Fracking? Was ist Fracking?

Die seit über 50 Jahren bekannte Methode des „fracking“ zur Gewinnung von Öl- und Gas aus Schiefergesteinen, hat durch die neue Möglichkeit des direkt angetriebenen Bohrkopfes und der damit gewonnen Möglichkeit horizontal in vielen Strängen gleichzeitig und parallel zu bohren, gewaltig an Bedeutung gewonnen. Ist es doch dadurch möglich geworden, Öl- und Gas zu gewinnen dass nicht mehr nur in unterirdischen Hohlräumen eingeschlossen ist, sondern auch das Öl- und Gas wirtschaftlich auszubeuten, das in Mikrokavernen im Schiefergestein gefunden wird. Die darin enthaltenen Vorräte sind so gewaltig, dass „das Zeitalter von Öl und Gas“ nicht nur nicht zu Ende geht, wie uns nicht nur Frau Merkel einreden möchte, sondern eine geradezu eruptive Renaissance erlebt.
Siehe auch Updates 1 bis 4


Doch das ruft, wie immer, "Umwelt- und Klimaschützer" auf den Plan, denen kein Grund zu naiv, kein Argument zu dumm ist, um diese reiche Energie- Quelle – auch in Deutschland- gleich wieder zu versiegeln. Billige Energie aus diesen Quellen – wie in den USA schon in Massen erschlossen- würde nämlich die "Erneuerbaren" im Vergleich noch unwirtschaftlicher machen. Und sie haben (noch) einigem Erfolg, denn die Tschechen und Franzosen haben Fracking erstmal verboten und die deutsche Regierung hat ein Moratorium verhängt. Andere Länder handeln konsequenter und erschließen sich diesen Zugang zu billiger Energie.

Unser Geologe und Talsperren-Spezialist Karl-Friedrich Ewert zeigt auf, was es mit der albekannten Technologie des Frackings auf sich hat. 

Was ist Fracking ?

Als „Fracking“ wird die Methode bezeichnet, Erdgas oder Erdöl aus Schiefer und schiefer-ähnlichen Gesteinen zu gewinnen („Shale gas“), indem man diese Vorkommen anbohrt, unter hohem Druck Flüssigkeiten einpresst, um das ursprünglich dichte Gestein durchlässig zu machen und das in ihnen gespeicherte Gas oder Öl zu mobilisieren, damit es gefördert werden kann. Dieses Verfahren ist in den letzten Jahren bedeutungsvoll geworden – besonders auch deshalb, weil in den USA große Funde solcher Lagerstätten gemacht wurden und ausgebeutet werden. Man verspricht sich dort, bald unabhängig von Importen zu werden. Ähnliche Lagerstätten gibt es weltweit vielerorts, auch in Deutschland.

Warum sind Ölschiefer und Schiefergas bedeutungsvoll?

Erdgas und Erdöl  bilden sich aus organischen Substanzen, die nach dem Absterben absinken und im Sediment begraben werden (Abb.1). Wenn unten im Wasser Sauerstoff (O2) fehlt, können die organischen Substanzen nicht verwesen, sondern werden umgelagert zu Kohlenwasserstoffen, z.B. Methan – (CH4).

 Im Laufe langer geologischer Zeiten können bis zu vielen Kilometern mächtige Sedimentstapel abgelagert werden. Im Laufe dieser Zeiten ändern sich die Bildungsbedingungen, so dass nacheinander unterschiedliche Sedimentarten übereinander abgelagert werden. Ihr Gewicht übt Druck aus, der die jeweils unterlagernden Sedimente zu Gesteinen verfestigt. Wurden Sande abgelagert, wurden daraus poröse, also durchlässige Sandsteine. Aus feinkörnigen Tonen wurden dichte Tonsteine. Wenn sie Kohlenwasserstoffe enthalten, spricht man von Erdölmuttergesteinen.

Wenn in der Nachbarschaft der Erdölmuttergesteine poröse Gesteine vorhanden waren, konnten Erdöl und Erdgas dort eindringen und damit das Erdölspeichergestein bilden (Abb. 2), aus dem sich die ‚konventionelle’ Erdöllagerstätte entwickeln konnte. Wo die durchlässigen Speichergesteine fehlten, blieben Erdöl und Erdgas im Erdölmuttergestein bis heute gefangen. Wegen ihrer geringen Durchlässigkeit – oder gar Dichtigkeit – müssen sie aufgepresst werden, wenn man das Erdöl oder Erdgas gewinnen will.

Das Erdölmuttergestein enthält Erdgas und Erdöl, meist in kleinsten Poren, manchmal in kleinen Taschen. Nur wo in Bohrungen – oder Stollen – erdölhaltiger Ölschiefer angetroffen und damit das Öl freigesetzt wird,  kann es aussickern, wie Abb. 3 beispielhaft zeigt.

 

Vermutlich befand sich weltweit nur ein Teil der Erdölmuttergesteine in der Nachbarschaft von porösen Speichergesteinen. Wo das nicht der Fall war – und das ist der wahrscheinlich größere Teil – halten die Erdölmuttergesteine das in ihnen gespeicherte Erdöl und Erdgas gefangen, bilden also eine potentielle Öl- und/oder Gaslagerstätte. Ihr Öl- und Gasinhalt  könnte den der konventionellen Lagerstätten übersteigen, ist aber wegen der sehr geringen Durchlässigkeit oder gar Dichtigkeit nicht in der üblichen Weise zu gewinnen – es fließt weder von alleine heraus noch lässt es sich mit Abpumpen gewinnen. Um diese Lagerstätten auszubeuten, wird das Gestein mittels Fracking aufgebrochen.  Geotechnische Details dazu werden im Anhang skizziert.

Gefährdung von Grundwasser ?

Unsere Grundwasservorkommen befinden sich in der Regel in Tiefen oberhalb 100 m, während die Gas- und Öllagerstätten in sehr großen Tiefen liegen. Zwischen beiden Bereichen befinden sich in den meisten Fällen dichte wassernichtleitende Gesteinszonen mit Mächtigkeiten von einigen hundert Metern, so dass diese Lagerstätten ausgebeutet werden können. Wo diese Bedingung nicht erfüllt ist, könnte Fracking erst dann eingesetzt werden, wenn Clean Fracking entwickelt wurde und sich als übliche Technologie etabliert hat.

Erfahrungen

Fracking wird in USA seit 1949 praktiziert. In 2008 wurde Fracking in den USA ca. 50.000 mal eingesetzt. Wir haben es also mit einer etablierten Technologie zu tun. Es ist zu erwarten, dass die USA nicht nur von Öl- und Gasimporten unabhängig werden, und außerdem sogar exportieren können. Die Preise für Öl und Gas sind in den USA schon kräftig gefallen

Der Aufwand zur Förderung von Erdgas und Erdöl ist größer als bei der konventionellen Förderung, denn es werden mehr und manchmal auch tiefere Bohrungen benötigt – auch, weil die Reichweite der nutzbaren Lagerstätte in der Umgebung einer Bohrung kleiner ist. Wegen des größeren Technischen Aufwandes ist gegenwärtig die Wirtschaftlichkeit noch geringer, allerdings ist das Entwicklungspotential noch nicht ausgeschöpft. 

Beurteilung

Die Gewinnung von Erdöl und Erdgas aus öl- und gashaltigen Tonstein und Schieferton erfordert zwar eine aufwendigere Technik, sollte aber in Anbetracht der Möglichkeit, die Abhängigkeit Deutschlands von Importen zu verringern, nicht versäumt werden. Dabei sollten jene Lagerstätten ausgebeutet werden, die durch ausreichende Barrieren von Grundwasservorkommen getrennt sind. Wirtschaftlichkeitszwänge werden es sehr wahrscheinlich ermöglichen, die Technologie weiter zu entwickeln und dabei zu verbessern. 

Anhang:  Geotechnische Grundlagen zum Fracking

Der Autor hat „Hydraulic Fracturing“ (HF), wie es zutreffend genannt wird, beim Talsperrenbau kennen gelernt; es beschäftigt ihn seit 1964, also seit ca. 50 Jahren.  Der Fels unter einer Staumauer (Staudamm) sollte möglichst dicht sein. Zeigen Untersuchungen, dass er durchlässig ist, wird er abgedichtet, indem man Zementsuspensionen einpresst, die offene Klüfte (Wasserwege) verfüllen sollen. Falls der Einpressdruck zu hoch ist, werden jedoch auch geschlossene Trennflächen (Schicht-, Schiefer- oder Kluftflächen) aufgepresst und wieder injiziert. Damit das vermieden wird, darf der Druck nicht zu hoch sein, denn sonst verursacht die Wiederverfüllung aufgepresster Fugen erhebliche Mehrkosten. Wie die Abbildungen 4 und 5 zeigen, richten sich die jeweils richtigen Drücke nach der Gesteinsfestigkeit. Die zweckmäßigen Drücke werden mittels Wasserdruck-(WD)-versuchen bestimmt (Abb. 4, links).

Das in Abb. 4 dargestellte Gestein enthält weiche Tonsteinlagen, die im Versuch schon bei 3 bar aufgerissen werden, was hier anfangs geschehen ist. Der eingepresste Zement hat infolge HF die ursprünglich geschlossenen (latenten) Schichtflächen geöffnet und die so entstandenen Fugen wurden mit Zement gefüllt. Obwohl mit 3 bar sehr niedrig, hat dieser Druck einen sehr großen Zementverbrauch verursacht und die Abdichtungsmaßnahme enorm verteuert.

Der in Abb. 5 dargestellte Tonschiefer enthält geschlossene Schieferflächen, die wegen der größeren Festigkeit erst bei einem kritischen Druck von 12 bar aufgerissen werden. Wegen dieser Festigkeit bleiben die eingepressten Zementlagen dünn.

Die Lagerstätten liegen zumeist in Tiefen von vielen hundert Metern. Entsprechend tief müssen die Bohrungen sein. Um das Gestein aufzubrechen, wird Wasser eingepresst, wobei der Druck – anders als bei der Abdichtungsinjektion – den kritischen Aufreißdruck deutlich übersteigen muss. Damit sich die aufgepressten Fugen nicht wieder schließen können, wird dem Wasser Sand beigemischt – die Sandkörner setzen sich  in den Fugen ab und halten sie geöffnet (Abb. 6).

 

Außer Sand sorgen dem Wasser zugesetzte ‚Chemische Additive“ dafür,  dass die gespeicherten Öl- und Gasmoleküle mobilisiert werden. Wasser, Sand und Additive bilden die „Fracfluide“.

Als Additive wird eine Vielzahl von Chemikalien eingesetzt, je nach den Gesteinsarten und der Aufgabe. Viskositätserhöhung, Schaumbildung, Lösung von Mineralen, etc .  z.Zt.  kommen noch toxische Komponenten zum Einsatz. Der Ersatz durch nichttoxische Additive wird gegenwärtig erprobt – ‚Clean Fracking’

Früher wurde angenommen, dass die kritischen Drücke, die das Fracking verursachen, mit der Tiefe steigen. Eine systematische Untersuchung an Hand von zahlreichen Beispielen aus praktisch allen Gebirgstypen hat in den letzten Jahren jedoch gezeigt, dass dies nicht der Fall ist [1]. Wie Abb. 7 zeigt, steigen die Drücke nicht mit der Tiefe an.

 

Literaturhinweise

[1]  Ewert F.-K. (2005): The hydrofracturing behaviour of latent discontinuities in rock and its consequences for  the success­ful and economic execution of grouting work. Dam Engineering, Volume XVI, Issue I, P 4 – 65, 42 Figures, 5 Tables; Wil­mington  Business Publishing Ltd, 2005

F.K. Ewert EIKE

Der Beitrag kann auch als pdf im Anhang heruntergeladen werden.

Weitere links zum Thema von ACHGUT:

Genug Energie für 1500 Jahre?

Britain could have enough shale gas to heat every home for 1,500 years, according to new estimates that suggest reserves are 200 times greater than experts previously believed. The British Geological Survey is understood to have increased dramatically its official estimate of the amount of shale gas to between 1,300 trillion and 1,700 trillion cubic feet, dwarfing its previous estimate of 5.3 trillion cubic feet.—

Deutsche Energie ‘Experten’: Fracking lohnt sich in Europa nicht – In Europa ist trotz ebenfalls großer Schiefergas-Vorkommen kaum mit einer wirtschaftlichen Ausbeutung dieser Lagerstätten in den kommenden Jahren zu rechnen. Zu diesem Ergebnis kommen deutsche Energieanalysten vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim.

Warum in Deutschland gefrackt werden sollte

gefunden auf Glitzerwasser hier

Und in einem Kommentar auf Science Sceptical schreibt Rudolf Kipp dazu:

Das UBA sprach sich wegen der unsicheren Datenlage dagegen aus, Fracking in Deutschland großtechnisch zu betreiben (hier die damalige Berichterstattung auf SpOn und Welt). Diese Einschätzung erlebte jedoch heftigen Widerspruch von Seiten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). In ihrem Gutachten im Sommer letzten Jahres zu unkonventionellen Gasvorkommen in Deutschland fanden sie (wir berichteten damals):

“Die Risiken von Fracking-Maßnahmen im geologischen Untergrund stellen sich im Vergleich zu möglichen Unfällen bei obertägigen Aktivitäten als gering dar. durch standortbezogene Voruntersuchungen können Fracking-Maßnahmen so geplant werden, dass ein unkontrolliertes Entweichen der Fracking-Fluide aus dem unterirdischen Riss in angrenzende Formationen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann.”

In einer Gegendarstellung warfen die Geologen vom BGR dem UBA vor, wissenschaftlich ungenau zu arbeiten und Tatsachen zu ignorieren. Es sei im UBA-Gutachten „durchgängig erkennbar, dass es federführend von Hydrogeologen verfasst wurde, deren Expertise im Themenfeld oberflächennaher Grundwasserleiter liegt“. Beim Thema Fracking gehe es aber um viel tiefere Schichten. Das oberflächennahe Grundwasser, das der Trinkwassergewinnung diene, stehe mit den tiefen Geosystemen, in denen das Gas lagert, „meistens nicht in Verbindung“.

Die unterstellte Gefährdung des Grundwassers wäre demnach weitaus weniger relevant als im Gutachten unterstellt. Außerdem kritisieren die Geowissenschaftler, die UBA-Gutachter machten unzutreffende Aussagen zum Gefährdungspotenzial der Chemikalien, die beim Fracking zum Einsatz kommen. Insgesamt würde der (falsche) Eindruck erweckt, dass generell erhebliche Wissensdefizite über den geologischen Untergrund bestehen.

Update  1 aus ACHGUT (11.2.13).

 Auch SPD will Erdgasförderung mittels Fracking verhindern

Beim Kreisparteitag in Lütjensee hat sich die SPD Stormarn gegen die Gewinnung von Erdgas- und Erdöl mit der sogenannten Fracking-Methode ausgesprochen. Mit großer Mehrheit folgten die Delegierten einem Antrag von Sigrid Kuhlwein, Kreistagsabgeordnete aus Ammersbek, die Tiefbohrungen generell und insbesondere auf Stormarner Gebiet abzulehnen. Die Grünen haben bereits eine ähnliche Forderung erhoben.

Unternehmenschefs sehen den Produktionsstandort Deutschland durch die niedrigen Energiepreise in den USA in Gefahr. Sie betragen dort inzwischen nur noch ein Drittel des Niveaus in Deutschland. “Viele Industriekonzerne planen, wegen der niedrigen Energiepreise neue Fabriken nicht mehr in Europa, sondern in den USA zu bauen”, sagte Gisbert Rühl, Chef des Stahlhändlers Klöckner.

Update 2 (12.2.13)

Altmaier fordert strenge Regeln für Gas-Fracking

Während in den USA der Run auf Gasreserven in tiefen Gesteinsschichten losbricht, denkt Bundesumweltminister Altmaier (CDU) über strenge Auflagen und ein eventuelles Verbot des Verfahrens nach. Die FDP warnt derweil vor "ideologischen Vorbehalten".

"Die Welt": …"Peter Altmaier Zitat: "Die Botschaft ist: Wir wollen das Fracking einschränken, wir wollen es nicht ermöglichen." Quelle: http://tinyurl.com/cokju8a

Update  3 (13.2.13):

Um die Beziehungen zwischen Fracking und der Erdölgewinnung detaillierter zu beschreiben, sind einige grundlegende Begriffe zu verdeutlichen: Die als tierisches (=Erdöl) oder pflanzliches (=Erdgas)  Ausgangsmaterial zur Ablagerung in Sedimentationsbecken gelangenden Kerogene werden bei allmählich zunehmender Auflast nach für gewöhnlich einigen Jahrmillionen und bei steigenden Formationstemperaturen aus ihren sie begleitenden Muttergesteinen, d.h. Tonen oder Kalken, in die über oder unterlagenden porösen Speichergesteine gepreßt. Erdölgeologisch "migrieren" sie in Speichergesteine. Während die Muttergesteine dicht und nur durch einen marginalen Porenraum von vielleicht 2-8% gekennzeichnet sind, können die Speichergesteine eine Porostiät von bis zu 35% besitzen, so daß die Kohlenwasserstoffe durch konventionelle Aufschlußmethoden gefördert werden können. Der Entölungsgrad liegt hier gewöhnlich nur bei etwa 30%, es sei denn, man erhöht den Entölungsgrad durch den Einsatz von heißem Wasser oder sogar nicht-toxischen Chemikalien, um die durch Adhäsionskräfte an die Kalk- oder Sandkörner gebundenen Kohlenwasserstoffe zu überwinden. In günstigen Fällen kann somit der Entölungsgrad auf etwa 45% oder optimal sogar 50 % gesteigert werden. Unterirdische Hohlkörper, in denen sich ebenfalls Kohlenwasserstoffe sammeln können, gibt es nicht. Es sei denn, man sieht von den sehr porösen Riffkörpern ab, bei denen die Korallen ein festes Gerüst und damit außergewöhnlich große Porenvolumina bilden können. In manchen tektonisch beanspruchten Gebieten sind auch Speicher – und Muttergesteine durch Klüfte, also kleine Risse, gekennzeichnet. Aber auch diese bilden keine Hohlräume, da sie sekundär durch entweder Kalkspat oder Quarz gefüllt sind. Hohlräume gibt es unterirdisch nicht, es sei denn, es liegen außergewöhnliche geologische Bedingungen vor.

Während die konventionellen Bohrtechniken durch vertikale Bohrungen gekennzeichnet sind, die direkt auf die Speichergesteine zielen, folgen bei der Frackingmethode die  Bohrungen genau den durch verschiedene tektonischen Bewegungen verstellten Kohlenwasserstoff-führenden Gesteinen und sind hierbei –  und das ist das eigentlich Neue an dieser Methode –  auf die relativ dichten Muttergesteine gerichtet.

Es sei hier auch auf den irreführenden Begriff "Schiefer" verwiesen, der aus dem Englischen "shale" falsch übersetzt wird. In der Diagenese, der Verfestigung  der Sedimente, wird im Deutschen aus einem Ton ein Tonstein, dann ein Schiefer (d. h. das ist der normalerweise bei uns gebräuchliche  Dachschiefer, der also geschieferrt ist) und dann bei höchster tektonischer Beanspruchung letzendlich der Gneis. Und bei Kalk geht die Diagenese von diesem über Kalkstein zu Kalkschiefer und dann zu Marmor. Das Fracking zielt also z. Zt. nur auf Tonstein (=shale) oder Kalkstein ab, nie auf den "richtigen" Schiefer.

Autor: Dr. Klaus Jürgen Goldmann; Erdöl-Geologe; EIKE

Update 4 

 Soeben erschien von PWC eine sehr positive Studie zum Fracking in Deutschland. Die FAZ berichtet daraus: 

Schieferöl könnte Deutschland reicher machen

18.02.2013 ·  Eine neue Studie belegt: Kaum ein Land würde so stark vom Ölfracking profitieren wie die Bundesrepublik. Das größte Förderpotential sehen Experten in Polen. Doch die Methode ist hoch umstritten.

Von MARCUS THEURER, LONDON

.. Deutschland als drittgrößter Profiteur

Deutschland als großes Ölimportland würde vom niedrigeren Weltmarktpreis überdurchschnittlich profitieren, selbst wenn hierzulande auf die Schieferölförderung aus Umweltschutzgründen verzichtet würde. Zwischen 2 und 5 Prozent höher könnte die deutsche Wirtschaftsleistung dadurch zur Mitte des übernächsten Jahrzehnts ausfallen. Von den führenden Volkswirtschaften wäre Deutschland damit nach Schätzung von PwC hinter Indien und Japan der drittgrößte Profiteur einer möglichen Schieferölschwemme. Verlierer wären dagegen vor allem die Mitglieder des Ölförderkartells Opec wie Saudi-Arabien, Nigeria und Venezuela….

Mit Dank an Spürnase Dr. K. Goldmann 

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30 Kommentar(e)

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1

#25 Reiner Lerche
"Hoffentlich wird spätestens dann, wenn auch bei uns Wasser aus den Rohren angesteckt werden kann und das Land unbewohnbar ist, "

In einigen Orten in Norddeutschland haben die Wasserwerke Methanabscheider!
In Kanälen in Holland können sie die aufsteigenden Gasblasen anzünden.
Für unsere Ölreserven wird Erdöl direkt in den Boden (Salzkavernen) gepumpt.
Norddeutschland und Holland sind also nach Ihrer Definition unbewohnbar.
Wann hat das nur angefangen? Die Bildungsmisere verstehe ich ja noch (Ideologie), aber ich meine die Tatsache, dass sich die Leute nicht mehr selbst informieren und dafür lieber zweifelhafte NGO's mit Geld überschütten, um ihre tägliche Weltuntergangshysterie zu bekommen?

2

Um was für "Flüssigkeiten" und "toxische Substanzen" geht es denn?

3

Wer dieses Video sieht erkennt sofort, dass Fracking uns alle krank machen wird!

http://videos.arte.tv/de/videos/gasland--7578292.html

4

Am 20.02.2013 haben die Aachener Nachrichten meinen folgenden Leserbrief veröffentlicht:

Fracking wird seit rund 50 Jahren in Deutschland angewendet, bei 30% aller deutschen Gasbohrungen wird gefrackt. In den USA gibt es Fracking schon seit den 50er Jahren, bei bisher etwa 1 Million Anwendungen ist dort kein Grundwasserschaden bekannt. Also nichts Neues, sondern bei Ölbohrungen eine schon lange angewendete Methode, den Entölungsgrad von bisher mageren 20 – 30% auf bis zu 70% zu erhöhen. In den USA sind oft keine neuen Claims erforderlich, sondern durch die neue Horizontalbohrtechnik kann aus alten, teilweise abgeschriebenen Bohrungen wieder jede Menge Erdöl gewonnen werden. Und das ist der Unterschied: Nicht die Methode des Einbringens von Wasser in Tiefen meist unterhalb 2.000 m mit 0,5% chemischen Zusätzen und Sand ist neu, sondern die Möglichkeit, durch kilometerlange Horizontalbohrungen größere Areale erschließen zu können.

Die USA, Australien und auch Polen werden sich in den nächsten Jahren durch ihre Fracking-Technik von den Öllieferanten Saudi-Arabien, Iran und Russland unabhängig machen und sogar Erdöl und Erdgas exportieren können, ganz abgesehen von sinkenden Energiepreisen im Inland. Dagegen wird in Deutschland die Deindustrialisierung durch das Schüren der Angst vor vermeintlichen Grundwasser- und Umweltschäden durch Fracking weiterbetrieben. Wir können froh sein, dass das Feuer bereits genutzt wird und das Automobil erfunden ist, denn in der heutigen Zeit hätten beide keine Chance, erlaubt zu werden.

5
Dirk Weißenborn

#25 Reiner Lerche,

es ist tatsächlich unklar, woher Sie Ihre "Weisheiten" nehmen. (Sie bemerken, ich "duze" nicht auf die platte Art!)

Zum Beispiel die "mehr als 90 Prozent der Bevölkerung", die gegen diese "Umweltverpestung" sind. Woher stammt diese Information? Und selbst wenn eine professionelle Meinungsumfrage dieses Ergebnis gezeitigt hätte, was sagt das schon aus?

Die allermeisten MitbürgerInnen verstehen nach meinen Beobachtungen noch nicht einmal ansatzweise, wie das Verfahren funktioniert. Auch elementare Kenntnisse des Ablaufs einer Tiefbohrung, des Bohrlochaufbaus (besonders Casing,Zementation, Lage der Perforationsstrecke, usw.) sowie der Geologie i.A. können von der Öffentlichkeit und oft auch den völlig überforderten Journalisten nicht erwartet werden. Von Ihnen offensichtlich auch nicht.

Die entsprechende Szene des Films "Gasland", auf den Sie mit den Worten "Wasser aus den Rohren angesteckt " wahrscheinlich anspielen, wurde ganz offensichtlich auf Anweisung des Filmproduzenten aus dramaturgischen Gründen simuliert. Er hat dies nach Angaben von Exxonmobil selbst zugegeben. Diese Info stammt von den Webseiten der Exxonmobil. Wissen Sie, warum ich dem Erdölkonzern diese Darstellung abnehme? Würde diese Behauptung nicht den Tatsachen entsprechen, so hätte der Konzern mit gigantischen Schadenersatzforderungen nach amerikanischem Recht zu rechnen.

Methangas ist in Wasser so gut wie unlöslich. Außerdem muss für eine Zündfähigkeit des Methan/Luftgemisches ein Methangasanteil von mindestens ca. 5% und höchstens ca. 15% vorliegen, sonst entwickelt sich keine Flamme.

Wo ist es Deutschland bisher zu Umweltschäden durch hydraulische Stimulation gekommen? Nennen Sie die Lokation?

Die oft herangezogenen Informationen aus den USA sind ohnehin nur mit Einschränkungen auf deutsche Verhältnisse übertragbar. Genehmigungsverfahren, bergrechtliche Grundlagen, Qualität des Equipments und der Ausbildung der Mitarbeiter unterscheiden sich deutlich.

Auch die Geologie muss betrachtet werden. Während in Deutschland Schiefer oberhalb von 1000m Teufe bisher nicht gefract wurden und die ca. 250 Einzelfracs fast immer in sehr großen Teufen unterhalb 3500m durchgeführt wurden, ging man in den USA zunächst sehr rauhbeinig in geringen Teufen (Z.T. nur 500m) vor allem in Schiefern Pennylvanias, Texas und andernorts an die Gewinnung des sogenannten unkonventionellen Erdgases.

Eines ist klar: Bei einem womöglich gestörten, oberflächenahen Schiefer mit zu hohem hydraulischem Druck ranzugehen birgt ein Risiko. Nicht nur aus diesem Grund ist eine generelle Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zu fordern. Entsprechende Ergänzungen und Änderungen der UVP-Verordnung Bergbau, bzw. des Bundesberggesetzes werden in Berlin soeben vorbereitet.

Die Risslänge kann insgesamt gut eingeschätzt werden. Sie hat in Deutschland wahrscheinlich nie oberhalb 800m, meist deutlich darunter gelegen (Erdgasfeld Söhlingen). Dabei ist zu beachten, dass die Rissausbreitung in horizontaler Richtung meist größer aLs in vertikaler ist.

Klar auch, dass Aktivitäten dieser Art in und unterhalb von Trinkwasserschutzgebieten sowie eines weiteren Sicherheitsstreifens zu unterbleiben haben.

Die 2.3 Billionen Normkubikmeter realistisch in Deutschland gewinnbaren Vorräte an unkonventionellem Erdgas, von denen die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) 2012 sprach, würden den aktuellen jährlichen Bedarf unseres Landes nur für ca. 23 Jahre decken. Allerdings sind Fortentwicklungen verschiedener Art zukünftig möglich.

Der Hype um das Fracking entbehrt in Deutschland jeglicher Grundlage. Er kam übrigens zu einer Zeit auf, als gewissen Kreisen das Atomthema wegen des Ausstiegsbeschlusses abhanden kam. Also suchte man sich ein anderes "Katastrophenfeld".

Hätten Sie sich in Ihrem Kommentar wenigstens in gleichem Maße über die ständig großflächig stattfindende, subventionierte Umwelt- und Nahrungsmittelzerstörung durch die sogenannten Biogasanlagen ausgelassen, wären Sie wenigstens etwas ausgewogener herangegangen.

So war es einfach nur schlecht.... auch vom Stil her.

mfG Weißenborn

6

#25: Reiner Lerche

Sehr geehrter Herr Lerche,

"..wenn auch bei uns Wasser aus den Rohren angesteckt werden kann und das Land unbewohnbar ist.."
Hätten Sie denn Beweise, dass so etwas überhaupt möglich wäre, und nicht nur Manipulation eines "Dokumentarfilmes" von Nutznießern einer Verdummungskampagne gefakt wurde? Wenn es gut gelogen ist, glauben es immerhin einige ohne selbst zu denken

7

Hallo liebe Befürworter des fracking,
eine kleine Korrektur habe ich Euch zu schreiben:
Selbstverständlich ist fracking super gut! Super gut für den Geldbeutel einiger weniger Gasförderer, aber für die Umwelt weder ein werder, noch ein noch. Aber da man bekanntlich mit Geld alles erreichen kann - macht so weiter! Kauft die Politiker und die Presse und presst und erpresst und alles wird schön! Hoffentlich wird spätestens dann, wenn auch bei uns Wasser aus den Rohren angesteckt werden kann und das Land unbewohnbar ist, dieser Konzern und seine Manager und die vielen Befürworter befördert. Und da wir ja alle wissen, dass mehr als 90% der Bevölkerung gegen diese Umweltverpestung ist, macht weiter mit solchen Befürwortern wie: Daddy! Da hat ja euer Angestellte bestens für euch Werbung gemacht!
Mit freundlichen Grüßen
Reiner Lerche

8

Ihr Beitrag wurde gelöscht. Nur Kommentare unter vollem Klarnamen sind zugelassen. Siehe Regeln.
mfG
Admin

9

Liebe Bloggteilnehmer!
Warum Fracking in Deutschland nicht eingesetzt werden sollte?
Schon vor einiger Zeit (05/2010) verfasste ich für Eike einen Beitrag zum Thema"Fracking"; m.E. ist das Verfahren dort allgemeinverständlich beschrieben.
Mich betrübt es sehr, dass man auch bei EIKE offensichtlich der „Schiefergaseuphorie“ verfallen ist. Im nachfolgenden Text möchte ich meine Haltung etwas näher begründen. Im besagten Beitrag für EIKE drückte ich mich in Beziehung zum Für und Wider des Frackings ganz offensichtlich zu zaghaft aus. Seit das "Fracking" von einer sehr bekannten US-amerikanischen Erdölbohrfirma im Jahr 1947 patentiert und auch praktisch eingeführt wurde, fand es besonders im Bereich der Erdöl- und Erdgasförderung international breite Anwendung.
Zu einer Wortmeldung bei EIKE inspirierte mich besonders ein bei 3Sat zu Beginn dieses Jahres gesendeter Beitrag zum Thema "Fracking" in den USA (Pennsylvania)und Polen. Besonders erschütterte mich, welche "Umwewltschweinereien" durch die mit Fracking zur Förderung von Erdgas aus in Schiefern niedergebrachten Bohrungen angerichtet wurden. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Verschmutzungen der oberen Grundwasserleiter mit Kohlenwasserstoffen, die da überhaupt nicht hingehören. Vorweg möchte ich nicht ganz unbescheidenerweise betonen, dass ich über 10 Jahre als angestellter Geschäftsführer einer mittelgroßen deutschen Bohrfirma mein Dasein fristete, um auch damit zu zeigen, dass ich ziemlich gut weiß, wovon hier auch bohrtechnisch die Rede ist.
Zuerst zu den Vorteilen der Gasförderung aus Schiefergestein:
1.
Als Förderhorizont kommt„in Deutschland der Posidonienschiefer des Toarcien, einer Stufe der Unteren Jura. möglicherweise auch des Fischschiefers; beide sind sog. Ölschiefer und damit Öl-Muttergesteine.„ in Frage (Information von Herrn Dr. Goldmann,2010) Somit handelt es sich um eine in West- und Mitteleuropa (Tiefenlage von 1550 bis 2150m; Verbreitungsfläche in Deutschland ca. 4000 km²) relativ weit verbreitete Schicht mit einem Alter von um ca. 170 Mill. Jahren. Weitere erdgashöffige Gesteine (des Typs Gasschiefer) sind der Unterkreide (Berrias, Barrem/Tonstein; Alter um ca. 130 Mill. Jahre; Tiefenlage von 1300 bis 1700 m; Verbreitungsfläche ca. 300 km²) sowie dem Unterkarbon (Tonstein, Alaunschiefer; Alter ca. 450 Mill. Jahre; Tiefenlage von 1050 bis 5000m; Verbreitungsfläche ca. 5000 km²) zuzuordnen. Durch die Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffwirtschaft (BGR) in Hannover wurden überschlägige Berechnungen zur Ermittlung der Schiefergasmengen in den oben aufgeführten Horizonten angestellt. Damit wurden prognostische Vorratsmengen von ca. 13 Bill. m³ (BGR -“probabilistische Abschätzung“!!?) ermittelt. Diese Menge ist naturgemäß mit einem sehr großen Fehler behaftet, da die Ausgangsdaten zu großen Teilen auf Archivdaten ( auch zu großen Teilen aus dem 20. Jh.) beruhen. Die in Wahrheit förderbaren Mengen belaufen sich dabei um ca. 10 bis maximal 20% der oben ausgewiesenen Menge von einigen Billiarden m³.
2.
Die in der o.g. Studie der BGR ausgewiesenen Schiefergasmengen klingen sehr verlockend. Ganz offensichtlich ist man in unserem Land offiziellerseits bereits auf den Zug der Schiefergasförderung aufgesprungen, was das Erstellen der dazu bestimmten BGR-Studie auch beweist (diese Studie ist über die Website der BGR leicht einsehbar). Im Vergleich dazu betrugen die förderbaren Erdgasmengen in der Erdgaslagerstätte Peckensen (Altmark/Sachsen-Anhalt) meines Wissens bzw. meiner Erinnerung nach ursprünglich 2,5 Mrd. m³ ; die Lagerstätte galt damit entsprechend Sowjetischer Lagerstättenklassifikation als Großlagerstätte.

In der BGR-Studie werden aus den USA bekannt gewordene Umweltbelastungen zwar erwähnt, jedoch verharmlost. Die Studie gibt insgesamt äußerlich große Kompetenz in Fragen der Art und Weise der beim Bohren und der dabei weiter anzuwenden Technologien wieder; ist jedoch auch stark ingenieurgeologielastig . Meines Erachtens verbirgt sich dahinter jedoch nur fehlendes Fachwissen, was angesichts der fachlich-personellen Situation auf dem Gebiet in unserem Lande vollkommen verständlich ist. Davon zeugt auch, dass hier der Bereich der so genannten geophysikalischen Bohrlochmessung, als bei derartigen Bohrungen unabdingbares Messverfahren komplett ausgeblendet, nicht einmal erwähnt wurde.
Nun zu den Nachteilen: (im demnächst nachfolgenden 2. Teil meiner Ausführungen)
Viele Grüße/Bis dann
Bernd Hartmann

10

zu Update III und Beitrag #20.

Danke für die fundierten Erläuterungen Herr Goldmann.

MfG

11

Zu Update III

Eine lehrbuchmäßige Verfeinerung der Begriffe zur Diagenese und Metamorphose, der Verfestigung von Ton zu Gneis, ergäbe als Ergänzung zu o. g. Definition die Reihe Ton, Tonstein, Schieferton, Tonschiefer (=Dachschiefer) und letztlich den Gneis, wobei der Fachmann dann weitere Unterteilungen und Verfeinerungen je nach stofflicher Zusammensetzung und Grad der Metamor-phose vornehmen kann. Das bei uns seit 50 Jahren unfallfrei durchgeführte Fracking von „shales“ wird also nach der deutschen Nomenklatur auf Tonsteine und Schiefertone (auch als Bänderschiefer bezeichnet) durchgeführt.

Zu 19

Als Erdölgeologe für 5 Jahre im Golf von Mexiko eingesetzt, seien folgende evtl. hilfreiche Hinweise zur dortigen Tiefenförderung von Kohlenwasserstoffen gegeben:
Sedimentlieferant für die Mutter- und Speichergesteine war – und ist immer noch – der Fluß Mississippi, der seit dem Mittleren Tertiär riesige Sedimentmas-sen in das ihm vorgelagerte Schelfgebiet geliefert hat. Diese Sedimentmengen waren so gewaltig, daß sie nicht nur das gesamte Schelfgebiet eingedeckt haben, sondern über die Schelfkante in das tiefere eigentliche Becken des Golfs von Mexiko geschüttet wurden. Das Sedimentdelta des Mississippi hat sich also ständig und kontinuierlich progressiv weiter nach SE hinaus aufgebaut und dabei mächtige, mehrere 1000m mächtige Sedimentpakete abgelagert. Die jüngsten Schichten des Plio- und Pleistozäns sind dabei in Teufen von 5.000 m bis über 10.000m und mehr versenkt worden. Die Formationstemperaturen,die dabei für die Genese von Kohlenwasserstoffen erforderlich sind – in Deltagebieten zumeist unterhalb der Geothermischen Tiefenstufen von normal 3Grad C / 100m – reichten aber aus, um zumeist Erdgas und immatures, leichtes Erdöl entstehen zu lassen.

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#18: Climateatheist sagt:am Samstag, 16.02.2013, 16:47

(1)@Ketterer: ich bin geologischer Laie, sondern kann nur aus med.-wiss. Perspektive die Dinge betrachten.
(2)Wenn Glasby (2006) Ihrer Meinung nach Unrecht hat, aber die Literatur zeigt, dass Öl/Gas biolog. Ursprungs (aka Carbonzeitalter) für gewöhnlich nicht tiefer als 3-7 km tief angebohrt wird, warum hat dann die Deep Water Horizon-Bohrinsel (Ölplattform-Unfall im Golf von Mexiko) in einer Bohrtiefe von über 10 km unterhalb des Meeresbodens offensichtlich eine dicke Ölblase angebohrt
. . . . . . .
(3) Schiefergestein, aus dem man Methangas u.a. in der BRD fracken kann . . . . und das lag vor dem Karbonzeitalter, in dem Dinos in dicken Urwäldern über den Globus schlurften.
Ergo kommt Schiefergas entweder von thermophilen Archaebakterien in großer Tiefe (wobei es in 10.000 m Tiefe heißer ist, als es ein 120-130 Grad liebendes Archaebakterium noch zu ertragen fähig wäre) oder das Methan/Öl entsteht schlicht komplett anorganisch. Zumindest sehe ich das als inkompetenter geologischer Laie so, .. . . . . . .
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Hallo Doc,
Sie waren wohl an Stellen im Internet unterwegs wo sachlich richtige Information mit Halbwissen zu Schmonzes verbacken wurden. Aber eines nach dem anderen:
Zu (1): ich zieh die naturwissenschaftliche Betrachtung einer med.wiss. Betrachtung vor.
Zu (2) Glasby hat IMHO recht, wo habe ich etwas anderes behauptet? Gold lag wohl falsch. Und Sie liegen falsch wenn Sie glauben aus der Tatsache, dass viele Ölquellen in 3-7 km Tiefe liegen, dass dann Deep Water Horizon „jenseits“ des Tertiärs gebohrt habe. Die angebohrten Schichten waren 25-65 Mio Jahre alt. Und wo liegen diese Schichten? In der Regel über dem Karbon (300-350 Mio a). Ich hoffe, die Analogieschlüsse in der med.-wisss.- Betrachtung werden mit größerer Vorsicht gezogen.
Zu (3) Das Karbonzeitalter ordnen Sie ziemlich schräg ein. Dinos jedenfalls liefen dort noch nicht herum. Das mit den Archaebakterien haben Sie wohl aus einer der von mir anfangs beschriebenen Internetstellen. Zwischen den tertiären Dinos und dem Archaikum liegen jede Menge Jahre; genügend Jahre für die Kohlebildung. Und auch in devonischen Schichten finden sich biologische erklärbare Erdöllagerstätten. Womit sich mir die Frage stellt: Lernt man es in der Medizin, dass man sich als inkompetenter Laie nicht fragend an sein Gegenüber richtet sondern mit erheblicher Chuzpe sagt: „Zumindest ich sehe das so“. Wenn Ihre Patienten bei Ihnen so auftreten: viel Spaß!

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@Ketterer: ich bin geologischer Laie, sondern kann nur aus med.-wiss. Perspektive die Dinge betrachten. Wenn Glasby (2006) Ihrer Meinung nach Unrecht hat, aber die Literatur zeigt, dass Öl/Gas biolog. Ursprungs (aka Carbonzeitalter) für gewöhnlich nicht tiefer als 3-7 km tief angebohrt wird, warum hat dann die Deep Water Horizon-Bohrinsel (Ölplattform-Unfall im Golf von Mexiko) in einer Bohrtiefe von über 10 km unterhalb des Meeresbodens offensichtlich eine dicke Ölblase angebohrt?
http://de.wikipedia.org/wiki/Deepwater_Horizon
Öl steigt unter Druck und Hitze für gewöhnlich nach oben und sinkt nicht nach unten. Analoges gilt für jede Art von (Schiefer)Gasen. Selbst wenn Glasby (2006) Unrecht hat (was ich nicht beurteilen kann), kommt doch ganz offensichtlich anorganisch erzeugtes Öl aus großer Tiefe zumindest aus der Nähe tiefer Bruchspalten. Und genau dies macht die Sache doch nun wirklich interessant, nicht?
Schiefergestein, aus dem man Methangas u.a. in der BRD fracken kann -> http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Downloads/BGR_Schiefergaspotenzial_in_Deutschland_2012.pdf;jsessionid=36CFD2E9BEC643EA6F868873E97AE2F7.1_cid324?__blob=publicationFile&v=7 , entstand im Devon aus komprimiertem Tonschlamm -> http://www.rathscheck.de/Forum-fuer-Architekten/Schiefer-Kompendium/Einfuehrung/Etwas-zur-Entstehung-des-Schiefers/ und das lag vor dem Karbonzeitalter, in dem Dinos in dicken Urwäldern über den Globus schlurften. Ergo kommt Schiefergas entweder von thermophilen Archaebakterien in großer Tiefe (wobei es in 10.000 m Tiefe heißer ist, als es ein 120-130 Grad liebendes Archaebakterium noch zu ertragen fähig wäre) oder das Methan/Öl entsteht schlicht komplett anorganisch. Zumindest sehe ich das als inkompetenter geologischer Laie so, denn nur so erklärt sich der offensichtliche Refilling-Effekt in einigen russ. Bohrlöchern.

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#15: Andreas Demmig sagt:
am Mittwoch, 13.02.2013, 23:06
#9: F.Ketterer

:abiotische Herkunft von Erdgas, Erdöl und Steinkohle

Theorien und Fakten siehe auch:
Prof. Thomas Gold, Biosphäre der heißen Tiefe
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Sehr geehrter Herr Demmig,

Leider hatten sich in der Eile zwei Typos in meiner Quellenangabe eingeschlichen:
Richitg heißt es :
Glasby(2006) Abiogenic Origin of Hydrocarbons: An Historical Overview in Resource Geology Vol 56.
Wenn Sie dort die Zusammenfassung gelesen hätten, würden Sie folgendes Statement finden:
„Die Theorie der „tiefen Gasentstehung“ von Thomas Gold basiert auf der Annahme, dass tiefe Störungen die dominierende Rolle für die kontinuierliche Wanderung von Methan und andere Gase in die Erdkruste spielen. Dieses Methan wird dann in den oberen Schichten der Erdkruste in Öl und Gas umgewandelt. Allerdings ist diese Reaktion unter den dortigen Bedingungen thermodynamisch unwahrscheinlich (nicht möglich) und kann somit nicht durch Bakterien katalysiert werden.
. . . .
Somit ist Golds Theorie zu verwerfen.“
Soweit die fundierte Erörterung von Glasby(2006): Er betrachtet dort die relevanten Arbeiten zur Theorie der abiotische Gasentstehung. Nach seinen Erläuterungen hat selbst die sogenannte russische abiotische Theorie in der UdSSR selbst nur wenig Anklang gefunden.

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Zu bedenken geben möchte ich die massiven Wirtschaftsinteressen. 40% der Gas-Imports der BRD wird von GAZPROM (50,1% deren Aktien gehören der russ. Regierung) gesteuert. Die SPD (u.a. Schröder) ist tief mit Russland im politischen schmier-mich-kauf-mich-Geschäft. Analoges gilt für die CDU/CSU und Teile der B90/Grüne. GAZPROM hat eine offizielle Politik der energetischen Umfassung Europas, um die auf harte Devisen gestützte Putin-Regierung zu erhalten. Durch brit. und norweg. Gasexplorationen sank letztes Jahr der GAZPROM-Gewinn aus EU-Verkäufen um 25%. GAZPROM pumpt über polit. Stiftungen Geld in die Fracking-kritische Szene, um nicht weiter an Export zu verlieren. Würde die BRD eigenes Gas fördern und nicht mehr importieren (ggf. auch Frankreich), dann bräche Putins Regime finanziell zusammen. Wer nach NRW blickt, wo MP Kraft vor einiger Zeit Windkraft als Zukunftsstromalternative massiv ausbauen will, weiß, dass es ohne Gas-betriebene Backup-Stromkraftwerke nicht geht. Und die werden mit 40% Gazprom-Gas betrieben. Dt. Versorger wie EON sind direkt mit GAZPROM in Sibieren am fracken und gasbohren. Es ist kein Wunder, dass Schröders Gattin Schröder-Köpf einen MdL-Sitz in NRW ergatterte. Der Sport/Innenminister von NRW sitzt auf der Tribüne des NRW-Fußballclubs (und ich mache keine Scherze) Gazprom-Germania und damit de fakto auf dem Schoß von Putin. Gerhard Schröder ist der Hauptlobbyist für GAZPROM in Deutschland. Die im Dez. im Bundestag von jeweils SPD und B90/Grünen eingebrachten Anti-Fracking-Anträge, die abgelehnt wurden, stammten aus der Feder jeweils von zwei NRW-MdB's. Es ist also klar, dass man hier politisch die Interessen GAZPROMs zu lasten der Bundesbürger vertritt, weil klar ist, dass Schiefergas den Preis nach unten drücken wird. Der übergewichtige Rechtsanwalt aus Saarlouis, der derzeit den Umweltbundesminister spielt, hat ebenfalls keinerlei Interesse an niedrigen Preisen, denn dann sinken die Staatseinahmen und vermutlich kann man dann nach einer verlorenen Wahl auch nicht mehr weich in einem GAZPROM-nahen Aufsichtsratspostensessel versinken. Die Fracking-Diskussion ist IMHO nicht nur wissenschaftlich zu führen. Man muss die eigentliche Motivation macht- bzw. energiepolitisch sehen. Es läuft ein Wirtschaftskrieg, den Russland um seine Deviseneinnahmen aus dem Westen führt und der für es verloren zu gehen droht. Ich weine GAZPROM keine Träne nach, wenn Putin pleite geht.

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Andreas Demmig

#9: F.Ketterer

:abiotische Herkunft von Erdgas, Erdöl und Steinkohle

Theorien und Fakten siehe auch:
Prof. Thomas Gold, Biosphäre der heißen Tiefe

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#13: MEstermeier sagt:
am Mittwoch, 13.02.2013, 20:05
#9 Herr Ketterer

Sie verweisen auf eine EIKE-Diskusion in der ihre Fraktion mit hanebüchenen Argumenten die a-biotische Entstehung von Erdöl bestritten. Es wurde weder die eine, noch die andere Seite zufriedenstellend bewiesen.
Ich möchte in diesem Zusammenhang vermerken, daß nach westlicher Vorstellung (überwiegend US-Wissenschaftler) der biotischen Entstehung und den entsprechenden Lagerstättenvoraussetzungen in der Sowjetunion eigentliche kein Öl in nennenswerter Menge zu finden sein dürfte. Naja, mittlerweile bohren auch die Ami's an Stellen, wo es eigentlich nichts zu finden gibt.
# # # ##
Sehr geehrter M Estermeier,

zuerst habe ich auf die Review-Arbeit „Glasby(2006) Abiogenic Orognin of Hydrocarbons“ verwiesen.
Zeigen Sie mir bitte die Literatur, wo diese Übersichtsarbeit zerissen wird.

Ich weiß nicht ob Sie sich die Mühe gemacht hatten die verlinkte Diskussion durchzulesen. Ich glaube nicht:
Ich hatte dort nicht den nachgewiesenen Mechanismus der möglichen abiotischen Erdölgenese bestritten. JAndere AFAIR auch nicht.

Nur aus diesem Mechanismus abzuleiten, dass alles oder auch nur überwiegend das Erdöl abiotisch entstanden ist, dem wiedersprach ich deutlich.
Ich habe mich dort in der Diskussion mit vielen Argumenten auseinandergesetzt und meine Gründe dargelegt. Darf ich erinnern, Sie kamen mit absurd hohem Druck in wenigen Kilometern Tiefe, andere haben aus den Lagerverhältnissen bei Leipzig auf Sedimentationsraten an anderen Lagerstätten geschlossen. Ich habe mich dort mit vielen Missverständnissen auseinandergesetzt und nach Ockhams Messer sprechen meine Argumente, die man dort gerne nachvollziehen mag für ein (überwiegend) biotische Entstehung.
Wenn dann von Ihnen der Satz kommt:
„mittlerweile bohren auch die Ami's an Stellen, wo es eigentlich nichts zu finden gibt.“
dann legt dies nur Ihre profunden Wissenslücken dar. Die Tatsache, dass dort, wo heute gefrackt wird, Gas/Öl im Gestein ist war schon lange bekannt. Nur konnte man es nicht wirtschaftlich erschließen. Wenn Sie dann meine Argumente als hanebüchen darstellen so zeigt dies dass Sie vor allem Chuzpe haben: beim Sachwissen dürfen Sie ruhig etwas nachlegen.

Aber Sie können mir gerne erläutern, wo denn heute Öl gefördert wird, wo es eigentlich keines geben sollte. Nur eine Bitte: Angeban bitte mit entsprechneder wissenschafltischer Literatur.

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Markus Estermeier

#9 Herr Ketterer

Sie verweisen auf eine EIKE-Diskusion in der ihre Fraktion mit hanebüchenen Argumenten die a-biotische Entstehung von Erdöl bestritten. Es wurde weder die eine, noch die andere Seite zufriedenstellend bewiesen.
Ich möchte in diesem Zusammenhang vermerken, daß nach westlicher Vorstellung (überwiegend US-Wissenschaftler) der biotischen Entstehung und den entsprechenden Lagerstättenvoraussetzungen in der Sowjetunion eigentliche kein Öl in nennenswerter Menge zu finden sein dürfte. Naja, mittlerweile bohren auch die Ami's an Stellen, wo es eigentlich nichts zu finden gibt.

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Auf SPON hat Herr Münchau ein Plädoyer für Fracking in Deutschland gehalten.
Die Reaktionen im Forum sind zu 99% sowas von dämlich, das ist unglaublich.
Berücksichtigt man die Informationsmöglichkeiten die heuzutage jeder Mensch hat - dann sind wir im Durchschnitt gläubiger und wesentlich dümmer als die Menschen im Mittelalter!

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Dipl.-Ing. Thomas Göhler

Leider werden bzgl. des Hydraulic-Fracing auch hier nur die Mainstreamartikel einseitig wieder gegeben, die die falschen Fakten zudem noch ungeprüft abschreiben. Die Experten oder Geologen vor Ort kommen kaum zu Wort. Daher möchte ich als Fachmann hier mal einiges klar stellen.

Aus aktuellem Anlaß will ich zu dem letztlich bei arte gezeigtem Film "Gas-Fieber" einige Bemerkungen machen:

Das Eingangsstatement eines interviewten Cowboys war richtig:
"Weg mit den US-Öl/Gasimporten" und "Woher kommt das Gas mit dem Du heizt?", fragte er den kritischen Filmemacher, der einen Film mit Ahnungslosen für Ahnungslose machte, ohne einen einzigen Beweis, rein tendenziell kommentiert gegen (hier polnische) Erdgasförderung.

So beginnt es mit einer falschen Aussage der angeblichen Geheimhaltung der sich in Betrieb befindlichen US- Schiefergasbohrungen.
Dabei gibt es gerade in den USA Behörden, wo monatlich der Status samt Fördermengen veröffentlicht wird und muß. Das sollte man als Journalist schon wissen.

Die Frage, wie angebliche Giftstoffe in Brunnen kommen sollen, wurde nirgends bewiesen.
Schieferformationen, wo gefract werden muß, liegen weit unterhalb des Grundwassers.
Brunnen sind höchstens 50 m tief, private ca. 10 m. Schiefergas kommt aber aus über 4000 m Tiefe und das Wasser, was dort mit hoch kommt ist Salzwasser!!!
Wieso werden die Brunnen der Bürger nicht auch salzig, wenn diese angeblich durch die Chemikalien des Fracing verseucht worden sein sollen?
Außerdem steckt in jeder Bohrung ein Stahlrohr, so daß der Fracingdruck ausschließlich an der Perforierung in der Tiefe anliegt, Grundwasser gar nicht tangiert werden kann. Ebenso verhält es sich mit den SWDW- Entsorgungsquellen (salt water disposal well).
Ohnehin ist es nicht möglich, daß aus 4 bis 5 km Tiefe chemische Migration durch mehrere Sperrschichten ins Grundwassergebiet nach oben stattfindet.
Es sei erwähnt, daß beim Fracing um die eigentliche Quellbohrung ein Casing die Quelle von der Grundwasserzone absperrt. Das Casing ist ein einbetoniertes Stahlrohrsystem von ca. 40 cm Durchmesser, was bis in 100 m Tiefe gebohrt wird. Somit kann auch aus dem Quellrohr (ebenfalls ein eingebrachtes Stahlrohr) nichts entweichen, außer nach oben am Kopfe in den Separator.

Völlig sinnfrei ist auch die Behauptung im Film, daß Messungen das Grundwasser verunreinigten. Wie bitte? Messungen?
Seismische Messungen sind u.a. auch kleine Sprengfallen im Boden um durch Echolt die Formation zu erforschen. Dadurch wird jedoch weder die Bodenstruktur stark beschädigt noch kommen hier Chemikalien ins Grundwasser oder die Brunnen.

Nirgendwo kommt der Beweiß, daß die 1% der eingesetzten Fracingchemikalien in den Brunnenwassern nachgewiesen sind. Eine im Film gezeigte Wasser-Analyse zeigt Stoffe, die nicht vom Fracingwasser kommen, dies aber suggerieren soll (z.B. Spuren von Uran, Radium- ist auch in natürl. Mineralwasser vorhanden).
Eine daraufhin eingeleitete Untersuchung der Umweltbehörde in Pennsylvania in 2012 widerlegte die These der angeblichen Brunnenvergiftung.
Es ist bei über 1 Mio. Fracs bislang nirgends eine Trinkwasserkontaminierung nachgewiesen worden.

Neu ist Fracing auch nicht. Der Boom begann bereits zur Jahrtausendwende.
Das Problem in Europa ist natürlich die höhere Urbanisierung und Bevölkerungsdichte samt deren Vorurteile gegen alles "Nicht-Grüne".
Es ist wie mit allem. Billige Energie wollen sie, aber keiner einen Strommast, Gastrasse, Windrad, Solarfeld oder einen Bohrturm in der Nähe.
Über die Kontaminierung der eigenen Felder durch Biosprit- Vermaisung beklagen sich die Bauern dagegen nicht, oder?

Gefract werden muß übrigens auch bei Erdölproduktionen, nur nicht so oft. Dagegen wettert man seltsamerweise nicht. Fragt sich also, wer oder was steckt hinter den Anti-Erdgaskampagnen?
Bei allem Verständnis für gesundes Mistrauen gerade bei Aktivitäten von Ölmultis kann man eines feststellen: Es fehlt immer an Fachwissen bzw. Beweisen bei solchen auf Emotionen aufgebauten Dokus. Alles wird aus Behauptungen oder längst widerlegten Mythen begründet.
Das zeigen auch die Gesichter der protestierenden Bauern- völlige Ahnungslosigkeit. Chevron muß man aber auch den Vorwurf machen, nicht gut genug zu informieren.

Wers genauer wissen will, solle sich die Broschüre von ExxonMobile Deutschland durchlesen, die ich im Öl-Wissen auf http://www.erdoelquelle.com verlinkte

Exxon veröffentlicht übrigens ebenfalls die Chemikalienliste für Deutschland.
In Polen hat der Konzern sein Engagement ohnehin aus Kostengründen gecancelt.

Was ebenso immer wieder als Gefahr heran gezogen wird, sind die Clips von "brennenden Wasserhähnen" . Abgesehen davon, daß einige davon Fakes sind, steht ein solches Phänomen in keinem Zusammenhang zum Fracing. Selbst der Regisseur von „Gas-Land“ musste diesen Fehler zugeben. Wie neuere
Untersuchungen zur Kohlenstoff-Isotopie gezeigt haben handelt es sich bei dem hier austretenden Gas nicht um thermogenes Methan, sondern überwiegend um biogenes Methan. Dies könnte durch Tätigkeit von Mikroorganismen in den Ablagerungen der Oberkreide gebildet werden. Hier besteht zur Entstehung dieser Gase und ihrer Migration noch erheblicher Forschungsbedarf! Man muß sich auch mal selbst fragen, wie denn ein schwer wasserlösliches Gas überhaupt über den Brunnen, der höchstens 10 m tief ist, in die Wasserleitung kommen solle? Bei öffentlicher Trinkwasserversorgung ist das ohnehin ausgeschlossen. Dennoch dient der stetig gleiche Clip zur Panikmache.

Mehr Infos gerne direkt von mir oder auf meiner Homepage

Dipl.Ing. Thomas Göhler

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Johannes Ruckelshausen

Oh ihr Lästerer des Ökoglaubens, wie könnt ihr es wagen, der Mutter Erde, der heiligen Gaja, mittels Einläufe (Fracking) ihre methanhaltigen Blähungen zu entlocken, und sie in sündigen Kraftwerken zu ZehOzwei zu verbrennen?

Aber die Priester des Ökoglaubens werden das zu verhindern wissen, in dem sie dem Windgott noch höhere "Kirchen" (Windkraftwerke), und dem Sonnengott noch grössere "Altäre" (Solardächer) bauen, damit ihr mit noch höherem
Ablass (EEG) von euren Klimasünden und Atomschulden gereinigt werdet, und vom Wohlstand befreit, im Einklang mit der Natur leben und früh sterben könnt.

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#1: Gerald Pesch sagt:am Montag, 11.02.2013, 16:19
Nur die Geschichte von den organischen Substanzen, die zu Öl und Gas mutieren, die sollte man sich so langsam abschminken...
Kudrjawzew verkündete 1951 auf dem sowjetischen Allunionskongress über Erdöl erstmals seine abiotische Entstehungstheorie des Erdöls tief im Innern der Erde….
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Ich empfehle Ihnen Glasby(2006) Abiogenic Orognin of Hydrocarbons: An Historical Overview in Resource Geology Vol 56 No 1 S95-98
Da sehen Sie, dass Ihr Satz in die Ablpage P gehört.
Diese Diskussionen hatten wir schon an verschiedenen Stellen hier bei Eike, underer anderen auch hier:
http://tinyurl.com/bvt7m64
Wenn Sie relevante bedenken Gegen die Theorie des(überwiegend) biotischen Ursprungs von Erdöl vorbringen können würde mich dies interssieren. Aber lesen Sie bitte erst mal das Für und Wider im angegebenen EIKE Thread.

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Kommentar Herr Limburg

Bitte denken Sie auch an die hundertausende von Sickergruben, die es immer noch in diesem Lande gibt und deren Fäkal-Wasser ungereinigt nach unten in das darunter liegende Grundwasser einsickert. Lecker! Aber biologisch sicher völlig unbedenklich, weil natürlich, also Bio.
mfG
M.L.

Hallo Herr Limburg,

festzuhalten wäre, dass die "Sickergrube" selbst einen Abfluss hat und deren Aufgabe darin besteht haushaltsübliches Abwasser mechanisch zu reinigen.
Salopp gesagt das "Dicke" verbleibt und das "Dünne" fließt über den Abfluss in eine Drinage und über Bodenpassage wieder dem Grundwasser zu. Und gerade weil hier wirklich etwas biologisches passiert ist diese Art der Reinigung nicht mehr erlaubt und ist so gut wie verschwunden.

Oft wird Sickergrube mit Sammelgrube verwechselt, wobei bei letzterer auch Undichtigkeiten vorliegen können. Eine wirkliche Grundwasserverschmutzung wurde meines Wissens nach noch nie nachgewiesen. Auch hier wird dem grünen Vorsorgeprinzip Rechnung getragen. Ein weites Feld für Weltenretter bietet sich gerade auch bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie mit verschärften Abwasserwerten die jenseits vom erwarteten Nutzen nur Kosten produzieren und wie auch bei fast allen Umweltthemen nicht dem Wissen sondern dem dogmatischem Glauben unterworfen sind.
Wichtig auch zu erwähnen das der "dichte Kanal" ein Märchen ist und bleibt,dafür aber der milliardenschwere Markt unter dem Namen "Grundstücksentwässerungsanlagen" schon in den Startlöchern sitzt um jeden noch so kleinen Riss durch teuere Reparaturmaßnahmen zu beseitigen.Der grüne Würgegriff ist gerade im Abwasserbereich nicht minder gefährlich, nur hier findet dieser im verborgenen statt.

MfG

P.Große

24

#4 Herr Zuber,

bezügl. Schellnhuber: Da wird doch gerade in
Rom eine Stelle frei. Oder doch lieber Claudia Roth?
Das wäre doch was!

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Danke für die Aufklärung, sozusagen alles über Fracking. Das dieses Verfahren im Prinzip 50 Jahre alt ist, war für mich die größte Überraschung.
Natürlich gibt "Umweltmonster" Altmaier dem Fracking in Deutschland kaum Chancen. Die Botschaft ist, wir wollen einschränken, wir wollen es nicht ermöglichen, sagte er kürzlich im DLF. Im übrigen sehe er auf absehbare Zeit nicht, dass irgendwo in Deutschland Fracking zur Anwendung kommen kann. Er empfiehlt auch dringend allen Beteiligten, in der nächsten Zeit keine Anträge zu stellen ! Grundsätzlich kann man hieraus folgern; was in anderen Ländern wie Russland, China USA, Kanada usw. eine saubere Sache ist, findet hier keine Beachtung und schädigt nach Aussagen des des Umweltbundesamtes vor allen Dingen wegen Verunreinigung des Grundwassers die Umwelt.Ein neues Verfahren aus Oesterreich in dem Maisstärke gewisse Chemikalien total ersetzen kann, wird von der sog. deutschen Presselandschaft verschwiegen, weil Verhinderung in diesem Falle von oben angeordnet ist. So viel mir bekannt ist, ist Mais nicht giftig und wird ja auch bereits mehr als reichlich hier im Lande zwecks Biosprittherstellung angebaut. Heimische Erdgasvorräte sind stark rückläufig und belaufen sich nicht mal mehr auf 15%.
Wenn "Fracking" etwas mit dem deutschen Begriff von "Frack voll hauen" zu tun haben sollte, dann macht es doppelt Sinn nicht nur darüber nachzudenken ! Fracking hat jetzt schon dämonische Züge und soll die Ängste hier weiter schüren. Ein großer Teil der Presse, der sog. Umweltverbände und die "grünen Trojaner in allen Parlamentsparteien verhindern sowieso jeglichen Fortschritt. In diesem Land wird wohl aus dem sog. Schiefergaswunder nicht einmal ein Strohfeuer. Strohfeuer sind im weitesten Sinne die Zielsetzungen der grün-sozialistischen Denkweise mit rotem Anstrich (Plan B "Die Linke") Altmaier ist nichts anderes als ein Ökoimperator auf Mission der "neuen Religion"
Gute Nacht BRD !

Erich Richter

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Danke für die kurze Einführung zum Fracking.

Derweil formiert sich in Deutschland schon wieder die Einheitsfront der etablierten Parteien, um auch diesen Fortschritt in der Energieversorgung zu verteufeln. Hoffentlich werden nicht jegliche Forschung und Entwicklung zu diesem wichtigen Zukunftsthema verhindert.

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Die umfangreiche Beschreibung der Frackingmethode um das Erdgas bzw. Erdöl zu fördern ist sehr erleuchtend beschrieben. Man kann sich also vorstellen, dass durch nicht einmal sehr grossen Druck werden künstliche Holräume im dem Gestein, tief unter der Oberfläche geschaffen, damit sich difus verteilte Erdgas/Erdöl dort sammeln kann und dann zu der Erdoberfläche beförden kann. Meiner Meinungs nach wird diese volksnahe Erklärung von der öfentlichen Medien absichtlich zurück gehalten um gleich wieder ein neuen Popanz zu verbreiten.
MfG

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Es war immer vollkommen klar, dass der grün-sozialistische Komplex mit seiner Nomenklatura hinter jeder Entwicklung im Energiebereich, die nicht mit den Religionsinhalten der "Erneuerbaren Energie" Religion zu tun hatte, etwas Teuflisches vermutet und "aus tiefster Überzeugung" dagegen ist, denn "Karbon" ist für die Schellenhubers, Rahmstörfler, N. Fischers und Konsorten das Schlimmste auf dieser Welt. Wer rettet uns vor diesen Narren?

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michael müller

So löblich, wie dieser artikel auch ist, beruht er jedoch auf fehlerhaften annahmen.
[quote]Ist es doch dadurch möglich geworden, Öl- und Gas zu gewinnen dass nicht mehr nur in unterirdischen Hohlräumen eingeschlossen ist, sondern auch das Öl- und Gas wirtschaftlich auszubeuten, dass in Mikrokavernen im Schiefergestein gefunden wird.
[/quote]
dies ist gelinde gesagt blödsinn.

Peter Heller hatte vor kurzem auf dem ScienceScepticalBlog einen artikel über peak oil geschrieben, aus dem ich mir erlaube zu zitieren (http://tinyurl.com/dyo2ruq ):

[quote]Die weit verbreitete Vorstellung, es gäbe große unterirdische Hohlräume mit Seen oder Blasen aus Erdöl, hat möglicherweise entscheidend zur Verbreitung der Peak-Oil-Hypothese beigetragen. Es scheint ja offensichtlich: Solche Vorkommen müssen selten sein und in ihrer Anzahl begrenzt. In der Tat sind solche Lagerstätten sehr selten. Sie existieren nämlich nicht. Eine Erdöllagerstätte ist immer ein Fels, in dessen winzigen Spalten und Rissen sich das Erdöl angesammelt hat. Der Fels ist porös genug, um durch mehrere senkrechte Bohrungen einer großen Menge des in ihm gespeicherten Öls einen Weg nach oben eröffnen zu können. Den es dann auch nimmt, zunächst getrieben vom Druck des Gesteins und später vielleicht unterstützt durch Gase oder Flüssigkeiten, die man in den Felsen hineintreibt. Auf diese Weise – und das ist ebenfalls der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt – kann man eine solche „konventionelle“ Lagerstätte, nur zu etwa 20% ausbeuten. Mit modernster Technologie, die in vielen Ölförderländern des Nahen Ostens aber gar nicht zum Einsatz kommt, sind sogar 30% und mehr möglich. In jedem Fall aber bleibt bislang der größte Teil des Erdöls unter der Erde, im Sediment verteilt wie Wasser in einem Schwamm.  [/quote]

weiterhin schreibt Herr Ewert folgendes:

[quote]Als „Fracking“ wird die Methode bezeichnet, Erdgas oder Erdöl aus Schiefer und schiefer-ähnlichen Gesteinen zu gewinnen („Shale gas“), indem man diese Vorkommen anbohrt, unter hohem Druck Flüssigkeiten einpresst, um das ursprünglich dichte Gestein durchlässig zu machen und das in ihnen gespeicherte Gas oder Öl zu mobilisieren, damit es gefördert werden kann. Dieses Verfahren ist in den letzten Jahren bedeutungsvoll geworden [/quote]

auch dies entspricht leider nicht der realität.

Wenn sie sich näher mit der materie befassen würden, dann würden sie bemerken das fracking allein in deutschland seit ca. 50jahren genutzte technik ist!
>30% des in deutschland geförderten erdgases wird mittels fracking gefördert!
Quelle, u.a. hier: http://tinyurl.com/cd4lhk4

das NEUE an dieser technik ist die kombination mit horizontalen bohrungen.

Ich erspare mir hier die darstellung weiterer inhaltlicher fehler, da diese auf den oben genannten punkten aufbauen.

Lg
micha

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Nur die Geschichte von den organischen Substanzen, die zu Öl und Gas mutieren, die sollte man sich so langsam abschminken...

Kudrjawzew verkündete 1951 auf dem sowjetischen Allunionskongress über Erdöl erstmals seine abiotische Entstehungstheorie des Erdöls tief im Innern der Erde. Der Erdmantel sei voller Kohlenwasserstoffe aus der Zeit der Entstehung der Erde, hauptsächlich Methan, das chemisch verändert durch hohe Temperaturen und Drücke vom Erdmantel in die Erdkruste steigen könne und dort an die Oberfläche trete, falls es nicht durch undurchlässiges Gestein eingesperrt werde. Die Ölvorräte auf der Erde sind danach höchstens durch die Menge anorganischer Ausgangsstoffe, den Kohlenwasserstoffen, die bei der Entstehung der Erde gebildet wurden, begrenzt.
.....
Cathles und seine Mitarbeiter schätzen in einer Studie, dass, auf einem Gebiet südlich der Küste von Louisiana von 9600 Quadratmeilen, ein Muttergestein in etwa 12 Kilometer Tiefe nicht weniger als 184 Milliarden Tonnen Öl und Gas gebildet hat. […] 'Dies sind 30 % mehr als die Menschheit bisher in ihrer gesamten Petroleum-Ära verbraucht hat', sagt Cathles. 'Und das nur auf diesem briefmarkengroßen Gebiet; wenn das weltweit so weitergeht, dann sind da noch eine Menge Kohlenwasserstoffe dabei, heraufzukommen.'"