IPCC Veröffentlichungspraxis: So etwas nennt man Schummeln!

IPCC-Funktionäre berichten den Autoren der Arbeitsgruppe 2 von wissenschaftlichen Studien, die noch gar nicht geschrieben worden sind. Diese Studien werden in einer Sonderausgabe eines Journals erscheinen und von einem aktivistischen Wissenschaftler herausgegeben. Das IPCC sagt auch, dass es selbst keine Forschungen durchführt. Es sagt, dass es lediglich die bereits verfügbare wissenschaftliche Literatur bzgl. Klimaänderung durchforstet und herauszufinden versucht, was das alles bedeutet. Aber das ist nicht das, was in Wirklichkeit vor sich geht.


Im Jahre 2010 hat ein IPCC-Insider Ermittlern des  Inter Academy Council IAC mitgeteilt, dass Wissenschaftler, die bestimmte Informationen in den IPCC-Berichten unterbringen wollen, manchmal Zeitschriftenartikel auf Anforderung erstellen. Das liest sich so:

Regierungen wollen, dass das Kapitel über aktuell relevante Fragen, für die es oftmals „graue“, aber kaum begutachtete Literatur gibt, dazu etwas sagt… Eine in solchen Fällen gängige Methode war es, dass Leitautoren versuchen, das Material in begutachteten Journalen zu veröffentlichen, während sie am Entwurf des IPCC-Kapitels arbeiten, so dass die veröffentlichten Artikel im endgültigen Entwurf des IPCC-Kapitels aufgeführt werden können. (Hervorhebung hinzugefügt; siehe Seite 68 in diesem 678-seitigen PDF-Dokument]

In meinem Buch über das IPCC sage ich:

Das nennt man schummeln. Und offensichtlich ist es ein offenes Geheimnis, dass so etwas passiert.

Ich weise darauf hin, dass, obwohl eine spezielle Ausgabe des Journals Climatic Change erst noch veröffentlicht werden muss, 16 der 21 Kapitel im letzten großen IPCC-Bericht sich bereits darauf bezogen. Tatsächlich scheint diese Ausgabe des Climatic Change durch das IPCC-Personal im Schnellverfahren zusammengestellt worden zu sein, damit sie eine ganze Palette von Dingen nennen können, die sich in der wissenschaftlichen Literatur noch nicht durchgesetzt haben (siehe IPCC Cites an Unpublished Journal 39 Times [etwa: Das IPCC zitiert 39 mal aus einem unveröffentlichten Journal]).

Etwas verdächtig Ähnliches passiert jetzt noch einmal. Und es scheint, als ob IPCC-Funktionäre es stillschweigend durchgehen lassen.

Als sich Leitautoren der IPCC-Arbeitsgruppe 2 Ende Oktober dieses Jahres in Buenos Aires trafen, hatte jeder von ihnen ein Informationspaket erhalten, das ein Dokument mit dem Titel Special Issue on ISI-MIP results enthalten hatte. Es machte sie auf eine bevor stehende Ausgabe des Journals der National Academy of Sciences (PNAS) aufmerksam.

Dem IPCC-Dokument zufolge wird es in einigen dort erscheinenden Studien um die Ergebnisse des Inter-Sectoral Impact Model Intercomparison Project gehen. Aber das Dokument weist auch darauf hin, dass darunter auch Studien zu Themen wie Extremereignisse, Wasserversorgung und CO2-Düngung sind.

IPCC-Funktionäre wissen, dass die zu veröffentlichenden Studien in dieser Ausgabe der PNAS noch nicht geschrieben worden sind. Ihrem eigenen Dokument zufolge liegt der Einsendeschluss nicht vor dem 31. Januar 2013.

Warum also gibt das IPCC seinen Autoren diese Art der Aufmunterung? Weiß es schon im Voraus, dass diese Studien so grundlegend sein werden, dass das IPCC gar nicht in der Lage ist, sie zu ignorieren?

Vielleicht. Oder vielleicht sagen IPCC-Funktionäre den Autoren, wo sie nach Material suchen können, das unbequeme Lücken in ihren Schriften auffüllen kann.

Das IPCC-Dokument bemerkt, dass der Gastautor dieser PNAS-Sonderausgabe Hans Joachim Schellnhuber sein wird. Falls jemand eine Liste hoch politisierter, aktivistischer Wissenschaftler zusammenstellt, wäre dieser Herr ganz oben zu finden.

Schon Monate, bevor die Autoren des bevor stehenden IPCC-Berichtes überhaupt benannt worden waren, erklärte deren Vorsitzender öffentlich, zu welchen Schlussfolgerungen dieser Bericht kommen wird.

Oben habe ich über ein seltsames Dokument berichtet, dass an die IPCC-Autoren verteilt worden ist, und dem zufolge sie auf noch nicht durchgeführte Studien hingewiesen werden.

Die einzige vernünftige Erklärung lautet, dass erwartet wird, diese Studien kommen zu Schlussfolgerungen, die das IPCC als hilfreich ansieht. Das bedeutet, dass das IPCC nicht die existierende wissenschaftliche Literatur in unparteiischer Manier durchforstet und dann einen objektiven Bericht darüber schreibt.

Stattdessen wird die Integrität seiner eigenen Prozesse durch seine eigenen Funktionäre unterminiert. Warum? Weil sein bevor stehender Bericht zu der richtigen Schlussfolgerung kommen wird.

Ich weiß, das klingt zynisch und lieblos von mir. Aber wie ist es hiermit?

Die Namen der Auserwählten, die den 5. Zustandsbericht schreiben sollen, wurden erst im Juni 2010 bekannt gegeben. Aber neun volle Monate zuvor, im September 2009, wusste der Vorsitzende des IPCC -der Eisenbahn Ingenieur Rajendra Pachauri- schon, was in dem Bericht stehen würde.

Folgendes hat er vor Zuhörern in New York gesagt:

Wenn der 5. Zustandsbericht des IPCC 2013 oder 2014 erscheint, wird es eine erhebliche Wiederbelebung des Interesses an Maßnahmen geben, die durchgeführt werden müssen. Die Leute werden sagen ‚Mein Gott, wir müssen viel schneller als geplant Maßnahmen ergreifen’.

(Fettdruck hinzugefügt; backup-Link hier, Dank an Tom Nelson)

Lange bevor die Autoren ausgewählt worden waren, Jahre bevor sie sich durch Tausende Seiten Text gewühlt haben, lange bevor sie sich aus ihrem normalen Arbeitsleben ausgeklinkt haben, um zu Treffen in San Francisco, Buenos Aires, Japan, Südafrika und Neuseeland zu fliegen, wusste der Vorsitzende nicht nur, was sie schreiben würden, er wusste auch, dass ihre Schlussfolgerungen so dramatisch sein würden, dass die öffentliche Reaktion OMG [= Oh My God] wäre.

Meine Damen und Herren, das bedeutet, die IPCC Position ist festgelegt!

Der Vorsitzende des IPCC glaubt, dass es das Ziel seiner Organisation ist, uns zu ängstigen – uns so furchtbar zu ängstigen, dass wir in Panik geraten und Dinge tun, die wir anderenfalls als unnötig ansehen würden.

Das scheint mir ein guter Zeitpunkt zu sein, daran zu erinnern, dass während der letzten Jahre the London Sunday Times, the UK Telegraph, the Financial Times, and the New Scientist nach dem Rücktritt von Pachauri gerufen haben.

Solange er an der Spitze verbleibt, kann kein vernünftiger Mensch auch nur eine Spur an Vertrauen zu dem haben, was das IPCC sagt.

Es hat über den 1. Teil dieses Artikels eine Diskussion auf dem Bishop Hill blog gegeben. Unter den Kommentaren finden sich ein paar von dem Ökonom Richard Tol, der gegenwärtig für ein Kapitel der Arbeitsgruppe 2 des IPCC verantwortlich ist.

Hier folgt eine bearbeitete Version darüber, was er über die noch durchzuführenden Studien sagt, die in einer bevorstehenden Sonderausgabe in PNAS veröffentlicht werden sollen:

Die PNAS-Sonderausgabe ist aus folgenden Gründen abwegig. Sie berichtet von einem Modellvergleich… der kleinste gemeinsame Nenner – der Komparitor – in diesen Modellen ist die Auswirkung, die die Klimaänderung in der heutigen Welt ohne Anpassungen haben würde.

Wir wissen aus der Literatur, dass Anpassung die Auswirkungen der Klimaänderung erheblich reduzieren würde. Wir wissen, dass die zukünftige Verwundbarkeit bzgl. der Klimaänderung gegenüber heute sehr unterschiedlich und möglicherweise viel geringer sein würde – zum Beispiel bzgl. Sorgen hinsichtlich Auswirkungen der Klimaänderung auf Malaria, wenn bis dahin ein Impfstoff entwickelt wäre, der die Malaria zum Verschwinden bringen würde.

Daher wird die PNAS-Sonderausgabe nicht unsere besten Schätzwerte hinsichtlich der Auswirkung der Klimaänderung vergleichen, sondern vielmehr unsere schlimmsten Schätzwerte. Es ist alarmistisch durch Fahrlässigkeit (einige würden sagen konstruktionsbedingt).

…Wir haben die PNAS-Sonderausgabe (in meinem Kapitel) besprochen und uns dazu entschlossen, deswegen nicht umzufallen. Werden andere Kapitel dem Beispiel folgen? Weil die PNAS-Sonderausgabe unmittelbar vor Redaktionsschluss erscheinen wird, werden (IPCC-fremde Begutachter) geringe bis gar keine Chancen haben, die ungeeignete Verwendung dieses Materials zu kommentieren.

Donna Laframboise

Hier können Sie das sorgsam recherchierte Buch von Donna Laframboise zu den skandalösen Vorgängen innerhalb des IPCC kaufen.

Link: http://nofrakkingconsensus.com/2012/12/20/this-is-called-cheating-part-1-and-2/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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4 Kommentar(e)

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1

Leider bin ich des Englisch nicht so mächtig, deshalb überlasse ich den Leuten von EIKE eventuell entsprechende Konsequenzen, wie Strafanzeige ö.ä., einzuleiten.

Gefunden wurde das ganze unter -> http://tinyurl.com/bn26wn2 (Achse des Guten)

Hier wird unter dem Titel "Neues vom Öko-Fascho" behauptet das ein Professor aus Graz die "TODESSTRAFE" für Klimaleugner fordert. Die entsprechenden Hinweise (Links) sind in dem Text blau hinterlegt.

Frohes Fest und einen guten Rutsch.

2

Das IPCC und andere „Einrichtungen“ haben eine zu starke politische Macht. Sie wurden aber nicht vom Volk gewählt, d.h. ihnen steht diese Macht nicht zu. Auch das PIK agiert politisch zu stark. Es muss sich entweder zurückhalten und politisch neutral werden, oder eine eigene Partei gründen um sich zum Volksvertreter wählen zu lassen. Die Demokratie geht zum Teufel, wenn wir zulassen, dass solche dubiosen „Einrichtungen“ eigenständig politische Macht ausüben. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.

3

#1 Herr Richter,

ich stimme Ihnen vorbehaltlos zu! Im Original stand das Wort "cheating", das natürlich neben Schummeln vielleicht auch noch andere, stärkere Bedeutungen hat.

Ich glaube, sie hat absichtlich dieses recht harmlose Wort verwendet und nicht von "fraud" oder "flaw" gesprochen.

Chris Frey, Übersetzer

4

Ich habe nicht den wissenschaftlichen Fundus, dies alles entsprechend verarbeiten zu können, sondern muss mich weitgehend auf den Wahrheitsgehalt "hier" verlassen...was ich auch zumeist tue. Wenn in Punkto dieses Berichts von "Schummeln" gesprochen wird, so sehe ich darin eine Verniedlichung (warum auch immer).
Für mich ist so etwas klarer Betrug, der sich immer wieder fortpflanzt und neuen Nährboden findet. Den IPCC abzuschaffen, wäre wohl die einzigst vernünftige Lösung...aber dies wird wohl noch lange ein (mein) Wunschdenken bleiben.

Erich Richter