Man sollte die Kohle mit Wissenschaft verteidigen

Tom Harris
Die Obama-Administration müsste erleichtert darüber sein, dass Redner auf der jüngsten Pro-Kohle-Demonstration in Washington D. C. nur Argumente hervor brachten, die in den Medien wenig Aufmerksamkeit finden dürften. Arbeitsplatzverluste und steigende Kosten, was die Redner als Konsequenzen der neuen Vorschriften der Environmental Protection Agency EPA hinsichtlich der Emissionen neuer Kohlekraftwerke anführten, sind sicher wichtig. Aber das haben die Reporter schon zuvor nur zu oft gehört. Die meisten akzeptieren diese Opfer als notwendige Übel, um „den Klimawandel zu bekämpfen“.


Wenn sich die Demonstranten stattdessen darauf konzentriert hätten, den wichtigsten und doch angreifbarsten Punkt gegen den sog. Anti-Kohle-Krieg der EPA in den Mittelpunkt zu rücken – nämlich die Wissenschaft, die Ängste vor einer gefährlichen, vom Menschen verursachten Klimaänderung stützt – wäre alles sehr viel anders gewesen. Die Berichterstattung in den Medien wäre viel umfangreicher gewesen, wobei Klimaaktivisten und Minenarbeiter über eines der kontroversesten Themen unserer Zeit palavert hätten. Dann hätten die Auswirkungen der Regierungspläne auf Arbeitsplätze und Preise ebenfalls eine viel größere Aufmerksamkeit erhalten.

Die Organisatoren der Demonstration hätten diese natürlich viel sorgfältiger vorbereiten müssen. Sie hätten sicherstellen müssen, dass die Redner auf dem neuesten Stand der Wissenschaft sind und dass sie solide Forschungen in den Vordergrund rücken, die ihr Anliegen stützen. Um den Behauptungen der Klimaaktivisten entgegen zu treten, dass „die Wissenschaft settled“ ist, hätten die Redner Dokumente ansprechen sollen wie den Bericht des NIPCC, in dem Tausende begutachteter wissenschaftlicher Studien aufgelistet sind, die allesamt die Probleme hinsichtlich der Pläne von Präsident Obama zur Klimaänderung enthüllen.

Um eine effektive Strategie zu entwickeln, müssen die Kohle-Befürworter die wesentlichen Kräfte berücksichtigen, die die Industrie zerschlagen. Vorwürfe Einiger, dass Obama die Wirtschaft ruinieren will, sind uneffektiv, weil die meisten Meinungsführer das schlicht nicht glauben. Auch werden die Gedanken, dass er absichtlich Millionen Arbeitsplätze vernichtet und die Energiesicherheit der Nation aufs Spiel setzt, kaum große Aufmerksamkeit finden. Obama wird von den meisten Kommentatoren als aufrichtiger Gläubiger gesehen, dass Kohlendioxid-Emissionen aus Kohlekraftwerken zu einer gefährlichen Klimaänderung führen. Er weiß, dass die meisten Journalisten und natürlich die riesige Mehrheit seiner Unterstützer glauben, dass CO2 stark reduziert werden muss, koste es, was es wolle. Ungeachtet dessen möchte Obama nicht einst in seinem Vermächtnis lesen, dass er das Klima ruiniert habe.

Ganz ähnlich hat er sich bereits der Tatsache gestellt, dass die Energiepreise als Folge der Verbannung von Kohle fast mit Sicherheit stark steigen werden, ist doch Kohle die billigste und zuverlässigste Energiequelle.

Obwohl es den Demonstranten wichtig war, Präsident Obama zu zeigen, wie erbost sie über Arbeitsplatzverluste und höhere Preise sind, werden diese Punkte als Konsequenz nur begrenzten Einfluss auf seine Entscheidungen haben. Er akzeptiert ganz offensichtlich diese Kosten und Opfer als Preis, den die Nation zahlen muss, um verantwortungsbewusste Umweltstandards einzuführen.

Aber was der Präsident oder zumindest seine Unterstützer nicht zu wissen scheinen ist, dass die Verbannung der Kohle aus der Klimaperspektive völlig unnötig ist. Die Wissenschaft, mit der die EPA seine Kampagne zur CO2-Reduktion begründet, wird von vielen Wissenschaftlern als verdächtig oder komplett falsch angesehen.

Wir sind immer noch nicht in der Lage, die natürliche Klimavariabilität vorherzusagen, geschweige denn, bis zu welchem Anteil die Menschen zum Klimageschehen beitragen. Und die Kontrolle des Klimas wird in absehbarer Zukunft immer Science Fiction bleiben.

Der Grund, warum die Organisatoren und Redner der Demonstration im Wesentlichen nichts zur Wissenschaft gesagt haben, ist offensichtlich. Sie wollten nicht das Risiko eingehen, dieses explosive Thema politisch inkorrekt anzugehen. Die Obama-Administration weiß: sobald die Öffentlichkeit und die Presse verstehen, wie unsicher die Gründe der Klimaänderung wirklich sind, dürfte sich die primäre Rechtfertigung der Pläne zur Rettung des Klimas rasch verflüchtigen.

Genau das ist der Grund, warum die Pro-Kohle-Sprecher sich auf die wissenschaftlichen Probleme konzentrieren müssen. Keines der anderen Themen – Arbeitsplatzverluste, Kosten usw. – hat das Potential, die Klimapläne der Regierung so zum Scheitern zu bringen wie die Ausbreitung öffentlicher Zweifel über die Wissenschaft der Klimaänderung.

Redner, die zu feige sind, hiermit den weiteren Kohleverbrauch zu rechtfertigen, also mit ihrer effektivsten Waffe, sollten beiseite treten. Dann müssen neue Führer gewählt werden, die den Mut haben, das zu tun, was getan werden muss, um den Krieg um die Energiezukunft der USA zu gewinnen.

Tom Harris ist geschäftsführender Direktor der in Ottawa, Kanada, ansässigen International Climate Science Coalition ICSC (www.climatescienceinternational.org).

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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6 Kommentar(e)

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1
Dr. Gerhard Stehlik

#2: Martin Landvoigt sagt am Samstag, 14.12.2013, 19:42:
"Allerdings gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die Klimasensitivität < 0,5 ist, vielleicht sogar negativ (Argument Thieme).“ Sie sollten vielleicht einmal auf der EIKE Homepage nach „Stehlik“ suchen oder nach „CO2 kühlt“, um bei dieser physikalisch-chemischen Fragestellung auf den aktuellen Stand zu kommen. Wenn Sie viel Zeit haben sollten Sie meine Arbeit von 2006 (20 Seiten) lesen. Sie sind doch an Geschichte interessiert, wie es scheint. Diese Arbeit hat Michael Limburg 2007 veranlasst, mich zur Gründung von EIKE einzuladen. http://tinyurl.com/7pmertw

Dr. Gerhard Stehlik (CO2 kühlt! Google findet mich!)

2

#3
inzwischen scheint "Öko-Faschismus" in deutsch Realität...
Die anderen, echten Staaten lachen sich ins Fäustchen und kassieren verständlicherweise nur zu gerne ab.

3
Martin Landvoigt

#3: Václav Endrst sagt:

Es gibt zZ. keine wirkliche wissenschaftliche Autorität die konnte glaubhaft, jedenfalls für die Mehrheit von der Bevölkerung, erklären, dass die derzeitige CO2 Politik ist ein - vorsichtig ausgedrückt - Schmarre.
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Ich glaube nicht, dass wir dies so weit vereinfachen können. Denn hier werden unterschiedliche Aspekte in einen Topf geworfen.

Zum einen haben wir die sachlich-argumentative Ebene, die um die Aufklärung des Schaverhaltes bemüht ist. Hier haben wir bereits keinen Konsens.

Weiter haben wir die didaktisch-kommunikative Ebene, die die Sachinformation so aufbereitet, dass sie auch vermittelbar ist. Schließlich ahben wir ein sehr heterogenes Publikum. Während hier viele überfordert sind, unterschiedliche Aspekte mit Pro und kontra zu diskutieren, wird ein anspruchsvolles Publikumssegment eine zu große Vereinfachung zurück weisen.

Schließlich haben wir noch ein Plattform-Ebene. Hier geht es um verbreitung der Infomationen: Welche Kanäle erreichen die Mehrheiten? Die beste fachlich korrekte Didaktik ist nutzlos, wenn sie die Menschen nicht erreicht. Massenwirksamkeit erfordert einen entsprechenden Zugang zu den Massen.

Last but not least ist in der Meinungspluralität ein starkes Moment von regressiven Verhalten. Wenige wollen sich selbst eine fachliche Meinung bilden, sondern fragen nach Autoritäten, die für sie die Entscheidung treffen sollen.

--------- #3: Václav Endrst sagt:
Meines Erachtens werden wir durch einen wirtschaftlichen Riss erst gezogen und dann viehleicht eine Mehrheit von der Wählern beginnt nachzudenken, dass alle heutige ökosozialistiche Ideen schon mal in einem anderem Couleur in der Vergangenheit gescheitert haben.
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Der Mensch lernt aus der Geschichte, dass er aus der Geschichte nichts lernt.

Sicher weisen eine ganze Reihe von Menschen bereits auf diese Problematik hin, aber was die Mehrheiten bewegt, ist schwer abzuschätzen. In der Regel gibt es ein deutliches Delta zwischen einer ermittelten Meinung und einer veröffentlichten Meinung. Auch zweifele ich daran, dass die repräsntierte Meinung in einer Demokratie der Meinung des Wahlvolkes entspricht. Oft werden Pakete, die emotional, mit Tradition und Interesse im Verbund, demokratisch legitikiert. Die einzelne Entscheidung zu einem Sachthema wird dann meist irrelevant. Es geht um ein Paket, nicht um einen bestimmten Inhalt.

Ich denke, öffentliche Meinung ist träge. Es bedarf deutlicher Zeiten, in der eine Position durch ständige Wiederholung langsam Wirksamkeit gewinnt.

4

Was in diesem Beitrag zusammen geschrieben worden ist bleibt ein ziemlich fromme Wunsch. Es gibt zZ. keine wirkliche wissenschaftliche Autorität die konnte glaubhaft, jedenfalls für die Mehrheit von der Bevölkerung, erklären, dass die derzeitige CO2 Politik ist ein - vorsichtig ausgedrückt - Schmarre. Meines Erachtens werden wir durch einen wirtschaftlichen Riss erst gezogen und dann viehleicht eine Mehrheit von der Wählern beginnt nachzudenken, dass alle heutige ökosozialistiche Ideen schon mal in einem anderem Couleur in der Vergangenheit gescheitert haben.

5
Martin Landvoigt

Interessen sind da eine, Fakten das andere. Wenn wir nicht nur von einer deutlichen CO2 Sensitivität > 2 K ausgehen, bleibt immer noch die Frage, wie weit eine Verhaltensänbderung in den Emissionen nicht im Rauschen untergeht, sondern spürbare Wirkung entfaltet. Das sollte den Aktivismus bereits deämpfen.

Allerdings gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die Klimasensitivität < 0,5 ist, vielleicht sogar negativ (Argument Thieme). Dann macht der Aktivismus gar keinen Sinn, sondern ist eher negativ.

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Höhere Ökostrom-Umlage kostet 86.000 Jobs

Dass die Energiewende ein Jobkiller ist, behauptet die Industrie seit Langem. Jetzt belegt eine wissenschaftliche Untersuchung erstmals die fatalen Folgen des Aufschlags für erneuerbare Energien.

http://tinyurl.com/orprp4g