In den Sand gesetzt. Der Fall Desertec

Nichts als Wüste Dieter Schütz / pixelio.de

Dass sich Leute, die Visionen haben, tunlichst zum Arzt begeben sollten, ist ein alter Rat von Helmut Schmidt. Leider blieb er weithin unbeachtet, besonders unter Visionären. Vor drei Jahren berichtete „stern.de“ hellauf begeistert über die „Wüstenstrom-Vision“ eines pensionierten Physikers namens Gerhard Knies, welcher der Spiritus rector der Desertec-Idee gewesen sei. So heißt ein ehedem viel gerühmtes Projekt, durch das massenhaft Solarstrom aus „Spiegelkraftwerken“ in Wüstenregionen erzeugt und teils nach Europa verbracht werden sollte.


Knies brachte seine Vision, die ihn schon seit 1995 verfolgte, damals bei etlichen Medien unter, gab zeitweise zehn Interviews pro Woche. Er war der Darling nicht bloß aller Grünstromenthusiasten, sondern aller Gutmeiner überhaupt. Sollte der brennend heiße Wüstenssaft doch nicht nur Atomkraftwerke überflüssig machen, sondern nebenbei auch noch jede Menge Jobs und Wohlstand über die Länder ausschütten, in denen die riesigen Spiegelpanele aufgestellt würden.

Jetzt ist Desertec, so meldete der Print-Stern, welcher mit den so genannten Renewables grundsätzlich sympathisiert, de facto wohl erledigt: „Die Idee, die ganze Welt mit billigem Strom aus der Sahara versorgen zu können, erweist sich zunehmend als marktferner Spleen.“ Die Fata Morgana aus dem Reich der 1001 erneuerbaren Energiemärchen, an der bezeichnenderweise auch der für seine punktgenauen Prognosen bekannte Club of Rome beteiligt war, hat sich verflüchtigt, und das nachhaltig.

Zwar, eine Zeitlang werden noch etliche Gestalten, die sich seit Jahren von dem aus Spenden und Steuergeldern (z.B. deutschen, 2003 vom damaligen Bundesumweltminister Trittin locker gemacht) lebenden Projekt gut alimentieren, weiterhin „Aufwandsentschädigungen“ und Gehälter absahnen, kräftig Spesen machen und teure Dienstwagen bewegen, was der eigentliche Sinn dieser und ungezählter ähnlicher Unternehmungen ist.

Aber die Vision ist perdue. Bis zu Wikipedia, dessen Desertec-Eintrag von harten Fans des Ventures mit kühnen Vorschusslorbeeren vollgejazzt wurde, hat sich dieser Umstand noch nicht herumgesprochen. Kann man auch nicht erwarten, denn bei Wikipedia selber handelt es sich ja um ein sozialdemokratisch-ökologisches Projekt, dessen Informationen mit Vorsicht zu genießen sind.

Die Gründe für das Desertec-Desaster sind laut Stern mannigfaltig. Technische Riesenhürden und Einsicht in mangelnde Wirtschaftlichkeit spielen eine Rolle, ferner das Abspringen von potentiellen Investoren wie Eon, fehlendes Interesse von Staaten wie Tunesien, die Desertec beglücken wollte, und so fort.

Die Einzelheiten des Scheitern sind uninteressant. Interessant und höchst beunruhigend ist, wie es Desertec gelingen konnte, über Jahre von energiepolitisch engagierten Bürgern, von Politikern, Konzernen und Finanzgruppen ernsthaft als Chance begriffen zu werden. Dass der Ex-Umweltminister und spätere UN-Umweltgrüßaugust Klaus Töpfer dafür schwärmte, ein Mann, der sich von seinem Sprung in den 1988 noch ziemlich verschmutzten Rhein offenbar nie wirklich erholt hat, ist kaum verwunderlich. Töpfer geht es, wie so vielen elder blödmen, einzig und allein um ein Plätzchen in den Geschichtsbüchern, und möge es bloß eine Fußnote sein. Auch die Beschirmung des Unterfangens durch Hans Joachim Schellnhuber vom „Potsdam Institut für Klimafolgendorschung“ ist nur eine Murmel mehr in der Schale mit den üblichen Alarmisten.

Doch wie konnte eine gemeinnützige Stiftung entstehen, in der auch viele Großfirmen mitmachten, wie Siemens oder die Münchener Rück? Warum dachten Manager, die ansonsten ihre Alltagsgeschäfte einigermaßen erfolgreich besorgen, länger als fünf Sekunden über Desertec nach?

Fünf Sekunden genügen nämlich, um die Karte der Region zu erfassen, wo Desertec-Spiegel, -Umspannwerke und –Stromleitungen stehen sollten. Die Spanne reicht von den Maghreb-Ländern sowie Ägypten und Jordanien bis tief in den Mittleren Osten, sogar bis zum Jemen. Länder mithin, von denen jedem politisch auch nur mäßig Interessierten schon vor den arabischen Bürgerkriegen bekannt war, dass sie extrem explosiv sind und über eine junge, ständig erregungsbereite Bevölkerung verfügen, die dem Westen und seiner Lebensweise ressentimentgeladen gegenüber steht. Dass diese Länder ideale Basen für radikale Islamisten, Muslimbrüder und Terroristen jeglicher Couleur bilden und also dem Bedürfnis nach stabilen Stromlieferungen einigermaßen zweckundienlich sein dürften.

Energieerzeugungsanlagen, Umspannwerke und zehntausende Kilometer lange Stromtrassen in gewaltige, fast menschenleere Räume legen zu wollen, wo ein paar mit Sprengstoff hantierende Wüstensöhne den ganzen Laden nach Belieben lahmlegen könnten, ergo zu jeder Erpressung der mit Wüstenstrom Belieferten imstande wären – ein derartiges Vorhaben ist ungefähr so smart, als baute man das zentrale Auslieferungslager für Oberklasse-Wagen der Marke Mercedes in Tirana auf oder als verlegte man die US-Notenpresse ins Hauptquartier der kolumbianischen Drogenmafia. Die Erzeugung von Strom, Lebenssaft der Industrienationen, ausgerechnet in den arabischen Raum verlegen zu wollen, das ist etwa so verantwortbar, als bäte jemand den Türsteher eines Wanderarbeiterpuffs in Ciudad Juárez, ein Weilchen auf die 15jährige Tochter aufzupassen.

Das, und nicht irgendwelche Kalamitäten technisch-finanzieller Art, die Desertec wohl letztendlich den förmlichen Garaus machen werden, ist das Beunruhigende an dem Fall. Dass eine selbst ernannte Elite aus Politik und Wirtschaft, noch verliebter in ihren Öko-Wahn als Tom Cruise in seinen Scientology-Quatsch, sich über Jahre hinweg mit einer Idee befasste, die so unfassbar hirnrissig ist, dass man es gar nicht glauben möchte. Dass die Energiedebatte in diesem Land also, mindestens zu Teilen und zeitweise, von vollkommen inkompetenten Leuten geführt wird, die von Energie oder Geopolitik nicht den Schimmer einer Ahnung haben.

Diese Leute kommen einem vor wie jener Steuermann der Cessna Citation 750, der im März auf dem Landeplatz Egelsbach seinen Co-Piloten kurz vor der Bruchlandung bass erstaunt fragte: „Terrain?!“

Anschließend ist auf dem Voice-Recorder ein sehr lautes Geräusch verzeichnet.

Wolfgang Röhl, zuerst erschienen bei ACHGUT 

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40 Kommentare

  1. Nett zu lesen und auf den Punkt gebracht.

    Nur einen Vergleich kann ich nicht als solchen erkennen:

    „als verlegte man die US-Notenpresse ins Hauptquartier der kolumbianischen Drogenmafia.“

    Ich glaube nicht, daß es einen Unterschied machen würde, ob nun die Fed oder die Mafia das Geld druckt. Ich glaube sogar, daß „Fed und Mafia“ eine Tautologie ist.
    Aber das nur am Rande.

    Des Weiteren wundert mich die Verwunderung am Ende.
    Wir leben in einer Demokratie. Diese bezeichnet man besser als Ineptokratie, damit man ihre wahre Natur besser erkennt (und sie nicht ständig bejubeln muß).
    Von daher ist es nur natürlich, daß die Masse der Unfähigen andere Unfähige wählt, um die Geschicke der Schicksalsgemeinschaft zu lenken, in der die Fähigen für die Unfähigen mitbezahlen und die Unfähigen den Ton angeben.
    Also genau das Gegenteil von „Wer zahlt schafft an“. In einer Ineptokratie heißt es: „Wir (die unfähige Mehrheit) schaffen an, wer wieviel (an bzw. für uns) zahlen muß.“

  2. @ Dr. Wirth #38

    Beeindruckend: „Mit der Tiefkühlanlage konnte man täglich 650 Kilogramm Fisch auf minus 30 Grad einfrieren und 10000 Kilogramm Fisch bei minus 18 Grad lagern.“

    Quelle: http://tinyurl.com/9j8mxut

    Könnte sich tatsächlich in der Gegend rechnen, wenn es da nicht eine konventionelle Stromversorgung gäbe: „In der Wüstenstadt Mexicali (500000) in der Nähe von San Diego und Tijuana sind generell alle Häuser mit Klimaanlagen ausgerüstet. Die Hitze im Sommer wäre nicht zu ertragen. Der Stromverbrauch ist entsprechend hoch und wird subventioniert, um einkommensschwache Bevölkerungsschichten nicht zu benachteiligen.“

    Was allerdings ‚High-Tech‘ sein soll erklären Sie nicht.

  3. @ Jens Fischer
    Diesen Kommentar habe ich schon wörtlich genauso unter einem anderen Namen gelesen. Egal:
    Es bleibt trotzdem weiter eine verdrehte Darstellung. SONNTLAN ist vor allem daran gescheitert, dass man die mexikanischen Ingenieure und das vor-Ort-Personal ohne Betreuung mit der High-Tech-Anlage zurückgelassen hat.

  4. Das gab es mal so ein großspuriges deutsche Modellprojekt (SONNTLAN ) in Mexiko.
    SONNTLAN ist aufgrund der rauen, technikzerstörenden Umweltbedingungen der mexikanischen Wüste erbärmlich gescheitert.
    Es wurde die größte Pleite des Bundesforschungsministeriums. Diese Pleite hat das BMFT damals erfolgreich vertuscht.
    Aber jetzt kommt das Beste: Mexiko hat Deutschland gezwungen Diese Solarruine zu entsorgen, somit mussten noch einmal Steuergelder Verschwendet werden.

  5. @ Klaus Schmidtke #19

    **zitat –„ und wichtige Fakten wie die gerade auf den Weg gebrachte Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Marokko unterschlägt, bei der Desertec eine zentrale Rolle spielt, “-tatiz**
    Das Ergebnis der Gespräche von Rösler und Fouad Douiri ist nichts Anderes als eine Absichtserklärung, dass bei einem evtl. Bau von Vogelschreddern und Krähenspiegel in Marokko evtl. auch deutsche Firmen berücksichtigt werden könnten. Nichts mehr und nichts weniger. Alles Andere ist Wunschdenken und politisches Geschwafel im Sommerloch.

    Sagen Sie mal Herr Schmidtke, merken Sie garnicht, dass der tote Gaul, den Sie da reiten bereits in Verwesung übergeht und schon einen penetranten Gestank verbreitet?

  6. @ Heinz Eng #31

    **zitat –„Nun jut, klingt etwas nach Siemens-Jubelmeldung, funktioniert aber anscheinend. “-tatiz**
    Jau, der Siemens-Flyer klingt nach dem alten Kalauer: ““Und wieder ist es uns gelungen ein Päckchen Knäkebrot an die Front zu bringen, womit wir dem Endsieg wieder einen großen Schritt näher gekommen sind.““

  7. @ Alina Alanka #28

    BINGO!!
    Es handelt sich hier offenbar um eine quitschende Straßenbahn mit viel aufgeklebter
    Reklame und vielen Fahrgastattrappen.

  8. @ E.Teufel #24

    **zitat –„Übrigens ist eine bipolare Leitung in sich schon mal redundant (wenn man sie nicht an der Belastungsgrenze betreibt. “-tatiz**
    Hä, bitte was? Den Unterschied zwischen einem bipolaren und monopolaren Betrieb einer 2adrigen Leitung kennen Sie aber schon?
    Machen Sie sich mal schlau, was Redundanz im Zusammenhang mit Übertragungs- bzw. Schaltleitungen bedeutet.

  9. @ E.Teufel #18

    **zitat –„ Und der Preis? “-tatiz**
    Der Kupferpreis spielt bei Höchstspannungs-Seekabeln und Höchstspannungs-Erdkabeln (sogenannte HXS- bzw. HXE-Kabel -Herstellerbezeichnung) schon eher eine untergeordnete Rolle. Erd- und Seekabel müssen wegen der technisch aufwändigen Wartung außerordentlich robust gebaut sein. Der überwiegende Teil der Kosten geht in die aufwendige Isolierung, Abschirmung und diverse Materialien.
    Siehe z.B. hier: http://tinyurl.com/bnqhmkz
    Da Aluminium nur rund 2/3 der elektrischen Leitfähigkeit von Kupfer aufweist, bedarf es bei gleicher Länge und Widerstand einer Leitung aus Alumium im Gegensatz zur Kupferleitung des ca. 1,5-fachen Querschnitts. Dem entsprechend vergrößern sich auch gesamt Umfang und Durchmesser des Kabels incl. des peripheren Materials.
    Außerdem ist ein Kupferkabel wegen der wesentlich höheren Duktilität des Kupfer dem Aluminiumkabel gerade bei der Art der Verlegung haushoch überlegen und bietet somit noch einen zusätzlichen Vorteil im Betrieb.

    **zitat –„ Man kann bestehende Trassen benutzen oder neue Trassen entlang Autobahnen bauen. “-tatiz**
    Mann, wo haben Sie denn diesen Unfug her? „Bestehende Trassen“, das sind bereits belegte Versorgungswege. Wollen Sie die etwa abklemmen? Sie glauben doch wohl nicht ernsthaft, dass da irgendwo leere HGÜ-Masten in der Gegend stehen, in die gewünscht Richtung führen und nur darauf warten von Ihnen mit Draht behängt zu werden.
    Was haben Sie bloß mit Autobahnen? Wollen Sie den Strom spazieren fahren oder ihn wie erforderlich auf kürzestem Wege zum Verbraucher leiten?
    Ihnen ist offensichtlich nicht bekannt, dass Planung und Führung von Straßentrassen und Hoch- bzw. Höchstspannungstrassen zwei absolut grundverschiedene Dinge sind, allein schon die Anpassung an die Topographie ist eine Andere. Haben Sie schon mal mäandernde Stromtrassen gesehen oder Stromtrassen die in Serpentinen den Berg hoch gehen?

    **zitat –„ Was nicht (oder nur sehr teuer) geht, ist alles zu verkabeln. “-tatiz**
    Eine HGÜ-Leitung wie sie Ihnen vorschwebt, werden Sie wohl kaum in DE mit wenigen Ausnahmen über Masten führen können. In den anderen betroffenen Transitländern dürfte der Widerstand sogar noch stärker sein, weil der Strom ja nicht der Versorgung im eigenen Lande dient.

    **zitat –„ Da brauch ich gar nicht erst rechnen.. “-tatiz**
    Na ja, wird auch wohl besser sein, da sie offensichtlich mit Realitäten auf dem Kriegsfuß stehen.

    **zitat –„ Kabel ist utopisch “-tatiz**
    Kabel sind real und gibt es schon. Utopisch hingegen ist „Desertec“.

    **zitat –„ Ich vermute Sie nehmen die üblichen 300m² StAl-Seile “-tatiz**
    Abgesehen davon, dass Sie sicherlich 300mm² meinen, verraten Sie uns doch mal, was Sie mit diesen Zwirnfäden anfangen wollen? Doch wohl kaum eine nennenswerte Leistung präsentieren.

    **zitat –„ Sie rechnen rückwärts mit Verlusten von 10%. Ich lese ständig was von 1%. Ich weiß es nicht. “-tatiz**
    Sie sollten sich wirklich schlau machen, bevor Sie vogelwild aus der Hüfte schießen.
    Zu Ihrer Information:
    Bei den bisher realisierten Projekten wie z.B. NorNed betragen die Leitungsverluste (ohne Konverterverluste) umgerechnet auf 1000 km Leitungslänge ca. 6,5 %.
    Bei einer Realisierung von Desertec will man versuchen die Leitungsverluste auf ca. 3% zu bringen. Das wären bei rund 5000 km Leitungslänge auch noch immerhin 15%. So gesehen sind die von Stefan Steger geschätzten 10% schon recht optimistisch. Wo Sie die ominösen 1% gelesen haben wollen, bleibt wohl Ihr wohlgehütetes Geheimnis.

  10. Mal zur Ansicht für die HGÜ-Streithähne hier.

    http://tinyurl.com/cmev3xn

    „““““Das HGÜ-System zwischen Yunnan und Guangdong überbrückt eine Distanz von fast 1.500 Kilometern. Die neue, ultrahohe Spannungsebene von 800 kV ermöglicht Übertragungsnetzbetreibern weltweit den kostengünstigen und verlustarmen Transport großer Mengen elektrischer Energie sogar über noch größere Distanzen. Die HGÜ-Technik mit ultrahohen Spannungen erlaubt eine Stromübertragung über Entfernungen von 3.000 Kilometern und mehr. Bei 5.000 MW betragen die Transportverluste nur 2 Prozent pro 1.000 Kilometer zuzüglich weniger als 1,5 Prozent Verlust für die Konverter-Stationen auf der Sender- und Empfängerseite der Übertragungsleitung. „““““

    Nun jut, klingt etwas nach Siemens-Jubelmeldung, funktioniert aber anscheinend.
    Tja, wenn man diesen Gigantismus bei Desertec etwas näher betrachtet, dann müssen bis 2050 20 Stück dieser HGÜ-Übertragungsstrecken nach Europa gebaut werden um die geplanten 700 TWh transportieren zu können.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Desertec

    Aber mal abseits von der technischen Machbarkeit….war ja die politische Situation schon bei Erfindung der Saharaströmlingsmaschiene mehr als unübersichtlich.
    Mögen deutsche Multikulti-Besoffenen auch im eigenen Land die Augen vor der Realität verschließen, sind die nordafrikanischen internen Probleme der Tod für Desertec, nur völlig minderbemittelte Mitmenschen mögen nach an diesen Unfug glauben.

    Und?…..warum soll Afrika Strom nach Europa liefern wenn der eigenen Kontinent derart hungrig nach Entwicklung ist, dat se jede Kilowattstunde selber benötigen kommt den deutschen Bessermichel natürlich nicht in den Sinn.

    H.E.

  11. @ Megawat, Kupfer und Leute, enspannt euch.
    Hier spricht ein Fachmann, den ihr gewählt habt. In Gigabyte sollte man den Strom berechnen, dann wäre Kupfer vieeeeel billiger als Gold:

  12. Das Konzept „Wüstenstrom“ hätte ganz sicher funktioniert – doch: Die deutschen Stromkonzerne sind von BILLIGSTROMKONKURRENZ ebenso wenig angetan, wie auch die Förderstaaten von Gas & Erdöl. Dieses Projekt hat sich schlicht und einfach ZU VIELE FEINDE GEMACHT! Die Indizien für einen baldigen Krieg in der Region Nordafrika & naher Osten verdichten sich – Hightech in Feindeshand daher unerwünscht. Wie war das dereinst mit dem Autohersteller Borgward…..? Viele Jäger sind des Hasen Tod!

  13. Guten Abend Herr Schmidtke.
    Guten Abend Herr Schmidtke.
    Auf der letzten Seite in der Zusammenfassung des Berichts „Desert Power 2050 – Perspectives on a Sustainable Power System for EUMENA“ (http://goo.gl/BFnzB) sind zu dem Dii-Netzwerk 56 Förderer mit ihren Logos gelistet. Ich habe mal von einigen bekannten die Geschäftsberichte 2011 nach Anteilen an der Dii durchsucht. Von HSH-Nordbank, Commerzbank, Evonik, Deutsche Bank AG, Schott Solar, Shell, Siemens, SMA und E.ON werden darin keine finanzielle Anteile gelistet. Danach hatte ich die Lust zu weiteren Recherchen verloren. Lediglich RWE ist mit 8% und einem Eigenkapital von 1.873.000 Euro beteiligt – mit einem Ergebnis daran von -279.000 Euro. Nun würde mich interessieren, worin – außer Visionen – die finanzielle Grundlage von Dii besteht? Und was wird aus Desertec, wenn sich namhafte Firmen aufgrund der im obigen Bericht möglichen politischen Umstände zurückziehen? Wenn ich mir die Logos der Unternehmen anschaue, welche die Dii virtuell unterstützen, dann kommt mir eher der Verdacht, dass hier neuartige Kolonialisten am Werk sind, welche rechtzeitig dabei sein, die Energieressourcen beherrschen und ausbeuten wollen.

  14. #E.Teufel

    Ich nehme einmal an, dass mit den 300mm^2 Seilquerschnitt, dass AlSt Seil 265/35 gemeint ist.
    Also 265mm^2 Alu- und 35mm^2 Stahlanteil.
    Nun besteht im Normalfall eine Phase im 380kV-System nicht nur aus einem Leiterseil, sondern aus vier Seilen. Einem sogenannten Viererbündel. Somit erhöht sich der Querschnitt der Phase auf 1200mm^2.
    Es gibt natürlich auch Leitungen mit anderen Anforderungen oder mit Zweierbündeln. Da ändern sich natürlich auch die Seilquerschnitte.
    Also 300mm^2 pro Phase für die Übertragung ist wohl ein wenig schwachbrüstig.
    Oder habe ich da etwas verkehrt verstanden?

  15. @ Wolfgang Roehl

    Ihr Blog bleibt leider noch unter dem Niveau des schlecht recherchierten Stern-Beitrags Ihres früheren Kollegen Rolf-Herbert Peters. Während jener Artikel einfach nicht auf der Höhe der Zeit ist und wichtige Fakten wie die gerade auf den Weg gebrachte Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Marokko unterschlägt, bei der Desertec eine zentrale Rolle spielt, arbeiten Sie mit Ressentiments, die in der Tradition des kolonialen europäischen Blicks auf die arabische Welt stehen. Unsere Nachbarn am südlichen Ufer des Mittelmeers mit dem „Türsteher eines Wanderarbeiterpuffs“ gleichzusetzen und ihnen als per se „ständig erregungsbereit“ die Rolle von potentiellen Erpressern zuzuweisen, wo „ein paar mit Sprengstoff hantierende Wüstensöhne den ganzen Laden nach Belieben lahmlegen können“, ist keinen Deut besser als der herablassende Blick, mit dem vor 100 Jahren Europäer „Kameltreibern“ die Fähigkeit abgesprochen haben, sich selbst zu regieren und stattdessen die Segnungen ihrer Kolonialregime rassistisch verbrämt propagiert haben. Wie so viele Ihrer Journalistenkollegen aus Kolonialzeiten sind Sie nicht bereit, Menschen aus einem anderen Kulturkreis auf Augenhöhe und ohne Ressentiments zu begegnen. Dass solche wie die von Ihnen verbreiteten arabophoben Klischees gerade in Deutschland noch im Jahr 2012 möglich sind, erschüttert mich schon ein wenig.

    Um Ihre seltsame Parallelwelt mal schnell zu verlassen: Die Wüstenstrominitiative Dii hat eben erst in ihrer Studie „Desert Power 2050 “ belegt, dass ein gemeinsamer Stromverbund mit der MENA-Region für Europa nicht nur machbar sondern auch ökonomisch sinnvoll ist. Es steht Ihnen natürlich frei, anders über eine andere Entwicklung der energiepolitischen Zukunft zu denken. Was Visionen angeht, ist Herr Schmidt ein prominenter Zitatgeber, wir halten es aber lieber mit dem Filmemacher Federico Fellini: „Der einzig wahre Realist ist der Visionär.“

    Klaus Schmidtke Dii
    Head of Communications
    Dii GmbH
    Kaiserstr. 14
    D-80801 München

  16. @#24, Herr Teufel,

    den Irrtum bei der Kabelspannung habe ich eingeräumt – mir deshalb „Lüge“ zu unterstellen ist schon dreist.

    Zitat: „Die 300m² sollten natürlich 300mm² sein. Wo haben sie Ihre Zahlen her. Das sind ja Klopper..“

    Klar sind das „Klopper“ – genau darum gehts ja!
    Ihre 300mm^2 Stahl-Alu haben einen Gleichstromwiderstand von 0,095 Ohm/km; das macht bei 2.500km einen Gesamtwiderstand von 237,5 Ohm pro Leiter. Die Verluste können Sie sich selbst errechnen. Dieses Seil ist für den Zweck unbrauchbar.
    „Mein“ Cu-Kabel hat nur 20 Ohm pro Leiter – daher der Riesenquerschnitt (Noch so´n Klopper).
    Diese „Klopperei“ zeigt ja den ganzen Irrsinn von Desertec.

    Zitat: „Bei weniger Verlusten brauchen Sie also mehr Material. Das kommt anscheinend, weil Sie von hinten rechnen…“

    Na jetzt wird aber echt lustig! Klar muss ich mehr Material (= mehr Querschnitt) einsetzen, um die Verluste zu reduzieren. Oder würden Sie das Kabel dünner machen, um die Verluste zu verringern?????

    Um Ihre Nerven zu schonen, sollten Sie sich statt EIKE vielleicht mal ein Fachbuch zu Gemüte führen:
    http://tinyurl.com/9t67mww

  17. Erinnert mich irgendwie an den Spruch das „getroffene Hunde bellen“ . Bei der Höhe an Forschungsgeldern würde ich das auch …

  18. @Herr Steger,

    ich habe emotional reagiert, aha. Ich dachte, ich lieferte Ihnen Fakten. Gibt es Kabel oberhalb von 250kV oder nicht? Haben Sie gelogen, oder nicht?

    Die 300m² sollten natürlich 300mm² sein. Wo haben sie Ihre Zahlen her. Das sind ja Klopper, die bereits durch Ihr Eigengewicht runterfallen müssten. Oder ist Ihnen eine Null reingerutscht?

    Bei weniger Verlusten brauchen Sie also mehr Material. Das kommt anscheinend, weil Sie von hinten rechne. Ich habe jetzt keinen Nerv um die Zeit, da logisch durchzusteigen. Aber überprüfen Sie Ihre Aussage bitte.

    Übrigens ist eine bipolare Leitung in sich schon mal redundant (wenn man sie nicht an der Belastungsgrenze betreibt.

  19. @ K. Schmidtke #19

    Sie schreiben:

    „Die Wüstenstrominitiative Dii hat eben erst in ihrer Studie „Desert Power 2050 “ belegt, dass ein gemeinsamer Stromverbund mit der MENA-Region für Europa nicht nur machbar sondern auch ökonomisch sinnvoll ist.“

    In der Hochglanzbroschüre des Dii finde ich keinerlei ökonomische Darstellungen hinsichtlich der sich aus der Studie ergebenden Kosten.

    Dies führt zu dem zwingenden Schluß: Außer irgendwie dahergeleierten unsubstantiierten Behauptungen und Schlagworten wie „Den Wüstenregionen des Nahen Ostens und Nordafrikas kommt als Erzeugungsstandorten von günstiger und sauberer Solar- und Windenergie eine zentrale Bedeutung zu; ebenso den hervorragenden Offshore-Windstandorten im Norden Europas.“

    dürfte die Originalstudie nichts Substantielles hinsichtlich der Kosten enthalten. Bereits eine simple Überschlagsrechnung, zeigt, zeigt, daß der Strom von Offshore-Windmühlen bis 2050 nicht konkurrenzfähig (frei Küste) zur konventionellen Stromerzeugung sein kann. Bereits die Fundament- und Transportkosten per HGÜ-Seekabel betragen ca. 6 Ct/kWh. Dies ist bereits das Doppelte der Vollkosten von Braunkohlestrom frei Kraftwerk.

  20. @#18 ach Herr Teufel,

    warum denn so emotional?
    Doch zuerst gebe ich Ihnen mal recht: Ich hätte mit +/- 500kV rechnen sollen (statt 500kV), also 2.000MW statt 1.000MW Leistung bei meinen angenommen 2kA.

    Grundsatzfrage: Kabel oder Freileitung
    Freileitungen sind natürlich wirtschaftlicher aber in unseren Breiten wird wegen der Genehmigungsverfahren vermutlich fast alles verkabelt – siehe der leidige aktuelle Netzausbau in D.
    Daher meine Fokussierung auf Kabel.

    Querschnitt Freileitungsseil:
    Zitat: „Ich vermute Sie nehmen die üblichen 300m² StAl-Seile“.
    Nein – nehme ich nicht – denn ich will ja keinen Toaster bauen. Mein Cu-Kabel hat 3.500mm^2, das entspricht ca. 5.700mm^2 Alu, also dem 19-fachen.

    Verluste: Gerne nehme ich statt meiner tolerierten 10% die von Ihnen angesprochenen 1%! Daraus folgt aber das 10-fache Material gegenüber meiner Rechnung….naja. (Sind Sie Minenbesitzer oder Aktionär einer solchen?)

    Zusammenfassung:
    Meine Berechnung zeigt, dass selbst für eine bescheidene Leistung von 2.000MW und 2.500km Länge schon Rohstoffmengen benötigt werden, die auf dem Weltmarkt von Cu und ggf. Alu relevant sind. Sonstige Kosten (Planung, Montage, Betrieb, Unterhalt,..) sind nicht enthalten.
    Und wir Europäer sollen ja das x-fache von 2.000MW aus der Wüste beziehen; x = ?
    Alleine für D (100GW) brächten wir ca. 50 solcher Kabel- und Freileitungsverbindungen.

    Die schönen bunten Präsentationen zum Thema Desertec zeigen jedenfalls ein Netz, das mehrmals um die Erde reicht, denn hinter jedem einfachen Strich stecken viele Leitungssysteme, die zudem redundant ausgeführt sind.

    Herr Teufel, mein Rechenbeispiel hat sehr viel mit der Realität zu tun – ist es das, was Sie so emotionalisiert?

  21. Zum Kommentar #19,

    als Lobbyist haben Sie natürlich alles Recht der Welt, Ihre Position zu verteidigen, und es spricht für EIKE-Admin, dass Ihre Meinung hier veröffentlicht wird. Leider jedoch stehen in Ihrem Kommentar lediglich Versprechungen und Worthülsen. Ich bin nun wirklich kein Fachmann, aber was soll ich mit dem Begriff „Energiepartnerschaft“ anfangen? Woher weiß ich denn, dass Marokko unser (auch mein!) Geld gerne nimmt und dafür irgendwas verspricht, sich aber insgeheim ins Fäustchen lacht?
    Ich finde die im Artikel genannten Fakten einleuchtend und die Rechnungen von Herrn Steger (## 12 und 16) nachvollziehbar, wobei ich davon ausgehe, dass er die Eingangsdaten seiner Rechnung genau kennt.

    Gleiches gilt für Frau oder Herrn Teufel. Offenbar hat manch einem der Artikel ziemlich weh getan.

    Chris Frey

  22. Na so etwas, kaum wird mal die Realität und korrekte Physik beschrieben, gibt es die reflexartigen Aufheuler einer bestimmten Kaste.

    Bin gerade bei einer international tätigen großen Firma in China, da ist man sehr verwundert über die deutsche Wandlung ins Mittelalter. Demnächst gibt es den grünen Energiemann, der mit Zaubertänzen Wind und Licht herbeiruft.

    Dises Desertec kommt mir vor wie damals die Hype um den Cargoliner (Zeppelin)

  23. „1. Warum Kupfer? Weil Kabel i.a. mit Kupfer gebaut werden. Alternativ käme auch Alu in Frage, aber die Parameter (Leitfähigkeit, Volumen, Gewicht) sind fast dieselben.“
    Und der Preis?

    „Hoffentlich stimmen Sie mir zu, dass wegen der hypersensiblen Bevölkerung viele HVDC´s mit Freileitungen quer durch Europa nicht in Frage kommen…oder? “
    Man kann bestehende Trassen benutzen oder neue Trassen entlang Autobahnen bauen. Was nicht (oder nur sehr teuer) geht, ist alles zu verkabeln.
    Ihre Annahmen bis hierhin sind schon mal unrealistisch. Da brauch ich gar nicht erst rechnen. Kabel ist utopisch. Wollten Sie das nachweisen?

    “ (ich kenne mich damit [Anmer.: HGÜ] übrigens recht gut aus)“
    Dann wollten Sie Ihre Leser also absichtlich verladen? Oder Sie lügen jetzt. Also entweder 500kV oder 250kV. Wenn man Zahlenbeispiele bringt, sollten die Zahlen schon richtig sein.
    Und das Sie sich an Ihren eignen Zahlen verhaspeln, sieht man daran: „Es gibt heute noch keine Kabel mit höherer Spannung [Anmerk.: also Ihre 250kV], die erprobt(!) sind.“ Nö, außer dem Baltic Cable, was schon seit 20 Jahren in Betrieb ist und den NorNed, seit etwa 4 Jahren, fällt mir spontan in Nordeuropa nichts weiter ein. Lügen Sie oder tun Sie Ihre Leser absichtlich verladen? Ich denke Sie kennen sich damit aus.

    „Sie können aber gerne auch andere Parameter einsetzen. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Materialverschwendung pur!“
    So wie bei den Chinesen. Was ist Ihre Bezugsgröße für „Verschwendung“? Sollten wir dann nicht von jedem Energieversorgungsnetz Abstand nehmen?

    „Aber Sie können ja gerne ein Gegenbeispiel rechnen….ich freue mich darauf.“
    Da ich Parameter erraten müsste, fange ich mit so etwas nicht an. Ich vermute Sie nehmen die üblichen 300m² StAl-Seile. Aber welche Temperatur lassen Sie zu? Sie rechnen rückwärts mit Verlusten von 10%. Ich lese ständig was von 1%. Ich weiß es nicht. Ich habe Ihnen nur Ihre Fehler aufgezeigt.
    Aber vielleicht noch was schickes für Sie:
    800kV (für Sie 1600kV) Leitung in China (Yunnan-Guangdong) mit 5GW Übertragunsgsleistung. Masten sind 60m hoch (ist der Kölner Dom eigentlich geschrumpft? Oder tiefer gelegt beim U-Bahn-Bau). Aber das kennen Sie als Experte ja sicherlich. Ihnen war sicherlich nur die Größe des Kölner Dom nicht geläufig. Ihre Leser wollten Sie bestimmt nicht anlügen.

    „Natürlich kommen die Verluste der Konverter noch dazu.“ Ach, das ist jetzt auch nicht mehr so tragisch. Sie haben den Leuten ja nur mal das ohmsche Gesetz erklärt. Da ist es ok, wenn man Zahlen frei erfindet und andere weglässt. Ich hoffe nur, dass jeder Leser hier weiß, dass Ihr Rechenbeispiel mit der Realität nichts zu tun hat. Man sollte so etwas kennzeichnen.

  24. Warum hacken nur alle auf der EEG-Umlage rum, das ist wohl ein Ablenkungsmanöver der Grünen.
    Ein großer Teil sind doch Infrastrukturkosten und die sind auf der Stromrechnung nicht in der EEG-Umlage Enthalten.
    Egal ob ein Kohlekraftwerk mit 100% oder 20% Leistung läuft, die Belegschaft muss ihren Lohn bekommen, es müssen Kredite abbezahlt werden, es müssen Rücklagen für Reparatur und Modernisierung gebildet werden. Muss ein Kraftwerk ständig seine Leistung änder sinkt der Wirkungsgrad und die Teile verschleißen schneller. Somit steigen die Brennstoff und Reparaturkosten.
    Und das gilt auch für Pumpspeicherkraftwerke, Stromleitungen und all die futuristischen Energiespeicher die es noch gar nicht gibt. Je geringer die durchschnittliche Auslastung desto höher der Preis pro kWh.
    Bei Starkwind müssen wir dafür zahlen, damit das Ausland den nutzlosen Zufallsstrom abnimmt und bei Flaute sind wir bereit Jeden Preis für den Strom zu bezahlen, damit unser Netz nicht kollabiert.
    Da die Energieversorgung nicht mehr langfristig planbar ist und jetzt den Schwankungen des Wetters unterliegt werden dadurch Spekulanten angezogen.
    Wird Energie teurer, werden alle nur erdenklichen Produkte und Dienstleistungen des Täglichen Lebens teurer.
    Die meisten Leute haben nicht die geringste Ahnung was da alles auf sie zukommen wird….

  25. #13: E.Teufel sagt:am Freitag, 10.08.2012, 17:12
    „….
    @Herr Steger:
    Ihr Beispiel ist für die Tonne, sorry.
    1. Wieso machen Sie alles mit Kupfer?
    2. Kennen Sie monpolare und bipolare Systeme? Also wie funktioniert eine HGÜ? Was Sie da gemacht und gerechnet haben, gibt es (soweit ich weiß) gar nicht (außerdem hätten Sie mit 250kV HGÜ gerechnet).
    Sie können übrigens auch einfach nach den Parametern bestehender Übertragungsleitungen suchen.“

    Herr Teufel, NIX mit Tonne!
    1. Warum Kupfer? Weil Kabel i.a. mit Kupfer gebaut werden. Alternativ käme auch Alu in Frage, aber die Parameter (Leitfähigkeit, Volumen, Gewicht) sind fast dieselben.
    Hoffentlich stimmen Sie mir zu, dass wegen der hypersensiblen Bevölkerung viele HVDC´s mit Freileitungen quer durch Europa nicht in Frage kommen…oder? Die Masten für 800kV Freileitung sind so hoch wie der Kölner Dom.
    2.Egal welche HGÜ-Technik zum Einsatz kommt (ich kenne mich damit übrigens recht gut aus), es braucht IMMER eine leitende Verbindung zwischen beiden Konverterstationen. Die Physik der verlustbehafteten Kabelstrecke ist immer dieselbe: Leistung ist Spannung mal Strom. Verlust ist Widerstand mal Strom^2, etc.. (Stichwort Ohmsches Gesetz). Natürlich kommen die Verluste der Konverter noch dazu.
    Habe der Einfachheit halber mal mit 500kV gerechnet (+/-250kV). Es gibt heute noch keine Kabel mit höherer Spannung, die erprobt(!) sind.
    Sie können aber gerne auch andere Parameter einsetzen. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Materialverschwendung pur!
    Aber Sie können ja gerne ein Gegenbeispiel rechnen….ich freue mich darauf.

  26. Ich glaube mit Frau Merkel haben wir neben einer Physikerin auch eine Psychologin in der Regierung. Frau Merkel hält der naiven deutschen Bevölkerung einen Spiegel vor, in der sie (die Bevölkerung) dann erkennt wie verkehrt sie mit ihrer Meinung (gemacht durch grünes Wunschdenken)vorbei an der Realität liegt. Dies ist zwar eine teuere Angelegenheit, wird aber auch die letzten Grünen zur Umkehr zwingen (wir werden durch den grünen Schei… unser Sozialsystem nicht mehr halten können). Desertec wird es vieleicht in 20-30 Jahren geben, aber nicht jetzt. Die grünen Energieen lassen sich nur durch Subventionen gewinnen, nicht aber reell erwirtschaften.

  27. Wenn man den Strom über so große Strecken importieren könnte, dann würden bei uns längst keine Kraftwerke mehr laufen. Dann hätte man längst die Energiebranche, genau wie alle anderen produzierenden Industrien, nach Fernost ausgelagert, wo bekanntlich alles billiger und einfacher ist, und es kaum Umwelt/Klimaschutz überhaupt gibt.

    Leider geht das aber nicht, und deshalb ist die Energiebranche noch an den Standort Deutschland gefesselt. Für die Politiker ist das ein gefundenes Fressen: Nachdem ihnen mit ihren überzogenen Auflagen und Steuern die anderen Industrien „weggelaufen“ sind (siehe die aktuelle Expansion der deutschen Autoindustrie in China), können sie ihre Regulierungswut an der Energiebranche auslassen. Das Ergebnis sehen wir inzwischen überall.

  28. @Herr Grabitz
    Die amerikanische Armee war nur ein Hinweis. Wie viel Einfluss die hat weiß ich nicht. Man muss ja auch nicht präsent sein, es reicht ja eine Drohung oder abschreckende Beispiele in Nachbarländern.
    Hinterfragen sie die Welt immer so tiefgründig?
    Letztenedes hängen wir immer von anderen Ländern ab, das ist wäre desertec nicht neu. Also warum muss man das als Negativargument in den Artikel schreiben?

    @Herr Steger:
    Ihr Beispiel ist für die Tonne, sorry.
    1. Wieso machen Sie alles mit Kupfer?
    2. Kennen Sie monpolare und bipolare Systeme? Also wie funktioniert eine HGÜ? Was Sie da gemacht und gerechnet haben, gibt es (soweit ich weiß) gar nicht (außerdem hätten Sie mit 250kV HGÜ gerechnet).
    Sie können übrigens auch einfach nach den Parametern bestehender Übertragungsleitungen suchen.

  29. Habe mal ein Beispiel für ein DC-Kabel für Desertec gerechnet:
    Übertragungslänge: 2.500km
    Übertragungsleistung: 1000MW
    Betriebsspannung: 500kV; daraus Strom: 2kA
    Angenommene zulässige Verluste: 10% = 100MW

    Egebnisse für Kupferkabel:
    Widerstand des Kabels: 25 Ohm bei einer Kabellänge von 5.000km (Plus- und Minuspol je 2.500km)
    Querschnitt: 3.500 qmm; Durchmesser: 7cm
    Volumen des Kabels: 17.500 cbm
    Masse des Kabels: 156.000 t = 0,156 Mio Tonnen

    Dieses Kabel ersetzt gerade mal EIN grosses Kraftwerk mit 1000MW (falls die Sonne scheint).

    Zum Vergleich (Quellen ergoogelt mit „Jahresproduktion Kupfer“):
    Weltweite Jahresproduktion von Kupfer: 16 Mio Tonnen
    Weltweite bekannte Reserven: 630Mio Tonnen

    (Hoffe, ich habe mich nicht im Gestrüpp der Zehnerpotenzen verfangen)

    Würden wir also nur einen nennenswerten Anteil unserer Stromversorgung durch Desertes decken wollen, ergäbe sich daraus ein gigantischer Rohstoffverbrauch.
    Zukünftige Generationen, wenn sie Kupferabbau betreiben, würden sich dann über die radialen Kupferadern wundern….

    Desertec ist der gleiche Unfug wie einst Atlantropa.

  30. #2 Herr Teufel,

    hilft uns die amerikanische Armee auch bei dem russ. Erdgas ?
    Bei Kernkraftwerken brauchen wir sie auch nicht.

    der Iran würde uns sehr viel Öl verkaufen, aber dürfen wir das kaufen ?
    und das libysche Öl wurde bestimmt nicht unter US Präsenz an uns verkauft.

    sind Ihre anderen Aussagen inhaltlich ebenso stark und fundiert ?

  31. Das Desertec Unsinn ist wurde mir je länger das ganze geht immer klarer.
    In der Tat ist es so das man als Fachmann nur etwas genauer hinschauen muß um zu erkennen das es nur dazu dint Geld zu ziehen.
    Einige findige koruppte Leute und auf der anderen seite die Größten Idioten der Erde haben das möglich gemacht.

    Allein das Ohmsche Gesetzt besagt das die Übertragung von Elektrischer Energie über weite Strecken nur unter irrsinnigem Aufwand und Verlust behaftet möglich ist.
    Damit war das Scheitern und der Unsinn für den Fachmann der es wagt seinen Verstand einzusetzen und etwas Zeit inwestierte Offen zu sehen.
    Die Geopolitischen Begebenheiten hatt man hier auch vollkommen ausser acht gelassen.
    Und diese sind ebenfalls Elementar.

    Alles in allem ist das Oben geschriebene eine Abrechnung mit der Dummheit eines von den Grünen Gehierngewaschenen Staates.
    Und noch dazu eine Sehr gute.

    Was Desertec betrieft so ist das für mich Betrug.

  32. @Frau Maiwald

    In die Wüste würde man auch keine Photovoltaik stellen. Schauen Sie mal nach, was da wirklich geplant ist.
    Und dass man die Anlagen da allein vor sich hinrotten / versanden lässt, würde ich auch bezweifeln. Also bitte nich an Sachen herumkritisieren, die recht simpel lösbar sind.

    Zum Thema Stromtransport über weite Strecken, sollte man sich mal ansehen, was in Südamerika oder in China für HGÜ-Leitungen gebaut / geplant sind. Aber vielleicht nimmt man ja auch Gas.

    Ach und noch was: Bei Desertec geht es nicht darum Europa mit Energie zu beliefern. Die wollen die ganze Welt mit Wüstenstrom (aus den Wüsten der Welt) beliefern. Nur falls jemand denkt, dass Desertec ein zu kleines Projekt ist 😉

  33. Interessant in diesem Zusammenhang auch der Artikel im SPON
    Millionen-Einnahmen: Fukushima bringt Greenpeace Spendenrekord

    Der Ablasshandel funktioniert bestens. Die Medien schüren Atomängste und wecken „Energiewende-Illusionen“ und im Fahrwasser dieser Indoktrination sammeln die Prediger von Greenpeace und CO die Taler ein. Mal sehen wie lange noch…..

  34. Hallo,

    dazu muss man sich nicht mal die Landkarte ansehen. Ein solches Projekt wäre in keinem Land der Welt denkbar.
    soll sich D von anderen Europäischen Ländern abhängig machen, z.B. Griechenland oder Spanien?
    Oder für den Fall das Desertec in Deutschland stehen würden, wollen sich alle anderen EU Länder von Deutschland abhängig machen?
    Oder vielleicht sollte sich die Ganze Welt von Stromlieferungen aus den USA abhängig machen?

    Desertec wäre überall ein politisches Pulverfass, genutzt um andere unter Druck zu setzen. Sieht man doch schon an Gaslieferungen aud Russland über die Ukraine. Dazu bedarf es nicht einmal an Terroristen, es reicht ein schiefer Finazhaushalt.

  35. #3: Jenny Maiwald

    Man muss sich nur einmal die technischen Daten von ANDASOL ansehen. Grundlastfähigkeit nicht gegeben und ein enormer Wasserverbrauch stehen da an erster Stelle. SOLARMILLENIUM ist ja mit diesem Konzept in die Pleite gefahren, trotz gewaltiger Unterstützung der Öko-Medien und nicht wenig Geld aus den Subventionstöpfen. Die Pleite wurde von den Deutschen Medien irgendwo am Rande erwähnt, so dass viele noch gar nicht realisiert haben wie tot das Konzept DESERTEC überhaupt ist. Die Ökopropaganda der gleichgeschalteten Medien erfüllt da auch ihre Zweck; den Glauben an die „Energiewende“ in der technisch ahnungslosen Masse zu erhalten.

  36. Desertec war ein großer Schwindel. Jedem Fachmann war klar, dass eine Stromversorgung aus der Wüste nur eine Fata Morgana ist, aber eine mit der sich Geld verdienen lässt, und zwar so:
    Der Projektrahmen wurde auf 400 Mrd € angesetzt, und die beteiligten Firmen konnten dann der willfährigen Politik leicht 1 – 2 % dieser Summe als „Forschungsbedarf“ unterjubeln.
    Macht dann so an die 4 – 8 Mrd.€ die man sich an der Öko-Kasse der grünen Blockflöten bei Bund und Land abholen kann. Die Gläubigen der Ökokirche zahlen ja gerne für die „Energiewende“, und die Konzerne haben Geld für ihre F&E Abteilungen aus der Staatskasse. Die laufenden Forschungsprojekte dann mit Desertec zu begründen, dass schafft dann noch der Ferienpraktikant.
    Moderner Ablasshandel im Namen der Ökokirche; unsere Nachfahren werden sich den Kopf halten, wie so etwas überhaupt möglich sein konnte

  37. Also erstmal ist es ja zu begrüßen, daß das Projekt scheitert.
    Daß der Autor die technischen Details allerdings für vernachlässigbar hält und sich statt dessen in Dauerrhetorik flüchtet, finde ich dann nicht mehr so überzeugend.
    Es hätte mich schon interessiert, ob der Stromtransport über derart enorme Strecken überhaupt technisch machbar gewesen wäre und was es auf sich hat mit Empfehlungen, die ich über Solaranlagen lese und zum Beispiel die Anforderungen an die Reinigung der Kollektoren betreffen (hierzu lese ich, daß Regenwasser dazu empfohlen wird, was bei Wüstenstandorten sicher ganz besonders praktisch ist), die zu erwartende Verschmutzung durch vom Wind aufgewirbelten Wüstensand und auch die zu erwartenden irren Temperaturen, die sich in solchen Breiten ergeben. Gerade habe ich gelesen, die Leistung der Kollektoren nehme bei zu hohen Temperaturen eher ab.
    Tja, und dann schauen wir doch mal nach, was diese Idee inzwischen gekostet hat und wie vielen Leuten das Hirn vernebelt wurde nach dem Motto: Mit Sonne geht alles.

  38. Kann es sein, dass dieser Artikel sich schon selbst überholt hat?
    http://tinyurl.com/caxfq37
    „Vorher hatte der Stern geschrieben, E.on-Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen habe für Desertec kein offenes Ohr mehr. Winkel sagte dagegen, der Konzern sei ‚mehr denn je überzeugt, dass erneuerbare Energien aus Nordafrika in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung in der Region, aber auch für Europa spielen können.‘ “

    Hier will wohl jemand etwas schlecht machen, nicht weil es schlecht ist, sondern einfach weil er aus Prinzip dagegen ist. Der Autor hat wahrscheinlich nicht ein einziges Mal auf die Desertecfound. – Seite geschaut. Ansonsten würde er nicht diese gequirlte Sch*** abliefern.

    Und klar ist es schwierig in politisch instabilen Regionen unsere Energie zu beziehen. Ich finde das auch nicht besonders befriedigend. Deswegen machen wir das derzeit immer mit Hilfe der amerikanischen Armee.

    mfg
    E.T.

  39. Desertec ist, und das war schon von vornherein klar, gescheitert aber dafür hat unsere Oberethikökokanzlerin Merkel über Nacht die Energiewende diktiert. Gleichzeitig zieht diese Frau die beste und kostengünstigeste und zuverlässigste Energiequelle der Welt aus Deutschland ab. DIE KERNKRAFT!
    Deutschland hat ein Problem und das ist die Bundesregierung mit ihrem ideologisch grün geprägten Gedankengut!

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