Der Konsens zur globalen Erwärmung sieht mehr wie ein Mythos aus

Bild rechts: Image Credit – Wood For Trees and Werner Brozek

Aus dem Business Daily von Investor:

Ja, viele Klimawissenschaftler glauben, dass die Emission von Treibhausgasen die Erde erwärmt. Natürlich gibt es auch welche, die das nicht glauben.

Aber wenn man diese Frage Geowissenschaftlern und Ingenieuren vorlegt, stellt sich heraus, dass nur 36% von ihnen glauben, dass menschliche Aktivitäten den Planeten erwärmen.

Dies ist das Ergebnis der begutachteten Studie „Science or Science Fiction? Professionals’ Discursive Construction of Climate Change” [etwa: Science oder Science Fiction? Die weitschweifige Konstruktion der Klimaänderung”], und die Gruppe wird charakterisiert als die „sich Kyoto unterwerfende“ Kohorte.

Nicht unerwartet geben Mitglieder dieser Gruppe „ihrem starken Glauben Ausdruck, dass die Klimaänderung im Gange ist, dass es kein natürlicher Zyklus ist und dass die Menschen der Haupt- oder zentrale Grund dafür sind“.

Die Akademikerinnen Lianne M. Lefsrud an der University von Alberta und Renate E. Meyer an der Vienna University of Economics and Business und der Copenhagen Business School, kamen auf diese Zahl bei einer Umfrage unter 1077 professionellen Ingenieuren und Geowissenschaftlern. Read More At IBD

Die Studie von Lianne M. Lefsrud und Renate E. Meyer findet man hier.

Darin finden sich ein paar interessante Passagen:

Drittens, wir zeigen, dass der Konsens der Experten beim IPCC von einer viel größeren und heterogener zusammengesetzten skeptischen Gruppe von Experten in relevanten Industrien und Organisationen (zumindest in Alberta) als allgemein angenommen nicht geteilt wird. Wir finden, dass sich Skeptizismus in der Klimawissenschaft nicht auf wissenschaftlich ungebildete Personen beschränkt (Hoffman 2011a), sondern sich auch irgendwo innerhalb dieser Gruppe professioneller Experten mit wissenschaftlichem Hintergrund versteckt – die als Leiter oder Berater des Managements in der Regierung, in Nichtregierungs- und angeschlossenen Organisationen arbeiten.

Die große Mehrheit dieser professionellen Experten glaubt, dass sich das Klima ändert. Es sind die Gründe hierfür, der Ernst und die Dringlichkeit des Problems sowie die Notwendigkeit für Maßnahmen, vor allem der Effizienz von Regulationen, um die es hier geht.

Im Artikel von Business Daily heißt es weiter:

Sollten die Alarmisten wirklich nur begrenzte Unterstützung seitens der Menschheit bekommen, bekommen sie sogar noch weniger von der Natur selbst. Das arktische Meereis, welches die Grünhemden mit seinem neuen Minusrekord im Jahr 2012 in helle Aufregung versetzt hatte, hat „mit noch einigen Wochen zu erwartendem Eiszuwachs … den bisherigen Rekord des Eiszuwachses in diesem Winter weit übertroffen“.

Dies ist schon der dritte Winter in der Historie, in dem sich mehr als 10 Millionen km² neues Eis in der Arktis gebildet haben, berichtete Real Science unter Verwendung von Daten der Arctic Climate Research an der University of Illinois.

Gleichzeitig nähert sich der skeptischen Website Watts Up With That zufolge die Antarktis „450 Tagen mit ununterbrochener Eisausdehnung über dem Mittelwert“. Ebenfalls unter Verwendung der Daten der University of Illinois Arctic Climate Research wird dort angemerkt, dass das letzte Mal, als die Eisausdehnung dort unter dem Mittelwert gelegen hatte, der 22. November 2011 war. Read More At IBD

Link. http://wattsupwiththat.com/2013/02/17/global-warming-consensus-looking-more-like-a-myth/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Das Leben nach der Energie: Was wäre, wenn die fossilen Treibstoffe morgen verschwinden würden?

Anthony Watts

Dieses Programm ist mir beim Zappen oft begegnet, und mein Eindruck war immer, dass es die ultimativ utopische Vision von radikalen Umweltaktivisten repräsentiert, die die Menschen als eine Plage auf diesem Planeten sehen (hier), als eine Art Angst und Selbsthass in Las Vegas, angewendet auf Gaia.

Ich erhielt einen Hinweis auf einen Essay von Dr. David Deming, Geologe an der University of Oklahoma, worin er fragt, was passieren würde, wenn die auf fossilen Treibstoffen basierende Energie morgen verschwinden würde. Deming stellt diese einfache Frage: Was würde geschehen, wenn wir den Umweltaktivisten alles geben, was sie haben wollen?

Es ist ein Augenöffner für jene, die nicht wirklich viel darüber nachdenken, wo die Energie herkommt, die sie täglich verbrauchen. Der Artikel folgt hier auszugsweise, und danach habe ich noch einige eigene Überlegungen auf Lager.

[Im Original folgen hier diese Ausschnitte. Jedoch ist inzwischen der gesamte Essay von Deming in der hervorragenden Übersetzung von Herrn Helmut Jäger bei EIKE hier erschienen. Daher schließe ich hier gleich das an, was Watts im Anschluss schreibt. Inwieweit diese Überlegungen auch schon bei Deming angesprochen wurden, habe ich aus Zeitgründen nicht untersucht. A. d. Übers.]

Hier folgen also nun einige Überlegungen von mir selbst darüber, was passieren würde, wenn fossile Treibstoffe morgen verschwinden würden:

● Nachdem höher gelegene Trinkwasser-Tanks kommunaler Wassersysteme nach einigen Tagen geleert wären, gäbe es keine Wasserversorgung mehr. Dies würde die Menschen zwingen, nach alternativen Quellen zu suchen, und wir sind zurück in einem Zeitalter, als die Aufbereitung von Wasser unbekannt war. Krankheiten und Tod würden folgen, verbreitet durch unsauberes Wasser. Leute mit einem Brunnen müssten ihre elektrischen Pumpen durch handbetriebene Pumpen oder Windmühlen ersetzen, um an Wasser zu kommen.

● Im Zusammenhang mit dem ersten Punkt: Toiletten wären ohne Wasser zur Spülung nutzlos. Die Entsorgung von Abwässern wird zum Thema, wenn durch Schwerkraft funktionierende Abwassersysteme eventuell verstopfen würden, und eventuell werden die Abwässer [ungeklärt] in Flüssen enden, wo sie zur Ausbreitung von Krankheiten beitragen, sehr ähnlich dem Great Stink im alten London.

● Die Müllabfuhr wird zu einem Ding der Vergangenheit. Der Müll wird sich hoch in den Straßen stapeln.

● Menschen mit Solaranlagen auf den Dach würde es nicht besser gehen als ihren Nachbarn, weil die Gleichstrom-Wechselstrom-Konverter einen Wechselstrom-Impuls brauchen (hier). Anderenfalls werden sie aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Einige Elektriker mögen in der Lage sein, sie neu zu verkabeln, aber sie hätten nur tagsüber Strom.

● Private Betreiber von Solaranlagen könnten zur Zielscheibe derer werden, die so etwas nicht haben. Sie werden sich wünschen, dem Zweiten Amendment zum Schutz ihrer privaten Energiequelle mehr Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Personen, die immer noch Benzin in ihren Autotanks haben, um aus den Städten zu flüchten, könnten sich als Opfer eines Mobs wiederfinden, wenn die kein Benzin Habenden nach den letzten paar Energiereserven suchen. Eine Mad-Max-World würde die Folge sein.

● Windparks, (die ebenfalls Strom aus dem Netz zum Betrieb brauchen), werden als Symbole der Torheit stehen, unbrauchbar und verflucht von der breiten Masse, weil man sie nicht benutzen kann. Eventuell sehen sie alle so aus wie diese Windparks oder sie fallen um.

● Radikale Klimatologen wie Mike Mann und James Hansen werden nicht länger in der Lage sein, ihre apokalyptischen Visionen unserer Zukunft zu verbreiten, weil es kein Internet und keine Radio-/Fernsehnatzwerke oder Zeitungen mehr gibt.

● Aus den gleichen Gründen werden wir Gott sei Dank niemals eine weitere Episode von Here Comes Honey Boo-Boo sehen.

● Klimamodellierer wie Kevin Trenberth werden nie mehr in der Lage sein, auch nur ein einziges weiteres Computermodell laufen zu lassen, das uns sagt, wie heiß unsere zukünftige Apokalypse werden wird, da sein NCAR-Computer mit Kohle aus Wyoming läuft (hier). Genauso wird sich der Gaea-Supercomputer der NOAA abschalten, da er nicht mit recykeltem Pflanzenfett betrieben werden kann.

● Al Gore wird nicht länger in der Lage sein, um die Welt zu jetten, um uns zu sagen, wie es bald mit der Welt zu Ende geht, wenn wir nicht seinem neuen Buch über die Zukunft Aufmerksamkeit schenken (hier). Er wird dazu verdammt sein, in einer seiner vielen Eigentumshäuser zu lungern und zu hoffen, dass nicht irgendwelche Mad-Maxer kommen, um sich seine Solarpaneele zu schnappen.

● Der Kongress wäre dazu verdammt, seine Sitzungen in heißen, schwitzigen Räumen ohne Air Condition abzuhalten, genau wie die Begründer unserer Nation das auf ihrem ersten Continental Congress getan haben – und auch im Sommer 1988, als Dr. James Hansen und sein Sponsor, Senator Tim Wirth, die Air Condition im Anhörungsraum abgeschaltet haben (hier), während sie den Senatoren ihre Gedanken über die globale Erwärmung verkauft haben.

● Ohne Air Condition würden Stadtbewohner wahrhaftig den Städtischen Wärmeinsel-Effekt (UHI) im Sommer verspüren, und zwar wenn sie nicht Nahrung und Wasser schnorren und sich der Mad-Max-Banden erwehren müssten, die ihnen alles wegnehmen würden, was sie kriegen können, einschließlich ihres Lebens.

● Die Verbrennung von Holz, um es im Winter warm zu haben, wird ebenfalls wieder zum Fluch werden. Verschmutzungen durch Rauch kehren in die Städte zurück, vor allem im Winter.

● Wirkliche Klimaflüchtlinge fangen an, aus hohen Breiten nach Süden zu strömen, wenn der Treibstoff zu Ende geht. Viele Städte in Alaska und Sibirien würden aufgegeben, hängen diese doch von regelmäßigen Lieferungen von Heizöl und Benzin ab.

● Globale Erwärmung, Umweltaktivismus, Politik – alles wäre ein Ding der Vergangenheit, da das Überleben an vorderster Stelle steht.

Paul Ehrlich wandert durch die Straßen nahe Stanford, gekleidet in Lumpen und den Leuten zurufend: „Ich hatte recht! Ich hatte recht!“

Ich könnte weiter und immer weiter machen, aber Sie haben verstanden, was ich meine.

Welches ist also die schlimmere Zukunft, eine etwas wärmere Zukunft mit fossilen Treibstoffen oder eine Zukunft ohne sie?

Link: http://wattsupwiththat.com/2013/02/07/life-after-energy-what-if-fossil-fuels-disappeared-tommorrow/#more-79091

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Paradigmenwechsel: Klima als Emergenzsystem betrachtet

Langsame Verschiebungen in thermoregulierten Emergenzsystemen 

Willis Eschenbach

In meinem letzten Beitrag über “Emergente Klima-Phänomene“ habe ich ein neues Paradigma für das Klima benutzt. Nach dem aktuellen Paradigma ist „Klima“ ein System, in dem die Temperatur sklavisch den Änderungen der „Inputs“ folgt. In meinem Paradigma dagegen lassen natürliche temperaturgeregelte Systeme die Temperatur innerhalb enger Grenzen schwanken. Im letzen Jahrhundert schwankte die Temperatur beispielsweise nur um etwa ± 0.3°C, eine Temperaturvariation von nur einem Zehntel eines Prozents.
Ich meine, dass diese erstaunliche Stabilität in einem System, dessen Temperatur von so etwas veränderlichem und launischem wie Wolken und Wind gesteuert wird, ein klares Anzeichen dafür ist, dass hier ein starker thermostatischer Mechanismus wirkt. Genauer: ein Bündel von ineinandergreifenden thermostatischen Mechanismen im Zusammenwirken beim Regeln der Temperatur. 

Abbildung oben rechts.: Das Verhalten von Vogel- oder von Fischschwärmen ist ein Emergenz-Phänomen. [Definition am Schluss; zu Emergenzsystemen mehr hier]

So erhebt sich also eine Frage: Obwohl die Temperaturänderung recht klein ist – mit Verschiebungen von nur einigen wenigen Zehnteln eines Prozentes pro Jahrhundert – also weniger als einem Grad – steigt zuweilen die durchschnittliche Globaltemperatur, manchmal aber fällt sie.

Was also könnte diese langsamen, Jahrhunderte oder Jahrtausende andauernden Temperaturverschiebungen verursachen? Sind es Veränderungen der Sonne?
Die Erklärung sollte nicht bei der Sonne gesucht werden, sondern nach meiner Auffassung hier:

Das oben erwähnte und von der Temperatur geregelte System beruht auf dem Beginnzeitpunkt und der Dauer von emergenten Temperatur-Phänomenen. Es beruht nicht auf der Stärke von Antrieben (einfallende Sonnen- oder Treibhaus-Strahlung).

Ich meine also, dass das Regelungssystem anspringt, wenn die lokale Temperatur über die kritische Grenze für die Wolkenbildung ansteigt. Im Ergebnis bleibt die globale Durchschnittstemperatur der Erde eigentlich relativ unbeeinflusst von den Veränderungen der Stärke der Antriebe, ob sie nun von der Sonne kommen, vom CO2, von Vulkanen oder sonstwoher. Weil das so ist, verläuft die Temperatur weiter wie bisher, trotz der Vulkanausbrüche oder den Meteoren. Man bedenke, dass das System bei der gegenwärtigen Temperatur ständig variierend etwa ein Viertel der einfallenden Sonnenenergie über die Wolkenreflexion zurückwirft. Es könnte viel wärmer sein, als es tatsächlich ist, das ist aber nicht der Fall.

Das System regelt also die Menge der einfallenden Sonnenenergie so ab, dass die Temperatur innerhalb gewisser Grenzen gehalten wird. Dem Regelungssystem macht es nichts aus, dass der Sonnenantrieb ständig aus vielerlei Gründen schwankt: wegen des Staubs, wegen der Vulkane, wegen der 11- oder 22-jährigen Solarzyklen. Das Thermoregulationssystem beruht nicht darauf, wieviel Energie von der Sonne oder vom CO2 kommt. Die Temperatur beruht nicht auf den tatsächlichen Antrieben: wir wissen, dass es mehr als genug Antriebe gibt, die uns braten könnten. Die Temperatur wird stattdessen von den ewigen Gesetzen der Physik des Windes, der Wellen, des Drucks geregelt, und vor allem durch die Wolkenbildung. Wenn die Sonne hochsteigt, steigen die Wolken mit hoch, die Balance wird gehalten.

Und hier ist meine Erklärung, warum es so schwer ist, ein starkes und klares solares Signal in den Temperaturganglinien zu finden.  Ja, ja, man kann Anzeichen finden, kleine Fetzchen, schwache Korrelationen hie und da, doch insgesamt sind kaum Sonne-Klima-Korrelationen zu finden, die dem gegenwärtigen Paradigma zufolge sichtbare Wirkungen zeigen müssten. Ich halte dies für den Beweis, dass ingesamt die globale Durchschnittstemperatur keine Funktion des Antriebs ist. Die Sonne wird schwächer und stärker, Vulkane sind seit Jahrhunderten ausgebrochen, Meteore haben die Erde getroffen … die Wolken passen sich ganz einfach an und bescheren uns eine gleichbleibende Wärme. Diese schwache Abhängigkeit des Outputs vom Input ist genau das, was man in jedem sehr komplexen System zu erwarten hat.

Wenn die Sonne nicht die Ursache des über Jahrhunderte andauernden langsamen Anstiegs oder Absinkens der globalen Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche ist, welche möglichen anderen Beschuldigten können wir dann vor Gericht zitieren?

Die üblichen Verdächtigen würden im Bereich von Faktoren zu finden sein, welche mit dem Anfang und der Dauer der Wolkenbildung und deren Beständigkeit zu tun hat, oder auch mit ihrer Albedo (Färbung). Unglücklicherweise ist die Wolkenbildung ein komplexer und noch kaum verstandener Vorgang. Wassertröpfchen in Wolken bilden sich um einen “Nukleus”, eine Art von Partikel. Das kann Meersalz sein, Staub, organisches Material, Aerosole, verschiedene Typen und Arten von Mikro-Organismen, schwarzer Ruß; es gibt eine ganze Menge von bekannten Faktoren, aber keine klaren Beweise, wie oder warum es so oder anders ist, oder wie die Faktoren wirken, wenn sie sich verändern. Hier ist ein Zitat aus dem Abstract eines wissenschaftlichen Papiers von 2013. (Hervorhebung vom Autor):

Die Zusammensetzung und das Vorkommen von Mikroorganismen in der mittleren bis oberen Troposphäre (8–15 km Höhe) und deren Rolle bei der Interaktion zwischen dem Aerosol-Wolken-Niederschlag stellt wichtige und ungelöste Fragen an die Biologie und die Atmosphärenwissenschaft. Insbesondere kennen wir die Mikroorganismen in der Luft über den Meeren nicht, da bis jetzt die meiste Arbeit auf Proben beschränkt ist, die nahe der Erdoberfläche genommen worden sind. (Quelle)

Noch ein Beispiel:

Cumulus-Wolken bilden sich durch den Aufstieg feuchter Luftpakete. Eine  ungelöste Frage der Wolkenphysik ist, warum beobachtete Tröpfchenspektren aus Cumuluswolken, sogar aus deren Mitte, breiter sind, als die Spektren, die aus der Tröpfchen-Nukleation und der Kondensationszunahme in adiabatisch aufsteigenden Luftpaketen zu erwarten sind. (Pruppacher and Klett, 1997). (Quelle)

Cumulus-Wolken sind eine der am weitesten verbreiteten Arten und noch nicht einmal deren Wolken-Nukleation haben wir verstanden. Das Problem liegt darin, dass so viele Faktoren Einfluss auf die Entstehung und Dauer der Wolkenbildung und des Niederschlags haben: Größe und Zusammensetzung der atmosphärischen Aerosole, die komplexe Interaktion zwischen den Aerosolen und den verschiedenen organischen und anorganischen atmosphärischen Chemikalien, Ionen, freien Radikalen, natürlichen und menschengemachten Partikeln, dazu die verschiedenen Typen und Mengen von Mikrobenpopulationen in der Atmosphäre, dazu die Fähigkeit einer Chemikalie, sich mit einer anderen zu verbinden und dadurch die Oberflächeneigenschaften einer anderen Substanz völlig zu verändern. Das alles hat das Potential, die Entstehung und Dauer des Niederschlags und der Wolkenbildung zu beeinflussen, dazu noch deren optische Eigenschaften. Weil das so ist, mischen sie alle kräftig mit, wenn es um Temperaturverschiebungen im Jahrhundert-Maßstab geht (vielleicht auch über kürzere Zeiträume).

Eine weitere Ursache für die langsame Verschiebung könnte in einem vermuteten Zusammenhang mit der kosmischen Strahlung liegen, in der Kette

solares Magnetfeld –> Veränderung der kosmischen Strahlung –> Änderungen in der Wolken-Nukleationsrate.

Ich sehe keinen theoretischen Grund, warum das nach den bestehenden Gesetzen der Physik unmöglich sein sollte.
Als Kind habe ich eine “Nebelkammer” gebastelt, um die aus einer Armbanduhr kommende Radioaktivität zu sehen. Ein Problem bei der Frage nach der kosmischen Strahlung besteht aber darin, dass keine starken Korrelationen zwischen der Sonne und dem Klima gefunden worden sind, trotz des ausgiebigen Durchkämmens der Temperatur-Ganglinien auf Hinweise für eine Sonne/Klima-Verbindung. Es gibt schwache Korrelationen, aber nichts Auffälliges. Das heißt nicht, dass es sie nicht gäbe, es könnten aber Anzeichen für deren Schwäche sein … oder auch Anzeichen für unsere Unkenntnis …

Ein weiterer Grund könnte in den Auswirkung der allmählichen Veränderung im Erdmagnetfeld auf die Gewitter liegen. Gewitter haben ein riesiges und ein noch kaum verstandenes elektromagnetisches Komplement (man denke nur an die Blitzschläge). Sie bewirken einen unglaublich komplexen elektromagnetischen Austausch, der die Atmosphäre mit der Erdoberfläche verbindet. Das elektromagnetische Komplement verbindet sie elektromagnetisch von den „Kobolden“ [Näheres hier], die sich in den Gewittertürmen hoch über der umgebenden Tropopause bilden, bis hinunter auf die Erde, wo über flüchtige mattleuchtende Kanäle elektromagnetische Ströme auf und nieder laufen.

Gewitter sind zudem unabhängige natürliche elektrische Van-de-Graaf-Maschinen, sie strippen Elektronen in einem Bereich des Gewitters, transportieren sie meilenweit weg und fügen sie wieder in einem elektrischen Donnerbogen an. Wir wissen überhaupt nicht, welche Erscheinungen welche Wirkungen wie lange auf Gewitter ausüben, wie z. B. die langsame Veränderung der Magnetpole wirkt, wie die Veränderungen der Magnetosphäre oder des Sonnenwindes. Wir müssen also die langsamen Veränderungen der globalen magnetischen und elektrischen Felder in unsere Liste der Wirkmöglichkeiten aufnehmen, allein schon deshalb, weil wir so wenig darüber wissen.

Die nächste Möglichkeit für langsame Veränderungen hat mit der Idee der Scheidepunkte zu tun (bifurcation points). Nehmen wir als Beispiel den Wechsel zwischen den zwei Zuständen der Pazifischen Dekadischen Oszillation (PDO). In jedem Zustand der PDO gibt es eine quasi-stabile (jahrzehntelange) Konfiguration der Meeresströmungen. Zu gewissen Zeitpunkten – wir wissen nicht, warum – ändert sich diese Konfiguration der Meeresströmungen und sie wird ersetzt durch einen völlig neuen und anderen quasi-stabilen (jahrzehntelangen) Zustand. Anders gesagt: da gibt es irgendwo drin einen Scheidepunkt im jährlichen Anschwellen und Abnehmen der Strömungen und irgendwann nehmen die Strömungen einen anderen Verlauf als bislang. Schließlich wechselt der gesamte Nordpazifik in einen anderen Zustand.

Allein schon theoretisch muss einer dieser beiden Zustände wirksamer als der andere sein in der großen Wärmemaschine, die wir “Klima” nennen. Mit viel  Arbeit wird Energie vom Äquator zu den Polen bewegt. Und es gibt tatsächlich einen deutlichen Unterschied. Einer der beiden Zustände heißt „warm“, der andere „kalt“.

Auf den ersten Blick müsste man denken:

FALLS die Pazifische Dekadische Oszillation ständig im gleichen Zustand verbliebe – aus welchen Gründen auch immer – würde die Welt insgesamt wärmer oder kälter sein.

Aber nun möchte ich erklären, warum meiner Meinung nach PDO oder El Nino/La Nina, oder die Nordatlantischen Oszillationen nichts mit den langsamen Temperaturverschiebungen im Temperaturregelsystem zu tun haben.

Der Grund ist, dass hier überall Emergenzsystem-Phänomene vorliegen, wie bei den Gewittern. Nehmen wir die PDO als Beispiel: In Bezug auf den Pazifik würden wir niemals sagen: “Ich wette, dass der Nordpazifik für viele Jahrzehnte warm bleibt, dann kommt es eine große Wende, das gesamte Leben im Meer wird anders, die Winde verändern sich, auch alle Strömungen, und dann wird es viele Jahrzehnte lang kalt sein.“
Eine derartige Vermutung ist überhaupt nicht zulässig. Es liegt nämlich Emergenz vor.

Und ich meine, was für Emergenzsysteme gilt, gilt auch für Bestandteile des verbundenen interkontinentalen Temperaturregelsystems sind. Es enthält meines Erachtens kurzlebige Emergenzsysteme (tägliche Gewitter), mittelfristige (mehrmonatige Madden-Julian-Oszillationen), längerfristige (Wolken, im Sommer kühlend, im Winter wärmend), langfristige (3 bis 5-jährige El Nino/La Nina-Phasen), und sehr langfristige (multidekadische PDO, AMO). Es sind Emergenzsysteme unterschiedlicher Arten, die bei der Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur zusammenwirken. Es gibt davon noch viel mehr, die hier nicht aufgeführt sind.

Schließlich meine ich, dass keines dieser Emergenzsysteme ursächlich für eine langsame Verschiebung ist. Ganz im Gegenteil, ich meine, sie wirken anders herum gegen die langsame Verschiebung und verhindern eine Überhitzung.

Setzen wir hier an, so finden wir direkt Möglichkeiten für menschlich verursachte Veränderungen – Öl auf den Weltmeeren. Es braucht nur eine ganz dünne, fast mono-molekulare Ölschicht auf dem Wasser – und davon haben wir eine Menge erzeugt -, um die Oberflächenspannung zu verändern. Dadurch wird die Verdampfung auf zweierlei Weise reduziert: Einmal direkt durch die Wassermenge, die in unmittelbarem Kontakt zur Luft steht, und zum Anderen durch das Unterbinden der Bildung von Brechern, Versprühungen und Gischt.

Versprühung jedweder Art erhöht die für die Verdampfung zur Verfügung stehende Wasseroberfläche erheblich, je nach Windgeschwindigkeit. Erinnert sei daran, dass die Verdampfung durch den Wind die Ursache für die Selbsterhaltung der Gewitter ist. Wenn also die Ausdehnung der Verdampfungsfläche wegen des Fehlens von Versprühungen um zehn oder zwanzig Prozent vermindert wird, wird gleichermaßen die Verdampfung vermindert und so Entstehungszeitpunkt und Dauer der Gewitter beeinflußt.

Das möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: Gerade hatte ich beim Schreiben des letzten Absatzes gedacht  “Man braucht Zeit für mehr Forschung”, da stoße ich auf das hier:

Seeleute, die traditionell Fässer voller Öl auf das Meer gossen, um stürmische Wasser zu glätten, waren damit ganz einfallsreich, wie eine neue Studie meint. Einem neuen mathematischen „Sandwich-Modell“ zufolge vermindert dieses altbekannte Vorgehen die Windgeschwindigkeit in tropischen Wirbelstürmen, indem es die Gischt unterdrückt.

Wenn die Hurrikan-Winde die Meereswogen aufpeitschen, geraten große Wassertropfen in die Luft und verbleiben dort. Diese Gischtwolke kann mathematisch wie eine dritte Flüssigkeitsschicht zwischen der Luft und dem Meer behandelt werden. “Unsere Rechnungen beweisen, dass die Tropfen in der Gischt die Turbulenz und Reibung vermindern und dadurch höhere Windgeschwindigkeiten erlauben – zuweilen bis zu achtmal,“ meint der Forscher Alexandre Chorin von der University of California in Berkeley, US.

Er glaubt, dass diese Erkenntnis ein altes Meeresritual erklärt. „Die alten Seebären gossen Öl auf die tobenden Wogen, um sie zu glätten – daher die Redensart – aber man wusste nie so genau, warum das so war,” sagt Chorin. Er meint, weil Öl die Tropfenbildung verhindert, verstärkt es die Reibung in der Luft und vermindert daher die Stärke der Böen. (Quelle)

Hmmm …  Gute Wissenschaftler, weniger gute Seeleute!
Ich glaube, sie haben als Wissenschaftler nur einen Teil der Erklärung. Sie sollten mal ausrechnen, wie sich die Verdampfungsfläche in der Gischt durch das Versprühen erhöht und dann daran denken, dass ein Hurrikan aus der Verdampfung seine Kraft bezieht. Deswegen sterben Hurrikane über Land: es fehlt die Feuchtigkeit.
Verhinderung der Gischt durch auf die Wogen gegossenes Öl stoppt die Verdampfung! Die Kraft des Sturms ist gebrochen. So wie es einem heißer und schwitziger wird, wenn ein feuchter Tag die Verdampfung verhindert, so ergeht es auch dem Meer. Wenn man die Verdampfung abstellt, wird es wärmer.

Das Gegenargument gegen die Hypothese vom „Öl-auf-die-Wogen verhindert die Verdampfung und erwärmt das Meer“ kommt aus dem 2. Weltkrieg. Während des Krieges wurde mehr Öl ins Meer gegossen als je zuvor und nachher, aber während des Krieges war es generell recht kühl …
Verflixt nochmal! die Tatsachen stehen doch immer im Weg!

Also, ich kenne mich auf der hohen See aus und ich kann Ihnen versichern, dass die Autoren jener Studie keine Seeleute sind. Seeleute kippen nicht Öl ins Meer, um die Windgeschwindigkeit zu vermindern, das gehört ins Reich der Phantasie der Landratten. Sie tun es, weil es die Wogen am Brechen hindert und die Tropfen und Gischtbildung unterbindet. Auf diese Weise hilft es in rauher See.
Man braucht nicht viel dazu, Sie würden sich über die Wirkung wundern: Tränken Sie einen Lumpen in Motoröl und ziehen Sie ihn ein Stück hinter dem Boot her, wenn Sie vor dem Wind treiben. Wenn die Küstenwache Sie dabei erwischt, kriegen Sie mit Recht einen Strafzettel wegen Ihres Ölfilms auf dem Wasser, aber wenn es Ihr Lebensretter ist, ist es das wert. Pech, wenn Sie in einem dicken ablandigen Sturm sitzen. Aber wenn es einen Beruhigungseffekt hat und Ihren persönlichen Angstfaktor reduziert, ist es trotzdem den Versuch wert … Aber ich schweife ab.

Eins allerdings muss klar sein. Das Klima ist in einer langsamen Auf- und Abwärtsverschiebung: warm zur Römerzeit, kalt im Dunklen Mittelalter, warm im Hohen Mittelalter, kalt während der Kleinen Eiszeit, jetzt wieder warm …
Die Menschen könnten tatsächlich eine Rolle während der Verschiebung in den Nach-1940ern spielen (erst runter, dann hoch, heute geradeaus). Wahrscheinlich spielt es keine große Rolle, sonst hätten wir es sicher bemerkt. Falls wir aber trotzdem etwas damit zu tun haben, wissen wir immer noch nicht, wie und warum.

Ich schließe mit dem Hinweis auf die Suggestivwirkung des Paradigmas. Wenn das Paradigma sagt, dass Treibhausgase die wahrscheinliche Ursache für die langsame Klimaverschiebung sind, weil man behauptet (kurioserweise und zudem falsch), dass die Temperatur dem Antrieb sklavisch folgt, dann wird man auch nach allen Veränderungen suchen, die Auswirkungen auf die Treibhausgase haben.

Wenn sich das Paradigma aber wandeln würde und wir das Klima als eine Zusammensetzung von interagierenden aktiven temperaturgeregelten Mechanismen begriffen, würden wir eine ganze Reihe von völlig anderen und glaubwürdigeren Kandidaten für die langsame Verschiebung finden, die noch nicht beachtet wurden und unerforscht sind. Es kann etwas sein, wie oben beschrieben, oder auch etwas, was ich überhaupt nicht bedacht habe, wie z. B. die Einwirkung des Planktons auf die Veränderung der Wolken, oder so ähnlich.

Deshalb klingt die Behauptung so hohl, wir hätten die “großen Antriebe” erkannt, also CO2 und Methangase. Dies sind nur die hauptsächlichen Spieler im aktuell gültigen Paradigma. Das Problem dabei ist, dass Paradigmen kein System erklären können, das in engen Grenzen so thermoreguliert ist, dass während des vergangenen Jahrhunderts die globale Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche nur um etwa ± ein Zehntel Prozent geschwankt hat …
Die Ingenieure mögen mich bitte korrigieren, wenn ich falsch liege, aber angesichts der Vulkane und Aerosole und alle dem Übrigen ist das ein Ergebnis, worüber ein Ingenieur von Steuerungssystemen stolz wäre. Und das Ergebnis wird mit so flüchtigen Dingen wie den Wolken erzeugt. Für mich stellt diese Tatsache allein den Beweis dar, dass die Erde einen Thermostaten hat, und der ist verdammt genau für diesen Zweck. Wir haben wirklich eine Welt voller Wunder.

In Freundschaft und angesichts der oben beschriebenen Wunder

w.[illis]

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Übersetzung: Helmut Jäger, EIKE

Original hier

Hier sind weitere Artikel von Willis Eschenbach.

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Beispiel für eine Definition von "Emergenz"

Ein wesentliches Kennzeichen komplexer Systeme ist … Emergenz, worunter man sich vorstellt, „[…] daß in einem weitgehend kausalen Ablauf durch das Zusammentreten von Bauteilen völlig neue, und zwar unvorhersehbar neue, nie dagewesene Eigenschaften zutage kommen“. (RIEDL 2000, 11)

zit. n. Koch, Andreas:
Modellierung und Simulation komplexer geographischer Systeme.
Eine systemtheoretische Betrachtung zur Komplexität sozialer und räumlicher Systeme.
Aus: Salzburger Geographische Arbeiten, Band 43, S. 9 – 31. Salzburg 2008

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Siehe auch hier in WIKIPEDIA




Die Klimamodelle versagen! Heinz Hug bezweifelt die Bedeutung von CO2 für den Klimawandel.

"Nach unseren Berechnungen müsste es in den kommenden Jah­ren sprunghaft wärmer werden. Aber wir trauen dieser Prognose nicht über den Weg. Denn die Si­mulationen hatten auch den gegenwärtigen Stillstand beim Tem­peraturanstieg vorhersagen müs­sen – was nicht gelang".

So der Kli­maforscher Jochen Marotzke vom MPI-M in Hamburg im Spiegel 9/2012. Die Gründe, weshalb Klimamodelle versagen, liegen auf der Hand.

Hervorzuheben ist, dass es beim atmosphärischen Treibhauseffekt nicht um die Absorption durch IR­-aktive Spurengase (C02, CH4, H20 u. a.) geht, sondern um deren Emission, die als "Rückstrahlung" die Erdoberflache erwärmt. (1) Tat­sächlich präsentieren Satelliten­spektren um 667 cm-1 einen beein­druckenden "Trichter innerhalb der terrestrischen Planck-Kurve", der auf Behinderung der Wärmeab­strahlung des Erdkörpers durch die ν2-Bande des CO2 beruht.(2)

Weil für die Rotationsquanten­zahl J = 0,1,2,3 … ∞ gilt, gibt es aus quantenmechanischen Gründen ­auf dem Papier gerechnet – keine "Sättigung" des CO2-Treibhausef­fekts. Betrachtet man aber das Zen­trum der ν2-Bande, beträgt die Transmission innerhalb der Troposphäre lediglich τ= 10-210. Das IPCC schreibt hierzu:(3)

"At the cen­tre of the 15 µm band, the increase in CO2 concentration has almost no effect"

und ergänzt, dass aber an den Rändern immer ungesättigte Bereiche vorhanden sind, die zur Steigerung des Treibhauseffekts führen. Dem widerspreche ich nicht. Nur sind die Rotations-­Schwingungsbanden beispielsweise ab J > 20 (τ Troposhäre ≤ 10-3) sehr schwach besetzt. Der Nobelpreis­träger Paul J. Crutzen bringt dies auf den Punkt: "Es gibt bereits so viel CO2 in der Atmosphäre, dass in vielen Spektralbereichen die Auf­nahme durch CO2 schon fast voll­ständig ist, und zusätzliches CO2 spielt keine Rolle mehr".(4)

Um welchen Betrag geht es?

Be­rücksichtigt man die Albedo und die Erdgeometrie, beträgt die globa­le Durchschnittstemperatur ohne IR-aktive Spurengase TE = 255 K. Nach einer – gewillkürten – Kon­vention aus dem Jahr 1957 gilt der Zeitraum von 1901 bis 1930 als Kli­manormalperiode mit TE  = 288 K.(5) Die Differenz von 288 K bis 255 K, also 33 K, schreibt man den Treib­hausgasen zu. Die Emission der Erdoberflache beträgt bei dieser Temperatur 390,0 W m-2.(6)

Bei 100 Prozent (!) mehr CO2 erhöht sich der Treibhauseffekt( 6) um 1,2 Pro­zent, nämlich um 3,7 W m-2. Gemäß dem Energieerhaltungssatz steigt ME auf 393,7 W m-2. Setzt man letzteren Wert in die Stefan-­Boltzmann-Gleichung ein, resultiert als mittlere Oberflächentemperatur:

   

Dies entspricht einer Tempera­turerhöhung um 0,7 K. Wieso wer­den aber weit höhere Werte ge­nannt? Computermodelle mit be­liebig variierbaren Parametern gehen davon aus, dass durch diese geringfügige Temperaturerhöhung mehr vom Treibhausgas Wasser­dampf gebildet wird (Wasserdampf­rückkopplung gemaß der Clausius­Clapeyronschen-Gleichung). Diese wichtigste Grundlage aller Model­lierung lässt sich falsifizieren. Nach einer Veröffentlichung von Her­mann Flohn schwankte die Ver­dunstungsmenge über dem Atlan­tik zwischen 1950 und 1973 um 25 Prozent um einen Mittelwert wild hin und her, wahrend gleichzeitig das atmosphärische CO2 kontinu­ierlich um 10 Prozent steigt.(5)

Ganz evident gibt es keine Kor­relation zwischen atmosphäri­schem CO2-Gehalt und Wasserver­dunstung. Letztere richtet sich nicht nach dem CO2, sondern nach der Wassertemperatur. Diese aber hängt in erster Linie von der Ab­schirmung durch Wolken ab, die ihrerseits von der einfallenden kos­mischen Strahlung abhängt, die im Rhythmus des solaren Magnetfelds schwankt.(7) Dies erklärt auch, wes­halb es ohne Zutun IR-aktiver Spu­rengase ein römisches und ein mit­telalterliches Klimaoptimum gab.(8)

Heinz Hug

1)    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/der-anthropogene-treibhauseffekt-eine-spektroskopische-geringfuegigkeit/

2)    R.A. Hanel et al. J. Geophys. Res. 1972, 77, 2629.

3)   IPCC, Climate Change 1994. S.167.

4) T. E. Graedel Paul J. CrutzenChemie der Atmosphäre“, Spektrum Akademischer Verlag 1994, S. 414

5)    H. Flohn, B. d. Wissenschaft 1978. 12, 132

6)    J. T.  Kiehl, K. E. Trendberth. Bull. Amer.

Meteor. Soc.1997, 78, 197

7)    N. J. Shaviv, J. Veizer, GSA Today 2003, 13, 4

8)   C. Schönwiese, Klimaänderungen, Springer, 1995, S. 79

Heinz Hug, Jahrgang 1944, studierte nach einer Chemielaborantenlehre Chemie in Mainz und pro­movierte 1975. Danach unterrichtete er an der Paul-Ehrlich-Schule in Frankfurt. Er ist Autor von Lehrbüchern für Physikalische Chemie und instru­mentelle Analytik sowie von kritischen Sachbü­chern (u. a. "Die Angsttrompeter", 2006).

www.gdch.de/nachrichten

Und hier die Entgegnung von Ehrhard Raschke.

 * Wie uns Prof. Paul Herausgeber der Nachrichten aus der Chemie bat mitzuteilen kannten beide Autoren die Stellungnahme des jeweils anderen zuvor nicht.




Regierung stürzt über steigende Strompreise – bald auch in Berlin?

SPON meldet: 

Sofia – Lange hatte sich die bulgarische Regierung gegen einen Rücktritt gesträubt, doch jetzt hat sie sich dem Druck der Demonstranten gebeugt: Ministerpräsident Bojko Borissow erklärte am Mittwoch seinen Rückzug und den seines ganzen Kabinetts. "Wir haben Würde und Ehre. Es ist das Volk, das uns an die Macht brachte, und wir geben sie ihm heute zurück", erklärte er vor dem Parlament in Sofia.

Und die Deutschen Wirtschaftsnachrichten melden

Offizielle Inflation: Energiepreise und Lebensmittel explodieren

Deutsche Wirtschafts Nachrichten  |  Veröffentlicht: 20.02.13, 10:58  |  Aktualisiert: 20.02.13, 11:00  |  4 Kommentare

Im Januar sind die Preise für Energie und Lebensmittel drastisch gestiegen. Offiziell ist die Inflations-Rate für den gesamten Warenkorb jedoch mit 1,7 Prozent so niedrig wie schon lange nicht. Damit erhält die EZB eine weitere Lizenz zum Gelddrucken.

Und die Berliner Umschau präzisiert:

Energiepreise – Haushalte müssen immer mehr einsparen

Die Verbraucherpreise für Haushaltsenergie (Wärmerzeugung und Strom) haben sich im Januar 2013 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,8 Prozent erhöht. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen seiner Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes mitgeteilt. Auf diese Verteuerung reagieren die Bundesbürger zunehmend, indem sie Energie im Haushalt einsparen. Neben den Kraftstoffen entfällt der größte Posten der privaten Energierechnung auf das Heizen. Hier lohnt es sich, statt fossiler Ressourcen Erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung einzusetzen.

Da passt zusammen, was zusammen gehört,

denn die FAZ meldet heute:

Umweltminister Altmaier„Energiewende könnte bis zu einer Billion Euro kosten“

19.02.2013 ·  Erstmals spricht Umweltminister Peter Altmaier öffentlich über die Gesamtkosten der Energiewende: 1000 Milliarden Euro. Grund genug für den CDU-Politiker, die „Strompreisbremse“ zu ziehen…

 

Mit Dank an Benny Peiser von ACHGUT




Exklusiv-Interview: Fred Singer über die Mythen politisch korrekter Wissenschaft

Dr. Singer ist Autor, Ko-Autor oder Herausgeber von mehr als einem Dutzend Büchern und Monographien und hat hunderte Vorlesungen und Seminare zum Thema  globale Erwärmung  abgehalten, einschließlich in den Wissenschafts-Fakultäten an der Stanford University, der University of California-Berkeley und vielen anderen. Er ist gewähltes Mitglied der American Association for the Advancement of Science (AAAS), der American Geophysical Union, der American Physical Society und des American Institute for Aeronautics and Astronautics.

Bild rechts: Dr. S. Fred Singer

Daily Bell: Schön, Sie zu treffen! Bitte sagen Sie uns etwas über Ihren Hintergrund. Wo sind Sie aufgewachsen und zur Schule gegangen?

Fred Singer: Ich bin in Wien aufgewachsen, habe die Schule im Alter von 13 Jahren verlassen und eine Lehre bei einem Hersteller optischer Geräte begonnen. Ich habe Wien 1939 verlassen und die Grenze zu Holland überquert, und zwar genau an dem Tag, an dem Hitler in die Tschechoslowakei einmarschiert ist, am 15. März 1939. Ich ging weiter nach England und habe als Teenage-Optiker in Northumberland gearbeitet. 1940 bin ich zu meinen Eltern nach Ohio gezogen, kurz nachdem der London Blitz angefangen hat und nach der Evakuierung der britischen Truppen aus Dünkirchen.

Daily Bell: Sie haben im Jahre 1948 einen Ph. D. der Princeton University in Physik verliehen bekommen. Warum haben Sie sich für Physik interessiert? Welche Art Physik?

Fred Singer: Im Jahr 1941 wurde ich an der Ohio State University eingeschrieben und studierte Elektro-Ingenieurswissenschaft; das ging im Jahr 1943 zu Ende, wonach ich als graduierter Student der Physik an der Princeton University zugelassen worden bin. Dort habe ich den theoretischen Hintergrund für die Ingenieurwissenschaft erlernt. Mein Ph. D. kam nach meiner Militärzeit bei der US Navy während des 2. Weltkriegs und befasste sich mit kosmischen Strahlen, in erster Linie mit Hochenergie-Physik.

Daily Bell: Sie haben die Verbindung zwischen UVB und Melanomen sowie zwischen FCKWs und dem stratosphärischen Ozonverlust in Frage gestellt. Können Sie uns das bitte erklären?

Fred Singer: Die Beziehung zwischen UVB und Melanomen ist problematisch. Es ist möglich, dass die solare UVA-Strahlung der Hauptgrund ist; UVA wird von Ozon nicht absorbiert. Allerdings kann es viele verschiedene Gründe für Melanome geben, eine ernste Form des Hautkrebses. Ich habe die Verbindung zwischen FCKWs und dem stratosphärischen Ozon-Rückgang nie in Frage gestellt; was mich bewegt hat, war einzig die Frage, ob genug FCKWs in die Stratosphäre gelangen, um das Ozon abzubauen.

Daily Bell: Sie sind sehr dafür bekannt, die Gesundheitsrisiken von Passivrauchen zu leugnen. Ist Passivrauchen tödlich? Verursacht es Krebs? Was verursacht Krebs?

Fred Singer: Ich leugne definitiv nicht die Gesundheitsrisiken von Passivrauchen, aber es ist nicht so tödlich wie Rauchen selbst. Ich wäre nicht überrascht, wenn Passivrauchen zu Lungenkrebs und anderen Krankheiten führen würde. Allerdings basiert die Analyse der EPA auf unsauberer Wissenschaft und stimmt nicht mit der Epidemiologie überein. Krebs wird von allen möglichen Gründen verursacht; rauchen ist definitiv einer der Hauptgründe.

Daily Bell: Erklären Sie ihren Standpunkt zur globalen Erwärmung und zur Klimaänderung. Worin besteht der Unterschied und warum?

Fred Singer: Klimaänderungen schließt sowohl globale Erwärmung als auch globale Abkühlung ein, ebenso wie regionale Änderungen. Es ist unbekannt, bis zu welchem Ausmaß menschliche Aktivitäten für Klimaänderung oder globale Erwärmung verantwortlich sind.

Daily Bell: Bitte geben Sie eine Zusammenfassung von einigen Ihrer Bücher. Worum zum Beispiel geht es in Global Effects of Environmental Pollution?

Fred Singer: Mein erstes, sich mit dem Thema Klimaänderung befassendes Buch wurde unter diesem Titel 1970 veröffentlicht. Viele Jahre später ist es aktualisiert worden und hat den Titel The Changing Global Environment erhalten; es wird gegenwärtig digitalisiert und vom Springer Verlag neu gedruckt. In meinem Buch The Ocean in Human Affairs geht es um die Wissenschaft, die Geschichte und andere Aspekte der Ozeane einschließlich seines Einflusses auf die menschliche Forschung. Global Climate Change präsentiert beide Seiten der Debatte um die globale Erwärmung. Mein Buch Greenhouse Debate Continued behandelt hauptsächlich die Schwächen im IPCC-Bericht des Jahres 1990. Mein Buch Hot Science, Cold Science (1997) sowie dessen zweite Ausgabe 1999 beschreibt die Beweise gegen einen wahrnehmbaren menschlichen Einfluss auf das globale Klima. Climate Change Reconsidered, bei dem ich Ko-Autor war, sammelte begutachtete Studien und andere Beweise gegen irgendeinen merklichen menschlichen Einfluss auf das Klima. Es kann daher als Antwort auf die IPCC-Behauptungen bzgl. AGW angesehen werden.

Daily Bell: Danke! Was haben Sie getan während Ihrer Zeit beim Militär, und für was haben Sie in der Regierung gearbeitet?

Fred Singer: Mit 18 Jahren habe ich bei der Navy angefangen mit der Hoffnung, Radaroffizier zu werden; allerdings hat sich die Navy dann entschlossen, mich als Minensucher einzusetzen. Nach dem Ende der Feindseligkeiten habe ich bei dem Mathematiker John von Neumann gearbeitet und einen frühen elektronischen Computer entworfen.

Ich hatte viele Posten bei der Regierung inne: Zuerst im Office of Naval Research als wissenschaftlicher Verbindungsoffizier in Europa, dann im Department of Commerce als erster Direktor des Wettersatelliten-Service, dann im Department of Interior als Assistenz-Sekretär für Wasserqualität und Forschung, dann als Assistenzberater der EPA und schließlich als leitender Wissenschaftler im Department of Transportation.

Daily Bell: Sie waren eine führende Figur in der frühen Weltraumforschung und haben das Satellite Service Center des National Weather Bureau gegründet. Wie ist es dazu gekommen?

Fred Singer: Die Forschung ging allmählich weiter als meine Forschung in größeren Höhen mittels Raketen (1946 bis 1950). Ich habe die Satelliten ins Spiel gebracht und war dann in der Lage, sie als Direktor des Wetter-Satelliten-Programms in Dienst zu stellen. Als Ergebnis meiner Erfahrung mit Satelliten, deren Design und Instrumentierung sowie mit der Physik der Atmosphäre wurde mir angetragen, den Wettersatellitenservice des National Weather Bureau zu gründen, was ich in den Jahren von 1962 bis 1964 getan habe. Von dort ging ich an die University of Miami, um eine neue Schule zu bauen: Sie schloss Ozeanographie und Klimawissenschaft ein – und befasste sich mit den Geowissenschaften allgemein.

Daily Bell: Wie sind Sie zu einem solchen Skeptiker der globalen Erwärmung geworden? Ihre Kritiker sagen, dass Sie mit denen von Ihnen vertretenen Positionen verantwortungslos handeln. Tun Sie das?

Fred Singer: Mein Skeptizismus hinsichtlich der globalen Erwärmung basiert ausschließlich auf den beobachteten Beweisen – die keine messbare Erwärmung zeigen, während die Konzentrationen von Treibhausgasen erheblich zugenommen haben. Ich denke, dass wissenschaftliche Kritik das Verantwortlichste aller Dinge ist – sowohl vom Standpunkt der Wissenschaft aus als auch vom Standpunkt nationaler Politik.

Daily Bell: Im Jahr 2006 hat die Canadian Broadcasting Company CBC Sie als einen Angehörigen der Minderheit von Wissenschaftlern bezeichnet, denen man nachsagte, sich vom Konsens zur Klimaänderung zu distanzieren. War das ein unfairer Vorwurf?

Fred Singer: Die CBC hat vergessen zu erwähnen, dass Tausende Wissenschaftler die gleiche Position vertreten wie ich und ich daher nicht einer „Minderheit“ von Wissenschaftlern angehöre, zumindest keiner kleinen Miderheit.

Daily Bell: Sie sagen, dass es keine Beweise dafür gibt, dass man die globale Erwärmung den vom Menschen in die Atmosphäre gebrachten Kohlendioxid-Konzentrationen zuordnen kann und dass die Menschen von steigenden Temperaturen profitieren würden. Warum glauben Sie, dass diese Haltung verantwortungsvoll ist?

Fred Singer: Soweit wir sagen können, hat die zunehmende CO2-Konzentration nicht zu einer korrespondierenden Erwärmung geführt. Zum Beispiel gab es im 21. Jahrhundert keine globale Erwärmung – trotz der erheblichen Zunahme von Treibhausgasen.

Daily Bell: Sie sind ein Gegner des Kyoto-Protokolls und haben von den Klimamodellen, mit denen die Wissenschaftler zukünftige Trends projizieren, gesagt, dass „die Modelle sehr hübsch, aber nicht die Wirklichkeit sind, und sie sind keine Beweise“. Wie ist es möglich, dass so viele Wissenschaftler falsch liegen, während Sie recht haben?

Fred Singer: Ich bin einer von Vielen, die gegen das Kyoto-Protokoll sind, sowohl aus wissenschaftlichen als auch aus wirtschaftlichen Gründen. Es ist im Grunde ein politisches Dokument, das viel mehr auf Klimamodellen basiert als auf beobachteten Beweisen.

Daily Bell: Man hat Ihnen vorgeworfen, die „Klimaleugnung” und „Müllwissenschaft“ zu vertreten und dafür viel Geld von unternehmerischen Interessengruppen erhalten zu haben. Ist das fair?

Fred Singer: Ich wurde niemals von irgendeinem Unternehmen unterstützt und habe daher meine Arbeiten zur Klimawissenschaft ohne solche Unterstützung durchgeführt.

Daily Bell: Das National Center for Public Policy Research listet Sie als jemanden, den Journalisten hinsichtlich der Politik zur Klimaänderung interviewen können. Warum nennen sie Ihren Namen?

Fred Singer: Es gibt viele Organisationen, die mich als Quelle profunder Wissenschaft hinsichtlich des Themas globale Erwärmung listen.

Daily Bell: In jüngster Zeit scheinen Sie Ihre Ansichten geändert zu haben. Sie haben diejenigen, die behauptet haben, dass (a) der Treibhauseffekt den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik verletze und (b) dass der steigende Kohlendioxidgehalt der Luft keine Erwärmung nach sich zieht, scharf kritisiert. Bitte erklären Sie das!

Fred Singer: Ich bin gegen diejenigen, die die Angstmache vor der globalen Erwärmung aufgrund von etwas kritisieren, das ich falsche Physik nenne. CO2 ist sicher ein Treibhausgas und sollte die atmosphärischen Temperaturen etwas zunehmen lassen, aber nur so wenig, dass wir es nicht messen können. Die CO2-Konzenbtration in der Atmosphäre ist ausreichend, um das Klima zu beeinflussen, aber die Atmosphäre hat sich in eine andere Richtung bewegt.

Daily Bell: … dass natürliche Variationen den menschlichen Beitrag marginalisieren. Kommentar?

Fred Singer: In geologischen Zeiträumen hat es sehr viele Fluktuationen gegeben – viel größere als durch jedweden menschlichen Einfluss. Während der letzten 100 Jahre war die Quelle allerdings zumeist anthropogen.

Daily Bell: Man sagt, dass Sie mit vielen AGW-Leugnern die Geduld verloren haben. Stimmt das? Warum?

Fred Singer: Ich halte nichts von Personen, die aufgrund falscher Wissenschaft gegen das IPCC sind.

Daily Bell: Als Präsident des Science and Environmental Policy Project (SEPP, einer in Fairfax, Virginia, ansässigen Denkfabrik) haben Sie im Jahre 1965 eine Publicity-Kampagne über „die fünf Top-Umweltmythen von 1995“ gestartet, eine Liste, die auch die Schlussfolgerung der EPA enthielt, dass Passivrauchen bei den Menschen Krebs erregt. Was hat Sie zu der Schlussfolgerung kommen lassen, dass die Gefahren des Passivrauchens ein Mythos sind?

Fred Singer: Passivrauchen kann sehr gut krebserregend sein; allerdings steckt die von der EPA durchgeführte statistische Analyse voller Fehler.

Daily Bell: Sie haben auch Radon als Fake-Wissenschaft kritisiert. Können Sie das erklären?

Fred Singer: Es ist die übereinstimmende Meinung von Experten, dass Radon in geringer Konzentration nicht krebserregend wirkt.

Daily Bell: Sie glauben nicht, dass ein Loch in der Ozonschicht eine Gefahr darstellt. Warum nicht?

Fred Singer: Bei dem so genannten Loch in der Ozonschicht handelt es sich um eine temporäre Ausdünnung im Oktober in der Antarktis; ich glaube nicht, dass das gefährlich ist.

Daily Bell: Sie haben kürzlich gefolgert, dass das unkontrollierte Wachstum der das Klima beeinflussenden Verschmutzung „eindeutig eine gute Nachricht“ ist. Warum? Weil „steigende CO2-Konzentrationen das Pflanzenwachstum fördern und Pflanzen widerstandsfähiger gegen Dürren und Krankheiten macht“. Stehen Sie zu dieser Schlussfolgerung?

Fred Singer: Landwirtschafts-Experten stimmen weitgehend überein, dass ein höheres CO2-Niveau das Pflanzenwachstum fördert und die Pflanzen widerstandsfähiger macht.

Daily Bell: Warum gibt es so viele falsche Mythen, die über die Wissenschaft zirkulieren? Welche Agenda haben diejenigen, die weiterhin behaupten, dass sich die Erde bis hin zu katastrophalen Werten erwärmt?

Fred Singer: Es sind viele falsche Mythen über die Wissenschaft im Umlauf – normalerweise basierend auf unzureichender Erfahrung. Ich war einer derjenigen, der als Mitglied einer Nichtraucher-Organisation gegen das Rauchen vorgegangen ist. Zigaretten rauchen ist definitiv ungesund. Es gibt jene, die vor katastrophalen Ereignissen bzgl. der künftigen Erwärmung warnen; ihr Ziel scheint es zu sein, die Bevölkerung zu ängstigen. Ich habe den Verdacht, dass viele dieser Leute von monetären Überlegungen getrieben werden.

Daily Bell: Versinken Inseln?

Fred Singer: Soweit ich weiß, versinken die Inseln nicht.

Daily Bell: Warum haben Sie diesen Kampf gekämpft? Sie wurden mit Dreck beworfen, verhöhnt und sogar verleumdet. War es das wert? Werden die Kräfte der Klimaänderung den Sieg davon tragen?

Fred Singer: Ich denke, dass der Kampf für gute Wissenschaft immer wert ist, selbst wenn man mit Dreck beworfen und verleumdet wird. Ich glaube, dass die Angst vor der globalen Erwärmung in einem Jahrzehnt oder so vorbei ist.

Daily Bell: Werden wir weiterhin Kohlenstoff im Boden vergraben? Sollte man dieses Geld nicht anderswo für bessere Zwecke ausgeben?

Fred Singer: Die Idee, Kohlenstoff in der Erde zu vergraben, ist eine sehr schlechte Idee, und ich hoffe, dass wir solche Projekte niemals durchführen. Es gibt viel bessere Möglichkeiten, das Geld auszugeben; die Welt steckt voller Gelegenheiten, die Unterstützung brauchen.

Daily Bell: Kämpfen Sie einen guten Kampf?

Fred Singer: Ich glaube, dass wir einen guten Kampf gewinnen.

Daily Bell: Nach der Art Idiotie, die Sie bekämpft haben, glauben Sie, dass die Menschheit untergehen wird?

Fred Singer: Ich glaube nicht, dass die Menschheit untergehen wird, selbst wenn das schon oft vorhergesagt worden ist.

Daily Bell: Herzlichen Dank!

Bemerkungen von Daily Bell hierzu

Fred Singer ist einer der Menschen, die sich gegen Machteliten wie die globale Erwärmung gewandt haben, weil sie einen Angriff auf seinen gesunden Menschenverstand und seinen wissenschaftlichen Hintergrund darstellen. Er hat nichts dadurch verdient, aber er fand es offenbar schwierig, zu schweigen.

Es gibt viele Menschen in der ganzen Welt, die die Machtansprüche der Eliten bekämpfen, aber oftmals hören wir nichts von ihnen. Hauptsächlich deswegen, weil die Geschichten  dieser Leute oftmals kein Echo bei den Mainstream-Medien finden. Die Mainstream-Medien konzentrieren sich vorhersehbarerweise auf die Geschichten, die die Mächtigen berichtet haben WOLLEN.

Nachrichten sind normalerweise von der Art „Mann beißt Hund“ – aber nicht in der jetzigen Zeit. Heutzutage wird erwartungsgemäß mehr über Waffengewalt, soziale Zusammenbrüche, politische Superstars und ähnliches Volk berichtet. Die Trennlinie zwischen Nachrichten und Nicht-Nachrichten ist, ob sie eine globale Führung fördern oder nicht.

Ja, was auch immer die Autoritäten unterstützt und den freien Markt verunglimpft, wird oft als berichtenswert angesehen. Personen, die die geistlose wohltätige Heuchelei der UN unterstützen, werden gefeiert. Personen, die profitable Geschäftsbereiche schaffen, die für die Gesellschaft hilfreich sind, arbeiten im Verborgenen und können verschiedener Arten von Ausbeutung angeklagt werden.

Wir sind glücklich, Ihnen Interviews mit Menschen wie Fred Singer präsentieren können. Vielleicht haben Sie nie von ihm gehört – aber er ist einer der guten Leute, wenn es darum geht, gegen die verschiedenen Idiotien unserer Tage vorzugehen. Wir brauchen mehr Fred Singers, nicht weniger. Hoffentlich sorgt das Internet-Zeitalter dafür, dass ihre Zahl immer weiter wächst.

Bemerkung des Herausgebers: The Daily Bell wird von einer gemmeinnützigen Stiftung betrieben, The Foundation for the Advancement of Free-Market Thinking (FAFMT). Interviews wie das Heutige sind ohne Ihre finanzielle Unterstützung nicht möglich. Bitte überlegen Sie sich eine Spende. Hier steht mehr über FAFMT.

Link: http://www.thedailybell.com/28619/Anthony-Wile-Fred-Singer-on-the-Myths-of-Politically-Correct-Science

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Video-Vorträge (II) 5. IKEK München

Auch auf den Energiemärkten werden fast täglich neue riesige Funde, ob konventioneller oder unkonventioneller Art, gemacht und führen zu erheblichen Preissenkungen, vor allem in Gasbereich. Da bleibt für das deutsche Riesenexperiment "Zeitalter der "Erneuerbaren" weder Platz noch Notwendigkeit. Die deutsche Politik und Wirtschaft täten gut daran, diese Fakten umgehend zur Kenntnis zu nehmen und ihr Handeln danach auszurichten.

Die Vorträge wurden simultan in beide Konferenzsprachen Deutsch <-> Englisch übersetzt. Aus Copyrightgründen werden Vorträge hier nur in der Originalsprache gezeigt.

Klimawandel und die Bedrohung durch „neue Krankheiten“

Prof. Dr. Paul Reiter; Unité “Insectes et Maladies Infectieuses” Institut Pasteur, Paris

Die Entwicklung des arktischen Eises

Dr. Fred Goldberg; Swedish Polar Institute

NASA-GISS Temperaturdaten wurden geändert – warum?

Prof. Dr. Friedrich-Karl Ewert Fachbeirat, Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE) 

Warum fast nichts von dem, was Sie über das IPCC wissen, wahr ist

Donna Laframboise

Blog nofrakkingconsensus.com, Autor des Buchs "The Delinquent Teenager Who Was Mistaken for the World’s Top Climate Expert" 

Politik, Medien und die Rolle der Wissenschaft

Dr. James M. Taylor

Senior fellow, The Heartland Institute, Chicago, USA

Wird fortgesetzt!




Das EEG ist ideologisch und teuer – Interview mit Michael Limburg

Update 20.2.13 FAZ vom 20.2.13: Energiewende könnte bis 1 Billion Euro kosten

Umweltminister Altmaier gibt erstmals zu, dass die Energiewende 1 Billion € kosten könnte. Dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist, werden wir jedoch noch leidvoll erleben.

Das Interview führte Daniel Fallenstein von der Internetzeitschrift Freie Welt

Freie Welt: Das EEG gerät immer stärker in die öffentliche Kritik. Inzwischen beginnen sogar Regierungsmitglieder, sich von dem Gesetz zu distanzieren. Was regt die Menschen so auf?

Michael Limburg:

Es ist offensichtlich die neue reale Erfahrung, dass die fälschlich "erneuerbar" genannten alternativen Energieträger – anders als von allen Politikern, voran den Grünen- versprochen, nicht nur nicht zum Nulltarif zu haben sind, sondern richtig schwer ins knappe Geld gehen. Und zwar bei allen Stromverbrauchern. Besonders spüren ist das natürlich die Haushalte mit geringem Einkommen. Bis dahin konnten die Politiker diese drastische und sich verstärkt auswirkende Strompreiserhöhung entweder klein reden, oder den "gierigen" Versorgern in die Schuhe schieben, denn die geschickte Konstruktion des EEG verlangt ja von denen, dass sie erst die volle Menge des alternativen Stroms, völlig unabhängig davon, ob er gebraucht wird oder nicht, ob er verkäuflich ist oder nicht, zu stark überhöhten Preisen von den Erzeugern die NIE´s (Neue Instabile Energien) abkaufen müssen. Die dafür gezahlten Gelder dürfen dann nach Abzug des evtl. mickrigen Erlöses an der Strombörse, beim Verkauf dieser NIE auf die Verbraucher umgelegt werden. Für den Unbedarften erscheint das dann erst mal als gierige Willkür der Versorger bzw. Netzbetreiber. Das ist auch beabsichtigt.

In Wirklichkeit hat der Staat dieses teure Verwirrspiel angezettelt und lässt die Verbraucher zahlen. Bis zum Ende des vergangenen Jahres waren das bereits 98 Mrd €. Das ist 10 x die Summe, die der Verkehrsminister dieses Jahr für Investitionen und Reparatur für unsere Verkehrswege ausgeben darf.

Freie Welt: Welche Kritik üben Sie an Photovoltaik und Windkraft im speziellen?

Michael Limburg:

Von allen alternativen Energien sind diese beiden Herstellungsmethoden die teuersten und volatilsten und damit Unbrauchbarsten. Zudem ist die Einspeisevergütung bei der PV astronomisch hoch, und dass bei einer Sonneneinstrahlung hier bei uns, die der von Alaska gleicht. Deswegen laufen diese PV Anlagen im Mittel des Jahres auch nur mit 8 % ihrer Nennleistung, speisen deswegen nur 3 % der Strombedarfes ein, kassieren aber absolut rd. die Hälfte aller Gelder.

Wind ist zwar von der Qualität und Volatilität des Stroms auch ein unbrauchbares Produkt, aber von seiner Verfügbarkeit etwas besser und die Subvention dafür – obwohl immer noch zigmal höher als konventionell erzeugter Strom- liegt mit 9 bzw. 15 ct/kWh deutlich niedriger. Aber allen – bis auf die Wasserkraft- also incl. des sog. Biostroms, ist gemeinsam, dass sie riesige Flächen benötigen, die der Landwirtschaft oder dem Naturschutz entzogen werden müssen. Dieser riesige Flächenverbrauch ist bedingt durch die naturgesetzlich vorgegebene extrem geringe Energiedichte, deshalb braucht man riesige Flächen um diese Energie einzusammeln und zu verdichten. Konventionelle Energien sind auch darin unendlich überlegen.

So benötigt man, um ein konventionelles Kraftwerk mit 1400 MW Leistung auch nur rechnerisch durch Windkraft zu ersetzen, ca. 3000 WKA´s der 2,3 MW Klasse an Land. Aneinander gereiht würden die von Berlin bis fast nach Madrid reichen. Auf See – wie das Beispiel von Baltic 1 zeigt- bekommt man zwar doppelt soviel Strom wie auf Land, hat aber sehr viel höhere Investitionskosten und sehr viel größeren Verschleiß.

Man bräuchte dann "nur" 1400 Windmühlen der Baltic 1 Klasse, die würden knapp 500 km2 bedecken – das ist die halbe Fläche von Hamburg- und ca. 13 Mrd. € kosten. In beiden Fällen käme aber noch einmal ein unbedingt notwendiges konventionelles Pufferkraftwerk mit 1400 MW Nennleistung hinzu, das würde noch mal rd. 2,6 Mrd € kosten. Zusammen -abgeleitet aus den Daten von Baltic1 – also 15,6 Mrd € für Strom, den ein konventionelles Kohlekraftwerk für nur 2,6 Mrd € liefern würde. Von der Netzanbindung noch nicht geredet.

Das ist ein 6 x höherer Preis für ein und dasselbe Produkt, nur von wesentlich schlechterer Qualität: Kein Mensch, der bei Verstand ist, würde das jemals kaufen. Nur unser Staat zwingt uns dazu.

Genau so schlimm ist die damit einher gehende Zerstörung der – wie viele meinen- weltbesten Elektro- Infrastruktur unseres Landes, durch die unplanbare aber massive Einspeisung dieses Zufallsstromes in unsere Netze. Die werden dadurch außer Takt gebracht, damit letztendlich zerstört und die konventionellen Kraftwerke wg. des erforderlichen ständigen Ausregelns auf Verschließ gefahren.

Freie Welt:Welche Rolle spielen die fossilen Brennstoffe für die Energieversorgung in Deutschland? 

Michael Limburg:

Nach dem unsinnigen Atomausstieg ist deren Bedeutung drastisch gestiegen. Wg. der Schiefergasrevolution wird Kohle sogar am Weltmarkt deutlich billiger. Zudem hat Deutschland selbst riesige Braunkohlevorkommen, deren Verstromung daher zunimmt. So sind derzeit wg. der oben geschilderten Vorrangeinspeisung, nur noch die Braunkohlewerke rentabel zu betreiben. Wir können sehr froh sein, dass wir diesen Schatz in großer Menge haben.

Freie Welt Wo liegen die Gefahren in der derzeitigen Lage des Stromnetzes und der Stromerzeugung?

Michael Limburg:

Die Gefahr ist nicht nur, dass wir aus rein ideologischen Gründen eine extrem teure (s.o.) aber zusätzliche Strom-Infrastruktur aufbauen, die den Strom so verteuert, das sehr viele Haushalte ihn nicht mehr bezahlen können, und sich Energiearmut ausbreitet. Aber viel schlimmer ist, dass auch die Werte erzeugende Industrie, angefangen bei der energieintensiven Grundstoff-Industrie (Saurier Industrien, die zum Aussterben verurteilt sind, wie Ex-Umweltminister diesen Vorgang kommentierte) das Land mitsamt ihren Arbeitsplätzen verlässt, dicht gefolgt von den Industrien, die entlang der Wertschöpfungskette auf die Zulieferung der Grundstoff-Industrie angewiesen ist. Deren Arbeitsplätze, die hoch wertschöpfend sind, gehen damit auf Nimmerwiedersehen verloren. Damit wird das Land und damit wir alle, wirtschaftlich ruiniert.

Freie WeltWas müsste sich ändern? 

Michael Limburg:

Das EEG müsste komplett und sofort abgeschafft werden, die bereits zugesagten, zukünftigen Einspeisevergütungen ersatzlos gestrichen. Anzufangen ist mit der Streichung der Vorrangeinspeisung. Gefolgt von der gesetzlichen Verpflichtung der Erneuerbaren Besitzer, dann Strom zu liefern, wenn er gebraucht würde. Nur dann gibt es ein Vergütung. Das würde sie zwingen, auf eigene Rechnung Strom-Speicher zu installieren und diese Kosten nicht der Allgemeinheit aufzubürden. Das Problem dabei ist, dass es solche Stromspeicher nicht gibt und auch nicht geben wird, von Kleinstlösungen mal abgesehen.

Ohne diese Maßnahmen summiert sich die Einspeisevergütung auf gewaltige Summen, die zudem exponentiell jedes Jahr ansteigt. (Details dazu hier, http://www.eike-klima-energie.eu/energie-anzeige/wind-und-sonne-schicken-keine-rechnung-was-uns-kostenlose-energie-wirklich-kostet/). Im Jahre 2015 belaufen sich die dann bereits gezahlten und noch gesetzlich festgeschriebenen Summe schon auf 570 Mrd €. Und das alles für ein völlig unbrauchbares und damit wertloses Produkt. Eben Zufallsstrom.

Da das bei der derzeitigen Parteien- und Zustimmungslage leider unrealistisch ist, anbei eine moderater Vorschlag ("Energiewende light"), der aber auch wohl erst nach Erreichen des Unbezahlbaren Chancen auf Umsetzung hat.




Weltenretter Schellnhuber wieder im Einsatz! Auftritt vor dem UN Sicherheitsrat

So meldete der Informationsdienst Wissenschaft soeben. (Mit Dank an Spürnase Dr. Kohler). Da wird die Idee der "großen Transformation" bestimmt auf fruchtbaren Boden fallen. Von etwas kleinerem Kaliber ist die Veröffentlichungen eines Comic-Bandes, es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass dieses wegweisende Werk, den Wunsch nach Aufklärung der Mitglieder des Sicherheitsrates durch John  Schellnhuber maßgeblich beflügelt hat.

Der Blog "Die kalte Sonne" kommentiert dieses Jahrhundertereignis so:

Hajo Schellnhuber jetzt als Comic-Figur

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) fällt regelmäßig durch Pressemitteilungen und Thesen auf, deren Inhalt bei näherer Überprüfung äußerst fragwürdig erscheinen. Wir haben in der Vergangenheit mehrfach über die entsprechenden Vorfälle berichtet:

Kipp-Element auf wackeliger fachlicher Grundlage: Grönlands Eismassen lassen sich vom Potsdam-Institut keine Angst einjagen
–Pünktlich zum UN-Klimafest in Doha: Neuer Alarm aus Potsdam
–Senat von North Carolina erteilt Rahmstorfs beschleunigtem Meeresspiegel eine Absage
–Golfstrom bleibt laut neuen Messdaten stabil: Stefan Rahmstorfs Modell beginnt zu wackeln

Es ist schon unheimlich, wie solche Dinge in Serie passieren können. Die meisten Mitarbeiter des Instituts sind doch studierte Leute, denen man eigentlich einen gesunden Menschenverstand zutrauen würde. Der Direktor des Instituts ist seit 22 Jahren am Ruder und heisst Hans-Joachim Schellnhuber. “In Würdigung seiner hervorragenden wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiet der Klimafolgenforschung und Politikberatung” verlieh die Technische Universität Berlin Mitte 2012 Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber die Ehrendoktorwürde.

Einige Monate zuvor hatte Schellnhuber im Interview mit t-online gesagt, der Klimawandel wäre “so etwas wie ein Meteoriteneinschlag in Zeitlupe, in Superzeitlupe sogar. Er vollzieht sich über viele Jahrzehnte.“ Im Mai 2012 erklärte Schellnhuber dann, er würde es bedauern, dass es keine Weltregierung gibt, denn nur eine solche Zentralgewalt könnte das Klimaproblem in den Griff bekommen. In einem lesenswerten Artikel “Schellnhuber und die Weltherrschaft” beleuchtete Peter Heller kurz darauf das bedenkliche Denkmuster des Potsdamer Professors.

Auch im Ausland werden Schellnhubers Aktionen besorgt verfolgt. So schrieb Donna Laframboise kurz vor Weihnachten 2012 in einem kürzlichen Portrait über Schellnhuber: “He is a full-blown activist”! Allerdings scheint der Klimaforscher auch ab und zu eine klimaalarmistische Pause einzulegen. Laut einem Bericht im Focus soll Schellnhuber auf einem Seminar von Landwirtschaftsexperten zugegeben haben, dass die steigende CO2-Konzentration der Atmosphäre und die Erwärmung wohl zu höheren landwirtschaftlichen Erträgen führen könnte.

In Kürze wird der umtriebige Schellnhuber zu allem Überfluss auch als Comic-Figur in einem (nicht-lustigen) Taschenbuch tätig werden, für das das Bundesministerium für Bildung und Forschung vorab schon kräftig die Werbetrommel rührt. Das ist schon ganz schön ungerecht, denn für unser Buch Die kalte Sonne hat sich das BMBF überhaupt nicht eingesetzt. Über das Schellnhuber-Comic schrieb das BMBF Mitte Dezember auf seiner Webseite hingegen:

Im Kampf gegen den Klimawandel gehen das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) ungewöhnliche Wege. Neun Wissenschaftler erklären im Comic “Die große Transformation: Umwelt – So kriegen wir die Kurve”, wie wir die Herausforderungen noch meistern können. Sie zeigen als Comic-Helden in aufwändig gestalteten “Graphic Interviews”, was getan werden muss, um nachhaltiges Wirtschaften weltweit Realität werden zu lassen. Hier ein kleiner Ausschnitt mit Professor Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Klimaforscher und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates Globale Umweltveränderungen (WBGU). Das Buch ist ein Projekt des Wissenschaftsjahres 2012 Zukunftsprojekt: ERDE und erscheint Ende Februar 2013 im Verlagshaus Jacoby & Stuart

Im Comic sagt Schellnhuber:

Gerade der Klimawandel hat einen sehr langen “Bremsweg” und muss deswegen rasch begrenzt werden. 

Wenn man das Wort “Klimawandel” jetzt noch gegen “Klimaalarmismus” austauscht, dann hat Schellnhuber vollkommen recht !

Da geben sich der stellvertretende Direktor des PIK Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe und sein Co-Herausgeber Harald Welzer (Herausgeber), sowie das Forum für Verantwortung (Herausgeber) viel seriöser. Haben sie es doch für notwendig gehalten auch ein neues Buch unter dem aufregenden Titel: 

Zwei Grad mehr in Deutschland: Wie der Klimawandel unseren Alltag verändern wird 

zu verfassen. Hier z.B. bei Amazon

in der Buchbeschreibung liest man:

Was bewirkt der Klimawandel in Deutschland? – Das Szenario 2040

Klimaforschung, Klimapolitik und Klimaprotest drehen sich um das Erreichen des „2-Grad-Ziels“: das Abbremsen der Erderwärmung bei zwei Grad Celsius über der vorindustriellen Durchschnittstemperatur. Aber zwei Grad global sehen lokal sehr unterschiedlich aus: das können vor Ort vier Grad oder auch nur ein Grad mehr sein, genauso wie die Folgen in einer Region Wasserknappheit und in einer anderen extreme Hochwasser sein können. Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und der Soziologe Harald Welzer bieten ein realistisches Bild der Auswirkungen des Klimawandels in deutschen Städten und Landschaften im Jahr 2040.

Anders als das Energiekonzept der Bundesregierung, das planwirtschaftlich bis zum Jahre 2050 reicht, begnügt sich die Autoren damit, nur ein Scenario bis zum Jahre 2040 vorzustellen.

Für EIKE Leser ist es gut zu wissen, dass die Temperaturen sowohl in Deutschland als auch in der Welt gar nicht daran denken nach oben zu gehen. Nur ein Schönheitsfehler (!) mehr nicht, zumindest nach Meinung der Herausgeber. Irgendwann wird es wieder losgehen. Und dann kann man sagen:

We told you so!

Postnormale Wissenschaft, so nennt sich dieses Vorgehen. 

Schon die obige Einleitung zeigt wissenschaftliche Tiefe, erläutern uns doch die Herausgeber darin, wie sehr ein Durchschnittswert von seinen Varianzen abweichen kann. Gut zu wissen.

Und noch besser ist, dass der bekannte Soziologe Harald Welzer seine blühende Phantasie bemüht, um uns streng wissenschaftlich natürlich, wissen zu lassen, wie schlimm alles werden wird, wenn wir nicht heute schon umkehren, und die große Transformation jauchzend begrüßen. Dazu gehört schon eine tüchtige Portion Sachkenntnis, die Harald Welzer wie folgt erworben hat: 

Seit 2012 Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg und Direktor der Stiftung Futur Zwei in Berlin. Seit 2008 Leiter der Projekte "Katastrophenerinnerung" und "Shifting Baselines" im Bereich KlimaKultur am KWI

Sachkundige Bewertungen dieses Werkes können hier abgegeben werden.

Michael Limburg EIKE

unter Verwendung von Texten von Die kalte Sonne und div. anderen.




Erst zum Gipfel, dann wieder talwärts: Die Temperaturentwicklung in Deutschland seit 1980 und deren wesentliche Ursachen – Teil 1

….Im Ruhrgebiet bremsten hingegen stagnierende Bevölkerungszahlen und Deindustrialisierung den dortigen Temperaturanstieg etwas. Aus Stationsvergleichen des DWD- Netzes konnte ein zusätzlicher, großstadtbedingter WI- Effekt von 0,4 bis 0,8 K ermittelt werden. Trotz meist sinkender Einwohnerzahlen und eher mäßiger Wirtschaftsentwicklung bescherte eine überdurchschnittliche Bautätigkeit (Verkehrsinfrastruktur, großflächige Handelseinrichtungen, touristische Erschließung) auch Ostdeutschland wesentliche, WI- bedingte Erwärmungseffekte. In weiteren Folgen dieser Untersuchungsreihe wird sich aber zeigen, dass es noch mehr wesentliche Erwärmungsursachen gab und diese sich teilweise bedingt haben.

Einführung

Im Rahmen einer Untersuchung aus dem Jahr 2012 hatten wir anhand der Station Erfurt- Bindersleben gezeigt, dass die in den vergangenen 3 Jahrzehnten beobachtete Erwärmung mehrere Ursachen hatte, von denen die Zunahme der Sonnenscheindauer/Sonnenaktivität sowie durch geänderte Flächennutzung und zunehmende Bebauung bedingte Effekte (im Folgenden der Einfachheit halber WI- Effekt genannt, WI = Wärmeinsel) den größten Erwärmungsbeitrag, ausschließlich auf Erfurt bezogen, leisteten. Doch auch Schwankungen der Zirkulationsverhältnisse (Großwetterlagen, NAO), die ihrerseits in solaren Ereignissen ihren Ursprung haben, verursachten einen gewissen „Erwärmungseffekt“. Die Erwärmung verlief nicht gleichmäßig. Einem besonders raschen Temperaturanstieg um 1988/1990 folgte noch eine leichte Erwärmung bis etwa 2000, danach stagnierten die Temperaturen auf hohem Niveau, beziehungsweise sanken sogar wieder leicht. Im Folgenden soll die Ursachenforschung unter Einbeziehung weiterer Stationen, Daten zur Sonnenscheindauer, den Großwetterlagen, der Sonnenaktivität und weiterer Faktoren vertieft werden.

Teil 1- Der Temperaturverlauf seit 1980 in Deutschland und der WI- Effekt als eine wichtige Ursache

Abb. 1: Die Grafik verwendet die Original- Daten des Deutschen Wetterdienstes. Diese sind noch nicht WI- bereinigt. Im Betrachtungszeitraum beträgt der WI der deutschen Stationen etwa 0,5 GradC. Trotzdem würde auch nach einer WI- Bereinigung der DWD-Daten noch ein leichtes Wärmeplus über die letzten 33 Jahre bleiben; doch seit den mittleren 2000er Jahren geht’s wieder bergab. Anmerkung: Die „Deutschland- Temperatur“ ist eine Rechengröße (arithmetisches Mittel der einzelnen Stationen). Bei solchen Mittelwertbildungen wird stets ausgeblendet, dass jeder Ort sein eigenes Klima hat. Daher sollten derartige Betrachtungen stets im Zusammenhang mit einzelnen Stationsdaten erfolgen, um regionale Unterschiede zu erkennen.

Für den Zeitraum seit 1980 sind noch am ehesten Daten verfügbar, und er ist den meisten Lesern sicher am besten im Gedächtnis geblieben. Die Datenbeschaffung für diese und alle folgenden Auswertungen war nicht ganz einfach, und die Qualität der Daten dürfte aufgrund der sehr verschiedenen Quellen (DWD, Wikipedia, PIK Potsdam, Berliner Wetterkarte, Wettermagazin, Wetteronline, Wetterkontor, Meteorologischer Dienst der DDR, Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg) sowie dem Wechsel der Messinstrumente und der Erfassungszeiten keinesfalls immer gleichwertig sein. Trotzdem liefert die Auswertung erstaunliche Ergebnisse.

Die Temperaturentwicklung verschiedener Stationen im Vergleich- große Unterschiede!

Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung der Jahresmitteltemperaturen an 6 gut über das Bundesgebiet verteilten Stationen:

Abb. 2: Düsseldorf (Rot), Offenbach (Gelb), Helgoland (Blauviolett), Nürnberg (Grün), Potsdam (Dunkelrosa) und Erfurt (Hellblau) im Vergleich.

Anmerkung: Der „Lineare“ Trend täuscht einen mehr oder weniger starken Temperaturanstieg über den ganzen Zeitraum vor, der aber nach dem Jahr 2000 in Stagnation bis leichten Rückgang übergegangen ist.

Bevor wir dies veranschaulichen, wollen wir das recht unterschiedliche Verhalten diskutieren. Offenbach „überholt“ Düsseldorf, während Nürnberg zurückbleibt, sogar hinter Potsdam zurückfällt, und sich die Anstiege von Helgoland, Potsdam, Erfurt und Brocken (aus gestalterischen Gründen hier nicht abgebildet, da wesentlich kälter als die gezeigten 6 Stationen und schwer in derselben Abbildung darstellbar) ähneln. Da uns der enorme Temperaturanstieg in Offenbach (gut 0,6 K/Jahrzehnt, etwa doppelt soviel wie in Nürnberg und Düsseldorf, fast doppelt soviel wie im Deutschlandmittel!) erklärungsbedürftig erschien, haben wir zur Verifizierung die nicht weit entfernte Station Frankfurt/Main (Flughafen) zusätzlich ausgewertet. Es zeigte sich, dass deren Temperaturverlauf den in Offenbach bestätigt; der Anstieg war in Frankfurt mit 0,66K/Jahrzehnt sogar noch geringfügig größer. Spätestens an dieser Stelle kommen Verfechter einer vorrangig durch CO2 verursachten Erwärmung in erste Erklärungsnöte, denn es ist auszuschließen, dass sich der CO2-Backgroundlevel, der sich in den CO2-Messdaten widerspiegelt, über einen Betrachtungszeitraum von 32 Jahren regional in Deutschland sehr unterschiedlich erhöht hat. Und hätte ein übergeordneter, Erwärmungsantrieb, beispielsweise durch CO2, die Dominanz, so hätten sich nach dem Strahlungsgesetz von PLANCK die kältesten Stationen Brocken, Erfurt, Nürnberg und Potsdam deutlich schneller erwärmen müssen, als das von Natur aus ohnehin schon warme Offenbach. Wesentlich plausibler ist hingegen eine andere Annahme, die vor allem die stärkere Erwärmung von Offenbach (Rhein- Main- Gebiet) gegenüber Düsseldorf (Ruhrgebiet) erklärt- der WI- Effekt. Wie schon in zahlreichen früheren Beiträgen erläutert (MALBERG 2009, LEISTENSCHNEIDER, KOWATSCH, KÄMPFE 2010 bis 2012), bewirken zunehmende Bebauung, Besiedlung, geänderte Landnutzung und zahlreiche künstliche Wärmequellen wie Verkehr, Industrie oder Heizungen, eine Erwärmung, die in Gebieten mit stark zunehmender Bebauung und hoher Bevölkerungsdichte besonders markant ausfällt. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass WI- Effekte in der Rhein- Main- Region besonders stark temperaturwirksam wurden. Diese Tatsache erklärt den stärkeren Temperaturanstieg von Offenbach gegenüber Düsseldorf auch deshalb, weil die Bevölkerungsentwicklung ein wichtiger Indikator für den WI- Effekt ist (steigende Einwohnerzahlen wirken erwärmend).

Abb. 3: Entwicklung der Einwohnerzahlen (Quelle: Wikipedia) in Offenbach (Gelb), Nürnberg (Grün) und Düsseldorf (Rot). Weil der WI- Effekt nicht nur unmittelbar am Standort selbst wirkt, sondern auch von benachbarten Regionen „eingetragen“ wird, sind hier wichtige, in der Nähe gelegene Städte (dünne, gelbe Linie Frankfurt/Main, 2 dünne, rote Linien Essen und Dortmund), mit dargestellt. Während die Bevölkerungszahl im Rhein- Main- Gebiet kontinuierlich stieg, besonders auch im letzten Jahrzehnt, sank sie in Düsseldorf bis 2000 deutlich, danach stieg sie wieder geringfügig, während sie aber in den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Essen weiter fiel. In Nürnberg schwankte sie bis 2000 um die 490.000 und stieg dann im letzten Jahrzehnt deutlich.

Anmerkung: In den ostdeutschen Großstädten sind die Einwohnerzahlen zwar teilweise gestiegen, so auch in Erfurt. Allerdings verdeckten hier großflächige Eingemeindungen (Gebietsreform in Thüringen 1993/94) teils erhebliche Bevölkerungsrückgänge, so dass die für die Quantifizierung des WI- Effekts viel besser geeigneten Einwohnerzahlen pro km² reell dort wohl meist gesunken sind. Leider sind zeitliche längerfristige Entwicklungen von Einwohnerzahlen/km² kaum verfügbar, und frühere Gebietsreformen und Eingemeindungen verfälschen leider fast überall die Zahlen.

Offenbach und das Rhein- Main- Gebiet gehören aber zu den wenigen Regionen mit reell steigenden Einwohnerzahlen in Deutschland; die Einwohnerzahlen sind dort beispielsweise seit 2000 jährlich um etwa 1% gestiegen (zahlreiche Quellen, zum Beispiel M. BÖSS, 2009). Von den 3 Städten mit einigermaßen verlässlicher Datenlage zur Bevölkerungsentwicklung weist Offenbach daher auch folgerichtig die größte Bevölkerungszunahme auf:

Abb. 4: Während die Einwohnerzahl in Düsseldorf im Vergleich zu 1980 nur geringfügig zunahm, liegt Nürnberg im Mittelfeld, während Offenbach mit reichlich 10% einen regelrechten Boom erlebte.

Dabei ist zu beachten, dass die WI- bedingte Erwärmung nicht immer linear der Bevölkerungszunahme folgen muss; der Zusammenhang kann auch den Ertragsgesetzen ähneln. Der bekannte Klimawissenschaftler, Dr. Spencer hat dies in seiner Arbeit The Global Average Urban Heat Island Effect in 2000 Estimated from Station Temperatures and Population Density Data“ nachweisen können, aus dem die folgende Abbildung stammt.

Abb. 5: In seiner Veröffentlichung vom 03. März 2010 berichtet der bekannte Physiker und Klimawissenschaftler Dr. Roy Spencer, dass die Auswirkungen des Wärmeinseleffekts von der Besiedlungsdichte abhängen. Bei Änderungen von geringen Bevölkerungsdichten ist dieser proportional am stärksten, d.h. hier tritt die größte Erwärmung auf.

Das heißt, in unbesiedelten oder sehr dünn besiedelten Regionen bewirken beispielsweise 1000 Einwohner Zuzug  eine viel größere Erwärmung als in klimatisch ähnlichen, gleich großen, aber bereits dicht besiedelten Regionen (Sättigungsgesetz). Für europäische und nordamerikanische Städte hat OKE (1973) Formeln aufgestellt, welche die maximale, momentane Erwärmung (T) einer Stadt im Vergleich zu ihrem ländlichen Umland in Bezug zur städtischen Einwohnerzahl (P) setzen. Allerdings erlauben derartige Formeln bestenfalls sehr grobe Abschätzungen. Nordamerikanische Großstädte erwärmen sich in der Regel um einige Grad mehr als vergleichbare in Europa und damit auch in Deutschland.

Europa: ΔTu – r(max) = 2.01 log10(P) – 4.06

Nordamerika: ΔTu – r(max) = 2.96 log10(P) – 6.41.  Die folgende Abbildung veranschaulicht nochmals diesen Zusammenhang:

Abb. 6: Degressiver Zusammenhang zwischen steigender Einwohnerzahl und Oberflächentemperatur (obere, durchgezogene Linie)

Im Gegensatz zum boomenden Offenbach und zum gesamten Rhein- Main- Gebiet stagnieren die Einwohnerzahlen des Ruhrgebiets seit Jahrzehnten oder sind gar leicht rückläufig:

Abb.7: Bevölkerungsentwicklung im Ruhrgebiet
Quelle: Grafik Sven Sendfeld/ Daten KVR 2002

Es muss aber betont werden, dass Bevölkerungsänderungen nur einen Teil des WI- Effekts verursachen. Um den Einfluss der Bevölkerungszahlen und Besiedlungsdichte auf die Temperaturen in Deutschland einmal grob abzuschätzen, haben wir einen Vergleich durchgeführt. Dabei wurden 5 Stationen, die dörflich sind oder in der Nähe von nur mittelgroßen Städten von etwa 40.000 bis 80.000 Einwohnern und Einwohnerdichten von deutlich unter 1000EW/Km² liegen, mit 5 anderen Stationen in nahezu identischer Höhenlage und geografischer Breite verglichen, die aber in deutlich weniger als 10Km Entfernung zum Rand von dicht besiedelten Großstädten (>1000EW/Km²) liegen. Zwei dieser 5 großstädtisch beeinflussten Stationen, nämlich das mit Abstand wärmste Leverkusen und das gleich dahinter folgende Duisburg- Friemarsheim, liegen sogar mitten in Großstädten. Alle 10 Einzelstationen gehören dem Binnenland- Klima im nordwestdeutschen Tiefland an; jede der beiden Gruppen weist durchschnittliche Höhenlagen von knapp 50 Metern auf. Verfügbar waren die Jahresmitteltemperaturen der Jahre 1999 bis 2004 (Quelle: DWD, Witterungsreport). Es wurden die arithmetischen Temperaturmittelwerte der beiden Fünfergruppen gebildet; ihr Jahresgang ist in der Abbildung 8 dargestellt:

Abb. 8: Gang der Mittelwerte aus den 5 Großstadt- beeinflussten Stationen (Orange) Leverkusen (44m), Duisburg- Friemarsheim (31m), Tönisvorst bei Krefeld (39m), Düsseldorf (Flughafen, 37m) und Köln- Bonn (Flughafen, 92m) mit denen der 5 mittelstädtischen bis ländlichen, dünner besiedelten Nachbar- Stationen (Blaugrün) Kleve (46m), Bocholt (21m), Lingen (Ems, 24m), Lippstadt- Bökenförde (92m) und Heinsberg- Schleiden nördlich von Aachen (57m). Alle Stationen liegen im Binnenland, sind im Mittel also etwa gleich hoch gelegen (>20 und <95m) und weisen fast die gleiche geografische Breite auf.

Nun könnte eingewendet werden, es handele sich dabei um eine nordrheinische Besonderheit. Aber in dem rückständigen, von Agrarwirtschaft, sinkender Einwohnerzahl und weitgehend fehlender Großindustrie geprägten Kleinstaat Thüringen, wo es auch viel weniger Großstädte, darunter keine mit auch nur annähernd 500000 Einwohnern, gibt, von denen Erfurt- Bindersleben und Gera- Leumnitz außerdem wegen ihrer relativ großen Höhenlage >300 m schwer vergleichbar sind, zeigt sich für die gut 100000 Einwohner zählende Stadt Jena ein ähnliches Bild (Quelle: DWD, Witterungsreport):

 

Abb . 9: Vergleich der Jahresmitteltemperaturen der inmitten der Großstadt gelegenen Station Jena- Sternwarte (Saale)155m (Orangerote, dicke Linie) mit kleinstädtisch- ländlichen Nachbar- Stationen ähnlicher Höhenlage (Hellbau Bad Kösen/Saale 136m in Sachsen- Anhalt, nahe Thüringer Landesgrenze, Braun Artern/Unstrut 164m, Blaugrün Tegkwitz 193m (Altenburger Land). Anmerkung: Die Großstadt Jena ist mit 923 EW/km² deutlich weniger dicht besiedelt als die Ruhrgebietsstädte, was die etwas geringeren Temperaturdifferenzen zum Umland erklärt.

Der städtische Wärmeinsel- Effekt zeigt sich auch am gehäuften Auftreten Wärme liebender (thermophiler) Pflanzenarten in den Städten (KÄMPFE 1998).

Unter vergleichbaren Bedingungen sind also Stationen in der Nähe von oder gar in dicht besiedelten Regionen um 0,4 bis 0,8 K wärmer als ländlich- kleinstädtische Regionen- und dabei handelt es sich nur um zusätzliche, „großstadtbedingte“ Erwärmungseffekte! „Denkt“ man sich den baulichen und siedlungsbedingten WI- Effekt, der auch in ländlichen Räumen und kleineren Städten auftritt, noch weg, so wird klar, dass im Zuge der seit Jahrhunderten fortschreitenden Bebauung und Besiedlung in Deutschland, flächenhafte Erwärmungseffekte von deutlich über 1K aufgetreten sind, die übrigens auch den aktuellen, vor gut 10 Jahren begonnenen Temperaturrückgang erheblich abbremsen. 

In Gebieten ohne Bevölkerungszunahme bewirken also geänderte Landnutzung (Melioration) und zunehmende Bodenversiegelungen ebenfalls Erwärmungseffekte. Diese können im Einzelfall sogar sinkende Einwohnerzahlen überkompensieren, so in Ostdeutschland. Denn vor allem in Ostdeutschland nahm die Bautätigkeit seit 1990 stark zu, woraus sich die Temperaturanstiege der untersuchten ostdeutschen Stationen Erfurt und Potsdam teilweise erklären lassen, während die wachsende touristische Erschließung die Erwärmung der Stationen Brocken und Helgoland beschleunigte.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Offenbach überdurchschnittlich vom WI- Effekt profitierte, zumal es im Rhein- Main- Gebiet außer steigenden Einwohnerzahlen ebenfalls eine rege Großbautätigkeit seit 1980 gab, man denke nur an den mehrfachen Ausbau des nahen Frankfurter Flughafens.

Zum Abschluss dieses ersten Themenschwerpunktes soll anhand der Stationen Brocken und Offenbach sowie des Deutschland- Mittels (Datenquelle: Wikipedia) gezeigt werden, dass der neuzeitliche Temperaturanstieg beendet ist:

Abb. 10: Erst Anstieg, dann Stagnation oder geringer Rückgang am Beispiel von Offenbach (Gelb, oben), Deutschlandmittel (Olivgrün, Mitte) und Brocken (Blau, unten).

Noch deutlicher zeigt sich der wieder beginnende Abwärtstrend anhand der Wintertemperaturen:

Abb. 11: Schlechte Zeiten- Gute Zeiten- Schlechte Zeiten: Wintertemperaturen von Helgoland (oben), Erfurt (Mitte) und Brocken (unten). Nach relativ vielen Kältewintern bis 1987 und den guten Zeiten der späten 1980er und 1990er Jahre mit häufiger milden Wintern, nur unterbrochen durch die Eiswinter 1995/96 und 96/97, verschlechterte sich das Klima etwa seit der Jahrtausendwende wieder- der letzte, noch durchgängig milde Winter war 2007/08; danach blieb kein Winter mehr ohne wenigstens eine strenge Kältewelle; auch der aktuelle, unerwartet kalte, schneereiche Januar 2013 (hier noch nicht erfasst) passt in diesen Trend.

Alle übrigen hier untersuchten Stationen zeigen ein ähnliches Trendverhalten, und auch der Lineartrend des Deutschland- Mittels zeigt eine fallende Tendenz:

Abb. 12: Das „Klimaoptimum“ wurde bezüglich der Wintertemperaturen schon 1988 bis 1990 erreicht; seitdem werden die Winter in Deutschland tendenziell wieder kälter. Einzelne, extrem milde Winter kann es auch in Abkühlungsphasen geben (2006/07 und 2007/08). 

Die Aussage, dass wir uns bereits in einer Abkühlungsphase befinden, bekräftigt die folgende Abbildung:

Abb. 13: Während zur Zeit des Klimaoptimums der späten 1980er bis frühen 2000er Jahre in Berlin- Dahlem nur selten extrem niedrige absolute Jahresminima beobachtet wurden, traten sie in den letzten Jahren gehäuft auf; aber die Jahresmaxima sind hingegen kaum gestiegen. Die Differenz zwischen Maxima und Minima, aber auch die Schwankungsbreite zwischen den einzelnen Jahren, hat sich deutlich erhöht- typisch für den Beginn einer Abkühlungsperiode. Bemerkenswert ist vor allem, dass weder der WI- Effekt noch der angebliche „Treibhauseffekt“ durch CO2 den Rückgang der Minima an dieser Großstadt- Station verhindern konnten.

Über die möglichen Ursachen hierfür werden wir im dritten Themenschwerpunkt ausführlich berichten. Auch für die vergleichsweise geringere Temperaturzunahme in Nürnberg gibt es eine plausible Erklärung, die im zweiten Themenschwerpunkt gegeben wird.

Verfasst und zusammengestellt (2013) von

Stefan Kämpfe, Weimar

Josef Kowatsch, Hüttlingen

Raimund Leistenschneider, EIKE

Literatur- und Informationsquellen für Teil 1

Böss, M.: Bevölkerungsentwicklung in der Region

Frankfurt/Rhein-Main – Aspekte der

räumlichen Planung unter besonderer

Berücksichtigung der Stadt Bad Homburg

Abteilung Analysen und Konzepte

Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, Vortrag, Bad Homburg, 3. Februar 2009

Berliner Wetterkarte und Berliner Wetterkarte e.V (1990 bis 2011): Beiträge zur Berliner Wetterkarte. Klimatologische Übersicht Europa, Monatsausgaben Januar 2000 bis Dezember 2011 sowie Monats- und Jahresbeilagen der Werte von Berlin- Dahlem 1990 bis 2012

Deutscher Wetterdienst (1991 bis 1999): Beilagen zur Wetterkarte des Deutschen Wetterdienstes. Klimatologische Werte für die Jahre und Monate 1991 bis 1999

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Heise, J., Myrcik, G.: Die Monate Januar bis Dezember in der 100- Jährigen Beobachtungsreihe von Berlin- Dahlem 1908 bis 2007. Beiträge des Instituts für Meteorologie der Freien Universität Berlin zur Berliner Wetterkarte, Beilagen 34, 41, 48, 55, 63, 69, 74 und 84/07 (April bis November) sowie 05, 17, 22 und 29/08 (Dezember, Januar bis März)

Kämpfe, S., Kowatsch, J., Leistenschneider, R.: Starker Temperaturanstieg seit 1979 in Erfurt- warum CO2 dabei nur eine unbedeutende Nebenrolle spielt! Teil 1 Vorstellung der Hauptakteure (20.10.2012) und Teil 2 „Trittbrettfahrer“ CO2- Das Phantom der Klimawissenschaft (26.10.2012) www.eike-klima-energie.eu

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www.pik-potsdam.de/services/climate-weather-potsdam Monats- und Jahreswerte der Säkularstation Potsdam

www.wetteronline.de Klimarechner, Werte der Lufttemperatur und der Sonnenscheindauer einiger deutscher Stationen ab 1980

www.wetterkontor.de Werte der Lufttemperatur und der Sonnenscheindauer einiger deutscher Stationen ab 1990

http://.wikipedia.org/ Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland und Angaben zu den Einwohnerzahlen und Einwohnerdichten der untersuchten Ortschaften