Nordpolschmelze in deutschen Provinz-Blättern

Originalbild der NASA, in der RNZ mit anderer Legende!

In der Wochenendausgabe der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) vom 1./2. Dezember wurde eine Schreckensmeldung mit dem Titel „Auch die Polkappen schmelzen“ veröffentlicht. Das grönländische Gletschereis sei bereits zu 97% verschwunden. Und dies im Zeitraum von 4 Jahren von 2008 bis 2012. Der Nordpol würde schmelzen. Die Zeitschrift Science hätte das Bild veröffentlicht. Das Bild, hier Titelbild der EIKE-News und im Anhang nochmal als jpg zum Herunterladen zur Verfügung gestellt, sei der Beweis.


Bereits Anfang der Woche wurde ich telefonisch und per Mail auf diese Meldung angesprochen. Da ich bei meinen Bekannten als "Klimaskeptiker" durchgehe, war dabei ein triumphierender Unterton unüberhörbar. Was könne ich gegen diese Beweislage noch vorbringen. Das Bild zeige die Katastrophe eindeutig, da gäbe es nichts zu zweifeln. 

Nun kümmere ich mich um Klima-Presseunsinn schon lange nicht mehr, die Zeit ist mir dafür zu schade. Hier war ich allerdings gefordert. Eine kurze Internet-Recherche brachte schnell die Tatsachen zu Tage: Das Bild stammte von der NASA (hier), die die zugehörigen Fakten aufführte. Es waren nicht 4 Jahre sondern 4 Tage(!) eines ganz normalen Warmlufteinbruchs im grönländischen Sommer, der 97% der Eisoberfläche von vermutlich wenigen Millimetern Dicke schmelzen ließ. Viel mehr Umwandlung von Oberflächeneis in Wasser dürfte über 4 Tage in Grönland wohl kaum möglich sein.

Es handelte sich daher um die Folgen eines normalen Wettervorgangs. Praktisch nichts von dieser ohnehin vernachlässigbaren Schmelze gelangte der weiten Entfernungen zur Küste wegen in den Atlantik. Schlussendlich konnte auch von einer Veröffentlichung des Bildes in der Zeitschrift Science keine Rede sein. Diese Behauptung der RNZ war frei erfunden. Meine Bekannten und Freunde waren nach meiner Aufklärung über die RNZ massiv verstimmt. Ich wurde zu einem Leserbrief gedrängt.

Nun schreibe ich klimakritische Leserbriefe ebenfalls schon lange nicht mehr. Es ist verlorene Zeit, denn sie werden nicht veröffentlicht. Hier musste ich freilich meine Zurückhaltung aufgeben und schrieb daher per E-Mail vom 4.12.2012 an die RNZ folgenden Text:

Beginn des Leserbriefs:

betr. RNZ 1./2. Dezember, S. 28: Auch die Polkappen schmelzen

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

Die von der RNZ abgedruckte Schreckensmeldung über das abschmelzende Nordpoleis ist absurd falsch. Man erkennt dies, wenn man sich die Originalquelle des gezeigten Bildes im Internet ansieht. Das Bild stammt von der NASA (http://tinyurl.com/c7pea7m). Den angeblichen Fachartikel in Science, der das von der RNZ gezeigte Bild enthalten soll, gibt es nicht. Die am unteren Rand des Bildes von der RNZ oder vermutlich bereits von der zuliefernden Nachrichtenagentur abgeschnittene Legende des Originalbilds zeigt Wichtiges. Der Satellit beobachtet die Oberfläche des Eises und kann nur zwischen "Eis" und "Schmelzwasser" auf wenigen Millimetern Dicke dieser Oberfläche unterscheiden. Der gesamte Vorgang zwischen linkem und rechtem Teilbild spielte sich in den 4 Tagen vom 8.Juli bis zum 12.Juli 2012 ab. Ein Warmlufteinbruch, wie er im grönländischen Sommer immer wieder einmal vorkommt, ließ fast 100% der Eisoberfläche schmelzen. Das Bild sieht demzufolge erschreckend aus. In Wirklichkeit geht es in diesen 4 Tagen nur um wenige Millimeter Oberfläche und auch davon ist der großen Entferung zur Küste wegen nur ein verschwindender Bruchteil ins offene Meer geflossen. Der Rest der Schmelze friert bei dem nächsten Temperaturrückgang wieder fest. Man kann die Schmelzmenge aus der Eisbedeckungsfläche und einer geschätzten Schmelztiefe leicht abschätzen. Da der grönländische Eispanzer rund 3 Millionen Kubikkilometer Eis aufweist, ist der Schmelzvorgang daher nicht katastrophal sondern ein Nulleffekt. Bis der grönländische Eispanzer taut, würden auch bei höheren Erdtemperaturen als heute mehr als Tausend Jahre vergehen.

Der RNZ-Redaktion ist kein Vorwurf zu dieser Falschmeldung zu machen. Die RNZ-Redakteure verfügen weder über die Zeit noch das fachliche Wissen, die Fehler zu erkennen. Der Weg, wie solcher Unsinn in die Lokalblätter gelangt, ist im Übrigen leicht nachvollziehbar. Grüne NGO’s (auch die Führung der NASA unter dem Klima-Aktivisten J. Hansen) lanzieren durch ihren politischen Einfluss solche Alarmmeldungen in die großen Nachrichtenagenturen, wie dpa etc. Von dort finden sie den Weg in die lokalen Redaktionen. Da Klimawandel, Klimaschutz und alle dazugehörigen Themen zu einer stark "wahrheitsbedrohten Spezies" gehören, sollte jeder intelligente Leser bei Schreckensmeldungen über Klimakatastrophen eine gehörige Portion Skepsis mitbringen. Kurz vor jeder internationalen Klimakonferenz nehmen Klima-Schadensereignisse in erstaunlichem Ausmaß zu. Woher kennt die Natur die Termine dieser Konferenzen?

Mit freundlichen Grüßen

Ende des Leserbriefs.

Dies war für einen Leserbrief wohl zu deutlich. Er wurde von der RNZ nicht abgedruckt. Dennoch bin ich der RNZ dankbar. In meinem neuen Buch "Energie und Klima: Chancen, Risiken, Mythen", welches der expert-Verlag herausbringt und das  unmittelbar vor dem Druck steht, hatte zeitlich in letzter Sekunde noch ein Paradebeispiel für Pressefalschinformation über "Klimawandel" ganz gut hineingepasst. Dort steht es nun. Die RNZ darf sich freilich nicht wundern; hätte sie den Leserbrief gebracht, hätte sich eine Veröffentlichung anderenorts erübrigt.

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke

EIKE-Pressesprecher

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23 Kommentar(e)

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1

Lieber Herr Ketterer
Zu meinem Umfeld gehören auch ein paar RNZ-ler.Die beschreiben ihre Arbeitsvorgaben recht deutlich. Klima,öko und gender sind per order de mufti zu fördern. Zarte Kritik ist ab und an in einer Glosse möglich. Alles andere, egal wie gut recherchiert wird nicht gedruckt.
So läuft das halt in der Presse.
MfG
Michael Weber

2

Ist das nicht fantastisch, was die AGW-Wissenschaft kann: aus einer Messstation in der Westantarktis mit einem gebrochenen Sensor, mit Meßlücken und anderen Problemen, Rekalibrierung der Sensoren und Auffüllen der Meßlücken durch Computeranalyse der Atmosphäre wird eine Erwärmung größtenteils in den 80-ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ermittelt und die "Fachzeitschrift" Nature Geoscience veröffentlicht so etwas natürlich sofort. Unsere "kritischen Medien" machen daraus gleich einer Erwärmung der gesamten Antarktis mit allen Horrorszenarien, die dazu gehören.
Fröhliche Weihnachten

3

Was stand denn unu unter dem Bild in der RNZ. ImArtikel stand nicht,dass das Bild aus dem besagten Artikel stammen soll. Hat Herr Lüdecke eine Falschmeldung hineininterpretiert, weil verschiedene Quellen (teilweise fehlerhaft wiedergegeben wurden)? Ich sehe im Leserbrief kaum Bezug zum RNZ-Text und verstehe somit die RNZ-Redaktion

4

19: J.Kowatsch sagt:
am Montag, 24.12.2012, 12:39

Lieber Herr Grabitz, K17
vielen Dank für den link. In der Südwestpresse kam davon heute morgen eine kurze Meldung, nämlich über die starke Erwärmung und die Eisschmelze am Südpol. Ich habe folgende Zeilen sofort an die Redaktion geschrieben: ...Ich sende Ihnen ein Bild von der deutschen Antarktisstation Neumayer II, die nach 18 Jahren aufgegeben werden mußte, da sie 15 Meter unter dem Eis liegt. Sie ist nicht eingesunken, sondern das Eis ist angewachsen. Im Gegensatz zur heutigen Meldung in der Südwestpresse auf Seite 2 wird es am Südpol nicht wärmer, sondern kälter, das Eis wächst.... Dazu ein Bild von der deuschen Station NeumayerII, die vor 18 Jahren auf dem Eis erbaut wurde und inzwischen 15 Meter unter dem Eis liegt. Das Eis wächst jährlich um 80 Zentimeter.
##########
Sehr geehrter Herr Kowatsh,
Als "Naturkunde"Lehrer sollten Sie wissen, dass auf Gletschern wie auch auf Eisschilden Schnee oberhalb der GWL akkumuliert un zu Firn und Eis metamorphisiert. Was überrasct sie also an der Tatsache, dass Neumeyer im Firn versinkt??
Mich überrascht eher, dass Sie als Lehrer dann solche Schlüsse ziehen. Wie weit ist Neumeyer von der Westantartkis nochmals weg?????

5
Leistenschneider/kowatsch

Lieber Herr Grabitz, K17
vielen Dank für den link. In der Südwestpresse kam davon heute morgen eine kurze Meldung, nämlich über die starke Erwärmung und die Eisschmelze am Südpol. Ich habe folgende Zeilen sofort an die Redaktion geschrieben: ...Ich sende Ihnen ein Bild von der deutschen Antarktisstation Neumayer II, die nach 18 Jahren aufgegeben werden mußte, da sie 15 Meter unter dem Eis liegt. Sie ist nicht eingesunken, sondern das Eis ist angewachsen. Im Gegensatz zur heutigen Meldung in der Südwestpresse auf Seite 2 wird es am Südpol nicht wärmer, sondern kälter, das Eis wächst.... Dazu ein Bild von der deuschen Station NeumayerII, die vor 18 Jahren auf dem Eis erbaut wurde und inzwischen 15 Meter unter dem Eis liegt. Das Eis wächst jährlich um 80 Zentimeter.

6

#6: Werner Moß sagt:
"Fehlt der Katastrophe die Logik, oder wird die Logik zur Katastrophe? Hilfe! Hilfe!"

Sehr geehrter Herr Moß,

Sie bringen die Klimaberichterstattung in den Medien des 4.Reiches ziemlich genau auf den Punkt:
Das blöde Geschreibsel hirnloser "Journalisten" ist nur noch mit ausreichend Galgenhumor zu ertragen

7

Wenn´s am Nordpol nicht klappt, dann wird es eben auf der Antarktis rätselhaft, wenn es zu warm wird und dadurch der Meeresspiegel steigt.
Natürlich doppelt so schnell wie erwartet.

Hier die neueste "brisante" Meldung

http://tinyurl.com/d3gyq8x

Es gibt ja schließlich mehrere Möglichkeiten das Meer steigen zu lassen.

8

#9: Gunnar Innerhofer sagt: "...nur sind "ihre" -15°C od. -20°C völlig sinnlos, denn es geht hier in erster Linie um jene Zonen, welche eben nicht auf 2000m Seehöhe oder darüber liegen, sondern um den Rest und um die Sommermonate und selbst bei Berücksichtigung von deutlich mehr Schneefall zeigen alle wissenschaftlichen Ansätze, dass die Bilanz bei erhöhten T Werten stark negativ wird und war.
Sie können freilich weiter aus der Sandkiste plaudern, oder aber auch ein Paper schreiben bzw. eines zitieren, welches ihre Milchmädiweisheiten stützt."
=============================================

Sie sollen "-15°C od. -20°C" nicht mit Zonen verwechseln. Das ist so wie Kilogramm mit Meter verwechseln, oder Watt mit Liter. Egal in welchen Zonen, Eis schmelzt nun mal nicht unter dem Gefrierpunkt, deshalb sind Temperaturschwankungen unter dem Gefrierpunkt irrelevant.

Eisschmelze mit DURSCHNITTStemperaturen zu begründen ist nun mal ein grober Unfug, und ihre "Klimawissenschaft" ist voller Unfug überhaupt, dementsprechend sind diese "Paper" nicht mal das paper wert, auf dem sie geschrieben sind.

9

Da fragt man sich was in den Köpfen der Reporter vorgeht wenn sie so einen Leserbrief nicht veröffentlichen und ihren Fehler nicht berichtigen.Muss sich um irgendwelche -isten handeln.Klimatisten wäre vielleicht ein Name...

Was mur vor kurzem einfiel als ich las das es vor 2000 Jahren noch Wärmer war als bisher angenommen,die Häfen aus der damaligen Zeit sind doch alle unter Wasser.Sie hätten doch aber viel höher liegen müssen da der Meeressspiegel ja bei diesen Temperaturen um mehrere Meter steigt wie man uns sagt.

Gibt es eine Untersuchung dazu?Das wäre doch mal wieder eine Frage die die Grünen zum Nachdenken brigen würde.

10

#9
Sehr geehrter Herr Innerhofer,
Ihrer Erwiederung, noch dazu verbunden mit der Polemig "Milchmädiweisheiten" kann ich nicht folgen.

Die angesprochenen Blogteilnehmer haben gesagt, dass geringfügige Temperaturerhöhungen nur unwesentliche Auswirkungen auf das Eismasseverhältnis des Grönlandeises haben (können), zudem, dass dies keinen signifikaten Einfluss auf den Meeresspiegel haben kann.
Dem folge ich, denn wäre es anderst, hätte zur "Grünlandzeit" im Mittelalter und zur Römerzeit der Meeresspiegel höher sein müssen als heute, was er definitiv nicht war. Gleiches gilt auch für das Antarktiseis, dem aufgrund des extremen Kälte-Mittelwertes geringe Temperaturerhöhungen nicht das Geringste anhaben können.

Zudem streiten sich die "Experten" mit Begeisterung, ob es bei etwas wärmerer Temperatur wegen des Niederschlags nicht sogar mehr Eis geben könnte. Wie eben immer, wenn der Mechanismus nicht wirklich bekannt ist, sondern per Abstimmung (und Fördergelder) entschieden wird.

11

#9: Gunnar Innerhofer
Sie können freilich weiter aus der Sandkiste plaudern, oder aber auch ein Paper schreiben bzw. eines zitieren, welches ihre Milchmädiweisheiten stützt.

mfG

12
Norbert Fischer

Die inzwischen verlinkte Passage aus dem Artikel der RNZ zeigt nur eine korrekte Wiedergabe der Ergebnisse des jüngsten Papers von Shepherd et al., Science, 2012.

Eine Aussage wie "97% des Grönlandeises sei bereits verschwunden" ist natürlich mehr als blödsinnig. Nur: In der erwähnten Passage steht sie nicht.

13

Gibt es irgendeinen Link zum Artikel der RNZ?
Online lässt sich bei denen nichts mehr dazu finden. Möglicherweise gelöscht...

14

Sehr geehrter Herr Prof. Lüdecke, ich finde es gerade wichtig, Klimakrit. Leserbriefe zu verfassn, es wird zwar nur jeder zehnte veröffentlicht, aber Freunde und Kollegen können mitlesen: Ich bringe sie alle (ca. 100 in den letzten 2-3 Jahren) auf meiner Seite http://www.derklimarealist.de unter, somit ist wenigstens für ein Minimum an Außenwirkung gesorgt!

15
Gunnar Innerhofer

@greg house vs. Prof. Lüdecke

Herr House, sie zeigen wiederholt, wie schwer sie sich in Klimafragen tun und wie wenig sie in diesem Fach gebildet sind.
Sie selbst verwenden ja gerne den Ausdruck "Grünland" und behaupten immer wieder, dass es schon vor einigen Jahrhunderten dort wärmer war, daher eben Grünland und so weiter. Was zum Teil auch stimmen mag.
Klar ist aber auch, dass es über das Holozän dort schon häufig milder war und insbesondere während des letzten Interglazials (EEM). Vor gut 120ka also war auch der Eispanzer wesentlich kleiner als heute und wenn es wirklich über viele Jahrhunderte bzw. Jahrtausende auch nur um 1-2°C im Mittel über Grönland wärmer werden sollte, ist definitiv mit einem deutlichen Abschmelzen der Eismassen zu rechnen. Mir ist das völlig wurscht, ehrlich gesagt, nur sind "ihre" -15°C od. -20°C völlig sinnlos, denn es geht hier in erster Linie um jene Zonen, welche eben nicht auf 2000m Seehöhe oder darüber liegen, sondern um den Rest und um die Sommermonate und selbst bei Berücksichtigung von deutlich mehr Schneefall zeigen alle wissenschaftlichen Ansätze, dass die Bilanz bei erhöhten T Werten stark negativ wird und war.
Sie können freilich weiter aus der Sandkiste plaudern, oder aber auch ein Paper schreiben bzw. eines zitieren, welches ihre Milchmädiweisheiten stützt.

16
Leistenschneider/kowatsch

Herr Lüdecke
Haben Sie die mailadresse dieser Zeitung.
Ganz umsonst sind solche Schreiben allerdings nicht. Ich bearbeite meine Südwestpresse seit Jahren. Die postitive Folge ist, dass auch von den Alarmisten meistens nichts mehr berichtet wird, die DOHA-Konferenz wurde nie erwähnt, nur am Schluss als Altmaier sein Statement gegeben hat.Wenn Artikel spärlich kommen, dann heißt es immer, laut dpa oder laut afp. Allerdings ist dann der Redakteur vor Ort nicht mehr fassbar.
Und noch ein Tipp: Jedes Schreiben sollte an mindestens 2 adressen der zeitung gehen, denn auch in den Redaktionen herrscht Konkurenzdenken und es freut sich immer einer heimlich über die Fehlerberichterstattung des anderen. Nichts ärgert den Chefredakteur einer Zeitung mehr als Zeitungsenten, das untergräbt die Glaubwürdigkeit der Zeitung in der Region. Schon deshalb können solch gute Leserbriefe wie der von Herrn Lüdecke keine Veröffentlichung finden.

17

"Bis der grönländische Eispanzer taut, würden auch bei höheren Erdtemperaturen als heute mehr als Tausend Jahre vergehen."
Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke
=======================================================

Lieber Herr Lüdecke, nein, so ist es nicht. Natürlich würde sich ein grünes Herz freuen, weil auch wenn es etwas später passieren sollte, "müssten wir sofort handeln", Sie wissen schon. Aber rein wissenschaftlich stimmt es nicht, sogar doppelt nicht.

Erstens, sogar im Rahmen des AGW-Konzeptes bedeuten höheren sog. "Erdtemperaturen" (Sie meinen wohl "Globaltemperatur") nicht, dass es lokal in Grünland wärmer wird. Es kann auch dort kälter werden, trotz steigernder "Globaltemperatur".

Zweitens, auch wenn es in Grünland durchschnittlich wärmer wird, ist es alleine noch kein Grund für Eisverlust. Wenn es aus -20C -15C wird, schmelzt noch gar nichts. Und Niederschläge, Herr Lüdecke, Niederschläge! Überhaupt, wenn es verstärkt schneit, kann sich auch verstärkt Eis bilden, trotz höheren "Durchschnittstemperaturen". Dann gibt es netto sogar immer mehr Eis in Grünland.

Wie Sie jetzt möglicherweise sehen, es gibt noch kein Grund zu Panik auch in mehr als Tausend Jahre.

18

Endlich habe ich den Artikel gefunden:
http://tinyurl.com/d4vxbnh
Jetzt habe ich große Angst. Der Artikel ist schlimmer als das Ende des Maya Kalenders. Millionen Menschen werden vor dem Klimawandel nach Europa fliehen. Das wird ihnen aber nichts nützen, denn das Schmelzwasser des Grönlandeises wird den Golfstrom abbremsen und Europa in Eis einbetten. Äh! Ach so! Das nennt man dann wohl Eistransfer. Oder ... äh ...? Steigt denn dann der Meeresspiegel, wenn da das Eis verschwindet und hier wieder auftaucht? Bleibt Grönland warm, wenn in Europa eine Eiszeit anbricht? Müsste es dann nicht auch in Grönland kalt sein? Haben wir dann neben dem Grönlandeisschild einen weiteren, hier in Europa? Müsste dann nicht der Meeresspiegel sinken? Fehlt der Katastrophe die Logik, oder wird die Logik zur Katastrophe? Hilfe! Hilfe!

19

Das ganze ist einfach lächerlich ! Das ist auch keine Falschmeldung sondern Idiotie in Vollendung.
Das bedarf auch keinen weiteren Erklärungen.
Mein Vorschlag: Den Artikel wegen absoluter Unwirklichkeit löschen, wenn man nicht hier zur Märchenbude absacken will.

Erich Richter

20

Uuhps,
bei meinem letzten Flug nach LA Mitte September war Grönland so ziemlich mächtig mit Gletschereis bedeckt. Das 97% geschmolzen sein sollen kann ich absolut nicht bestätigen. Die Fotos aus gut 10.000m Höhe zeigen etwas ganz anderes.
Solche Meldungen haben die Grenze der Lächerlichkeit bei weitem überschritten.

21
Gunnar Innerhofer

Sg. Hr. Lüdecke und Interessierte

noch ein paar synoptische Fakten zu dieser Situation über Grönland um den 10. Juli 2012.

Man kann sich dazu auf wetterzentrale.de ganz genau die Großwetterlage an diesen Tagen ansehen (Kartenarchiv und dann einfach suchen...)

1. muss man dazu sagen, dass diese oberflächlichsten Schmelzprozesse sicher nicht über volle 4 Tage angehalten haben, den schon bei Sonnentiefstand bzw. Nächtens war damit großteils Schluss. Selbst wenn die Temperaturen knapp im Positiven sind, friert die Eis- Schneeoberfläche schnell wieder zu. Das liegt vor allem daran, dass der "weiße Schnee" beinahe wie ein schwarzer Strahler hinsichtlich IR Abstrahlung reagiert.

2. Die Momentaufnahme aus dem All muss also tagsüber erfolgt sein und hier spielen wieder andere Faktoren die Hauptrolle, als die Temperatur alleine. Zum einen eben der hohe Strahlungsgenuss zu dieser Jahreszeit (und Tageszeit) und ebenso wichtig, die sehr gradientschwache Lage über Zentralgrönland. Auf Seehöhen um 3000m dort hatte es keine positiven Temperaturen und nur wenn es praktisch windstill ist, vermag die Sonnenstrahlung die Eisoberfläche leicht anzutauen. Bei leichten Minusgraden vermag die Strahlung das nicht zu erreichen, wenn es windig ist.

3. diese Großwetterlage mag selten genau zu dieser Jahreszeit vorkommen, nur weiß man überhaupt nicht, wie oft ähnliche Verhältnisse über Grönland schon geherrscht haben. Klar ist aber auch, dass Eiskerndaten damit fürn A sind, zumindest für dieses Jahr wahrscheinlich. Diese sind nur dann zu verwerten, wenn kein Schmelzwasser die Proben vernichtet.

In Summe sage auch ich, es handelt sich dabei um nichts Besonderes und wird nur von den Alarmisten als anthropogen verursacht dargestellt.

22

Auweia!

Und sowas glaubt unsere "Volksvertretung".

Ich werde mal einen Antrag einbringen, den Titel von Herrn Altmaier von "Bundesumweltminister" in "Bundes-Unsinns-Minister" zu ändern.

Aber mal im Ernst, das zeigt ja auch die komplette Ahnungslosigkeit der Journalisten. Dass Grönland innerhalb von 4 Jahren komplett wegschmilzt (so jedenfalls die Meldung der Rhein-Neckar-Zeitung), müsste ja in dieser Zeit mal jemandem aufgefallen sein. Irgendjemandem! Aber nicht mal das PIK oder Herr Bundes-Unsinns-Minister hat das behauptet.
Unglaublich, was bei den Zeitungen für Leute beschäftigt werden, bzw. für wie blöd die die Deutschen halten.
Grönland komplett weggeschmolzen! In 4 Jahren!

Da müsste sich schon bei jedem Fachfremden der gesunde Menschenverstand melden und mal kurz "Stopp" dazwischen rufen.

Willkommmen im Land der Bescheuertheit!

23
Dr. Brandenburg

Das ist alles sehr schön dargestellt, ich hätte mich aber auch über eine Aufnahme nocheinmal einige Tage später gefreut, denn so wird den Alarmisten nicht der Wind aus den Segeln genommen.