Der Skandal des B.U.N.D

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist gemäß seiner Webseite (hier) der größte deutsche Umweltverband mit rd. 0,5 Millionen Mitgliedern und Förderern. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württembergs gab jüngst einer Klage des BUND statt und stoppte die Bauarbeiten für Stuttgart 21.

Grund waren Artenschutzbedenken des Juchtenkäfers wegen, einer Daumennagel großen, seltenen Käferart aus der Unterfamilie der Rosenkäfer (hier). Wer konsequenter Naturschützer ist (der Autor zählt sich dazu), wird diesem Richterspruch vielleicht gerade noch zustimmen. Allerdings kann die Klage des BUND schwerlich aus Artenschutzgründen erfolgt sein, man darf politisch-ideologische Motive vermuten. Beleg dafür ist die Haltung des BUND zu Windrädern, deren massive Tötung von Fledermäusen und Vögeln unbestritten ist und jeden ehrlichen Tierschützer auf die Barrikaden treibt. Zum Schutz von Lebewesen gegen Windräder schweigt der BUND indes nicht nur, im Gegenteil, er wirbt sogar auf seiner Webseite für Windradanlagen und stellt diesen tiermordenden Ungetümen auch noch einen „Persilschein“ aus. Wir lesen

Bei der Umweltbewertung der Windenergie hat sich gezeigt, dass bis auf wenige besondere Orte und wenige besonders gefährdete Vogelarten die Konflikte mit dem Vogelschutz sehr gering sind. Der BUND hat sich in seiner Position Windenergie klar für den Ausbau der Stromproduktion aus Windenergie ausgesprochen und Anforderungen formuliert, wie bei diesem Ausbau der Umwelt- und Naturschutz berücksichtigt werden soll.

Die massive Gefährdung und Tötung durch* Windräder zumindest für Vögel und Fledermäuse ist auf der anderen Seite sogar Gegenstand einer Studie, die das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Auftrag gegeben hat und an der sich auch der Naturschutzbund Deutschland NABU beteiligt. Auch der NABU äußert sich zu Windrädern (hier), allerdings wesentlich kritischer als der BUND, man liest

Rotmilane verunglückten im Vergleich zu anderen Greifvögeln bisher besonders häufig an Windkraftanlagen. Das Bundesumweltministerium hat nun die Förderung des mehrjährigen Verbundprojektes bewilligt, in dem den Ursachen der Kollisionen auf den Grund gegangen werden soll. Dazu sind eine Reihe verschiedener Untersuchungen geplant. Unter anderem werden Rotmilane, Seeadler und Wiesenweihen in verschiedenen Teilen Deutschlands mit kleinen Sendern ausgestattet. So können ihre Flugbewegungen in der Nähe von Windkraftanlagen genau untersucht werden. Auch sind experimentelle Veränderungen an Windkraftanlagen vorgesehen.
"Wir hoffen durch unsere Untersuchungen dazu beizutragen, die Kollisionsraten von Greifvögeln an Windkraftanlagen zu senken und so die Konflikte zwischen Windkraftnutzung und Naturschutz weiter zu verkleinern", sagte Dr. Hermann Hötker, Leiter des Michael-Otto-Instituts im NABU. Durch die Förderung des Bundesumweltministeriums ist es gelungen, die Institute und Einrichtungen mit den größten Erfahrungen in diesem Metier aus verschiedenen Teilen Deutschland zusammenzubringen. Mit von der Partie sind außerdem die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz in Bad Sassendorf, der Förderverein Greifvogelmonitoring und die Firma Ökotop in Halle/S. sowie die Staatliche Vogelschutzwarte im Landesumweltamt Brandenburg.

Das Statement des NABU klingt verhalten, und einen konsequenten, vom "Zeitgeist" freien, mutigen Naturschutz – dazu gehört insbesondere auch der Landschaftsschutz und der Schutz von menschlichen Windradanrainern – kann man daraus leider nicht ableiten.

Was den BUND angeht, ist EIKE der Meinung, dass er seine satzungsgemäß verordneten Naturschutzziele in grober Verfehlung bewusst ignoriert und, vorrangig grün-ideologisch gesteuert, kein Naturschutzverein ist, der diese Bezeichnung überhaupt verdient. Wir möchten mit unserem Beitrag alle Naturschützer und insbesondere ideologiefreie Mitglieder des BUND auf diesen Skandal  aufmerksam machen.

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke

(EIKE-Pressesprecher)

* korrigiert. Dank an Leser Kosenday

Lesen Sie dazu auch den neuen "Windräder töten Vögel" Bericht des Biologen Dr. Friedrich Buer im Anhang

Aus dem letzten Absatz daraus:

Anfang September treffen sich auf Einladung von Hubert Weinzierl, des Präsidenten des Deutschen Naturschutzringes (DNR), der Dachorganisation von rund 100Umweltschutzverbänden, der Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern, Ludwig Sothmann, sowie Sebastian Schönauer vom Bund Naturschutz in Bayern gemeinsam mit dem Bayerischen Umweltminister, Markus Söder, bei einem neuen 3-Megawatt-Windrad im mittelfränkischen Emskirchen, das mitten in einen Wald betoniert wurde. Künftig wird das Wummern dieser Industrieanlage kilometerweit zu hören sein und den Wald entwerten.

Hier kündigt Söder 1.000 weitere Windräder in Bayern vorzugsweise in Wäldern an. Dazu sollen die Genehmigungen verkürzt und nur noch drei Monate dauern. Lärmgutachten sollen stark eingeschränkt werden und die Behörden sollen die Bestimmungen für den Naturschutz nicht mehr so streng nehmen. Der Artenschutz soll abgespeckt werden und auch in Landschaftsschutzgebieten und Naturparks dürfen bald Windräder stehen. Und wie reagieren die Spitzenfunktionäre des Natur- und Umweltschutzes? „Die Politik bewegt sich endlich“ betont Sebastian Schönauer vom Bund Naturschutz. Von einem „großen Sprung“ spricht der oberste Vogelschützer Ludwig Sothmann. Und Hubert Weinzierl schwärmt: „Die Energiewende ist ein Geschenk. Konflikte um Windräder werden minimiert“. Man wolle „zeigen, dass Windkraft auch im Wald genutzt werden kann“. Eindringlicher kann das Fukushima des Natur- und Umweltschutzes von seinen Spitzenfunktionären nicht vorgeführt werden. Arme Anwohner, arme Tiere und armer Wald!

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13 Kommentare

  1. Im Weltbild dieser selbst ernannten Gutmenschen ist der Mensch ohnehin- wenn überhaupt- nur noch geduldet. So findet auch niemand etwas dabei, wenn im Stuttgarter Schlosspark um jeden Juchtenkäfer gekämpft wird und die gleichen Leute dem Mord an ungeborenen Kindern, der wenige Meter entfernt tagtäglich stattfindet gut heißen.

  2. Das Schlimmste sind aber all die Simmpl, die das parteiübergreifende Ökoregime namens Söder und Genossen wieder und wieder an die Macht wählen. Als angeblich „Kleineres Übel“.

    Und genau diese Simpl jammern dann, wenn das Windrad Schatten auf die eigenen Vorgartenzwerglein wirft. Geht’s noch?

    Weg mit den grünen Filzläusen, weg mit den Oköparasiten in CDUCSUSPDFEPDIELINKEDIEGRÜNEN!

  3. Frohe Weihnachten hier Allen auf diesem Blog

    Hallo Herr Estermeier,

    vielen Dank für den Tip, aber als ECHTER Naturfreund liegt mir doch sehr viel an meiner guten Nachbarschaft. Glücklicherweise sehen das meine Nachbarn ebenso. Sie halten mittlerweile genauso wenig von unsinnigen Klimaschutzmaßnahmen und windigen Windmühlen wie ich. Und das bleibt auch so und dieser subventionierte Unsinn spricht sich auch in der Nachbarschaft herum.
    Aufklärung tut Not.

    mfG
    Armin Schmitt

  4. Guter Beitrag, volle Zustimmung!
    Nur eine Kleinigkeit hab ich Herr Lüdecke: „Die massive Gefährdung und Tötung von Windrädern zumindest für Vögel und Fledermäuse…..“ …hehe… bei dem Satz war wohl der Wunsch Vater des Gedankens, zumindest bei der Tötung von Windrädern. 😉

    Ich wünsche allen ein frohes und ruhiges Weihnachtsfest.

  5. //// „Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württembergs gab jüngst einer Klage des BUND statt und stoppte die Bauarbeiten für Stuttgart 21.

    Grund waren Artenschutzbedenken des Juchtenkäfers wegen, einer Daumennagel großen, seltenen Käferart aus der Unterfamilie der Rosenkäfer. Wer konsequenter Naturschützer ist (der Autor zählt sich dazu), wird diesem Richterspruch vielleicht gerade noch zustimmen.

    Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke“ ////

    Die menschliche Gesellschaft ist ein Teil der Natur, und ich habe das Gefühl, wenn ich über „Naturschutz“ lese und höre, dass die „Naturschützer“ das anders sehen. Nun haben wir eine weitere Entscheidung gegen einen Teil der Natur – die Menschen, die den Bahnhof brauchen und die Juchtenkäfer nicht brauchen. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass die Gegner der Bauarbeiten für Stuttgart 21 diesen Juchtenkäfer brauchen. Jeder von denen vernichtet (zertrampelt) jeden Tag unzählige Insekten, verspeist verschiedene Tiere und Pflanzen und hat offensichtlich kein Problem damit – diese Leute begehen ja keinen Selbstmord, um „die Natur“ vor sich selbst zu „schützen“.

    Seltsam, seltsam. Es sieht so aus, dass es sich dabei schon wieder um einen Hebel für bestimmte politische Gruppierungen handelt.

  6. Es ist grob fahrlässig solche Monster, die momentan bis zu 210m hoch sind, in Wälder aufzustellen. Einige Räder sind schon in Brand geraten. Die Feuerwehr kann nur zusehen! Hier wird bewußt ein Waldbrand in Kauf genommen.
    Bei Lenggries in Bayern brannte vor kurzem ein Bergwald, der erst nach vielen Tagen unter Kontrolle gebracht werden konnte.
    Abgesehen von den langfristigen Schäden, die diese Räder verursachen, muß wahrscheinlich erst eine Katastrophe passieren, bevor der Deutsche Michel aufwacht.

  7. Hallo Herr Schmitt

    Lassen Sie sich Solarmodule aufs Dach pflastern, dann dürfen Sie alles was Schatten wirft aus Ihrem Garten entfernen. Im Extremfall können Sie sogar den Nachbarn per Gerichtsbeschluß zum Baumfällen zwingen.

    mfg
    Markus Estermeier

  8. Was kündigte Söder an? Genehmigungen verkürzen, Lärmgutachten einschränken, Naturschutz nicht mehr so streng nehmen!
    Das zeigt wieder einmal, Naturschutz ist eben nicht gleich Naturschutz. Natur- und Umweltschutz wird eben anders bewertet wenn ich einen Baum in meinem Garten fällen will. Da bewertet das städtische Grünflächenamt den Naturschutz eben ganz anders und erteilt eine Genehmigung nicht ohne weiteres. Wenn überhaupt. Dann muss der Baum ertragen werden. Selbst wenn er mein Haus oder Grundstück verschattet. Auch der BUND schließt sich dann der Argumentation des Grünflächenamtes uneingeschränkt an, da diese Maßnahme ein Eingriff in die Umwelt ist, und der Amsel ein Nistplatz verloren gehen könnte. Alternativ lässt man mich aber noch zahlen oder Ersatzplanzungen vornehmen. Ich bin eben kein Windmüller.

    Frohe Feiertage

  9. Der Landadel ist im BUND gut vertreten. Worum geht es? Siehe Prinz Phillip von England. Land-WKA – nein. See-WKA – ja. Bei letzterem bekommen die Royals wesentlich mehr Kohle. Es geht nur ums Geld. Sonst gar nichts. Und BUND Mitbegründer Guttenberg (Vater) macht auch keinen Hehl aus seiner KKW-Abneigung. Der Landadel will wieder die „gute alte Zeit“ (gemeint ist die vor 1796) zurück.

    Dem Adel hat es schon früher nicht selten weg gesehen, wenn das Volk hungerte. Hauptsache er selbst hatte seine Pfründe. Feudalismus/Absolutismus reloaded?

  10. Vor Kurzen bei uns in der Oberhessischen Zeitung folgender Titel:
    “ Schwarzmilan profitiert von den Windkraftanlagen“
    Hintergrund: Im Planungbereich befindet sich ein Habitat des Schwarzstorches. Aus Umsiedlungszwecken soll nun außerhalb der Schutzzone u.a. ein Teich für in angelegt werden.

    Das versteht man unter „profitieren“!!!

    Und dieses ist nur ein Beispiel von vielen hier im
    Vogelsbergkreis ( für geographisch nicht so informierte, liegt mitten in Hessen).

    Allen ein schönes Fest
    Brunhilde Fehrmann

  11. Zum BUND braucht man ja schon gar nichts mehr sagen. Wenn Kinder im Wald an einem Wasserlauf spielen, würden sie das am liebsten verbieten lassen (erlebt) aber wenn WKA in Naturschutzgebiet gestellt werden schreien sie Hurra.

    Die Seite
    http://feldhamsterverleih.de/
    behauptet zwar im Impressum, dass

    „Zur Klarstellung: Die Inhalte der Domain Feldhamsterverleih.de (FHV) sind natürlich reine Satire – diese Homepage verfolgt weder politische noch kommerzielle Absichten, sie soll lediglich amüsieren! Waren diese Seiten bei ihrer ersten Freischaltung noch völlig absurd, so ist leider festzustellen, dass die Realität die Satire inzwischen eingeholt hat und viele Besucher die Vermietung bedrohter Arten zu Blockadezwecken für möglich und tatsächlich anwendbar halten. Aber: Es gibt hier (selbstverständlich!) weder Tiere noch Pflanzen zu kaufen oder zu mieten, des Weiteren befindet sich keine der aufgezählten Arten in unserem Besitz oder wird durch uns vermittelt. Jegliche Art von Aufträgen und Anfragen werden nicht bearbeitet, sondern direkt gelöscht. Alle Preise und Dienstleistungen, sowie die Kontakt- und Emailadressen “@feldhamsterverleih.de” und die Geschichte und Logos der FHV sind frei erfunden. Wir haben auch keine Geschäftsstellen, Mitarbeiter, einen Shop, eine App oder Kunden und vergeben auch keine freie Stellen. Selbstverständlich waren wir auch nie an der Behinderung von irgendwelchen Bauprojekten beteiligt. Unsere Referenzen sind frei erfunden und wurden aus anderweitig durch die Presse bekannt gewordenen Verzögerungen oder Verhinderung von Bauvorhaben inspiriert.“

    Angesichts der Aufmachung dieser Website fällt es mir schwer die Satire zu erkennen. Wer macht sich so viel Mühe zu so einem Thema? Gehts denen zu gut? Vielleicht ist mir ja der Humor bei diesem Thema vergangen. Unter Produkten/Insekten/Ento-FFH-Set
    finden sich auch die Juchtenkäfer.
    Was für ein Zufall.

    Während zu jedem Thema durchaus realistische Möglichkeiten angeboten werden, ist die Pappel Idee zur Verhinderung von WKA eher sinnlos. Vielleicht auch nur ein Zufall.

    Ich will dem Betreiber der Website ja nichts unterstellen, aber seltsam erscheint es schon

  12. Das Meinung von Herrn Prof. Lüdecke teile ich vollständig.

    In meiner Region tritt ein weiterer, fundamentaler Widerspruch des BUND zutage: Einerseits wendet sich der BUND gegeben die Zerschneidung auch ungeschützter Naturlandschaften durch Straßenbau (Standfardforderung: Tunnel bauen, und wenn ein ganzer Ort untertunnelt werden muss), andererseits stellt der BUND beim Winradbau den Landschaftschutz defintiv hintenan(d.h. per konkretem Hinweis, dass die Landschaft hinteanstehen muss).

    Ein wirklicher Skandal.

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