Kurzvideo über EIKE 1. Hamburger Klima- und Energiegespräch 14.6.13

Am 14.6.13 veranstaltete EIKE erstmalig in Hamburg ein Klima- und Energiegespräch. Führende Wissenschaftler aus der Klima- und Energieforschung, sowie Manager aus der Energiewirtschaft diskutierten mit dem sachkundigen Publikum, die Probleme, die die Energiewende auslöst. Von schwankender Energieversorgung, über den jeden Tag wahrscheinlicher werdenden totalen Blackout, bis zu irrwitzigen Kosten reichte die Bandbreite. Es wurde auch deutlich gemacht, dass die Sonne in Verbindung mit den Gestirnen unser Klima bestimmt, während der Beitrag das CO2 nicht erkennbar ist. Das folgende Video gibt einen Überblick, der Bericht von Dr. K.P. Krause beschäftigt sich den Vorträgen von Dr. Bernd Benser CEO des Tennet Ablegers GridLab GmbH und Prof. Helmut Alt zum Stand der heutigen Energieversorgung und deren düsteren Aussichten


Übersichts-Video zum 1. Hamburger Klima- und Energiegespräch

Immer dichter vor einem Stromausfall – Die Energiepolitik eines Wahns

Die Stromversorgung in Deutschland ist nicht mehr sicher genug. Sie ist sogar hochgefährdet. Jeden Tag kann es zu einem Stromausfall kommen. Noch ist es bisher gelungen, durch blitzschnelle Eingriffe einen Systemzusammenbruch abzuwenden, aber die Zahl dieser Notfälle hat erheblich zugenommen und tut es weiter. Schuld daran ist der deutsche Wahn, die Versorgung mit Strom aus Kernkraft, Kohle, Erdgas und Erdöl umzustellen auf sogenannte Erneuerbare Energien, vor allem auf die mit Strom aus Wind- und Sonnenenergie.

Je mehr Strom aus Sonne und Wind, desto größer die Blackout-Gefahr

Die Schwankungen dieser Stromversorgung im Verlauf eines jeden Tages sind groß und gefährden das Stromnetz massiv. Wind- und Sonnenstrom fließen auch dann ins Netz, wenn man ihn nicht braucht, oder gehen dem Netz unvermittelt verloren, wenn der Wind nachlässt und/oder sich eine Wolkendecke vor die Sonne schiebt. Wird die technisch notwendige Stromfrequenz von 50 Hertz im Netz über- oder unterschritten, bricht es schlagartig zusammen; vertragen kann es nur eine sehr geringe Abweichung von dieser Frequenz. Und je mehr Windkraft- und Fotovoltaikanlagen errichtet werden, umso häufiger sind auch die Gefährdungen. In der Zeit vor diesem Wahn war die Stromversorgung in Deutschland zu 99,9999 Prozent sicher. Das ist sie mit Wind- und Sonnenstrom nicht mehr. Die wenigsten Bürger sind sich darüber im Klaren.

Systemsicherheit der Stromnetze als Thema bei einer EIKE-Konferenz

Diese Unsicherheitslage in der deutschen Stromversorgung war ein Thema beim 1. Hamburger Klima- und Energiegespräch am 14. Juni in Hamburg, veranstaltet vom Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE). Die Einzelheiten dazu trugen die Energiefachleute Bernd Benser und Helmut Alt vor. Der promovierte Benser ist Hauptgeschäftsführer der GridLab GmbH in Cottbus, dem Europäischen Trainings- und Forschungszentrum für Systemsicherheit der Elektrizitätsnetze, Alt ist Professor für Elektrotechnik an der Fachhochschule Aachen. GridLab bezeichnet sich als „ein in Europa bislang einzigartiges technologisches Instrument, um kritische Netzsituationen unter Realbedingungen zu testen“. Das Besondere daran sei, der GridLab-Netzsimulator könne mit den realen Archivdaten der Netzbetreiber arbeiten.

Die Zahl der Eingriffs- und Gefährdungstage steigt

Eine kritische Situation im Stromnetz gibt es nach Benser derzeit jeden zweiten Tag. Eine Benser-Statistik zeigt: Die Zahl der Eingreif- und Gefährdungstage ist mit dem Ausbau von Windkraft- und Fotovoltaikanlagen von Jahr zu Jahr gestiegen. 2012 haben die Übertragungsnetzbetreiber schon an 262 Tagen in das Netz eingreifen müssen, damit es nicht zusammenbricht, früher sind es nach Benser nur vier bis fünf Tage gewesen. Mit noch mehr Wind- und Sonnenstrom wie geplant werde das dann jeden Tag mehrmals passieren. Denn bis 2020 seien weitere 50 bis 60 Gigawatt an Erzeugungskapazität geplant, aber Transportkapazität für diesen zusätzliche Strom gebe es nur für 12 Gigawatt. Ebenfalls 2012 habe man die Stromlieferungen aus „Erneuerbaren Energien“ schon an 77 Tagen abschalten müssen, um das Land vor Stromausfall zu bewahren.

Was passiert, wenn der Strom ausfällt

Benser wie Alt warnten vor den Folgen eines solchen Ausfall und malten aus, was er bedeutet. Hier eine kleine Auswahl: Das Kommunikationssystem verstummt sofort oder bricht, soweit noch funktionsfähig, in kürzester Zeit wegen Überlastung zusammen, Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Polizei sind nicht mehr erreichbar, der Zahlungsverkehr kommt zum Erliegen, die Automaten geben kein Bargeld her, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung kollabieren, im Straßenverkehr kommt es zu Staus (Ampelausfall), die Gesamtlogistik bricht zusammen, die Produktionsanlagen laufen nicht mehr, Kühlanlagen kühlen nicht mehr und Kühlgut verdirbt, in den großen Geflügelmastställen fallen die Klimaanlagen aus, für Kühe funktionieren die Melkmaschinen nicht, in Wohnhäusern gehen morgens die elektrischen Rolläden nicht hoch, auch ist (teils nach vier, teils schon nach zwei Stunden) mit Plünderungen zu rechnen, und die medizinische Versorgung ist gefährdet, denn rund 90 Prozent der deutschen Krankenhäuser können sich nicht länger als 48 Stunden mit Notstrom versorgen, aber nach Benser braucht man sechs Tage, bis ein Totalausfall von Strom behoben ist. „Im schlimmsten Fall rechnen wir mit 200 000 Toten.“ Ohne Strom funktioniert im hochtechnisierten Deutschland an wichtigen Dingen fast nichts mehr. Großflächiger Strom-Blackout ist ein nationaler Katastrophenfall.

Durch die „Energiewende“ immer öfter und länger am Limit

Bisher ist die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland, wie Benser sagte, so hoch wie
nirgendwo sonst. Diese hohe Versorgungsqualität sei auch ein Eckpfeiler für Deutschland als Wirtschaftsstandort. Aber das System werde immer länger und immer öfter am Limit gefahren. „Die Gefahr von Blackouts erhöht sich damit automatisch.“ Die deutsche Energiewende bedeute eine enorm schnelle Transformation des gewachsenen Energiesystems, getrieben durch eine veränderte Versorgungsstruktur mit hoher und stetig steigender Volatilität der erneuerbaren Energien, und die hohe Volatilität führe zu immer höheren Frequenzschwankungen. Zwar habe der Gesetzgeber die Problematik erkannt und mit der Systemstabilitätsverordnung (in Kraft seit 26. Juni 2012) darauf reagiert, aber bis sie in der technischen Anwendung und täglichen Praxis umgesetzt sei, bestehe ein deutlich höheres Risiko.

Für die komplizierte Regelungstechnik im Stromverbund ein „Systemführerschein“ vorgeschlagen

Auch sind die technischen Anforderungen an das Bedienungspersonal, wie Benser sagt, rapide gestiegen. In Anbetracht der komplizierter gewordenen Regelungstechnik im Stromverbundsystem und gemessen an den möglichen hohen Schäden, wenn das Personal einen Fehler gemacht hat, will Benser für diese Techniker einen „Systemführerschein“ zur Pflicht gemacht sehen, der sie zur Netz- und Systemführung befähigt und berechtigt. Dieses Verlangen ist aber nicht selbstlos, denn vermitteln will Benser die Befähigung mit seinem Unternehmen. Auch soll diese wie bei Flugzeugpiloten in regelmäßigen Abständen überprüft werden, um die Berechtigung zu verlängern. In seinem Unternehmen soll das Notwendige trainiert werden: der Normalbetrieb, der Stressbetrieb, der Störbetrieb, der Teil- und Totalsausfall des Netzes, der Netzwiederaufbau und dergleichen mehr.

An den Grenzen der technischen Machbarkeit

Professor Alt formuliert die Gefahr des Netzzusammenbruchs so: „Derzeit beträgt die installierte Windleistung rund 30 Gigawatt und die installierte Photovoltaikleistung ebenfalls rund 30 Gigawatt, also insgesamt 60 Gigawatt. Davon können durchaus rund 70 Prozent gleichzeitig wirksam werden, also rund 42 Gigawatt. … Ein stabiler Netzbetrieb ist dann in Deutschland nicht mehr möglich. Die ‚steigenden Anforderungen’ geraten an die Grenzen der technischen Machbarkeit.“

Einfach toll: Stromversorgung nicht nur unsicherer, sondern auch teurer gemacht

Doch gefährden Wind- und Sonnenstrom nicht nur die Stromversorgungssicherheit, sondern haben auch immense zusätzliche Kosten zur Folge. Das Erzeugen von Strom aus regenerativen Kraftwerken mit Wind und Sonne ist wesentlich teurer als aus thermischen Kraftwerken (Kohle, Uran, Erdgas, Heizöl). Freiwillig also würde niemand diesen Strom kaufen. Daher werden die Verbraucher zum Kauf und zu dem höheren Preis gezwungen. Ziemlich verrückt: Für den willkürlich unsicher gemachten Strom muss der Stromverbraucher auch noch mehr bezahlen. Die Grundlage dafür ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Da am 17. März 2011 – nach der Zerstörung des Fukushima-Kernkraftwerks durch die Riesenwelle des Seebebens – politisch entschieden wurde, die Stromerzeugung aus Kernkraft zu beenden, gibt Deutschland diese preiswerte Erzeugung mutwillig auf.

Kosten der Stromerzeugung fünfmal höher als vor der „Energiewende“

Die „Energiewende“ wird die Stromerzeugungskosten, wie Elektrotechniker Alt in Hamburg vortrug, um „mindestens den Faktor 5“ erhöhen. Zwar hätten Politiker aller Parteien und viele Verantwortliche der Energieversorgungsunternehmen verkündet, der Kernkraftausstieg sei bis 2020 machbar, doch die Verkünder seien in aller Regel Banker, Volkswirte, Architekten, Lehrer oder Juristen, aber keine Elektrotechniker. „Welcher technische Mehraufwand erforderlich ist und was das dann kostet, sei nicht thematisiert worden. Das ist so, als wenn ein Elektrotechniker erklären würde, dass bis 2020 der Durchbruch zur Heilung jeder Krebserkrankung möglich sei.“

Ein Ziel, das nicht erreichbar ist

Die installierte Leistung von Windkraftanlagen Ende 2012 hat nach den Angaben von Alt 30 980 Megawatt erreicht, davon 150 MW im Meer („offshore“), und die von Fotovoltaik-Anlagen 32 400. In den Sommermonaten dominiert tagsüber in der Regel die Sonnenstromleistung, doch in den Wintermonaten ist sie meist fast bedeutungslos. Bis 2030 sollen in der deutschen Nord- und Ostsee 25 Gigawatt Offshore-Windenergie-Anlagen hinzukommen. Alt: „Derzeit sind 0,15 Gigawatt installiert, die Erkenntnis, dass das Ziel nicht zu erreichen ist, ist ein offenes Geheimnis nicht nur im Hause Siemens oder Tennet.“

Herkömmliche thermische Kraftwerke bleiben unentbehrlich

Es kommt vor, dass Wind und Sonne zur gleichen Zeit keinen Strom liefern. Daher müssen beide regenerativen Stromlieferanten in nahezu voller Leistungshöhe, also zu 100 Prozent, durch Reservekapazitäten abgesichert sein, die mit ihrem Strom sofort zur Verfügung stehen. Das geht am schnellsten mit Pumpspeicher- und Gaskraftwerken. Aber die verfügbare Speicherkapazität aus Pumpspeicherkraftwerken reicht, wie Alt zeigte, bei weitem nicht aus, um die leistungslosen Zeiten der regenerativen Stromerzeugung zu überbrücken: „Das Energie-Speicherpotenzial aller Pumpspeicher-Kraftwerke in Deutschland ist mit 7 Gigawatt Leistung als Tagesspeicher (maximal acht Stunden) vollkommen unzureichend, um die Windstromflautezeiten zu überbrücken.“ Folglich ist und bleibt die herkömmliche thermische Kraftwerkskapazität unentbehrlich.

Je mehr “Erneuerbare“ umso mehr herkömmliche Kraftwerke

Man kann die thermischen Kraftwerke zwar abschalten, wie es längst geschieht, muss sie aber immer bereithalten – gerade auch dann, wenn die Stromerzeugung, wie vorgesehen, nur noch aus regenerativen Anlagen kommen soll. Denn, so Helmut Alt, „zu Zeiten minimaler Windleistung die in jedem Monat kurzzeitig auftreten, helfen selbst beliebig viele Windenergieanlagen nicht weiter. Da es keine Energiespeicher für diese Größenordnungen der Leistung gibt, sind zusätzliche Gasturbinen als back-up-Sicherung erforderlich“. Wenn also immer noch mehr Windkraft- und Fotovoltaikanlagen errichtet werden, müssen auch zusätzliche herkömmliche Kraftwerke gebaut werden, vor allem Gaskraftwerke, weil die schnell anspringen. Deutschlands Politiker glauben also, sich eine Stromerzeugungskapazität leisten zu können, die den Bedarf um das doppelte überschreitet.

Statt 7,5 Milliarden für Kernkraftstrom fast 34 Milliarden für Strom von Wind und Sonne

Was kostet das? Ein solches System aus Wind-, Sonnen- und Gaskraftwerken verteuert – je nach Wind-, Sonnen- und Erdgasanteil für den zu ersetzenden Kernkraftstrom – allein schon die bloße Erzeugung von Strom erheblich. Alt rechnet vor: Die jährlich 150 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Kernenergie in Deutschland kosten in der Erzeugung 5 Cent je kWh, insgesamt also 7,5 Milliarden Euro. Für die gleiche Strommenge aus Windkraftanlagen im Meer betragen die Erzeugungskosten 15 Cent je kWh (zusammen 22,5 Milliarden) und aus Fotovoltaik-Anlagen 30 Cent (zusammen 45 Milliarden). Im Mix dieses Wind- und Sonnenstroms je zur Hälfte ergeben sich Erzeugungskosten von 22,5 Cent je kWh und zusammen von 33,75 Milliarden Euro – sofern der Wind weht und die Sonne scheint. Das sind gegenüber dem Kernkraftstrom Mehrkosten im Jahr von 26,25 Milliarden Euro.

Einer freut sich über Deutschlands Energiewende: Gaslieferant Russland

Aber das sind nur die Erzeugungskosten. Erforderlich sind auch 4500 Kilometer neue Übertragungsleitungen (Investitionsbedarf über 10 Milliarden), gebaut sind erst 90 Kilometer. Erforderlich sind ferner für 20 Gigawatt neue Gaskraftwerke; bei 400 Megawatt je Anlage müssen es 50 neue sein (Investitionsbedarf rund 8 Milliarden). Den zusätzlichen Gasbezug aus Russland veranschlagt Alt auf rund 20 Milliarden Kubikmeter im Jahr mit Zusatzkosten von jährlich 3 Milliarden Euro. Damit steige der deutsche Erdgasbedarf von insgesamt rund 100 auf demnächst mindestens 120 Milliarden Kubikmeter. Die russischen Lieferanten reiben sich vor Begeisterung über die deutsche „Energiewende“ die Hände.

Täglich 7 Millionen Euro Mehrkosten für den Stromimport

Wenn Wind und Sonne nicht genug, also nicht bedarfsgerecht liefern, wird Strom importiert, vor allem aus Frankreich und Tschechien. Es ist Strom aus Kernkraftwerken. Frankreichs Lieferungen erreichen monatlich 2 Terrawattstunden und die aus Tschechien 1 TWh. Helmut Alt resümiert: „Die dann noch fehlenden Strommengen werden durch teurere inländische Kohle- und Gaskraftwerke abgedeckt, was eine höhere CO2 -Emission bedingt. Die Mehrkosten für die Strombeschaffung liegen ab dem Tag der Abschaltung am 17. März 2011 bei mindestens 7 Millionen Euro pro Tag. Solange unser Wohlstand in Deutschland nicht aufgebraucht ist, können wir das durchstehen. Wie lange es tragbar ist, aus rein emotionalen Gründen pro Tag 7 Millionen Euro einfach nutzlos – ohne Zuwachs an Wertschöpfung – zusätzlich auszugeben, wird die Zukunft erweisen.“

Die „Energiewende“ beglückt andere, nur nicht die deutschen Stromverbraucher

Liefern Wind und Sonne in Deutschland an Strom zuviel, also ebenfalls nicht bedarfsgerecht, wird er exportiert, vornehmlich in die Niederlande (monatlich 2,5 TWh), in die Schweiz (monatlich 2 TWh) und nach Österreich (monatlich bis zu 1,5 TWh) – dies aber zu sehr niedrigen Preisen. Teilweise sogar muss Deutschland noch dafür zuzahlen, dass ihm diese Länder den Überschussstrom überhaupt abnehmen. So reiben sich auch die Empfänger in diesen drei Ländern ob der deutschen „Energiewende“ die Hände. Wohl also beglückt Deutschland mit seiner Energiepolitik viele andere, nur nicht die eigenen Stromverbraucher – eine Energiepolitik, die geradezu pervers ist. Schon jetzt muss ein Drei-Personen-Haushalt in Deutschland wegen dieser Politik für seinen Strom 400 Euro im Jahr zusätzlich zahlen.

Frau Merkels späte Erkenntnis

Mit steigendem Anteil von Strom aus Wind und Sonne wird der Stromverbraucher in Deutschland zusätzlich noch mehr zahlen müssen. Denn spätestens 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch 35 Prozent betragen. 2030 sollen es 50 Prozent, 2040 dann 65 und 2050 schon 80 Prozent sein. Bundeskanzlerin Merkel hat, man staune, zutreffend erkannt: „Unser Problem ist die Bezahlbarkeit, weil die erneuerbaren Energien subventioniert werden müssen.“1) Eine ziemlich späte Erkenntnis. Derweilen hält sie die Kostenbegrenzung bei der Ökostromförderung für die “wichtigste Aufgabe” der Bundesregierung. Allerdings erst nach der Bundestagswahl. 2) Doch schiefgegangen ist das auch schon vor der Wahl. Mit ihrem Minister Peter Altmaier hat sie schon vor Monaten eine „Strompreisbremse“ einzubauen versucht. Die Länder legten sich quer. Im April hat Frau Merkel das Vorhaben abgeblasen.3) Wie inzwischen mehrfach erwiesen, ist auf Merkels Äußerungen kein Verlass – und nach der Wahl erst recht nicht.

Eine Politik von Verbohrten, Unbelehrbaren – von Wahnsinnigen

Bisher haben Zeitungen und Zeitschriften über solche EIKE-Tagungen wie diese jüngst in Hamburg nicht berichtet. Sie veröffentlichen lieber gutbezahlte ganzseitige Inserate der Windkraft- und Solarindustrie. Diese finanzieren die Inserate aus den hohen Renditen, die ihnen der Staat mit dem EEG zwanzig Jahre lang garantiert. So müssen die Stromverbraucher mit der ihnen abgepressten Subventionierung letztlich auch noch für die Werbung der EEG-Profiteure aufkommen, die dafür gedacht ist, dass immer mehr solcher Anlagen entstehen. Folglich finanzieren die Stromverbraucher zwangsweise sogar auch selbst noch, dass sie für Strom immer mehr bezahlen müssen. Auch das ist pervers. Diese Energiepolitik ist eine Politik von Verbohrten, Unbelehrbaren – von Wahnsinnigen.

Apropos, wenn es um Ökostrom geht, immer an diese fünf Merksätze denken:

  1. Nachts scheint keine Sonne, bei Regenwetter und bedecktem Himmel fällt sie ebenfalls aus.
  2. Wind weht meist zu viel, zu wenig oder auch gar nicht.
  3. Strom lässt sich nicht speichern.
  4. Der Acker soll Brot fürs Volk liefern, nicht aber „Biogas“ für Strom.
  5. Kernkraft in Deutschland ist sicher genug (und CO2-frei)

PS. Hilfe gegen die Energiewende und Informationen finden Sie bei der Stromverbraucher-Schutzorganisation NAEB: http://www.naeb.de/ und http://www.prmaximus.de/pressefach/naeb-nationale-anti-eeg-bewegung-e.v.-pressefach.html

Dr. Klaus Peter Krause zuerst erschienen auf seinem Blog: 

Erneuerbar, aber nicht steuerbar

1) Leipziger Volkszeitung vom 18. September 2012.

2) http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/merkel-will-strompreisbremse-sofort-nach-der-wahl-1.3461746 sowie FAZ vom 12. und 13. Juni 2013.

3) FAZ vom 22. April 2013.

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8 Kommentare

  1. @ #7: Frank Barth sagt am Sonntag, 18.08.2013, 12:37
    „ist den Deutschen in einem Maße ihr gesunder Menschenverstand abhandengekommen“

    http://tinyurl.com/gesMens
    „Gesunder Menschenverstand ist eigentlich nur eine Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat.“ (Einstein)

    http://tinyurl.com/gesHelv
    „Der Glaube an Vorurteile gilt in der Welt als gesunder Menschenverstand.“ (Helvetius – mit Voltaire befreundet)

    MfG

  2. #4: Wilfred Huhnagl:

    Das Zitat von Joschka Fischer ist inzwischen auf Eike schon mehrfach aufgetaucht. Leider bisher ohne Quelle. Solange der Kontext seiner Entstehung nicht bekannt ist, – die Befürchtung ist nicht unbegründet, dass es aus dem Zusammenhang gerissen wurde -, ist es für eine Polemisierung ungeeignet.
    Und seine wir mal ehrlich, die geheime Verschwörungsrunde der großen wirtschaftlich starken Nationen, die gemeinsam einen Komplott gegen Deutschland auf höchster Ebene schmieden und das mit strategischen Zielsetzungen und –vorgaben über Zeiträume von Jahrzehnten, die sehe ich nicht.
    Wir sollten uns auch auf in dieser Beziehung Realitätssinn bewahren und ideologische Verbrämungen auf Eike vermeiden.

    Die wahren Ursachen liegen woanders – sicher auch in der Geschichte der Deutschen.
    Es ist nur eine Vermutung meinerseits, aber mir erscheint die These, dass im Unterbewusstsein der Deutschen diese maßgebliche Schuld an einer zweimaligen Zerstörung großer Teile der Erde und Ihrer Bewohner und der daraus resultierende mühsame Wiederaufbau – das dieses Trauma der Schuld und Mühe sich darin äußert, alles erdenkliche zu tun, die Welt vor einer erneuten Katastrophe zu schützen.
    Verbunden ist das mit dem Streben der Deutschen nach bleibenden Werten, egal ob in Kunst, Kultur, Technik oder Architektur. Selbst das eigene Wohnumfeld mit Wohnung, Haus, Dorf und Stadt wird vielfach in liebevoller Weise errichtet oder wiederhergestellt, gestaltet, gepflegt und erhalten.
    Das ist offensichtlich in der Genetik der Deutschen implementiert wie sich die Franzosen Ihren Besuch im Restaurant nicht nehmen lassen werden.
    Nur ist das Ergebnis kulinarischer Finesse mit dem Bezahlen in materieller Hinsicht Geschichte.
    Das Wirken der Deutschen zieht hingegen jährlich Millionen von Touristen aus der ganzen Welt an.
    Der Drang dieses unter allen Umständen zu bewahren und nicht wieder von Null neu anfangen zu müssen, ergänzt durch das geschichtliche Bewusstsein der Mühsal und Entbehrungen des Wiederaufbaus eines ganzen Landes, erscheint mir wesentlich bedeutsamer als Erklärung für den Wunsch Deutschland und nebenbei gleich die ganze Welt vor neuem Ungemach zu retten.
    Die kleine Ironie zielt natürlich darauf, dass die Deutschen in diesem Konsens wesentlich empfänglicher als andere Nationen für ideologisch geprägte Weltenrettungsversuche sind.
    Und bei kontinuierlicher, strategisch über Jahrzehnte ausgerichteter Argumentation und zielgerichteter Manipulation auf hehre Ziele wie Klimarettung (das hat da auch gerade darauf gewartet), Natur- und Umweltschutz, Tierschutz – allen voran den Eisbären – und den Schutz des Menschen vor sich selbst gleich inclusive – sei es durch einen Veggie-Day oder der Forderung nach Reduzierung, ja Halbierung des derzeitigen Energieverbrauchs – ist den Deutschen in einem Maße ihr gesunder Menschenverstand abhandengekommen, dass sie nicht nur sich selbst, sondern gleich die gesamte Menschheit retten und eines Besseren belehren will.
    Wenn im Ergebnis nur 20 – 25 % der wahlfähigen Bevölkerung diesen Rattenfängern auf den Leim gehen, wovon ca. 10 – 20 % davon wiederum nicht auf den Leim gegangen sind, sondern mittel- oder unmittelbar, z.T. oder in erheblichem Maße davon profitieren, da klingen diese Zahlen erst einmal nicht so besorgniserregend. Da wir aber in einer Demokratie westlicher Prägung lebend, ist das mehr als dramatisch und führt in dessen Folge zu einer Umkehrung der Machtverhältnisse, wenn – ja wenn sie nicht als Kanzlerin und Regierung ihren gesunder Menschenverstand und Ihre wissenschaftliche Grundlagenausbildung ebenfalls kurzzeitig über einige Jahre zur Seite legen, und ebenfalls das hohe Lied der Energiewende preisen.
    Die Alternative besteht nur darin, nicht nur den gesunden Menschenverstand sondern sich selbst gleich mit zur Seite zu legen.
    Aber wer will das schon. Das will nicht mal die Mehrheit der grünen Wähler, also alle die, die nicht vom Kurs der Energiewende profitieren, jedenfalls nicht mehr, wenn sie deren Folgen nach Jahren leibhaftig erleben.
    Wir sollten das – bei aller berechtigter Kritik am Regierungsstil unserer Kanzlerin – nicht aus den Augen verlieren.
    Das Zitat: „Wer nicht mit der Zeit geht – geht mit der Zeit.“ lässt die Richtung des eingeschlagenen Weges leider offen.

  3. #4
    Ich sehe das auch so: Deutschland soll mit aller Gewalt ausgerottet werden.
    Können Sie eine Quelle für das Zitat nennen ?
    MfG

  4. Das Motiv hinter einer Politik, die andere beglückt, nur nicht die deutschen Verbraucher; die die Stromversogrung unsicherer und teurer macht:

    „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden — Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“

    Joschka Fischer

  5. Dr. Bernd Benser spricht von Gigabyte, meint aber wohl Gigawatt. Hoffentlich habe ich da etwas falsch verstanden. Sonst kann ich dieses Video nicht empfehlen. Ich bitte um Überprüfung durch den Andministrator.

  6. Ich befürchte, selbst wenn es zu einem blackout kommt, sind laut Ökoninilisten selbstverständlich die „Altkraftwerksbetreiber“ schuld. Sie haben ja ihre Leistungsabgabe nicht schnell genug zwischen 0-100% geregelt.
    Eine derart schizophrene Gedankenwelt dürfte wohl auch der beste Psychiater nicht heilen können.

  7. Da ist alles richtig. Ich bekomme Bauchschmerzen, wenn ich an die Kosten für unzuverlässige „Erneuerbare“ nachdenke. Aber wer in der POLITIK will das wissen ! MfG

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