Beweise zählen, nicht irgendein Konsens

Matt Ridley
Vorige Woche hat ein Freund mit mir geschimpft, weil ich nicht mit dem wissenschaftlichen Konsens übereinstimme, dass die Klimaänderung wahrscheinlich gefährlich wird. Ich erwiderte, dass sich Umfragen zufolge der „Konsens“ zur Klimaänderung nur auf Behauptungen beschränkt, dass er stattgefunden hat und dass er zum Teil vom Menschen verursacht ist. Beidem kann ich zustimmen. Vorhersagen jedoch zeigen gewaltige Unsicherheiten.


Abgesehen davon, Wissenschaft nimmt auf Konsens keine Rücksicht. Es gab einst eine weit verbreitete Übereinstimmung über Phlogiston, (ein nicht existierendes Element, von dem man behauptete, es sei ein Schlüsselpart der Verbrennung), Eugenik [?], der Unmöglichkeit driftender Kontinente, dass Gene aus Proteinen bestehen (und nicht aus DNA), Magengeschwüre wurden durch Stress verursacht und so weiter – allesamt haben sich diese Dinge als falsch herausgestellt. Richard Feynman hat einmal gesagt: „Wissenschaft ist der Glaube an die Ignoranz von Experten“.

Mein Freund machte geltend, dass ich der Herde zu Themen wie der Realität der Evolution und der Sicherheit gentechnisch verändertem Getreide gefolgt sei, warum also nicht beim Thema Klimaänderung? Aha, sagte ich, aber das bin ich nicht. Ich stimme der Mehrheitsmeinung zu, aber nur, weil ich auf die Beweise geschaut habe. Es sind die Daten, die mich überzeugt haben, und nicht die Existenz eines Konsens’.

Mein Freund sagte weiter, dass ich unmöglich die Zeit gehabt haben könnte, all die Beweise für und gegen die Evolution zu checken, so dass ich mich auf das Wort von Anderen habe verlassen müssen. Nein, sagte ich, ich vertraue auf das Wort der anderen, dass ihre Fakten korrekt sind, aber die Interpretation beurteile ich für mich selbst, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie populär sie gerade sind. (So sehr ich Charles Darwin bewundere, ich werde kiesetig, wenn seine Fans anfangen, ihn als unfehlbar hinzustellen. Wenn ich wirklich Unfehlbarkeit haben will, trete ich der katholischen Kirche bei).

Und genau da liegt das Problem beim Thema Klimaänderung. Vor einem Jahrzehnt wurde ich durch zwei Graphiken dazu gebracht, meinen Skeptizismus fallen zu lassen und zu akzeptieren, dass eine gefährliche Klimaänderung wahrscheinlich ist. Die erste, auf dem Wostok-Eisbohrkern basierende Graphik zeigte den Verlauf von Temperatur und Kohlendioxid, die während der letzten 500000 Jahre gleichlaufend schwankten. Die zweite, die berühmte „Hockeyschläger“-Graphik, zeigte einen Temperatursprung am Ende, stärker als zu jeder Zeit im vergangenen Jahrtausend.

Innerhalb nur weniger Jahre jedoch habe ich entdeckt, dass die erste dieser Graphiken das Gegenteil von dem zeigte, was man mir suggerieren wollte. Aus den Eisbohrkernen geht klar hervor, dass die Temperatur den CO2-Gehalt beeinflusst, und nicht umgekehrt.

Was die „Hockeyschläger”-Graphik betrifft – die wurde effektiv von Steven McIntyre zerpflückt, einem kanadischen Geschäftsmann mit mathematischem Interesse an Klimatologie. Er zeigte, dass die Graphik erheblich auf unzuverlässigen Daten beruhte, vor allem Baumringdaten von Grannenkiefern, deren Wachstum oftmals überhaupt nicht mit dem Temperaturverlauf in Zusammenhang zu bringen war. Sie basierte außerdem auf einem Typus statistischen Filter, der alle Beispiele scharfer Temperaturanstiege im 20. Jahrhundert ausblendete.

Ich habe das Ganze danach weiter verfolgt, und jene, die die verschiedenen Hockeyschläger-Graphiken verteidigten, konnten mich nicht mehr überreden. Sie kamen mit den Sedimentablagerungen aus einem See in Finnland, den man umkehren müsste, um eine Temperaturspitze im 20. Jahrhundert zu zeigen; sie fügten ein Beispiel von Lärchen aus Sibirien an, doch stellte sich heraus, dass das Beispiel von einem einzigen Baum stammte, der während der letzten Jahrzehnte schneller gewachsen war, weil sein Nachbar abgestorben ist. Gerade in der vorigen Woche waren die Daten der sibirischen Lärchen final korrigiert worden von der University of East Anglia, wobei alle hockeyschläger-ähnliche Spitzen entfernt worden sind, was eine wortlose Zustimmung bedeutet, dass McIntyre auch damit recht hatte.

Also – ja, es sind die Beweise, die mich davon überzeugen, ob eine Theorie richtig oder falsch ist, und nein, nichts interessiert mich weniger als das, was der „Konsens“ sagt.

Link: http://rationaloptimist.com/blog/i-may-follow-the-crowd,-but-not-because-it%27s-a-crowd.aspx

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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2 Kommentare

  1. M. Ridley hat Recht, nur Beweise zählen. Bis heute sind die AGWler jeden Beweis für die Existenz eines Treibhauseffekts schuldig geblieben (ich meine nicht die Computerspielereien, die von AGWler durchgeführt werden. Mit denen kann mal alles beweisen.). Nur als Beispiel: 1988 haben die Professoren Heinloth und Crutzen (beide AGWler) in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages gesagt: der Treibhauseffekt ist noch nicht bewiesen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Deshalb ist es traurig, daß immer weitere Milliarden für diesen Unsinn ausgegeben werden.
    MfG
    H. Urbahn

  2. Lieber Franz Alt,…

    Eines muss ich Dir lassen, lieber Franz, Du hast ungeheuer viel Mut und Chuzpe. In einem offenen Brief in der „Zeit“ vor einem Monat Minister Altmaier soviel platten Unfug zu schreiben, das traut sich nicht jeder. Die ganze Litanei der Weltuntergangsszenarien betest Du ihm da vor, als ob er die nicht schon lange kennen würde und selbst benutzt, um uns die „Energiewende“ zu verkaufen.

    http://tinyurl.com/p7wba8j

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