Klimakonferenz in Durban: Der Traum verblasst

Es sieht nicht vielversprechend aus für die jährliche kleine Besprechung, die derzeit in Durban, Südafrika, stattfindet. Es gibt wenig Hoffnung, das auslaufende Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 zur Verringerung der Emission von Treibhausgasen zu verlängern. Kyoto hat sich in einen riesigen internationalen Betrug verwandelt, für den schon jetzt Hunderte von Milliarden verschwendet worden sind – ohne greifbares Ergebnis; tatsächlich hat sich die Zunahme des Anteils der Treibhausgase in der Atmosphäre beschleunigt.


Was die fast 200 Delegationen zusammenbringt, ist ein Traum – die aussichtslose Hoffnung, dass entwickelte Nationen, die das Protokoll ratifiziert haben, mit einem Hilfsprogramm in Höhe von 100 Milliarden Dollar pro Jahr anreisen. Damit soll es den Entwicklungsländern ermöglicht werden, sich an die vermeintlichen Klimakatastrophen anzupassen, die das IPCC seit mehr als 20 Jahren vorhersagt. Von den USA, die Kyoto nie ratifiziert haben, wird erwartet, dass es den Löwenanteil zu dieser Subvention beiträgt. Keine Chance; man betrachte die Umfragen und lausche den Aussagen führender republikanischer Präsidentschaftskandidaten, die die Katastrophenvorhersagen als „Ente“ oder „Unsinn“ verurteilen.

Aber die 10 000 Delegierten oder so in Durban – offizielle Delegierte, Regierungs- und UN-Funktionäre, Journalisten, NGO’s und andere Mitläufer – werden eine wunderbare Zeit haben: Zwei Wochen lang schlemmen, Parties feiern, in Luxushotels leben und alte Freunde auf diesem 17. Treffen grüßen – alles auf Kosten von irgendjemand anderem. Staatsmänner werden am letzten Tag anreisen, um wichtig klingende Kommuniqués zu unterzeichnen und rasch wieder verschwinden, noch bevor sie zu erklären haben, wie sie „das Klima retten“ wollen und die Menschheit gleich mit.

Entwickelte Nationen sind auf der Schuldschiene, überzeugt davon, dass ihre industrielle Entwicklung am meisten zum raschen Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre beigetragen hat. Aber ist das schlimm? Haben die Klimaextreme wirklich zugenommen? Können wir einen messbaren anthropogenen Effekt auf das Klima aufspüren und beweisen? Oder, was viel wahrscheinlicher ist, hat ein höheres CO2-Niveau Ernteerträge verbessert und eine Massenhungersnot einer wachsenden Weltbevölkerung verhindert? Was sagt die Wissenschaft dazu?

An dieser Stelle sollte das IPCC ins Spiel kommen. Aber dessen Glaubwürdigkeit ist mittlerweile irreparabel geschädigt – vor allem während der letzten zwei Jahre. Ich persönlich tendiere dazu, die jüngsten Enthüllungen durch „Klimagate“ als Beweis für die Inkompetenz und den Vertrauensverlust des IPCC zu sehen. Diese e-mails sagen mir nichts Neues. Man sieht die „üblichen Verdächtigen“, wie sie „den Fall“ durch tricksen und drehen unterstützen – selbst wenn einige von ihnen inzwischen anfangen zu zweifeln. Und doch verstecken sie weiter Informationen, manipulieren Daten und unterwandern den Begutachtungsprozess, den Grundstein wissenschaftlicher Integrität. Der Schaden, den sie der Wissenschaft generell damit zufügen, kann kaum überschätzt werden.

Aber unabhängig vom unethischen Verhalten der IPCC-Oberen, was ist mit der Wissenschaft selbst? Möglicherweise ist sich nach alldem die Wissenschaft gar nicht so sicher – obwohl im IPCC-Bericht aus dem Jahr 2007 behauptet wird, dass man sich zu 90 bis 99% sicher sei, dass das meiste der behaupteten Erwärmung zwischen 1978 und 2000 anthropogenen Ursprungs ist, verursacht durch die Erzeugung von Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Energieträger.

Als Atomsphärenwissenschaftler bin ich verwirrt durch die Ergebnisse des BEST-Projektes, von dem es heißt, dass es die Ergebnisse der Temperaturanalysen seitens des IPCC „bestätigt“. Tatsächlich scheinen sie alle eine rapide Erwärmung von Landflächen zwischen 1978 und 2000 zu zeigen. Daraus wird dann die Behauptung abgeleitet, dass die „globale Erwärmung real sei“.

Aber ich wundere mich über die Logik dieser Aussage. Schließlich sind BEST und IPCC nicht wirklich unabhängig voneinander; sie alle verlassen sich auf Ablesungen von Thermometern an Wetterstationen auf dem Festland. Obwohl bei BEST fünf mal so viele Stationen verwendet worden sind, überdeckten  diese die gleichen Landgebiete – weniger als 30% der Erdoberfläche – mit Stationen, die sehr unregelmäßig verteilt sind, hauptsächlich in den USA und Westeuropa.

Die Warmisten haben offensichtlich nicht genau einigen irgendwie skeptischen Bemerkungen von Prof. Richard Muller zugehört, dem Urheber und Leiter der gut dokumentierten und transparenten BEST-Studie. Er stellt fest, dass 70% aller US-Stationen schlecht positioniert sind und nicht den von der Regierung gesetzten Standards entsprechen; in der übrigen Welt ist es wahrscheinlich schlimmer.

Aber anders als auf dem Festland zeigte sich in der Atmosphäre kein Erwärmungstrend, weder über Land noch über den Ozeanen – jedenfalls Satellitenbeobachtungen und unabhängigen Daten von Wetterballonen zufolge. Dies ist für mich ein klarer Hinweis darauf, dass irgendetwas mit den Daten der Landoberfläche in hohem Maße nicht stimmt. Alle Klimamodelle, gerechnet auf Supercomputern, bestehen darauf, dass sich die Atmosphäre schneller erwärmen muss als die Oberfläche – und auch in der Theorie ist das so.

Wie kann man sich aber dann das Fehlen jeglicher Erwärmung in der Atmosphäre erklären? Ich habe echte Zweifel an der berichteten Erwärmung der Ozeane während des gleichen Zeitraumes. Und es bestehen wenig Zweifel, dass Proxy-Daten (also nicht solche von Thermometern) nach 1978 fast keinen Erwärmungstrend zeigen. Ich stelle fest, dass die mit Multi-Proxy-Daten erstellte Analyse, die 1998 von Mann et al. in Nature veröffentlicht worden ist, 1978 plötzlich endet. Ich möchte fast darauf wetten, dass diese Analyse keine Erwärmung nach 1978 zeigt – was der Grund dafür sein könnte, diese Daten zurückzuhalten.

Keiner der Warmisten kann erklären, warum sich das Klima im 21. Jahrhundert nicht erwärmt hat, während der CO2-gehalt rapide gestiegen ist. Muller ist vorsichtig und stellt keine Behauptungen auf, dass die von ihm gefundene Erwärmung aufgrund menschlicher Einflüsse erfolgt war. Er sagt uns, dass ein Drittel aller von BEST genutzten 39 000 Stationen einen Abkühlungs- und keinen Erwärmungstrend zeigen – und er räumt ein, dass „die Unsicherheit (hinsichtlich dieser Stationen) groß ist im Vergleich zu den Analysen der globalen Erwärmung“. Nichtsdestotrotz besteht Muller darauf, dass er einen guten Mittelwert erhält, wenn die Anzahl der schlechten Daten nur groß genug ist. Da bin ich nicht so sicher.

Es könnte eine gute Idee sein, dass BEST einige umsichtige interne Checks durchführt, um mögliche Fehlerquellen zu eliminieren. Natürlich müssen die wichtigsten Checks mit den Aufzeichnungen durchgeführt werden – Atmosphäre, Ozeane und Proxies – die unabhängig von Thermometern an Wetterstationen sind. Selbst dann könnte es schwierig werden, die genauen Gründe für einer Klimaänderung zu erkennen.

Daraus schließe ich also, dass die Beweislage insgesamt nur eine geringe Erwärmung zwischen 1978 und 2000 ergibt, wenn überhaupt; sie widerspricht den wesentlichen Schlussfolgerungen des IPCC – d. h. dass die jüngste Erwärmung „sehr wahrscheinlich“ (Gewissheit 90 bis 99%) durch anthropogene Treibhausgase wie CO2 herrührt. Es gibt überhaupt keinen Beweis für eine signifikante zukünftige Erwärmung. BEST ist eine wertvolle Mühe, aber es löst nicht die Klimadebatte.

Also werden wir mit einem Puzzle allein gelassen: warum unterscheiden sich die Daten auf dem Festland von allen anderen Klimaergebnissen? Gibt es wirklich eine substantielle globale Erwärmung, die die vom IPCC propagierte AGW stützt? Dies sind fundamentale Fragen, auf die man sich in Durban konzentrieren sollte – und nicht auf eine Verlängerung des sterbenden Kyoto-Protokolls.

S.F. Singer

Link: http://www.americanthinker.com/2011/11/durban_climate_conference_the_dream_fades.html

Übersetzt von Chris Frey für EIKE

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5 Kommentare

  1. Klimaerwärmung wo? Betrachten wir den schönen Monat November 2011. Ein Beispiel des Klimawandels. Weit gefehlt: Der November war in Deutschland übrigens gar nicht so warm. Er lag mit seinen 4,5Grad genau im Schnitt der letzten 20 Jahre.
    Gegenüber 61 bis 90 war er aber 0,5 Grad zu warm, was immer zu warm auch heißen mag. Ich erkläre dieses „wärmer“ mit dem Wärmeinseleffekt. Der November ist ein typischer Wärmeinselmonat, gut zu sehen in meinem Heimatort im Kochertal. Wir hatten vor 50 Jahren die kalten, oft ganztägigen Novembernebel. Aufgrund der Trockenlegung und Bebauung der Talauen sind die Nebel gänzlich verschwunden, der Kocher selbst ist um fast 10 grad wärmer als vor 50 Jahren. Damit heizt auch der Fluss das Tal auf. In den Talauen entsteht kein Nebel mehr und die Sonnenscheindauer nimmt zu. Früher konnte man ab 16 Uhr beobachten, wie die Nebel „aus den Wiesen, aus den Auen“ sich langsam bildeten.
    Dieser sich überall in Siedlungsgebieten ausbreitende Wärmeinseleffekt -täglich werden 108 ha in Deutschland überbaut- hat mit einer allgemeinen Klimaerwärmung natürlich nichts zu tun, sondern der ganze Rheingraben ist zu einem zusammenhängenden Wärmeinselgebiet geworden. Und der Wärmeinseleffekt steigt von Jahr zu Jahr weiter, die Wetterstationen messen diesen heimlichen Temperatur-Anstieg aus der Umgebung einfach mit.Man könnte auch umgedreht argumentieren. Gäbe es den WI in Deutschland nicht, dann wäre der Temperaturrückgang in den letzten 12 Jahren um 0,15 bis 0,2 grad mehr.

  2. Zum Thema Klimakonferenz in Durban hatte die ARD durch Herrn Werner Eckert 2 Blogs geschaltet, auf denen Kommentare abgegeben werden konnten. Ich gebe Ihnen hiermit zur Kenntnis, dass nur ein einziger Beitrag von mir abgedruckt worden ist. 2 weitere Einträge, die zugegebener maßen kritischer formuliert worden waren, wurden nach anfänglicher Annahme nach ca. einer Stunde gelöscht. Hier liegt also eine eindeutige Zensur der öffentlich-rechtlichen Medien vor, die die vom gewünschten Mainstream abweichenden Meinungen bewusst unterdrückt!

  3. Die Angstmacher-Entlarvung

    von solarkritik.de

    hier ein aufwändiges Recherche-video über die jüngst schrecklichste Propaganda-Arbeit ds ZDF und seinem Chef-Angstmacher von Dienst Claus Kleber. Er ist eben doch nur ein gelernte Jurist, wie Norbert Röttgen.

  4. An den Übersetzer.
    Bitte berichtigen: Im fünften Abschnitt geht es um den IPCC Bericht von 2007 und nicht um denjenigen von 1997 (siehe auch Fred Singers Originaltext).

    Mit besten Grüßen,
    Daniel Suter

  5. Hallo EIKE,

    Im Rahmen der „Klima“-konferenz wurde eine deutsche Web-Seite http://www.klimafakten.de geschaltet.
    Ein Machwerk, das als Offensive gegen die Argumente der sogenannten Klimaskeptiker durch „wissenschaftlichen Fakten“ vorgehen soll.

    Einfach mal anschauen.

    Mfg
    W. Kinder

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