Deutschlands Abstieg vom Weltwirtschaftsniveau

Es ist vielleicht an der Zeit, auch einmal „Otto-Normalverbraucher“ die meist unbekannte Sicht von Managern über die deutsche Energiewende nahe zu bringen. Bei allem, oft negativen Echo, das diese Industriekapitäne heute bei den Medien hervorrufen, sollten wir nicht vergessen, dass unsere Industrie und daher die Basis unseres Wohlstands von ihren Fähigkeiten abhängen, Unternehmen auf dem hart umkämpften Weltmarkt in die richtige Richtung zu lenken. Zweifellos gehört die BASF zu den wenigen Unternehmen, von denen dies bis zum heutigen Tage uneingeschränkt gesagt werden darf.
Den denkwürdigen Aufsatz aus der Börsenzeitung (vom 17. Juli 2011) von Max Dietrich Kley, Mitglied des Aufsichtsrats der BASF, zum programmierten Abstieg bringen wir hier auszugsweise. Den gesamten Beitrag stellen wir als pdf scan im Anhang zur Verfügung.


Die wohl erfolgreichste deutsche Po­litikerin ist derzeit Christine Lagar­de. Als französische Finanzministe­rin hatte die jetzige IWF-Chefin Deutschland wegen der hohen Ex­portüberschüsse getadelt. Daraufhin hat die Bundesregierung sofort ener­gische Maßnahmen ergriffen, um diese Überschüsse kurz-, aber auch insbesondere mittelfristig zu redu­zieren. Mit dem Moratorium für acht Kernkraftwerke in Deutschland wür­de deutscher Stromexport von rund 3000 bis 4000 Megawatt (MW) er­setzt durch Stromimporte in Höhe von rund 3 000 MW. Das verändert die deutsche Zahlungsbilanz konso­lidiert um rund 3 Mrd. Euro pro Jahr, ein schöner Erfolg.

Mit dem Energiewendepaket wer­den die Belastungen der deutschen Wirtschaft deutlich zunehmen, Ar­beitsplätze werden verloren gehen, Investitionen werden am deutschen Standort nicht getätigt. Die Export­überschüsse werden demgemäß in den nächsten zehn Jahren weiter re­duziert. Gegenüber dem Papier der Energiewende ist ein Scherbenhau­fen ein Muster an stringenter Archi­tektur und purer Ästhetik. …..

Kopflose politische Führung

Wie konnte es dazu kommen? Wie jedermann weiß, ist das Risiko für Erdbeben der Stufe 9 und das Risiko eines Tsunamis in Deutschland äu­ßerst gering. Die Reaktion der deut­schen Regierung hat demgemäß mit Rationalität nichts mehr zu tun, es handelt sich um eine rein emotio­nale Entscheidung. Man fragt sich, ob es in der ganzen Regierung denn nicht eine einzige Persönlichkeit gibt, die für etwas mehr Überlegung plädiert und für einen rationalen Entscheidungsprozess in Berlin sorgt. Auch wenn angeblich der größte Teil der Bevölkerung nach Fukushima einen Ausstieg befürwor­tet, muss man doch von der Politik Führung und nicht Kopflosigkeit verlangen.

….

….Lagarde bekommt recht

In Baden-Würtemberg sieht die Sa­che anders aus, weil die Aktionäre EnBW zu solchen unwirtschaftli­chen Investitionen zwingen können. Darüber wird auch im Südwesten bereits hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Unterstellen wir ein­mal, in Bayern und Baden-Würtem­berg werden ausreichend Kapazitä­ten an Gasgrundlaststrom gebaut. Wer braucht dann noch den Netz­ausbau von Nord nach Süd? Nord­deutschland steht dann mit der nicht abgesicherten Windkraftkapazität allein.

Wohin man auch sieht: ein pla­nender Staat ohne Werkzeuge, seine Planung auch zu realisieren! Dass es teuer wird, steht fest, "Erst gehen die Hütten", sagt ein renommierter Energieberater. "Dann gehen die Schmieden, die Pressen, – alles mit­telständische Betriebe – dann geht der Edelstahl, Teile der Chemie wer­den folgen". Das hat im Gegensatz zu seinen Mitgliedsfirmen der derzeiti­ge Präsident des Chemieverbandes VCI noch nicht begriffen.

Das Programm von Christine La­garde nimmt also Fahrt auf. Die In­vestitionen in Deutschland gehen zurück, die Arbeitslosigkeit steigt, die Exportüberschüsse verschwin­den. Kanzlerin Merkel hat die Ener­giewende als eine Herkulesarbeit be­zeichnet. Aber Herkules hatte über­menschliche Kräfte. Das kann man von Angela Merkel und ihrem Leichtmatrosen Norbert Röttgen wirklich nicht behaupten.

Max Dietrich Kley

Mitglied des Auf­sichtsrats der BASF SE 

Den gesamten Beitrag können Sie als pdf im Anhang herunter laden

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24 Kommentare

  1. Herr Moiks,

    ich würde auch lieber über Gründe reden.
    Deutschland mußte aber weder im WKI noch im WK II auch nur auf irgendetwas verzichten. Beide Male hatte Deutschland große Handelsüberschüsse und wurden fleissig von USA und England beliefert.

    Jetzt haben wir wieder Handelsüberschüsse und befolgen wieder fremde Ideologieanweisungen, um die Handelsüberschüsse artig selbst zu vernichten, um England und den USA keinen Schaden zuzufügen.

    Selbstverständlich wurde auch die Anweisung zur Nichtnutzung der jetzt verfügbaren eigenen Gasvorkommen ausgeführt, denn die würden die Handelsüberschüsse Deutschlands nochmal steigern, während die Abschaltung von 8 KKW schon locker -4 Mrd. bringt. Prinz Philip freut das 😉

  2. Endlich wird über Gründe geredet und nicht über Irrationalität der Politik gejammert. Solange Sie hier die Merkel abwechselnd für dämlich oder aber eine bolschewistische Saboteurin betrachten, werden Sie der Wahrheit nicht näher kommen. Gehen Sie endlich davon aus, daß alles gute Gründe hat und niemand so bescheuert ist, wie er tut.

    Deutschland mußte WK I. weitgehend ohne Salpeter bestreiten.
    Deutschland mußte WK II. weitgehend ohne Salpeter und ohne Öl bestreiten.
    Seit vierzig Jahren hofft Deutschland vergebens darauf, daß (auch) den anderen das Öl ausgeht.
    Könnten wir im Ernstfall und autark eine sich zu einem Drittel auf Kernkraft stützende Energieversorgung aufrecht erhalten?
    Können wir uns derzeit eine gewisse Ineffektivität der Energie- und Lebensmittelproduktion (die sowieso der „Verbraucher“ -also der Prolet- bezahlt) leisten?
    Wie stabil wäre eine dezentrale Energieerzeugung auf Erdgasbasis mit grotesk überdimensioniertem (also mit stabiler Redundanz versehenem) Verteilungs-Netz im Zeitalter des Schiefergases?

  3. Deutschland – Energieexportland
    Ja, aber nur manchmal.

    Etwas genauer: Das windgetriebenen Dänemark bekommt ca 60% seines benötigten Stroms aus D.
    Frankreich wird überwiegend nachts (0-7 Uhr) aus D mit Strom beliefert (liegt wohl an deren Nachtspeicherheizungen)
    Bei den anderen Nachbarstaaten ist es ein Geben und Nehmen. Wobei seit März 2011 das Nehmen unsererseits überwiegt.

    mfg

  4. #18
    in einem anständigen Forum kann/sollte jeder seinen Namen nennen können. Offene Aufrichtigkeit zeichnen den Menschen mit demokratischer Gesinnung aus, der zum Wohl der Allgemeinheit beitragen will.

    Anstatt hier über die Notwendigkeit Ihrer offenen Namensdarlegung zu lamentieren wäre es konstruktiver gewesen die Quelle, bzw. den Nachweis aufzuzeigen für Ihre Zweckbehauptung – mehr ist es nicht – das Deutschland immer noch Nettostromexporteur ist.

  5. Fortsetzung (Abschluss) modischer Armut:

    Es war also ein ganz erhebliche Teil von Bekleidung, Schuhwerk und allerlei Accessoir, besonders Handtaschen für unter 10 Euro im Angebot.
    Nun, neben den (für mich) ungewöhnlichem Zuschnitt (ohne Knöpfe und Ärmel) waren dann noch die oft sehr phantasievollen Bemahlungen und Beschriftungen, die natürlich Modebewusstsein oder was sonst signalisieren sollten.
    Lange haltbar war das Material eh nicht (vielleicht bis zu ersten Wäsche?).
    Ja die Beschriftung (in Englisch) seufz.
    Meine Frau hatte sie in einen Typ Schlafanzug verliebt, alle verschieden beschriftet.
    Sie (keine wirklichen Englischkenntnisse :-))zeigte mir einen mit der übersetzten Aufschrift Schaumgummi-Brüste (sponge boobs). Ich fragte Sie ob sie das denn nötig hätte. Nach dem Studium der übrigen Beschriftungen dieser lustigen Schlafanzüge für Damen ergab sich für mich ganz überraschend, dass diese eindeutig GEGEN Sex in der Nacht gerichtet waren (Energiesparmaßnahme?).
    Schließlich einigten wir uns auf eine verliebte Kuh (moody cow) mit zusätzlich aufgemaltem Rindvieh.

    Der größte Stress stand uns aber noch bevor,
    Das Anprobieren. Natürlich war es streng verboten die (leeren) Umkleidekabinen in der einzigen Männeretage zu benutzen.
    Also hieß es Schlange stehen (20-30m, das letzte Stück mit Absperrung).
    Strenge Kontrolle an Ein- und Ausgang und immer wieder der schüchterne Appel:
    Bitte nicht mehr als 8 Teile zum Anprobieren.

    Das also ist unsere Zukunft,
    wie erfreulich.

    Allen einen Guten Rutsch

    dahinein 🙂

  6. Die Verarmung hat schon begonnen und macht „Mode“.

    Dies soll die nachfolgende (ironische) Schilderung eines Kaufhausbesuchs von gestern zeigen.
    Es handelt sich um die Neueröffnung eines 6-stöckigen englischen Klamottenhauses PRIMARK in einer benachbarten Großstadt im Ruhrgebiet.
    Sprache: natürlich alles Englisch, aber kein echtes Problem, zwar unverständlich, klingt aber cool. (die Bevölkerung ist ja konsummäßig schon englisch vortrainiert).
    4 Etagen nur für Frauen, eine für Männer und 1/2 für Kinder.
    Meine Frau + Tochter hatten mich überredet (zum Körbe (2) schleppen und bezahlen).

    Wahrenherkunft 100% Fern-Ost, wo es noch billige Energie und billige Arbeitskräfte gibt.

    Gleich am Eingang ging es los: Jeans für unter 10€
    Da lagen auch gleich die zusammenklappbaren „Einkaufskörbe“ – bzw. so was wie Fischnetze.
    Also 2 Jeans rein.
    Als Mann war man eigentlich ein Fremdkörper. Die Damen sahen ganz überwiegend „westlich“ aus, jedoch wenn Sie sprachen (nicht mit mir) klang es sehr oft NICHT deutsch. Interessante „aktuelle“? Bekleidung oft OHNE Rock oder Hose; einmal kurze Shorts wie für den Strand (gestern!) darunter schwarze Strümpfe und Lederstiefel,
    oder ganz ohne Hose: unter irgendwelchen variablen Oberteilen guckte ein längerer dünner Pullover hervor, der gerade noch den zugegebenen gut geformten Poo bedeckte, darunter wieder die schwarzen Strümpfe und die langen Stiefel.
    Da es sehr voll war, oder warum sonst, war die Konversation wortlos, man bekam von irgendwo einen deutlichen Schubs. Nun, wenn man sich überrascht umsah, erhielt man einen eher befremdeten Blick, der vielleicht heißen sollte: was macht denn ein Mann hier in der Damenabteilung?
    Zur Ware:
    es gab kein Limit in Hässlichkeit, z.B. Stiefel für unter 10 Euro, die vielleicht gut zu einer Mikeymaus-Figur gepasst hätten.
    Jede Menge von einer Art Wolljacken ohne Ärmel mit nur wenigen Knöpfen oben,
    ich dachte, aha, man trägt wieder sichtbaren Bauch?
    Oder ganz ohne Knöpfe oder gar Reißverschluss.
    Ich versuchte mich anzupassen ohne den Kontakt mit meinen eigenen Damen zu verlieren (nicht einfach):
    also ganz locker geben, Kleider die rechts und links wie am Spalier herunterhingen, mit der Rückseite der Hand etwas aufschlagen, wie die Seite eines Buches, dann sie aber sofort keines Blickes mehr würdigen. Das macht Eindruck.
    Fortsetzung folgt

    mfG

  7. @14
    grüße

    p.s.: was den klarnamenzwang angeht, sorry, aber dann kann ich ja gleich meine email-adresse posten. ich denke, diese links hier gehen auch mit nickname. danke! 🙂

  8. Sehr geehrter Herr Dr. Paul,

    danke für den Hinweis. Ich habe mich angemeldet und werde mir am 1. Januar mal das XML-File mit dem gesamten „Physical Cross Border Flow“ des Jahres 2011 herunterladen. Da bei uns gerade „staade Zeit“ ist, werde ich dann einen kleinen XML-Parser schreiben und den Datenfluß visualisieren. Ich bin neiguerig, was rauskommt.

  9. @Dr.Paul #14
    Das „Windgeschäft“ ist ein Draufzahlgeschäft und das Ausland reagiert bereits…
    Der Wind ist unberechenbar. Mal bläst er, dann braucht aber keinen den Strom und mal bläst er nicht und dann bräuchten wir unbedingt den Strom. Unter dem Strich ist dies die unwirtschaftlichste Form Strom zu erzeugen!
    1.Zuviel Wind und keine Abnehmer bedeutet Verlustgeschäft.
    2.Zuwenig Wind und zuviele Abnehmer bedeutet Verlustgeschäft.
    Zu Punkt 1. Hier muss ich den Strom fast verschenken um ihn los zu bekommen.
    Zu Punkt 2. Hier muss ich den Strom teuer durch „Reseverkraftwerke im Inland“ oder „Produktive Kraftwerke“ im Ausland dazu kaufen.
    Für den deutschen Stromkunden wirds so oder so teuer und das Ausland lacht sich über uns „Deutschen“ schlapp bzw. reagiert schon.
    Zum Beispiel Polen! Das Land will die „schwankende Windproduktion“ in Deutschland nicht mehr mit machen und wollen Ihre Schnittstellen im Verbundnetz nach Deutschland stärker regulieren. Das heißt, wenn der Wind in Deutschland zu stark weht, dann wird die Schnittstelle zu Deutschland „gedrosselt“. Der „schwankende“ (Netzschädliche) Strom gelangt somit nicht mehr so nach Polen und verbleibt zusehends im restlichen Verbundnetz. Und hier hauptsächlich im Deutschen Netz.
    Schöne neue sozialistische Ökowelt. Naja, der Ethikrat wirds schon richten, oder…;))

  10. #12: Michael Stock:
    wenn er keine Quelle nennen kann, ist die info falsch.
    Ich kenne keine genauen Jahresbilanzen,
    aber hier:
    http://tinyurl.com/d2xxuud
    kann man Import und Export von Strom in Europa täglich und fast stündlich verfolgen,
    man muss sich jedoch registrieren (kostenlos).
    Ich hab mal den sonnenreichsten November 2011 „seit Beginn der Wetteraufzeichnung“ abgefragt (Physical Cross-Border Flow) –
    Deutschland ist ja bekanntermaßen Weltmeister in Sachen SOLARSTROM-INSTALLATION –
    siehe da, im November netto- Stromimportland (zu wenig Atomkraft UND zu wenig Wind).
    Diese Woche war sehr stürmisch und siehe da, viele Tage netto-Exportland.

    Es bleibt spannend, wie die anderen auf dieses auf und ab in Deutschland reagieren.
    Die Bahn hat schon mal wegen Strompreiserhöhung ihr Leistungsangebot verteuert.
    Grüner Theorie folgt grüne Praxis,
    grüner teures Chaos ist nicht mehr fern.

    mfG

  11. @Rassbach #9
    Eine der Schlüsselfiguren war Bertrand Russel mit seiner Ban the Bomb-Bewegung nach dem 2. Weltkrieg, damals schon mit dem Ziel einer Weltregierung. Seit der Gründung der Pugwash-konferenz (1958 ?) gab es gewissermaßen einen Ost-und einen Westteil. Der West-teil kam richtig in Schwung nach der Ermordung von J.F
    .Kennedy (1963) mit der Gründung des Club of Rome(1968), dann 1972 „Die Grenzen des Wachstums“. Die erste ganz offizielle grüne Regierung im Westen war die Carter Administration 1977 mit dem Programm Global 2000. Besonders das Vorbereitungspapier dazu von Gerald O.Barney “ The unfinished agenda“ beschreibt das Ziel im Detail: Drosselung kapitalintensiver Investitionen in die Energieversorgung (Verzicht auf Kernenergie und Kernfusion), Drosselung kapitalintensiver Investitionen in die Landwirtschaft. Vorrang habe nicht mehr die Produktion von Nahrungsmitteln sondern eine Politik der Bevölkerungskontrolle usw usw.

  12. na, der artikel wurde wohl fünf monate zu früh geschrieben, da die akzuellen zahlen belegen, dass wir immer noch nettostromexporteur sind (über 5twh dieses jahr). okay, weniger als früher – na und? gleicht ja wirklich die handelsbilanz aus, ein wenig…

  13. Frau Andromidas,
    denken Sie, es ist Zufall, dass diese „Anti-Industriepolitik“ Ende der 60er entstand?

    Was waren die Antriebskräfte? Wer hats erfunden?

    Wer hat das in #6 erwähnte sozialistische Experiment veranstaltet? Die Gleichen, die es beendeten?

  14. @#4: A. Bauer:

    Nach grüner Logik ist es auch möglich mit 9,81 J einen 1 kg schweren Gegenstand bei einer Erdbeschleunigung von 9,81 m/s^2 nicht nur um einen Meter anzuheben, nein es sind auch 2m möglich.

  15. @Horst Trummler #5
    Es gibt aber eine ausgesprochene Industriepolitik, die das Wohl der Bevölkerung im Auge hat und es gibt seit Ende der 60iger eine ausgesprochene Anti-Industriepolitik, die sich gegen die Interessen der Bevölkerung richtet, die postuliert, dass die Industrienationen zu viel Energie und Ressourcen verbrauchen, dass man Geld auch anders verdienen könne, mit Dienstleistung nämlich und mit Finanzwirtschaft. Der Spruch“ Dann produzieren wir eben mehr Blaupausen und weniger Kühlschränke“ stammt immerhin aus der Aera Schmidt und seither wurden die Weichen unter dem Vorwand des Umweltschutzes in diese Richtung gestellt.

  16. Das sozialistische, PLANWIRTSCHAFTLICHE Experiment im Deutschland des real existierenden Sozialismus, ist grandios gescheitert. Die Städte heruntergekommen, die Wirtschaft am Boden, die Energieversorgung am Limmit und die Umwelt mehr als kaputt. Ein einziges Desaster.
    Es beschleicht mich zur Zeit das Gefühl,dass unsere Regierung mit unserer in diesem Sozialismus aufgewachsenen Kanzlerin, ähnliches noch einmal versucht. Vielleicht nicht ganz so, aber ähnlich. Ganz abstreifen lässt sich die alte Haut wohl doch nicht. Sie braucht sich nicht einmal vor der Opposition hüten, denn die verlangt noch weiterreichende Maßnahmen und würde wahrscheinlich erst recht drastisch vorgehen. Zwangsmaßnahmen und Enteignungen würden Realität.
    Ich befürchte, dass unser zur Zeit noch öko- und klimabesoffenes Volk, die rot-grünen Weltretter sogar wählen wird. Aber irgendwann nach einem Saufgelage wird man wieder nüchtern, man hat zwar einen Kater, aber die Sicht wird wieder klarer und merkt, dass Geld ist versoffen. Was nun?
    Dann hoffe ich auf eine realistische Partei, und der Union und den Rot-Grünen geht es wie der FDP!

    Einen guten Rutsch ins neue Jahr
    A. Schmitt

  17. Es st eine Illusion zu glauben, dass es „Die Industrie“ gibt. Es gibt industrielle Unternehmen in Deutschland, BASF, Solarworld, Bosch, Siemens…
    Diese Unternehmen verfolgen in der Energiedebatte unterschiedliche Ziele.

    Auch wenn die Industrie ein gemeinsames Ziel verfolgt, ist die „Macht“ der Industrie gegenüber der Politik ziemlich begrenzt, s. sozialistische Initiativen unter Brandt, s. Gewerbesteuern.

    Aktuell üben sich die Unternehmen eher in Ergebenheitsadressen gegenüber der Politik, s. Frauenquoten, s. „Erneuerbare Energien“, Einwanderung, „Nachhaltigkeit“…

    Vandale

  18. Um die explodierenden Kosten des Sozialstaats zu „stemmen“ müsste man sich eigentlich voll und Ganz auf die maximale Schaffung von Wohlstand konzentrieren und die Umwelt, das Klima und die (eingebildete) Unsicherheit von AKW komplett vergessen. Statt AKW „so früh wie möglich“ abzuschalten, müsste man sie „so lange wie möglich“ laufen lassen, um ein Maximum an Wohlstand zu erzeugen, welcher dann im Sozialstaat verteilt werden kann. Bei der Industrie müssten bei Genehmigungsverfahren die Umweltbedenken komplett beiseite gelegt werden, und alles genehmigt werden, was Wohlstand schafft und Kapital ins Land bringt.
    Dann und nur dann hätte der Sozialstaat eine Überlebenschance. (Übrigens machen das die Araber, sie fördern so viel Öl wie möglich, und finanzieren damit Subventionen und Sozialleistungen.)

    Aber die Kombination aus beiden, der Öko-Sozialismus, ist ruinös und führt in den wirtschaftlichen (und damit auch sozialen) Abgrund!

    Viele Anzeichen sprechen dafür, daß wir schon jetzt sehr tief gesunken sind. Die ausufernden Energiekosten sind beispielsweise aus Sicht der Politik immer irgendwie kompensierbar. Nach grüner Logik der Politiker kann jemand der vor 10 Jahren 3000 kWh Strom verbraucht hat, jetzt einfach die Hälfte einsparen um die doppelt Hohen Preise auszugleichen. Jemand der die fast verdoppelten Benzinpreise bezahlen muss, kann nach grüner Logik entweder ein neueres Auto kaufen, näher zur Arbeitsstätte umziehen oder sonstwie kompensieren. Niemals nicht wird von der Politik eingestanden, daß die höheren Preise zu echten Einschnitten im Lebensstandard führen. Doch genau das ist die Realität. Die Realität sieht so aus, daß sich jemand bspw. aufgrund der hohen Energiepreise einfach keine Wohnung, kein Auto, oder keinen Urlaub mehr leisten kann. Damit entstehen dann die Wutbürger, deren Wut aber scheinbar blinde Wut ist die sich an die falschen Adressen (Kapitalismus allgemein, ein Bahnhof namens Stuttgart 21) richtet und glaubt daß Ökosozialismus doch machbar ist, wenn die Politiker nur „schlau“ genug sind.

  19. @Andrea Andromidas #2
    Die Politik unter der Ökokanzlerin Merkel ist für die Fehlentwicklung in Deutschland verantwortlich zu machen.
    Mit dem Ausstieg aus der Kernkraft und den Einstieg in die Erneubaren Energien hat die Politik die Energie verstaatlicht. Ohne Subventionen (Steuergelder) läuft da gar nichts mehr.
    Mit der finanzellen Unterstützung von Banken hat die Regierung unter Merkel einen massiven Eingriff in den privaten Finanzsektor getätigt. Ohne Steuergelder (Staat) läuft auch hier nichts mehr.
    Die Politik unter Merkel stellt die Ökologie vor die Ökonomie. Der Wettbewerb um ein Wirtschaftsgut wird der ökosozialistischen Ideologie geopftert. Ohne Staatseingriffe/Subventionen (verteufeln von C02, verordnet Dämmung von Häusern, Glühbirnenverbot, Medienkontrolle usw.) geht auch hier nichts mehr.
    Daraus folgt…
    1. Der Staat wird sich immer mehr verschulden, weil er sich selbst finanzieren (Subventionszahlungen leisten) muss.
    2. Die Industrie- und Handwerksarbeitsplätze (gut entlohnte-wohlstandschaffend)werden ins Ausland abwandern.
    3. Die Bürokratie, die billigen Dienstleistungsarbeitsplätze werden in Deutschland mehr werden.
    4. Die Lebenshaltungskosten werden überproportional ansteigen
    5. Der Sozialstaat Deutschland wird mehr und mehr Frührentner,Pensionäre, Arbeitslose und Sozialbedürftige zu befriedigen haben

  20. Die Industrie müsste schneller und öfter aufwachen und vor allem deutlich erkennen, dass die Gegner einer Industriepolitik seit langem ihre Bastionen ausgebaut haben und seit langem der Meinung sind, dass man ohne Industrie mehr Geld verdienen kann, nämlich die Füße hochlegt und das Geld arbeiten läßt. Das absurde Energieprogramm wurde lange vor den Ereignissen von Fukushima von Stiftungen großer Hedgefonds geschrieben, der sogenannten European Climate Foundation. Dass die Industrie diese Operationen viel zu langmütig unwidersprochen geduldet oder sogar gefördert hat, hängt auch mit der traurigen Tatsache zusammen, dass sie natürlich auch von den längst üblichen Wettgeschäften und allgemeinen Spielcasinomethoden profitiert hat. Erst seit der sich zuspitzenden Finanzlage fängt man wohl an zu verstehen, dass hier etwas nicht zu funktionieren scheint. Nur unsere der Realität entrückten Politiker hängen weiter am Gängelband des Finanzolymps, tagen bei jedem Gipfeltreffen bis in die Morgenstunden, damit den neuen Göttern rechtzeitig bei Öffnung der asiatischen Märkte geopfert werden kann.
    Unter diesen Bedingungen hat Industrie keine Zukunft.

  21. Ein starker Beitrag, der auch Hoffnung macht.
    Hoffnung auf einen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaftsleistung und damit auch auf Tränen der Arbeitslosen, ich sammle schon mal haltbare Tauschgüter.
    Daran sind natürlich nur die bösen Manager schuld, die nur nach dem Gewinn streben.
    Die vielen Gründikis wollen ja nur das Beste zur Rettung der Welt, da kann es doch wohl nicht dran liegen.
    Wer heute noch die Klima-Katastrophe und damit verbundene Massnahmen preist, versündigt sich an den kommenden Generationen.

    Ich schätze, wir haben die „fünf vor Zwölf“ schon längst hinter uns gelassen und der Vorgang wird Dynamik aufnehmen.
    Einen gutes neue Jahr für sie.

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