Tschernobyl am 24.5.13 – Ein Reisebericht

Dr. Hermann Hinsch Hannover
Tschernobyl ist nach Hiroshima für alle Kernkraftgegner das Symbol für die tödliche Wirkung aller Kernkraftwerke. Dessen Havarie von 1986 hatte ein lawinenartiges Ansteigen der Panik vor der unbekannten, aber mit (vermuteter) Sicherheit tödlichen Wirkung der unsichtbaren Strahlung -besonders in Deutschland- zur Folge. Tschernobyl gilt seitdem als Synonym für die prinzipielle Unbeherrschbarkeit dieser Technologie. Unser Autor Dr. Hermann Hinsch, promovierter (Schwerpunkt biologische Strahlungswirkung) Biophysiker von Beruf, hat nun das Wagnis auf sich genommen, die Region um das havarierte Kernkraftwerk in Tschernobyl zu besuchen. Lesen Sie seinen Bericht.

Der Kuckuck rief, die Robinien waren voller Blüten, die Heckenrosen blühten schon, ein Wildpferd lief über die Straße, seiner Herde hinterher. Ein Ausflug ins Grüne!

Auch vor dem Kontrollpunkt „Dityatki“ zur 30 km-Zone ist die Gegend schön: Felder, Wiesen, alles ohne Windräder, viel Wald. Aber es sind doch meist recht einförmige Kiefernforsten, während hinter dem Kontrollpunkt auch viele Laubbäume wachsen und die Wälder voller Unterholz sind.

Ich hatte 159 Dollar bezahlt und mich einem Tagesausflug in das Gebiet des verunglückten Reaktors angeschlossen. Wir waren vier, dazu der Führer. Außer meinem Bekannten war ein finnisches Ehepaar dabei. Zum Anlass ihres vierten Hochzeitstages hatten sie eine kurze Reise nach Kiev unternommen, hauptsächlich, um Tschernobyl zu sehen. Der Mann hatte als Bauingenieur 8 Monate auf der Baustelle des Kernkraftwerkes Olkiluoto gearbeitet, was das Interesse des Paares für Radioaktivität weckte.

Ich selbst war im Jahr 1992 schon einmal in Tschernobyl. Damals mussten wir am Kontrollpunkt Fahrzeug und Kleidung wechseln, diesmal reichte eine Passkontrolle. Der Kontrollpunkt soll übrigens in den nächsten Jahren viele km zurückverlegt werden, ein großes Gebiet gilt als nicht mehr belastet.

Eine Tafel informiert über die derzeitigen Konzentrationen an radioaktivem Caesium und Strontium in Becquerel pro Kilogramm bzw. Liter

 

Caesium 137

Strontium 90

Pilze

500 – 390.000

50 – 100

Wildfleisch

500 – 120.000

40 – 25.000

Fische

50 – 14.000

10 – 22.000

Fluss Pripyat

0,1 – 0,4

0,1 – 0,6

Bäche

0,1 – 2

1 – 5

Stehende Gewässer

1 – 20

10 – 150

Jeder Mensch enthält von Natur aus etwa 8.000 Becquerel an radioaktiven Isotopen. Insofern sind die Konzentrationen an Caesium und Strontium – andere Isotope spielen keine Rolle – nicht geeignet, Wilderer abzuschrecken. Im alleräußersten Fall würde ein Mahlzeit von 150 g Hirsch die persönliche Aktivität kurzfristig um 270 % steigern. Die Dosis wäre 0,38 Millisievert, nicht einmal ein Fünftel dessen, was wir von Natur aus pro Jahr erhalten. Das bringt keinen um, und daher müssen Wilderer anders abgeschreckt werden: Wer sich erwischen lässt, wird zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Wildpferde haben eine Aufgabe. Indem sie Gras und Laub fressen und verdauen, tragen sie ein wenig zur gleichmäßigen Verteilung der Radioaktivität und ihrer schnelleren Abwanderung in tiefere Bodenschichten bei. Man interessiert sich natürlich für den Gesundheitszustand der Pferde und findet, dass er völlig normal ist.

Den Pferden steht nicht das ganze Gebiet zur Verfügung. Vor dem inneren, stärker belasteten Bereich gibt es einen zweiten Kontrollpunkt. Wasserläufe und Zäune verhindern, dass die Pferde in diesen Bereich gelangen. Wild gibt es jedoch auch dort. Wir haben keins gesehen, nur die Losung eines Hirsches.

Nicht in der ganzen 30 km-Zone hat die Natur die Freisetzung von Radioaktivität gut überstanden. In Bereichen nahe am Reaktor wurden die Bäume totgestrahlt. An einer solchen Stelle habe ich im Jahr 1992 eine Gammastrahlung gemessen, welche 70mal intensiver war als normale Umgebungsstrahlung. Das reichte aber schon nicht mehr, um Pflanzenwachstum zu verhindern. Es kamen wieder kleine Birken hoch. Heute steht dort ein dichter Wald, meist aus mehr als 5 m hohen Birken. Es fällt auf, dass es dort nur junge Bäume gibt. Die Baumleichen hat man entfernt, sie hätten eine Brandgefahr dargestellt. Überhaupt wäre ein Waldbrand ganz schlecht, er würde Radioaktivität in die Atmosphäre bringen. Überall sieht man Maßnahmen zur Verhinderung von Bränden, was bis heute offenbar Erfolg hatte.

Artenvielfalt und Anzahl von Tieren und Pflanzen haben zugenommen. Selbstverständlich behaupten „Grüne“ genau das Gegenteil. Es ist ihre Art, unterschiedlichste, nicht zu einander passende „Ergebnisse“ zu präsentieren. In einer „Arbeit“ wird behauptet, die Anzahl von Insekten, Spinnen und anderen Kleintieren pro Quadratmeter wäre weniger als ein Hundertstel dessen, was normalerweise vorkommt. Nun vertragen gerade Insekten 100mal mehr Strahlung als wir. Gäbe es Stellen mit so hoher Strahlenintensität, dass Insekten kaum noch leben können, und jemand kriecht da herum, um noch die letzte Ameise zu suchen, dann wird er das nicht überleben. Allerdings kann er seine Arbeit noch zu Ende bringen, denn der Strahlentod tritt erst nach etwa 3 Wochen ein.

Eine Art ist allerdings tatsächlich verschwunden, nämlich Störche. 86 Dörfer wurden aufgegeben, und in vielen nisteten Störche. Sie fühlen sich nur wohl, wo Menschen sind. In einem verlassenen Ort bleiben sie nicht.

Für diese Dörfer wurde im Sperrgebiet eine eindrucksvolle Gedenkstätte in Form einer Allee mit Namensschildern angelegt. Zu manchen Schildern werden Blumen gebracht.

Im Jahr 1992 sah man die Häuser noch fast in Ordnung, umgeben von verwilderten Gärten. Heute findet man die einstöckigen Häuser kaum. Sie sind vom Wald überwuchert, die Bäume überragen die Häuser um das Doppelte. Wir haben unser Fahrzeug verlassen und sind auf einem Trampelpfad zu einem großen ehemaligen Kindergarten gegangen. Sehr anrührend: Ein zurückgelassener Teddybär.

„Passen Sie auf, hier gibt es ‚hot spots‘“, sagte unser Führer. Da aber niemand ein Messgerät hatte, konnten wir mit dieser Warnung nichts anfangen. 

Gedenkstätte für die 86 aufgegebenen Dörfer

In einem aufgegebenen Dorf

Mit dem Wetter hatten wir Glück. Erst schien noch die Sonne, dann setzte heftiger Regen ein. Das veranlasste unseren Führer, sich über das Verbot hinwegzusetzen, die Gebäude der Stadt Pripyat zu betreten.

Die Sowjetunion wollte hier das größte Kraftwerkszentrum der Welt bauen. Vier Kraftwerksblöcke liefen schon, 2 weitere waren fast fertig, sechs waren in der Planung. Unsere Flucht vor dem Regen verschaffte uns einen Einblick, was alles für die dort arbeitenden Menschen getan wurde. Wir waren in dem großen Kulturpalast, in den beiden Hallenbädern, eins mit 6 m tiefem Becken, nun ohne Wasser. Außerdem liefen wir in den Sportanlagen herum. Es gab einen Boxring und mehrere Turnhallen. Vor einer war eine Tafel mit den üblichen Anweisungen: Nicht mit Straßenschuhen betreten usw., und auch: Das Betreten der Turnhalle in betrunkenem Zustand ist verboten.

Derartige Hinweise sind in russischer Sprache geschrieben. Es war eben kein Projekt der Ukraine, sondern der gesamten Sowjetunion. Heute ist nur die Ukraine zuständig, und es wird ukrainisch geschrieben, ganz selten auch einmal englisch.

Der Zustand der Gebäude ist schlimmer als man nach 27 Jahren Vernachlässigung erwartet. Offenbar wurde alles Brauchbare in grober Weise herausgerissen. Nach den vielen herumliegenden Glasscherben zu urteilen, gab es auch mutwillige Zerstörungen. 

Wir waren noch in einer ehemaligen Polizeistation mit 20 Gefängniszellen. Offenbar braucht man das in einer Stadt mit 50.000 Einwohnern.

Der Regen hörte auf, und wir konnten am Reaktor herumlaufen. Da allerdings muss man auf der Straße bleiben, in den angrenzenden Wiesen warnen Schilder vor Radioaktivität. Zur Zeit ist eine Hülle für den Sarkophag im Bau.

Wir fuhren dann zurück. Am inneren Kontrollpunkt erfolgte die Kontaminationskontrolle mit den entsprechenden Geräten, in welchen in erster Linie Hände und Füße ausgemessen werden. Natürlich waren wir sauber. Man hat dort eine ganze Reihe solcher Geräte, um Gruppen abfertigen zu können. An diesem Tag war außer uns nur eine weitere Touristengruppe mit etwa 10 Teilnehmern auf dem Gelände. 

Zwischen innerem und äußerem Kontrollpunkt geht es locker zu. Man kann Souvenirs und Getränke kaufen. In einer Kantine bekamen wir ein mehrgängiges Mittagessen, allerdings recht spät. Es war im Preis inbegriffen.

Am äußeren Kontrollpunkt wurden wir dann noch einmal ausgemessen, mit dem erwarteten Nullergebnis. 

Dr. Hermann Hinsch Hannover

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31 Kommentare

  1. Sehr geehrter Berd Hartmann, 13.06.: Ich hatte es nicht nötig, über einen Dolmetscher zu kommunizieren, da ich Russisch spreche. Ukrainisch zu lesen ist für mich nicht so einfach, aber oft zu erraten. Aus einer Übersetzertätigkeit war mir Tschernobyl schon vor dem Unfall bekannt.

  2. #29: Bernd Hartmann, der Umgang mit unsichtbarer und auch sonst nicht wahrnehmbarer Strahlung ist selbstveständlich ein geschichtlicher Lernprozess gewesen.
    Der „Schneeberger Lungenkrebs“ (Uranabbau) war dafür eine HISTORISCHE Erfahrung.

    Der große Vorteil im Umgang mit Strahlung ist allerdings seine wirklich ganz EXTREM gute technisch-dosimetrische Überwachungsmöglichkeit (Geigerzähler etc.).
    Damit kann man daher spielend auch alle Nuancen von „natürlicher“ Strahlung registrieren, kartographieren und seine epidemiologischen Studien machen,
    was auch die Experten ausreichend genutzt haben um sichere Aussagen über „Niedrigdosis-Bedeutung“ für die menschliche Gesundheit treffen zu können.
    Ich nenne hier nur als Beispiel Ramsar im Iran oder Yangjiang in China mit noch mehr Menschen und noch höherer Bestrahlung.
    Das will nur kaum einer hören!

    Und der Umgang mit energiereicher Strahlung extrem hoher Dosierung IST TÄGLICHE ROUTINE in vielen Krankenhäusern.
    Hier haben wir eine kontinuierlich (leicht übertriebene) STAATLICHE Dosisüberwachung.
    Aus der Dosisbetrachtung müsste man daher vor allen Strom erzeugenden Kernkraftwerken alle Krankenhäuser schließen.
    Ein bischen hat die Strahlungshysterie auch auf diesen Bereich NEGATIV eingewirkt, mit Unterstützung des Staates natürlich.
    Ich würde mir als Arzt wünschen, dass er statt dessen etwas mehr Sorgfalt auf die Trinkwasserqualität und die oft damit zusammenhängende kommunale Abwasserentsorgung walten ließe, denn die gesundheitlichen Risiken durch Mikroorganismen nehmen schon lange nicht mehr ab sondern zu! Auch die kann man nicht sehen, manchmal aber riechen und schmecken :-). die Überwachung ist ungleich schwieriger,
    aber WESENTLICH wichtiger, weltweit.

    mfG

  3. #Dr. Paul,
    früher einmal war ich relativ oft an einem Ort in Usbekistanb, wo mittels Laugung Uranoxid gewonnen wurde. Dort versuchte man die an der Uranförderung Beteiligten damit zu beruhigen, dass ein wenig mehr Radioaktivität als der Durchschnitt eben gerade Krebs verhindere. So richtig wollte das damals niemand glauben…
    Sehr geehrter Herr Dr. Hirsch,
    Sie haben wirklich einen sachlichen und unaufgeregten Bericht geliefert! Höchstwahrscheinlich haben Sie über einen Dolmetscher mit Ortsansässigen kommuniziert. Vielleicht hätten Sie sonst noch mehr Hintergründe erfahren können…
    MfG
    B. Hartmann

  4. #25: Schmitz es gibt nur 2 Studien über Schilddrüsenerkrankungen und Leukämien des National Cancer Institute (NCI) zusammen mit der Columbia University, bei der eine Unterabteilung HSS des amerikanischen Department of Energy als „co-funding“ in Erscheinung getreten ist.

    Im Übrigen war für die Tschernobyl-Folge-Forschung die seit 1955 existierende internationale Uno-Organisation UNSCEAR zuständig und federführend. Sie hat ihren Sitz seit 1972 nicht mehr in NewYork, sondern in Wien mit folgender Adresse:

    UNSCEAR secretariat
    UNITED NATIONS
    Vienna International Centre
    P.O. Box 500
    A-1400 Vienna, AUSTRIA

    Wir sind auch Mitglied zahlen Beiträge und haben kürzlich noch den Vorsitzenden gestellt.
    Hier findet man alles über Tschernobyl:

    http://tinyurl.com/m2s98

    Alle Umweltverbände die zum Teil wirklich extrem andere Katastropheninfos verbreiten,
    sind unseriöse Agitatoren, die man imho bestrafen sollte!

    mfG

  5. Schmitz,

    wenn ein Arnie Gundersen laut tönt, dass Fukushima eine Million Krebstote nach sich ziehen wird und die WHO bzw. die gesamte ernstzunehmende Wissenschaft, dass die Zahl der Krebstoten nicht messbar sein dürfte, dann glauben Sie natürlich einem Gundersen.

    Lesen Sie einmal das Buch von Herrman Hinsch „Das Märchen von der Asse“ und dann geben Sie uns einmal eine Einschätzung des Autors.

    Herr Hinsch ist der Autor dieses Artikels falls Sie das nicht bemerkt haben. Ich kann Ihnen soviel sagen: wenn jemand mir die Hucke vollügt dann merk ich das. Wenn ein Wissenschaftler sachlich und nachvollziehbar argumentiert dann merk ich das ebenfalls.

    Hinsch gehört zur Nummer 2 und ihre Idole eindeutig zur Nr. 1. Es geht nicht um Pro und Contra. Es geht darum wer lügt.

  6. Oh Herr Paul. Ein „Department of Energy“ gibt es nicht!“ ??
    einfach mal goggeln
    http://tinyurl.com/oryct
    Die sind nicht ganz unbedeutend.

    Herr Engler , wenn Sie meinen dass Pro-Kernkraftaktivisten mehr Glauben geschenkt werden soll brauch ich keinen weiteren Kommentar.
    Ich weiss nicht was der Hinweis auf Dr. Hinsch hier soll aber bitte schön…

  7. Ich möchte mich für Ihren gelungenen Bericht bedanken, jedoch auf den Satz hinweisen, der mir arg sauer aufstieß: „Unsere Flucht vor dem Regen verschaffte uns einen Einblick, was alles für die dort arbeitenden Menschen getan wurde.“

    Ich habe häufig die Ukraine besucht um dort zu arbeiten und letztlich dort meine heutige Ehefrau kennengelernt. Die Stadt in der ich war beschäftigte sich zur Sowjetzeiten nicht mit der „Elitetechnik“ Kernenergie sondern mit der Herstellung von nahtlos gewalzten Rohren, in solchen Städten sieht man sehr deutlich „was den Menschen angetan wurde“. Es mag durchaus sein, daß es den Menschen in Pripjat (und auch Energodar) recht gut ging, sie waren aber in der Menschenfeindlichen Sowjetunion eher die Ausnahme.

  8. Herr oder Frau Schmitz (Feuerhake?),

    Wissenschaft ist oder sollte einzig und allein der Wahrheit verpflichtet sein.

    Es ist keine Ideologie die Glaubwürdigkeit von Wissenschaftlern kritisch zu hinterfragen. Im Falle von Tim Mousseau lohnt es sich seine politischen Aktivitäten zu berücksichtigen. Mousseau ist ein ausgewiesener Anti-Atom-Aktivist d.h. ein Ideologe, dessen wissenschaftliche Erkenntnisse von seiner politischen Grundüberzeugung nicht zu trennen sind.

    Ditto für Leute wie Arnie Gundersen oder Helen Caldicott. Ich hab die Caldicott einmal in einer BBC-Diskussion gesehen: Demagogie pur.

    Im übrigen halte ich Hinsch für einen ziemlich klugen Kopf und einen durch und durch integeren Experten.

  9. Engler:
    Sie sprechen wahrscheinlich von statistischen und methodischen Fehlern, die bei Moller nachgewiesen worden sind . Das betrifft frühere Studien. Sie arbeiten hier mit Vermutungen, mehr nicht.

    Selbst die von der Department of Energy finanzierten Studie sprechen von einer bis heute anhaltenden geringeren biologischen Vielfalt als vor der Katastrophe obwohl die abgewanderten Menschen kein störender Faktor mehr sein können.
    Dass diese Studien im Sinne des Ernährers trozdem noch verharmlosend sein könnten (zB durch die Aussage, dass die Anwesenheit des Menschen hat in Tschernobyl mehr ausgemacht als die Strahlung) kommt Ihnen wahrscheinlich nicht in den Sinn..

    Sie irren sich, wenn Sie meinen , dass ich Atomkraftgegner bin , ich klage allerdings die unglaubliche Ignoranz bei Ihnen und vielen Anderen hier an. Sie sind nicht frei von Ideologie genug, um ein energisches Kontra auf Ihre Aussagen zu verhindern .
    Mit anderen Worten: Sie züchten geradezu Ihre Gegner heran, genauso wie es die klassische Energiepolitik in Deutschland getan hat.
    Ihr ganzer Argumentationsstil führt Sie nicht zu dem Ziel was Sie gern hätten.
    Alsdann

  10. #19: Frank Cordes

    Herr Cordes,

    ich verstehe Sie ja so gut. Sie und Ihre Gesinnungsgenossen können es einfach nicht ertragen, dass die Gegend um Tschernobyl keine auf Millionen Jahre verstrahlte Marslandschaft ist sondern einer der artenreichsten Naturparks Europas. Das tut weh.

  11. Ein wirklich netter Reisebericht. Bemerkenswert, das jemand das Wagnis auf sich nimmt und für 159 Dollar die Ruine in Tschernobyl zu bereisen. Schöne Umgebung 30 KM vor dem Reaktor, keinerlei Windräder die dort die Sicht auf die Natur verschandeln und alles blüht und gedeiht. Herrlich. Dann noch das Hochzeitspaar auf Urlaubsreise in Kiew, so möchte ich Reiseberichte lesen. Das alles erinnert mich ein wenig an Rosamunde Pilcher und ihre entzückenden Filme. Wenn nur nicht diese Dramatik am Ende des Berichts mir den kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Mehrgängiges Mittagessen viel zu spät serviert, solch ein Reisebericht verlangt unglaubliche Opfer.

  12. #17: Schmitz

    Man müsste die Forschungsreihe der beiden wiederholen, was Jahre dauert. Aber das ist wohl nicht notwendig, denn bei Møller hat man wissenschaftlichen Betrug bereits im Jahre 1998 nachgewiesen. Können Sie nicht lesen?

    Und wer, wie Tim Mousseau, sich in die Gesellschaft von ausgemachten Lügnern und Betrügern wie Arnie Gundersen oder Helen Caldicott begibt, den kann man getrost ignorieren.

    Im übrigen freue ich mich auf weitere Artikel von Hinsch und Niemann zu diesem Thema. Lesen Sie mal Hinschs Buch „Das Märchen von der Asse“. Die Tatsache, dass kompetente Wissenschaftler wie Hinsch in unseren Medien gar nicht erst vorkommen, ist eine Schande.

  13. #16: R. Engler
    Achso .
    Glauben sie immer sofort irgendwelchen Publikationen die irgendwer schreibt?
    Von Ihrer Schiess-dir-selbst-ins-Knie-Story bleibt nur eine Essenz übrig:
    Timothy Mousseau and Anders Møller have published peer reviewed science. If you don’t like it, prove it wrong by publishing better science.(letzter Kommentar)
    Und dieses ist nicht passiert !!

  14. #14:Schmitz

    „Wären hier seriös arbeitende Akademiker an einer realistischen Darstellung interessiert wäre auf die kompliziert differenzierten Strahlenwirkung hingewiesen worden , ZB: die Mutationen bei den Vögeln“

    Das war ein Schuss ins eigene Knie. Die beiden Forscher, die zitierte Vogel-Studie verfasst haben, sind gelinde gesagt sehr zweifelhafte Gestalten oder im Klartext: ausgewiesene Betrüger.

    Es handelt sich um die beiden „Wissenschaftler“ Timothy Mousseau und Anders Møller.

    Bei Møller hat man wissenschaftlichen Betrug nachgewiesen. Mousseau ist ein ausgewiesener Anti-Atom-Aktivist, dessen wissenschaftliche Studien dementsprechend ausfallen.

    Zum Nachlesen: http://tinyurl.com/mt6rt2d

  15. Fund
    „Dr. Andreas Unterberger
    Atomstrom rettete 1,8 Millionen das Leben
    Weitere Themen: Allgemein
    Grüne und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten schieben die fast 20.000 Toten des japanischen Seebebens absurderweise der Atomenergie in die Schuhe. Was komplett erlogen ist.
    Unabhängige amerikanische Wissenschaftler haben hingegen zum ersten Mal berechnet, wie viele Menschenleben in Wahrheit durch die Atomenergie gerettet worden sind. Sie sind auf die dramatische Zahl von 1,8 Millionen gekommen.“

    Siehe http://tinyurl.com/l75qcxp

    Wäre ganz nett an die Studie heranzukommen, habe den blogger gerade angeschrieben.

  16. Oje.
    rein gar nichts???
    Alles Einbildung ???
    Wären hier seriös arbeitende Akademiker an einer realistischen Darstellung interessiert wäre auf die kompliziert differenzierten
    Strahlenwirkung hingewiesen worden , ZB: die Mutationen bei den Vögeln oder verkrüppelten Wuchs einiger Baumarten ..
    Grund ist wahrscheinlich die unterschiedlich starke Strahlung je nach Ort und Tiefe der zu messenden kontaminierten Erde.
    Die im Artkel erwähnten Pferde sind nicht eingehend wissenschaftlich untersucht worden .
    Sich auf eine gefühlsmässige Gesundheit zu berufen, dass alles ok sei , kann man sich nicht verlassen.

    Ein Mensch kann dort ohne Probleme leben aber er muss genau wissen was er essen kann und was nicht.

  17. Danke an Hr. Dr. Hinsch,
    Vor ca einem Jahr war ein Bekannter beruflich in der gegend von Tschernobyl der zimlich Angst vor Radioaktiver Strahlung hatte.
    Deswegen hatte er sich ein Messgerät ausgeliehen. Auf meine Fragen Antwortete er „Dort ist nichts, der Sandstein Strahlt.“
    Und spielte damit auf die Natürliche Radiaktivität an.
    Danke auch an #10: Dr.Paul für den aufschlusreichen kommentar.

    Und an Herr Alfons Zitterer
    Kernenergie würde eigentlich ein Glücksfall für die Natur bedeuten.
    Abdesehen von der nicht relevanten CO² sache besitzt Kernenergie die Höchste energiedichte und damit lässt sich die Natur schonen, den sie hat ihre Ruhe.
    Unsere derzeitige Energiewende ist hierzu leider das Gegenteil.
    Es gibt übrigens immer mehr Menschen die dies erkennen auf Facebock kann man die Seite der Naturfreunde für Atomstrom finden
    mit „817 „Gefällt mir“-Angaben“

    Rettet die Umwelt vor den Grünen. Aller Hirnwäsche zum trotz: Atomstrom ist sauber, sicher und günstig. Aufklärung gegen Esoterik.
    Siehe http://tinyurl.com/k9f75rd
    Ich würde sagen die haben es kapiert.

  18. #4:Herr Alfons Zitterer, darf ich Sie noch etwas mehr schockieren ?
    In Fukushima und ganz enger Umgebung
    erwarten Ärzte, die sich mit sowas auskennen,
    bitte festhalten,
    einen statistisch messbaren RÜCKGANG von Krebserkrankungen.
    Hormesis nennt man das, eine Dosisfrage,
    gilt übrigens nicht nur für Bestrahlung,
    etwas unbeliebt bei manchen Behörden, die nur von der Strahlenüberwachung leben,
    aber wissenschaftlich natürlich seriös.

    Wenn Sie an näherem interessiert sind,
    googeln Sie nach einem gewissen CALABRESE.
    Bekannt ist das natürlich auch den Behörden,
    aber .. . nicht offiziell,
    denn sonst müssten sie ja große Teile des Schwarzwaldes evakuieren,
    denken Sie mal an,
    wer würde diese Behörden dann noch ernst nehmen.

    Gruß

  19. Ich kann allen nur raten, insbesondere Herrn Zitterer, ersteinmal „Alfons Zitterbacke“ lesen und dann einen eigenen Reisebericht hier verfassen.
    Herr Hinsch schreibt seine Erlebnisse nieder und muss sich von den „Zitterbackes“ dieser Welt anhören das es nicht ökoideologisch genug ist die erlebte Wahrheit zu schreiben. Wie blöd ist das eigendlich?

  20. Herr Zitterer, welche seriösen und langweiligen Wissenschaftler meinen Sie denn? Nennen Sie doch Namen und deren Veröffentlichungen in den entsprechenden Fachzeitschriften.
    MfG
    H. Urbahn

  21. Sehr geehrter Alfons Zitterer,

    wenn noch nicht geschehen, sollten sie, bevor sie den REISEbericht kritisieren, in die Ukraine fahren und sich vor Ort ein Bild der Lage machen. Erleben sie wie es dort ausschaut, reisen sie in das „Sperrgebiet“, besuchen sie die entsprechenden Örtlichkeiten, UND DANN beurteilen sie das Ganze noch einmal!

  22. Hey, das ist ja klasse, dass so ein Atomunfall wie Tschernobyl eigentlich ein Glücksfall für die Natur ist: „Der Kuckuck rief, die Robinien waren voller Blüten, die Heckenrosen blühten schon, ein Wildpferd lief über die Straße, seiner Herde hinterher. Ein Ausflug ins Grüne!“

    Na, da werden sich die Atomstromproduzenten ja mächtig freuen, dass sie potenziell soviel Gutes verursachen können.

    Danke Dr. Hinsch, jetzt kann ich endlich wieder ruhig schlafen – in der seligen Gewissheit, dass die langweiligen seriösen Wissenschaftler in Wahrheit ja nur verblendete Ideologen sind.

    Gut, dass das endlich mal jemand anhand eines Reiseberichts klar stellt! 😉

  23. Vielen Dank, Herr Dr. Hinsch, für diesen sachlichen, unaufgeregten Bericht!

    Ich kann mir aber vorstellen, dass solche realistischen Berichte aus ideologischen Gründen verdammt werden und der Autor womöglich diffamiert wird, während die Grünen mit ihrer verlogenen Kernkraft-Phobie natürlich absolut glaubwürdig sind.

    Chris Frey

  24. Vielen Dank dem Autor für diesen lebendigen Bericht.

    Vielleicht berichte ich an dieser Stelle über einen Dokumentarfilm aus dem Jahr 1999 über Tschernobyl mit dem Titel „Pripyat“ von Nikolaus Geyrhalter, den ich in meinem PC als avi Datei (7 GB ) archiviert habe.

    Im Vorspann heißt es:
    „Pripyat war die Stadt der Arbeiter des Atomkraftwerks von Tschernobyl. Vor dem Unfall haben hier 48.000 Menschen gelebt. Pripyat liegt mitten in der gesperrten 30-km-Zone rund um das Kraftwerk.
    Pripyat ist auch der Name des Flusses, der am Kraftwerk vorbei durch die radioaktiv verseuchte Zone fließt. Die Zone ist heute ein streng bewachtes und noch immer nicht vollständig evakuiert ist Sperrgebiet.“

    Interviewt werden der Leiter von Block 3 unmittelbar neben dem Unfallreaktor Block 4, der 1999 noch voll in Betrieb war mit 2×500 MW Turbinenleistung, die radiologische Laborantin, der Leiter des „Friedhofs“ kontaminierter Fahrzeuge, darunter auch Hubschrauber und einige nicht evakuierte oder wieder zurückgekehrte, sich selbst ernährende, in der Regel ältere Anwohner.

    Im nahe gelegenen Poleskoje soll es noch 80 – 100 Familien geben. Die interviewte Anwohnerin hat mehr Angst von Gaunern und Mördern als vor der Strahlung. Ein Fischer berichtet über die radiologische Belastung der Fische im Kühlwasserteich des Kraftwerks. Raubfische haben die höchste Belastung bis 20000Bq/kg.

    Die interessantesten Aufnahmen wurden in der Halle oberhalb des Reaktors gemacht, in welchem der Wechsel der Brennelemente vorgenommen wird. Dieser Wechsel wird nach einer optischen Prüfung der Brennelement-Kassette auf Dampfaustritt bei Überhitzung vorgenommen.

    Die Kantine für die Belegschaft befindet sich im Reaktorgebäude! Hier waren 1999 offensichtlich auch jüngere Frauen beschäftigt.

    Dr. Gerhard Stehlik, Hanau

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