Vermeidungskosten statt Anpassungskosten – 50:1 sollte jetzt 100:1 betragen

Barry Brill
Das ausgezeichnete Dokumentar-Video von Topher Field [bei EIKE hier] erklärt, dass die Gesamtkosten jeglicher globaler Bemühungen zur Reduktion von Treibhausgasen mindestens 50 mal größer sein werden als die Vorteile insgesamt.
Aber das basierte auf dem IPCC-Bericht des Jahres 2007. Inzwischen kann man anhand des durchgesickerten AR 5 erkennen, dass Topher viel zu großzügig war. Angesichts der neuen überarbeiteten Rate der zukünftigen Erwärmung werden die vermuteten Vorteile um die Hälfte verkleinert.


Bild rechts: geringe ECS verdoppelt das Missverhältnis von Kosten und Nutzen [Original: Low ECS doubles the cost: benefit shortfall]

Seit Januar 2012 sind nicht weniger als 19 wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden (hier) zur alles entscheidenden Frage der Klimasensitivität: z. B. wie viel Erwärmung würde aus einer Verdoppelung der Treibhausgas-Anteile in der Atmosphäre resultieren? Die jüngste Version der AR 5-Summary schleicht um diesen heißen Brei herum, räumt aber effektiv ein (einfacher ausgedrückt, es vermutet), dass die ‚Gleichgewichts’-Sensitivität (ECS) möglicherweise um 2°C liegt – also etwa 33% niedriger als in den vier Berichten zuvor vermutet.

Aber das bedeutet noch lange nicht, dass die zukünftige Entwicklung nur ein Drittel betragen wird!

Wir wollen die folgenden übertrieben generösen Annahmen machen:

1. Die ECS spiegelt sich unmittelbar in der globalen Mitteltemperatur

2. Die IPCC-Modelle sind in jeder anderen Hinsicht richtig (außer ECS)

3. Der Treibhauseffekt ist arithmetisch anstatt logarithmisch

4. Die atmosphärische CO2-Konzentration wird in 70 Jahren 560 ppm betragen.

5. Der Diskontsatz für Klimabelange liegt weit unterhalb jeder anderen Investitionsrate.

Das CMIP%-Modellensemble projiziert gegenwärtig bis zum Jahr 2085 Temperaturen, die um 3°C über dem Niveau von 1850 liegen. Der NOAA zufolge (dem mittleren der drei Datensätze) war es während der letzten 160 Jahre bereits zu einer Erwärmung von 1,024 ±0.128°C gekommen. Also lautet die offizielle Vorhersage, dass die Temperatur um weitere 1,876°C während der nächsten 70 Jahre zunehmen wird.

Falls man jene CMIP5-Modelle mit dem aktualisierten ECS laufen ließe, würde sich die Projektion für das Jahr 2088 um ein Drittel auf 2°C reduzieren. Davon ziehen wir die bereits eingetretene Erwärmung von 1,024°C ab. Die projizierte Erwärmung während der nächsten 70 Jahre reduziert sich damit auf 0,976°C.

Das ist WENIGER ALS DIE HÄLFTE dessen, was das IPCC zuvor erwartet hat – eine sehr dramatische Reduktion.

Die aktualisierte Projektion zeigt, dass der Erwärmungstrend fast genau der Gleiche wie während der letzten 100 Jahre ist. Während dieser Zeit gab es keinerlei Beschleunigung des Meeresspiegel-Anstiegs, Gletscher- oder Meereis-Rückzüge, mehr Malariafälle oder größere Häufigkeiten von Hurrikanen oder Dürren.

Tatsächlich handelte es sich um ein Temperatur-‚Optimum’. CO2 trug zur ‚grünen Revolution’ bei, die Kindersterblichkeit wurde dezimiert, während Indikatoren wie die Lebenserwartung und Bildung boomten. Die Todesrate durch Extremwetterereignisse hat seit 1920 um 98% abgenommen. Und es gibt noch einen anderen Grund, warum die 50:1-Schätzung eine deutliche Überschätzung ist.

Der gegenwärtige Temperatur-Stillstand seit 16 Jahren zeigt, dass die Zeit des Temperatur-Optimums jetzt vorüber sein könnte. Falls das so wäre und die Welt ein Crash-Programm zur Reduktion von Treibhausgasen auflegen würde, würden wir vermutlich während des 21. Jahrhunderts einen Abkühlungseffekt erzeugen. Würde das die Vorteile auch nur im Geringsten zunehmen lassen? Oder schneiden wir uns dabei nur ins eigene Fleisch?

Vielleicht wird der AR 5 der WG 3 (fällig im März 2014) dieses Szenario ansprechen. Das IPCC sagt, es ziehe alle möglichen Zukünfte in Betracht, ohne irgendeine davon mit einer Wahrscheinlichkeit zu belegen.

Jetzt aber zurück zu den oben gemachten heroischen Hypothesen:

1. Die ECS ist die theoretische Reaktion der Temperatur, die sich noch lange nach den Emissionen fortsetzt – hunderte Jahre lang in die Zukunft. Die kurzfristige Auswirkung einer Treibhausgas-Verdoppelung liegt bei nur 1,2°C – 40% weniger als die ECS.

2. Die Modelle CMIP5 und CMIP3 lagen tatsächlich um 100% falsch während der letzten 20 Jahre. Die ECS ist mit Sicherheit nicht der einzige Fehler.

3. Der Treibhauseffekt ist logarithmisch, also gab es bereits (bei 400 ppm) mehr als die Hälfte an Verdoppelung.

4. Die IPCC-Szenarien ignorieren Änderungen der Technologie, den Schiefergas-Boom usw. und sind schon lange überholt.

5. Das 50:1-Projekt basiert konservativ auf dem Stern-Bericht, dem zufolge die Klima-Abschwächung eindeutig unterschiedlich ist zu Investitionen in die Gesundheitsvorsorge, Bildung, in Krankheiten und Armutsbekämpfung, Anpassung an das Klima usw. Dieses Credo basiert auf einer obskuren moralischen Philosophie, dem nur wenige Ökonomen folgen geschweige denn sie übernehmen können.

Und schließlich ist der größte Einfluss nehmende Faktor in all den ökonomischen Modellen die Geschwindigkeit der Änderung, nicht nur die Größe. Die Ergebnisse des AR 4 zeigten eine so rasche Änderung der Rate, dass die meisten Möglichkeiten der Spezies (einschließlich der Menschen) sich anzupassen ausgeschlossen sind. Mit dem langen Stillstand und der neuen geringen Sensitivität ist dieser Fall komfortabel erledigt.

Also, wenn wir die aktualisierte Wissenschaft und normale Ökonomie einer Kosten-Nutzen-Analyse unterziehen würden, könnte sich das Verhältnis 50:1 leicht auf 100:1 verändern.

Link: http://wattsupwiththat.com/2013/09/18/501-should-now-be-1001/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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1 Kommentar

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Liebe CO2 - Freunde,
heute, 27.09.2013, meldete der WDR: Heute Nacht hat es die ersten Nachtfröste gegeben.
Das passt gut zu den Darstellungen zum CO2-Gehalt.
Viele Grüße
Peter