Die Biospriteinführung und der „politische Unternehmer“

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen zu hoch interessanten Entdeckungen führen. Vor einer Woche oder so bekam ich eine weitere Anhängerin über Twitter in Gestalt von Amelia Sharman, einer Studentin an der London School of Economics (LSE). Die LSE ist natürlich das Revier des Lieblings von Bishop Hill, Bob Ward, und daher war es für mich interessant genug, einmal näher hinzuschauen. Ich war nicht vollkommen überrascht, dass Sharman am Grantham Institute arbeitet und ein Interesse an Skeptikern hat.
Aber nicht dies war es, was meine Aufmerksamkeit erregte.

Biotreibstoffe waren für das Interesse der Medien seit einiger Zeit nur noch von untergeordneter Bedeutung, nachdem Friends of the Earth (FoE hierzulande als BUND auftretend) einen Bericht veröffentlicht hatten,  in dem sie behaupten, dass Biotreibstoffe möglicherweise mehr Treibhausgase erzeugen als sie einsparen. Vielleicht war es das, was mich zu einer von Sharmans Studien stoßen ließ – und zwar die Studie mit dem Titel „Evidence based policy or policy-based evidence gathering? Biofuels, the EU and the 10% target".

Die Studie von Sharman und Holmes 2010 (wie man sie salopp nennt) ist nicht öffentlich verfügbar, sondern nach meinem besten Wissen gegen Gebühr hier. Aber Amelia Sharman war so freundlich, mir eine Kopie zu senden, und ich muss sagen, dass sie ziemlich interessantes Zeug enthält.

Die Studie untersucht die EU-Vorgabe zur Beimischung von Biotreibstoffen um 10% und im Besonderen die Art und Weise, mit der die wissenschaftlichen Ratschläge hierzu mit der Entscheidung, dieses Ziel einzuführen, zusammenprallt. Es ist eine düstere Geschichte, die Sharman mit Hilfe von Interviews mit Schlüsselfiguren in der Politik-Maschinerie aufgedeckt hat.

Im Jahr 2009, als das Ziel verkündet worden ist, war bei Weitem nicht klar, ob Biotreibstoffe ein brauchbares Mittel zur Reduktion von Treibhausgasen sind. Aber das 10%-Ziel wurde trotzdem eingeführt. Wie einer der Interviewten erklärte:

„Normalerweise sollte man keine Gesetzgebung vorschlagen, solange keine Beweise zur Rechtfertigung vorliegen. Aber hier haben wir Premierminister und Staatsoberhäupter, die sich einem Ziel verschreiben, ohne jemals die möglichen Auswirkungen abgeschätzt zu haben… Sie haben sie dazu gebracht, diese Ziele zu verkünden, 20% Erneuerbare und 10% Biotreibstoffe, und erst danach haben sie eine Risikobewertung vorgenommen. Und im Grunde haben sie gesagt, dass sie eigentlich keine Risikoabschätzung hinsichtlich des 10%-Ziels mehr durchführen müssen, weil es von den Staatoberhäuptern ja schon abgesegnet sei!…“

Wie Sharman und Holmes prägnant kommentieren:

Die Tatsache, dass die EU ein Ziel befürwortet, ohne jemals eine Risikoabschätzung vorgenommen zu haben, bietet den ersten Hinweis darauf, dass die Motivation nicht aus wissenschaftlichen Beweisen hinsichtlich der Umwelt-Nachhaltigkeit resultiert und dass die Reduktion von Treibhausgasemissionen bei der politischen Entscheidung für das 10%-Ziel eine Rolle gespielt hat.

Es gab viele wesentliche Faktoren, die auf die Hauptentscheidungsträger im politischen Prozess eingewirkt haben. Unter anderem wurde an einer Stelle in den Ring geworfen, dass die Energiesicherheit ein Faktor bei der Entscheidung sein sollte, aber tatsächlich war angesichts der Tatsache, dass die EU Ernteerträge zur Erreichung dieses Zieles importieren müsste, klar, dass dies eine Scheinüberlegung war. Unsauberere und weniger wertvolle Ziele – Zahlungen an diverse Interessengruppen – waren anscheinend viel wichtiger gewesen. Im Besonderen brannten die in den politischen Prozess involvierten Personen darauf, in die Biotreibstoff-Industrie zu investieren und eine substantielle Beruhigungspille für die Produzenten von Zuckerrüben in der EU zur Verfügung zu stellen, die Schwierigkeiten hatten, im Wettbewerb mit den Weltmarktpreisen bestehen zu können. Wie ein anderer der Interviewten erklärte:

„Es gab einen heftigen Streit mit der europäischen Bauernlobby. Die Kommission… war verzweifelt auf der Suche nach ein paar Zuckerstückchen, die man der Bauernlobby präsentieren könnte. Im Besonderen war sie verzweifelt daran interessiert, einen Ausweg zu finden, denn allen Erzeugern von Zuckerrüben war klar, dass sie keine Zukunft hatten, wenn es einmal zu einem Wettbewerb beim Verkauf von Zucker kommen würde. Und dann kam man auf den brillanten Gedanken, dass man diesen Zucker zur Erzeugung von Ethanol verwenden könnte, und dass man allgemein einen subventionierten Markt für Landwirte schaffen könnte und dass dies uns gestatten würde, uns hinter der Energiepolitik zu verstecken, wenn einige dieser Subventionen in der Landwirtschaftspolitik so unpopulär werden. Das war der ursprüngliche Hauptantrieb…“

Gegen diesen leicht irrsinnigen Hintergrund wurden die politischen Entscheidungsträger mit widersprechenden wissenschaftlichen Beweisen hinsichtlich der Brauchbarkeit der Biotreibstoffe konfrontiert. Dreh- und Angelpunkt in dieser Diskussion war eine Studie von Searchinger et al. (2008), die ergab, dass Biotreibstoffe tatsächlich mehr Treibhausgase produzieren als sie einsparen, wenn man einmal die indirekten Auswirkungen des Landverbrauchs mit einbezieht.

 (Nebenbei: Sie werden bemerkt haben, dass ich mich zu Beginn dieses Artikels auf eine jüngere Studie von Friends of the Earth bezogen habe, die zu der gleichen Schlussfolgerung gekommen ist. Unabhängig vom Ergebnis selbst ist es interessant, darüber zu spekulieren, ob die Studie von Searchinger vor oder nach dem Zeitpunkt veröffentlicht worden ist, an dem Friends of the Earth mit ihrer Kampagne aufgehört haben, Biotreibstoffe verpflichtend in UK einzuführen.)

Aber zurück zum Kern dieser Geschichte. Die Searchinger-Studie scheint ein Hauptstreitpunkt zu sein, und die Repräsentanten der Biotreibstoffindustrie scheinen sich in ziemlich persönlichen Attacken auf den Autor engagiert zu haben, um ihrer Politik zum Durchbruch zu verhelfen. Allerdings gab es immer mehr zunehmende wissenschaftliche Beweise, die die Biotreibstoffe ähnlich wie die Searchinger-Studie sehr kritisch sahen. Obwohl Sharman und Holmes das nicht erwähnen, kann man außerdem nur schwer die Worte des Nahrungsmittelbeauftragten der UN übergehen, der im Jahr 2007 Biotreibstoffe als ein „Verbrechen gegen die Menschheit“ bezeichnet hatte. Die Entscheidung, weiterzumachen und das 10%-Ziel vor diesem Hintergrund einzuführen, scheint daher völlig unerklärlich.

Der politische Unternehmer

Also trieben die Interessengruppen in die eine Richtung und der wissenschaftliche Beweis in die andere. Wie kam es dann, dass das Ziel der Biotreibstoffe schließlich seinen Weg in die Politik gefunden hat? Dafür müssen wir einer mysteriösen Person danken, die Sharman den „politischen Unternehmer“ nennt (ich schätze mal, dass Sharman und Holmes wissen, wer das ist, doch hält sie die Ethik der Forschung davon ab, seine/ihre Identität öffentlich zu machen).

Fast alle Teilnehmer an den Interviews verwiesen auf einen individuellen Akteur innerhalb der EU, der starken Einfluss auf diese politische Entscheidung hatte, aber eine ansehnliche Kontroverse mit anderen Akteuren im politischen Netzwerk des Prozesses heraufbeschworen hat. Dies wirft zwei Fragen auf: Wie kann ein Individuum innerhalb der EU einen so starken Einfluss auf den politischen Prozess nehmen, und warum trägt die Politik nicht den zunehmenden wissenschaftlichen Daten Rechnung, die die Fähigkeit der Biotreibstoffe in Frage stellen, Treibhausgase zu reduzieren?

Wie wirklich? Warum wirklich?

Sharman erklärt, dass der politische Unternehmer weithin von den anderen Teilnehmern am politischen Prozess als ein Protagonist der Transport- und Biotreibstoffindustrie angesehen wird, von dem man sagt, dass er hinsichtlich der Unterstützung des Zieles „dogmatisch“ sei. Die Motivation dieses Einzelindividuums zusammen mit dem politischen Druck, die verschiedenen Interessengruppen zu unterstützen, die in die Biotreibstoffindustrie involviert sind, war eine starke Kraft, diese Bioziele in die Statuten zu hieven.

Allerdings gab es immer noch das vertrackte Problem des Gewichts des wissenschaftlichen Beweises gegen die propagierte Politik, aber dies scheint für den Unternehmer kein Problem gewesen zu sein. Den Insidern zufolge, die von Sharman und Holmes interviewt worden sind:

„…der internen EU-Dokumentation…, die die Entscheidung beflügelte, mit dem 10%-Ziel fortzufahren, wurde ein hoher Einfluss auf das schließliche politische Ergebnis zugeordnet. Die Beweise für eine kritischere Betrachtung … hatten nicht den gleichen Einfluss.“

Andere Interviewte wurden deutlicher dazu, was man gemacht hatte:

Einige der Interviewten haben auch angedeutet, dass der politische Unternehmer als ein Informationswächter fungierte, der den Entscheidungsträgern die wissenschaftliche Kontroverse nur verschleiert ersichtlich machte, indem er sicherstellte, dass nur Daten durchdrangen, die für das gewünschte Endziel sprachen und die in der Lage waren, den politischen Prozess in dieser Richtung zu beeinflussen. Die Fähigkeit des politischen Unternehmers, über die wissenschaftliche Literatur nach Belieben zu verfügen und die Vorteile des 10%-Zieles innerhalb und außerhalb der EU zu propagieren, wurde als ein kritischer Faktor ausgemacht. Dies deutet darauf hin, dass es nicht so sehr fehlende Beweise waren, die das gewünschte Ergebnis herbeigeführt hatten, sondern eher ein Kleben an Beweisen*. Allerdings soll keine dieser Kritiken den Verdacht aufkommen lassen, dass der politische Unternehmer in ausgesprochen böser oder hinterhältiger Absicht agiert hat. Einer der Interviewten unterstellte, dass der Unternehmer „…möglicherweise immer noch die besten Absichten hat (auch wenn er komplett daneben lag)…“ NGOs und der politische Unternehmer selbst scheinen die Politik als ein beliebiges Opfer einer Wertekontroverse zu sehen – Biotreibstoffe als umweltpolitischer ‚Bösewicht des Tages’.

Wenn man die Biotreibstoffe als ein “Verbrechen gegen die Menschheit” sieht, frage ich mich, ob nicht ein wenig mehr Zynismus hinsichtlich der „guten Absichten“ des Unternehmers angebracht wäre.

Wie ich oben sagte, seine Identität ist nicht bekannt. Aber ich bin sicher, dass es uns nicht wehtut zu spekulieren.

Andrew Montford

Aktualisierung von Bishop Hill

Ian Wishart nimmt sich der Geschichte hier an.

Link: http://bishophill.squarespace.com/blog/2012/2/20/the-entrepreneur.html

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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17 Kommentare

  1. @ #14 S. Schwanczar

    „Betrug ist ein Offizialdelikt, das heißt, dass der Staatsanwalt von Amtswegen, also ohne Stellung eines Antrags, die Sache verfolgen muss, wenn diese Ihm zur Kenntnis gelangt.“

    Verfolgt wurden diese Delikte schon. Allerdings möchte (oder es kommt eine Anweisung von oben) der Staatsanwalt die Sache einstellen und so fragt er beim zuständigen Gericht nach, ob das Verfahren wegen geringer Schuld nicht eingestellt werden könne. Trotz der beabsichtigten Zahlungen von 400.000 DM sei kein Geld geflossen. Prompt ist das Verfahren beendet. Oder dem Notar und den beratenden Rechtsanwälten wird bescheinigt, daß sie von der Strafbarkeit nichts gewußt hätten. Schwupps ist das Verfahren beendet.

  2. Autofahren und Alkohol

    Ja da wird sich doch so mancher fragen: „Geht das überhaupt?“, und die Entrüstung der Gutmenschen ist enorm.
    Nun aber hat uns die Regierung, ohne Not, Alkohol am Steuer verordnet.
    Nämlich: 10% Alkohol im Sprit.
    Es wäre nunmehr höchste Zeit, dass die ewig grünen und Bio- Öko-Konsumenten diesen angeblich umweltschonenden Kraftstoff tanken, aber Pustekuchen. Wenn’s ums heilige Blechle geht, dann doch lieber die gewohnte Variante. Brot und Brötchen allerdings dürfen weiterhin mit Hühner- oder Vogelfutter verunreinigt werden, je scheußlicher es schmeckt, desto gesünder.
    Vielleicht haben aber auch die Tankstellen nicht richtig vermarktet. Neben der Kraftstofftanksäule stand gleich dieser Öko- Wahnsinn. Nein, das gehört sich nun wirklich nicht. Eine extra Fahrspur für die E 10 Verbraucher, die Säule grün angestrichen und betont, dass der Alkohol aus garantiert Bodenhaltung gewonnen wird. Weiterhin dürfen E-10-Tanker auch Busspuren und Fußwege benutzen und an roten Ampeln müssen sie nicht warten.
    Jetzt endlich mischt sich die Gesundheitsministerin ein, doch das Kind liegt längst im Brunnen. Mein Auto ist seit der Einführung von E-10 alkoholabhängig, und ich hab sogar schon Leute beim Koma-Tanken beobachtet. Eigentlich sollten jugendliche Autos, d.h. Autos unter 16 Jahren gar keinen Alkohol bekommen, ab 16 E 5 und erst ab 18 E 10.
    Weiterhin ist völlig ungeklärt, ob der Mais für die Ethanolherstellung wirklich aus biologischem Anbau stammt, ich befürchte nämlich, dass es sich um genmanipulierten Mais handelt, denn mein Wagen reagiert nämlich seither allergisch, und Pickel und Pusteln im Lack könnten daher stammen. Doch es gibt auch tröstliches: Bei jedem Tankvorgang werden Lebensmittel für etwa 45 Menschen in der 3. Welt verbraucht. Diese sterben dann Hungers, und so können wir in Deutschland den Bevölkerungszuwachs nachhaltig regulieren. Ich z.B. habe durch mein Tankverhalten im letzten Jahr die Bevölkerung zweier afrikanischer Dörfer ausgerottet.

    Vielleicht geht der Wahnsinn, der als unbedachte Nebenwirkung eine enorme Verteuerung der Grundnahrungsmittel mit sich brachte, auch völlig klanglos dorthin, wo er hingehört: auf den Öko-Müllhaufen. Und die dritte Welt hat wieder etwas zu essen

  3. @Sabrina Schwanczar #14

    Das ist schon richtig. Die Gesetze sind da und werden auch angewand. Solange ein Kläger da ist.
    Jedoch kommt die Rechsprechnung immer nach einer Tat (liegt in der Sache der Natur) und dann für viele meistens zu spät. Die Gewieften wissen dies und die anderen, der Vielzahl von „naiv“ Gesächdigten bleiben auf ihren „Verlusten“ sitzen. Siehe aktuell die Pleitewelle in der Solarbranche. Hier werden Millionen an Geld (Energiepunkte) vernichtet. In der Windbranche wird dies änlich von statten gehen.

  4. #10: Hofmann,M sagt:am Freitag, 13.04.2012, 08:49

    „Mit der Lügengeschichte „Das die sog.erneubaren Energien“ jetzt und in Zukunft wirtschaftlich sein sollten, wurde sehr viel Geld von Anlegern auf diese „Lügengeschichte“ eingesetzt. Hier waren sowohl die „Naiven“ wie auch die „Gewieften“ mit dabei. Nur der Unterschied dabei war, das der Gewiefte den Absprung (wenn der Höhepunkt der Einzahlungen erreicht war) bereits wieder abgesprungen ist. Der Naive ist dann erst aufgesprungen und bis dato nicht mehr abgesprungen und damit hat er sehr viel Geld verloren.“
    .
    .
    „(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält,“

    Quelle: StGB § 263 Betrug

    Betrug ist ein Offizialdelikt, das heißt, dass der Staatsanwalt von Amtswegen, also ohne Stellung eines Antrags, die Sache verfolgen muss, wenn diese Ihm zur Kenntnis gelangt.

    Aber wir wissen ja – die wahren Qualitäten eines echten Juristen kommen dann voll zur Geltung, wenn es darum geht, Schwarzfahrer hinter Gittern zu bringen oder an armen Schweinen, die mal eine CD mitgehen ließen Exempel zu statuieren.

    Das fordert den ganzen Staatsanwalt.

    Für Lappalien wie Betrug hat der keine Zeit.

    mfG

  5. @ H. Meier #11

    „…, dass eine intensive „Pflege“ der politischen Entscheidungsträger erfolgt.“

    Sher geehrter Herr Meier,

    mir liegen diverse notariell beglaubigte Verträge zwischen Amtsträgern und „Investoren“ aus der sog. Zukunftsbranche „Windenergie“ vor, die diverse Straftatbestände aus dem Korruptionsbereich zweifelsfrei erfüllen.

    Bestraft wurde noch niemand. Staatsanwälte sind weisungsgebunden und wenn der MP eines Landes die Windenergie fördert, wird er auch dafür sorgen, daß kein Makel auf die Akteure fällt.

    Und was ein Landwirt, der sein Land gewinnbringend an die „Investoren“ verpachtet, an privaten Barzahlungen dem Ratsherrn oder dessen Partei spendiert, kann sowieso niemand nachvollziehen. Das ginge nur, wenn man Bargeld abschaffen würde und einen Orwellschen Staat installierte.

  6. Mal abgesehen von der Treibhausgasdiskussion in Sachen Biosprit hat dieser im letzten Winter zu erheblichen Problemen geführt. Der Biodieselanteil im Diesel hat zu Zehntausenden von liegengebliebenen Fahrzeugen durch verstopfte Filter bei den z.T. sehr tiefen Temperaturen geführt. Wurde darüber berichtet? Habe nichts gelesen, bin selbst zweimal gestrandet mit hohen Kosten für den Autoclub.
    Biodiesel ist für mich vollkommen out, habe auch schon eine Einspritzpumpe dadurch bezahlen dürfen.
    Investition in dem Bereich, ob Ethanol oder Biodiesel: Nein danke!

  7. Ich denke, es handelt sich bei den sogenannten „Erneuerbaren“ lediglich um eine Geschäftsidee mit einer Technologie Geld zu verdienen, die in einem freien Wettbewerb keine Chance hätte.
    Also braucht dieses Geschäft politische Unterstützung. Diese Unterstützung kommt von den Unternehmen, die sich Politiker dienstbar machen.
    Z.B ist Herr Asbeck als Gründungsmitglied der Grünen und Solarworld Chef ein Vertreter der Solartechnik. Einer Halbtags-Technologie die als „Sparkasse auf dem Dach“ beworben wurde. In die Hausbesitzer, Versicherungskonzerne usw. investierten, mit einer staatlichen Garantie auf Rendite.
    Nun sind die Solarfirmen pleite, die Werks-Garantien für die Paneele mangels Masse dahin und Heerscharen von Spekulanten zu Wählern geworden, die um ihre Pfründe fürchten und dementsprechende Lobby-Parteien wählen.
    Die direkte Vermarktungspolitik durch Politiker erkennt man unschwer, wenn ein Herr Schäuble den Griechen zu Solaranlagen rät, wenn „Dessert-Tech-Projekte“ und ähnlicher Unfug durch die Gazetten geistern.
    Schaut man sich die Statistiken der EWEA über den Zubau mit Windmühlen an und überschlägt die Investitionssummen, die in diese wetterabhängige Technologie flossen, obwohl zuvor schon eine Energieversorgung existierte und eine nicht konkurrenzfähige Zusatz-Ausstattung erfolgt, dann wird das Ausmaß einer gigantischen Investitionsblase deutlich.
    Einer so enorm großen Summe, deren Rendite einzig nur durch politische Gesetzgebung abzusichern ist, wird ja wohl nicht abzusprechen sein, dass eine intensive „Pflege“ der politischen Entscheidungsträger erfolgt.
    Ebenso auffällig ist es, wie die Werbeträger in der medialen Welt einvernommen werden.
    Wer hat nicht die ständigen Werbebanner in den Tageszeitungen vor Augen, die für Rendite-Modelle Reklame machen und Spekulanten verlockend neugierig zum „Geldabgeben“ auffordert.
    Der Vorwand, einen Klimawandel durch finanzielle Anstrengungen zu beeinflussen, hat dabei dogmatisches Format erhalten.

    Grundsätzlich ist natürlich eine Technologie, die völlig wetterabhängig bleibt, bzw. nur halbtags funktioniert, ein grandioser Blödsinn und die gigantischen Summen, die in diesen Sektor abgeflossen sind, werden so abgeschrieben werden müssen, wie z.B. die Immobilienblase in den USA.
    Dass die Deutschen AKW`s abgeschaltet wurden, ist darum nicht in erster Linie eine gesellschaftspolitische Entscheidung, sondern der Erfolg einer Lobby, die sich die Politik gekauft hat.
    Dabei erscheint es mir überflüssig, noch zwischen den Parteien Unterschiede zu suchen, denn das politische, programmatische Marketing eines Parteiprofils, bleibt belanglos, wenn es um konkrete gesetzgeberische Maßnahmen geht. Dann können die Unternehmen sich sicher sein, Mehrheiten für ihre Geschäftsmodelle zu haben.

    Ich wünsche mir dringend eine von Vernunft geleitete politische Partei, die sich nicht scheut, den volkswirtschaftlichen Betrug, laut und deutlich aufzuzeigen.

  8. @Thomas Heinzow #9
    Naja, auf der einen Seite gabe es die „Naiven“ aber auf der anderen Seite gibt es da auch immer die „Gewieften“.
    Das Spekulationsgeschäft, der Aktienmarkt lebt von Geschichten,Lügen,Gerüchten. Es wird hier immer Menschen geben, die um ihr Geld gebracht werden, damit anderen daran verdienen.
    Mit der Lügengeschichte „Das die sog.erneubaren Energien“ jetzt und in Zukunft wirtschaftlich sein sollten, wurde sehr viel Geld von Anlegern auf diese „Lügengeschichte“ eingesetzt. Hier waren sowohl die „Naiven“ wie auch die „Gewieften“ mit dabei. Nur der Unterschied dabei war, das der Gewiefte den Absprung (wenn der Höhepunkt der Einzahlungen erreicht war) bereits wieder abgesprungen ist. Der Naive ist dann erst aufgesprungen und bis dato nicht mehr abgesprungen und damit hat er sehr viel Geld verloren.

  9. @ M.Hoffmann #8

    „Der Aktienmarkt hat die Solarbranche schon vor einigen Monaten abgeschrieben.“

    Nur Dumme haben in diese Aktien investiert, so wie damals im Neuen Markt, bis dann die Blase bzw. Hausfrauenhausse platzte. Es ist nun einmal so, daß man als Kleinanlager die Finger von solchen Risikopapieren lassen sollte und sich vor allem nicht von Bankern und Sparkassenangestellten beraten lassen sollte. Wären die nämlich tatsächlich gut, würden die bestimmt da nicht arbeiten.

    Nicht zu vergessen die Agency Costs, ausgelöst durch Provisionszahlungen.

  10. @J.Huels #6
    Für die Aufklärung (Ernüchterung) sorgt der Aktienmarkt „in manchmal brutalerweise“ von ganz alleine. Der Aktienmarkt hat die Solarbranche schon vor einigen Monaten abgeschrieben. Gehen Sie mal auf die Internetseite (www.Onvista.de) und geben als Suchbegriff z.b. „Phoenix Solar“ oder „Q-Cells“ ein. Danch einfach mal auf der Seite durchklicken…da sind dann immer sehr schöne Berichte, Analysen, Einschätzung mit dabei…bei den „erneuerbaren Energiefonds“ schaut es auch nicht viel besser aus.
    Wohl dem, der Wissend (wissbegierig) und aufgeklärt ist…;)

  11. @ J. Huels #6

    „Die Veröffentlichung solcher Erfahrungen wie der ihren könnte diese Basis schwächen, und so mehr bewirken, als jede wissenschaftliche Beweisführung oder Wirtschaflichkeitsrechnung.“

    Wenn bei den Kleinanlegern die Gier erweckt worden ist, nützt auch das nichts. In der Zeitschrift „Der gute Rat“ wurden die Genußscheine und Genußrechte von derartigen Anlagen abgehandelt und sogar einige „empfohlen“.

    Als BWLer sag ich jedem: Finger Weg, denn das Geld ist in aller Regel weg, weil Firmen, die Genußrechte anbieten, sich nicht in die Bilanzen schauen lassen wollen, was ein Hinweis auf unseriöse Geschaftsstrukturen ist. Genußrechte oder -scheininhaber, sind nur stille Teilhaber mit voller Haftung und nachrangiger Bedienung im Insolvenzfall. Staatsanleihen sind denen gegenüber sicherer.

    Gleiches gilt für Kommanditanteile, denn die sind nicht fungibel und deshalb letztendlich für Kleinanleger nur dann sinnvoll, wenn die Beteiligung über die gesamte Laufzeit des Projektes möglich ist. Aber auch hier ist das Insolvenzrisiko sehr hoch.

  12. #5 Hallo Herr Frey,

    die Durchsetzung des erneuerbaren Energien-Wahnsinns war nur möglich, indem man viele Kleinanleger mit Hilfe des EEG mit in’s Boot holen konnte, um so an der Basis Akzeptanz zu schaffen.
    Die Veröffentlichung solcher Erfahrungen wie der ihren könnte diese Basis schwächen, und so mehr bewirken, als jede wissenschaftliche Beweisführung oder Wirtschaflichkeitsrechnung.

    MfG
    J.Huels

  13. Hallo #4 Herr Krause,

    Ihre letzten Worte, Zitat: …auch das des kleinen Anlegers!

    Einspruch, Euer Ehren! Ich versuche seit etwa zwei Jahren, Anteile an einem Windpark in Kerpen zu verkaufen, die mir vor rund zehn Jahren irgendein grüner Dummschwätzer angedreht hat. Vergeblich! Niemand will offenbar mehr Anteile kaufen!

    Zwar habe ich mich notgedrungen damit abgefunden, aber…

    Knapp 20 000 Euro in den Sand gesetzt – oder besser in den Wind geblasen… Und Großverdiener bin ich nun wirklich nicht!

    Chris Frey

  14. Die Möglichkeiten des ungenannten Entrepreneurs werden überschätzt, die Steuerung der wissenschaftlichen Information ünterliegt keinesfalls einer einzelnen Person/Lobbyisten. Vielmehr verschließen sich die Politiker sehenden Auges gern den wissenschaftlichen Fakten, wenn es darum geht eine mächtige Lobby zu befriedigen und nebenbei noch Steuermilliarden zu kassieren. So ist es nur logisch, dass die Politik hier ihr unheilvolles Siegel gab, da es sich hier um ein Multi-Milliarden Geschäft mit „grünen“ Anstrich handelt. Allein die versprochenen, aus dem Nichts generierten Renditen, lassen jedes Bankerherz höherschlagen…(aber auch das des kleinen Anlegers;)))

  15. Hier ein weiterer „Schlag in Gesicht“ für die „gläubigen“ Mitläufer!

    Textauszug:
    „Fragwürdige Kapitalanlagen: Kritik an nachhaltigen Fonds
    Die Absicht ist löblich – viele Anleger investieren ihr Geld in nachhaltige Fonds mit der Absicht, nur Geld mit Anlagen zu verdienen, die ethisch, ökologisch und sozial korrekt sind. Doch eine Untersuchung dieser Fonds offenbart einen bösen Etikettenschwindel. “

    Quelle: http://tinyurl.com/c2rkbxz

  16. Na alla
    Noch traut sich keiner den Namen der Person zu nennen, aber der Königsweg der AGW-ler (Beeinflussung im Vorfeld und gezielte „Information“) wird immer unbrauchbarer. Für seine Benutzer sogar richtig gefährlich,wenn es gelingt anhand vorliegender Dokumente betrügerische Absichten nachzuweisen.
    Es würde mich nicht wundern, wenn einige Klimaretter jetzt anfangen die entsprechenden Dokumente verschwinden zu lassen mit denen sie eigentlich als Teilnehmer der globalen Rettungsaktion glänzen wollten.

    Michael Weber

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