Munich Re rührt wieder kräftig die Werbetrommel für Sturm- und Dürreversicherungen

Es gibt Dinge, die gibt’s gar nicht. Da wäre zum Beispiel das Einhorn. Lange hatte man fabelhafte Geschichte über das Tier erzählt, und Leute berichteten ehrfürchtig, wenn sie es wieder einmal in der Ferne angeblich vorbeihuschen sahen. In Apotheken konnte man damals zu stolzen Preisen zermahlenes Einhorn-Pulver kaufen, das gegen allerlei Krankheiten gut sein sollte. Eine schöne Geschäftsidee.


Nun werden Sie sagen, dass diese Zeiten zum Glück endlich vorbei seien. Denn irgendwann war klar, dass das Einhorn ein reines Phantasiegebilde war. In unserer aufgeklärten, modernen Welt könne es solche Hirngespinste nicht mehr geben. Schön wär‘s. Auch die heutige Zeit hat leider seine Einhörner. Zwar haben sie keine vier Beine und auch kein langes Horn auf der Nase, verstecken sich jedoch hinter fragwürdigen wissenschaftlich gekleideten Extremwetter-Apokalypse-Warnungen, die vor allem eines zum Ziel haben: In der Bevölkerung Angst zu säen. Angst vor Stürmen, Angst vor Dürren, Angst vor der zornigen Natur. Und Schuld soll der böse Mensch und sein ausschweifender Lebensstil sein. Mit dieser bewährten biblischen Masche kann man natürlich auch heute noch kräftig punkten. Einer verängstigten Bevölkerung lassen sich viel leichter Versicherungspolicen verkaufen. Und Forschungsanträge mit furchterregenden Extremwetterszenarien laufen durch das wissenshaftlich-politische Bewilligungsverfahren wie ein heißes Messer durch Butter.

Wir haben uns an dieser Stelle bereits ausführlich um die historische Entwicklung von verschiedenen Sturmtypen, Dürren und Überschwemmungen beschäftigt. Eine Übersicht über die entsprechenden Artikel gibt es hier. Das Fazit: Eine außergewöhnliche, unnatürliche Häufung von Extremwetter ist bislang nicht festzustellen. Zu diesem generellen Ergebnis kam im Übrigen auch der letzte Extremwetter-Bericht des Weltklimarats.

Da verwundert es doch sehr, wenn nun der weltgrößte Rückversicherer Munich Re mit einer neuen 250-seitigen Studie „Wetterrisiko Nordamerika“ herauskommt, in der das genaue Gegenteil behauptet wird. Das Handelsblatt berichtete am 23. August 2012 auf der Titelseite über das Munich Re Papier: 

In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl extremer Wetterphänomene wie Wirbelstürme, Überflutungen oder Dürren in den USA fast verfünffacht. So wird es weitergehen, prognostiziert eine Munich-Re-Studie, die dem Handelsblatt vorliegt. […] Unstrittig aber ist, dass die Zahl wetterbedingter Naturkatastrophen steil ansteigt. 

Ein starkes Stück. Auf welcher Grundlage kann Munich Re so etwas behaupten? Stimmen die Fakten? Ist die Methodik der Studie überhaupt geeignet, um solche Aussagen zu tätigen? Im Folgenden wollen wir die bislang unveröffentlichte Studie einem Vorab-Check unterziehen. 

Das Handelsblatt schreibt weiter: 

Allein im ersten Halbjahr 2012 kosteten Hurrikans und Gewitterstürme in den USA die Versicherer 8,8 Milliarden Dollar. Die Studie setzt im Jahr 1980 an und belegt, dass es die höchsten Schäden innerhalb der vergangenen fünf Jahre gab. 

Fehler eins:
Eine Studie, die lediglich die letzten 30 Jahre umfasst, ist überhaupt nicht geeignet, natürliche Klimazyklen zu identifizieren, die sich über etliche Jahrzehnte erstrecken. Der betrachtete Zeitraum ist viel zu kurz. Über 30 Jahre gemitteltes Wetter ergibt letztendlich nur einen einzigen Klimadatenpunkt, den es mit der langjährigen Entwicklung davorliegender Perioden zu vergleichen gilt. Bereits die Methodik der Munich-Re-Studie scheint daher höchst fragwürdig. 

Fehler zwei:
Auch der Bezug auf Schadenssummen anstatt Ereignis-Häufigkeiten bzw. Intensitäten ist bedenklich. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Schadenssummen auch im Falle einer gleichbleibenden Extremwetterhäufigkeit enorm steigern würden. Durch das Bevölkerungswachstum, steigt nämlich die Anzahl der Versicherungsnehmer, die aufgrund zunehmenden Wohlstands zudem immer höhere Versicherungswerte besitzen. Auch siedelten im Laufe der Zeit immer mehr Menschen in Extremwetter-gefährdeten Gebieten wie etwa der angenehmen Küste Floridas. 

Fehler drei:
Nehmen wir mal die in der Munich-Re-Studie erwähnten Hurrikane. Wie man seit längerem weiß, verläuft die atlantische Hurrikan-Aktivität parallel zu einem wichtigen Ozeanzyklus, der Atlantischen Multidekaden-Oszillation (AMO) (Abbildung 1). Und dieser Ozeanzyklus – und im Schlepptau die atlantische Hurrikanhäufigkeit – ist von 1980 bis 2000 angestiegen. Wie redlich ist es dann eigentlich, diesen Anstieg zu berichten, den Zusammenhang mit der AMO jedoch der Öffentlichkeit via Handelsblatt zu verschweigen? Hätte die Studie früher angesetzt, so wären die hohen Hurrikan-Aktivitäten der 1950er/60er Jahre aufgefallen, als der natürliche Zyklus zuletzt seinen Höhepunkt erreichte. 

Abbildung 1: Die atlantische Hurrikan-Aktivität (ACE) der vergangenen 60 Jahre verlief parallel zur Entwicklung der Atlantisch Multidekaden Oszillation (AMO). Aus „Die kalte Sonne“ (S. 203).

Bemerkenswert auch, dass Munich Re offensichtlich vollkommen ausblendet, dass seit Katrina und Wilma 2005 kein starker Hurrikan mehr in den USA aufgetreten ist (siehe unser Blogartikel „Ein unerwarteter Rekord: Noch nie mussten die Vereinigten Staaten während der letzten 100 Jahre so lange auf einen starken Hurrikan warten !“). Auch weltweit ist übrigens kein Anstieg der Hurrikantätigkeit festzustellen (siehe unser Blogartikel „Hurrikanen scheint die Erwärmung egal zu sein: Keine Zunahme der tropischen Wirbelstürme in den letzten Jahrzehnten“).  

Fehler vier:
Auch die im Handelsblatt genannten starken Tornados haben in den USA während der letzten 60 Jahre eher ab- als zugenommen (siehe unser Blogartikel „Was ist die Ursache der Tornado-Häufung von 2011 in den USA? Menschengemachter Klimawandel oder natürliche Variabilität?“). 

Das Handelsblatt zitiert dann den aus Funk und Fernsehen bekannten Peter Höppe, Leiter der Munich-Re-Georisikoforschung: 

„Die Dürre [in den USA] ist für uns keine Überraschung gewesen“, sagt der Georisiko-Chef der Munich Re, Peter Höppe. […] Überrascht zeigte sich die Munich Re aber vom Ausmaß der Katastrophe: Ein solcher Fall sei „mit Abstand noch nie eingetreten“, sagte Vorstand Torsten Jeworrek bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen. Dass die Dürre eine Ausnahme bleibt, ist eher unwahrscheinlich. 2012 ist das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den USA. […] In einigen Jahrzehnten könnte eine verheerende Dürre die Vereinigten Staaten alle paar Jahre heimsuchen, warnt Höppe – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Prämienberechnungen.  

Fehler fünf:
Höppe rührt schon seit geraumer Zeit die apokalyptische Werbetrommel vor der Extremwettergefahr. Wir haben an dieser Stelle bereits mehrfach über seine fragwürdigen Analysen und Prognosen berichtet (siehe z.B. unser Blogartikel „Die Versicherungswirtschaft und die Klimakatastrophe: Eine unheimliche Liaison“). Da wundert es nicht, dass Höppe nun die erstbeste Gelegenheit ergreift und die US-Dürre als Anzeichen für den Klimawandel deutet. Aber halt: Eine ähnliche Dürrewelle wie dieses Jahr hat es in den USA bereits in den 1930er Jahren gegeben („Dust Bowl“), als die CO2-Konzentration der Atmosphäre deutlich niedriger lag. Eine Zunahme der Dürren ist auf langfristige Sicht nicht erkennbar. Auch muss man berücksichtigen, dass die angeblichen neuen US-Temperaturrekorde nur möglich waren, weil zwischenzeitlich die historischen Messwerte aus den 1930er Jahren durch fragwürdige „Datenkorrekturen“ künstlich nach unten gedrückt wurden (siehe unser Blogartikel „Die wunderbare Welt der Temperaturdaten-Korrekturen: Und plötzlich hatte sich der Trend ins Gegenteil verkehrt…“). Ansonsten würde wohl 1936 noch immer den Temperaturrekord innehaben (siehe auch Beitrag hierzu von Roy Spencer).

Höppes Hinweis auf eine mögliche Anhebung der Versicherungsprämien gibt Grund zur Besorgnis. Sollte die fragwürdige neue Munich Re Studie zum Extremwetter in Nordamerika letztendlich nur eine Begründung zur Anhebung der Prämien liefern? Was passiert eigentlich, wenn die Sturm- und Dürretätigkeit auch in den kommenden Jahren die natürliche Schwankungsbreite nicht verlassen sollte, so wie in den letzten Jahrzehnten? Würde sich die Munich Re dann bei den Versicherungskunden in 20 Jahren entschuldigen und die zu viel bezahlten Prämien wieder zurückerstatten? Wohl kaum. Daher sollten die vom Versicherungskonzern vorgebrachten Argumente von unabhängiger Seite geprüft werden, bevor sie in der Öffentlichkeit verbreitet werden. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) kann hier jedoch keine große Hilfe sein, da es mit der Munich Re eng verbandelt ist. 

Fehler sechs:
Grundsätzlich muss hinterfragt werden, ob derartige Studien überhaupt von Versicherungskonzernen durchgeführt und medial vermarktet werden sollten. Der Interessenskonflikt ist vorprogrammiert: Je schlimmer, die Katastrophenwarnungen, desto besser fürs Geschäft. An genau dieser Stelle sind wohl auch dem Handelsblatt Bedenken gekommen und bot fairerweise Fritz Vahrenholt an, in der gleichen Ausgabe die klimarealistische Seite zu vertreten. Hier ein Auszug des Interviews

HANDELSBLATT: Aber die Zahl der Naturkatastrophen nimmt zu. Die USA leiden unter einer Rekorddürre.

VAHRENHOLT: Wir befinden uns in einem El-Niño-Jahr. Alle paar Jahre tritt dieses Wetterphänomen auf, das eine enorme Hitzewelle in den USA erzeugt. Auch wenn oft behauptet wird, Hurrikans und Stürme nähmen zu – es stimmt nicht. Wir hatten einen Anstieg bei den Hurrikans, aber seit Ende der 1990er-Jahre sind sie zurückgegangen. Auch das hängt mit der atlantischen Strömung zusammen. 

HANDELSBLATT: Wenn alles nicht so schlimm ist, warum warnt die Munich Re vor Katastrophen?

VAHRENHOLT: Die Munich Re und die Versicherungswirtschaft haben ja ein Interesse, dass über katastrophale Entwicklungen diskutiert wird. Mehr Furcht vor Wetterkatastrophen führt dazu, dass Versicherungsvertreter mehr Policen absetzen können. Auch die aus den Fugen geratene Energiepolitik kann leichter durchgesetzt werden, wenn Angst erzeugt wird. 

HANDELSBLATT: Aber die meisten Wissenschaftler warnen ebenfalls vor dem Klimawandel.

VAHRENHOLT: Es gibt auch Tausende Wissenschaftler, die anderer Auffassung sind. Aber wenn Sie einen Forschungsantrag stellen, müssen Sie das wissenschaftspolitische Umfeld berücksichtigen. Stellen Sie mal einen Antrag, dass Sie die natürlichen Zyklen untersuchen wollen, da kriegen Sie keine Forschungsmittel. 

HANDELSBLATT: Brauchen wir also keine Energiewende?

VAHRENHOLT: Es ist sinnvoll, Energie einzusparen und stärker die erneuerbaren Energien zu nutzen. Aber wir müssen uns beim Umbau mehr Zeit nehmen. Der Klimaschutz muss wieder gleichrangig mit anderen wichtigen Faktoren wie dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland behandelt werden.

 Lust auf noch mehr Munich Re? Dann gibts hier etwas Schönes am 29.8.2012 um 17:00 Uhr auf Eins Festival: "Der Klimaschock – Profiteure, Kosten und Verlierer".

Dr. Sebastian Lüning, zuerst erschienen auf Die Kalte Sonne Blog

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12 Kommentar(e)

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1

Sehr geehrter Herr Kowatsch, wenn ich Ihr Bekannter gewesen wär, dann hätte ich Ihnen gesagt, dass es beim Klima wenig nützt, wenn man einzelne Jahrezeiten in bestimmten Ländern punktuell vergleicht, um damit rauszufinden, ob nun die Temperaturen global steigen oder fallen. Dazu hätte ich noch gesagt, dass in Deutschland der Durchschnitt von 1981-2010 8,9°C betrug und damit der höchste 30-Jahres-Durchschnitt in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen in Deutschland ist und wir 1951-1980 bei 8,1°C waren und davor einmal 8,2°C hatten.

Das "Problem" ist halt, dass die Menschen sich nicht zu jeder wiss. und politischen Frage die Zeit nehmen können, sich allumfassend zu informieren, um auf dem Stand eines Experten zu sein. Die Zeit kann und will keiner investieren. Letztlich hilft da aus meiner Sicht nur eine gute Schul-, Berufs- und Studienbildung, um die ganzen Grundbegriffe zu verstehen und warum es wenig Sinn macht, bei der Auswertung der Temperaturen, punktuelle Vergleiche zu ziehen, sondern man auf die Mittelung wirklich langer Zeiträume setzt.

Wissen Sie Herr Kowatsch, als ich zur Schule ging, da war das CO2 in Bezug auf das Klima kein Thema. Was aber nicht heissen muss, dass es unbedeutend ist. Ich hatte anfangs in der Schule auch nichts über parlamentarische Demokratie gehört und da würde auch keiner sagen, dass es ein unbedeutendes Thema ist. Aber was ich in der Schule und später im Studium gelernt habe, war Mathematik und Physik im allgemeinen und Statistik und Auswertung von Zeitreihen und das Betrachten des Signal-Rausch-Verhältnis im speziellen. Allein mit dem Wissen können Sie schon über die Hälfte der hier veröffentlichten Klimathesen und Datenauswertungen widerlegen. Alles weitere bedarf speziellere Fachkenntnisse und den Willen dazu, sich diese zu erarbeiten. Es gibt hier einige User, die das gemacht haben, zu nennen sind da die Herren Heß, Fischer, Baecker, Innerhofer, Dietze, Lüdecke, Link usw. Aber sie werden seltsamerweise von vielen Lesern in ihrer Fachkompetenz nicht anerkannt. Wie hätten Sie sich eigentlich im Unterricht gefühlt, wenn vor Ihnen Schüler sitzen würden, die sagen, dass Sie trotz Ihrer Fachausbildung keine Ahnung von Biologie hätten? Genau das findet nämlich hier im Forum statt, man weigert sich Fachkenntnisse anderer anzuerkennen, die sich täglich mit solchen Fragen beschäftigen und setzt dem gegenüber ziemlich wiss. fragwürdige Modelle entgegen. Die Zustimmungsmehrheit wird man hier in diesem Forum bekommen, nicht aber in der Wissenschaftswelt.

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Leistenschneider/kowatsch

Liebe Mitleser: Die Medien müssen mit Leserbriefen überrollt werden, nur so erfährt die Öffentlichkeit die Wahrheit.
Es ist schön, wenn sich hier viele in Kommentaren einbringen. Die Mehrheit der Deutschen erhält ihre Infos über die Medien und die sind in dieser Sache nicht neutral. Jedoch sind die Medien momentan offen und drucken Leserbriefe, Gegenmeinungen ab. Deshalb sollten die Leser unter Berufung auf diesen EIKE-Artikel die Chance bei ihrer Heimatzeitung wahrnehmen. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen weiß nicht, dass die Temperaturen weltweit seit 1998 zurückgehen und dass dieser Sommer in Deutschland unter dem Schnitt der letzten 15 Jahre lag. Wegen der Kimaerwärmung schmilzt der Nordpol, sagte mir heute nachmittag ein Bekannter. Er wollte mir natürlich nicht glauben, dass die Temperaturen zurückgehen und 2011 eine um 0,3 Grad tiefere Temperatur als im Jahre 2000 war. Das könne nicht sein, meinte er. Er war aufgrund falscher Mediendarstellung der Meinung, dass es von Jahr zu Jahr stets wärmer geworden wäre. Er wollte aber auch nicht beim DWD nachfragen, sondern lieber bei seinem Glauben bleiben. An diesem Beispiel sehen wir doch, dass wir noch viel Öffentlichkeitsarbeit allein durch Faktenweitergabe erbringen müssen.

3

"Fehler eins: Eine Studie, die lediglich die letzten 30 Jahre umfasst, ist überhaupt nicht geeignet, natürliche Klimazyklen zu identifizieren, die sich über etliche Jahrzehnte erstrecken. Der betrachtete Zeitraum ist viel zu kurz. Über 30 Jahre gemitteltes Wetter ergibt letztendlich nur einen einzigen Klimadatenpunkt, den es mit der langjährigen Entwicklung davorliegender Perioden zu vergleichen gilt. Bereits die Methodik der Munich-Re-Studie scheint daher höchst fragwürdig."

Also hier war ich nicht über den Text erstaunt, sondern über den Namen des Autors. Sebastian Lüning, Ko-Autor von der kalten Sonne, wo u.a. das Argument gebracht wurde, dass in den letzten 15 Jahren eine Stagnation bei den Temperaturen stattfand. Plötzlich reicht die doppelte Zeitspanne nicht mal mehr aus, um Aussagen über das Klima und Sturmschäden zu treffen.

"Fehler sechs: Grundsätzlich muss hinterfragt werden, ob derartige Studien überhaupt von Versicherungskonzernen durchgeführt und medial vermarktet werden sollten. Der Interessenskonflikt ist vorprogrammiert: Je schlimmer, die Katastrophenwarnungen, desto besser fürs Geschäft."

Bemerkenswert, dass dieser Interessenskonflikt von Herrn Lüning erkannt wird. Nur zur Erinnerung, sein Arbeitgeber heisst RWE Dea. Diese RWE-Tochter befasst sich mit der weltweiten Suche und Förderung von Erdgas und Erdöl. Das von Herrn Lüning herausgebrachte Buch möchte den öffentlichen Stellenwert des CO2 in der Klimadiskussion nach unten korrigieren.

Zu dem Vahrenholt-Interview: "Wir hatten einen Anstieg bei den Hurrikans, aber seit Ende der 1990er-Jahre sind sie zurückgegangen."

Hmm, die 90er sind noch keine 30 Jahre her, wie war das nochmal mit viel zu kurz betrachteten Zeiträumen?

"HANDELSBLATT: Aber die meisten Wissenschaftler warnen ebenfalls vor dem Klimawandel.

VAHRENHOLT: Es gibt auch Tausende Wissenschaftler, die anderer Auffassung sind."

...oder Wissenschaftler, denen eine andere Auffassung angedichtet wird. ;o)

"Aber wenn Sie einen Forschungsantrag stellen, müssen Sie das wissenschaftspolitische Umfeld berücksichtigen. Stellen Sie mal einen Antrag, dass Sie die natürlichen Zyklen untersuchen wollen, da kriegen Sie keine Forschungsmittel."

Hat Herr Prof.Vahrenholt konkrete Belege oder soll diese Behauptung einfach für sich sprechen?

"HANDELSBLATT: Brauchen wir also keine Energiewende?

VAHRENHOLT: Es ist sinnvoll, Energie einzusparen und stärker die erneuerbaren Energien zu nutzen."

Sowas muss doch die Zornesröte des EIKE-Lesers ins Gesicht treiben, oder werden solche Aussagen schlichtweg ignoriert? Mich würde ja wirklich mal interessieren, welche Ansichten Prof.Vahrenholt und Dr.Lüning ganz konkret zu Threads in der hiesigen Energie-Rubrik haben. Aber ich fürchte, dass wir das aus Gründen der eigenen Raison nicht offiziell erfahren werden.

MfG
S.Hader

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Juergen Uhlemann

Ich kann mich an viele Katastrophen in 60er und 70er erinnern.
Beispiel: Sturmflut in 1962. Wenn man damals die Versicherungen im heutigen Verhaeltnis gehabt haette dann waere Munich RE wahrscheinlich ueberfordert gewesen.
Es gab noch ander Stuerme ueber Europa aber ich kann sie nicht zeitlich einordnen.

In Stuttgart gab es nicht lange nach der Herstellung von der teilweisen tiefergelegten Strasse einen starken Regenfall und das Wasser hat sich natuerlich in den Tiefen dieser Strasse gesammelt. Versicherungsschaden. Man-Made!

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Sehr geehrter Hr. Krab,

nachdem ich das aktuelle Heft aus der Versandverpackung entnommen und das Editorial gelesen hatte war mir klar in welche Richtung der Bericht tendiert. Vor allem dass ergänzende Foto zur Einleitung mit Hr. Rahmsdorf in der Runde beseitigte letzte Zweifel hinsichtlich der erwarteten Objektivität und Unabhängigkeit der Berichterstattung!
Vielleicht möchte die „Munich Re“ mit dieser Steuerung von Meldungen ihre Aktionäre auf einen negativen Geschäftsbericht 2012 vorbereiten ....

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@ Uwe Klasen #1

**zitat – „Fast das gleiche Thema im aktuellen Heft der deutschen Ausgabe von „National Geograpihc“. Einfach nur Zufall oder gute PR der Münchner Rückversicherung?“ -tatiz**

Nee, das ist kein Zufall. Denn sowohl Claudia Kemfert wie auch Stefan Rahmstorf haben beide „zweckdienliche Beziehungen“ zur Munich-Re und sitzen auch gemeinsam im in sog. „Wissenschaftlichen Beirat“ des NATIONAL GEOGRAPHIC MAGAZIN DEUTSCHLAND.
Sowas nennt man auch schon mal „konzertierte Akton“.

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@ #5

Das war ein kleiner tropischer Sturm, aber kein Hurricane. Die nächsten Kandidaten (Cloud Cluster) haben eine Chance von 30 bis 10 %, sich binnen der nächsten 48 Stunden zu einer tropischen Zyklone zu entwickeln. (Quelle: NOAA Hurricane Center)

Also: Der nächste Hurricane, der Land erreichen wird, ist nicht in Sicht.

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Wie passend, dass sich nach "nur" 7 Jahren "schon wieder" ein Hurrikan nach Florida aufmacht. 🙂

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Als Ergänzung zu Kommentar #4 bezgl. Energiesparen und Energieeffizienz nachfolgend ein Bericht aus der Welt-Online zur einem Auftrag der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität".

Textauszug:
„Der geplatzte Traum vom Energiesparen“

Quelle: http://tinyurl.com/9s5pm3d

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Prof. Vahrenholt: "Es ist sinnvoll, Energie einzusparen und stärker die erneuerbaren Energien zu nutzen."

Mit obigem Satz stellt sich Prof. Vahrenholt selbst ein wissenschaftliches und ökonomisches Armutszeichen aus.

Zunächst einmal wildert er ohne entsprechende Kenntnisse in Bereichen der BWL und dann im ökonomisch-technischen Bereich, wo er als Diplom-Chemiker auch keine Kenntnisse erworben haben kann. Ein Abitur an einem math.-nat. Gymnasium hat er auch nicht vorzuweisen.

1. Erneuerbare Energien gibt es physikalisch nicht, was auch Prof. Vahrenholt als Abiturient wissen können muß, denn damals konnte m.W. Physik auch an sprachlichen Gymnasien nicht abgewählt werden.

2. Wenn man "Einsparen" als Reduktion des Energieverbrauchs definiert, so macht dieses Verhalten nur dann Sinn, wenn es ökonomisch Vorteile bringt, also den Gewinn erhöht oder die Ausgaben senkt. Nehmen wir also einmal das Beispiel PKW auf der Autobahn. Annahme: Verbrauch steigt mit der mittleren Geschwindigkeit. Verbrauch bei 100 km/h: 5,5l, bei 130 7l. Bei heutigen Benzinpreisen von, 1,7 €/l ergibt sich eine Preisdifferenz von 1,5*1,7 = 2,55 €/100 km. Bei einer Fahrtstrecke von 110 km beträgt der Zeitunterschied 15 Minuten. Selbst beim Bruttomindestlohnsatz von 12,6 €/h Stunde beträgt die Differenz 3,15 € und ergibt eine Ersparnis von 60 Ct/pro Fahrt oder einen entsprechenden Gewinn. Schneller fahren ist also bereits im Niedriglohnsektor rentabel. Erst recht natürlich im Hochlohnsektor.

Damit ist die Aussage von Prof. Vahrenholt zumindest für den Transportsektor widerlegt. Für andere Sektoren lassen sich ähnliche Berechnungen anstellen, die Aussage von Prof. Vahrenholt widerlegen.

Kostenreduktion ist schon immer das Metier der BWLer, die das schon immer praktiziert haben, aber nicht nach dem Motto "Koste es, was es wolle", sondern zur Gewinnerhöhung.

3. Die Nutzung der sog. "erneuerbaren Energien" ist nur dann sinnvoll, wenn sich eine Rentabilität der dazu notwendigen Investitionen und der daraus resultierenden positiven und negativen (ökonomische, ökologische, ...) Folgen ergibt, die zu monetarisieren sind.

Ökonomisch steht fest, daß man Windmühlen (hochtrabend Windkraftwerke genannt) und mit Photozellen (hochtrabend Photovoltaik genannt) nie den Break-Even-Punkt = Gewinnschwelle der bisher getätigten Investitionen (in Form von Subventionierung über das EEG) bei der Stromerzeugung erreichen wird. Das heißt, daß weitere Investionen die bisherigen Verluste potenzieren werden, also jedwede weitere Nutzung der Uralttechnologie Windmühle und auch der niemals rentabel zu betreibenden Photozellen, zu unterlassen ist.

4. Ökonomische Berechnungen, die anläßlich des inzwischen eindeutig widerlegten Stern-Reports und auch davor erstellt wurden, zeigen, daß im Falle eines durch CO2-Emissionen verursachten Klimawandels Anpassung ökonomisch billiger ist, als Vermeidung der CO2-Emissionen.

5. Prof. Vahrenholt übersieht auch, daß es nach H.-W. Sinn gar nicht möglich sein wird, die CO2-Emissionen durch Nutzung der ökonomisch-technisch ausgelutschten Uralttechnik Windmühle und Solarpanel zu reduzieren, den jede durch exorbitanten Kapitaleinsatz in D verursachte Reduktion des Verbrauchs von Kohlenstoff erzeugt Preissenkungen, so daß diejenigen, die sich den Kohlenstoff bisher nicht leisten konnten, ihn sich leisten können.

Fazit:

Prof. Vahrenholt ist mit dem Thema nicht vertraut. der anders gesagt:

Schuster, bleib bei Deinem Leisten.

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Das Geschäftsmodell (Umsatz) der Versicherer beruht doch auf zukünftige Angstzenarien. Um so düsterer und angstvoller die Zukunft weisgesagt wird um so besser für das Geschäft.
Eine andere Art eines Geschäftsmodells findet sich bei den sog. erneuerbaren Energien. Hier wird nicht mit der "Angst" der Menschen gezockt sondern mit der "Gier".
Die Gier nach dem goldenen "Photovoltaik- bzw. Windmühlenesel". Diese konnte man immer dann gut beobachten, wenn die Bundesregierung wieder eine Einspeisevergütungssenkung beschlossen hat. Kurz darauf sind dann die gierigen Ratten aus Ihren Löchern gekrochen und sind der staatlichen Subventionsverheißung (Rattenspieler) erlegen.
Wie heißt es so schön...Angst und Gier fressen den Verstand und die Vernunft, oder so änlich 😉

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Fast das gleiche Thema im aktuellen Heft der deutschen Ausgabe von „National Geograpihc“. Einfach nur Zufall oder gute PR der Münchner Rückversicherung?

Textauszug:
„Das Wetter – immer extremer?“
„Was ist da los? Sind das Anzeichen einer gefa?hrlichen, von Menschen verursachten Vera?nderung des Weltklimas? Oder erleben wir einfach nur eine Serie schlechten Wetters? Die knappe Antwort: wahrscheinlich beides.“

Quelle: http://tinyurl.com/9dqrj29