Das Ende der Kernenergie findet nur bei uns statt

Gerd Altmann /pixelio

Mit dem überstürzten Ausstieg aus der Kernenergie (Energiewende) will sich Deutschland neu erfinden. Was aber machen seine Nachbarnationen? Der Verein Bürger für Technik (http://www.buerger-fuer-technik.de/) gibt in regelmäßigen Abständen an Interessierte Informationen heraus, die man in den deutschen Medien kaum oder gar nicht auffindet. Sie sind aus einem der Rundbriefe des Vereins nachfolgend aufgeführt.


Der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Atomkraft kann teuer werden, denn der Energieversorger Vattenfall hat vor einem internationalen Schiedsgericht auf Entschädigung geklagt. Bei dem „Washingtoner Verfahren“ geht es um die Kosten des Abschaltens der Vattenfall-Kernkraftwerke in Krümmel und Brunsbüttel. (Investitionen 700 Mill Euro.) , (hier).

Teure Machtspiele: Altmaier stoppt Gorleben-Erkundung. Mit dem erneuten Erkundungsstopp für den Salzstock Gorleben als Atomendlager ist ein Milliarden-Risiko für den Steuerzahler verbunden. Denn für die Erkundung des Salzstocks haben die Betreiber der Atomkraftwerke bereits rund 1,6 Milliarden Euro aufgewendet. Käme es zu einem rein politisch begründeten endgültigen Aus für das Endlager-Projekt, wären die AKW-Betreiber gezwungen, Schadenersatz beim Bund geltend zu machen. Dazu ließe das Aktienrecht den Konzernvorständen gar keine andere Wahl (hier).

Der Anteil der Kernenergie in Tschechien soll bis 2040 auf 55 % ansteigen, so die staatliche Konzeption für die Entwicklung in der Energiewirtschaft, die im November 2012 von der Regierung bestätigt wurde. Die Lebensdauer der Blöcke der Kernkraftwerke Dukovany und Temelin soll auf 60 Jahre verlängert und an den Standorten sollen neue Blöcke errichtet werden. In der Konzeption ist außerdem vorgesehen, dass der Anteil der Kohle in der Energiebilanzvon gegenwärtig 60 % auf 20 % zurückgeht und ein verstärkter Einsatz von Gas für die Stromerzeugung erfolgt. Die Subventionen der erneuerbaren Energie sollen schrittweise beseitigt werden. (Nuclear.ru vom 9. November 2012,Tetra Energie Nov.2012).

Für die weitere Entwicklung der Kernenergie in Tschechien haben sich 2/3 der 1062 Befragten über 18 Jahre vom 27.Oktober bis 5. November 2012 ausgesprochen (hier).

Thorium statt Uran: „Norwegen erfindet die Kernenergie neu“ Das Land besitzt große Mengen des radioaktiven Thoriums. Die norwegische Regierung setzt auf eine ganz eigene Definition der Energiewende: nicht die erneuerbaren Energien, sondern atomare Energiequellen sollen weiter entwickelt werden. In Zusammenarbeit mit der Firma Thor Energy will der größte Ölproduzent Europas sich unabhängiger von seinem wertvollsten Bodenschatz machen. Andere Länder wie China und Indien investieren auch in die Forschung von Thorium. (Deutsche Wirtschafts-Nachrichten 14.12.12).

Deutschland schaltet die Kernkraftwerke ab, und was macht die Ukraine?: Laufzeitverlängerung im KKW Südukraine  Im KKW Südukraine wird an der Verlängerung der Laufzeit von zwei Reaktoren WWER-1000 gearbeitet. Die Blöcke 1 und 2 sind 1982 bzw. 1985 in Betrieb gegangen, den Projekten lag eine Laufzeit von 30 Jahren zu Grunde.Im Zusammenhang mit der periodischen Überprüfung der Sicherheit und Nachrüstung der Blöcke wurden die Bedingungen für eine Laufzeitverlängerung auf 60 Jahre geprüft. Dabei wurde die Prüfung durch Spezialisten der schwedischen Aufsichtsbehörde SSM unterstützt und das schon seit 4 Jahren. (Journal Energoatom der Ukraine N° 38 2012, Tetra Energie Nov.2012)

Einem Bericht des “World Resources Institute” zufolge ist derzeit der Bau von weltweit 1.200 neuen Kohle-Kraftwerken geplant. Wie MarketWatch berichtete, sollen die meisten der Kraftwerke in Indien und China entstehen (76 %). Wenn alle diese Projekte abgeschlossen sind, würde sich die globale Kapazität der Kohle-Kraftwerke gegenüber der aktuellen Kapazität fast Vervierfachen. In den USA wird mit dem Bau von 36 neuen Kraftwerken gerechnet (s. auch hier).

Grünes Jobwunder erweist sich als Luftschloss: Den Deutschen wird seit Jahren eingeredet, die neue „grüne Industrie“ werde 100.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die Realität ist jedoch anders: Siemens hat nach anhaltend hohen Verlusten entschieden seine Solarthermie- und Photovoltaik-Abteilungen aufzugeben. Ebenso Schott und. Bosch. Damit geben die 3 größten Unternehmer der Solarbranche auf. Auch ein anderes grünes Lieblingsprojekt bricht zusammen: das dänische Unternehmen Dong Energy will sich aus dem finanziell ehrgeizigen Windparkprojekt Borkum Riffgrund 2 (70 km vor der deutschen Nordseeküste) zurückziehen. Hauptproblem: Anschlußtermin  an das Stromnetz offen. Dong stornierte einen  Auftrag bei Siemens über 97 Windräder mit 300 MW Kapazität. Bei der Windkraft-Zulieferer-Industrie in Cuxhaven und Emden gab es Entlassungen. (Neue Solidarität Nr.46, 14.11.2012).

Die EIKE-Redaktion

Ergänzung – Schlaue Japaner! Benny Peiser auf ACHGUT meldet:  

Japan denkt, Deutschland nicht

Eindreiviertel Jahre nach der Katastrophe von Fukushima rückt die neue japanische Regierung vom geplanten Atomausstieg ab. Der bis 2040 geplante schrittweise Ausstieg aus der Atomkraft müsse überdacht werden. Das sagte Wirtschafts- und Industrieminister Toshimitsu Motegi von der Liberaldemokratischen Partei (LDP) am Donnerstag kurz nach seinem Amtsantritt.

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13 Kommentare

  1. #10
    Die Art und Weise der Argumentation nennt sich
    „sozialistische Dialektik“.
    Noch Fragen, wie die Qualitätsjournalisten ticken ?

  2. An #3: Oliver Hartmann

    „In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, (na ja, vielleicht leicht angeschmolzen) tausende Menschen starben (sind ertrunken). Es war die schwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986. (kann schon sein)“

    Man muss nur mehrere wahre Aussagen geschickt miteinander kombinieren und bekommt so eine völlig andere Aussage.

    Beispiel:
    Heute ist mir im Keller ein Besen mit einem lauten Bums umgefallen. 150.000 Menschen sind gestorben. Sie trugen keine Ohrenschützer.

    Alle drei Aussagen sind richtig!

  3. Zum Artikel der DW „Japans kurzer Ausstieg“:

    Dieser Satz ist IMHO schon kriminell und verleumderisch. Vielleicht wäre es sinnvoll Tepco davon in Kenntnis zu setzten.

    Feedback ist natürlich hinterlassen.

    MFG Stoer

  4. Japan handelt rational,
    also unter Benutzung des Verstandes;

    Deutschland handelt irrational,
    also unter Ausschaltung des Verstandes.

    Leider hat die Deutsche „Atomwirtschaft“
    den Unsinn mit dem „CO2-Gift“ mitgemacht
    oder sogar maßgeblich gefördert.

    Es soll ja noch heute Kernkraftbefürworter geben,
    die immer noch an der CO2-Treibhaustheorie festhalten 🙂

    mfG

  5. Den Teil: Thorium statt Uran: Norwegen erfindet die Kernenergie neu, ist eine völlig substanzlose Meldung und es wäre besser diesen Teil herauszunehmen.

    Eine kleine Fa. propagiert die Thoriumverwendung in Kernreaktoren.

    Norwegen und insbesondere diese Fa. haben keinerlei Resourcen um eine Thoriumverwendung voranzutreiben.

    Hierzu bedürfte es grosser Kernkraftbetreiber und Brennstoffhersteller.

    Am intensivsten beschäftigt man sich in Indien mit der Zugabe von Thoriumanteilen zum Kernbrennstoff der Candu Reaktoren. Die grosse Herausforderung ist das Beiprodukt U232. Dieses emittiert eine sehr harte Gammastrahlung die die Handhabung genutzten Brennstoffs und die Wiederaufbereitung erschwert.

    Vandale

  6. Ich habe der Deutschen Welle um etwa 16:30 eine Mail geschrieben wg. Fukushisma und um Belege für die Behauptung gebeten. Die DW kann nicht sagen, sie hätte von nichts gewußt.

  7. zu #3: Oliver Hartmann

    Hallo Redaktion,

    danke für den Hinweis. Ich habe gerade folgende Email an die Deutsche Welle abgeschickt:

    „Sehr geehrte Damen und Herren,

    in dem o.g. Bericht führen Sie an: „Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben. Es war die schwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.“

    Offensichtlich berichtet auch die DW, wie leider fast alle deutsche Medien, falsch über die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Erdbeben, dem Tsunami und der schweren Havarie im Kernkraftwerk KKW Fukushima in Japan. Durch die Zerstörung des Kernkraftwerkes inklusive Kernschmelze sind keine Menschen gestorben. Die tausende Menschen starben vor allem durch den gewaltigen Tsuami, der auch zu den katastrophalen Schäden am Kernkraftwerk führte, da er auch die Notstromversorgung lahm legte. Das KKW Fukushima war nicht für eine so hohe Tsunami-Welle ausgelegt.

    Im Übrigen weist die Kernenergie gegen über allen anderen Energie-Quellen die geringste Todesrate pro TWh erzeugter Energie auf, was u.a. im Beitrag „http://tinyurl.com/6jsbsmq“ nachzulesen ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Burkard Reimer

    EIKE und allen Mitstreitern noch ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr, auch im Ringen gegen den religiösen Klima- und Energie-Wahnsinn.

  8. #1 Václav Endrst

    Das ist gut, Herr Endrst, „Grüner Star“ als neuer Spitzname für unsere Wassermelonen (außen grün, innen rot).

    Im Ernst: Dass das Zeitalter der Kernenergie erst richtig anfängt, steht nirgendwo in der Welt in Zweifel. Auch Deutschland wird irgendwann wieder einsteigen, wenn der grüne Wahn verflogen sein wird. Ob wir Gegenwärtige das noch erleben? Ich denke schon, weil die wirtschaftlichen Folgen der Merkel’schen Energiekatatastrophe (vulgo: Energiewende) nicht mehr lange auf sich warten lassen werden.

  9. Was ist das für ein Qualitäts-Journalist bei der deutschen Welle?

    Zitat:

    In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben. Es war die schwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

    Zitat-Ende.
    http://www.dw.de/japans-kurzer-ausstieg/a-16488908

    Meines Wissens gab es keine Toten durch den Reaktorunfall, jedoch Tausende durch das Erdbeben.

    So wird Propaganda gemacht.

  10. Mit einer völlig neuen Denkrichtung kann man der Situation auch etwas positives abgewinnen.
    Wenn wir unseren Strombedarf zukünftig aus den Nachbarländern decken, sorgt Deutschland zumindest im mitteleuropäischen Raum für eine ausgeglichene Handelsbilanz.
    Stichwort: Target II
    Der deutsche Handelsbilanzüberschuß innerhalb der EU ist seit 2007 auf über 700 Mrd. Euro angestiegen. Dieses Verrechnungsguthaben bei der EZB kann nur durch den Einkauf von Waren und Dienstleistungen realisiert werden.

    Unter diesem Aspekt brauchen wir natürlich auch die neuen „Stromautobahnen“ mit Anschluß an unsere Nachbarländer. Allerdings sind auch unter diesen Umständen unsere fluktuativen Wind- und Solaranlagen eher hinderlich.

    Strom wird für uns ein europäisches Handelsgut. Da braucht uns keiner mehr was von Autarkie erzählen. Es ist der Weg in eine neue Abhängigkeit.

    mfg
    Markus Estermeier

  11. Japan denkt und Deutschland – so sehe ich es – leidet am grünen Star.In der Hoffnung dass das Jahr 2013 bringt zu mindest diese Diagnose in Umlauf richte ich ein Neues Jahr Gruß an alle EIKE Mitglieder und Kommentatoren.

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