Starker Anstieg der Energiepreise: Kosten explodieren, wenn Firmen die billigen Treibstoff-Tarife streichen

Nathan Rao
Grünste Regierung: Britische Familien stehen vor gewaltig steigenden Energie-Rechnungen.
„Es ist unvermeidlich, dass der Energiepreis steigen wird, und ich mache dafür die gewaltigen Investitionen in erneuerbare Energien verantwortlich“. Ian Fells, emeritierter Professor der Energie-Umwandlung [energy conversion] warnte davor, dass sich Millionen schon jetzt nach der Decke strecken müssen, um ihre Wohnungen zu heizen.
Energieunternehmen bereiten sich auf ein furioses Streichen billiger Tarife vor, wenn Vergünstigungen [spezial rates] wegfallen.


Verträge und Ermäßigungen für verwundbare Verbraucher stehen unter den neuen Vorschriften vor der Streichung, warnten Experten. Unter den von der Energieagentur der Regierung Ofgem vorgegebenen neuen Vorschriften müssen Versorger die Anzahl der Tarife verringern, die sie angeboten hatten, um den Markt weniger konfus zu machen.

Aber Kritiker sagen, dass dieser Vorgang trotz guter Absichten zurückschlagen wird, stehen doch ärmere Familien in diesem Winter vor explodierenden Rechnungen. Und in einem „grausamen Doppelschlag“ wird auch erwartet, dass die Energieversorger die Preise erhöhen werden – wobei der mittlere Preis für Treibstoff von 1420 Pfund auf fast 1600 Pfund pro Jahr steigen wird.

Mark Todd, Direktor von Energyhelpline warnte: „Nicht nur der permanente Preisanstieg für Energie, sondern es scheinen noch mehr schlechte Nachrichten für die Verbraucher am Horizont zu dämmern. Wir fangen an, ein Tarif-Feuerwerk zu sehen, wenn die Energieversorger Spezialraten zurückziehen. Im Oktober könnte es zu einem grausamen Doppelschlag hinsichtlich der Energiekosten für die Verbraucher kommen: wenn nämlich verbilligte Tarife gestrichen und Energiepreiserhöhungen angekündigt werden“.

Seine Warnung folgte den Mitteilungen des Energieriesen E.On, denen zufolge das Unternehmen seinen StayWarm-Tarif für ältere Verbraucher streichen werde. Diese Verträge, die einen festgesetzten, auf dem mittleren Verbrauch basierenden Preis vorgeben, werden ab heute ungültig. Ein Sprecher des Unternehmens sagte: „Unter den neuen Ofgem-Vorschriften, die auch die Anzahl der von uns angebotenen Produkte limitiert, wird der StayWarm-Tarif geschlossen“.

[Das Energieunternehmen] Scottish Power wollte sich nicht darauf festlegen, ob der ähnlich strukturierte Fresh Start-Tarif ebenfalls geschlossen wird. Er versorgt 50 000 Verbraucher. Allerdings sagte ein Sprecher: „Alles ist unter Revision“ und fügte hinzu: „Der Markt durchläuft eine Veränderung, ausgelöst durch den Regulierer. Wir müssen unsere Strukturen daran anpassen“.

Die verbleibenden vier Energieunternehmen der „Großen Sechs” sagten, sie haben keine gleichartigen Produkte im Angebot, obwohl manche Tarife Nachlässe gewähren.

Die neuen Vorschriften sind Teil eines Bündels von Maßnahmen seitens Ofgem, um den Energiemarkt „einfacher und fairer“ für Verbraucher zu machen. Preisnachlässe [charge breakdowns] müssen einfacher werden, während die Rechnungen eine Tarif-Vergleichsrate [Tariff Comparison Rate TCR] ausweisen müssen, die den Verbrauchern helfen soll zu erkennen, ob sie einen guten Vertrag haben.

Die kontroverse TCR rief Kritik von Lobbygruppen hervor, die sagen, dass unterschiedliche Verbrauchsniveaus nicht berücksichtigt werden und Millionen in die Irre geführt werden können.

Mr. Todd fügte hinzu: „Die von Ofgem reformierte Vier-Tarife-Struktur fängt trotz der gut gemeinten Absicht an, unbeabsichtigte Konsequenzen zu zeitigen in Gestalt von Streichungen billiger, variabler Tarife. Grüne Tarife und solche, die Wohltätigkeitsorganisationen sowie Ältere helfen, könnten ebenfalls verschwinden. Anfänge davon haben wir bereits gesehen, als E.On seinen StayWarm-Tarif für über 60-jährige zurückgezogen hat. Das ist nur der erste Fall. Erwarten Sie, dass dies während der nächsten paar Wochen zum Flächenbrand wird, wenn Versorger gezwungen werden, einige ihrer günstigsten Tarife zu streichen“.

Er warnte, dass die nächste Welle jährlicher Preiserhöhungen „schon um die Ecke schielt“ mit Preissteigerungen zwischen 5 und 10 Prozent. Die Haushalte könnten zusätzliche 140 Pfund auf ihrer jährlichen Treibstoffrechnung finden, was den gegenwärtigen Preis von 1420 Pfund auf 1600 Pfund steigen lässt. Die Energiekrise folgt Nachrichten dieser Woche, wonach Millionen im Winter mit Gasknappheit bedroht sind infolge zurückgehender Importe aus Europa.

Technische Probleme am norwegischen Riesengasfeld Troll führen in diesem Jahr zu einer Reduktion der Förderung um 28 Prozent. Das wird die Gasversorgung in UK unter Druck setzen, die stark von norwegischen Lieferungen abhängig ist, und kann dazu führen, dass die Unternehmen teureres Gas aus Russland kaufen. Der Betreiber des Feldes, Statoil, erwartet, dass die geringere Ausbeute sich noch bis in das nächste Jahr hinein zieht. Sprecher Morten Eek sagte, dass seine Firma „irgendwie reduzierte Kapazität bis weit in den Winter hinein erwartet, und zwar infolge technischer Probleme“.

Oeystein Michelsen, Direktor der Abteilung Entwicklung und Produktion bei Statoil, sagte: „Wir haben derzeit eine reduzierte Flexibilität auf dem Troll-Feld, und es wird lange dauern, bis wir wieder in vollem Umfang fördern können“.

Ian Fells, emeritierter Professor der Energie-Umwandlung warnte davor, dass Millionen schon jetzt sich nach der Decke strecken müssen, um ihre Wohnungen zu heizen. Ihm zufolge wird die Anzahl der Menschen mit Energiearmut in diesem Jahr steigen. Energiearmut heißt, dass 10 Prozent des Familieneinkommens für Energie ausgegeben werden. „Es ist unvermeidlich, dass der Energiepreis steigen wird, und ich mache dafür die gewaltigen Investitionen in erneuerbare Energien verantwortlich“, sagte er. „Wenn die Regierung mit dem Ausbau grüner Energie so weitermacht, wird der Verbraucher zur Kasse gebeten“.

Ein Sprecher von Ofgem sagte: „Wir wissen, dass Verbraucher durch die große Anzahl von Tarifen auf dem Markt verwirrt sind. Darum geben wir ihnen die Vereinfachung, die sie haben wollen, und zwar in Gestalt der größten Reformen auf dem Markt seit Beginn von Wettbewerb. Unsere Regeln schreiben vor, dass die Versorger bis zum Ende dieses Jahres verpflichtet werden, nur noch vier Kerntarife für Treibstoffe anzubieten. Wir haben den Unternehmen niemals vorgeschrieben, welche Tarife sie zurücknehmen sollen, um dieser Vorschrift zu entsprechen, das ist allein deren Entscheidung. Wenn unsere Vorschriften erst einmal in Kraft getreten sind, werden die Unternehmen sicherstellen müssen, dass jeder Verbraucher, der von gestrichenen Tarifen betroffen ist, detaillierte Angaben zu dem billigsten Tarif erhält, der noch im Angebot ist. Wir haben mit den Versorgern vereinbart, dass sie Sozialtarife unter unseren Vorschriften beibehalten können (die zum Beispiel Verbrauchern Rabatte einräumen, die Schwierigkeiten bei der Begleichung der Rechnungen haben). Und nach der Ankündigung von E.On, den StayWarm-Tarif zu streichen, hat das Unternehmen bestätigt, dass es weiterhin den Alterstarif in UK für über 60-Jährige als einen Kerntarif unter unseren Reformen anbieten wird“.

Link: http://www.express.co.uk/news/uk/434453/Huge-rise-in-energy-bills-Cost-to-soar-as-firms-axe-cheap-fuel-tariffs

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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