Schellnhubers Brüsseler Märchenstunde

Update: FDP blockiert Klima-Experten Schellnhuber vom PIK und Schneidewind vom Wuppertalinstitut!

Die SZ schreibt empört: 

Was seinen Rang in der Klimaforschung angeht, ist der Begriff "Koryphäe" für Hans-Joachim Schellnhuber ganz gewiss nicht zu hoch gegriffen. Seit 1992 ist er Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, das er selbst gegründet hatte. Er ist national und international x-fach ausgezeichnet, unter anderem von der Queen, er spricht zu und mit Potentaten in aller Welt. Zuletzt berief ihn EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in einen neuen Wissenschaftler-Beirat. Nur aus Deutschland bekommt der Physiker, einst oberster Klimaberater der Bundeskanzlerin, neuerdings Gegenwind. Genauer gesagt: aus dem Bundeswirtschaftsministerium….Das Haus von Minister Philipp Rösler (FDP) stemmt sich gerade mit aller Kraft gegen eine neue Berufung Schellnhubers an die Spitze des "Wissenschaftlichen Beirats globale Umweltveränderungen", kurz WBGU….Nicht nur die Berufung Schellnhubers, auch die des Ökonomen Uwe Schneidewind stößt dem Vernehmen nach auf Vorbehalte. Er leitet das Wuppertal-Institut, einen weiteren Klima-Thinktank. Nach SZ-Informationen schlägt das Ministerium als Alternativen für Schellnhuber und Schneidewind zwei Wirtschaftswissenschaftler vor: den Kölner Professor Axel Ockenfels und den Magdeburger Umweltökonomen Joachim Weimann….

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Mit Dank an Spürnase Michael Schneider.

Von der Stakeholders-Konferenz am 17. 4. 13 in Brüssel

Von P. Gosselin, 27. April 2013

Es sieht so aus, also der Artikel, den ich über Prof. Schellnhuber vor ein paar Tagen geschrieben habe, einen Kommentar von Dr. Hans Labohm (ehem. Fachgutachter für das IPCC) ausgelöst hat:

Führender niederländischer Blog/Wirtschaftswissenschaftler ohrfeigt Schellnhuber: “Völlig abgehoben von der Realität … Alice im Wunderland”!

Der Kommentar erschien auch im De Dagelijkse Standaard mit dem Titel: Hans Joachim Schellnhuber: Het is nog erger dan we dachten.’  (Es ist noch schlimmer als wir dachten)

Die Konferenz war für den 17. 4. von Klimakommissarin Hedegaard nach Brüssel einberufen worden. Schellnhuber hielt die Eröffnungsrede. Die Video-Aufzeichnung steht im Netz, ist aber nur abspielbar, wenn man die im rechten Bild angebotene Darstellungsprogramm heruntergeladen und installiert hat.

Stakeholders Conference on the 2015 Agreement, Shaping International Climate Policy Beyond 2020.

Labohm verfasste folgenden Kommentar.

Schon der Untertitel unter dem großen Foto von Schellnhuber verweist auf das, was zu erwarten ist: “Völlig von der Realität abgehoben“.

Labohm nennt den IPCC Prozeß  “gespenstisch” und die Stakeholer-Konferenz

"Teil eines Klima-Rituals, das nun schon seit Jahrzehnten von einer gackernden Schar von Leuten vorangequält wird, die “ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie die Klima-Hype aufrechterhalten.”

Schellnhubers Rede war gekennzeichnet von ”Rosinenpickerei”, “Verdrehungen” und “Angstmacherei”:

„Da wurde sie wieder angestimmt, die altbekannte Propagandamelodie – die alles andere ist als Wissenschaft.”

Schellnhuber musste notgedrungen eingestehen, dass die Klimaerwärmung noch weitere zehn Jahre auf sich warten lassen könnte; das Altbekannte, was wir stets von den Untergangspropheten hören. "Immer, wenn deren Vorhersagen nicht eintreffen, verschieben sie sie einfach in die Zukunft. Und am liebsten so weit, dass sie niemals zur Rechenschaft gezogen werden können.”

Labohm meint, dass Schellnhuber die Öffentlichkeit hinters Licht führt, wenn er behauptet, dass ein globaler Konsens unter den Fachleuten bestünde. Das ist überhaupt nicht so: "… da viele prominente Warmisten schon das sinkende Schiff verlassen haben. Von einer Anzahl internationaler Qualitätsmedien wurde es bemerkt.”

Schellnhubers Behauptung, dass der Einfluß des CO2 auf das Klima eine anerkannte wissenschaftliche Erkenntnis wäre, ist ebenfalls eine Illusion.  Das Maß der Auswirkung von CO2 auf das Klima wird immer stärker diskutiert. Laut Labohm ignoriert Prof. Schellnhuber:

“… Studien, die zu dem Ergebnis kommen, dass die Sensitivität unbedeutend sei (d. h. die Erwärmungswirkung, die von einer Verdoppelung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre ausgehen soll).”

Labohm zeigt auf, dass Schellnhubers Erklärung für den Stopp der Erwärmung (angeblich würde die Wärme in den tieferen Schichten der Meere gespeichert) völlig mit Unbekannten durchtränkt ist, und dass dies nur bedeutet, dass das IPCC nun zugeben muss, dass natürliche Mechanismen in der Tat eine große Rolle spielen und zu Abkühlung führen können, und dass mit ihnen auch frühere Warmperioden erklärt werden können. Die Modellierer müssen also noch einmal anfangen – und wirklich von ganz vorne.

An einem anderen Beispiel demonstriert Labohm, dass Professor Schellnhuber entweder täuscht oder von der Realität abgekoppelt ist:  die Sache mit dem "Marcott Hockey–Stick". Er schreibt dazu:

„Auch ignoriert er (Schellnhuber) die Tatsache, dass nach dessen Veröffentlichung der Autor [Marcott] explizit und öffentlich zugeben musste, dass die Daten für das 20. Jahrhundert nicht gesichert waren.”

“Alice im Wunderland” nennt Labohm Schellnhubers düstere Szenarien der Zukunft, wie die 8°C Erwärmung, die abschmelzenden Pol-Eiskappen, usw.

Vehement weist der Wirtschaftswissenschaftler Labohm Schellnhubers Behauptung zurück, dass die Durchführung einer Klima-Politik mit dem 2°C-Ziel das globale Bruttosozialprodukt nur ein Prozent kosten würde. Labohm verweist darauf, dass der “Stern-Bericht” zu dem gleichen Schluss gekommen wäre, aber nachher von “Umwelt-Ökonomen wie Richard Tol auseinander genommen worden ist“. Labohm:

“Ich wäre erstaunt, wenn die Widerlegung des Artikels/Berichts nicht schon nach ein paar Tagen käme. Die Argumentation ist einfach. Es gibt eine starke Korrelation zwischen dem Energieverbrauch (vorwiegend fossil) und Wirtschaftswachstum.”

Wen wundert es noch, dass Deutschland und Japan kürzlich den Bau neuer, moderner Kohlekraftwerke ankündigten. Alles andere wäre unbezahlbar.

Zum Schluss schreibt Labohm seinen Lesern, dass “die Zeit für Schellnhuber und Genossen abgelaufen sei”, und er zitiert James Delingpole:

Die EU ist das globale Laboratorium für das Ausprobieren der Grünen Politik und für den Nachweis, dass es funktioniert. Heute ist Tatsache, dass das Versuchskaninchen verschieden ist; Das wichtigste Stück der Grünen Einmischung in die Weltgeschichte ist zu einem teuren und beschämenden Flopp geworden. Man kann die Auswirkung auf die Umweltaktivisten in aller Welt kaum überschätzen: Wenn die EU die Grüne Politik nicht zum Laufen bringen kann, ist es sehr unwahrscheinlich, dass irgend jemand sonst woanders dies versuchen wird.

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Und hier folgt P. Gosselins Kommentar, den er unmittelbar nach der Betrachtung des Videos von Schellnhubers Vortrag schrieb:

Schellnhuber verschiebt die Erwärmung um eine weitere Dekade! Jetzt erst im Jahre 2200 um +8°C wärmer!

P. Gosselin, 24. April 2013

Professor Hans-Joachim Schellnhuber hat vergangene Woche auf der Stakeholders Conference zur 2015er Vereinbarung gesprochen.

Man kann seine Rede hier betrachten 2:30 – 37:00 Marke.
[Anm. d. Ü.: leider ist das Video nicht von Jedermann zugreif- und anschaubar].

Er machte überraschende Aussagen.

Er beginnt mit der Behauptung, dass Pressemeldungen über die Nicht-Existenz eines “Konsensus” falsch seien und nur der Verbreitung von Unsicherheit dienten. Weiter behauptet er, dass es keinen Streit darüber gäbe, ob CO2 Wärme speichere.

Damit aber lenkt er vom eigentlichen Problem ab: der CO2-Sensitivität und der Rückkoppelung.
Ja, CO2 ist ein Treibhausgas. Die Frage ist nur, wieviel Erwärmung wird von einer Verdoppelung des CO2 resultieren? Nicht viel, oder eine ganze Menge?
Darüber wird heiß diskutiert. Eine ganze Anzahl von fachbegutachteten Studien und Daten zeigen, dass die Erwärmung tatsächlich nur geringfügig sein wird.

Um das Klimawandel-Katastrophen-Szenario am Leben zu halten, pickt sich Schellnhuber in seiner Rede nur die Literatur heraus, die für eine massive Erwärmung spricht. Andere Papiere ignoriert er, die nur eine deutlich verminderte Sensitivität erkennen und auf natürliche Faktoren verweisen.

Er gibt zu, dass die Erwärmung aufgehört hat. Es läge am Meer.

An der 10-Minuten-Marke glaubt Schellnhuber, er könnte sich auf das völlig diskreditierte Marcott-Papier berufen, um die AGW-Theorie zu unterstützen! Dem unwissenden Auditorium wird damit ein Aha-Effekt präsentiert.

Man muss sich fragen, ob Schellnhuber sein Auditorium böswillig hinters Licht führt, oder ob er völlig abgehoben von der Realität ist und nicht merkt, dass das Marcott-Papier nichts taugt?

An der 11:25 Marke gibt er zu, dass die Erwärmung aufgehört hat. Er nennt es “Verlangsamung”. Die Pause sei verursacht von verborgenen planetarischen Mechanismen, die die Wärme wegfangen und verbergen würden. Er sagt, die Erwärmung existiere – wenn man über die Abkühlung hinwegsähe!

An der 12:30 Marke führt Schellnhuber weiter aus, dass die Erwärmung tatsächlich “nicht wirklich aufgehört hätte, sie hätte sich nur verlangsamt“. Dafür seien La Ninas aus den 2000ern ursächlich, die die Wärme aufgesogen hätten. “Da geht etwas im Meer vor sich. […] Wir kennen alle Mechanismen noch nicht.”
Das Meer hat die „schreckliche“ Hitze „aufgefressen“
, erklärt er.

Das könnte ja wirklich bedeuten, dass Schellnhuber zum ersten Mal die Rolle des Meeres zugibt. Wenn er die Ozeane dafür heranzieht, dass sie die Wärme aufsaugen würden und die Erde während der letzten 10 Jahre abkühlten, dann muss er auch zugeben, dass sie Wärme freigeben können und eine Erwärmung verursachen können, wie im Zeitraum von 1975 – 2000, als die AMO und die PDO-Indizes anstiegen. Man kann die Ozeane nicht nur zur Erklärung heranziehen, wenn es abkühlt, und dann das CO2, wenn es wärmer wird. Es wird Zeit für Schellnhuber, ozeanische Zyklen in die Modelle einzubauen.

Dann meint er, dass wir ein weiteres Jahrzehnt Abkühlung erleben könnten. Deutlich wird das an der 16:40er Marke:

"Wir könnten eine weitere Dekade mit verlangsamter Erwärmung erleben.”

Professor Schellnhuber! Weitere 10 Jahre würden ein Vierteljahrhundert ohne Erwärmung bedeuten!
Kein einziges Modell hat das vorhergesagt. Deshalb sind die Modelle Müll, auf die Sie sich berufen mit Ihren Katastrophen-Szenarios. Das kauft Ihnen niemand mehr draußen im Lande ab.

Falls es eine Debatte gäbe, würde Schellnhuber nicht einmal die ersten 10 Minuten überstehen.

Dann nimmt er sich den Economist vor: An der 17:45 Marke greift Schellnhuber die Zeitung an, weil man es dort gewagt hätte, die alarmistische Wissenschaft in Frage zu stellen.

Der Video-Betrachter achte darauf, wie der auf seine Notizen schaut, und damit zeigt, dass er genau das vorhatte.

"Übrigens, es hat eine Menge Gerede gegeben … der beste und führende Klimatologe, der im Redaktionsstab des Economist sitzt … das ist ein Scherz, Sie dürfen lachen … ha, ha, … hat doch tatsächlich gesagt, dass die Klimasensitivität geringer ist, als wir meinen.“

Wie kann es der unqualifizierte Economist wagen, die Autorität von Wissenschaftlern in Frage zu stellen!!

Zum Schluss, etwa bei der 20-Minuten Marke, kommt er zu den zukünftigen Katastrophen-Szenarien, die uns bevorstünden. Er zeigt ein Bild mit der +8°C Erwärmung für das Jahr 2200.

Das bedeutet natürlich, dass “die globalen Institutionen destabilisiert und zum Einsturz gebracht werden“. Man sieht, “schreckliche Mengen von Hitze werden von der irdischen Machinerie erzeugt werden und sie werden sich rächen (nach unserem Tode)!

Was für eine Verhohnepiepelung!
Menschenwürde oder Tod … 9 Milliarden Menschen sind zu viel

Bei der 8:30er Marke zeigt er eine Grafik , die das Klima während der letzten 100.000 Jahre darstellt. Dabei erwähnt er, dass das natürliche Klima oft sehr instabil ist, und dass die letzten 10.000 Jahre eine “Gnadenzeit” für die Menschheit gewesen wären.

Und dann stellt er den Zuhörern die schreckliche Frage:

"Können wir erwarten, dass ein derart wild schwankendes Klima ein menschenwürdiges Leben von 9 Milliarden unterstützen würde? Ich glaube das nicht.”

Was er damit meint, möge der Interpretation überlassen bleiben. Aber erinnern wir uns daran, dass er einst sagte, dass die optimale Bevölkerungszahl für die Erde etwa bei einer Milliarde läge, und dass “bei 9 Milliarden die Erde explodieren würde.”

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Titel des Schellnhuber-Vortrags: The Scope of the Challenge: Latest Scientific Insights

Prof. Schellnhuber (Potsdam Institute)

Verweis auf die Nachricht hier.

Verweis auf die Veröffentlichung der EU:

Following the European Commission’s strategy and action plan for a sustainable European Bioeconomy, the Directorate-General for Research and Innovation is pleased to invite you to a series of events taking place in 2012 and 2013 in both in Brussels and in some of the Member States : http://eubioeconomy.teamwork.fr/

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Übersetzung und Bearbeitung: Helmut Jäger, EIKE