Das Energieeffizienzhaus – ein neuer Schildbürgerstreich

Geht es um die „Energiewende“, ist unserer Bundesregierung kein Aufwand zu hoch. Als „Leuchtturmprojekt“ wurde das bläulich schimmernde „Effizienzhaus Plus mit Elektromobilität“ am  07.12.2011 von der Bundeskanzlerin und ihrem Bundesbauminister feierlich eröffnet und unlängst von einer Testfamilie bezogen.

Peter Ramsauer: „Wir wollen den Menschen zeigen, dass eine vollständige erneuerbare Energieversorgung schon heute möglich und alltagstauglich ist. Wir folgen hier dem Motto: Mein Haus – meine Tankstelle. Das Gebäude soll und wird auch kein Prototyp bleiben: Wir präsentieren hier das Haus der Zukunft.“

In einer Broschüre des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) findet man u.a. folgende technische Informationen, Daten und Behauptungen 

·       „Die von dem Gebäude erzeugten Energieüberschüsse werden in eine Hausbatterie sowie in Elektrofahrzeuge geleitet, die auf diese Weise zugleich als Speicher und Verbraucher fungieren. Immobilie und Mobilität werden somit autark und vom öffentlichen Stromnetz weitestgehend unabhängig.“

·       Das Haus ist ökologisch nachhaltig, voll recycelbar und hochenergieeffizient. Es werden keine fossilen Energien benötigt  und keine CO2-Emissionen verursacht.

·       Der monatliche Energiebedarf wird in etwa wie folgt angegeben:

Eine Prüfung der Daten ergibt folgendes  Bild:

·       Unterschlagen wird in den Darstellungen des BMVBS die zum Energiebedarf gegenläufige monatliche Stromerzeugung der Photovoltaik. In den Wintermonaten mit den höchsten Energie- und Leistungsbezug werden im Monatsmittel zum Teil nur 10% des Energiebedarfs erzeugt. Es ergibt sich unter Annahme des Monatsmittels der PV-Erzeugung der Region Berlin in 2011 folgende monatliche Energiebilanz des Hauses:

·       Das Haus ist damit nicht energieautark. Bei einer detaillierten Betrachtung der Tagesmengen wird man feststellen, dass an vielen Wintertagen die Photovoltaik praktisch komplett ausfällt. Die geplante Speicherbatterie mit einer Kapazität von 40 kWh genügt gerade zum Tag-Nacht-Ausgleich im Sommer. Der notwendige saisonale Energieausgleich würde einen Speicher mit mehr als der 100-fachen Kapazität von rund 4.500 kWh (ca. 30 % des Jahresbedarfs) erfordern. Hierfür ist keine Technologie in Sicht.

Die Wärmepumpe und Elektromobilität erhöhen in der Winterspitze den elektrischen Leistungsbedarf um etwa den Faktor 4 gegenüber rein konventionellem Strombezug. Die Nischentechnologie Photovoltaik kann dabei kein Kilowatt Kraftwerksleistung ersetzen.

Die Kosten des „Energieeffizienzhauses“ werden mit 2,2 Mio. EUR angegeben.

Mit dem Projekt wird vom BMVBS die Alltagstauglichkeit einer dezentralen, autarken und „erneuerbaren“ Energieversorgung vorgetäuscht. Der Laie kann dabei nicht erkennen, dass diese nur in einer in der Praxis wertlosen positiven Jahresenergiebilanz besteht.

Belegt wird mit dem Haus das Gegenteil. Trotz des massiven Mittel- und Technologieeinsatzes konnten die Grenzen der Physik nicht überwunden werden und reicht die „erneuerbare Energieversorgung“ nur für ein Gartenhaus im Sommer.

Das „Energieeffizienzhaus“ ist ein Symbol der gescheiterten Energiepolitik. Es steht für die Irreführung und Täuschung der Bürger durch Ideologen, Lobbyisten, Medien und Politik sowie für eine massive Ressourcenverschwendung.

 Frau Merkel erklärt die Notwendigkeit fürs Energiehaus mit dem Klimaschutz

Gastautor Michael Clemens für EIKE, April 2012

Quellen:

http://www.bmvbs.de/DE/EffizienzhausPlus/effizienzhaus-plus_node.html

http://www.pv-ertraege.de/

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:PV-Norddeutschland-2008-Tagesdarstellung.svg&filetimestamp=20100908112935

http://www.dabonline.de/2012-03/ein-haus-mit-dubioser-effizienz/