Dissonanz im Chor der Erderwärmung wird für diesen zum gefährlichen Geschwür

Einige führende Stimmen im Chor der globalen Erwärmung verabschieden sich jetzt von der Hymne der Klimakrise. Einer davon ist James Lovelock, der Vater der Gaia-Theorie, wonach die gesamte Erde ein einziges lebendes System ist. Er prophezeite, dass fortgesetzte menschliche CO2-Emissionen zu einer Klimakatastrophe führen. Im Jahre 2006 behauptete er: „Bevor dieses Jahrhundert vorbei ist, werden Milliarden von uns sterben, und die wenigen noch fortpflanzungsfähigen überlebenden Paare werden in der Arktis wohnen, wo das Klima erträglich bleibt“. Das Magazin Time stellte Lovelock als einen der 13 „Helden der Umwelt“ vor, und zwar in einem Artikel aus dem Jahr 2007 (zusammen mit Al Gore, Michail Gorbatschow und Robert Redford).


Bild rechts: James Lovelock, Wissenschaftler und am besten durch seine Gaia-Hypothese bekannt. (Photo: Wikipedia)

Seit Neuestem hat er sich jedoch offensichtlich hinsichtlich der globalen Erwärmung als Krise  beruhigt, hat er doch bei MSNBC zugegeben, dass er den Fall überschätzt habe und jetzt einräumt, dass „…wir nicht wissen, was das Klima macht. Wir dachten es zu wissen – vor 20 Jahren. Das führte zu einigen alarmistischen Büchern… einschließlich meines … weil es so eindeutig aussah … aber es ist nicht geschehen!“. Lovelock nannte Al Gores Film Eine unbequeme Wahrheit sowie Tim Flannerys “The Weather Makers als andere alarmistische Publikationen.

Der 92-jährige Lovelock fuhr fort: „…das Klima vollführt seine üblichen Tricks… es passiert nicht viel, obwohl wir uns inzwischen auf halbem Weg zu einer kochenden Erde befinden sollten“. Er fügte hinzu: „Die Welt hat sich nicht sehr stark seit dem Millenium erwärmt. Zwölf Jahre sind eine angemessene Zeit“. Und doch ist die Temperatur „fast konstant geblieben, während sie doch hätte steigen sollen… das CO2 ist gestiegen, keine Frage“.

Fritz Vahrenholt, ein sozialistischer Begründer der Umweltbewegung in Deutschland, der Vorsitzende der Abteilung Erneuerbare Energien in Deutschlands zweitgrößter Versorgungskompanie, hat vor kurzem als Mitautor ein neues Buch veröffentlicht mit dem Titel: Die kalte Sonne: Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet. Darin entfesselt er einen Sturm der Kritik am IPCC, dem er erhebliche Inkompetenz und Unehrlichkeit bescheinigt, vor allem wegen dessen Angst erzeugender Übertreibung bekannter Klimaeinflüsse der menschlichen CO2-Emissionen.

Dr. Vahrenholts Misstrauen hinsichtlich der Objektivität und der Aufrichtigkeit des IPCC begann vor zwei Jahren, als er zum Expertenbegutachter des IPCC-Berichtes zur Erneuerbaren Energie gerufen worden ist. Nach der Entdeckung zahlreicher Fehler benannte er diese vor IPCC-Funktionären, die aber nichts Besseres zu tun hatten, als sie einfach beiseite zu wischen. Dadurch geschockt fragte er sich: „Ist das die Art und Weise, mit der sie ihre Klimazustandsberichte erstellt haben?“ Das führte ihn zu der Frage: „…ob die anderen IPCC-Berichte zur Klimaänderung nicht genauso schlampig seien“.

Diese Sorge veranlasste Vahrenholt, sich näher mit dem IPCC-Bericht 2007 zu befassen, und er war zutiefst erschrocken über das, was er fand. An der Spitze zahlreicher sachlicher Fehler standen 10 Jahre stagnierende Temperaturen, falsche Vorhersagen, Klimagate-E-Mails und informative Diskussionen mit Dutzenden anderer skeptischer Spitzenwissenschaftler.

Vahrenholt kommt in einem Interview in der Bild-Zeitung zu der Schlussfolgerung, dass „…sich die Entscheidungsträger im IPCC mit Zähnen und Klauen dagegen wehren, die Rolle der Sonne, der Ozeane und von Ruß zu akzeptieren“.* Dem entsprechend sind die IPCC-Modelle völlig aus dem Takt. „Die Fakten müssen vernünftig und wissenschaftlich diskutiert werden, ohne dass man schon zuvor die Ergebnisse festlegt.“

[* Hier handelt es sich um eine Rückübersetzung aus dem Englischen. Das deutsche Originalzitat konnte ich nicht auf die Schnelle finden. A. d. Übers.]

Vahrenholt ist nicht der einzige wesentliche deutsche Wissenschaftler, der die Projektionen des IPCC hinsichtlich der globalen Erwärmung für übertrieben halt. Ein weiterer ist Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK, der als Klimaschutz-Berater der Regierung fungiert. Schellnhuber war Mitautor einer Studie, die die Zuverlässigkeit der GCMs in Frage stellte, aufgrund derer die alarmistischen Projektionen 2001 erstellt worden sind.

In der Studie wurden gemessene mit den modellierten Temperaturtrends verglichen, und zwar an sechs Orten der Welt unter zwei verschiedenen Szenarien: eines mit dem Einfluss von Treibhausgasen und Aerosolen, das andere nur mit Treibhausgaseinflüssen. Die Ergebnisse zeigten, dass beide Szenarien die beobachteten Temperaturaufzeichnungen nicht abbilden konnten, wobei das Szenario mit dem ausschließlichen Einfluss der Treibhausgase die größte Abweichung von der Realität zeigte: „…in der die Trends (mit Einfluss von Treibhausgasen allein) ganz klar überschätzt worden sind.“

Schellnhuber räumte kürzlich vor Agrarexperten ein, dass „wärmere Temperaturen und höhere CO2-Konzentrationen sehr wohl zu höheren Ernteerträgen führen können“.

Bei einem Auftritt mit Stewart Varney im TV-Sender Fox News im Januar 2011 stimmte der Mitbegründer von Greenpeace, Patrick Moore, zu, dass Vorteile jedweder globalen Erwärmung aus welchen Gründen auch immer bei weitem unterbewertet sind: „Es gibt keinerlei wissenschaftliche Beweise, dass wir der Grund für die globale Erwärmung sind, die sich während der vergangenen 200 Jahre ereignet hat Der Alarmismus treibt uns zu Taktiken, Angst zu erzeugen, um eine Energiepolitik zu übernehmen, die zu großer Energiearmut unter armen Leuten führen wird. Das ist nicht gut für die Leute und auch nicht für die Umwelt … In einer wärmeren Welt können wir mehr Nahrungsmittel erzeugen.

Moore reiht sich ein in einen immer größer werdenden Chor von Menschen, die kein Vertrauen in die alarmistischen Klimaprojektionen haben. „Es gibt viele tausend Wissenschaftler, die die Befürchtungen der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung ablehnen … diese basieren ausschließlich auf Computermodellen und Vorhersagen. Wir haben tatsächlich keine Kristallkugel, es ist ein Mysterium.“ Auf die Frage, wer für die unberechtigte Angst verantwortlich sei und aus welchen Gründen erwiderte er: „Eine mächtige Interessenkoalition. Wissenschaftler wollen Forschungsgelder, die Medien wollen Schlagzeilen, Universitäten wollen großzügige Zuwendungen von Institutionen, Stiftungen, Umweltgruppen und Politikern, die es so aussehen lassen sollen, als ob sie künftige Generationen retten wollen. Und alle diese Leute haben sich in dieser Sache zusammen geschlossen.“

Das Bekanntwerden des skandalösen Austausches von E-Mails unter den IPCC-Wissenschaftlern hat bzgl. der Meinung in der Öffentlichkeit zu Klimathemen großen Schaden angerichtet. Eine Mehrheit der Amerikaner hat erkannt, dass es erhebliche Differenzen hinsichtlich der globalen Erwärmung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft gibt. Die meisten Befragten gehen sogar noch weiter, wenn sie glauben, dass einige Wissenschaftler ihre Daten manipuliert haben, um ihre eigenen Überzeugungen zu stützen.

Eine telefonische Erhebung unter erwachsenen Amerikanern, der Rasmussen Report, zeigte im August 2011, dass 69% der Befragten der Ansicht waren, dass es „ziemlich wahrscheinlich“ ist, dass einige Wissenschaftler Daten gefälscht haben, damit diese ihre eigenen Theorien und Überzeugungen stützen, einschließlich 40%, die dies für „sehr wahrscheinlich“ hielten. (Die Anzahl derjenigen, die dies für wahrscheinlich halten, ist seit Dezember 2009 um zehn Punkte gestiegen). Und obwohl die Republikaner sowie die nicht einer Partei nahe stehenden Amerikaner mehr als die Demokraten der Ansicht sind, dass einige Wissenschaftler ihre Daten zugunsten ihrer Theorien verfälscht haben, stimmten dem 51% der Demokraten ebenfalls zu.

Was den „wissenschaftlichen Konsens” betrifft, sind 57% der Befragten der Ansicht, dass es signifikante Meinungsverschiedenheiten innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur globalen Erwärmung gibt. Dies ist ein Anstieg um 5 Punkte seit Ende 2009.

Der rapide zunehmende Skeptizismus in den USA und weltweit an der Aufrichtigkeit der Klimakatastrophenbehauptungen treibt die Alarmisten immer mehr in die Defensive. Wie Paul Ehrlich an der Stanford University in einem Editorial der Zeitschrift Nature im März 2010 schrieb, schwitzen er und seine Kollegen immer mehr Blut und Wasser, wie man dieser Kavalkade von Herausforderungen begegnen sollte: „Jeder ängstigt sich bis sonst wohin, aber sie wissen nicht, was man tun kann“.

Da wir gerade von ängstigen sprechen, am bekanntesten ist Ehrlich wegen seines im Jahre 1968 erschienenen und den Untergang beschwörenden Buches „The Population Bomb“ [etwa: „Die Bevölkerungsbombe“], in dem er eine weltweite Krise der Versorgung mit Nahrungsmitteln und natürlichen Ressourcen an die Wand malt, die zu großen Hungersnöten und wirtschaftlichen Schäden bis zum Jahr 2000 führen würde. In einem anderen Buch mit dem Titel „The Machinery of Nature” prohpezeihte er, dass durch CO2 ausgelöste Hungersnöte bis 2100 zum Tod von einer Milliarde Menschen führen könnte.

Ehrlichs Behauptungen basierten auf einer Theorie von niemand anderem als John Holdren, der derzeit als Wissenschaftszar in der Obama-Administration wirkt. Die zentrale Prämisse lautete, dass menschliche CO2-Emissionen zu einer Klimakatastrophe führen, bei der die globale Erwärmung eine globale Abkühlung verursachen würde… mit der Folge weit verbreiteter Missernten. Holdrens Theorie lautete, dass die höheren Temperaturen die Zirkulation anregen würden, die dafür sorgt, dass arktische Luftmassen weiter nach Süden und antarktische Luftmassen weiter nach Norden als je strömen.

Kurz gesagt, sie machten sich Sorgen um eine von globaler Erwärmung ausgelösten Eiszeit.

Während einer Anhörung des Senate Environment and Public Works Committee zitierte der republikanische Senator James Inhofe au seiner Studie von John Holdren aus dem Jahr 1971, in der Holdren geschrieben hatte: „Die Auswirkungen einer neuen Eiszeit auf die Landwirtschaft und auf das Umfeld großer menschlicher Populationen müssen hier wohl nicht näher ausgeführt werden“. Dann wandte sich Senator Inhofe an Senatorin Boxer von den Demokraten (Kalifornien) und stellte fest: „Sehen Sie, Frau Vorsitzende, selbst die Mitarbeiter des Präsidenten stimmen mir zu!“

Erkennen wir also an, selbst wenn Holdrens beklagenswerte Vorhersage den Planeten niemals im Sturm erobert hat, dass er erkannt hat, dass eine globale Erwärmung viel lebensfreundlicher ist als das Gegenteil. Ist es nicht ein Unglück, dass die meisten Mitglieder dieses überhitzten Chores nicht in diese brutal kalte Tatsache einstimmen?

Larry Bell

Link: http://www.forbes.com/sites/larrybell/2012/05/08/global-warming-chorus-discord-rising-to-feverish-pitch/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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4 Kommentare

  1. Herr Frey und Herr Meyer,

    ich denke das Problem ist ein anderes , dies kann man auch mit Brecht erklären.

    AGWler und Skeptiker des AGW spielen ihre Rolle wie im Stück
    „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe“.
    Sie merken nicht, das es gar nicht um AGW geht sondern um unsere Freiheit.
    Bei Brecht mussten sie beide dran glauben.

    Es gab also keine Gewinner oder Verlierer.

  2. Liebe CO2 – Freunde,
    die Aussage, wir befinden uns auf dem halben Wege zu einer kochenden Erde’ kann man nur mit dem hohen Alter des Autors entschuldigen, ansonsten ist sie wissenschaftlich durch nichts zu belegen.
    Wie schon mehrfach dargelegt, ist CO2 Minimumfaktor für das Wachstum der Pflanzen, ebenso wie die Wärme. Erst, wenn ein Maximum von mehr als 1000 ppm erreicht wird, schlägt die Wirkung um: CO2 wird zum Selektionsfaktor. Bei niedrig wachsenden Pflanzen (bis ca. 5 cm) liegt der Umschlagwert noch wesentlich höher.
    Man kann das nur damit erklären, dass im Laufe der Entwicklung CO2 in der Nähe von 1000 ppm gelegen haben muss, so dass dieser Selektionswert in das Erbgut der Angiospermen aufgenommen worden ist. Hätte aber gleichzeitig die ‚Erde gekocht’, gäbe es heute auf der Welt wohl nur noch ausschließlich Sukkulenten, denn die anderen Pflanzen wären aufgrund fehlender Schutzmechanismen gegen die Hitze und die Sonneneinstrahlung schon lange ausgestorben.
    Folgerung: Man sollte bei allen Argumenten auch immer mal über den wissenschaftlichen Gartenzaun schauen und überprüfen, ob auch andere Wissenschaften zu ähnlichen, besser noch zu gleich gerichteten Ergebnissen kommen.
    Gruß Peter

  3. Hallo Herr Meyer #1,

    absolute Zustimmung! Nur zahlen, nicht nur monetär, müssen wir alle!

    Ich war von Anfang an, d.h. seit ich begonnen habe, für EIKE Texte zu übersetzen, sicher, auf der Gewinnerseite zu sein, auch als Laie. Hoffentlich ist das nicht nur ein schwacher Trost angesichts der möglichen verheerenden Folgen! Zu viel von dem, was schon seit Jahren im Internet zu lesen war, nicht nur hier bei EIKE, ist inzwischen schon eingetroffen!

    Chris Frey

  4. Wie sagte sinngemäß der Herr Galilei in Brechts vortrefflichem Stück? „Wir Physiker sind zuletzt bei dem Versuch, die Beobachtungen mit der herrschenden Lehre in Einklang zu bringen, in große Schwierigkeiten geraten.“

    Wenn Sie hier alle recht haben, werden Sie es auch am Ende bekommen. Freuen Sie sich über Widerstand und bemitleiden Sie in großer Vorfreude die Widerständler – je länger die sich gegen die Wahrheit stemmen, um so größer die Welle, die sie am Ende wegspülen wird.

    Wir sind in einem technischen Zeitalter. Wissenschaftliche Flunkereien können nicht tragen.

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