Zu trockener, warmer, sonniger Herbst 2011- Vorbote der „Klimakatastrophe“ oder einfach nur schön?

Der vergangene Herbst (September bis November) war mehr als nur eine Entschädigung für den wechselhaften Sommer, denn er bescherte uns viel Sonnenschein. Aber anstatt sich einfach nur über das schöne Wetter zu freuen, hatten die Katastrophen- Journalisten der deutschen „Qualitätsmedien“ (Presse, Rundfunk, ARD, ZDF & Co.) nichts anderes im Sinn, als uns wieder einmal gehörig Angst vor der „Klimakatastrophe“ einzujagen. Da wurde live vom „fast ausgetrockneten“ Rhein berichtet, außerdem sollte es „im Oktober noch nie so warm wie 2011“ gewesen sein, und medienwirksam jammerte auch die Agrarlobby, „wegen der Dürre liefen die Wintersaaten nicht auf, und Schädlinge oder Krankheiten würden alles vernichten“ (dass sie gerade bei Zuckerrüben und Silomais dank der warmen Witterung eine Rekordernte in bester Qualität einfuhren, verschwiegen sie uns geflissentlich). Doch war der Herbst 2011 tatsächlich so ungewöhnlich? Anhand amtlicher Messwerte aus Vergangenheit und Gegenwart, hauptsächlich von der Station Erfurt- Bindersleben, soll dieser Frage nachgegangen werden. Letztendlich reduziert sich das meiste auf die lapidare Aussage „Alles schon mal dagewesen!“. Warum, lesen Sie selbst.


Erste Behauptung: „Der Herbst 2011 war ungewöhnlich warm.“

Die folgende Tabelle zeigt die 10 wärmsten meteorologischen Herbste und die jeweils 10 wärmsten September, Oktober und November (Monatsmittel) seit 1979 in Erfurt- Bindersleben.

Platz

Herbst °C

September °C

Oktober °C

November °C

1

2006 12,1

1999  17,2

2001  12,3

2009  7,6

2

1982  11,1

1982  17,1

2006 12,0

2006  7,1

3

2000  10,1

2006  17,1

1995  11,7

1982  6,2

4

2005  10,1

1991  15,7

2005  11,0

1994  6,2

5

2009 9,9

2011 15,7

1989  10,9

2000  6,0

6

1999 9,5

2005 15,2

1984  10,4

1986  5,8

7

2011 9,5

1989 14,8

2000  10,4

2003 5,8

8

1989 9,4

1987 14,5

1990  10,2

2002  5,2

9

2001 9,2

2009 14,5

2004  10,2

1992  5,0

10

1987 9,1

1980 14,1

         1982  9,9

1990  4,8

Zum Vergleich: Das langjährige Herbstmittel in Erfurt- Bindersleben beträgt 8,6°C, das für September 13,4°C, das Oktobermittel 8,9°C, das für November 3,5°C. Beim Betrachten der Tabelle fällt auf, dass der Herbst 2011 nicht zu den 5 wärmsten zählte; bei den Einzelmonaten kam nur der September 2011 unter die ersten 10, während der Oktober 2011 mit etwa 9,3°C und der November 2011 mit etwa 3,6°C nur geringfügig zu mild ausfielen. Es sei aber der Vollständigkeit halber noch erwähnt, dass der November 2011 auf den Berggipfeln außergewöhnlich mild ausfiel. Warum gerade dieser Umstand eher ein Hinweis auf das Ausbleiben der „Klimaerwärmung“ sein könnte, dazu später mehr.

Fazit: Der Herbst 2011 war zwar zu warm, völlig „ungewöhnlich“ ist das aber nicht.

 

Zweite Behauptung: „Es wird immer wärmer.“

Einzelne warme Monate, Jahreszeiten oder Jahre sagen wenig über die langfristige Temperaturentwicklung. Erst über längere Zeiträume von mindestens 25 bis 30 Jahren lassen sich konkrete Aussagen über Trends treffen. Die folgenden Diagramme zeigen die Lineartrends der Herbstmonate in Erfurt seit 1979:

Fazit: Für September und Oktober ist seit 1979 fast kein Temperaturanstieg nachweisbar, während der November deutlich milder wurde. Einen generellen, „katastrophalen“ Temperaturanstieg gab es bisher nicht; der November erwärmte sich, weil milde Südwestlagen häufiger wurden.

Dritte Behauptung: „Der Herbst 2011 war extrem trocken.“

Niederschläge sind noch größeren Schwankungen unterworfen als Lufttemperaturen; unter anderem sind sie auch deshalb so schwer vorherzusagen. Die folgende Tabelle zeigt die 10 trockensten meteorologischen Herbste und die jeweils 10 trockensten September, Oktober und November (Monatssummen) seit 1979 in Erfurt- Bindersleben.

Platz

Herbst mm

September mm

Oktober mm

November mm

1

1991  49mm

1982  9mm

1985  3mm

   2011  0,3mm

2

1985  54mm

1997  11mm

1983  5mm

1986  6mm

3

2011  64mm

1991  16mm

1995  7mm

 1982  12mm

4

1983  68mm

2006  16mm

2007  7mm

1983  16mm

5

1982  76mm

1985  20mm

 2004  11mm

1991  19mm

6

2006 83mm

1996  21mm

1999  12mm

2008  19mm

7

1997  89mm

1992  22mm

1979  13mm

2000  21mm

8

1999  99mm

1988  25mm

1991  14mm

1995  22mm

9

 2004  100mm

1999  25mm

1988  15mm

1997  25mm

10

1990  106mm

2011  28mm

1990  15mm

1993  28mm

1mm Niederschlag entspricht 1 Liter Wasser je Quadratmeter. Im langjährigen Mittel fallen in Erfurt im September etwa 46, im Oktober 34 und im November 44mm, so dass sich eine mittlere Herbstsumme von etwa 124mm ergibt. 2011 erreichte der September mit 28mm Platz 10, der Oktober fiel mit 36mm sogar etwas zu feucht aus, während ein so trockener November wie 2011 fast ohne Niederschlag seit Beginn regelmäßiger Messungen (in Erfurt- Bindersleben seit 1968) noch nicht registriert wurde. Aber erstens kann es viel früher durchaus völlig niederschlagsfreie November gegeben haben, und zweitens waren die November 1953 und 1902 mit etwa 3mm fast genauso trocken. Offenbar lässt die Schwankungsbreite unseres Klimas auch ganz ohne „Klimawandel“ durchaus niederschlagsfreie Herbstmonate zu. So fielen in den Oktobern 1908 und 1943 in Weimar überhaupt keine Niederschläge; und auch der September 1959 war mit nur 1mm nahezu niederschlagsfrei. Der Herbst ist ohnehin niederschlagsärmer als der Sommer, was nicht so recht zu seinem (übrigens unberechtigten) Image als „Schmuddel- Jahreszeit“ passen will. Einerseits enthält die sich abkühlende Herbstluft schon weniger Wasserdampf als im Sommer, und die schwächer werdende Sonneneinstrahlung vermag keine so häufigen und ergiebigen Schauer oder Gewitter wie im Sommer auszulösen. Andererseits treten im Herbst besonders häufig Hochdruckwetterlagen auf (Spät-, Nach- oder Altweibersommer). Im Frühherbst scheint dann meist noch die Sonne, während sich im Oktober und November in feuchter Luft entstehende Nebel- und Hochnebelfelder oft nicht mehr auflösen, aber außer etwas Nebelnässe oder geringem Sprühregen keinen Niederschlag liefern. Seit 1979 waren die Herbste 1991 und 1985 noch trockener als der von 2011.

Fazit: Der Herbst 2011 war deutlich zu trocken; man kann das als seltenen, jedoch keinesfalls als extremsten Fall ansehen, denn auch in der jüngeren und weiteren Vergangenheit gab es immer wieder sehr geringe Niederschlagsmengen im Herbst; und auch völlig niederschlagsfreie Herbstmonate sind schon früher gelegentlich vorgekommen.

Vierte Behauptung: „Es wird immer trockener und extremer.“

Auch hier gilt: Einzelne trockene Monate, Jahreszeiten und Jahre sind kein Indiz für zunehmende Trockenheit oder eine „Radikalisierung“ unseres Klimas. Wie sieht eigentlich der lineare Niederschlagstrend der 3 Herbstmonate seit 1979 aus?

 

 

 

Fazit: Der Oktober weist fast keinen Niederschlagstrend auf, während September und November tendenziell etwas feuchter wurden. Die Trockenheit im Herbst 2011 konnte diesen Trend nicht beenden. Und schon immer gab es große Schwankungen, welche gerade für die Niederschlagsverhältnisse typisch sind.

 

Fünfte Behauptung: „Der Herbst 2011 war der sonnigste aller Zeiten.“

Die Sonnenscheindauer (gemessen in Stunden) erhöhte sich seit Ende der 1970er Jahre aufgrund von Luftreinhaltemaßnahmen (weniger Staub und Schwefeltröpfchen) und vermutlich auch wegen der Abnahme der kosmischen Strahlung (aktivere Sonne) sowie Änderung der Großwetterlagen besonders im Frühjahr und im Sommer deutlich; im Herbst fehlen eindeutige Trends. Wie der Herbst 2011 seit 1979 abschneidet, zeigt die folgende Tabelle.

Platz

Herbst (Stunden)

September (Stunden)

Oktober (Stunden)

November (Stunden)

1

487 Jahr 2011

243  Jahr 2006

182 Jahr 2005

116 Jahr 1989

2

481 Jahr 2005

229 Jahr 1997

179 Jahr 1991

116 Jahr 2011

3

455 Jahr 2006

219 Jahr 1982

174 Jahr 1990

95  Jahr 1986

4

434 Jahr 1991

213 Jahr 1999

166 Jahr 2011

86 Jahr 2005

5

409 Jahr 1997

213 Jahr 2005

152 Jahr 2004

85 Jahr 2003

6

402 Jahr 2004

205 Jahr 2011

141 Jahr 1979

85 Jahr 2006

7

391 Jahr 1989

201 Jahr 2004

136 Jahr 1989

78 Jahr 1984

8

380 Jahr 1982

200 Jahr 1991

135 Jahr 2010

73 Jahr 2000

9

376 Jahr 2003

187 Jahr 2003

133 Jahr 1994

72 Jahr 1982

10

373 Jahr 1986

172 Jahr 1985

      133 Jahr 2001

68 Jahr 1983

Anmerkung: Die Messung der Sonnenscheindauer ist noch stärker als die ebenfalls fehlerbehafteten Niederschlags- und Temperaturmessungen von zufälligen, systematischen oder groben Messfehlern verfälscht; mitunter kommt es auch zum Komplettausfall von Messgeräten, so dass die Sonnenscheindauer bei einzelnen Monaten um wenige Stunden höher sein kann, als hier angegeben. Im Laufe des Herbstes schwindet der direkte Einfluss der Sonne auf die Monatstemperaturen. Während im noch relativ strahlungsreichen September der sonnigste Monat einer der wärmsten war (2006), „landete“ der wärmste Oktober (2001) gerade noch auf Platz 10, und der mildeste November (2009) war mit 60 Sonnenstunden nur Mittelmaß außerhalb dieser Tabelle.

Fazit: Der Herbst 2011 war tatsächlich der sonnigste seit mehr als 3 Jahrzehnten. Auch hier lässt sich aber nicht ausschließen, dass es in der ferneren Vergangenheit noch etwas sonnigere Herbste gegeben hat, so dass das Prädikat „sonnigster Herbst aller Zeiten“ besser vermieden werden sollte. Bei langanhaltenden Hochdruckwetterlagen zwischen September und November ist es durchaus denkbar, dass unter noch günstigeren Bedingungen als 2011 (andauernde Föhneffekte durch Süd- und Südwestwind, sehr trockene Luftmassen) auch einmal die „magische“ Grenze von 500 Sonnenstunden in Erfurt erreicht oder gar leicht überschritten wird.

Ursachen und Besonderheiten der Herbstwitterung 2011

Im Spätsommer/Frühherbst dominierte anfangs die für Mitteleuropa typische wechselhafte Witterung, wenngleich auf zeitweise sehr hohem Temperaturniveau. Der heißeste Tag des Jahres trat bemerkenswert spät ein, nämlich erst am 26. August. Dabei wurden in Erfurt und Weimar Maxima um 33°C gemessen, während am 27. August nach Passage einer Kaltfront kaum noch 16°C erreicht wurden. Im Normalfall ist der heißeste Tag des Jahres zwischen Mitte Juni und Anfang August zu erwarten; ein so später Eintrittstermin kommt selten vor, wenngleich in der letzten Augustdekade gelegentlich noch Höchstwerte nahe oder gar über 30°C auftreten (1989, 1990, 1992, 1995, 1997 und 2001). Danach gab es weitere Hitzewellen mit mehr als 25°C in der ersten Septemberhälfte und Anfang Oktober; allerdings wurden in der 3. Septemberdekade 1982 in Erfurt mehr als 30°C erreicht. Im Oktober sind derart hochsommerliche Werte zwar selten, doch gab es auch in der Vergangenheit in diesem an sich schon sehr kühlen Monat durchaus an einzelnen Tagen noch Werte von 24 oder gar über 25°C (1985, 1990, 1995, 2004 und 2009). Ausgerechnet zum Weimarer Zwiebelmarkt folgte dann der jähe, für den Oktober aber durchaus typische Temperatursturz, und der erste Frost trat ganz vereinzelt schon um den 09., verbreitet aber dann am 14.10. und damit etwa 1 Woche früher als gewöhnlich, ein. Um den Monatswechsel Oktober/ November gab es einen späten Wärmerückfall mit Maxima nochmals um 18, vereinzelt sogar über 20°C (noch etwas wärmer war es um den 30.10.2005), bevor es sich kontinuierlich abkühlte, so dass Mitte November an 2 Tagen schon leichter Dauerfrost, teils mit Raufrostansatz an Bäumen, herrschte. Während es bis Mitte September noch gelegentliche, vereinzelt ergiebige Schauer oder Gewitter gab, regnete es im Oktober nur vom 06. bis zum 11. nennenswert und am 12. sehr ergiebig; danach gab es nur noch geringen Regen und im November nur unbedeutenden Sprühregen.

 

 

 

 

Die Diagramme (Quelle: wetteronline.de) zeigen sehr schön den typischen, wenn auch in diesem Jahr verzögerten herbstlichen Temperaturrückgang bei den Maximum- Temperaturen bis hin zu den zwei Dauerfrosttagen am 15. und 16.11. , während bei den Minimum- Werten außer den ab Mitte Oktober häufigen Nachtfrösten auch einige für September sehr laue Nächte mit 16 bis 18°C auffallen. Bei den Werten der relativen Luftfeuchte, welche tendenziell im Laufe des Herbstes immer ansteigen, sind die Schwankungen bis Anfang Oktober aufgrund der in diesem Frühherbst sehr markanten Luftmassenwechsel auffallend groß. Eine erste, längere markante Trockenphase ohne Regen gab es vom 19.09. bis zum 05.10. („Altweibersommer“); und nach Mitte Oktober regnete es praktisch gar nicht mehr. Weil längere „Schlechtwetterphasen“ fehlten, schien die Sonne fast täglich über mehrere Stunden; erst im November blieben mehrere Tage hintereinander wegen Nebel oder Hochnebel völlig trüb. Verursacher dieser beständigen Herbstwitterung sind zahlreiche Hochdruckgebiete. Man erkennt, dass nach Mitte September, also mit Beginn des „Altweibersommers“, das tägliche Luftdruckmittel größtenteils über dem Normalwert von etwa 1013 Hektopascal (hPa, dicke, rote Linie) lag.

Nun ist aber hoher Luftdruck allein noch keine Gewähr für sonniges, mildes Herbstwetter, es kommt ganz wesentlich auf weitere Begleitumstände, besonders die Luftfeuchtigkeit und die Windrichtung, an. Aufgrund seiner Lage am Südrand des Thüringer Beckens im Lee des Thüringer Waldes entstehen in Erfurt bei südlicher bis südwestlicher Windrichtung leichte Föhneffekte. Setzt sich dieser „Föhn“ bis zum Boden durch, heitert es selbst in feuchter Luft oft auf, so geschehen auch am 31.10. Dieser Effekt kann an einzelnen Tagen auch ohne stabiles Hochdruckgebiet auftreten. Allerdings schafft es dieser schwache Föhn Richtung Spätherbst immer seltener, die zähen Nebel- oder Hochnebelfelder zu vertreiben. So war im inneren Thüringer Becken am 31.10. ganztägig dichter Nebel zu beobachten. Erfurt liegt am Rande dieses „innerthüringischen Kaltluftsees“ und wird bei diesen ruhigen Hochdruckwetterlagen häufiger als das nahe, meist etwas sonnigere Weimar vom Nebel erfasst. So herrschte am 31.10. vom Ettersberg aus klare Fernsicht Richtung Weimar, während Erfurt zwar ebenfalls Sonne hatte, aber im Dunst blieb, und Richtung Nordwesten (Sömmerda) waberte dichter Nebel. Weil die Zentren der Hochdruckgebiete meist südlich bis östlich von Mitteleuropa lagen, herrschten günstige südliche Luftströmungen vor. Eine Winddrehung auf Ost bis Nord förderte hingegen vom 07. bis zum 10.11. erstmals über längere Zeit leichte Staueffekte mit Dunst, Nebel und Hochnebel, und erst in trockenerer Luft bei Winddrehung auf Südost heiterte es am 11.11. kurzzeitig und am 12.11. wieder anhaltend auf.

Warum gab es im Herbst 2011 besonders viele Hochdruckwetterlagen? Einerseits sind längere Hochdruckwetterlagen im Herbst durchaus typisch. Unsere Vorfahren ahnten zwar noch nichts von Luftdruck oder Luftdruckmessung, aber sie registrierten die immer wieder auffällige Häufung von Schönwetterperioden im Herbst und verliehen ihnen klangvolle, bis heute gebräuchliche Namen wie „Altweibersommer“ (Ende September/Anfang Oktober), „Mittherbst“ (Mitte Oktober) und „Nach- oder Martinssommer“ (Ende Oktober bis Mitte November). Die beginnende Abkühlung des Festlands begünstigt die Entstehung und den längeren Verbleib der Hochdruckgebiete über dem Kontinent. Weil die Luftschichtung stabiler wird, vergrößert sich die Erhaltungsneigung solcher Hochdrucklagen. Andererseits begünstigten Besonderheiten der allgemeinen Zirkulation eine beständige Witterung, denn in höheren Luftschichten befand sich im Herbst 2011 über Europa oftmals ein langwelliger Hochdruckkeil. Je langwelliger ein solcher Keil ist, desto langsamer verlagert er sich (ROSSBY- Gleichung). Solche „Höhenkeile“ sind außerdem mit hochreichend warmer Luft angefüllt, die sich besonders an der Westflanke mit einer südlichen Strömung bis zum Boden durchsetzen kann. Intensive Tiefdruckgebiete über dem Ostatlantik, West- und Südwesteuropa (dort gab es teilweise starke Niederschläge) begünstigten durch Warmluftzufuhr auf ihrer Vorderseite den Aufbau und die häufige Regeneration des langwelligen europäischen Höhenkeils. Möglicherweise wurde diese rege Tiefdrucktätigkeit durch die Einbeziehung ehemaliger tropischer Wirbelstürme noch erheblich forciert. So lenkte das Tief „Ex- Irene“ am 03./04.09. verstärkt Warmluft nach Mitteleuropa, und „Ex- Maria“ machte nach seinem Abzug Richtung Nordosteuropa ab dem 23.09. den Weg für den Altweibersommer endgültig frei.

 

Der Herbst 2011- ein Vorbote der „Klimakatastrophe“?

 Wie schon dargelegt, war der vergangene Herbst trotz überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer, Trockenheit und Wärme keinesfalls außergewöhnlich; das „normale“ Klima lässt solche Schwankungen durchaus zu. Die im letzen Viertel des 20. Jahrhunderts eingetretene leichte Erwärmung wird auf den steigenden CO2- Gehalt der Atmosphäre zurückgeführt. Da der CO2- Gehalt kräftig weiter steigt, soll sich die Erwärmung beschleunigt fortsetzen. Es häufen sich jedoch kritische Stimmen zu diesen Prognosen, zumal es bei einer Verdopplung der CO2- Konzentration nur zu einer Temperaturerhöhung um 1K kommen kann, so bei LINDZEN & CHOI (2009) 0,95K, bei DIETZE (2007) 0,7K, beim IPCC („Weltklimarat“) (2007) 1,2K und bei LINK/LÜDECKE (2011) 1,1K, angegeben. Und ob sich diese an sich geringe Erwärmung durch sogenannte „positive Rückkopplungen“, beispielsweise über eine vermehrte Freisetzung von Wasserdampf oder Methan, verstärkt, ist zweifelhaft, denn es mehren sich Hinweise, dass im Klimasystem negative Rückkopplungen dominieren, welche die Erwärmung abbremsen, was auch die lange Klimageschichte unseres Planeten nahelegt. Häufig wird auch der Einfluss der Sonnenaktivität auf das Klima unterschätzt. Neuere Forschungsergebnisse, unter anderem von HENRIK SVENSMARK, decken Einflüsse der Stärke des solaren Magnetfeldes und des „Sonnenwindes“ auf die Intensität der die unteren Luftschichten erreichenden Kosmischen Strahlung auf, was wiederum die Wolkenbildung beeinflusst. Möglicherweise verringerte die im Herbst 2011 stark zunehmende Sonnenaktivität die Intensität der Kosmischen Strahlung, was die Bildung tiefer Wolkenfelder erschwert und Aufheiterungsphasen begünstigt hat. Wie bereits dargelegt, weisen 2 der 3 Herbstmonate zumindest in Erfurt bislang praktisch keinen Erwärmungstrend auf. Und auch die Abkühlung der Luft funktioniert trotz steigender CO2- Werte normal. Im November sammelte sich nämlich die durch starke Abkühlung entstandene Kaltluft im Thüringer Becken an, was zu kräftigen Inversionen (Temperaturumkehrungen) von mehr als 10K führte. Das Tagesmaximum betrug am 15.11. in Erfurt- Bindersleben frostige minus 1,7°C, während auf dem Rennsteig +10,5°C gemessen wurden. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) meldete am 14.11. für Mühlhausen am Westrand des Thüringer Beckens Frühtemperaturen von minus 6°C, während es gleichzeitig auf der Schmücke am Rennsteig mit +6°C mild war. Am selben Tag stieg die Temperatur in Oberhof am Rennsteig auf frühlingshafte +12°C, hingegen wurden in Dachwig nördlich von Erfurt nur 0°C erreicht. Am 15.11. wurden in Mühlhausen sogar minus 7°C gemessen, am Kleinen Inselsberg jedoch +5°C. Es gibt daher lediglich eine mögliche Erklärung, wie CO2 das hiesige Klima maßgeblich beeinflussen könnte. Kohlendioxid ist kein Gift, sondern essentiell für die Photosynthese der Pflanzen. Welche Rolle die stetige Zunahme des atmosphärischen CO2 auf die Zusammensetzung der Flora und die Pflanzenökologie hat, bedarf weiterer Forschungen. Da CO2 ein Mangelnährstoff mit gegenwärtig nur knapp 0,04% Volumenanteil in der Atmosphäre ist, optimal aber nach Angaben aus der Fachliteratur (WERNER KÖSTER, 2009) beispielsweise für den Winterweizen 0,12% wären und eine CO2- Begasung in Gewächshäusern die Erträge stark steigert, ist anzunehmen, dass sich die Biomasseproduktion durch mehr CO2 insgesamt bereits deutlich erhöht hat und sie weiter steigen wird. Fachleute rechnen mit landwirtschaftlichen Ertragssteigerungen um 30 bis 70% je 100ppm CO2- Zunahme. Allerdings reagieren einzelne Pflanzenarten sehr unterschiedlich auf steigende CO2- Konzentrationen; so sollen Lärchen deutlichere Zuwachsraten als Kiefern aufweisen. Eine bessere Versorgung mit CO2 führt zur effektiveren Nutzung der übrigen Ressourcen durch die Pflanze. Daher wird zur Bildung der gleichen Menge pflanzlicher Trockenmasse auch weniger Wasser benötigt. Die Pflanzen bilden bei höheren CO2- Konzentrationen weniger Spaltöffnungen (Stomata) und geben weniger Wasserdampf pro erzeugtem Kilogramm pflanzlicher Trockenmasse an die Atmosphäre ab. Während aber junge Bäume und Kulturpflanzen bei ausreichender Wasserversorgung mit mehr und schnellerer Biomassebildung reagieren und das vorhandene Bodenwasser dafür voll ausnutzen, können ausgewachsene Wälder nicht mehr Biomasse bilden. Sie benötigen aber für ihren Lebenserhalt bei steigenden CO2- Konzentrationen weniger Wasser und geben folglich weniger Wasserdampf an die Luft ab. Wasserdampf ist jedoch ein sehr wirksames „Treibhausgas“. Einfacher ausgedrückt: Die Vegetation bremst den Erwärmungseffekt durch CO2 möglicherweise indirekt. Da weniger Verdunstung durch alte Bäume weniger Kühlung bedeutet, wird es in Bodennähe zwar etwas wärmer; allerdings vermindert sich der Wärmetransport mittels Wasserdampf in die Luft, so dass der Gesamtwärmeinhalt der Atmosphäre konstant bleibt. Diese geringere Wasserdampfabgabe durch die Vegetation könnte neben der Sonnenaktivität, der Minderung des Staubgehalts der Atmosphäre durch Luftreinhaltemaßnahmen und der fortschreitenden Bebauung mit verantwortlich für die gegenwärtig in Mitteleuropa beobachteten Klimaverschiebungen (erhöhte Sonnenscheindauer, mehr Wärme und Dürre besonders in der ersten Jahreshälfte, Zunahme von Spät- und Frühfrösten, raschere Abkühlung im Herbst) sein. So könnten auch die relativ frühen Fröste trotz insgesamt warmer Herbstwitterung 2011 durch diesen Mechanismus begünstigt worden sein. Ob sich diese Hypothese eines Zusammenhangs zwischen CO2, Assimilation der Pflanzen und Klima aber bestätigen lässt, müssen künftige, langwierige Forschungen zeigen.

Phänologische Beobachtungen im Herbst 2011

Fast alle Gehölze, egal ob Wild- oder Kulturformen, fruchteten trotz der Anfang Mai aufgetretenen Spätfröste reich bis überreich. Sie reiften allerdings wegen der viel zu zeitigen Blüte 2 bis 3 Wochen vorzeitig. Daher war die Ernte der Pflaumen und Mirabellen mit Beginn des meteorologischen Herbstes schon fast abgeschlossen. Das Kernobst wies eine gute Qualität (wenig Schorfbefall und durch den sonnigen September hohe Fruchtzuckergehalte) auf. Ein erster Herbststurm schüttelte am 06.10. reichlich Walnüsse von den Bäumen; frühe Sorten waren bereits Mitte September reif. Bei Zuckerrüben wurden stellenweise Rekorderträge und mit bis zu 18% Zuckergehalt eine sehr gute Qualität erzielt; auch bei Kartoffeln und Silomais lagen die Erträge meist über dem Durchschnitt, und die trockene Witterung erleichterte die Erntearbeiten. Während der Winterraps dank der Niederschläge im Spätsommer zügig auflief, verzögerte die zunehmende Trockenheit stellenweise die Keimung des Winterweizens. Anfang Oktober ließ die Trockenheit auf flachgründigen Böden erste Rapspflanzen welken. Die Waldböden waren übersät mit Eicheln und Bucheckern. Vereinzelt blühten Forsythien und Wildrosen erneut, und in manchen Gärten konnte man noch im November blühende Rosen und auf den Feldern oder Wiesen blühende Wildkräuter finden. Die Laubfärbung verzögerte sich, weil im September die dafür nötigen Kältereize fehlten. Anfang Oktober waren nur an wenigen Trockenhängen über Keuper oder Muschelkalk schöne Färbungsaspekte bei Süß- und Wildkirschen, Ahornen, Hartriegel, Schlehen und Weißdornen zu beobachten. Außerdem hatte der feuchte Sommer Blattkrankheiten wie Mehltau oder Sternrußtau begünstigt, was die Färbung der sonst oft auffälligen Ahorn- Arten beeinträchtigte. Dafür bewirkten die leichten Fröste Mitte Oktober in Kombination mit viel Sonne und einem Wärmerückfall um den 31.10. eine leuchtende, teils grellrote Färbung bei Wild- und Süßkirschen, teilweise auch bei Birnen und Wildrosen. Bei den milden Temperaturen flogen noch um den 31.10. Bienen und Schmetterlinge. Während es im Thüringer Wald und in Südthüringen teilweise eine regelrechte Pilzschwemme gab, fand man in Nordthüringen und im Thüringer Becken kaum Pilze. Gera, Ilm und andere Thüringer Flüsse führten Ende November deutlich weniger Wasser als im Sommer. Mit den einsetzenden, reichlichen und häufigen Dezemberniederschlägen normalisierte sich jedoch ihr Wasserstand rasch. Die feuchte und milde Dezemberwitterung förderte die Entwicklung der Wintersaaten, so dass trockenheitsbedingte Rückstände aufgeholt wurden.

 
     

 

 

Diese Aufnahmen vermitteln zum Abschluss des Beitrags noch ein paar Eindrücke vom „goldenen“ Herbst 2011. Obere Reihe: Flacher Morgennebel bei Sättelstädt, 24.09. Darunter links Dunst und Morgennebel an den Vorbergen des Thüringer Waldes, 29.09. Rechts daneben „schwebende“ Schornsteine im berüchtigten Saaletal- Nebel bei Jena, 20.09. Mitte unten flacher Morgennebel im Wippertal bei Sondershausen, 14.10. Unterste Reihe knallbunter Spätherbst mit voll ausgefärbten Kirschen bei Hopfgarten und am Ettersberg bei Weimar, 31.10

Verfasst und zusammengestellt von Gast-Autor Stefan Kämpfe, Weimar, im Dezember 2011.

Den ganzen Beitrag können Sie als pdf Anhang herunterladen.

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27 Kommentare

  1. DANKE, für den sehr interessanten Bericht. Ich, als österr. Journalist, habe jetzt 40 Minuten aufmerksam alles gelesen. Wetter-„Extremwerte“ usw. sind spannend und absolut würdig, aufgezeichnet zu werden. Also nochmals Danke und Bravo!!

  2. #5 Ketterer

    Der Statistiker würde sagen:

    – innerhalb der Standardabweichung

    – nicht signifikant

    – zu kleine Stichprobe

    – zu kurzer Beobachtungszeitraum

    Zur angeblichen globalen Ererwärmung außerdem:

    – nicht verifizierbar wegen fehlender Vergleichsdaten

    – kein wissenschaftlichen Standards genügendes Studiendesign

    Was diejenigen sagen, für die jede eingesparte KW-Heizenergie, fehlende Frostschäden und jeder Nichterfrorene eine Klimakatastrophe ist, ist hinlänglich bekannt.

  3. #24: „Auf der homepage des DWD wird aber wieder nicht erwähnt, dass die Temperaturen seit 2000 stagnieren, bzw. leicht rückläufig sind, die Trendkurve geht am Schluß nach unten.“

    Hallo Josef Kowatsch, ein warmes Jahr in der Vergangenheit macht noch keinen globalen Abwärtstrend. Genausowenig wie ein warmes Jahr in der Jetztzeit kein Beweis für eine Erwärmung ist.

    MfG
    S.Hader

  4. Herr Mendel
    Ich habe mich bei meiner Infoweitergabe auf eine Nachrichtenmeldung von SWR1 aus den Mittagsnachrichten vom 29.Dez.bezogen. Die Medien beziehen ihre Meldungen über dpa. Die offizielle Berichterstattung des DWD auf der eigenen homepage ist eine andere als die Nachrichtenmeldung und deren Außenwirkung es war. Sie haben in der Tat recht, auf der homepage vom dwd sind die 9,9 Grad vom Jahre 2000 erwähnt, in den Nachrichten war das nicht der Fall.
    Auf der homepage des DWD wird aber wieder nicht erwähnt, dass die Temperaturen seit 2000 stagnieren, bzw. leicht rückläufig sind, die Trendkurve geht am Schluß nach unten. Genau um diese Aussage habe ich den DWD in meinen vielen mails immer wieder gebeten. Bei der Meldungsweitergabe über dpa kommt dann in den Medien als Eindruck die Fortsetzung einer steigenden Erwärmung rüber. Das ist zu bemängeln.

  5. Herr Kowatsch,
    wenn Sie hier schon den Artikel angreifen sollten Sie Ihn auch lesen, zumindest bis zum vierten Satz: „Den Temperaturrekord hält immer noch das Jahr 2000 mit 9,9°C.“ Nix mit intern und geheim. Zwischen Trend und Einzeljahren können Sie leider immer noch nicht unterscheiden.

  6. Der DWD hat gestern den Jahresmittelwert 2011 für Deutschland mit 9,6C bekanntgegeben. Nach DWD-Meinung, sei das eine Bestätigung der Erderwärmung. In Wirklichkeit liegt dieser Wert wieder unter dem Wert des Jahres 2000, damals 9,9C für Deutschland. Da alle elf Jahreswerte seitdem darunter liegen, kann es logischerweise keine Fortsetzung der Erwärmung sein, sondern eine Stagnation mit leichtem Rückgang.
    Die richtige wahrheitsgemäße Meldung hätte lauten müssen. Der Jahresmittelwert von 2011 mit 9,6 Grad bestätigt den seit über einem Jahrzehnt anhaltenden leichten Temperaturrückgang In internen mails gibt der DWD das durchaus zu: „…Weltweit war 1998 das wärmste Jahr und in Deutschland war es 2000. Das ist kein Geheimnis und das darf auch jeder wissen…“ Es fragt sich nur, warum sorgt der DWD dann nicht dafür, dass es jeder erfährt? Warum gibt der DWD Falschkommentierungen an die Medien? Die verstehen derartige Meldungen so, dass die Erwärmung weiter fortschreitet.Entsprechend werden ihre Zeitungsüberschriften sein.

  7. Hallo an alle,
    besten Dank für die zahlreichen Kommentare. Zu zwei Dingen möchte ich mich näher äußern:
    1.) Medienkritik. Ich habe mir zwar nicht im Einzelnen gemerkt, in welchen Sendungen was gesagt wurde, aber speziell im Fernsehen fiel mir auf dass im Stile einer Katastrophen- oder Kriegsberichterstattung live vom fast „ausgetrockneten“ Rhein gesendet wurde, und zwar stets ohne zu erwähnen, dass es derartige Niedrigwasser auch schon früher gab. Im Oktober 2005 (auch sehr mild und sonnig) brachte der NDR sogar eine Sondersendung, in der die Landwirte (wie immer) jammerten und die „Klimawissenschaftler“ behaupteten,“derartige Hochdruckwetterlagen würden immer häufiger.“ Dumm gelaufen- die Herbste 2007 bis 2010 waren sehr wechselhaft und teilweise sehr nass. Und dann noch der O- Ton am Ende der „Tagesschau“ im Juli 2006: „Aus aktuellem Anlass bringt das Erste zur Hitze einen Brennpunkt(!) gleich nach der Tagesschau… .

    2). In Erfurt sind die Jahresmitteltemperaturen seit Ende der 1970er Jahre um etwa 1,3°C gestiegen, was ich mit höherer Sonnenscheindauer (heute gut 200 Jahresstunden mehr), dem WI- Effekt und geänderten Großwetterlagen erkläre. Dabei ist zu beachten, dass sich der WI- Effekt (engl. UHI) in den sonnenscheinreicheren Jahreszeiten stärker auswirkt. Der Trend der Novembermonatsmitteltemperatur korreliert fast gar nicht mit der Sonnenscheindauer (die blieb im November gleich).

    3. Ob ich mir Sorgen wegen des Temperaturanstiegs um 1,8°C im November mache?? Keineswegs- ich freue mich über jeden milden Herbst und Winter, bei den in Deutschland viel zu hohen Energiepreisen… .
    Guten Rutsch (Wetterschlüssel ww67)
    Stefan Kämpfe

  8. #15: Thorsten Seifert
    Beispiele für überhöhten Katastrophenalarmismus:
    N24, Sechs Grad, die die Welt verändern. Lebenswelten sind bedroht und Naturkatastrophen machen den Menschen mehr und mehr zu schaffen. Ist die Klimakatastrophe noch aufzuhalten?
    http://tinyurl.com/coq5pt
    Starkniederschläge im Treibhaus Erde, Klimaforscher fahnden nach dem Fingerabdruck des Menschen
    http://tinyurl.com/bwgf5qv
    Wetter 2011 fällt aus dem Rahmen: Sommerregen, Novemberdürre
    http://tinyurl.com/cgj4nm8

    Sehr geehrter Herr T. Seifert , Sie schreiben oben: „.. habe ich nirgends gelesen“ und „..nur gab es derartige Meldungen von Fachleuten gar nicht“.
    Dieses wirkt auf mich wie eine Behauptung, deren Unwahrheit Sie selbst wissen. Die Masche ist doch bekannt: Abstreiten, abstreiten, auf pingeligen Kleinlichkeiten bestehen, kein Mensch hat sofort alle Quellen parat.
    Schreiben Sie hier auch unter anderen Alias?

    Zur Einschätzung der Blick ins Wetterarchiv: (Link auf EIKE zu finden) – Teilauszug
    Dezember 1907
    sehr milde Weihnacht, „ungewöhnlich laues Frühlingswetter, auch die Alten erinnern sich an keine Weihnacht mit solchem Frühlingswetter“ Milde Luft und Regen bringen Knospen zum Treiben.

    November1908
    18.11. außergewöhnlich starke Regenfälle in Südeuropa, große Schäden und viele Tote vor allem in Spanien und Sizilien.

    November 1909
    2.11. schwere Stürme, anhaltende Regenfälle Spanien, verheerende Schäden, Katalonien von der Außenwelt abgeschnitten, viele Tote.
    17.11. heftige Schneefälle Deutschland, Bahnverkehr kommt zum Erliegen.
    18.11. Vulkanausbruch Pik auf Teneriffa.

    Dezember 1910
    sehr milder Dezember (Aachen 5,9°)

    Dezember 1913
    3.12. schwere Überschwemmungen Texas, 20 Tote, Millionenschäden
    4.12. schwerer Sturm Norddeutschland.
    31.12. anhaltende Unwetter im gesamten Ostseeraum, Überschwemmungen, Nordostdeutschland, Berlin versinkt unter Schneemassen.

    Dezember 1919
    Dezember teilweise milder als November. Viel Niederschlag, Schnee und Regen ,teilweise dreifache Menge gegenüber Normal.
    25.12. Hochwasser nach Regen und Tauwetter Rhein, Mosel, Saar und Main, Heidelberg und Köln überflutet.

    November 1921
    2.11. Zwei Sturmfluten in Hamburg innerhalb von 10 Stunden, Hochwasser.
    5.11. Nordalpen plötzliche Wärme und Schneeschmelze, Hochwasser Süd-Deutschland.
    November kalt.

    November 1926
    sehr mild, bis über 20° Höchsttemperatur.

    November 1928 extrem mild.
    26.11. Sturmtief über Mitteleuropa, schwere Sturmflut an der Nordseeküste, schwere Verwüstungen, Sylt – Bahndamm beschädigt, Westerland unter Wasser, Schäden auch auf Helgoland, Norderney und in Rotterdam.
    27.11.Unwetter in Südeuropa, schwere Verwüstungen, viele Tote.

    Juni 1929
    2.6. Vesuv- Ausbruch.
    24.6. Durban/Südafrika Hagelschlag, Körner in Taubeneigröße, „noch nie gewesen“, extreme Schäden.

    November 1930
    3.11. Unwetter in Schlesien lösen ein Hochwasserkatastrophe aus,
    Weite Landstriche Mittellauf der Oder unter Wasser, Dämme brechen, viele Zerstörungen.
    13.11. nach heftigen Regenfällen Erdrutsch in Lyon, 20 Mietshäuser verschüttet, 30 Tote.
    23.11. schwerer Sturm über ganz Deutschland, schwere Verwüstungen,
    in Karlsruhe in ganzen Straßenzügen Dächer abgedeckt.

    Februar 1934
    Presse: „Wetterextreme in der ganzen Welt“
    22.2. viele Kanäle Venedigs führen kein Wasser mehr, Trockenheit und ständiger Nordwind als Ursache.
    26.2. schwere Schneestürme Ostküste USA, tagelanger Schneefall,
    Verkehr in New York völlig zusammengebrochen, Hudson River vereist, bis –25°, 60 Tote.
    Unwetter im Süden der USA, schwere Schäden, Tote.
    schwere Stürme Ostatlantik, Sturmschäden auf den britischen Inseln.
    Kaspisches Meer zugefroren.

    November 1938 extrem mild

    Januar 1947
    extreme Kältewelle in Mitteleuropa (seit Dezember 46),
    schwerste seit 1929, teilweise neue Minus-Rekorde, bis –29°,
    auch Frankreich und Großbritannien betroffen, Ärmelkanal friert fast völlig zu, Hamburg eisreichster Hafen Europas, alle Flüsse zugefroren, Kälte bis zum Mittelmeer,
    Hunderte Kälte-Tote, der „Hunger-Winter“,
    Schneekatastrophe in England, Verkehr bricht völlig zusammen.
    Schwere Stürme über Alaska und den Aleuten, Flutwellen bis Hawaii.

    April 1947 und Mai sehr warm, teilweise Rekorde über 30°, Mittelmeer kalt, Madrid selten über 14°.
    September 1947
    extrem starke Hurrikan – und Taifun –Saison,
    Tausende Tote in Japan und USA, teilweise stärkste Hurrikan-Saison sein „Menschengedenken“, Südosten der USA insgesamt 5 schwerste Hurrikane in kurzer Folge.
    Trockenheit in Mitteleuropa (seit 1946 anhaltend), Flüsse führen wenig Wasser, Presse spricht von „Klimaveränderungen“.

    September 1949 weiterhin trocken und warm, 5.9. mit bis zu 32° heißester Septembertag seit 1849.
    27.9. Nach Hitze und Dürre schwere Unwetter in Spanien, Überschwemmungen, 75 Tote.

  9. Verehrter Herr Seifert

    Ich warte sehnsüchtig auf den Moment, daß Schelli, Rhami und die geballte Klimawissenschaftselite gegen den medial verbreiteten Unsinn aufschreien. Bisher kann ich leider nur eine eifrige Beteiligung dieser ach so edlen Herrlichkeiten feststellen.
    Einem Journalisten des berühmten Springer-Blattes kann ich derartige Katastrophenmeldungen noch verzeihen. Der lebt davon. Das PIK offensichtlich auch.

    Sie echauffieren sich, wenn die Skeptikergemeinde den öffentlichen Meldungen „wissenschaftlichen Charakter“ andichten. Sorgen Sie bitte dafür, daß diese hysterischen Äußerungen in den Medien unterbleiben und im Gegenzug mehr wissenschaftliche / überprüfbare Fakten verbreitet werden. Es wäre schon mal ein Schritt zu der von Ihnen so heiß geliebten Wahrheit.

    mfg
    Markus Estermeier

  10. #16: Thorsten Seifert
    sachlich falsch ist der Begriff „Klimaschutz“ und „Klimaschützer“.
    Denn er suggeriert etwas nicht existierendes mit erheblichen negativen finanziellen Konsequenzen.
    Das reicht doch schon!
    Dagegen sollte man sich wehren, meinen Sie nicht?

    mfG

  11. Lieber Herr Seifert
    Sie gucken sich also eine Sendung über offensichtliche Manipulation an und verstehen Bahnhof. Glauben macht blind, so ist das halt, da wird Ihnen auch Herr Hoffmann nicht helfen können. Versuchen Sie mal mit Kant aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu entkommen, das könnte eher funktionieren. Jede Statistik ändert sich ständig mit neu eingegebenen Werten, auch die Statistik die man Klima nennt. Wir leben in der Erwärmungsphase nach einer kleinen Eiszeit. Warum nach aller Logik bitte sollte eine Erwämungsphase ohne messbare Erwärmung stattfinden müssen? 0,7° in über 100 Jahren ist selbst für Bäume locker wegzustecken, die ja nicht beliebig ihren Standort wechseln können. Ihr AGW-Glaube lässt sich nicht wissenschaftlich beweisen. Am Gottesbeweis sind bis jetzt alle Religionen gescheitert und das gilt auch für Ihren Glauben. Verschonen Sie also Ihre Umwelt mit wissenschaftlich getarnten Bekehrungsversuchen. Sie langweilen mehr als sie überzeugen.
    MfG
    Michael Weber

  12. @ Stefan Kämpfe

    Mich würde interessiere, welche Klimafachleute die von Ihnen getätigten Aussagen (Herbst 2011 = Beweis der Klimakatastrophe) getätigt haben sollen. Haben Sie dafür Quellen und Zitate oder haben Sie diese Aussagen blind unterstellt?

    Tatsache ist, dass der Herbst 2011 deutlich überdurchschnittlich warm, überdurchschnittlich trocken und der November 2011 extrem trocken war. Richtig ist aber auch, dass dies auf Deutschland beschränkte lokale Wetterphänomene waren, die bestenfalls einen Punkt in einer Punktewolke zum AGW bilden.

    Sensationsheischende Meldungen, wie Sie diese hier den Klimaforschern unterstellen habe ich nirgends gelesen. SIE sind es, der derartige Meldungen produziert und unterstellt, um diese gleich widerlegen zu können. Nur gab es derartige Meldungen von Fachleuten gar nicht. Bestenfalls einige Medien haben solche Meldungen gebracht. Was soll daher Ihr Beitrag?

    Auch ist es Unsinn, mit lokalen Temperaturreihen einzelner Monate einzelner Orte (Erfurt) den AGW widerlegen zu wollen. Haben Sie auch langjährige Temperaturreihen von Erfurt aufgrund von Jahresmittelwerten?

    Und eine Erwärmung von 1,8 °C in Erfurt für November der letzten 30 Jahre finden Sie nicht beachtlich? Und auch für September sind es immerhin 0,3 °C. Mittelt man dann September, Okober und November ((0,3 + 0 + 1,8):3), so kommt man auf eine Erwärmung von 0,7°C in den letzten 30 Jahren für Erfurt (Herbstmonate). Das ist mehr als der globale Erwärmungstrend!

  13. @ #8

    „an der Ostseite des Eurasischen Kontinents“

    muß natürlich heißen: Ostseite des Nordatlantiks oder Westseite des eurasischen Kontinents.

  14. Schöner Artikel, der mich veranlasste, mal den „sensationellen“ Herbst aus Münchner Sicht zu beurteilen. Und, um Ketterer zu beruhigen, der/die so viele Ausreissermonate in den letzten 8 Jahren gesehen hat: Wenn man eine sooo kurze Reihe hat, wie EF ist das kein Wunder, in München (Sonne seit 1905, NS seit 1879, T seit 1781) sieht das GANZ anders aus! Leider, muss man aus Sicht der AGW-Trottel sagen, denn es stellt sich raus, dass der Herbst 2011 in München zwar nicht ganz normal, aber in keinster Weise herausragend war. Aber, wie gesagt, wir haben eben eine längere Reihe, was ja den Alarmisten immer ein Dorn im Auge ist, weil sich auf diese Weise ihr ideologisches Geschwätz am ehesten ad absurdum führen lässt!
    Die Daten:
    Temperatur: September, Normmittel 14,9, die wärmsten Sept. waren 1961 (18,1), 1947 (17,9), 1987 (17,8), 1932 (17,5), 1975 und 1999 (je 17,4), 1982 und 2006 (je 17,3), 1810 und 1942 (je 17,1). 2011 kommt mit 16,3 bei weitem nicht unter die top 10.
    Oktober, Norm 9,9: 2001 (13,7), 1795 (13,1), 1995 (13,0), 1811 (12,9), 1942 (12,7), 1967 und 2006 (je 12,6), 1966 (12,3), 1802, 1831 und 1921 (je 11,8), 1923 (11,6), 2004 (11,5), 1855 und 1857 (je 11,4), 1990 (11,3). Und 2011? Kümmerliche 9,3.
    November, Norm 4,3: 1994 (8,5), 1963 (8,1), 1852 (8,0), 2009 (7,6), 1913 (7,1), 1930 und 2002 (je 6,9), 1821 und 2006 (je 6,7), 1951 und 1970 (je 6,4). Und 2011 4,1!
    Die wärmsten Herbste waren dabei 2006 mit 12,2, 1982 mit 11,2, 1811 mit 11,1, 1961 und 1987 mit 11,9, 1942, 1963, 1994 und 2009 mit je 10,8 sowie 1926, 1949 und 2000 mit je 10,6 Grad. 2011 liegt mit 9,9 Grad unter ganz ferner liefen…
    Aber wenigstens wars der trockenste Herbst? Nachdem der Sept. deutlich zu nass und der Okt. nur etwas zu trocken war, konnte der Nov. mit seinem Minusrekord auch nichts mehr retten, so dass der Herbst als ganzes wieder einmal die top ten verpasste, er war sogar noch nasser, als der Vorjahrsherbst! Zu Vergleich. 1953 hatten wir 57 mm, 1959 warens 74, 1906 86, 1961 95 und 1982 und 1997 je 100 mm. Heuer hatten wir 167,9 mm!
    Nur der Sonnenscheinrekord ist auch in München übertroffen worden. Der Sept. lag mit 218 St. Zwar auch nicht in der Spitzengruppe, aber der Oktober war mit 179 St. immerhin die Nummer 7 und der Nov. mit 119 St. die Nummer zwei, der ganze Herbst mit 516,5 St. knapp vor den 505 St. aus 1959.
    Man sieht also, ehe man in Alarmismus verfällt, sollte man sich zuerst mal einen Überblick über die klimatischen Verhältnisse der Vergangenheit verschaffen und dabei vor allem nicht nur die letzten paar Jahre oder Jahrzehnte betrachten, sondern auch mal in die fernere Vergangenheit (auch wenns manchen hier Weh tut…. Aber es wurde ja an anderer Stelle schon mal beklagt, dass hier so wenige Meteorologen bloggen; mit Recht natürlich, denn auf diese Weise können unsere bewährten Trolle ihren Unsinn ablassen und der Laie kann vielfach gar nicht erkennen, um welchen Schrott es sich handelt! Ach ja, die Schelli/Rahmis sind natürlich auch keine Meteorologen, aber das nur für die Laien hier, die anderen wissens ja eh. Mojb ist allerdings einer, und er schämt sich vielleicht nicht einmal…..

  15. @ Heinzow #8:

    „Das Wetter und damit auch das Klima… an der Ostseite des Eurasischen Kontinents wird durch die NAO und damit gekoppelte blockierende ochdruckgebiete bestimmt“

    Erfurt ist also an der OSTseite des Eurasischen Kontinents?

    Da war mein Geographie-Unterricht wohl doch zu schnell, äh sorry, Ihr Geographieunterricht.

  16. Unter der Abb4 steht:.. „Für September und Oktober ist seit 1979 fast kein Temperaturanstieg nachweisbar, während der November deutlich milder wurde…“ Das liegt nicht nur an den zunehmenden Südwestwetterlagen wie in dem sehr guten Artikel von Stefan Kämpfe vermutet wird. Der Hauptgrund ist meines Erachtens der Wärmeinseleffekt, dieser ist im November besonders ausgeprägt. Ich habe diesen Tatbestand bereits mit dem Leiter unserer Ostalbwetterwarte besprochen. In aller Kürze: Vor 50 Jahren erinnere ich mich persönlich noch gut an den durchgängigen Nebel in meinem Heimatort, tagsüber kaum über 0 Grad. Der November war ein Nebelmonat. Heute haben wir kaum noch Nebel, da die nassen Talauen, aus denen der Nebel gespeist wurde, trockengelegt und bebaut sind.Man könnte auch sagen, beheizt werden. Außerdem hat der Kocher aufgrund der industriellen Nutzung eine um fast 10 Grad höhere Temperatur. All das führt zur Erwärmung der Talaue und damit verschwinden die durchgängigen Nebel. Tagsüber haben wir nun Sonnenschein, der den Boden weiter erwärmt.Erst Nachts entstand wieder Nebel, der eine Auskühlung verhindert, sich aber bereits am Vormittag des nächsten Tages wieder auflöst.
    Allgemein haben wir so in Baden-Württemberg eine großflächige Abnahme der Nebeltage was zu einem wärmeren November führt. Ich nehme an, in Erfurt und an anderen Orten wird das ähnlich sein.

  17. Lieber Herr Hader
    tragen Sie gerne Eulen nach Athen? Ihren Satz „Sie wissen aber schon, dass man mit den Beobachtungen eines einzelnen Jahres, oder in dem Fall sogar eines Vierteljahres in einer begrenzten Region weder die Klimaerwärmung widerlegen noch beweisen kann?“ können Sie jeden Tag an die Redaktionen der offentlich-rechtlichen Medien verschicken. Die beziehen doch das ganz normale Wetter immer auf den „Klimawandel“, notfalls als Frage verkleidet.“ Sind das schon Anzeichen für… blah,blah“
    Blah,Blah ist auch Ihre Klimaerwärmung, seit wann erwärmen sich denn Statistiken? Kann sich auch eine Wasserstandsstatistik erwärmen? Am Ende gar mit CO-2? Egal. Hauptsache,Sie schreiben sofort jedes Medium an, das Wetter und Klima unzulässig vermischt. Das dürfte Sie auslasten.
    MfG
    Michael Weber

  18. Gefunden auf der „Achse des Guten“:
    http://tinyurl.com/bsh2y2j

    Warme Winter (1808)

    von Johann Peter Hebel

    Der warme Winter von dem Jahr 1806 auf das Jahr 1807 hat viel Verwunderung erregt, und den armen Leuten wohlgetan; und der und jener, der jetzt noch fröhlich in den Knabenschuhen herumspringt, wird in sechzig Jahren einmal als alter Mann auf den Ofenbank sitzen, und seinen Enkeln erzählen, daß er auch einmal gewesen sei, wie sie, und daß man Anno 6, als der Franzos in Polen war, zwischen Weihnacht und Neujahr Erdbeeren gegessen und Veielein gebrochen habe. Solche Zeiten sind selten, aber nicht unerhört, und man zählt in den alten Chroniken seit 700 Jahren 28 dergleichen Jahrgänge.
    Im Jahr 1289, wo man von uns noch nichts wußte, war es so warm, daß die Jungfrauen um Weihnacht und am Dreikönigtag Kränze von Veilchen, Kornblumen und andern trugen.
    Im Jahr 1420 war der Winter und das Frühjahr so gelind, daß im März die Bäume schon verblüheten. Im April hatte man schon zeitige Kirschen, und der Weinstock blühte. Im Mai gab es schon ziemliche Traubenbeerlein. Davon konnten wir im Frühjahr 1807 nichts rühmen.
    Im Winter 1538 konnten sich auch die Mädchen und Knaben im Grünen küssen, wenn’s nur mit Ehren geschehen ist; denn die Wärme war so außerordentlich, daß um Weihnacht alle Blumen blühten.
    Im ersten Monat des Jahrs 1572 schlugen die Bäume aus, und im Februar brüteten die Vögel.
    Im Jahr 1585 stand am Ostertag das Korn in den Ähren.
    Im Jahr 1617 und 1659 waren schon im Jänner die Lerchen und die Trosteln lustig.
    Im Jahr 1722 hörte man im Jänner schon wieder auf, die Stuben einzuheizen.
    Der letzte, ungewöhnlich warme Winter, war im Jahr 1748.
    Summa, es ist besser, wenn am St. Stephanstag die Bäume treiben, als wenn am ?St. Johannistag Eiszapfen daran hängen.

  19. @ Ketterer #5

    „bei betrachteten Jahren 32 Jahren findet man 5 einträge aus den vergangenen 8 Jahren. Das ist eine doppelt so hohe Quote als mann erwarten würde. Insbesondere dann, wenn man die vielen Mitforisten ernst nimmt, die von einer Abkühlung in den vergangenen Jahren sprechen. “

    So ist das nun einmal, wenn man durch den Geographie-Unterricht mit Lichtgeschwindigkeit gesaust ist, und nichts von lokalen Besonderheiten bestimmter Gegenden an den Rändern der Kontinente mitbekommen hat. Das Wetter und damit auch das Klima als 30-jähriger Durchschnitt (siehe WMO) an der Ostseite des Eurasischen Kontinents wird durch die NAO und damit gekoppelte blockierende Hochdruckgebiete bestimmt. Letztendlich läßt sich das ganze Geschehen in Zonalstrom und Rossby-Wellen per Fourieranalyse und Hovmöllerdiagramme aufdröseln und erklären, wenn man weiß, was „standing eddies“ sind und warum die lange existieren.

    So sind die Winter 1962/63 und 2009/2010 hinsichtlich der nordhemisphärischen Strömungsverhältnisse insbesondere über dem Nordatlantik sehr ähnlich gewesen.

    Und den Altweibersommer gibt es schon sehr lange, wobei die Ursache eine bestimmte Großwetterlage ist, deren Ursache im Blocking zu sehen ist, was wiederum durch die Rossby-Wellen und deren Dynamik und Interaktion mit dem Zonalstrom verursacht wird.

    Der Altweibersommer 2011 läßt sich problemlos mit der Dynamik der Atmosphäre erklären. CO2 braucht man nicht dazu.

  20. Sehr geehrter Herr Hader,

    „Sie wissen aber schon, dass man mit den Beobachtungen eines einzelnen Jahres, oder in dem Fall sogar eines Vierteljahres in einer begrenzten Region weder die Klimaerwärmung widerlegen noch beweisen kann?“

    Abgesehen von der feinen Unterstellung und auch davon, daß sich obige Daten über paar Jahrzehnte erstrecken: Danke für diese aufregende Neuigkeit.

    Mit freundlichen Grüßen!

  21. Schöne Arbeit, Danke
    mir fällt auf:
    bei betrachteten Jahren 32 Jahren findet man 5 einträge aus den vergangenen 8 Jahren. Das ist eine doppelt so hohe Quote als mann erwarten würde. Insbesondere dann, wenn man die vielen Mitforisten ernst nimmt, die von einer Abkühlung in den vergangenen Jahren sprechen.

    Ich wünsche einen guten Rutsch!

    MfG

  22. Werter Herr Weber, Sie wissen aber schon, dass man mit den Beobachtungen eines einzelnen Jahres, oder in dem Fall sogar eines Vierteljahres in einer begrenzten Region weder die Klimaerwärmung widerlegen noch beweisen kann?

  23. Gute Arbeit!
    Ich persönlich habe eine Wette am laufen, dass das Gesamtjahr 2011 nicht trockener ist als das langjährige Mittel. Ich warte auf die Statistik, noch ein paar Tage kühl-mieses Regenwetter abwarten.
    😉

  24. Bravo Herr Kämpfe
    Ein gut geschmiedeter Sargnagel für den „Klima-Alarmismus“ bestehend aus Fakten, Fakten, Fakten.
    Da haben die Modellspieler was zum Schlucken. Reality hurts.
    Danke für die geleistete Arbeit!
    MFG
    Michael Weber

  25. Sehr gute Recherche-Arbeit…sehr großen Respekt…ich habe ergänzend auch alle wichtigen TV-Wetterberichte und die dort gemachten Behauptungen in meinem TV-Archiv von Ende Oktober 2011 bis Anfang Dezember 2011 gesammelt archiviert. Vielleicht raffe ich mich mal auf und mache daraus ein „Chronologie-Video“ über den trockenen Herbst 2011, als Ergänzung zu Ihrer eindrucksvollen Recherche-Arbeit !!

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