Zurück zu den Wurzeln: DWD – Deutscher Wetterdienst – Seine Aufgabe heißt Wettervorhersage

Die moderne Meteorologie ist jüngeren Datums. Sie begann erst, nachdem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die mess- wie übertragungstechnischen Voraussetzungen zur raschen Übermittlung von Wetterdaten gegeben waren. Zu dieser Zeit wurden die nationalen Wetterdienste gegründet, etablierte sich der Zweig der Synoptischen, der Zusammenschauenden Meteorologie. Man konstruierte Wetterkarten und lernte Luft-druckfelder zu identifizieren wie deren Bewegungen zu studieren. Nachdem 1837 von Samuel Morse (1791-1872) der Telegraph wie das Morse-Alphabet erfunden waren, wurde 1848 der erste telegraphische Wetterbericht in der Londoner Zeitung ‚Daily News‘ veröffentlicht.

0 Flares 0 Flares ×

Aktuelle Meldung der Redaktion:

Unmittelbar nach dem verregneten Juli und bisherigen August veröffentlichte der DWD am 9.8.11 seinen Klimaatlas für Deutschland, und macht sich anheischig damit das Klima in Deutschland bis zum Jahr 2100 zu prognostizieren. Fast alle Medien berichteten darüber. Die Aufgabe des DWD ist das jedoch nicht, seine Kompetenz ebenso wenig. So berichtete denn auch "der Stern" über diese "Großtat" unter der ironischen Überschrift "Es wird wärmer – in den nächsten 100 Jahren".

Weiter im Text:

Der englische Marineoffizier Robert FitzRoy (1805-1865) gründete 1854 den britischen Wetterdienst als Teil des ‚Board of Trade‘. Als Meteorologe war er überzeugt, dass er das zukünftige Wetter vorhersagen könne. Er veranlasste auch, dass die Wettervorhersagen in der nationalen Presse veröffentlicht würden. Am 1. August 1861 erschien die erste ‚amtliche‘ Wettervorhersage in der ‚Times‘. Dies war vor genau 150 Jahren.
Noch vor Großbritannien wurde 1851 in Wien, im damaligen Kaiserreich Österreich-Ungarn die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gegründet. Frankreich begann 1855 mit der Herausgabe täglicher Wetterkarten, bevor es 1865 den staatlichen Wetterdienst begründete. Die Anfänge des Deutschen Wetterdienstes, der erst seit 1952 diesen Namen trägt, sind auf das Jahr 1871 zurückzuführen mit Gründung der deutschen Seewetterwarte in Hamburg. Mit dem Aufkommen des Luftverkehrs entstand 1921 in Nürnberg die erste Flugwetterwarte Europas. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und untersteht als Bundesoberbehörde dem Verkehrsministerium. Bereits 1873 kam es anlässlich eines Internationalen Kongresses der Meteorologen zur Gründung der Internationalen Meteorologischen Organisation (IMO). Ihre Aufgabe übernimmt 1951 die ‚World Meteorological Organization‘ (WMO) mit Sitz in Genf. Die WMO ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen (UN), die 1945 in San Francisco ins Leben gerufen wurden.
Langsam etablierte sich die Meteorologie als Wissenschaft und eigenständiger Zweig der Physik. Dazu trug auch die Erkenntnis von Hermann von Helmholtz (1821-1894) bei, dass die hydrodynamischen Flüssigkeitsgleichungen auch auf die gasförmigen Luftströmungen anwendbar und damit zur Strömungsvorhersage nutzbar sind. Im Jahre 1904 äußerte Vilhelm Bjerknes (1862-1951) die Überzeugung, dass für eine numerische Wetterprognose eine genaue Kenntnis des atmosphärischen Anfangszustandes wie der physikalischen Prozesse erforderlich ist. Dieses versuchte 1920 Lewis Richardson (1881-1953). Für die erste numerische Wettervorhersagenberechnung von Hand benötigte er fünf Jahre. Wenn auch das Ergebnis sehr weit vom tatsächlichen Wettergeschehen abwich, so ist diese Pionierarbeit zu würdigen. Mit Hilfe der zuerst von Konrad Zuse (1910-1995) im Jahre 1936 entwickelten elektronischen Schnellrechner gelang es 1950 John von Neumann (1903-1957), eine numerische Wettervorhersage in immerhin 24 Stunden zu erstellen. Über die Qualität ist nichts bekannt.
Doch nicht die Geschwindigkeit ist das entscheidende Kriterium bei der Wettervorhersage sondern die Genauigkeit und die Reichweite. Beiden Zielen sind relativ enge Grenzen gesetzt. Die Genauigkeit hängt ganz entscheidend von der Dichte der meteorologischen wie aerologischen Beobachtungsnetze ab. Die Vorhersagedauer ist mathematischer Natur. Bei der iterativen Lösung von Differentialgleichungen summieren sich auch winzigste Fehler bei der gigantischen Zahl von Rechenoperationen zur großen Fehlern, die eine weitere Vorhersage unmöglich machen. Die mögliche theoretische Reichweite bei den numerischen Wettervorhersagen liegt bei etwa 14 Tagen. Darüber hinaus beginnt praktisch das, was man als Kaffeesatzleserei bezeichnen kann.
In diese Kategorie gehören alle mittel- und langfristigen Klimavorhersagen, zumal sie vorgeben etwas vorhersagen zu können, was laut gängiger internationaler Definition vom Wetter abhängt. Wenn das Klima von dem an einem Ort über 30 Jahre gemessenen und zu einer statistischen Maßzahl verdichteten Wetter abhängt, wie soll man dann seriös Klima vorhersagen können, wenn man nichts, aber auch rein gar nichts über das zukünftige Wetter weiß? Die in den Klimarechenzentren angestellten Szenarien-Rechnungen haben weder etwas mit Wetter- geschweige denn „Klimavorhersagen“ zu tun. Diese als solche auszugeben ist wissenschaftlich Betrug und eine vorsätzliche Täuschung der Öffentlichkeit. Auch wenn das Verhalten des Deutschen Wetterdienstes von der Politik gedeckt und von ihr möglichweise sogar gewünscht wird, weil es völlig absurde Erwärmungsängste in großen Bevölkerungskreisen schürt und gesellschaftspolitischen Veränderungen dient, so ist dies eindeutig zu missbilligen.
Gemäß Wetterdienstgesetz (DWD-Gesetz) vom 10. September 1998 (BGBl. I S. 2871) hat  der DWD nach §b4 (1) 6. „die Vorhersage der meteorologischen Vorgänge“ als originäre Aufgabe. Trendspekulationen über das mögliche Wetter, die Witterung oder das Klima in 90 Jahren gehören eindeutig nicht dazu. Die Dienst- und Fachaufsicht über den Deutschen Wetterdienst obliegt dem Bundesminister für Verkehr. Es wird höchste Zeit, das der Bundesverkehrsminister seine Aufsichtspflicht wahrnimmt und disziplinarisch einschreitet. Zu den Aufgaben des DWD gehört die „Erbringung meteorologischer Dienstleistungen“. Von der Erstellung von teuren „Klimavorhersagen“ ist keine Rede! Diese liegen eindeutig im Zuständigkeitsbereich anderer Ressorts wie z. B. dem Bundesumweltministerium.
Oppenheim, den 3. August 2011
Dr. Wolfgang Thüne  
(gekürzte Fassung m.G.d.Verf.)  

Die Langfassung des Beitrages von Dr. Thüne können Sie als pdf Datei im Anhang herunterladen

Related Files

image_pdfimage_print
0 Flares Twitter 0 Facebook 0 0 Flares ×

8 Kommentare

  1. Natur-WISSENSCHAFT ist per definitionem der Suche nach der Wahrheit verpflichtet.

    Es ist ein historisch einmaliger Vorgang,
    dass „Wissenschaftler“ dieses Selbstverständnis grob missbrauchen und „Wahrheit“ (Daten) systematisch fälschen.

    Schande über solche Menschen, die im Namen von „Wissenschaft“ Datenfälschungen betreiben
    und Schande über solche Menschen, die das verbissen verteidigen.
    Egal, welchen Bildungsstand sie auch immer besitzen mögen,
    sie beschädigen das Bild der Naturwissenschaft in übelster Weise.
    Warum soll der Steuerzahler dafür noch einen einzigen Cent ausgeben.
    Sie müssen alle an den Pranger gestellt werden,
    und der DWD soll kein Geld mehr erhalten, wenn er es dermaßen veruntreut.

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Thüne,

    Vielen Dank für Ihren hoch-interessanten Artikel. Auch ich bin der festen Überzugung, dass der DWD ein willfähriges Instrument der AGW Alarmistenbewegung ist, im Verbund mit dem IPCC und dem PIK und der deutschen Bevölkerung völlig unbegründete Erwärmungsängste einjagen will. Die völlig verrottete Unwissenschaftlichkeit bezüglich der Pophezeiungssucht der „Klimaforscher“ der Zukunft in 100 Jahren und danach kommt dann noch dazu, höchst ärgerlich und auf total unsicherem Boden, da ja selbst der IPCC zugibt, dass man das Klima nicht berechnen kann.

    Herr Paesler hat ja dem wiederum und permanent ausufernden Herrn Innerhofer die gebührende Antwort gegeben, indem er ihn aufklären musste – wieder einmal – was im DWD eigentlich los ist. Ich weiss nicht, was in diesen Menschen gefahren ist, hier permanent so abstrusen Blödsinn loszulassen. Er muss eine ganz generische, scheinbar durch nichts beeinflussbare Wut auf EIKE haben, schlimmer noch als bei Bäcker und Fischer.

  3. „Die Genauigkeit hängt ganz entscheidend von der Dichte der meteorologischen wie aerologischen Beobachtungsnetze ab.“

    Preisfrage: Wo wurde beim Wetterdienst in den letzten 30 Jahren so gespart?
    Genau. Eine Meßstation nach der anderen wurde zugemacht. Angeblich zu teuer.
    Schon viel früher wurden die Wetterhäusel an Schulen liquidiert. Angeblich zu aufwendig.

    Aber stattdessen schafft man sich in regelmäßigen Abständen Supercomputer an, die mit lückenhaften Daten gefüttert, schöne bunte Bildchen bringen, die dann zwar höchstens 50% richtig liegen, aber naja.
    Lustig ist das nicht, wenn z.B. Gärtnereien von Tag zu Tag Regen versprochen wird, der nicht kommt. Entweder verbraucht man dann umsonst Wasser oder die Pflanzen verdursten.

    Dieser Artikel sollte wirklich Anlaß sein, daß mal ein Abgeordneter eine Anfrage an das Verkehrsministerium stellt bezüglich der Dienstaufsicht und Mittelverwendung im DWD. Das wäre mal ein Ansatz.

  4. @ die zwei darüber:

    ….“den großartigen Theoretiker UND Populärwissenschaftler Dr. Thüne zu diskreditieren.“

    1. glaubt man dem, was im Netz über Thüne zu finden ist (WIKI zB.), dann hat der Gute von 1962-1969 Meteorologie studiert und war dann Wettervohersager, also Forecaster und dann eben auch im TV. Ist ja nichts Schlechtes. Seinen Dr. hat er als Dr. phil.. Dann steht da noch was ganz böses dazu, aber das lasse ich jetzt selbst als Zitat weg, damit der liebe Limburg nicht wieder alles löscht…Ein Theoretiker mag Thüne sein, aber nicht im Rahmen der Naturwissenschaft und schon gar nicht in Sachen Klimatologie od. Meteorologie. Nur um das mal klar zu stellen.

    2. ich bin am Stänkern, weil von EIKE zum Teil noch mehr Blödsinn verbreitet wird, wie von einem Al Gore zum Beispiel. Der sitzt halt am gaaaanz anderen Ende der Stange, redet und schreibt aber auch extrem viel Nonsen und hat sogar richtige Fans. Wie ihr hier, Fans die glauben, es gäbe gar keine CO2 bedingten Änderungen in der Strahlungsbilanz, CO2 schwebt am Boden rum, weil schwerer als…, der DWD LÜGT, ah klar und alle, die nicht per se gegen alles rund um IPCC sind, werden diskreditiert und zwar noch schlimmer, als dass meinetwegen bei Klimalounge passiert. Hier dürfen Leute wie Zuber (man kann das alles nachlesen) Wörter gebrauchen, die gegen die dollen Regeln sprechen, wenn ich änliche verwende, wird der Beitrag modifiziert od. ganz gelöscht. Einfach nach Geschmack des Admins, völlig willkürlich, aber sich aufregen, dass diese Selektion woanders passiert. Also, um nix besser, eher noch schlimmer und das bei einer Ansammlung an Artikeln, die sogar populärwissenschaftlich unter jeder Kritik sind.
    Hier wird nicht Bildung gefördert, genau das Gegenteil ist so oft der Fall und da darf man sich nicht beschweren?

  5. Das kognitiv dissonate Gefasel von Herrn Innerhofer ist schwer erträglich. Implizit gebärdet ER qua Statement sich also als Akademiker der „Physik der Atmosphäre, Synoptik, Glaziologie, Strahlung, Grenzschichten, die ganze Theoroie, Messtechnik etc etc.“ h.c.- als Honorarghostdozent in Propädeutik, oder was?!?
    Er redet von nie in Frage gestellter Interdisziplinarität und- Thema verfehlt- von N24-Wetterfröschen im Minirock, um dann den großartigen Theoretiker UND Populärwissenschaftler Dr. Thüne zu diskreditieren.
    Konstatiere: Zuber, so hies er wohl, hat in den letzten Tagen mit all seinen rhetorischen Zoten ins Schwarze getroffen.

  6. diese Kritik ist bedingt berechtigt!

    regionale Klimaatlanten zu veröffentlichen halte ich für sinnlos und irreführend. Zum einen sind ja nicht mal die globalen Modelle so weit, dass man sagen könnte, es wären zuverlässige Simulationen der Zukunft, basierend auf „harten Fakten“ und zum Anderen zeigen die regionalen Modelläufe bei genauerer Betrachtung nichts weiter als eine Fortsetzung des beobachteten Trends der letzten Dekaden. Das ist höchstwahrscheinlich viel zu einfach und könnte, wenn man drauf „baut“ für böse Überraschungen sorgen.
    Auf der anderen Seite ist es aber so, dass eben gerade der DWD wie auch anderes Wetterdienste (ZAMG zB.), all diese Klimafragen übernehmen sollte. Freilich braucht man, wenn man die Vergangenheit und die Zukunft des Klimas besser erforschen bzw. simulieren will, nicht nur Meteorologen, dennoch haben diese jedoch die umfassende akademische Basis, aus Physik der Atmosphäre, Synoptik, Glaziologie, Strahlung, Grenzschichten, die ganze Theoroie, Messtechnik etc etc.
    Übrigens arbeitet ja nur ein Bruchteil der Meteorologen im Bereich Medien wie TV od. Funk und gerade diese verkommen mit der Zeit zu reinen Forecastern, wozu man wirklich kein Studium bräuchte und von der relativ komplexen theoretischen Meteorologie dahinter, haben dann eben Leute wie ihr Haus und Hof Meteo hier irgendwann, nach Dekaden Abstinenz, keine Ahnung mehr. Bevor man also Kritik an vielen sehr guten Wissenschaftern beim DWD übt, sollte man zu mindest mal in der Lage sein zB. eine Strahlungsbilanzgleichung herzuleiten, gell…

Antworten