhergehende Antwort unterstützt (oder für die, die sich nicht sicher sind: Warum sind Sie sich nicht sicher?) [Diese Frage sollten diejenigen nicht beantworten, die auf Frage 1 mit „Relativ konstant geblieben“ antworteten.]

Frage 4. Schätzen Sie bitte den prozentualen Anteil Ihrer Geo-Wissenschaftler-Kollegen, die meinen dass menschliche Tätigkeit ein beitragender Faktor zum Klimawandel ist.

Frage 5.  Welchen prozentualen Anteil an Ihren veröffentlichten und fachbegutachteten Papieren beschäftigten sich thematisch mit dem Klimawandel?

Frage 6. Alter

Frage 7. Geschlecht

Frage 8. Was ist Ihr höchster erreichter Bildungsabschluß?

Frage 9. Mit welcher Kategorie können Sie am besten Ihre Fachkenntnisse bezeichnen?

Merken Sie etwas?  Wenn ein Beantworter “Relativ konstant geblieben” auf die erste Frage antwortete, dann wurde ihm die zweite Frage nicht mehr gestellt!
Das zeigt, warum nur 77 Antworten auf die zweite Frage gemeldet wurden. Zwei der 79 Spitzen-Klimatologen hatten “Relativ konstant geblieben” auf die erste Frage geantwortet. Und denen wurden dann auch nicht die zweite Frage gestellt, und sie wurden nicht in die Berechnung der angenommenen 97.4%-Zustimmung einbezogen.

Das bedeutet, dass nur 75 von 79 (94.9%) der  “am höchsten spezialisierten und kenntnisreichsten Beantworter” die Antworten gaben, die auf beide Fragen erwartet wurden.

Also, trotz des Stellens “dummer Fragen”, die sogar die meisten Skeptiker "Klimawandel-korrekt” beantworten würden und trotz des Ausschlusses von über 97% der erhaltenen Antworten, gibt es diese 97%-Zustimmung nicht.
Tatsächlich war es nur eine 94.9% Zustimmung.

Link auf die Seite des Autors: David Burton

Übersetzung: Helmut Jäger, EIKE

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2 Kommentar(e)

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1
Martin Landvoigt

Aktuell ist die Umfrage der American Meteorological Society unter ihren Mitgliedern zum Klimawandel:

http://www.kaltesonne.de/?p=15156

Demnach sind nur 52% der Ansicht: Die Globale Erwärmung geschieht und wurde von Menschen Verursacht.

Interessant darin: Es wurde unterschieden ob die Forscher Klimawissenschaftler (232), Meteologe oder Geowissenschaftler (1203) sind - auch die Frage, og die Wissenschaftler veröffentlichen. Interessant auch die Ergebnisse und deren Verteilung: Die Wissenschaftler, die nicht veröffentlichen sind eher skeptisch und glauben der These nicht. Klimawissenschaftler, die auch zum Klima veröffentlichen, haben die stärkste Zustimmung zu Hypothese: 78 %

Das weist auf üble methodologische Fehler - um nicht zu sagen: Manipulation . hin. Denn zu behaupten, es wären 97 % der Fachwissenschaftler dieser Ansicht, ist erwisener Weise falsch.

Interessant auch, dass unter den nicht-publizierenden Wissenschaftlern nur 38 %, bzw. 35 % diese Ansicht teilen, lässt fragen. Warum ist die Skepsis hier so groß? Sind die JKenntnisse und argumente nicht so gut bekannt? Das wäre erstaunlich, denn es sind immerhin Wissenschaftler die eine Mitgleidschaft in der Meteorologischen Gesellschaft suchten. Ist bei einer unqualifizierten Skepsis nicht eher zu erwarten, dass man sich der Mehrheitsmeinung anschließt? Oder versmmeln sich hier Querulanten, die zwar Wissenschaftler sind, aber ohne gute Gründe ihren Kollegen misstrauen?

Man könnte auch vermuten, dass jene nicht publizieren, weil sie mit ihren Arbeiten vom Establishment abgelehnt werden, bzw. die nötigen Mittel zur Forschung nicht erhalten.

Die Daten aus dem Konsensus-Projekt, die ja wesentlich reduzierten Umfang hatte

2
Martin Landvoigt

Ich las von einer ähnlichen Studie aus 2006, die ganz bewusst nur die Professoren befragte, die sich eine Reputation im Fach erworben hatten. Es waren also nicht jene, die sich selbst zum Klimaexperten durch eigene Angaben aufjazzen konnten.

Die Ergebnisse waren krass von dieser Studie verschieden. Am deutlichsten allerdings war die Frage, ob wir denn genug Wissen hätten um zuverlässige Aussagen zum Klimawandel zu machen. Hier stimmten nur 10 % zu. Das kann man dann als Konsens werten, dass man eben nkeine zuverlässigen Aussagen machen kann, sondern nur ein mehr oder weniger informiertes Raten hin bekommt.

Zurück zur hier diskutierten Studie: Warum befragt man 10.257 Geo-Wissenschaftler, und wertet dann vonden 3.146 nur 79 aus?

Ist es nicht lächerlich, derartige Kritrien anzusetzen? Denn wenn die Angaben zur Intensität korrekt sind, sagt es nichts über die Qualifikation aus, sondern nur, ob sich die so bezeichneten von Publikationen zuum Klimawandel leben. Es ist ein methodischer Fehler, denn wer widmet sein Leben einer Idee, die er nach robusten wissenschaftlichen Kriterien für falsch oder unwichtig hält? Auch sind wirtschaftliche Interessen bei der Vergleichsgruppe nicht auszuschließen.

Es ist unzureichend, sich an er unwesentlichen Prozent-Manipulation aufzuhängen.