Welt-Erdölreserven reichen stets 40 Jahre

Der Welt geht das Öl nicht aus, zumindest nicht auf absehbare Zeit. Seit einem Vierteljahrhundert verschiebt sich der Zeitpunkt der Erschöpfung der Reserven konstant und stetig um 40 Jahre in die Zukunft.
Kein Grund für eine panische Energiewende, meint Willis Eschenbach. Allerdings: auf ewig kann es nicht so weitergehen. Dennoch rät Willis nicht zu unüberlegtem Handeln, sondern zum Vertrauen auf den menschlichen Erfindergeist.


Das R/P-Verhältnis

In der Ölindustrie wie auch in anderen Industrien gibt es das ”R/P-Verhältnis”. Dabei bedeutet R die Reserven jeglicher Art und P die Produktionsrate, das ist die Rate, mit der die Reserven gefördert und verbraucht werden.

Abb. 1. Jährliche Welt-Erdölförderung in Mrd. Barrels (blaue Linie) und die noch verbleibenden Jahre bei der angegebenen Produktionsrate R/P (rote Linie). Die rechte Skala zeigt die nachgewiesenen Ölreserven für jedes Jahr in Mrd. Barrel (grüne Punktelinie). Quelle: BP Statistical Review of World Energy 2011. Das ist eine faszinierende Excel-Tabelle. FOTO: Spindletop Hill Gusher, 1901

Teilt man die Reservemenge durch die Produktionsrate, erhält man die Anzahl der noch für die Förderung verbleibenden Jahre. Demgemäss ist das R/P-Verhältnis als ”verbleibende Jahre” (Years Left) eingefügt.

Hier ist anzumerken:
Erstens, die ”verbleibenden Jahre”, das R/P-Verhältnis, beträgt derzeit mehr als 40 Jahre, und das schon seit einem Vierteljahrhundert. Vor 30 Jahren hatten wir nur 30 Jahre nachgewiesene Ölreserven. Die damaligen Schätzungen sagten voraus, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt kein Öl mehr hätten.
Vor 25 Jahren hatten wir 40 verbleibende Jahre, vor 10 Jahren immer noch 40. Nun sind es über 40 Jahre. Ich bin sicher, Sie erkennen das Muster.

Zweitens: hier geht es nur um die ”nachgewiesenen Reserven” (Wiki). Die ”nicht nachgewiesenen Reserven” sind darin nicht enthalten. Viele davon bestehen aus unkonventionellen Reserven, wie z. B. Schieferöl und Ölsände. Selbst wenn man die ”nicht nachgewiesenen” Reserven außer Acht lässt, haben sich die nachgewiesenen Reserven mit der Förderrate in etwa gleichem Maße erhöht. Das R/P-Verhältnis, die verbleibenden 40 Jahre bei heutiger Produktionsrate, ist also seit einem Vierteljahrhundert stabil geblieben.

Allerdings muss das irgendwann einmal langsamer vonstatten gehen, nichts währt ewig. Aber den Daten zufolge hat es keine Eile mit dem Ersatz des Öls durch Sonnenenergie, Windenergie, Grüner Energie … im Laufe der kommenden Jahrzehnte. Die Märkte haben noch viel Zeit, Ersatz zu finden.

Man möge mich nicht falsch verstehen: Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir eine bessere Energiequelle fänden als das Öl. Tatsächlich werden die riesigen neuen Reserven an Schiefergas viele Jahre lang das Heizöl ersetzen. Schiefergas verbrennt sauberer. Und man kann überzeugt sein, dass die Menschen neue Energiequellen finden. Die Menschheit ist grenzenlos erfinderisch.

Willis Eschenbach

Ich melde hiermit meinen Protest gegen das Standard-Mantra an: ”Oh Gott, wir haben bald kein Öl mehr, deshalb müssen wir gleich morgen unsere Energiequellen wechseln!!” Das ist einfach nicht wahr. Wir haben noch viel Zeit, noch Jahrzehnte. Wir müssen nicht gleich Milliarden von Dollars für Photovoltaik, Windenergie und Biotreibstoffe verbrennen. Es gibt noch lange genug Öl auf der Welt, lang genug für die Märkte, neue Energiequellen zu finden.

Anmerkung: Die angegebenen Zahlen für das Öl, besonders für die Reserven sind Schätzwerte. Ölfirmen sind bekanntlich schweigsam über ihre Entdeckungen und das Ausmaß ihrer Förder-Berechtigungen. Der Vorteil der BP-Zahlen ist, dass sie einzelne kohärente Zeitserien sind. Andere Daten zeigen etwas andere Resultate. So weit mir bekannt, ist allen Schätzungen gemeinsam die Zunahme der nachgewiesenen Reserven trotz der ansteigenden Förderung.

Original hier.

Übersetzung: Helmut Jäger, EIKE

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22 Kommentar(e)

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1

#6: Bernd1964 Pessimismus, Depression und Angst kann auch wie eine ansteckende Krankheit sein.
Wenn Sie ein bisschen was von Physik verstehen wüssten Sie, dass in unserem Universum mehr Energie als Materie existiert.
Ja der Mensch hat bereits das Geheimnis der Umwandlung von Materie in Energie entdeckt und könnte es nutzen.
Der Aufstieg vom Affen zum Menschen war auch mit der Beherrschung des Feuers verbunden.
Leben ohne Energie gibt es nicht.
Energie ist also eine Lebensfrage.
Die Ökoprediger sind Botschafter von Dekadenz und Untergang,
nicht mein Geschmack.

Frohes,
oder Trauriges Neues Jahr!

Entscheiden Sie sich selbst.

2

#17 Walther

Sie mögen ja vieles lesen, offenbar aber nicht die wichtigen Beiträge. Schauen Sie u.a. doch mal bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) unter Reserven und Ressourcen nach und rechnen Sie nach, wie lange allein unsere Kohlevorräte reichen: ca. 3000 Jahre. Bei den übrigen Rohstoffen sieht's auch viel besser aus, als Sie darstellen.

3

#19: "Die "Anti-Konsum-Glaubensbrüder/schwestern" interessiert's aber nicht."

Ich fühl mich da zum Glück nicht angesprochen. 😉

"Und selbst wenn das Öl teurer wird... na und? Alles im eben wird teurer. Dann wird es Technologien geben, die energiesparender sind (so wie es uns die Realität in der Vergangenheit schon tausendfach gezeigt hat)."

Wenn dem so ist, wieso wird dann für alternative Energiekonzepte die Mehrkosten als Gegenargument genannt? Herr Jensen, aus ökonomischer Sicht ist es natürlich sinnvoll, auf die Preise zukünftiger Technologien zu achten. Einige neue Technologien werden sich vermutlich gerade wegen der ökonomischen Komponente nicht in dem Maße wie gewünscht durchsetzen und werden deshalb krititisch betrachtet. Nur sollte man dann nicht gleichzeitig sagen, dass es egal ist, wenn die Ölpreise steigen. Kriterien zur Bewertung bestimmter Technologien sollte man schon einheitlich und nicht beliebig ansetzen.

"Nein, Überraschung, es gibt immer noch Computer, Handys, Fernseher, Autos, Lebensmittel... der Markt und vor allem diese Gesellschaftsordnung der Marktwirtschaft findet ökonomisch sinnvolle Lösungen... wenn man die Menschen nur lässt und sie nicht staatlich gängelt."

Ja, die Frage wird nur sein, was Sie konkret unter staatlicher Gängelung verstehen. Eines dürfte klar sein, eine Wirtschaft ohne staatliche Regeln und öffentliche Finanzierung der Infrastruktur, wäre kaum leistungsfähig. Die private Wirtschaft wäre nicht in der Lage gewesen, alleine die befestigten Straßen als überregionales Netz für Ihre Automobile bereitzustellen.

"Konsum und Wachstum sind das Grundprinzip des Lebens und diese Wirtschaftsordnung fügt den Menschen in diese natürlichen Grundprinzipien am besten ein."

Konsolidierung, Stagnation und Sterben gehören genauso zu den Grundprinzipien des Lebens, nur nennt man diese nicht im selben Atemzug wie Wachstum und Konsum, was ich für einen Fehler halte. Aber das nur am Rande.

"Und sinnvoll mit Ressourcen umzugehen, ist dabei eine Sache, die diesem System immanent ist. Weil Ressorcenverbrauch kostet. Und Kostenminimierung ist auch ein Grundprinzip dieser Wirtschaftsordnung."

Absolute Zustimmung. Seltsamerweise sind Aspekte der Ressourcenoptimierung nie Gegenstand von Diskussionen hier. Und falls man den Punkt "Ressourcenschonung" zur Sprache bringt, wird man automatisch als Grüner abgestempelt. Stattdessen weisst man einseitig darauf hin, dass hohe Stromkosten eine Gefahr für die deutsche Wirtschaft ist. Das aber selbst ohne Ökosteuer und Abgaben die Industrie ein ureigenes Interesse haben müsste, bei Ihren Produktionskosten, die zum großen Teil aus Rohstoff- und Energiepreisen bestehen, effizienter zu werden, wird dagegen kaum erwähnt. Vermutlich aus Furcht, die anderen könnten einen als Nachplapperer der "grünen Ideologie" bezichtigen. Im übrigen bin ich der Meinung, dass man global bei der CO2-Emissions-Minderung nur dann vorankommt, wenn man zukünftige Kosten aufgrund von Klimaänderungen auf die heutigen Preise von Konsumartikeln überträgt. Durch Gesetze allein wird man keinen Umweltschutz und erst recht keine Ressourcenschonung hinbekommen. Man kann Leute auch nicht verbieten, in den Urlaub zu fliegen oder generell das Flugzeug zu benutzen. So ein Verbot wäre auch völlig unsinnig. Man muss stattdessen die wahren öffentlichen Kosten, die mit der Umweltverschmutzung auf uns zukommt in das jetzige Wirtschaftssystem einfügen. Ansonsten wird weiterhin das Prinzip gelten "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren".

"Und bevor jetzt wieder die Negativbeispiele kommen: ich weiß, es gibt auch ne Menge Unsinn in diesem System. Und trotzdem hat es sich nun über mehr als 100 Jahre als bestes System durchgesetzt, bei dem die meisten Menschen profitieren und zwar in Form von Wohlstand und Frieden!
Was ist daran schlecht?"

Ganz im Gegenteil, man sollte die Vorteile des jetzigen Wirtschftssystem nutzen, nämlich das es eine hohe Innovationskraft besitzt, Rohstoffe und Energien effizient einzusetzen und Abläufe zu optimieren. Diese Kraft sollte man deshalb auch nutzen, um zukünftige Probleme anzugehen. Ökologische Verbesserungen sind nur dann auf die Beine zu stellen, wenn man ein solide ökonomische Basis besitzt. Man sollte deshalb Umweltschutz nicht gegen die Wirtschaft machen und die Wirtschaft generell nicht als Problemursache ansehen, sondern als Lösung für das Problem verstehen.

4

Und wieder mal das alte Problem: Milchmädchenrechnungen, debile logische Schlussfolgerungen und Glaubenssätze, die alle mit der Realität nichts zu tun haben. Selbstverständlich wird ein Stoff, den man verbraucht, irgendwann mal alle sein. Aber keiner der Alles-weg-Propheten, die es inzwischen wohl seit 50 Jahren gibt, lag bisher mit seiner Prognose richtig. Die Realität holt sie alle ein. Die bekannten Reserven steigen fast jährlich. Die "Anti-Konsum-Glaubensbrüder/schwestern" interessiert's aber nicht. Ihre Glaubenssätze klingen ja auch zu schön und man fühlt sich als edler und besserer Mensch, wenn man sie verkündet.
Und selbst wenn das Öl teurer wird... na und? Alles im eben wird teurer. Dann wird es Technologien geben, die energiesparender sind (so wie es uns die Realität in der Vergangenheit schon tausendfach gezeigt hat). Und ein schlechterer ROI als heute ist immer noch ein positiver ROI, für den es immer noch Investoren geben wird. Weil es sich rechnet. Die Margen in der Computerindustrie oder bei Handys sinken auch, sterben deswegen die Hersteller aus? Nein, Überraschung, es gibt immer noch Computer, Handys, Fernseher, Autos, Lebensmittel... der Markt und vor allem diese Gesellschaftsordnung der Marktwirtschaft findet ökonomisch sinnvolle Lösungen... wenn man die Menschen nur lässt und sie nicht staatlich gängelt.
Konsum und Wachstum sind das Grundprinzip des Lebens und diese Wirtschaftsordnung fügt den Menschen in diese natürlichen Grundprinzipien am besten ein.
Und sinnvoll mit Ressourcen umzugehen, ist dabei eine Sache, die diesem System immanent ist. Weil Ressorcenverbrauch kostet. Und Kostenminimierung ist auch ein Grundprinzip dieser Wirtschaftsordnung.
Und bevor jetzt wieder die Negativbeispiele kommen: ich weiß, es gibt auch ne Menge Unsinn in diesem System. Und trotzdem hat es sich nun über mehr als 100 Jahre als bestes System durchgesetzt, bei dem die meisten Menschen profitieren und zwar in Form von Wohlstand und Frieden!
Was ist daran schlecht?

5

Dr.Paul,

die Ideologie, Überbevölkerung und Endlichkeit der Ressourcen, ist in Deutschland leider weit verbreitet.

Hier hat das Denken ausgesetzt, man wundert sich nicht mehr, dass vor allem afrikanische Bevölkerungen , die auf Flächen mit weniger als 20 Menschen pro Km^2 wohnen hungern müssen, UND die auch noch über die größten Rohstoffreserven Afrikas verfügen.(Somalia, Sudan/Südsudan, Kongo...)

Selbst die Griechen in Europa verfügen über riesige Bodenschätze, die technologisch förderbar sind UND die es erlauben würden, ihre Schulden in zwei Jahren zurückzuzahlen.

Obama wollte vehement die Shalegasförderung unterbinden, schaffte er nicht, die USA fördern 2010 mehr Öl/Gas, als sie verbrauchen . Das könnte wahrscheinlich auch in vielen Ländern passieren. Der wissenschaftliche Fortschritt machts möglich.Fakt ist in den USA hat die Bürokratenwirtschaftsförderung versagt Solyndra insolent, die Shalegasförderung hat die Arbeitslosigkeit beseitigt.

Es scheint ein riesiges Geflecht an unterschiedlichen Interessen zu sein, nur wie hängt alles zusammen?( Ist auch möglich, dass Ölgiganten und Atomgiganten hinter der Klimalüge stecken?)

http://tinyurl.com/d2z2a6l

6

Ich beschäftige mich nun schon einige Jahre mit dem Problem der Depletion wesentlicher Ressourcen des Industriezeitalters. Mir entgeht praktisch kein Interview in dem es um peak oil oder peak energy geht. Ich höre und lese sehr viel Kommentare aus den USA und Großbritannien zu diesem Thema. Letzte Woche haben z.B. Dr. Robert Hirsch und Chris Skrebowski hochinteressante Interviews zur aktuellen peak oil-Lage auf der Webseite 'Financial Sense' gegeben, siehe http://www.financialsense.com/financial-sense-newshour/guest-expert/2011/12/15/robert-l-hirsch-phd/we-are-staring-directly-into-energy-storm-in-next-2-3-years .

Die Kohlevorräte sind übrigens viel knapper als noch vor einigen Jahren gedacht: das globale Fördermaximum der Kohle ist nach einer Studie der Universität Texas in diesem Jahr (2011) erreicht worden Außerdem sind die besten Kohlearten schon lange gefördert worden. Ähnlich wie beim Erdöl ist das was übrig ist nur unter großem Energieaufwand zu fördern, muß aufwendig aufgearbeitet werden und hat damit einen schlechten Netto-Energiegewinn (ERoEI).

Ich frage mich sehr häufig warum viele Menschen einfach nicht bereit sind zu akzeptieren, daß das Zeitalter billiger Energie und Ressourcen zu Ende ist. Einst in der Schule gelehrig memorisierte Vorurteile wie z.B. daß genug Kohle für viele weitere Jahrhunderte exponentiellen Wachstums vorhanden sei, werden selbst bei Vorhandensein von Tonnen neuer gegenteiliger Studien wie z.B. der für den Deutschen Bundestag berichtenden Energy Watch Group, aufrecht erhalten. Man kann zwar die Realität ignorieren, jedoch kann man nicht die Resultate dieser Ignoranz igorieren, heißt es dazu sprichwörtlich in der englischen Sprache.

MfG

Bernd Walther

7

Die Zwangsdemokratisierung vom Irak, Afghanistan , Lybien und demnächst dann Syrien und Iran spricht ne andere Sprache als noch weitere Ölvorräte für 40 jahre.

8

#14: Hallo Frau kerstin Jensch,
Sie sollten wenigsten zur Kenntnis nehmen,
dass es dazu auch andere gut begründete Meinungen gibt.
Hätten Sie gedacht, dass Deutschland auf großen Gaslagern liegt?
Manche meinen, man müsse nur tief genug bohren, dann würde man immer auf Öl stoßen. (abiotischer Ursprung)
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedenfalls,
dass trotz Nutzung die geschätzten Reserven stets zugenommen haben.
Früher Prognosen waren jedenfalls ALLE falsch.

mfG

9

Statistiken und/oder Angaben der Förderländer/Ölkonzerne haben keinerlei Ausagekraft. Hier wird gelogen das sich die Balken biegen.

Aussagekraft hat das Input/Output-Verhältnis der jeweiligen Ölförderung.

Diese Verhältnis ist bei der Produktion von Öl aus Ölsanden in Kanada so ungünstig, welches nur einen Schluß zuläßt: das Öl geht zur Neige.

10

#10: "Die rede ich klar von Öl wird längerfristig gesehen in den nächsten 5-10 Jahren klar teurer. Ausgehen wird es uns noch lange nicht."

Hallo Daniel Mahler, mit dieser wahrscheinlichen Möglichkeit sollte man zumindestens rechnen und sich damit auch befassen. Ein Grund der Preissteigerung wird der wachsende Bedarf an fossilen Brennstoffen sein, der sich vorallem aus dem Wachstum der großen Schwellenländer ergibt. Man kann denen das nicht verübeln, dass sie wie die Industriestaaten vormals einen Energiehunger entwickeln. Mit der steigenden Nachfrage wachsen die Preise für Kohle, Öl und Gas wesentlich über den reinen Förderkosten.

"Sonnenenergie: wird sich auch verteuern da für die benötigte Menge einfach zu wenig Silber vorhanden ist."

Die Kosten für Photovoltaik sinken in den letzten Jahren drastisch. Es sieht vorerst nicht danach aus, als wenn die Kostenentwicklung zumindest in den nächsten Jahren gestoppt wird.

"Windenergie: 95% der seltenen Erden (aktive Minen) befinden sich in China *bingo*."

Okay, und welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus?

"Es ist höchste Zeit JETZT nach einer alternative zu suchen. Wenn sich Öl klar teurer wird, wird die Weltwirtschaft dies negative beeinflussen."

Absolute Zustimmung.

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Mir geht dieses ökosozialistische Geschwafel um Grenzen des Wachstums und "Hilfe die Ressourcen reichen wieder nur 20 Jahre" auf den Geist.

Obama konnte die unkonventionellen Förderungen in den USA nicht verhindern. Der Markt tut sein übriges dazu. Sie sind dieses Jahr ÖlGas Exporteur geworden. In den Gebieten um Norddakota gibt keine Arbeitslosigkeit mehr, sogar die Petrochemie kann ökonomisch aus Gas produzieren.
Warum sollen solche Zustände in Deutschland verhindert werden?

12

Das Verhältnis Ölpreis zu Ressourcen beziffern die Erdölgeologen mit etwa 1:20: Verdoppelt sich der Ölpreis, so wachsen die Ressourcen (als wirtschaftlich förderbare Ölmenge) um den Faktor 20.

13

Ich kann #2 Horst Trummler eigentlich nur zustimmen. Das Öl wird uns noch lange nicht ausgehen aber die EINFACH zu fördernden Ölfelder haben viele ihr Peak Oil erreicht. Wenn man länger desto mehr in der Tiefsee Öl fördern muss, wird sich Öl automatisch verteuern.

Die rede ich klar von Öl wird längerfristig gesehen in den nächsten 5-10 Jahren klar teurer. Ausgehen wird es uns noch lange nicht.

In diesem Sinn müssen wir jetzt nach Alternativen suchen obwohl die momentanen möglichen Lösungen auch nicht wirklich greifen:

Sonnenenergie: wird sich auch verteuern da für die benötigte Menge einfach zu wenig Silber vorhanden ist.

Windenergie: 95% der seltenen Erden (aktive Minen) befinden sich in China *bingo*.

Zwischenzeitlich wird nichts anderes bleiben als Atomenergie. Ich hoffe, dass die alten Atomreaktoren uns nicht um die Ohren fliegen.

Es ist höchste Zeit JETZT nach einer alternative zu suchen. Wenn sich Öl klar teurer wird, wird die Weltwirtschaft dies negative beeinflussen.

Ich hoffe wirklich, dass der Erfindergeist bald eine neue Technologie hervorbringt.

14

@Horst Trummler
Elektrizität als Primärenergie?
Da lacht der Physiker.
Beste grüße

15

Meiner Meinung nach werden bei diesen immer wieder aufkommenden Gerede von der "Verknappung des Erdoels" handfeste wirtschaftliche Interessen verfolgt.
Wie treibe bzw. setze ich eine Preiserhöhung am Rohstoffmarkt durch?! In dem ich den betreffenden Rohstoff "künstlich" verknappe. Entweder durch Gerüchte/Gerede oder durch elektronische Verknappung (Aktienhandel) oder durch die absichtliche Senkung der Produktionsleistung. Das ist nicht nur bei Rohstoff Erdöl so sondern kann auch bei Getreide, Mais, Reis usw. beobachtet werden.
Diese "künstliche" Preistreibung spielt den Ökosozialisten natürlich schön in die Hände. Diese können jetzt "zurechet" auf die preistreibenden Initiatoren schimpfen. Aber auf der anderen Seite kommt es den Ökosozialisten auch nicht ungelegen, wenn die Energiepreise durch diese "Spielereien" nach oben getrieben werden. Das gleiche gilt auch für andere Rohstoffe.

16
Rainer Hoffmann

Ich hätte mir gewünscht, wenn Willi Eschenbach den Unterschied und die Begrifflichkeiten "Ressourcen" und "Reserven" klarer herausgestellt hätte und auch auf die abiotische Theorie über die Entstehung von Erdöl eingegangen wäre, die in dem 3SAT-Video unter folgendem Link beschrieben wird, sehr sehenswert:

http:/tinyurl.com/c5mtzku

17

Der Eingangsbeitrag ist nicht fundiert, weil er ausser Acht läßt, daß die am einfachsten und effektivsten zu fördernden Erdöllager der Erde (die sog. am niedrigsten hängenden Früchte) zunächst geplündert wurden. Das was heute übrig ist, hat einen wesentlich schlechteren Netto-Energiegewinn (Energy Return on Energy Investment, 'ERoEI') als noch vor 60 Jahren. Die Energienot ist inzwischen so groß, daß man z.B. Teersände mit einem schlechten ERoEI von 1:3 extrahiert oder extrem aufwendige Hightech-Tiefseebohrungen bei ebenso schlechten ERoEI realisieren muß.

Diejenigen, die an das Narrenparadies ewiger Erdöl- bzw. Kohlevorkommen glauben, werden daher von der Natur sehr bald schon eines besseren belehrt werden, nämlich dann wenn die global angebotene Menge an Erdöl und Kohle dem Bedarf einer seit vielen Jahrzehnten exponentiell wachsenden Menschheit nicht mehr entsprechen kann.

Richard Heinberg vom post carbon institute hat recht wenn er in seinem neuen Buch 'The End of Growth' darlegt, daß die exponentielle Wachstumskultur der letzten Jahrzehnte die Ressourcen der Erde geplündert hat wie kein Zeitalter jemals zuvor. Die heutige Menschheit mit ihrer Gier nach Konsum und Energie, ist eine nicht nachhaltige zivilisatorische Kultur, die kaum noch die nächsten 10 überstehen wird.

Die Hubbert- als auch die Netto-Energie-Klippe wird zwischen 2013 und 2015 eintreten und die Olduvai-Theorie von Dr. Richard Duncun bestätigen. Etwa um das Jahr 2025 wird das Industrie- und Konsumzeitalter sehr wahrscheinlich für immer zu Ende sein. Wer fundierte Informationen hierzu finden möchte, dem empfehle ich wirklich fundierte Literatur wie z.B. 'The Impending World Energy Mess' von Dr. Robert Hirsch zu lesen.

Diejenigen die das Mantra ewigen Erdöls seit Jahrzehnten propagieren, wollen nichts weiter als weitere Investoren einer Industrie ohne Zukunft zuführen. Den von ihnen verführten wird es ergehen wie den einstigen Bewohnern der Osterinsel, die ausstarben weil sie eine kurzsichtige Lebenskultur praktizierten. Sie werden von interessierter Seite daran gehindert, die Wahrheit über die Endlichkeit der ressourcelichen Grundlagen der industriellen Zivilisation zu erkennen. Ich persönlich habe schon vor vielen Jahren damit begonnen, dieses Spiel zu durchschauen und bereite mich deshalb schon lange auf einen Kollaps des Industriezeitaltes noch in meiner Lebenszeit vor.

18

#2 Horst Trummler
zit:
Herr Jäger, Sie liegen falsch!
zit. Ende

Sehr geehrter Herr Trummler,
gut, wenn jemand aufmerksam liest.
Und habe ich mich sofort gefragt,
wo ich falsch liege.
Ich habe Willis Eschenbach übersetzt.
Also kann ein Fehler nur in der
Übersetzung liegen. Habe aber keinen
gefunden.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir
sagen könnten wo.
Danke und Gruß
H.J.

19

@Horst Trummler, #2: "Die Trendgewinner sind die Kohle, Kohle hat den grössten absoluten Zuwachs aller Energiequellen. Dieser Zuwachs findet vor allem in Ländern statt in denen die Oekoreligion keine Bedeutung geniesst. Der Erdgaseinsatz wächst weltweit."

Also ich würde eher sagen, der Kohleverbrauch wächst dort am stärksten, wo auch der Energievberbrauch am meisten wächst. Das ist auch nicht verwunderlich und mit angeblicher "Oekoreligion" hat das wenig zu tun. Wenn es darum geht, innerhalb von 5-10 Jahren neue preiswerte Kraftwerke zu bauen, da bietet sich Kohle an. Ich würde da den Entwicklungsländern nicht mal einen Vorwurf machen, denn wenn der Energiebedarf stark wächst, was sollen Sie anderes machen, als kurzfristig auf die Technologie zurückzugreifen, die schon vorhanden ist. In den westlichen Industriestaaten hingegen wächst der Strombedarf, wenn überhaupt, recht moderat. Da ist man eher in der Lage, den gewachsenen Bedarf mit Erdgaskraftwerken und EE wie Wind, Sonne und falls geographisch möglich mit Wasser zu decken.

20

"Die Reichweite des Gesamtpotentials der Öl- und Gasvorräte (aus heutiger Sicht) ergibt sich aus der Division der Vorräte durch den derzeitigen Weltölverbrauch von 5,6 Mrd. t SKE und den Weltgasverbrauch von 3,1 Mrd. t SKE (2006). Daraus resultiert eine Reichweite von 140 Jahren für Erdöl und von 260 Jahren für Erdgas."

http://tinyurl.com/2vwsvfa

21

Herr Jäger, Sie liegen falsch!

Gem. BP liegt die Reichweite der Erdölreserven in der Tat bei 47 Jahre. Aufgrund neuerer Technologien etc. wird dies auch in Zukunft so bleiben. Es gibt allerdings 2 Entwicklungen.

Ich lebte ein paar Jahre im Nahen Osten. Meine Nachbarn waren Geologen und andere Oelfachleute. Sie sprachen sehr stolz über die von Ihnen entdeckten Gasfelder. Mit neuen Erdölvorkommen taten Sie sich schwer. In erster Linie holt man aus den bestehenden Feldern das verbleibende Oel mit immer aufwendigeren Methoden heraus, oder erschloss mit neuen Bohrungen weniger entölte Teile eines Oelfeldes. Die Erdölförderung wird relativ gesehen teurer.

Der Trend in der Erdölförderung geht zu immer aufwendigeren Methoden. Erdöl verteuert sich im Verhältnis zu anderen Energieträgern.

Es gibt den Trend der Substitution. Nirgends werden mehr Erdölkraftwerke gebaut. Bestehende Kraftwerke werden bevorzugt für Lastspitzen eingesetzt. Immer mehr Betriebe haben weltweit einen Anschluss an das Erdgasnetz. Immer mehr Wohnungen werden mit Erdgas (z.B. Deutschland), oder mit Strom (z.B. Frankreich, S. Korea, USA) beheizt. Der Anteil des Erdöls an der Energieerzeugung sinkt.

Die Trendgewinner sind die Kohle, Kohle hat den grössten absoluten Zuwachs aller Energiequellen. Dieser Zuwachs findet vor allem in Ländern statt in denen die Oekoreligion keine Bedeutung geniesst. Der Erdgaseinsatz wächst weltweit.

Die sehr zukunftsträchtige Kernenergie stagniert. Dies liegt meines Erachtens daran dass man diese Branche mit willkürlichen Auflagen belastet und daran dass die Weiterentwicklung in den Altindustrieländern vor 30 Jahren eingestellt wurde.

Vandale

22
Tobias Schautzer

"...gibt noch lange genug Öl auf der Welt, lang genug für die Märkte, neue Energiequellen zu finden. "

Die haben wir schon! Uran im Meerwasser! Die Effizienz der Ausbeutung im Reaktor sowie die der Förderung werden sich stark erhöhen!