‚Emissionshandel’ scheitert an fehlenden Anreizen

Neue Forschungen zeigen, dass die Programme zum Emissionshandel keine ausreichenden Anreize für Innovationen bieten. Einer neuen Studie im Journal ‚Proceedings of the National Academy of Sciences’ zufolge bieten Programme zum Emissionshandel, dazu gedacht, Emissionen zu reduzieren, von Natur aus keine Anreize, den privaten Sektor dazu zu bewegen, innovative Technologien zu entwickeln, um der Klimaänderung zu begegnen.


Foto rechts: von DOE/Lawrence Berkeley National Laboratory

Autorin der Studie ist Margaret Taylor, eine Forscherin am Lawrence Berkeley National Laboratory (Berkeley Lab), die die Studie während ihrer Zeit als Assistenzprofessorin an der University of California durchführte. Tatsächlich scheint es so zu sein, sagt sie, dass der Erfolg einiger Programme zum Emissionshandel zur Erreichung vorher bestimmter Reduktionsziele zu geringen Kosten Anreize für Forschungen und Entwicklungen vermindert zu haben scheint, die helfen können, geeignetere Ziele zur Kontrolle der Verschmutzung zu erreichen.

„Politische Entscheidungsträger haben selten die perfekte Voraussicht, welches die geeigneten Emissionsziele sind, um die öffentliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen – normalerweise müssten diese Ziele strenger gefasst werden“, sagte Taylor. „Und doch setzen die Entscheidungsträger selten Ziele ohne den Beweis, dass die Industrie diese Ziele erreichen kann. Hier sind Forschung und Entwicklung [R&D] unabdingbar, die zur Entwicklung innovativer Technologien über längere Zeiträume führen können.“

In der Studie erforschte Taylor die Beziehung zwischen Innovationen und Programmen zum Emissionshandel (CTPs). Sie verwendete Daten von den beiden erfolgreichsten CTPs, dem nationalen US-Markt zur Kontrolle von Schwefeldioxid (SO2) und dem Markt zur Stickstoffkontrolle (NOx) der nordöstlichen und mittelatlantischen US-Bundesstaaten. (Respectively, Title IV of the 1990 Clean Air Act and the Ozone Transport Commission/NOx Budget Program.)

Taylors Forschungen zeigen, dass Analysten vor Handelsbeginn für diese CTPs überschätzt haben, wie schwierig es für die Emissionsquellen sein würde, mit einer oft beobachteten Verteilung von Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Energieeffizienz Ziele zu erreichen, einschließlich aller CTPs in der Welt. Erkennbar wurde dies in Überschätzungen des Wertes von Zertifikaten, welche die Emission einer bestimmten Menge unter einem CTP erlaubt. Wenn eine Instanz billig Emissionen reduzieren kann, kann sie diese Zertifikate entweder für jeden Preis, den sie bekommen kann, verkaufen, oder sie kann diese Zertifikate sammeln, um späteren Restriktionen hinsichtlich der Emissionen zu begegnen.

Die von Taylor untersuchten Programme zum Zertifikatehandel zeitigten niedrigere Preise als erwartet, teils weil die Teilnehmer an dem Programm eine unerwartet breite Palette von Vorgehensweisen übernommen haben, um Emissionsquellen im Hinblick auf den kommenden Handel zu reduzieren. Als Ergebnis wuchs eine große Bank von Zertifikaten, besonders im SO2-Programm. Das war ein Signal dafür, dass die Preise für die Zertifikate viele Jahre lang stabil bleiben würden.

Aber diese Botschaft der niedrigen Preise führte nicht zur Änderung der politischen Ziele der CTPs, trotz des Beweises, dass es nicht nur billiger als erwartet sein würde, diese Ziele zu erreichen, sondern auch, dass es für die öffentliche Gesundheit noch wichtiger war, die Ziele basierend auf wissenschaftliche Fortschritte zu verschärfen. Das Signal des niedriger als erwartet liegenden Preises führte jedoch dazu, dass die Emissionsquellen ihre Investitionen in saubere Technologien noch einmal überdachten, was zu signifikanten Streichungen geführt hat.

Inzwischen signalisierte der niedrige Preis auch den Entwicklern sauberer Technologien – die oft von den Zertifikate haltenden Emissionsquellen unabhängig sind – dass die potentielle Rückkehr zu ihren Forschungs- und Entwicklungsprogrammen, die allgemein ungewisse und erst langzeitliche Profite abwerfen, billiger als erwartet sein würde.

Dieser Effekt hilft auch, das Ergebnis zu erklären, dass patentierte Aktivitäten, der dominante Indikator kommerziell orientierter Forschung und Entwicklung, einen Höhepunkt erreicht hatte, bevor die CTPs in Kraft traten, und dann zurück gingen, als der Zertifikatehandel in Gang kam und inzwischen das niedrigste Niveau seit Beginn der nationalen SO2 und NOx-Regulation im Jahre 1970 erreicht hat.

„Normalerweise muss man zu Beginn irgendeines neuen politischen Umweltprogramms relative billige und einfache Dinge tun”, sagte Taylor, die sich auf politische Analysen, Umwelt- und Energiepolitik sowie Innovationen spezialisiert hat. „Aber wenn das Erledigen dieser Dinge zur Folge hat, dass Anreize für längerzeitliche Innovationen verschwinden, kann sich ein echtes Problem ergeben, besonders wenn dramatische technologische Änderungen erforderlich sind, wie z. B. im Falle der Stabilisierung des globalen Klimas.“

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Das Lawrence Berkeley National Laboratory befasst sich mit den dringendsten wissenschaftlichen Herausforderungen der Welt durch die Förderung nachhaltiger Energie, dem Schutz der menschlichen Gesundheit der Erzeugung neuer Materialien und des Ursprungs und weiteren Schicksals des Weltalls. Seit der Gründung im Jahre 1931 wurden wissenschaftliche Expertisen des Berkeley Labs mit 13 Nobelpreisen ausgezeichnet. Die University of California managt das Berkeley Lab für das U.S. Department of Energy’s Office of Science. Mehr dazu hier: www.lbl.gov.

Anthony Watts

Link: http://wattsupwiththat.com/2012/03/18/cap-and-trade-fails-for-lack-of-incentives/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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4 Kommentare

  1. Österreichs Wirtschaft war einst autark, es gab auf technischem Bereich keinerlei Produkte, welche nicht im Inland produziert werden konnten. Mit Einführung der EU-Verordnungen wurde das völlig anders. Es sperrten einmal alle Ladengeschäfte, welche Materialien und Geräte für solch produzierendes und entwickelndes Kleingewerbe, welche innovative Produkte schufen und solche auch exportierten. Es gab auf einmal alle solche Dinge in minderwertiger fernost Qualität, aber billiger, zu kaufen, welches damit ebenfalls eine Erzeugung im Inland verhinderte, aber fatalerweise auch das dazu nötige KnowHow zum Verschwinden brachte. Solche Konsumgüter steigerten die Müllberge, welche durch gesteigerte Abgaben zu bezahlen sind. In den frei gewordenen Lokalitäten gab es nunmehr Kebab und Spielautomaten, anstatt Farbenhandlungen und Werkstättenbedarf.
    So ergab es sich, dass zB. Akkumulatorenerzeuger ihre Betriebsstätten schlossen und die Liegenschaften für Zweitwohnsitze parzelliert wurden, den sowas ergab Gewinne für Realitätengeschäfte und erhöhte des BIP. Motor und Fahrzeuginstandsetzungsbetriebe wurden einfach ebenso dem Erdboden gleich gemacht um da Sozialwohnungen für Zuzügler, auf Sozialkosten, versteht sich, zu errichten. Das hefteten die Roten sich, als besondere Sozialleistung auf ihre Fahnen. Damit sanken die Wirtschaftserträge, wegen Entfall von der produzierenden Wirtschaft und es stiegen wegen der erhöhten Sozialausgaben die Schulden. In dieser Scheerung steckt Österreich noch immer. Um dieser selbstgewählten Sozialaufgabe in allen Kommunen gerecht zu werden, mussten zusätzliche öffentliche Bedienstete und deren Arbeitsplätze geschaffen wwerden, an die 12,9% oder über 1,000.000 solcher öffentlicher Handaufhalter sind es derzeit. Diese Zuzügler brauchen natürlicherweise Platz für ihren bescheidenen Wohlstand, sprich Autos und aber auch Energie um ihre Wohnungen zu heizen und selbstverständlich „Brot und Spiele“. So wurde Wien unerträglich für EInheimische und zum Ghetto für Zuzügler.
    Als Gewinner aus dieser Entwicklung gingen kurzeitig die Roten hervor und stellten langjährig die absolute Mehrheit, dank derer nun geförderten und auf Sozialkosten durchgefütterten Zuzügler. Ohne Rücksicht auf deren alte Wählerschaft, welche mit dem Dahinschwinden derer Arbeitsstätten nun langsam aus der Stadt verschwanden, schwand auch die Mehrheit der Roten, zurück blieben eine minder erwerbsfähige aber anspruchsvolle Zuzügler Kategorie, welche nicht mehr die Mehrheit der Roten absicherte und somit zum ersten Mal eine Regierungskoalition mit den zuzüglerfreundlichen GrünInnen für den roten Bürgermeister notwendig geworden war.
    Was aus dieser roten Fehlpolitik blieb, ist ein riesiger Schuldenberg, welcher nach Meinung der Roten von den Steuerzahlern durch erhöhte Abgaben zu bezahlen wäre und ein unerträglicher Zustand täglicher Belästigungen durch Arbeitslose , Bettler und Diebe. Mittels Subventionen gefärderte Gratisblätter wollen diesen Sozialschwindel als großen Fortschritt proklamieren und riesige Festveranstaltungen halten den Pöbel in Beschäftigung. Gewinner daraus sind die Öffentlichen Verkehrsmittel, welche damit trotz Gebührenerhöhung, erzwungenermassen für die Fortbewegung nötig sind, denn es sollen alle Autos aus der Stadt verbannt werden. Nur der es sich noch leisten kann, wird in der Stadt verbleiben können, wer kann, zieht bereits weg.
    Kein Wunder, dass mit dieser Politik sowohl CO2-Belastung als auch mit Feinstaub, die Atemluft ständig überlastet wurde und dies dem vielen Autoverkehr, einerseits den in die Stadt zum Vergnügen zuströmenden, anderseits dem Stadttransit bedingten Abgasen zuzuschreiben ist, nunmehr durch Zwangsmaßnahmen begegnet werden möchte, was aber gegen die hier noch Berufstätigen wirkt und weitere Abwanderung der Wirtschaft mit sich bringt. Der Elktroverkehr ist weit und breit nicht in Sicht, denn es fehlen dazu alle Voraussetzungen, es gibt keinerlei Angebot, von ein par Enthusiasten abgesehen.
    Der österreichische Minister Bartenstein hat aber in Kjioto großmundig verkündet, er würde Österreich da eine Vorreiterrolle im CO2-Vermeiden einnehmen, was unter den hiesigen Verhältnissen sich als Chimäre herausstellt, was den Österreicher zu einer Milliardenzahlung, als Strafe für dieses Versäumnis aufgezwungen werden wird.

  2. Zu # 1
    Die Zwischenstation Fegefeuer und die Hölle wurden propagiert, um damit Ablässe generieren zu können; genau so funktioniert heute Emissionshandel. Aber die Leute mißtrauen dem Schwindel.

  3. Als wenn das Hauptziel des Emissionshandels je darin bestanden hätte, Anreize für Innovationen zu schaffen!
    Vielleicht gab es auch im Mittelalter ein Heer von Forschern zu der Frage, wie viele Seelen dank Ablaßhandel tatsächlich im Himmel, wie viele trotzdem in der Hölle landeten, und wie viele in undefinierten Stationen dazwischen baumelten.

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