Turbulenzen mit Windkraft in Europa und China

Hier folgen zwei Artikel, die inhaltlich zusammen gehören, geht es doch in beiden um die Schwierigkeiten großer Produzenten von Windenergieanlagen. Dabei handelt es sich um den Weltmarktführer Vestas in Dänemark und um die Firma Sinovel in China, die ebenfalls weltweit aktiv ist.
Interessant ist das für mich vor allem vor dem Hintergrund des Streites mit China um Solarpaneele. Mir scheint jedoch, dass sich die Krise um die sog. „Erneuerbaren“ allgemein immer mehr zuspitzt.
Chris Frey, Übersetzer


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Gigant der Herstellung von Windturbinen gerät in Turbulenzen

Bild rechts: Shutterstock

Vestas ist ein dänischer Hersteller von Windturbinen und wird gewöhnlich als der globale Marktführer auf diesem Gebiet angesehen. Inzwischen sieht es jedoch für das Unternehmen ganz anders aus, nachdem sein geschäftsführender Direktor [CEO] angesichts abstürzender Profite und Marktanteile gestürzt ist. Die Anteilspreise sind gegenüber dieser Zeit vor fünf Jahren um 85 Prozent gesunken, und der geschasste CEO war vier mal während der letzten drei Jahre gezwungen, Gewinnwarnungen an Investoren zu geben. Die Financial Times FT berichtet, was schief gelaufen ist:

Die Saat für Mr. Engels Sturz wurde mit dem Beginn der globalen Finanzkrise gesät. Anfang 2008 hatte Vestas 15305 Beschäftigte. Ende 2010 waren es 23252.

Gerade als die gesamte westliche Welt in die Rezension abrutschte und finanziell gebeutelte Regierungen anfingen, Subventionen für erneuerbare Energie zu kürzen, ist Vestas mit einer großen Expansion vorgeprescht. 2008 wurde die erste Fabrik in den USA eröffnet, und ein Jahr später verkündete es, dass 5000 neue Arbeiter in China und den USA eingestellt werden sollen. Kurz danach kamen erste Zweifel ans Tageslicht, wie lange die USA Windenergie noch subventionieren würden (…)

Die zeitlich schlecht geplante Expansion bedeutete, dass Vestas noch mehr gelitten hat als seine Konkurrenten in der Windindustrie, und zwar durch den Druck billiger chinesischer Wettbewerber und schwindender Subventionen. Zwei weitere Gewinnwarnungen Ende 2011 und Anfang 2012 erschütterten jegliches Vertrauen von Investoren in die dänische Vestas-Gruppe, und schon bald hatte das den Vorsitzenden und seinen Finanzdirektor den Job gekostet.

Allerdings ist die schlechte Strategie nur teilweise für die Schwierigkeiten verantwortlich. Das größere, heimtückischere Problem ist die Wettbewerbsfähigkeit von Windenergie mit fossilen Treibstoffen. Wind wird wie auch Solarenergie durch Subventionen der Regierung gepäppelt. Die Länder fangen an, sich aus diesen teuren grünen Steuervorteilen und Einspeisetarifen zu verabschieden, was Unternehmen wie Vestas in der Patsche sitzen ließ.

Reuters schreibt, dass Vestas als Teil seiner Bemühungen, das Blatt zu wenden, „eine Anzahl von Forschungs- und Entwicklungsprojekten gestoppt hat“. Das ist genau die falsche Maßnahme für ein Unternehmen, das versucht, Profit in einer Industrie zu machen, die ein minderwertiges Produkt verkauft. Firmen erneuerbarer Energie brauchen Paneele und Windturbinen mit besserer Effizienz sowie Optionen zur Speicherung von Energie, um das Problem der Schwankungen zu umgehen. Man kann so viele Spitzenmanager feuern wie man will, aber bis zu einer Verbesserung der Technologie wird die Zukunft nicht heller aussehen als die düstere Gegenwart.

[Wie man die Sonne vermehrt scheinen und den Wind vermehrt wehen lassen will, bleibt leider offen. A. d. Übers.]

Link: http://blogs.the-american-interest.com/wrm/2013/08/22/wind-turbine-giant-hits-turbulence/

Windsterben in China

Einer der größten Hersteller von Windturbinen in China schließt seine Tochterfirmen in Italien, Kanada, den USA und Belgien. Sinovel hat zwei CEOs verschlissen, Entlassungen vorgenommen und steht in den USA vor Gericht unter der Anklage, die Software eines US-Unternehmens gestohlen zu haben. Auch interne Umstrukturierungen fanden statt – alles im vorigen Jahr.

Sinovel hofft, mit der Schließung dieser vier Tochterfirmen, denen dem Unternehmenssprecher Wang Wen zufolge  „Entwicklungspotential fehlt“, das Blatt wenden zu können. Das Wall Street Journal berichtet:

Inmitten des nachlassenden heimischen Marktes und der Überkapazitäten ist Sinovel schlecht gefahren. Im April gab es einen Umsatzeinbruch um 58% im vorigen Jahr bekannt, was einen Verlust von 582 Yuan (92 Millionen Dollar) bedeutete. Im Vergleich: Der Gesamtprofit im Jahr zuvor hatte noch 598 Millionen Yuan betragen.

Aber selbst mit diesem Einschnitt sieht die Zukunft für Sinovel immer noch düster aus. Gerade in der vorigen Woche hat das US-Justizministerium den strauchelnden Turbinenhersteller des Diebstahls geistigen Eigentums angeklagt. Der Vorwurf lautet, dass das Unternehmen den Software-Code gestohlen hat, der gebraucht wurde, um die Turbinen der Firma AMSC in Massachussetts zum Laufen zu bringen. Ein ehemaliger Ingenieur bei AMSC plädierte vor einem österreichischen Gericht im Namen des chinesischen Unternehmens auf schuldig, und die Kläger verlangen über 1 Milliarde Dollar Schadenersatz.

Angesichts der Schwierigkeiten, in denen die chinesische Solarindustrie derzeit steckt, müssen die Führer in Peking über diese Nachrichten besorgt sein. Das Land versuchte, seinen massiven Pool an Arbeitern und seinen Willen, die Industrie mit Regierungsgeldern zu stützen, zu seinem Vorteil zu nutzen, um an die erste Stelle der Solar- und Windfirmen zu gelangen. Dieses Unterfangen zeitigte nicht das von Peking erhoffte Ergebnis, und die Hersteller von Solarpaneelen und Windturbinen kämpfen immer noch um einen Weg, ihre Produkte billig genug zu machen, um gegen fossile Treibstoffe im Wettbewerb bestehen zu können.

Wir werden die Ersten sein, Null-Carbon-Technologien wie Wind und Sonne zu unterstützen, wenn diese in der Lage sind, selbst konkurrieren zu können ohne Aufpäppeln durch Regierungs-Dollar (oder in diesem Falle Renminbi). Bis es so weit ist, sollte die Welt ihr Geld lieber in Forschung und Entwicklung dieser Technologie stecken als in direkte Subventionen.

[Dieses Geld dürfte anderweitig wohl noch viel sinnvoller angelegt sein! A. d. Übers.]

Link: http://blogs.the-american-interest.com/wrm/2013/07/02/wind-dies-down-in-china/

Beides übersetzt von Chris Frey EIKE

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7 Kommentare

  1. Herr Heinzow, ich stimme Ihnen für Beitrag #4 mal ausnahmsweise uneingeschränkt zu, aber nur für diesen Beitrag – nicht dass Sie noch übermütig werden 😉 .

    Ihr Alfred „Dumpfbacke“ Schlohr

  2. Bisher hat sich in der Entwicklung technischer Anlagen und Konzepte, die „irrationale Variante“, noch nie langfristig durchsetzen können.
    Irrational ist es, mit einem größeren Aufwand an Anlagen und Netzen, nur zeitweise ein flüchtiges Ergebnis zu erzielen, wie es bei der Erzeugung von Windstrom der unabänderliche Fall bleibt.
    Diese wirtschaftliche Irrationalität, vorsätzlich nicht intelligent zu handeln, sondern eine zufällige Art der Stromherstellung auch noch zu subventionieren, kann sich auf Dauer in keinem Land etablieren, in dem demokratische Abwahlen, regierende Lobbyisten aus dem Geschäft schieben können – wie z.Z. auch in Deutschland wo eine Alternative zum Verbraucherschutz vor etablierten Lobbyisten wählbar ist.
    Es gab zwar historisch Phasen, in denen zeitweilig auf die Rationalität als oberste Priorität keine Rücksicht genommen wurde, wie in totalitären Systemen. Aber ein langfristiger Erfolg entstand weder unter Lenin, Mao oder Castro et al. Die dort praktizierte Verschwendung von wirtschaftlichen Ressourcen und menschlicher Vernunft hat sichtbar zu Not und Armut geführt und weltweit wiederholt sich zwar Irrationalität, als religiöse Hirnbremse oder säkular in Ersatz-Religionen als Ideologie.
    Fakt bleibt aber, weder Hersteller von Windmühlen noch anderer Zufalls-Anlagen können auf eine stabile, geschweige steigende Nachfrage hoffen, weil bereits eine riesige Spekulationsblase an Ökoinvestments entstanden ist, die einzig durch politische Protektion entstand und nun horrende Kosten darstellt, die sich in Verbraucherpreisen abbildet, ohne das sich die Qualität von Strom verbessert hat.
    Es ist also folgerichtig, wenn die Hersteller von Techniken, die ein technologischer Rückfall sind und wirtschaftlich eine fehlende Vernunft darstellen, allen Beteiligten nur Schaden zufügen.

  3. „Dieses Geld dürfte anderweitig wohl noch viel sinnvoller angelegt sein!“

    So ist es Herr Frey, aber die Gläubigen in einer Kirche kann man mit rationalen Argumenten nicht davon abhalten das zu glauben, was der Priester da von der Kanzel an Geschwätz von sich gibt.

    Dazu das Geschwätz der Parteien im derzeitigen Kampf um die Stimmen der Wähler mittels vorsätzlicher Falschinformation, was ja nicht als Betrug gewertet wird:

    FDP (Hamburg): „Keine Energiewende ohne Marktwirtschaft“

    SPD im Wahlprogramm: „Oberstes Ziel ist die Vermeidung eines nicht notwendigen Energieverbrauchs auch, damit durch einen sinkenden Verbrauch Energie für alle Einkommensgruppen bezahlbar bleibt.“

    Diese Zitate sind ein direkter Nachweis dafür, wie dumm das deutsche Volk tatsächlich ist.

  4. Warum hat sich die Krise um die sog. „Erneuerbaren“ allgemein immer mehr zuspitzen? Vieles ist ohne Plan, oft auch ohne Sinn und an der Realität vorbei.

    Das zeigt sich in der IPCC, Club of Rome, Klimawissenschaft und Politik. Habe ich etwas vergessen? Ach ja, ich sollte vielleicht das PIK hervorheben 😉

    Es wird auf die Spitze getrieben da das böse CO2 und der sogenannten Klimawandel als Problem gesehen wird und die sog. Vordenker nicht mehr klar denken können.

    Die Umfrage auf http://www.myworld2015.org von der UN zeigt den Klimawandel immer noch auf dem letzten Platz. Die Untertanen … sorry … mündigen Bürger wissen es besser.

  5. Ich halte die chinesischen Entscheidungsträger für klug genug, um bei solchen Zuschuss Geschäften den Stecker zu ziehen.
    Deutschland wird – wie aus der Geschichte bekannt – bis zum bitteren Ende kämpfen.
    Schließlich ist Ideologie mittlerweile wichtiger als Verstand.

  6. Danke für diesen Artikel Hr. Frey.
    Die sog. erneuerbaren Energieerzeuger (Windmühlen und Solarmodule) können nur durch eine Art effektiver und wirtschaftlicher werden. In den man auf die Kraftwerkstechnik von Kohle, Gas und Uran umsteigt. Die Stromerzeugung durch Windmühlen wird nur dadurch besser und wirtschaftlicher, in dem man auf Kohle, Gas oder Kernkraftwerke umsteigt. Das weis jedes Kind und das wusste schon jeder Vernunft und Verstand Mensch, dass mit den Launen der Natur (Wind und Sonne) kein zuverlässiges und wohlstandsförderndes Wirtschaften möglich ist. Auch die Innovation und der Fortschritt benötigen die UNABHÄNGIGKEIT der Stromerzeugung von den Launen der Natur (Wind,Sonne). Ein Kraftwerkmixpark aus kohle, Gas und Uran ist das Beste, Innovativste, Wirtschaftlichste und Wohlstandsschaffendes, was Deutschland und die Welt hat! Mit der Energiewende schafft die deutsche Diktaturpolitik der Ethikräte den Wohlstand für die Deutschen ab. Und das ist nicht mehr zu akzeptieren!

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