Cadmium: Das „gute“ Gift und die Grünen

Etwa 150.000 Solaranlagen in Deutschland dürften Cadmium enthalten (Symbolbild)

Wer sich schon länger mit industriellen Produktionsprozessen, mit Umwelt- und Arbeitsschutz oder mit Recycling beschäftigt, kennt Cadmium als gefährliches Gift, gegen dessen Verwendung in vielen Industrieprodukten von Farben und Kunststoffen über Metallbeschichtungen und Loten bis zu Nickel-Cadmium-Akkumulatoren schon seit Jahrzehnten immer neue und immer weiter gehende Verbote erlassen werden [EWG, VERB].


Die Techniken der Verharmlosung

Umso mehr erstaunt es daher, wenn man in Blogs zum Thema Cadmiumverwendung über Einträge stolpert, welche diese wohlbekannten Fakten negieren. Dort findet man beispielsweise Aussagen wie die, es gebe doch gar keine jahrzehntelang bestehenden Verbote. So gebe auf EU-Ebene ein Cadmiumverbot wohl erst seit Dezember 2011, und zwar lediglich für Schmuck, Legierungen zum Löten und in PVC.

Aufgrund langer Erfahrung mit solchen Ungereimtheiten in Blogs macht einen das hellhörig. Daher war die naheliegendste Überlegung sofort, den entsprechenden Eintrag bei Wikipedia [WIKI] zu checken. Und Bingo, prompt fand sich dort ein Meisterstück dafür, wie man Tatsachen geschickt arrangieren kann, ohne dabei wirklich die Unwahrheit zu sagen. Der Trick besteht vor allem darin, Haupt- und Nebenaspekte der Fakten so anzuordnen, dass ein bestimmter Eindruck entsteht. Dabei wird der Umstand genutzt, dass die meisten Leser längere Beiträge nicht von vorne bis hinten durchstudieren, sondern nach einer gewissen Zeit glauben, sie wüssten jetzt genug, und den Rest des Textes nur noch flüchtig oder gar nicht mehr lesen.

Geschick bei Wortwahl und Reihenfolge

Mit Blick auf die Giftigkeit von Cadmium wird in dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag eingangs zunächst nur eine einzige giftige Verbindung aufgeführt, die „früher“ (1907) als „Mittel zur Behandlung von geschwollenen Gelenken…, skrofulösen Drüsen… und Frostbeulen“ verzeichnet wurde. Also uninteressanter Historienkram ohne Bezug zur heutigen Zeit. Erst deutlich später kommt dann noch eine zweite giftige Verbindung ins Spiel, von der erwähnt wird, dass die USA im zweiten Weltkrieg ihre Eignung als chemischen Kampfstoff geprüft hätten. Also auch Historienkram.

Erst im nächsten Kapitel kommt dann zur Sprache, dass die Bedeutung von Cadmium wegen seiner hohen Toxizität abnehme. Erwähnt wird nur ein einziges Verbot, und zwar dasjenige der EU vom Dezember 2011 zum Thema Schmuck, Legierungen zum Löten und den Einsatz in PVC, alles Dinge, die wenig bedrohlich klingen. Als nächstes folgt eine lange Liste mit mehr als 20 Positionen, in der zahlreiche industrielle und Hightech-Anwendungen des Cadmiums zu finden sind. Interessant ist hierbei die Formulierung „Cadmium wird bzw. wurde eingesetzt“, die ebenfalls keine Hinweise auf das tatsächliche Gefährdungspotenzial liefert. Nur bei zwei Positionen der Liste wird – eher beruhigend – von „möglicher Gesundheitsgefährdung, vor allem bei der Verbrennung entsprechender Artikel“ bzw. von „geringer Praxisbedeutung wegen möglicher Gesundheitsgefährdungen“ gesprochen.

Auf die in Wirklichkeit sehr hohe Giftigkeit des Elements sowie vieler seiner Verbindungen wird erst in der zweiten Hälfte des Artikels in den Unterkapiteln „Sicherheitshinweise“ und „Toxikologie“ näher eingegangen, auch die entsprechenden Symbole der EU-Gefahrstoffkennzeichnung sind erst in diesem Bereich zu finden.

Cadmium und Gesundheit: Die Fakten

Cadmium ist ein hochgradig gefährliches Gift. Schaut man in entsprechende Fachliteratur [CADM], so finden sich absolut eindeutige Formulierungen: Toxisch, krebserzeugend Kategorie 1, erbgutschädigend, chronische Schädigungen von Niere, Leber, Knochenmark und Herz-Kreislaufsystem, „prioritär gefährlich“ nach Wasserrahmenrichtlinie. Cadmiumverbindungen vergiften Gewässer, werden von Pflanzen aufgenommen und reichern sich in der Nahrungskette an. Zudem liegen die Cadmiumwerte in der Nierenrinde des durchschnittlichen Europäers mittleren Alters bereits knapp unterhalb des kritischen Bereichs, an dem Funktionsstörungen in der Niere auftreten können. Anders ausgedrückt: Jede weitere Belastung der Umwelt ist von Übel und sollte unbedingt vermieden werden.

Die „Wende“ der Grünen

Da Cadmium ungeachtet seiner Giftigkeit zahlreiche nützliche Eigenschaften aufweist und es oft schwierig und teuer war, dafür geeigneten Ersatz zu finden, wehrte sich die betroffene Industrie gegen Einschränkungen und Verbote oft mit Händen und Füβen. Auf wissenschaftlichen Kongressen stritten Befürworter und Gegner mit entsprechend groβer Erbitterung. Oft dauerte es Jahre, bis Verbote oder zumindest Einschränkungen des Cadmiumgebrauchs durchgesetzt werden konnten. Bei entsprechenden Gesetzesinitiativen taten sich in der Vergangenheit vor allem Personen und Gruppierungen hervor, die dem Lager der heutigen grünen Parteien nahestanden. Doch heute scheint man das dort anders zu sehen.

Segen durch Gift?

Schon vor Jahren haben die Grünen beim Cadmium eine erstaunliche Kehrtwende vollzogen. Grund ist die Tatsache, dass viele Dünnschicht-Solarzellen Cadmiumtellurid enthalten. Mit Entschiedenheit sprach sich Hans-Josef Fell, Sprecher für Energiepolitik der grünen Bundestagsfraktion, deshalb bereits 2010 gegen eine Ausweitung des Cadmiumverbots der Elektroschrott-Richtlinie der Europäischen Union (Rohs, Restrictions of the use of hazardous substances) auf solche Solarzellen aus [FELL]. Dabei hatten sich nicht nur namhafte Wissenschaftler [WISS], sondern sogar etliche Unternehmen der Solarbranche für ein entsprechendes Verbot stark gemacht. Doch dagegen argumentierte Fell mit der Behauptung, dass von Cadmiumtellurid in den Solarzellen im Normalfall keine Umweltgefährdung ausgehe, weil das darin enthaltene Cadmium und Tellur eine metallurgisch sehr feste Verbindung eingingen.

Die Position der Solarlobby

Damit vertreten die Grünen die Ansichten des Bundesverbandes Solarwirtschaft [BSW]. Dort ist man der Meinung, das Cadmiumtellurid (CdTe) in Dünnschicht-Solarzellen sei in seiner physiologischen Wirkung auf Organismen in keiner Weise mit elementarem Cadmium vergleichbar. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften – wie extrem niedriger Dampfdruck, hoher Siede- und Schmelzpunkt sowie Unlöslichkeit in Wasser und in nicht oxidierenden Säuren – werde das in CdTe gebundene Cadmium immobilisiert und seine Emission in die Umwelt unterbunden. Darüber hinaus sei die extrem dünne Schicht von CdTe in Solarmodulen zwischen zwei schützenden Glasplatten eingekapselt. Gesundheits- und Umweltrisiken im Fall von versehentlichem Bruchschaden oder Auswaschung könnten nach wissenschaftlichem Kenntnisstand nahezu ausgeschlossen werden.

Wirft man jedoch beispielsweise einen Blick in eine der zitierten Arbeiten [STEI], so steht dort, dass im Wasser aus den untersuchten Verwitterungsproben von zerbrochenen Modulen – dem sogenannten Eluat – eine Cadmiumkonzentration von 1 mg/l gefunden wurde, 200 Mal höher als der für Trinkwasser geltende Grenzwert von 5 µg/l. Bei zerbrochenen, der Witterung ausgesetzten Solarmodulen kommt es also zur Freisetzung von Cadmium. Dieses gelangt dann ins Grundwasser und damit in die Natur. Die Untersuchung kommt daher auch zu dem – sehr vorsichtig formulierten – Schluss, dass einer Entsorgung in Deponien Grenzen gesetzt seien und das Recycling von CdTe-haltigen Modulen bei höheren Produktionsvolumina ein wichtiger Gesichtspunkt sei.

Die Wikipedia-Begleitmusik

Schaut man sich ergänzend die Charakterisierung der Toxizität von Cadmiumtellurid in Wikipedia [WICA] an, so findet sich dort lediglich ein Hinweis auf Gesundheitsschädlichkeit sowie – wenn man sich gezielt auch noch die Symbole der EU-Gefahrstoffkennzeichnung neben dem Text ansieht – auf seine Umweltgefährlichkeit. Die größte Gefahr bestehe – mit bis zu 90 % Resorptionsrate – bei der Aufnahme von Feinstaub über die Atemwege, die Aufnahmerate über den Magen-Darm-Trakt liege dagegen bei nur etwa 5 %. Und das war‘s, soweit es den Wikipedia-Eintrag angeht.

Wer die ganze Wahrheit wissen will, muss auch in diesem Fall an anderen Stellen suchen [CDTE]. Dort steht dann klar und eindeutig zu lesen: „Kann Krebs erzeugen…gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut…sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben… Exposition vermeiden – vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen… Staub nicht einatmen… Freisetzung in die Umwelt vermeiden… besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen… dieses Produkt und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen…“

Die entsprechenden Schlüsse möge jeder Leser selbst ziehen.

Langfristiges Gefahrpotenzial

Als Ergebnis der massiven Förderung der Solartechnik haben wir mittlerweile ein zusätzliches Umweltproblem, über dessen Umfang und Auswirkungen man sich bis jetzt anscheinend noch viel zuwenig Gedanken gemacht hat. Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Fotovoltaikanlagen installiert. Davon dürften etwa 10 % Dünnschicht-Solarzellen mit Cadmiumtellurid aufweisen. Insgesamt sind dies rund 150.000 Anlagen mit gefährlichem Inhalt. Spätestens in ca. 10-15 Jahren wird sich die Frage stellen, wie man mit diesen tausenden Tonnen giftigen Sondermülls fertigwerden will. Eine Deponierung ist nicht ratsam. Ob die von der Solarindustrie versprochenen Recyclingpfade dann wirklich verfügbar und vor allem auch finanzierbar sein werden, darf angesichts der desolaten Situation der Branche bezweifelt werden. Wenn die Hausbesitzer dann auf dem Problem sitzenbleiben, ist mit einer Zunahme illegaler „Entsorgungsaktionen“ zu rechnen.

Ein weiteres Problem ist Feuer. Starke elektrische Ströme, ständig wechselnde Temperaturen sowie Witterungseinflüsse führen zur Gefahr von Bränden in Fotovoltaikanlagen. Immer wieder weigern sich Feuerwehren wegen der Gefahr elektrischer Schläge, Brände an Häusern mit Solardächern zu löschen. Sind auf dem Dach CdTe-Solarzellen verbaut, so entstehen Gesundheitsgefahren für Nachbarn sowie Entsorgungsprobleme bezüglich des verseuchten Brandschutts, der auf Sondermülldeponien entsorgt werden sollte. Wer wird für die Kosten aufkommen?

Fred F. Mueller

Zuerst erschienen bei ScienceSceptical 

[BSW] Cadmium-Tellurid (CdTe) Photovoltaiktechnologie. Bundesverband Solarwirtschaft e.V., März 2009, www.solarwirtschaft.de

[CADM] Hillenbrand, T.; Marscheider-Weidemann, F.; Strauch, M.; Heitmann, K.: Forschungsvorhaben “Emissionsminderung für prioritäre und prioritäre gefährliche Stoffe der Wasserrahmenrichtlinie”

[EWG] http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31991L0338:DE:HTML  abgerufen am 22.6.2013

[CDTE] http://www.chemicalbook.com/ChemicalProductProperty_DE_CB5130942.htm  abgerufen am 26.56.2013

[FELL] http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-06/17045239-gruene-gegen-cadmium-verbot-bei-solarzellen-003.htm  abgerufen am 22.6.2013

[STEI] Steinberger, H.: Health, Safety and Environmental Risks from the Operation of CdTe and CIS Thin-film Modules. Progress in photovoltaics: Research and applications. Prog. Photovolt. Res. Appl. 6, 99±103 (1998).

[VERB] http://www.compliancemagazin.de/printable/gesetzestandards/eueuropa/europaeische-kommission/europaeische-kommission260511.html  abgerufen am 26.6.2013

[WICA] http://de.wikipedia.org/wiki/Cadmiumtellurid  abgerufen am 26.6.2013

[WIKI] http://de.wikipedia.org/wiki/Cadmium  abgerufen am 24.6.2013

[WISS] http://www.solar-und-windenergie.de/blog/?p=799  abgerufen am 26.6.2013

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19 Kommentare

  1. #17 Bernd Hartmann

    dann haben wir ja alles rund um den Pelletofen geklärt, Herr Hartmann!

    Bis zum nächsten „größeren“ Thema.

    mfG

    Dirk Weißenborn

  2. Gut verbrannte (auch das will gekonnt sein) Holzasche,
    ist nach meinen 20-jährigen eigenen Erfahrungen der beste Dünger für Obstbäume aller Art und garantiert vor allem guten Fruchtertrag.
    Nebenbei optimales „recycling“,
    Holz wird wieder zu Holz.
    Natürlich muss es „unbehandeltes“ Holz sein.

    mfG

  3. #12 Herr Jung,
    mit Verbrennen meine ich also „Oxydieren“; im konkreten Fall die Bildung von Wasser und CO2.

    Herr Weißenborn,
    Phosphorentoxyd ist in den Aschen von Kohlen eigtl. immer enthalten (meist mit weit unter 1Masse% in der Gesamtasche -bezogen auf die Masse der Trockensubstanz, d.h.“labortrocken“ vor der Verbrennung; d. nat, Wassergehalt beträgt in Braunkohlen bspw. 40-50%). Aschen von Holz und Kohlen bilden beim Mischen mit Wasser Basen und werden danach auf Dauer mitunter „knüppelhart“ (im Fall von Kohlenaschen). Übrigens PAK bilden sich im Resultat der Schwelung von Holz oder Kohle (bei der Schwelung enstehen sog. Schwelgas, Schwelwasser und Schwelteer(da drinnen sind dann die PAK)).
    MfG
    B. Hartmann
    P.S.: Sie haben ‚mal wieder Recht , Herr Weißenborn! Es gibt wirklich größere Themen, die bei EIKE zu behandeln sind!
    B.H.

  4. #15 F. Ketterer,

    Hallo Herr Ketterer,

    danke für Ihre Worte und auch die korrigierende Anmerkung.

    Ganz genau war ich bei meinem Kommentar wohl nicht.

    Ohne nun große Literatur heranzuziehen, fällt mir dazu folgendes ein:

    Die Masse der Holzasche dürfte sicher aus Oxiden z.B.des Kaliums, Calciums und anderer Alkali- bzw. Erdalkalimetalle bestehen. Wo aber bleibt der Phosphor, der, wie Sie sicher genau so gut wie ich wissen, ein elementarer Bestandteil des Energiestoffwechsels aller(?)Lebewesen ist? Denken wir an ATP-ADP!

    Ist da wirklich keine noch so geringe meist als P2O5 aufgeführte Stoffmenge in der Asche?

    Insgesamt ist die Holzasche bei Verlassen des Brennraums sicher alkalisch. Aber was verändert sich unter den Bedingungen des Komposthaufens (Bildung organischer Säuren?) eventuell?

    So wie der Schornsteinfeger Herrn Schlohr eine Empfehlung gab, so entnahm ich eine ähnliche auf den pH und Phoshorverbindungen bezogene Empfehlung aus irgendeiner Zeitschrift. Ich erinnere mich jedoch nur noch dunkel daran.

    Wenn Sie möchten, lassen sie mir ruhig etwas diesbezügliche Info zukommen.

    Ansonsten gibt es sicher „größere“ Themen hier im EIKE-Blog, denen wir beide uns widmen können bzw. wollen.

    mit freundlichen Grüssen

    Dirk Weißenborn

  5. #11: Dirk Weißenborn sagt:
    … .
    Ein kleiner Nachteil auf dem Kompost stellt sich durch Versauerung des Substrates bei Verwendung von Kaminasche jedoch ein. Denken wir an z.B. an die Phosphate!

    Gruß

    Dirk Weißenborn
    ####### #####
    Sehr geehrter Herr Weißenborn,
    Ich schätze Ihre sachlichen und fundierten Beiträge. Dennoch möchte ich hier korrigieren.
    Holzasche reagiert alkalisch. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da meist Alkali- und Erdalkali-Oxide und -Karbonate in der Asche verbleiben. Das Wort Potttasche ist Ihnen sicher geläufig.
    MfG
    Ketterer

  6. #12 Hans Jung,

    Herr Jung,

    natürlich haben auch Sie recht: Läuft die Verbrennung mit ständigem Sauerstoffüberschuß, werden sich die PAK’s gar nicht erst bilden.

    Gruß

    Dirk Weißenborn

  7. #10 Lutz Niemann sagt: „Man sollte also schnellstens alles Holz meiden, wo nicht durch eine geschlossenen Lackschicht das Ablösen von Staubpartikeln verhindert wird. Und jegliches Spielzeug aus Holz-Natur sollte schnellstens aus allen Kinderzimmern verschwinden.“

    Herr Niemann ,
    ich kann Sie beruhigen.
    Holzstaub entsteht bei der Holzverarbeitung; insbesondere der Herstellung von Span- und MDF-Platten. Daß die Arbeiter durch entsprechende Maßnahmen wie Absaugvorrichtungen geschützt werden müssen, versteht sich von selbst.

    Holzmöbel und Kinderspielzeug emittieren selbstverständlich keinen Holzstaub. Solange Sie zur Reinigung keinen Schwingschleifer einsetzen, brauchen Sie sich nicht die geringsten Sorgen zu machen.
    Gruß
    Hans Jung

  8. #9 Hertmann sagt: „mit den PAKs haben Sie nicht ganz Unrecht! Bei einer vollständigen Verbrennung werden sie aber einfach nur verbrennt“
    Herr Hartmann,
    was meinen Sie mit „nur verbrannt“?

    Sobald sie nicht mehr vorhanden sind, dürften sie doch keine Probleme mehr verursachen..?
    Gruß
    Hans Jung

  9. #9 Bernd Hartmann

    Hallo Herr Dr. Hartmann,

    ich denke auch, wenn die Verbrennung bei der Heizung von Herrn Schlohr optimal läuft, dürfte das PAK-Problem keines sein.

    Wahrscheinlich hat der Schornsteinfeger mal etwas über minimale, analytisch bestimmbare Mengen dieser Stoffgruppe gehört und möchte nun besonders korrekt sein.

    Soweit mir bekannt, nehmen Pflanzen PAK’s nicht auf. Daher also: Ab auf den Kompost mit der Asche!

    Ein kleiner Nachteil auf dem Kompost stellt sich durch Versauerung des Substrates bei Verwendung von Kaminasche jedoch ein. Denken wir an z.B. an die Phosphate! Aber da kann man sicher mit feinzerstampften Eierschalen und anderem basisch reagierenden Material gegenhalten, wenn es denn überhaupt erforderlich sein sollte.

    Ich kenne einen Fall auf einem Industriegelände, bei dem die an angekokelten Baumstubben (vor über 100 Jahren geschehen) festgestellten PAK’s zu umfangreichen Erkundungen und Sanierungsmaßnahmen vor geplanten Bauvorhaben auf dem Betriebsgrundstück geführt haben.

    Man kann auch übertreiben, gerade bei den sehr immobilen PAK’s.

    Gruß

    Dirk Weißenborn

  10. Was man publik machen sollte, ist das in der „MAK- und BAT-Werte-Liste“ enthaltene Wissen. Ich habe heuer mal wieder die neueste Liste gekauft, sie kostet 59,- EURO, rund 250 Seiten, nicht billig, Wikipedia ist billiger, aber natürlich auch politisch. Die MAK-Liste wird von Toxikologen gemacht, das ist in der Regel wohl unpolitisch. Allerdings ist über die Jahre zu beobachten, daß die Toxikologen natürlich um den Erhalt ihres eigenen Arbeitsplatzes bedacht sind, d.h. die „Gefahren“ werden nicht weniger.

    In Kategorie 1 unter „Krebserzeugende Arbeitsstoffe“ steht Cd drin. Aber auch Asbest, und auch Ei-chenholzstaub und Buchenholzstaub!!! Also mit Holz gerade das, was bei den Ökologen als gut gilt. Und in Kategorie 3B steht Holzstaub ganz allgemein drin.
    Man sollte also schnellstens alles Holz meiden, wo nicht durch eine geschlossenen Lackschicht das Ablösen von Staubpartikeln verhindert wird. Und jegliches Spielzeug aus Holz-Natur sollte schnellstens aus allen Kinderzimmern verschwinden.

  11. #8Hallo, Herr Weißenborn,
    mit den PAKs haben Sie nicht ganz Unrecht! Bei einer vollständigen Verbrennung werden sie aber einfach nur verbrennt(wie auch schon allein aus ihrer Bezeichnung zu entnehmen ist(Aromaten!).
    Die PAK entstehen massenweise bzw. werden u.a. bei der Braunkohlenveredlung erzeugt(alle möglichen Teere!). Ich entsinne mich da noch genau, als ich einstmals für den TÜV Umweltschutz als externer Projektleiter(PL ist grundsätzlich jemand vom TÜV, ob kompetent dafür oder nicht!) für ein Ökoprojekt im Raumm Bitterfeld arbeitete! Man wunderte sich damals ganz stark, dass innerhalb der Bohrungen gerade an Stelle von Braunkohlenflözen PAK-Peaks zu registrieren waren. Man hat nur nicht gewusst (was aber von vornherein klar sein müsste), dass PAKs zu den natürlichen Inhaltsstoffen von Kohlen(wie auch von Holz) gehören. Interesssant ist auch, dass im Lande einige Vertreter der PAK-Stoffgruppe (6 Stück ausgerechnet nach einer EPA-Liste)zum unbedingten Untersuchungsprogramm (laborseitig) von Erkundungen industrieller Altlasten gehören.
    MfG
    B. Hartmann

  12. #5 Bernd Hartmann,

    Hallo Herr Dr. Hartmann,

    ich halte die Empfehlung des Schornsteinfegers hinsichtlich gefährlicher Inhaltsstoffe auch weitestgehend für substanzlos.

    Was aber ist mit Polyzyklischen Aromaten (PAK)? Meinte der Schornsteinfeger diese Stoffgruppe? Wenn ja, sind die bei optimaler Verbrennung nicht in sehr geringen Mengen in der Asche enthalten?

    mfG

    Dirk Weißenborn

    #4 Alfred Schlohr,

    Hallo Herr Schlohr,

    ich meine, Sie sollten dem Schornsteinfeger in diesem Punkt nicht folgen.

    mfG

    Dirk Weißenborn

  13. #4: Alfred Schlohr sagt:
    „Mein Schornsteinfeger hat mir empfohlen, die Asche aus unserem …ausschließlich mit Holzbriketts befeuerten Kamin… in den Restmüll zu entsorgen, und nicht auf den Kompost.“

    Wenn der Unsinn allzu gross wird, den man verbreiten möchte, dann ist sogar ein Schornsteinfeger willkommen um sich dahinter zu verstecken.

    Und der Gärtner sagte, den Komposthaufen zum Restmüll, denn dort hat man auch schon Asche eines selbstentzündeten Schwelbrandes gefunden……..

    Gruss
    Paul Gogo
    p.s. vielleicht haben Sie gar keinen Komposthaufen?

  14. #3: Rombach sagt:
    „Eine Solaranlage auf dem Dach,ist ein Brandbeschleuniger vom feinsten !“

    Was durch Ihre beiden Links weder behaupten noch bestätigen – wenn man die Texte betrachtet und nicht nur die Überschriften und bunte Bilder.
    Eher das Gegenteil!

    Gruss
    Paul Gogo
    p.s. und die, die auf dem Video zu sehen sind, wollen jetzt Schadenersatz weil der Wind drehte.
    Waren Sie auch dabei?

  15. #4 Herr Schlor
    Obwohl ich früher einmal Fachmann für Verbrennunsrückstände(Aschen) fossiler Brennstoffe war, kann ich Ihnen da nicht wirklich weiterhelfen. Das Gros der Ascheinhalte von Holzpelletts wird wohl durch die Oxide von Ca, Si ,Fe, Mg, K, Na(sowie auch flüchtigen Oxide von C, S, N, P u.a.)vertreten sein. Alle anderen Ascheinhaltsstoffe gelten i.d.R. als sog. Mikroelemente(Das sind hauptsächlich versch. Metalle und Nebengruppenelemente sonst auch alle möglichen Elemente des PSE in Kleinstkonzentrationen.) Ihr Schornsteinfeger muss das überhaupt nicht wissen. Sicher hat er da etwas mystifiziert oder wollte sich damit einfach nur hervortun. Viel mehr könnte da etwas dran sein, wenn man genau über die Herkunft oder über die Entstehungsgeschichte der Pelletts etwas Genaueres wüsste. Derartiges ist wohl allerseltenst der Fall.
    Übrigens ich bin auch ein Fan von Wärmepumpen (nicht wegen CO2-Vermeidung; vor allem von solchen mit in Bohrungen angeschlossenen Erdsonden). In Westdeutschland ist das aber insagesamt viel zu teuer und wird heuchlerischerweise so gut wie nicht gefördert. Im Osten ist dagegen das ganze Preisniveau so, dass man sich doch recht gut vorstellen kann, das privat zu schultern.
    MfG
    B.Hartmann

  16. Am Rande: Mein Schornsteinfeger hat mir empfohlen, die Asche aus unserem (ausschließlich mit Holzbriketts befeuerten) Kamin und aus unserem Holzpelletsofen (aus der Zeit, als ich noch glaubte, mit der Installation einer Wärmepumpe und eines Pelletsofens etwas Gutes zu tun) in den Restmüll zu entsorgen, und nicht auf den Kompost. Es gäbe wohl neuere (mir noch nicht bekannte) Untersuchungen, die zeigen, dass diese Asche zu sehr belastet ist. Dass bei der Verbrennung von Holz ein chemischer Cocktail entsteht, ist so weit schon klar. Es wäre interessant, zu wissen, was die vielen Betreiber von Kaminöfen (in unserer Gegend riecht man im Winter sehr deutlich die „Energiewende“) mit der Asche tun, und ob die wirklich im Restmüll landet und dann in einer Müllverbrennungsanlage unschädlich gemacht wird.
    Das ganze grüne Gesocks geht mir echt auf den Geist !

  17. Dazu kommt noch das Quecksilber der Sparlampen wovon 90% im Hausmüll landen und die Antialgen Mittel auf der Häuserdämmung,dazu die 100 mal höhere Belastung bei „Bio Sprit Pflanzen“-der normale Grenzwert für Lebensmittel gilt dort nämlich nicht.Oh ja die Grünen machen unser Wasser wirklich geniessbar!

  18. Cadmium figuriert bspw. in der Umweltgeologie unter der Rubrik „Schwermetalle“ und es sind in verschiedensten Listen Grenzwerte dafür aufgeführt (TVO, landesspezifische Listen für Boden und Wasser, sog. Hollandliste u.a. selbst von den Grünen bzw. unter deren Druck installierte z.T. gesetzescharakter tragende Grenzwertlisten)
    Ja, ich bestätige es. Wikipedia, so anwenderfreundlich, naheliegend, insgesamt gesehen, es einerseits eine echte Alternative zu Enzyklopädien aus Papier ist bzw. auch sein mag: aber besonders hinsichtlich „grün“ belegter Themen ist Wikipedia mit besonderer Vorsicht zu genießen. Das betrifft vor allem die deutschsprachige Abteilung. Ansonsten die blanke Subjektivität und fachlich sowie leider zu oft auch richtig falsch, unvollständig und irreführend!
    MfG
    B. Hartmann

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