Wie gut war Hansen im Jahre 1988?

Ira Glickstein
In der Graphik von RealClimate wird gefragt: „Wie gut waren Hansen et al. im Jahr 1988?“ Sie vergleichen aktuelle Temperaturmessungen bis 2012 (GISTEMP und HadCRUT4) mit Hansens Szenarien „A“, „B“ und „C“ aus dem Jahr 1988. Die Antwort lautet (siehe meine Anmerkungen): „Spinnt ihr?“

HANSENS SZENARIEN

Die drei Szenarien und ihre Vorhersagen werden von Hansen 1988 wie folgt definiert:

„Szenario A nimmt einen fortgesetzten exponentiellen Anstieg der Spurengase an…“ Hansens vorhergesagter Temperaturanstieg von 1988 bis 2012 soll 0,9°C betragen, MEHR ALS VIER MAL SO VIEL wie die tatsächliche Zunahme um 0,22°C.

„Szenario B nimmt ein zurückgehendes lineares Wachstum der Spurengase an…“ Hansens vorhergesagter Temperaturanstieg von 1988 bis 2012 beträgt 0,75°C, MEHR ALS DREI MAL SO VIEL wie die tatsächliche Zunahme um 0,22°C.

„Szenario C nimmt einen raschen Schnitt bei den Spurengasemissionen an, so dass der Gesamt-Klima-Antrieb nach dem Jahr 2000 nicht mehr zunimmt”. Hansens vorhergesagte Temperaturzunahme von 1988 bis 2012 beträgt 0,29°C, NUR 31% HÖHER als die aktuelle Zunahme von 0,22°C.

Folglich kommt also nur Szenario C, das einen raschen Schnitt bei den Spurengasemissionen annimmt, in die Nähe der Wahrheit.

„ES GAB IN WIRKLICHKEIT ABER KEINEN SCHNITT DER SPURENGASEMISSIONEN”

Wie jedermann weiß, beweisen die Messungen des atmosphärischen CO2 auf dem Mauna Loa, dass es KEINEN IRGENDWIE GEARTETEN SCHNITT der Spurengasemissionen gegeben hat. Tatsächlich setzt sich die rapide CO2-Zunahme ohne Abschwächung fort.

Was macht RealClimate aus dieser Lage?

„…Während die Simulation nicht perfekt war, hat sie doch jede vernünftige naive Hypothese, die die Leute im Jahre 1988 erstellt hatten, bestätigt (die offensichtlichste war eine Vorhersage einer Nicht-Änderung) … Die Schlussfolgerung ist die gleiche wie in jedem der vergangenen Jahre; die Modelle sind auf der niedrigen Seite einiger Änderungen und auf der hohen Seite bei anderen, aber trotz kurzfristiger Anstiege und Rückgänge setzt sich die globale Erwärmung zumeist wie vorhergesagt fort“.

Geht weiter, Leute, hier gibt es nichts zu sehen, alles ist OK, „die globale Erwärmung setzt sich zumeist wie vorhergesagt fort“.

Schlussfolgerungen

Hansen 1988 ist der Eckpfeiler des gesamten AGW-Abenteuers, der Theorie, dass die Anthropogene (vom Menschen verursachte) Globale Erwärmung zu einer Klimakatastrophe in naher Zukunft führen wird. RealClimate, der führenden Website der Warmisten, sollte man zur Veröffentlichung einer Graphik gratulieren, die AGW so eindeutig widerlegt und die alle Ergebnisse der Klimamodelle des offiziellen Klima-Teams (das „Hockey-Team“) so in Frage stellt.

Hansens Modellrechnungen aus dem Jahr 1988 basieren auf einer Klimasensitivität (vorhergesagte Temperaturzunahme bei einer Verdoppelung des CO2-Gehaltes) von 4,2°C. Die tatsächliche CO2-Zunahme seit 1988 liegt irgendwo zwischen Hansens Szenario A („fortgesetzte exponentielle Zunahme der Spurengase“) und Szenario B („reduzierte lineare Zunahme von Spurengasen“). Also wäre es basierend auf den Fehlvorhersagen der Szenarien A und B um einen Faktor drei oder vier vernünftig anzunehmen, dass die Klimasensitivität eher bei 1°C als bei 4°C liegt.

Was die Schlussfolgerung von RealClimate betrifft, dass Hansens Simulation „jede vernünftige naive Hypothese, die die Leute im Jahre 1988 erstellt hatten, bestätigt hat (die offensichtlichste war eine Vorhersage einer Nicht-Änderung)“, so ist sie FALSCH. Selbst eine „naive“ Vorhersage einer Nicht-Änderung wäre näher bei der Wahrheit (bei 0,22°C) als Hansens Szenarien A (Erwärmung um 0,68°C) und B (Erwärmung um 0,53°C)!

Ira Glickstein

Link: http://wattsupwiththat.com/2013/03/20/how-well-did-hansen-1988-do/#more-82273

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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3 Kommentare

  1. Wie gut war Hansen im Jahre 1988? – Nun, er war wohl erstaunlich gut, so gut wie die heutigen federführenden Klimaforscher immer noch sind. Man könnte auch sagen, trotz vieler Milliarden Forschungsgelder haben die Akteure seit 25 Jahren nichts dazugelernt. Im Prinzip ist Hansens Arbeit heute immer noch offiziell gültige Grundlage aller Klimapolitik. Kein Wort von IPCC-Leuten, dass der Klimawandel möglicherweise weniger extrem ausfallen könnte als mal angenommen (es wäre ja auch so etwas wie Gotteslästerung). Statt dessen jede Menge Statements, dass alles noch viel schlimmer sei als früher befürchtet.

    Wie soll man bei so viel starrsinniger Unlogik noch logisch argumentieren? Der Ganze Schwindel wird sich von alleine erledigen müssen. Leider dauert es nun schon 25 Jahre und es ist noch kein Ende abzusehen. Der Schaden ist entsprechend hoch. Ich hoffe, dass künftige Generationen dies mal aufarbeiten werden und daraus lernen.

  2. Meine Meinung zu Hansen, nachdem ich ihn mir auf mehreren auf youtube veröffentlichten Videos angesehen habe: Der Mann ist ein Narziss und bestenfalls kristallin intelligent. Schellnhuber schätze ich ähnlich ein, und bei Rahmstorf habe ich den Eindruck, dass der Mann den Unsinn, den er verzapft, wirklich glaubt. Aber über Religion kann man eh keine sachliche Diskussion führen. Die Grundannahmen des anthropogenen THE sind eben falsch. Wie soll eine Simulation dann jemals etwas Sinnvolles zustande bringen ? Hätte ich ein BMBF-Projekt, bei welchem genau des Gegenteil des Erwarteten rauskommt, würde man mir die Gelder streichen, an einen Folgeantrag bräuchte ich nicht denken. In der Klimawissenschaft gibt es für das Versagen noch mehr Geld – das muss ich nicht wirklich verstehen.

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