Märchenstunde bei der Süddeutschen Zeitung

Die Durbaner Klimakonferenz naht, und just zum Zeitpunkt der von EIKE veranstalteten IV. In­ternationalen Klima- und Energiekonferenz in München hält die Süddeutsche Zeitung eine Mär­chenstunde. Diesmal darf der SZ-Redakteur Michael Bauchmüller auf der Meinungsseite so richtig auf Weltuntergang machen.

Wie zu erwarten, bringt die Süddeutsche Zeitung zur Einstimmung der Leserschaft auf die Klimakonferenz der Weltretter in Durban den passenden Meinungsartikel. Diesmal war Michael Bauchmüller am PC. Und das schien ihm ein echtes Anliegen gewesen zu sein.

Keine der gängigen Legenden der Untergangs­propheten läßt er aus: notleidende Rückversicherer wegen Rekordschäden durch Naturkatastrophen, thailändische Ideen zur Verlegung der von Überflutungen bedrohten Hauptstadt Bangkok, brennende Wälder in Russland, Dürren in Ostafrika. Steigende Meeresspiegel und anschwel­lende Flüchtlingsströme. "Das Unheil flackert nur hier und da auf, aber die Signale verdichten sich", hebt der Redakteur warnend den Zeigefinger.

Und dann sehen wir etwas Neues: das Aufspannen eines Deutungsbogens von seltener jour­nalistischer Kühnheit: Die gegenwärtige Staatsschuldenkrise ist für Herrn Bauchmüller das "Lehrstück für eine noch folgenreichere Krise – die der Erderwärmung." Wie in der europäi­schen Schuldenkrise würde ein "Kollektiv der Gegenwart" einen Kredit mit offener Laufzeit auf­nehmen.
Er macht eine Gleichung "Staatsschuldenkrise gleich Klimakrise" auf.

Natürlich weiß der Redakteur, wie man das Problem lösen könnte: nicht durch weiteres Wirt­schaftswachstum, was ja in der Schuldenkrise hilft. Nein, so etwas hilft gegen die "Klimakrise" nicht. Stattdessen soll mit europäischen Klimazielen die Energie verknappt und damit der Ver­brauch verteuert werden.

Dass die aufgezählten Weltuntergangsprognosen aus dem Standardfolterkasten des IPCC inzwi­schen längst widerlegt sind, muss man an den Redakteurs-PCs ja nicht unbedingt wissen – weil Wissen zwar Macht ist, Nichtwissen aber nichts macht – wie der alte Kalauer lautet!
Es lohnt nun nicht mehr, die vielen Widerlegungen der alten Legenden aufzuzählen.

Eine andere Denkfigur weckt Erstaunen: Der unbeweisbare Glaubenssatz einer anthropogenen Klimaerwärmung wird kühn in "Klimakrise" umbenannt. Die Analogie liegt auf der Hand: zuerst europäische Staatsschuldenkrise, dann "Klimakrise". Die Lösungsempfehlung: Dämpfung des Wachstums der Weltbevölkerung und der Wirtschaft. Schluss mit dem "american way of life", Umsteuern der Welt, europäisch-chinesische Allianz.
Wie bitte? "europäisch-chinesische Allianz"?

Toll, kann man hier nur sagen und sich vor Augen halten: China hat großes Interesse an der europäischen Klimaschutzpolitik – als Treibsatz für den Export chinesischer Solarmodule und bald auch von Windturbinen in alle Welt, China hat große Pläne für das weitere Wachstum seiner Wirtschaft im eigenen Lande, massiver Ausbau der Kohle- und Kernkraftwerke. China vergrößert seinen Einflussbereich militärstrategisch in Südostasien. China kauft riesige Mengen von Staatsschuldpapieren westlicher Industriestaaten. China hat eine Blaupause für die Abdämpfung von Bevölkerungswachstum. China hat ein Gesellschafts­modell – nur eines hat China nicht: freie, politisch-mündige Bürger.

Ist das die neue grüne Welt, in die wir geführt werden sollen? Herrn Bauchmüller möchte man zurufen, dass er die deutsche Energiewende nicht als "Gesellenstück des Umbaus mit Strahl­kraft weit über Europa hinaus" begreifen möge, sondern als Bubenstück einer Politik, das von lautstarken grünen Märchenerzählern und verantwortungsblinder Meinungsmacherei herbeigeredet wor­den ist.

Aber das Märchen von der "Neuen schönen grünen Welt" währt nicht ewig, schon gar nicht in der Politik.

Helmut Jäger, EIKE

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5 Kommentare

  1. @H.Pöltelt #2
    Deutschland ist doch im Moment schlimmer dran als China.
    1.China kommt aus der Armut und will Wohlstand!
    2.Deutschland hat zuviel Wohlstand erreicht und will zurück zur Armut!
    3.China hat eine offene Diktatur.
    4.Deutschland hat eine versteckte Ökozozialistische Diktatur.
    5.Die Medien in China sind Staatstreu.
    6.Die Medien in Deutschland geben vor unabhängig zu sein. Sind aber im Grund schon längst vom ökosozialistischen Filz durchzogen. (Hörig!)

    In China weis jeder wie das Spiel geht (wie er dran ist) und in Deutschland wird jeder nur noch belogen und verarscht!

  2. Gestern So. 19.54 Uhr in Westpol WDR.Der Wald leidet unter Trockenheit,Borkenkäfer und zuviel CO2.Langsam bekomme ich Angst vor zu wenig Sauerstoff für unsere Freunde.

  3. Vielen Dank für den kritischen Artikel. Nicht nur beim „Umweltschutz“ werden Themen mit Nichtwissen oder durch Unterdrückung von Fakten in der Süddeutschen und anderen Medien versehen.

    Es hat sich auch schon der Begriff der „postnormalen“ Wissenschaft gebildet: Gültig ist nur, was in das politische Weltbild passt.

    Und was PC ist, bestimmen seit 15 Jahren die linkspolitischen Kräfte. Diese sind erstaunlich gut vernetzt: bei den Medien, Instituten und dort, wo Politik heute gemacht wird: in Brüssel.

    So war es mir z.B. nicht möglich, bei Wikipedia eine kritische Betrachtung zum Anstieg des Meeresspiegels unterzubringen. Sämtliche Einwände zu einem Anstieg weit unterhalb der prognostizierten 1,40 m, wurden als persönlicher Standpunkt diskreditiert und die veröffentlichten Experten als Dummschwätzer diskreditiert.

    Einen interessanter Blog-Artikel möchte ich noch zu diesem Thema empfehlen: http://www.freiheitlich.me/?p=6073

  4. Herr Jäger hat recht: Wie vor jeder Klimakonferenz so auch vor der Durbaner übertreffen sich die Klimakatastrophen- Apologeten in ihren Weltuntergangsszenarien. Insofern nichts Neues. Auch, dass es in China den freien, politisch- mündigen Bürger im europäischen Demokratieverständnis nicht gibt ist richtig. Nachdem ich China in diesem Frühjahr bereist hatte, bin ich allerdings zu der Auffassung gekommen, dass das China weder braucht, noch will. Die jahrtausendalte Tradition der Harmonie zwischen Herrschern und Beherrschten dauert fort und ist eher eine Stärke für China, denn ein Mangel. Ein 1,3 Mrd.-Volk mit den parlamentarischen Instrumentarie der europäischen Demokratien führen zu können, ist eine blauäugige Gutmenschenträumerei. Die von uns gefeierten „Ai Weis“ werden in der chinesischen Öffentlichkeit als Störenfriede wahrgenommen. Das hat mich schon erstaunt- passt es doch so gar nicht in die Denkschablonen, die unsere Medien größtenteils vermitteln.

  5. Da haben Sie einen Nerv getroffen.
    Ich lese auch die Süddeutsche und bin immer wieder erschüttert, wie in dieser Zeitung alle Klima-Stereotypen endlos aneinandergereiht als die reine Wahrheit reingesetzt werden.
    Die aktuelle Samstagsausgabe war wieder voll davon. Der massiv steigende Meeresspiegel und natürlich die aber-Millionen Klimaflüchtlinge wandern durch das Blatt.

    Dass, man staune, bei Hansi Hinterseer im Fernsehen berichtet wurde, dass das Nährbecken der grossen Pasterze vor 500 Jahren!! eine Weidewiese war (daher der Name) und in der Schweiz unter dem zurückgehenden Aletschgletscher Baumstämme und Steinzeituntensilien zum Vorschein kommen (ebenfalls ein Fernsehbeitrag), belegt, dass es eben doch „innerhalb Menschengedenken“ wesentlich wärmer war als heute. Und dabei die Welt nicht untergegangen ist, sondern sich zur Hochkultur entwickeln konnte.
    Dass „man“ das nicht weiss, liegt einmal daran, dass im allerchristlichsten Mittelalter der „normale“ Mensch so absolut unwichtig war, dass über ihn und seine Umwelt nichts!! hinterlegt wurde und auch, dass die „Klimaexperten“ dieses Wissen bewusst unterschlagen.
    Dabei ist klar, dass 1 Experiment mit gegensätzlichem Ausgang eine Hypothese als falsch belegt. Das ist für mich erfolgt, wenn im Mittelalter und früher unter heutigen Gletschern Bauern und Jäger lebten. Auch Ötzi hat damals sicher nicht auf einem Gletscher versucht zu jagen.
    Anbei der Link zu den Beiträgen:
    http://www.klimaskeptiker.info/index.php?seite=einzelmeldung.php?nachrichtid=2034

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