Haus-Wärmedämmung unter den neuen Energiespargesetzen

Mit neuen und novellierten Gesetzen zur Einsparung von Energie soll auf dem Rücken von Mietern und Hausbesitzern der „Energiewende“ und dem massiven Einstieg in „Erneuerbare“ der Weg bereitet werden. Wie schlimm wird es werden? Sind die vorgesehenen Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll? Wer profitiert, wer zahlt? Diese und viele andere Fragen beantwortet der überregional bekannte Dämm-Experte Dipl.-Ing. Konrad Fischer in einem Interview, das unser Pressesprecher Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke mit ihm geführt hat.


Prof. Lüdecke: Sehr geehrter Herr Fischer, wie aus Ihrer Webseite hervorgeht, sind Sie ein gefragter Fachmann auf dem Sektor der Gebäudesanierung, Wärmedämmung und weiteren, angesichts der jüngsten Pläne der Bundesregierung aktuellen Tätigkeitsfelder (K. Fischer, Tel. 09574-3011). Wir alle, als Mieter oder als Hauseigentümer, werden davon betroffen sein. Können Sie bitte unseren Lesern kurz schildern, was sie hier erwartet und "wie heiß" die Suppe gegessen werden muss?

Konrad Fischer: Seit den frühen 1980er Jahren beobachte ich aus beruflichen Gründen die Bau- und Energie-Gesetzgebungs- und Novellierungstätigkeit bis hin zu den amtlichen Begründungen. Dabei ist mir – wie wohl jedem aufmerksamen Beobachter – schnell aufgefallen, dass die Energiegesetze nach dem Stil der Salamitaktik immer weiter verschärft werden.

Prof. Lüdecke: Um welche Gesetze geht es dabei im Einzelnen?

Konrad Fischer: Bei den uns interessierenden aktuellen Gesetzgebungsverfahren handelt es sich um

Gesetz zur Stärkung der klimagerechten Entwicklung in den Städten und Gemeinden

Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden

Energiedienstleistungsgesetz

Erneuerbare Energien Wärmegesetz

und die schon seit 2010 für 2012 vorbereitete Novelle der

– Energieeinsparverordnung mit Einbindung der neuen EU-Gebäuderichtlinie, Niedrigstenergiestandard für Neubauten

sowie weiter verschärfte Energieausweisregelungen. All diese Gesetze und Regelungen gießen meiner Meinung nach nur alten Wein in neue Schläuche und verfolgen dieselben Partikularinteressen wie seit jeher. Die sich um den Atomausstieg rankenden Vorstellungen unserer Regierung zur künftigen Energieversorgung unseres Landes – bis 2050 soll die Ökoenergie 100 Prozent übernehmen – beruhen auf einem grenzenlosen Optimismus und sind völlig unrealistisch. Orchestriert wird das von sogenannten Expertenstudien aus interessierten Kreisen, die von der Energiewenderei massiv profitieren. Widerlegende Gegendarstellungen haben dagegen keine Chance, ein typisches Merkmal der gesamten Klimaschutzwissenschaft und -gesetzgebung.

Prof. Lüdecke: Darf ich Ihren bisherigen Ausführungen entnehmen, dass sie diesen Bemühungen der deutschen Bundesregierung kritisch gegenüber stehen?

Konrad Fischer: Absolut korrekt! Der sich als "Klimaschutz" gebende Politikstil der verbrannten Erde wird als entscheidender deutscher Beitrag zur Menschheitsrettung vor einer polaren Eiskernschmelze und sonstigen global wirksamen Wind- und Wetterereignissen verkauft. Zumindest Ihre EIKE-Leser wissen, was davon zu halten ist. Im Ergebnis zeigt sich die Klimaschutzpolitik bisher lediglich als Wirtschaftsförderung zugunsten der Kreditwirtschaft und der nachgeordneten Profitmacher mit den bewährten Folterinstrumenten und Stimulantien: Gesetzlich gestützter Investitionszwang mit sich verschärfendem Enteignungscharakter und Mißbrauch von Steuermitteln nach dem Gießkannenprinzip.

Prof. Lüdecke: Wird die Regierung die angekündigten Gesetze denn überhaupt durchsetzen können?

Konrad Fischer: Der sogenannte Atomausstieg ist scheinbar schon fast geschafft. Insider warten jetzt auf die leicht vorhersehbaren Folgen – massiv spürbare Energiepreisverteuerung, Energieimport im großen Stil, möglicherweise gekoppelt mit Stromausfällen im ganzen Land. Das scheinen die Regierung und ihre Einflüsterer aber nicht zu befürchten, oder es ist ihnen total egal. Nach den bisherigen Erfahrungen wird auch die folgende Verschärfung der "Energiewende "im großen und ganzen" gelingen. Wenn nicht ganz genau nach Plan, dann eben wieder mal scheibchenweise. Die Pläne der Ministerialen und der Wunschkataloge ihrer Einflüsterer sind weitestgehend bekannt.

Prof. Lüdecke: Um was geht es da im Detail?

Konrad Fischer: Der Sanierungszwang für Altbauten ohne Beachtung der Wirtschaftlichkeit, sowie weitere Verschärfung der ohnehin schon gegebenen Ökovorschriften in sogenannten "städtischen Klimaschutzgebieten" sind seit langem als Vorreiter der grenzenlosen Einflussnahmen von Profiteuren in der Pipeline und fertig ausformuliert. Auch der gesetzliche Zwangsanschluß an die Netze der Ökoenergie gehört dazu. Dies alles und noch mehr sollte mit der Novelle des Baugesetzbuches eingeführt werden. Nach einigem Medienspektakel hat man diesen weiteren merkelgestützten Anschlag auf das Eigentum – die DDR Wohnungszwangswirtschaft läßt grüßen! – Ende Juni erst mal etwas entschärft. Es bleiben diverse baurechtliche Begünstigungen der bizarren Alternativenergien aus Sonne und Wind, die in Wahrheit nichts taugen und nur den Strompreis erhöhen. Ob das in der ökologischen Reform des Baugesetzbuchs auf Anhieb durchgeht, wird der Herbst zeigen. Der Bundesrat hat die 100-Prozent-Abschreibung in Zehnjahresfrist für die energetische Sanierung eines Altbaus auf einen Energieverbrauch von nur noch 85 Prozent des Neubauniveaus erst einmal gestoppt. Die Länder befürchten dadurch krasse Verluste beim ihnen zustehenden Steueraufkommen. Doch der Vermittlungsauschuß wird sich bestimmt sehr bemühen, eine Entschädigungsregelung zu finden. Vielleicht durch eine weitere Mehrwertsteuererhöhung? Die sich um ihre gesetzlich garantierten Gewinne sorgenden Klimaschutzbegünstigten und sonstige Auftragslamentierer haben schon ihr bekanntes Greinen begonnen, das die Qualitätsmedien nun nach besten Kräften verstärken werden. Motto: Bundesrat verhindert sofortige Weltrettung durch deutsche Regierungskunst.

Prof. Lüdecke: Wie beurteilen Sie den Sachgehalt des vorgesehenen Sanierungszwangs? Sind damit wesentliche Einsparungen an den Energieträgern Gas, Kohle und evtl. Elektrizität erzielbar?

Konrad Fischer: Jetzt wird es lustig. Das extreme Einsparen der in Gebäuden verbrauchten Energie ist ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Ohne diesen Minderverbrauch geht nämlich die angekündigte Komplettumstellung auf "Öko" überhaupt nicht auf. Der Witz dabei ist, dass all die bisherigen Energiesparanstrengungen aber so gut wie nichts gebracht haben, da die gesetzlich erzwungenen und steuersubventionierten Maßnahmen überhaupt nicht geeignet sind, sinnvoll und wirtschaftlich Energie einzusparen. Probieren Sie mal, an unverfälschte Abrechnungsdaten heranzukommen, die belegen, dass Häuser allein durch nachträgliche Wärmedämmung Energie gespart haben. Es gibt sie nicht, wie erst unlängst der Verbraucherschutzverband Hausgeld-Vergleich/Hausverwalter-Check durch schriftliche Befragung der zuständigen Behörden und Institutionen herausgefunden hat. An vergleichende Verbrauchsdaten von gedämmten und ungedämmten Wohnblöcken gleicher Bauarten ist bisher nur mein Kollege und Gerichtssachverständige Prof. Jens Fehrenberg herangekommen. Ein stellvertretendes Ergebnis: Ein gedämmter Wohnblock in Hannover verbraucht nicht weniger, sondern am Ende mehr als die bauartgleichen ungedämmten Nachbarn. Das wissen sowohl die Regierung als auch die Dämmprofiteure. Deswegen gehen sie immer nur von berechneten "Bedarfszahlen" und nicht erwiesenen "Verbrauchszahlen" aus. Auch für die vorhin genannten "85-Prozent Energieverbrauch" gilt das in gleicher Weise. Ein "Sachverständiger" muß die Fiktion bestätigen – für ein Entgelt. So funktioniert der ganze Ökoladen: Prächtig auf dem Papier – in Wahrheit ein grausamer Flop.

Prof. Lüdecke: Wieso soll denn die Wärmedämmung nicht funktionieren?

Konrad Fischer: Die gedämmte Wand verhält sich eben nicht so, wie im getürkten Rechenmodell.

Prof. Lüdecke: Können Sie das etwas näher erläutern?

Konrad Fischer: Zum einen werden Dämmfassaden schnell naß. Da Dämmstoff keine Wärme speichern kann, kühlen sie nach Sonnenuntergang extrem ab und unterschreiten stundenlang den Taupunkt. Dabei kondensiert die Luftfeuchte auf und vor allem auch im Dämmstoff, er säuft ab. Die Thermografie-Aufnahme mit der Wärmebildkamera erfolgt – ein raffinierter Trick! – immer tief in der Nacht oder früh am Morgen und beweist dann die extrem abgekühlte Dämmfassade. Dann strahlt der Massivbau immer noch die tagsüber aufgenommene Solarenergie ab – im Bild rotgelb, während die aufnässende Dämmfassade unter dem Taupunkt blauschwarz dahinfrostet. Das lobt der Thermograf dann als "gut gedämmt"! Am Tag aufgenommene Wärmebilder zeigen dagegen "kalte" Massivfassaden und glühende Dämmoberflächen, da deren dünne Putzschwarten durch Solarstrahlung extrem viel heißer als die Massivfassaden werden. Vom dünnen Autoblechdach in der Sommerhitze und seiner nächtlichen Befrostung kennt jeder diesen Effekt. (Anm. der Redaktion: Thermografie in Theorie und Praxis, http://members.aon.at/osterrg2/ebs.pdf)

Aber lassen Sie mich noch weiter ausholen. Es ist doch logisch, dass bei Sonneneinstrahlung die Verschattung bzw. Wärmedämmung der Hauswand weniger mitheizende Solarenergie in die Wand lässt. Nachts erhöht dagegen die nächtliche Extremabkühlung und vor allem die Nässung der Dämmfassade das Temperaturgefälle der Wand – und damit auch den Energieverbrauch. Wie mir vorliegende Vergleichsmessungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft belegen, entsprechen die sich tatsächlich einstellenden Temperaturen an massiven und gedämmten Wänden im jahreszeitlichen Tag-und-Nacht-Rhythmus keinesfalls den stationär angesetzten Rechenmodellen.

Prof. Lüdecke: Noch einmal zum besseren Verständnis für unsere Leser. Darf ich Ihre Ausführungen so verstehen?: Nachts wird durch das Nasswerden des Dämmstoffs und durch starke Abkühlung beim Unterschreiten des Taupunkts die Dämmwirkung der Außendämmung ins Gegenteil verkehrt, denn seine Wärmeleitfähigkeit nähert sich der (guten Wärmeleitfähigkeit) des Wassers an. Der jetzt sehr kalte Dämmstoff verliert also seine Wärmeisolationseigenschaft und wird zum Wärmeleiter. Als Folge davon verliert die  Massivwand des Hauses Wärme – also gerade dies, was man durch die Dämmung verhindern möchte. Und tagsüber, bei Sonneneinstrahlung, verhindert umgekehrt die Dämmung die erwünschte Erwärmung der Wand. Erwünscht deshalb, weil wir nicht in tropischem Klima leben, in dem jede Aufheizung der Wände verhindert werden soll.

Konrad Fischer: So ist es!

Prof. Lüdecke: Nun haben wir bislang ja nur von Dämmung der Hausaußenwand gesprochen. Wie verhält es sich aber mit Dämmung im Inneren, beispielsweise der Ausdämmung eines Dachstuhls, der bisher oft nur eine dünne Alufolie unter den Ziegeln aufwies?

Konrad Fischer: Bei der Dachdämmung müssen wir vor allem den sommerlichen Hitzeschutz betrachten. Es zählen die sogenannte Temperaturamplitudendämpfung und die Phasenverschiebung: Die einseitige Temperaturerhöhung außen – die Ziegeloberflächen kommen bei starker Sonneneinstrahlung locker auf 70 bis 80 Grad °C – soll stark abgemildert (Temperaturamplitudendämpfung) und möglichst erst in den kühlen Nachtstunden im Raum ankommen  (Phasenverschiebung). Diesen Dämpfungs- und Verzögerungseffekt schaffen auf Grund ihrer geringen Dichte nicht die üblichen Dämmstoffe, sondern nur Massivbaustoffe wie Holz und Ziegel. Deren Speicherfähigkeit schützt auch im Winter am

besten vor der Raumauskühlung. Und obendrein schaffen es die Massivbaustoffe, dank ihrer Kapillarität, auch dem unausweichlichen Feuchteangriff durch sommerliches und winterliches Kondensat verlässlich standzuhalten. Fasrige und porige Dämmstoffe dagegen nässen oft auf, da die Dichtheit der sogenannten Dampfsperrfolie in der Leichtbaukonstruktion "Dach" zwangsläufig nur von kurzer Dauerhaftigkeit ist.

Bei den anderen Formen der Innendämmung an Zimmerwänden sind die Feuchteeffekte inzwischen recht gut erforscht: Die Schimmelpilzgefahr ist geradezu extrem. Bei Fachwerkwänden ist dadurch die Trocknung gestört, Vermorschung droht. Und was die Kosten und den Nutzen betrifft: Ein krasses Mißverhältnis. Ich rate deswegen: Finger weg.

Prof. Lüdecke: Zurück zur Außendämmung. Kann man hier nicht sogar von vorsätzlichem Betrug sprechen?

Konrad Fischer: Wahrscheinlich könnte man das so bezeichnen.

Prof. Lüdecke: Wie reagiert denn das Material und die Struktur der Dämmfassaden a la longue auf die von Ihnen geschilderte Extrembewitterung?

Konrad Fischer: Da es sich um klapperige Leichtbautechnik handelt, ganz ihrem Naturell entsprechend. Sie müssen ständig repariert werden oder gehen schnell kaputt. Die Materialbelastung durch die dämmstofftypische Ausdehnung und Schrumpfung bei Temperaturwechsel – etwa das 15- bis 20-fache des Ziegelsteins – führt zum Auf- und Abreißen der Dämmhaut. Ihr feuchtebedingtes Absaufen fördert Verschmutzen und das mikrobiologische Wachstum von Schimmelpilzen und Algen. Jeder kennt inzwischen die versauten Dämmfassaden, oft muß man nur aus dem Fenster schauen. Die Dämmindustrie vergiftet deswegen die Dämmoberflächen mit Fungiziden und Algiziden. Leider werden die Pestizide schnell ausgeregnet und verseuchen dann das Grundwasser und die Kläranlagen. Die Ewald Dörken AG hat deswegen jüngst die im Dämmsystem eingebettete Fassadenheizung erfunden, mittels elektrischer Heizmatten oder warmwasserbeheizter Heizschlangen. Schilda läßt grüßen.

Ganz unbekannt ist hierzulande auch, was an den Holzrahmenhäusern Amerikas passierte: Dort haben die systematisch aufnässenden Wärmedämmverbundsysteme deutscher Bauart an über 90 Prozent der sachverständig untersuchten Fälle zu entsetzlichen Hausschwammkatastrophen und Bewohnerkrankheiten geführt. Sie sind deswegen seit 1996 sukzessive verboten worden, zuletzt 2007 in Oregon. In Deutschland nehmen wir dagegen jeden Pfusch in Kauf, fördern ihn mit Steuermitteln und erzwingen ihn mit Energiespar-Gesetzen. Über neun Euro pro Fassadenquadratmeter und Jahr kostet die Instandhaltung einer Dämmfassade mehr, als eine verputzte Massivfassade, so das Institut für Bauforschung in Hannover. Und die durch Sommer- und Winterkondensat aufgenässten Zwischensparrendämmungen sind Legion.

Prof. Lüdecke: Aber bei den Wärmeschutzfenstern mit extremer Abdichtung gegen Aussenluft sollte das Energiesparen doch wenigstens funktionieren?

Konrad Fischer: Dass man mit dichteren Fenstern den Heizenergieverbrauch etwas vermindern kann, ist zwar richtig – aber keinesfalls mit akzeptabler Amortisation der Investitionskosten und nur auf Kosten der Raumlüftung. Das Ergebnis heißt dann Geldverlust – was angesichts des Hausbesitzerreichtums vielleicht zu verschmerzen wäre, aber leider nicht der Schimmelpilzbefall in der überfeuchten Wohnung. Die propagierte Stoßlüftung bekommt nämlich die anfallende Raumluftfeuchte nicht in den Griff – bei vier Personen an die 10 bis 15 Liter täglich! Dies schafft nur die stetige Lüftung – durch schnell verkeimende Lüftungsanlagen im Dauerbetrieb oder eben mit der ausreichenden Luftwechselrate alter Fenster ohne Lippendichtung. Doch davon will die Fensterindustrie rein gar nichts wissen. Sie verkauft inzwischen Lüftungsschlitzbeschläge, rahmenintegrierte Lüftungsklapperatismen und perforierte Dichtungslippen – alles für teuer Geld und passivhauszertifiziert und die Lichtsäcke des Schildaer Rathaus an technischer Raffinesse weit hinter sich lassend.

Prof. Lüdecke: Wie sieht es dann mit den neuen Heiztechniken durch Wärmeentnahme aus dem Erdboden aus?

Konrad Fischer: Diese sind im Nachrüstfall meistens unwirtschaftlich, technisch anfällig und bleiben in ihrer tatsächlichen Effizienz weit hinter den Rechenannahmen zurück. In der Stadt Staufen hat sich das Extremrisiko der Tiefenbohrungen für den Wärmetauscher durch eine Unzahl fortschreitende Gebäuderisse gezeigt. Die Wärmeentnahme aus dem Boden kühlt diesen außerdem ab und mündet in immer geringeren Wärmeerträgen, denen mit immer aufwendigeren Verlegesystemen begegnet wird. Der gelieferte Energieüberfluß bleibt oft weit hinter den Erwartungen zurück und erfordert dann massive elektrische Zuheizung. Und die kühlen Abgastemperaturen moderner Heizkesseltechnik haben schnellere Korrosion im Kesselraum und aufwendige Kaminsanierung als betriebswirtschaftlichen Pferdefuß. All das erhöht den baulichen und finanziellen Aufwand und spart im Effekt doch keine Energie!

Prof. Lüdecke: Wie kann man denn dann richtig Heizenergie sparen?

Konrad Fischer: So richtig sparen kann man nach meiner Erfahrung nur, wenn man sinnlose Energiespar-Aufwendungen unterläßt, da liegt das größte Sparpotential. Und vielleicht die Wärmeverteilung einer alten Heizung mit eingeputzten Rohrleitungen gegen offen auf dem Putz liegende Rohre eintauscht und die Nachtabsenkung mit ihren exponentiellen Energieverlusten beim abendlichen Auskühlen und morgendlichen Aufheizen abstellt. Niemand putzt ja seine Neonleuchten ein, bis die Wand nur noch müde schimmert, und beim Autofahren weiß jeder, was Stop and Go im Stadtverkehr – das Analogon zur Nachtabsenkung der Heizung – sinnlos Sprit frißt. Bei der Wohnungsbeheizung verbaggern die Deutschen die Wärme jedoch am liebsten in Wand und Boden und lassen gerne die Reifen quietschen. Ganz davon abgesehen, dass sie extrem teure und störungsanfällige Holzheizmethoden in ihre Keller einbauen und sich daran freuen, mit aufquellenden Holzpellets, toxisch belastetem Altholz und schimmelversportem Holzschnitzelchen Giftgaswolken aus ihren Hauskaminen zu pusten oder mit wasserbasierter Wärmetauscherei ganze Städte in Rißruinen und ihre Gartenböden in Permafrostgebiete zu verwandeln.

Prof. Lüdecke: Was ist mit Brennwertheizungen? Sind die sinnvoll? Ich bin da persönlich ein wenig skeptisch, weil diese neuen Systeme wesentlich teurer sowie anfälliger sind und daher auch höhere Wartungskosten verursachen. Gibt es hier seriöse Vergleiche?

Konrad Fischer: Da möchte ich keine langatmigen Technikdiskussionen entfalten, ich zitiere eine Zuschrift eines Beratungskunden: "Entgegen der Zusicherung des Heizungsbauers, mit einem neuen Gasbrennwertkessel 25-30% Energie einsparen zu können, habe ich in der Heizperiode 2007/2008 gegenüber der Vorperiode 9% mehr Gas verbraucht – was unter Berücksichtigung des um 15% höheren Klimafaktors der Vorperiode für meine Postleitzahl lt. DWD einem 6% höheren Wirkungsgrad entspricht." Ich finde, das sagt alles. In zwei Worten: Finger weg!

Prof. Lüdecke: Wie kann sich der Hausbesitzer gegen die offensichtlich sinnlosen Zumutungen der Energiesparvorschriften schützen?

Konrad Fischer: Bisher ist das Wirtschaftlichkeitsgebot des Energieeinspargesetzes entscheidend. Deswegen gibt es in den darauf fußenden Verordnungen – die Heizkostenverordnung und die Energieeinsparverordnung – Befreiungsregelungen. Sie greifen immer, wenn die Investition unwirtschaftlich ist. Jeder Planer ist aus haftungsrechtlichen Gründen verpflichtet, seinen Bauherren darüber aufzuklären, denn er schuldet ja die Wirtschaftlichkeit der Planung als vertragliche Nebenpflicht. Wer das als Planer und Energieberater vernachlässigt, setzt sich dann eben einem schwer einzuschätzenden Haftungsrisiko aus. Entsprechende Prozesse sind am laufen und auch früher schon zuungunsten der untreuen Planer entschieden worden.

Prof. Lüdecke: Und wie ist der Begriff "Unwirtschaftlich" hier zu verstehen, um welche Amortisationszeit handelt es sich denn dabei?

Konrad Fischer: Zunächst die amtliche Vorschrift zur Frage der Unwirtschaftlichkeit einer Energiespar-Investition im Verhältnis zur Ersparnis. Im Paragrafen 11 der Heizkostenverordnung hat der Gesetzgeber selbst den angemessenen Amortisationszeitraum festgesetzt: "Unverhältnismäßig hohe Kosten liegen vor, wenn diese nicht durch die Einsparungen, die in der Regel innerhalb von zehn Jahren erzielt werden können, erwirtschaftet werden können." An diese Frist hat sich bisher auch die einschlägige Rechtsprechung gehalten und deswegen ist sie auch für die Bearbeitung unserer Befreiungsanträge von der Energieeinsparverordnung im Altbau maßgeblich, wobei wir im Neubau und bei der Befreiung vom Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz die zu erwartende Lebensdauer der betroffenen Bauteile heranziehen. Und damit – bisher jedenfalls – immer eine Befreiung erwirken konnten. 

Doch viele Hausbesitzer sind der Klimaschutz-Halluzination schon erlegen und machen jeden Blödsinn eifrig mit, egal wie unwirtschaftlich das auch sein mag.

Für die vernünftigen gilt: Skeptisch bleiben, nachrechnen und sich befreien lassen. So lange das noch geht.

Prof. Lüdecke: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Nachtrag: Konrad Fischer ist mit seiner Expertise nicht alleine. Immer öfter berichten regionale und überregionale Zeitungen über die Fragwürdigkeit, Häuser nachträglich mit den heute von der einschlägigen Industrie und den ausführenden Handwerksbetrieben angebotenen Maßnahmen zu dämmen. EIKE hatte schon einmal darüber berichtet.Am 22. Juli 2011 schrieb Rolf Kornemann in der FAZ (Preisschulder für die Energiewende, Immobilienbrief) einen kritischen Beitrag, ferner die WELT Online am 21.Juli 2011 den Artikel "Schimmel-Dämmplatten können krank machen". Für weiter Interessierte ein Video-Beitrag von Fischer hier.

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49 Kommentare

  1. @Behrens: Nachdem die vorliegende Rechtsprechung der Obergerichte zur Wirtschaftlichkeit ebenfalls 10 Jahre als Grenze urteilt, ist die Annahme, daß die Amortisationsfrist gleichlautend HeizkostenVO für EnEV und EEWärmeG und EnEG ebenso zu befristen sind, bestimmt nicht an den Haaren herbeigezogen.

    Für welche Frist würden Sie einem Architekten oder gar Bauherren rechtverbindlich die Wirtschaftlichkeit seiner Energiesparinvestition garantieren wollen? 100 Jahre? 50, 30, 20? Und Schadensersatz, wenn es für die Katz war?

    Na sehen Sie!

  2. Sehr geehrter Herr Fischer,

    Sie sagen, dass die erforderliche Investition für eine nachträgliche Wärmeisolierung nicht unverhältnismäßig hoch sein muss und sich daher in etwa 10 Jahren armortisieren können soll andernfalls man sich von der Pflicht zur nachträglichen Wärmeisolation befreien lassen kann. Sie beziehen sich dazu auf § 11 der Heizkostenverordnung.

    Dem kann ich so nicht folgen.

    Gegenstand der Heizkostenverordnung ist die Erfassung und Verteilung der Heiz- und Warmwasserkosten auf die Parteien eines Hauses. § 11 lässt daher eine Befreiung nur zu, wenn „das Anbringen der Ausstattung zur Verbrauchserfassung, die Erfassung des Wärmeverbrauchs oder die Verteilung der Kosten des Wärmeverbrauchs nicht
    oder nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten möglich ist; unverhältnismäßig hohe Kosten liegen vor, wenn diese nicht durch die Einsparungen, die in der Regel innerhalb von zehn Jahren erzielt werden können, erwirtschaftet werden können;
    oder …“

    Die Heizkostenverordnung regelt also nicht die Befreiung von an sich vorgescriebenen Maßnahmen zur Wärmeisolierung.

    Eine Befreiung ist jedoch grundsätzlich nach § 25 Abs. 1 der Energieeinsparverodnung möglich, wenn die Anforderungen für die Wärmeisolierung „im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können.“

    Die Verordung enthält keinen Hinweis auf die Länge der „angemessenen Frist“. Die Übernahme der Fristendefinition aus § 11 der Heizkostenverordnung erscheint mir solange gewagt, als nicht ein Gericht sie vorgenommen hat.

    Beste Grüße
    Dieter Behrens

  3. Zu Kommentar #43 (T. Repmann) und der „Schwarmintelligenz“

    Die Vergangenheit zeigt, dass „Schwarmintelligenz“ in der Wissenschaft, auch „herrschende Meinung“ genannt, bei neuen Erkenntnissen immer eine gewisse Zeit (Tage, Wochen, Jahrzehnte) braucht, um diese zu akzeptieren. Das wiederum bedeutet, dass die „Schwarmintelligenz“ im Rückblick, während dieser „Anpassungszeiten“, eben oft nicht richtig, sondern falsch lag.

    Das heisst natürlich nicht, dass alles was die „Schwarmintelligenz“ als falsch ablehnt automatisch richtig ist.

  4. Zur Nachtabsenkung eine Theorie (oder gibt es dazu belastbare Untersuchungen?): Durch die Nachtabsenkung erhöht sich die Mauerfeuchte etwas, dadurch verschlechtert sich die Dämmwirkung des Mauerwerks. In Summe könnte also mehr Wärme (trotz geringerer Nachtemperatur) durch das Mauerwerk nach Aussen „verloren“ gehen, als ohne Nachtabsenkung und bei gleichbleibend „trockenerem“ Mauerwerk.

  5. 1. Ich finde es gut, daß man hierzulande zu fast allem seine eigene Meinung öffentlich kundtun darf.
    2. Ich finde es fachlich nicht richtig, die Frage der Nachtabsenkung auf rein formale Zahlenspielerei zu reduzieren: Die Absenkung provoziert krankmachende Raumklimata und nasse Bausubstanz und spart (meinetwegen) höchstens theoretisch, wenn man nicht alle Randbedingungen (nachteilige Abkühl- udn Auffeuchtungseffekte, höhere Heizluftverluste beim Aufheizen, grundsätzliche kühlere Wandoberflächen etc.) beachtet. Der Vergleich mit Stop-and-Go beim KFZ-Betrieb trifft menetwegen nicht zu 100,00 Prozent zu, offenbart aber dennoch die übertriebene Erwartungshaltung, die dafür unangenehmste Nebenwirkungen auslöst.

    Insofern geht es nicht um Rechthaberei und Formelkram, wie es die Engführung mancher sehr schlauer Diskutanten schafft, sondern um den praktischen Rundum-Effekt der sinnlosen Sparversuche im Wohnumfeld. Und wer unbedingt mathematikgestützt in seiner Bude verschimmeln will: Bitteschön, von mir aus!

  6. @Schubabschaltung

    Ist ein autospezifisches Nebenproblem.

    @“Wer eine halbe Stunde Tempo 100 und eine weitere halbe Stunde Tempo 160 fährt, legt 130 km zurück – verbraucht unterm Strich aber mehr als derjenige, der eine Stunde lang Tempo 130 einhält!“

    Das ist korrekt, liegt jedoch daran, daß die erforderliche Antriebsleistung mit der dritten Potenz der Relativgeschwindigkeit (Luft/Auto) wächst.
    Der Leistungsbedarf einer Raumheizung wächst aber (nur) proportional zur Temperaturdifferenz Innen/Aussen! Hier verbrauchen wir „exakt“ (über kleine Effekte, wie kurzzeitig höhere Strahlungsverluste könnten wir reden, wenn das Grundsätzliche endlich geklärt wäre…) dasselbe, wenn wir im Raum 12 Stunden 21°C und dann 12 h 15°C haben, als wenn es durchgehend 18°C wären.

    Meinung:
    1.) Ich finde es gut, daß der Autor sich „dazu herabläßt“, mit den Laien zu diskutieren. Zählen darf allein das Argument – niemals die Autorität.
    Danke, Herr Fischer.
    2.) Ich finde es bedenklich, daß sich eine für mich leicht erkennbare (Energieerhaltungssatz) Falschmeinung -evtl. weil sie hier politisch erwünscht ist?- gegen die von mir vermutete physikalisch/mathematische Schwarmintelligenz behauptet. Dieses einfache Problem kann ich noch (gerade so) selber durchschauen. Bei den eigentlichen Problemen von EIKE (Klima, Kernkraft usw.) kann ich nur andächtig zuhören und muß mich komplett auf die versammelte Kompetenz verlassen.

    Kann ich das?

  7. also hier mal keine Theorie sondern Fakten: eine klassische Geldvernichtungs-Dämmung:
    Vor gut 3 Jahren, wollte ich auch die Welt retten M. Latif und Al Gore (immerhin Nobelpreisträger) hatten mich beeindruckt. Ich habe mein Einfamilienhaus von einem Energiespar- und Klimaschutzbeauftragten untersuchen lassen (hat richtiges Geld gekostet). die rieten mir dringend zur Dämmung des Spitzbodens, dass würde rund 350 Ltr. Heizöl/a sparen. Sonst hatten diese „Experten“ nichts zu beanstanden (neue Fenster, neuer Kessel usw.). Die Dämmung habe ich von einer Fachfirma machen lassen, hat knappe 6 Tsd. € gekostet. Seid 2 Jahren warte ich darauf 700 Ltr. Öl weniger zu verbrauchen. Bis jetzt nil.
    okay wir hatten 2 strenge und lange Winter, obwohl sich ja die Erde erwärmen soll. Fazit: Ich könnte mich heute ob meiner Dämlichkeit jeden Tag in den A… beißen.
    Nach der ersten Enttäuschung, habe ich mir den Betrug noch schön geredet und gehofft, dass sich bei hohen Sommertemperaturen das Haus nicht so schnell aufheizt und ich die AC sparen kann, auch das war ein Trugschluß. Also alles Lug und Betrug. Bitte weiter sagen.
    J.-M. Kegel

  8. PS. für den besonders neugierigen Herrn Schautzer: Schauen Sie mal ins angelinkte Filmchen, da werden wohl die meisten Ihrer offenen Fragen mit Quelle und Beispielen beantwortet. Vor allem rund um die nassen Dämmfassaden. Es lohnt sich auch für Sie, versprochen! Und wenn wirklich was offen bleiben sollte, rufen Sie mich halt mal an, das klären wir dann. Ich beiß Sie net. Ebenfalls versprochen!

  9. Zunächst mal vielen Dank, Herr Burowski,

    für die detaillierte Begriffsklärung. Worum es mir eigentlich ging, war der Hinweis auf den erheblichen, quasi „überproportionalen“ und gerne unterschätzten Energieverlust beim Absenken und Aufheizen ebenso wie beim Abbremsen und Beschleunigen im Unterschied zum stetigen Energieeinsatz, was insbesonders bei den „Spar-Heizern“ noch nicht ganz angekommen zu sein scheint. Und dabei bleibt es, auch wenn die dabei zugrundeliegende mathematische Funktion nicht auf die Eulerzahl zurückgeführt werden kann.

    All das könnten wir getrost als sinnlose Haarspalterei abtun und jedem seinen Energiesparwahn und seine naßgesparte Bude von ganzem Herzen gönnen, wenn mit dem unsinnigen Nachtabsenken nicht große Nachteile für „Unschuldige/Unbeteiligte“ damit verbunden wären. Ohne hier allzuweit auszuholen, nur dies:

    Die Nachtabsenkung hat logischerweise niedrigere Raumtemperaturen als Folge, damit auch steigende relative Feuchtegehalte. Und das erhöht die Keimrate in der Atemluft und die Schimmelpilzgefahr – besonders in „Energiesparhäusern“ mit hermetisch schließenden „Energiesparfenstern“.

    Ärzte führen die weltweit extreme Todesfallrate durch Asthma bei Kindern in Deutschland auch darauf zurück. Und bei Werner Tegethoff finde ich dazu: „Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der oft zum Tode führenden Krankeit „bakterielle Lungenentzündung“ besonders bei Kindern und Jugendlichen erschreckend angestiegen. Die Ärzte sind ratlos und suchen fieberhaft nach einer Behandlungsmethode.“

    Meine eigene Erfahrung als Schimmelgutachter hat gezeigt, daß die Schimmelhäuser immer „Nachtabsenkung“ betrieben, neben all den weiteren durchfeuchtungsfördernden Dämm- und Dichtereignissen an den Fassaden.

    Soviel dazu. Rechenkunststücke helfen uns da kaum weiter, sondern die Rückkehr zum gesunden Bauen. Und dazu gehört auch das Heizen.

    Zum Nachhilfeunterricht beim Autofahren verweise ich auf:

    http://tinyurl.com/3fymg4g
    http://tinyurl.com/2u886r

    Besser kann ich Ihre wichtige und richtige Rätselfrage, sehr geehrter Herr Zube, bestimmt nicht beantworten. Deswegen belasse ich es dabei.

    Und bedanke mich auch für die vielen weiteren Anregungen und Nachfragen zum sinnvollen Energiesparen. Die dabei teils zu entdeckenden ironischen Spassereien nehme ich als mehr oder minder witzige Humorbeilagen … 😉

  10. #34 Herr Heinzow:
    „Aha, die Zwei in der Formel a = x^2 ist also kein Exponent? Mit Mathe scheinen Sie nicht viel am Hut zu haben.“
    Sie und die Mathematik, vielleicht versuchen Sie es erstmal mit den Grundlagen der Mathematik, bevor Sie über die FT Wettervorsagen machen.

    Funktionen der Form f(x) = x^n werden als Potenzfunktionen bezeichnet.
    Funktionen der Form f(x) = a^x werden als Exponentialfunktionen bezeichnet. Der elementare Unterschiede zwischen Potenz- und Exponentialfunktion besteht nämlich darin, das jede Exponentialfunktion auf die Basis der Eulerschen Zahl zurückgeführt werden kann a^x = e^(x*ln(a)) und das bei der Potenzfunktion der Funktionswert in der Basis, bei der Exponentialfunktion aber im Exponenten steht.

    Dass in beiden Fällen der Hochoperator als Exponent bezeichnet wird, heißt nicht, dass Prozesse, denen eine Potenzfunktion oder eine Exponentialfunktion zugrunde liegt, als exponentiell bezeichnet werden. Das trifft nur für den Fall zu, dass dem Prozess eine Exponentualfunktion zugrunde liegt. Das ist definitiv bei E = 1/2*m*v^2 nicht der Fall oder haben Sie schon mal gelesen, dass die Energie an einer Windkraftanlage exponentiell mit der Windgeschwindigkeit steigt – sie steigt nämlich mit der 3.Potenz der Windgeschwindigkeit. Das ist ein kleiner, aber sehr feiner Unterschied, dessen Nichtbeachtung auf Oberflächlichkeit in der Argumentation schließen lässt.

    Gruß Holer Burowski

  11. Herr(!) Schumann,

    was schreiben Sie für Käse? Können Sie sich überhaupt nur vorstellen, zusätzlicher Wohnraum könnte in einem ungedämmten Dachstuhl OHNE Dämmung gewonnen werden, zum Bsp.??
    Nochmal für Sie klar ausgedrückt! Die zum Teil abnormen Gesetze und Verordnungen des Staates auf der kritikwürdigen(!) Seite einerseits und auf der anderen die praktisch überprüften Gesetze der Bauphysik, Dämmung aller Art beinhaltend, sind „2 Paar Schuhe“!!!

  12. @ Schautzer 36
    Wenn Sie gerne in einer Tupperdose als Behausung leben ist das Ihre Entscheidung und sie sei Ihnen auch gegönnt. Aber es gibt auch andere Menschen die sich diesem völlig unsinnigen und unwirtschaftlichen Dämmschwachsinn nicht unterwerfen wollen und dafür bietet Konrad Fischer die eindeutig nachhaltigeren Methoden. Legen Sie doch mal eine Kostenrechnung vor wo jeder sehen kann das sich so eine Dämmorgie amortisiert und zwar innerhalb von 10 Jahren so wie es nämlich in der Heizkostenverordnung steht. Aber da sieht es bei diesen Einpackverfahren äusserst dunkel aus wie Ihnen jeder Hausverwalter einer grösseren Anlage zeigen kann.Es bringt für den Eigentümer nichts und für den Mieter noch weniger. MfG

  13. Sehr geehrte Herrn Prof. Lüdecke und Fischer,

    gerade weil hier seit Mittag bestimmt nicht nur mein letzter Beitrag noch aussteht, habe ich mir alles noch mal durchgelesen und möchte, für mich abschließend, hierzu ein Fazit ziehen! Ich denke, dass ich das infolge meiner privaten Erfahrung und meiner beruflichen Kompetenz in diesem Themenbereich ohne Zweifel kann.

    Bis zur dieser Stelle im Interview, als Sie, Herr Fischer antworten: „Jetzt wird es lustig!“ kann ich Ihrer Argumentation komplett zustimmen. Da brauchen Sie nichts zu beweisen, weil Sie ziemlich treffend die Wirklichkeit beschreiben. In der weiteren Folge aber stellen Sie leider Behauptungen auf, die Ihnen vermutlich selbst zweifelhaft vorkommen und die Sie dann noch zweifelhafter zu beweisen suchen!
    „Ein stellvertretendes Ergebnis: Ein gedämmter Wohnblock in Hannover verbraucht nicht weniger, sondern am Ende mehr als die bauartgleichen ungedämmten Nachbarn.“(bei gleichen Nutzungsbed. physikalisch unmöglich, fragen Sie Prof. Lüdecke!)
    „Zum einen werden Dämmfassaden schnell naß.“ (seltener Baupfusch!)
    Ihre Aussagen über Thermografie sind völlig haltlos! (was erklären Sie die Bilder, wenn vorher tagelang keine Sonne auf die NORDwand(!) geschienen hat?? Dann diese Stelle:
    „…nicht die üblichen Dämmstoffe, sondern nur Massivbaustoffe wie Holz und Ziegel. Deren Speicherfähigkeit schützt auch im Winter am
    besten vor der Raumauskühlung.“ (Hier sind Sie völlig auf dem falschen Dampfer! Was wissen Sie über Dachausbau??)
    „..da die Dichtheit der sogenannten Dampfsperrfolie in der Leichtbaukonstruktion „Dach“ zwangsläufig nur von kurzer Dauerhaftigkeit ist.“ (diese Info können Sie weder belegen noch beweisen, oder?)
    „Bei den anderen Formen der Innendämmung an Zimmerwänden sind die Feuchteeffekte inzwischen recht gut erforscht“ (Richtig, sie ist deshalb nur im geprüften Einzelfall zu empfehlen, wird auch in der Folge noch richtig dargelegt! ABER, sind die anderen Dämmungsarten Ihrer Meinung nach NICHT GUT erforscht??)

    Leider muss ich aus Zeitgründen hier erst mal schließen! Ich habe bis jetzt auch nur die Kernpunkte rausgreifen können. Ich bin für alle Seiten der Meinung, JEDER (sogenannte) Beweis sollte einer Prüfung standhalten können und müssen!

  14. Nochmal Herr Burowski,

    Ihr Zitat: „@Fotos:
    Das Foto mit dem „grünen“ Außenputz ist ein typischer Baufehler beim Anbringen von Außenputz. Die letzte Schicht darf beim Glattstreichen NIE senkrecht bearbeitet werden. Regen bewirkt in kürzester Zeit genau dieses Aussehen und hat nichts mit Dämmung zu tun.“

    Hier liegen Sie falsch. Solche Bauvorschriften gibt es nicht. Baulich fehlt jeglicher Dachüberstand, es ist wahrscheinlich ein Innenhof und klimatisch damit eher feucht. Setzt die jeweilige oberste Schicht eines Dämmsystems, (von außen) Farbe, Struktur-/Dekorputz und/oder Armierung der Feuchte keinen ABWEISENDEN Widerstand entgegen, ist die Ansicht des Wohnhauses nach 3+x Jahren fast normal. Man war zu billig, um wirklich Qualität zu liefern.

    Nochmal zu Nachtabsenkung ein richtiger „Autovergleich“:(selbst mehrfach erlebt!) Tank ist nicht voll und bei Berechnung der Strecke(570km) sagt der Bordcomputer ein Minus von 30km! Als Rechengrundlage nahm er den Durchschnitt der letzten Fahrt von 5,9l/100km bei Tempomat 140km/h. Nach 50km reduziert ich die Geschwindigkeit auf 120km/h. 70km vor Ankunft hatte ich ein Reichweiten-Plus von 50km auf dem BC stehen. So konnte ich den Rest der Strecke wieder wie gewohnt 140km/h fahren.
    Da der Energieverlust vom Temperaturunterschied zw. innen und außen abhängt, verringere ich diesen EINDEUTIG durch eine Absenkungsphase. Umso deutlicher wenn zusätzlich keine oder schlechte Dämmung da ist.

    Bild 2 Zeigt eine Dachdammmatte aus Mineralwolle, wo Unterspannbahn, Diffusionssperre gefehlt oder fehlerhaft erstellt wurden.

  15. @ H. Burowski #32

    „…quadratisch und nicht exponentiell ein.“

    Aha, die Zwei in der Formel a = x^2 ist also kein Exponent? Mit Mathe scheinen Sie nicht viel am Hut zu haben.

  16. Ein sehr sinvoller Artikel, Herr Burowski!

    Vor allem Ihre Ausführungen über die Nachtabsenkung sind aus meiner Sicht korrekt. In meinem Haus geht nachts die komplette Heizung außer Betrieb. Fällt die Tagesmitteltemp. unter -5 Grad C, dann wird nur der Frostschutz aktiviert. Der Grund: Wir Ossis vom Lande schlafen gern kalt!;-) Als Kind konnte man nachts im Bett den Reif von der Wand ablecken, wenn man Durst hatte! Für den Herrn Fischer: Im 2. Stock ungeheiztes Fachwerk. Nochmal zurück: Wenn wir arbeiten gehen, stehen die Thermostate auf 15 Grad und gehen praktisch den ganzen Tag nicht.
    Zum Feierabend aktiviert, dauert das Heizen ne halbe Stunde.

  17. #23 Herr Fischer:
    „@Nachtabsenkung
    1. Die Nacht „bremst“. Da fallen nämlich die Temperaturen.
    2. Die Beschleunigung verzehrt exponentiell. Wer eine digitale Verbrauchsanzeige im Auto hat, sollte das schon mal bemerkt haben.
    3. Bergab Motor abstellen kann Sprit sparen. Doch bergauf nicht.

    Werter Herr Fischer,
    ich habe den Eindruck, von Autos haben Sie nicht besonders viel Ahnung.
    1.) Exponentiell – falsch, die Geschwindigkeit geht bei der Berechnung der kinetischen Energie quadratisch und nicht exponentiell ein.
    2.) Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, jedes Auto hat eine Vorrichtung, die sich Gangschaltung nennt – probieren Sie diese Vorrichtung mal aus und beobachten die Anzeige des Benzinverbrauches.
    3.) Das Erwärmen/Abkühlen erfolgt linear, solange es keinen Phasenübergang gibt. Googeln Sie einfach mal nach „spezifischer Wärmekapazität“ – der/die energetische Aufwand/Abgabe um einen Stoff um 1 Grad zu erwärmen/abzukühlen, unabhängig davon, ob die Temperaturänderung von 10 auf 11 Grad oder 80 auf 81 Grad erfolgt.
    4.) Ihr Denkfehler ist, dass Sie davon ausgehen, dass der Automotor nur mechanische Energie erzeugt – leider sind das nur 20 – 30%, der Rest ist Wärme. Sobald vom Motor also keine mechanische Arbeit verlangt wird, kann der Motor abgeschaltet werden.
    Es gibt zwei Fälle:
    – Es wird weder Gas gegeben, noch auf die Kupplung getreten, es ist ein Gang eingelegt und eine Mindestdrehzahl wird nicht unterschritten – das Auto und der Motor wird auf Grund der kinetischen Energie angetrieben. Der Motor würde nur Wärme und keine kinetische Energie erzeugen – man nennt das Schubabschaltung. Warum die Randbedingungen mit Kupplung, Gang und Mindestdrehzahl – denken Sie einfach mal nach und versuchen zu verstehen, wie ein Auto (heutiger Bauart) funktioniert.
    – Das Auto steht und die Zündung ist eingeschaltet (wahrscheinlich Rot an einer Kreuzung), der Motor würde jetzt das Benzin nutzlos verbrennen und in Wärme umwandeln. Das nennt man Start-Stopp-System.

    @Nachtabsenkung:
    Meiner Meinung nach ist diese Frage nicht so ohne weiters mit Ja oder Nein zu beantworten, sondern ist von einigen Faktoren abhängig.
    – Wärmedurchgangszahl der Fenster/Türen
    – Wärmedurchgangszahl der Außenwände
    – Wärmespeichervermögen der Außenwände
    – Verhältnis von Fenster-/Wandfläche
    – Verhältnis von Außenwandfläche zum Hausvolumen
    – Jahreszeit
    – Dauer der Nachtabsenkung
    – Temperaturdifferenz zwischen Nachtabsenkung und Normalbetrieb
    – Anzahl der Personen im Haus
    – Temperaturdifferenz innen/außen
    – Temperaturführung der Heizung
    Grundlegend ist zu sagen, dass nicht nur die Erreichung eines energetischen Zustandes, sondern auch dessen Aufrechterhaltung Energie erfordert. Man muss also folgende Frage beantworten – kostet die Aufrechterhaltung mehr Energie, als die einmalige Wiederreichung des gewünschten energetischen Zustandes. Wenn Ja – Nachtabsenkung, wenn Nein – keine Nachtabsenkung.

    @Fotos:
    Das Foto mit dem „grünen“ Außenputz ist ein typischer Baufehler beim Anbringen von Außenputz. Die letzte Schicht darf beim Glattstreichen NIE senkrecht bearbeitet werden. Regen bewirkt in kürzester Zeit genau dieses Aussehen und hat nichts mit Dämmung zu tun.

    Gruß Holger Burowski

  18. @#16: Heiner Schumann:
    Korrekt!
    Da ich sinnvollerweise vor dem Gas geben automatisch wieder einkupple (wäre ja sinnfrei), habe ich das in der Aufgabenstellung nachlässigerweise vergessen. Aber ich denke, dass alle Mitdenkenden ebenso wie Sie wissen, wie es gemeint war.

    @#25: Tobias Schautzer:
    Das Schlimme ist, er ist Architekt. Entweder ist der nötige Stoff in den Grundlagenvorlesungen der Physik nicht dran gewesen, oder der gute Herr hat da gefehlt.

    @#27: Heiner Schumann:
    Sie meinen hoffentlich nicht die qualifizierten Heizungsfachmänner, die immer noch hoffnungslos überdimensionierte Heizkessel verkaufen, weil man ja sonst bei einmal in 100 Jahren vorkommenden -30 °C frieren könnte.

    @#29: Michael Loehr:
    2500l nach Sanierung statt 4000l gegenüber einem ungedämmten Altbau sind realistisch (wenn die Bewohner nicht wechseln), was auch gut dokumentierte Modernisierungen zweifelsfrei belegen (höhere Einsparungen sind unrealistisch).
    Letztendlich sind Vergleiche nur unter gleichen Rahmenbedingungen möglich, und das macht die Vergleiche so schwierig.
    Ich denke auch, dass sie mir sicherlich beipflichten, dass bei identischer Lüftungsgewohnheit und Raumtemperatur (Fenster unverändert) eine gedämmte Fassade ein bei weitem verringertes Schimmelrisiko an den Außenwänden bedeutet, oder?
    Insgesamt betrachtet muss jeder für sich selbst betrachten, ob sich eine Maßnahme rechnerisch für ihn lohnt. Je älter man ist, um so weniger rechnet sich eine Maßnahme, wenn man es machen lässt. Hat man Zeit, nicht gerade zwei linke Hände und pfuscht nicht, rechnet sich eine maßnahme eigentlich immer, weil dann nur Materialkosten plus Freizeit anfallen (sicherlich besser angelegt, als wie viele Leute nur vor der Glotze zu gameln).

    @Konrad Fischer:
    Sie haben mir immer noch nicht einmal ansatzweise zufriedenstellend geantwortet. Unter welchen Fahrbedingungen benötigt man mehr bzw. weniger Sprit?

  19. Schade Herr Prof. Lüdecke,
    dies wichtige Thema der Wärmedämmung von Häusern, sei es nun der Einbau von hochwärmedämmenden Fensterscheiben mit einem U-Wert von 1.1 auch in geeignete bestehende Rahmen oder eine fachgerechte Wandaußendämmung in so polemischer Art auf Ihrer von mir sehr geschätzten Webseite darzustellen. Es wurde in den vielen Mitteilungen genug darauf hingewiesen.
    Aus meiner Sicht eines mehr technischen Physikers ist die wärmetechnische Gebäudesanierung unter dem Aspekt eines rationellen Verbrauches von Gas und Öl ein weiterhin wichtiges Thema. Und eine wirtschaftliche Betrachtung der erzielbaren Einsparungen vor jeder Maßnahme ist dabei unverzichtbar.
    Mit freundlichen Grüßen
    W. Zernial

  20. Gegenüberstellung: a) Nachtabsenkung vs. b) Durchheizen

    vereinfachende Annahmen:
    1.) Aussentemperatur sei konstant
    2.) Raumsollwert: 21°C
    3.) Beheizung aus Speicher mit einfachem Kessel mit Thermostat.
    4.) Fenster sind ZU, keine Trinkwassererwärmung.
    5a.) Absenkzeit zw. 22 und 08 Uhr
    6a.) Raumsollwert in Absenkzeit: 15°C.

    Wir betrachten beide Anlagen zu einem Zeitpunkt weit nach dem letzten Absenken (z.B. 20 Uhr). Sie verhalten sich identisch. Die Raumregelung ist eingeschwungen, Raumist == 21°C. Der Heizkessel schaltet -je nach Leistung, eingestellter Hysterese, Speicherkapazität, Aussentemperatur- zyklisch EIN und AUS. Im zeitlichen Mittel erzeugt er (Tastverhältnis*Kessel_Nennleistung) ziemlich exakt den derzeitigen Wärmeverlust des beheizten Gebäudes.

    Im Fall b) geht das „ewig“ so weiter.

    Im Fall a) erreichen wir jetzt 22 Uhr. Der Raumsollwert geht auf 15 °C. Die Raumregelung schließt infolge der großen Regeldifferenz die Wärmezufuhr, die Temperatur im Speicher steht, im Raum beginnt sie nach kleiner Totzeit näherungsweise entlang einer Exponentialfunktion zu sinken.

    Sie sinkt bis 15 °C, Raumregelung öffnet wieder die Wärmezufuhr aus dem Speicher, es wird nun auf 15 °C geregelt. Irgendwann unterschreitet die Temp. im Speicher den Schaltpunkt, der Brenner geht AN: Nun taktet er wieder (allerdings mit geringerem Tastverhältnis als b), da der Wärmeverlust bei um 6 K geringerer Temperaturdifferenz kleiner sein muß.

    In der Zeit ab 20 Uhr bis hierher (also irgendwann mitten in der Nacht) MUSS Fall a) Energie (Gas, Öl, Strom) gespart haben.

    Nun kommt der Zeitpunkt, zu dem der Heizungsregler in die Aufheizung auf 21 °C geht (Auch weniger moderne Regler sind hierbei selbstlernend. Sie beginnen nach Erstinbetriebnahme sicherheitshalber mit einem großen zeitlichen Vorlauf, „merken“ sich Aufheizdauer und -Temperaturdifferenz, nehmen beim nächsten Mal die halbe Zeit und werden mit Zeit immer „optimistischer“ und treffsicherer, was die benötigte Aufheizdauer betrifft.)

    Während des Aufheizens -und nur hier- benötigt Fall a) mehr Leistung (Tastverhältnis ist größer, Brenner ist mehr EIN). Diese setzt sich aus 2 Anteilen zusammen:
    1.) momentane Verlustleistung des Gebäudes
    2.) Überschuß zum Erzielen des gewünschten Temperaturanstiegs.

    1.) ist auch hier wegen der ununterbrochen geringeren Temperaturdifferenz die ganze Zeit geringer als im Fall b).

    2.) Wird benötigt, um die addierten Wärmekapazitäten (Luft, Wände, Mobiliar usw.) wieder um 6 K „aufzuladen“.

    Allerdings hatten wir exakt jene Wärmemenge während des Absenkvorganges „gewonnen“. Sie führte dazu, daß der Brenner in der Zeit bis zum Erreichen von 15 °C im Raum überhaupt nicht arbeitete (obwohl doch weiterhin Wärmeverluste anfielen).

    Aufheizen, Absenken sind also ein Nullsummenspiel.

    Als Nettogewinn verbleibt jene Energie, welche eingespart wurde durch die im Mittel niedrigere Temperaturdifferenz.

    Wenn man dem im Prinzip zustimmen kann, können wir gern ins Detail gehen, die Annahmen abklopfen, Pferdefüße suchen usw.

    Aber zunächst muß -denke ich- nun das falsche Analogon „Stop and Go“ beerdigt werden.

  21. #25: Tobias Schautzer sagt:
    Mein 1. Bsp: 160 Dachdämmung + 100 Fassadend. bei zugfreien Fenstern/Türen = 2500 Liter Öl/a

    Lieber Herr Schautzer, mal abgesehen davon, dass Ihre erzielte Einsparung selbst dann völlig illusorisch ist, wenn Sie tatsächlich zugfreie Fenster/Türen haben, würde mich doch einmal interessieren, wie es sich denn in dieser Tupper-Dose lebt.

    Und jetzt an die Allgemeinheit.

    Da ich regelmäßig für große Wohnungsgesellschaften, Hausverwaltungen und Wohnungsgenossenschaften arbeite, wenn auch in einem anderen Gewerk und von daher mit der Dämmstoffmafia und ihrem Gefolge nur wenig zu tun habe, muss ich Herrn Fischer in vielen Punkten absolut zustimmen.

    Mich erinnert die Dämmstoff- und Gefolgemafia an die Pharmalobby, die keinen Aufwand scheut, um die Ärzte in die weite Welt einzuladen, wo man dann die bahnbrechenden neuen Produkte an die Ärztin bzw. an den Arzt bringen will.

    Da werden dann die Vorstände und Techniker der Wohnungsgesellschaften nach Österreich, Finnland oder sonstwo eingeladen, wo dann „aktuell fertiggestellte Häuser exemplarisch für niedrige Verbräuche“ vorgestellt werden.

    Und hier beginnt bereits die Krux. Die Systeme, die in diese Häuser eingebaut wurden, sind genauestens aufeinander abgestimmt. Die Ersparnisse sind also „tatsächlich möglich“ und nicht nur „schöngerechnet“.

    Nun lassen sich solche „Systeme“ aber nicht uneingeschränkt auf Häuser der Baujahre 30, 60 oder 80 anwenden, es sei denn, man schert sich um die Kosten einen Dreck. D.h., es werden nur „Komponenten“ eingebaut bzw. umgesetzt. Und Komponenten sind noch lange kein „System“.

    So weit so gut. Wenn ich dann mal die Techniker dieser Gesellschaften frage, was denn die Sanierungen so gebracht haben, höre ich in der Regel ein langgezogenes „Jaahaaaaa“. Aha, also nicht viel.

    Anstatt also mal in einer Straße, wo man 10 Mehrfamilienhäuser hat, einen Vergleichstest zu starten, 5 Häuser zu sanieren und 5 Häuser nicht, fährt man lieber Geisterbahn und lauscht nur den „Einsparpotentialen“, die aber in der Regel nicht eintreffen, weil u.a. das schwächste Glied, also der Mieter, einfach nicht mitspielen will, was dann tatsächlich zu der Schimmelproblematik führt.
    Mittlerweile werden mindestens einmal im Quartal Rundschreiben über richtiges Heizen und Lüften raus geschickt.

    Von den Kosten dieser Maßnahmen fange ich erst gar nicht an. Für Vermieter ist das „Goodwill“, mehr aber auch nicht. Diese turnusmäßigen Investitionen dürfen sie alle 20,30 oder 40 Jahre wiederholen, amortisieren werden sie sich aber nicht.
    Auf die Mieter werden auch ein paar Kosten umgelegt. Trotzdem lohnt es sich für die Mieter nicht, weil die Einsparungen in der Regel durch steigende Energie-Preise wieder aufgezehrt werden.

    Hier bin ich voll bei Dr. HarryHain. Wir wären zwar durchaus in der Lage Energie im Überfluss herzustellen, machen aber das Gegenteil, was im Moment noch völlig unproblematisch ist.

    Wir verknappen also nicht nur die Energie und machen sie dabei noch teurer, wir wälzen auch die Kosten für die Sanierung der Immobilien auf die Bevölkerung ab. Und die wird definitiv streiken. Wie übrigens auch schon bei der Kanalsanierung, die erst einmal von 2015 auf 2023 verschoben wurde und wo die Ansprüche an einen „dichten Kanal“ erst einmal abgesenkt wurden.

    Wer dann als armer Rentner in spe kein Geld für die Sanierung hat, sein gerade abbezahltes Haus aber trotzdem verkaufen will, um sich kleiner zu setzen oder aus seiner „sicheren Immobilie“ noch Geld zu ziehen, dem passiert schon jetzt folgendes.
    Da kommt der Käufer mit einem Gutachter daher und die Immobilie wird totgerechnet. Kanal saniert? Nein! Abzug 10 Euro. Keine Wärmedämmung? Alter Heizkessel? Dach gedämmt? Alte Fenster?
    Dann sagt der Gutachter:
    O.K., noch einmal 100.000 Euro weniger. Sie erhalten vom Käufer den Grundstückswert, abzüglich der Abbruchkosten.

    Meinen herzlichen Glückwunsch.

  22. #25: Tobias Schautzer

    Bitte bringen Sie doch ein ganz konkretes Beispiel mit tatsächlichen Meßwerten.
    Was wollen Sie denn mit Ihren haltlosen Spekulationen bezwecken?

  23. Hallo Herr Schautzer 25
    ich glaube der Laie sind eher Sie. Denn jeder qualifizierte Heizungsfachmann kann Ihnen erklären das eine Nachtabsenkung in puncto Energieeinsparung gegen 0 geht. MfG

  24. Nachtabsenkung
    Es kommt meiner Meinung nach immer auf den Heizungstyp und auch die Heizkörper an.
    Meine Erfahrung zeigt: Erdwärmeheizung (kein Pufferspeicher), Fussbodenheizung, niedrige Systemtemperaturen … Hier ist eine Nachtabsenkung eher kontraproduktiv. Da das System extrem träge ist, musste ich sogar die Systemtemperatur um 2K erhöhen, um die gleiche Zimmertemperatur zu erhalten, als ohne Nachtabsenkung. Im Endeffekt verbrauche ich ohne Absenkung weniger Energie

  25. Oh je, Herr Fischer!!

    „1. Die Nacht „bremst“. Da fallen nämlich die Temperaturen.“

    Und was passiert, wenn Sie dann KEINE Nachtabsenkung haben?? Ja richtig! Die Schere zw. Innen- und Außentemperatur wird noch größer und der Energieverlust steigt seinerseits exponentiell an! Zumal Sie ja offentsichtlich kein Freund irgendwelcher Dämmung sind! ;-))

    Ihrem definitiv falschen Beispiel mit einem Fahrzeug, erzählen Sie DAS mal einem Techniker, setze ich das Bsp. eines nachträglich gedammten EFH mit Nachtabsenkung entgegen: Ihr Szenario ohne Dämmung und ohne Nachtabsenkung = 4000 Liter Heizöl./a (geschätzt für 120m² und in Wohnräumen entsprechend aufgedrehte Thermostate, Heizfläche zum schnellen Erreichen von 22 Grad ausgelegt(gleiche Annahme für alle Bsp.)
    Mein 1. Bsp: 160 Dachdämmung + 100 Fassadend. bei zugfreien Fenstern/Türen = 2500 Liter Öl/a
    2. Bsp: + Nachtabsenkung: nochmal geschätze 500l weniger. Weil: die Räume kühlen kaum aus, der Thermosthat hat nur noch kurze Schaltzeiten, Vor- und Rücklauf haben nur noch geringe Spreizung, so dass das optimal eingestellte System die Pumpleistung verringert= geringerer Energieverbrauch! USW+USF.
    Mein Fazit: Sie können nur ein Laie sein!!!

  26. Hallo Herr Grabitz,
    ich bin kein Vertreter für Wärmepumpen, sondern ein Geologe, der seit vielen Jahren unabhängig beratend tätig ist und u. a. Erdwärmeanlagen berechnet, konzipiert und die notwendigen Arbeiten ausschreibt.
    Die Berechnung einer Erdwärmeheizung ist nicht kompliziert, in vielen Bundesländern gibt es bei den Geologischen Diensten käufliche Karten der geothermischen Potenziale auf CD-ROM, die unter Einbeziehung der Wärmekapazitäten und der Wärmeleitfähigkeiten der unterschiedlichen Gesteine die möglichen Entzugsleistungen angeben. Aber auch ohne Karten genügt ein Blick in die Tabellen der entsprechenden DIN und wenige Rechenminuten.
    Eine Wärmepumpe (WP) braucht nicht länger als max. etwa 2.400 h pro Jahr zu laufen, das reicht vollkommen aus, auch im Winter. Das sind immerhin 6,5 h pro Tag, länger läuft Ihre Gastherme i.d.R. auch nicht. Und selbst wenn die WP hin und wieder mal länger läuft: Eine Vereisung des Untergrunds hat keine Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit der Anlage, denn physikalisch sind 0° Celsius immerhin noch 273° Kelvin. Die Vorlauftemperatur der Sole beträgt dann -2 bis -6°C und die T-Differenz zum Umgebungsgestein immer noch ca. 270° K. Jede Menge geothermischer Energie also.
    Wenn eine Erdwärmeanlage richtig konzipiert ist, beträgt die Leistungszahl der WP bis zu 5,0 (Verhältnis von nutzbarer Wärmeleistung zu zugeführter elektrischer Leistung) und selbst im kältesten Winter noch etwa 3-3,5.
    Auch in den südlichen und östlichen Bundesländern gibt es grundwassererfüllte Lockergesteine, Sandsteine, Tonsteine, Kalke und magmatische Gesteine mit hohen Entzugsleistungen. Grade in Thüringen mit seinem Buntsandstein und in Bayern mit der Münchener Schotterebene gibt es exzellente geothermische Potenziale.
    Wie rechnen Sie denn? Ein Haus von 150 m² beheizter Wohnfläche mit einem Heizwärmebedarf von 60 kWh/m² x a (Energiesparhäuser beginnen bei 45 kWh/m² x a abwärts) benötigt 9.000 kWh/a. Bei einer Entzugsleistung von 50 W pro m Bohrung – das sind bei 2.400 h Betriebszeit der Wärmepumpe (einschl. Warmwasser) 120 kWh pro Bohrmeter – benötigen Sie damit eine Bohrung von 75 m.
    Die von mir genannten Bohrkosten sind die in Nordrhein-Westfalen gängigen Nettopreise. Zudem bieten viele Energieversorger verbilligten Strom für den Betrieb von Erdwärmeheizungen an.
    Gruß Rainer Olzem

  27. @Nachtabsenkung
    1. Die Nacht „bremst“. Da fallen nämlich die Temperaturen.
    2. Die Beschleunigung verzehrt exponentiell. Wer eine digitale Verbrauchsanzeige im Auto hat, sollte das schon mal bemerkt haben.
    3. Bergab Motor abstellen kann Sprit sparen. Doch bergauf nicht.

  28. Sehr geehrter Herr Frey,

    dieser Thread müsste eigentlich heißen: Beispiel für Pfusch am Bau insbesondere bei der Erstellung sachgerechter Fassadendämmung!
    Deutschland ist ein Land mit hohen baulichen Standards! Dazu zählen auch alle Arten von Wärmedämmung! Jede Fassadendämmung z. Bsp. ist mehrschichtig aufgebaut und für jede Komponente gewisse, standortabhängige Mindestanforderungen!
    Im Bild oben vom völlig veralgtem Innenhof(vermutlich Mineralwolle) sieht man schon den 1. Hauptfehler! Nach DIN geht es nicht ohne eine entsrechende Fassadenfarbe, die schlagregenfest, WASSERABWEISEND, DIFFUSSIONSFÄHIG, usw. usf. sein sollte. Oftmals sind die Bauherrn einzelner Projekte zu geizig, um wirklich sparsam zu sein und sparen genau am falschen Ende! Die Armierungsschicht ist NICHT völlig wetterfest!Herr Fischer hat demnach Unrecht! Diese Feuchtigkeit kommt definitiv von außen. Nennenswerter und damit schädigender Feuchteeintrag in vorschriftsmäßig erstellte Dämmung findet NICHT statt, das Eine schließt das Andere völlig aus, das wird Ihnen jeder Baufachmann bestätigen.

  29. Kann dem Beitrag nicht ganz zustimmen. Vielleicht sollte man bei den Gebäudearten etwas differenzieren. Betreibe seit 1993 einen Brennwertkessel für mein EFH und bin in jeder Hinsicht bestens zufrieden. Einen guten Brennwertkessel bekommt man bereits ab ca. 2500 Euro.
    In den letzten 15 Jahren gab es keine Reparaturen oder Ausfälle am Kessel, bzw. der Heizungsanlage. Der Verbrauch verglichen mit ähnlichen Bauten ist deutlich niedriger. Ebenso die Fassadenisolierung/Mauerwerksisolierung trägt erheblich zur Einsparung bei. Gerne kann ich meine Angaben offenlegen. Auch eine Temperatur-Nachtabsenkung führt bei mir zu einer Minderung der Heizkosten bei.
    Bei Dachstuhlisolierungen und deren physikalischen Problematik kann ich dagegen zustimmen. Die Weichisolierungen verursachen mit der Zeit, besonders in der kalten Jahreszeit große Probleme hinsichtlich Feuchte, Verpilzung u. ä.

  30. Hallo Herr Fischer, werte Kommentatoren (alle!),

    von der Problematik verstehe ich zugegebenermaßen mehr oder weniger nur Bahnhof. Dennoch, im Gegensatz zu den Kommentatoren zu anderen EIKE-Artikeln wird hier mit einer Sachlichkeit und Kompetenz diskutiert, dass es Spaß macht, diese Kommentare zu lesen! Dank an alle! Schade, dass es nicht alle so machen!

    (Musste ich mal los werden!) Ich wohne in einem Reihenendhaus (REH), Baujahr 1994. Bei mir wurden Luftziegel eingebaut (Ziegel mit Löchern), und zwar bei den Außenwänden 2 mal mit einem schmalen Zwischenraum. Da Luft ein guter Isolator ist, halte ich das für ausreichend. Erheblich gepfuscht wurde jedoch beim Einbau von Fenstern und Türen – was ich leider zu spät bemerkt habe. Inzwischen habe ich alle Fenster und Türen austauschen lassen – mit durchschlagendem Erfolg! Das merkt man schon jetzt bei diesem grün angestrichenen Winter.

    Mein persönliches Fazit: Dämmung dort, wo sie hingehört (Fenster, Außentüren etc). Aber nicht an die Mauern – komplett überflüssig.

    Können sich die Fachleute hier dieser Sicht anschließen?

    Chris Frey

  31. #9 Herr Olzem

    Ich weiß nicht, was sie gelesen haben, aber weder werfe ich in einen Topf geworfen – was überhaupt ? – noch verdamme ich pauschal.
    Falsch?
    ich habe nichts über die spez. Wärmeleitfähigkeit gesagt. Wenn man dies alles und mehr berücksich-tigt wird es wieder mal, kompliziert und sprengt den Rahmen. Herr Fischer hat sich auch sehr einfach ausgedrückt. Natürlich leitet der Untergrund anders, das ist trivial. Die Entnahmetemperatur ist von der Dauer abhängig. Pi x Daumen sollte man die Pumpe nicht länger wie 2000 Std. im Jahr in Betrieb ne-hen, um dem Boden Zeit zum regenerieren zu geben (bei 8670 Gesamtjahresstunden!!). Das ist aber nur ein Mittelwert. Im Winter ist die Pumpe in Dauerbetrieb. Ich glaube nicht, dass die Wärme wieder so schnell nachfliesst. Mir sind da andere Zahlen bekannt. Wirkungsgrade mit 3,5 sind bei diesen In-stallationskosten zu gering.
    Und vergleichen Sie nicht das Rheinland mit Bayern, BW, Thüringen, bzw. Ostdeutschland
    Seien Sie glücklich wenn Sie in einer Gegend leben, in der man Ihnen die Erdbohrung zu solchen Schleuderpreisen nachwirft. Die von Ihnen angegebenen Preise von 40-50€ würden heißen 34-42 € netto. Bei 150 m² ein Heizwärmebedarf von 60 kwh/m²xa, würde heißen ca. 9000 kwh Verbrauch, ent-spräche ungefähr 900 m² Gas. Das ist sehr sehr günstig geheizt. Das Haus ist bei dieser Größe hoch gedämmt.
    Ich rechne mit ca. 10KW Heizleistung. Das heißt, bei angenommener mittl. Entnahmeleistung von 50 W/m Bohrung, komme ich auf ca. 200 m Bohrung. Das kann natürlich differieren. Das Warmwasser rechne ich mit, ebenso wie starke Frosttemperaturen. Pro Bohrmeter 60 €.
    Bei solchen Werten benötigt man nicht mal eine Erdwärmepumpe. Eine Gastherme (EK Preis ca. 2000 € Junkers mit Brennwert, oder für 2700 € incl. integr. WW Speicher) zzgl. Gasanschluss 2.500 €, kommt mit Bohrung, +Bohrungsanschluss ohne weiteres 13 tsd. € günstiger. Zins (4%) und Tilgung (3%) für 20 Jahre machen pro Jahr 900 € aus. Soviel kostet das Gas nicht – falls ihre Annahme zu-trifft, die ich aber sehr bezweifle. Das sind eher Zahlen eines Vertreters für Erdwärmepumpen.

  32. @ Zube 15
    Sehr geehrter Herr Zube
    In Ihrer Bedingung 2 haben Sie das wieder einkuppeln vergessen. Mit Gas Auskuppeln Gas bleiben Sie unweigerlich stehen.
    MfG Heiner Schumann

  33. Herr Fischer, man sollte nur dann Analogien bringen, wenn diese technisch korrekt und vor allem übertragbar sind.

    Ich stelle Ihne hiermit einmal eine Aufgabe und hoffe, dass Sie diese korrekt lösen können (um bei Ihrer Auto-Analogie zu bleiben):

    Sie fahren mit dem Auto in der Stadt von A nach B mit gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit unter den drei folgenden Bedingungen:

    1. Gas, Bremse, Gas, etc.
    2. Gas, auskuppeln, Gas, etc.
    3. Gleichbleibend mit konstanter Geschwindigkeit

    Aufgabe: Ordnen Sie die drei Fahrbedingungen nach dem Durchnschnittsverbrauch (höchster Verbrauch zuerst)

  34. @ Exponentialverluste

    Was nutzt die gleiche Durchschnittsgeschwindigkeit beim Autofahren, wenn ein PKW Gas-Bremse-Gas und der andere stetig von A nach B fährt? Ist das schwer zu beantworten? Zu verstehen?

    Und betreffend der phänomenalen Energieersparnisse durch Dämmen könnte man mal hier reingucken: http://www.richtigsanieren.de/info/wd/energieeinsparung.htm

    Da schreibt immerhinque ein Bauingenieur.

    Was die nassen WDVSe betrifft, hat auch das ZDF was zu bieten:

    Viel Spaß!
    Konrad Fischer

  35. Warum mussten die Menschen früher beim Hausbau sehr geschickt vorgehen, um gegen unliebsame Temperaturen gewappnet zu sein? Ganz einfach. Sie hatte keine oder kaum technische Voraussetzungen, um primäre Energie nach Belieben nutzen zu können. Sie waren imer auf die „Gnade der Natur“ angewiesen. Erst mit dieser großzügigen Nutzung konnten sich immer Menschen behaglich und komfortabel leben/einrichten (freier und unabhängiger von den Launen der Natur!!). Warum wird nun mit einem irrsinnigen finanzielle Aufwand (unwirtschaftlich) versucht Energie um jeden Preis zu sparen, obwohl genug technische Voraussetzungen gegeben sind in den nächsten Jahrentausenden, z. B. die Häuser mit elektrischen Strom zu heizen (Nuklearenergie), statt die wertvolleren fossilen Energien (von Braunkohle mal abgesehen) zu verheizen? Es ist vermutlich dem Club-of-Rome-Unsinn zu verdanken, der bis heute nachwirkt und den Schülern in den 1970ern dogmatisch eingetrichtert wurde. Es ist genug und billige Energie vorhanden. (staatl. gefördertes) Energiesparen ist genau so sinnvoll wie Planwirtschaft.

  36. @Konrad Fischer

    zu 1.) Der Effekt -sofern messbar- kann nur direkt nach dem Wiederaufheizen (später sind alle Raumoberflächen wieder auf Normalniwo) auftreten. Es ist offensichtlich, daß auch dann das 24h-Mittel der Raumtemperatur -und auf das kommt es energetisch an- bei Ihnen höher ist.

    zu: „Daß geringere Raumtemperatur ein hohes Ersparnispotential bringt, ist doch eine Binsenweisheit, die keiner näheren Erläuterung bedarf.“

    Na dann hören wir doch einfach auf!

    zu 2.) Da das in die richtige Richtung geht, ist es wurscht.

    zu 3.) Herr Zube hat schon gesagt, daß man die Verdampfungswärme abends gewonnen haben muß, wenn die Notwendigkeit auftauchen sollte, morgens Kondenswasser verdunsten zu müssen. Außerdem höre ich selten Klagen wegen übermäßig feuchter Raumluft in der Heizperiode… Eine rel. Feuchte nahe 100 % unterstellen Sie aber offenbar.

    zu 4.) Oha! Es existiert also ein Konsens innerhalb der Wissenschaft! Dann schließe ich mich umgehend an:)

    zu 5.) Scho‘ recht, Exponentialfunktionen… Na und? Abends exp. runter und morgens wieder rauf. Verstehe das Problem nicht.

  37. Vielen Dank für den Artikel.
    Er trifft den Nagel auf den Kopf.
    sagt: http://bild-dung.blogspot.com

    KlimaWahn und DämmWahn sind
    zwei Seiten derselben Medaille.

    Jedem Bauherrn lege ich dieses
    Buch ans Herz (vor dem Dämmen).
    Auch für Architekten, Heilpraktiker
    und Psychologen lesenswert.
    Albert Ringlstetter schreibt in seinem
    Buch: Der Weg zum richtigen Haus

    3 elementare Fehler der EnEV:
    1. Sonnenstrahlung auf Wänden und
    Dächern wird ignoriert.
    2. Die Dämmwerte aus den Tabellen
    gelten nur für die Wärmeleitung. Die
    Strahlung funktioniert jedoch nach an-
    deren physikalischen Gesetzen als die
    Wärmeleitung. Hier hätte man durch-
    aus einmal Äpfel mit Birnen verglei-
    chen müssen, denn gegen Strahlung
    ist die Dämmwirkung gerade umge-
    kehrt, da dämmen die leichten Mate-
    rialien schlechter! Wie gesagt, Wissen-
    schaftlichkeit ist immer eine Frage der
    Definition und beileibe nichts Objekti-
    ves. Wer sein Haus mit Strahlung heizt
    (Kachelofen etc.), dem nützen dicke
    schwere Wände, denn die dämmen
    besser gegen Strahlung. Ein dünnwan-
    diges Dämmhaus würde da wenig brin-
    gen. Auch die Wandfarbe spielt eine
    Rolle, denn weiße Innenwände reflek- .
    tieren die Wärme, halten die Wärme,
    also länger im Spiel.
    3. Lt. EnEV sind die Dämmstoffe über
    Jahrzehnte konstant und außerordent-
    liCh trocken. Dadurch ergeben sich ja
    die tollen Dämmwerte. Doch was,
    wenn sie durchfeuchten, durch Schwitz-
    wasser etwa?
    Das sind drei elementare Fehler und
    entsprechend hoch ist die Fehlerquote.
    300% Fehler sind keine Ausnahme.
    Mit der EnEV lassen sich 5-Liter-Häuser
    errechnen, obwohl der statistische
    Heizverbrauch bei 18 Litern liegt.

    Eisbär und Pinguin
    Dämmfreunde verweisen gerne auf die
    Tierwelt. Fell und Federrn als Gegen-
    stück zu einer guten Hausdämmung.
    Wieder ein Irrtum! Da nur eingeschlossene
    Luft dämmt, würden Fell oder
    Gefieder bei jeder Körperbewegung ihre
    Dämmwirkung verlieren. Nur im Schlaf
    dämmen Fell und Feder, aber hier auch
    nicht sehr gut.
    Fell und Federn halten Wasser und Wind
    fern, das ist ihre vorrangige Aufgabe und
    nicht das Dämmen. Gegen Wärmeverlust
    schützt die FETTSCHICHT.

    Die CO2 Abgaben haben die Aufgabe
    die Atemluft zu besteuern- nichts ist gratis.

  38. Das Durchheizen ist überhaupt nicht nötig, wenn man die Außenwände dämmt, denn dann sind diese fast komplett durchgewärmt und nichts kondensiert.
    Wenn man mangels Dämmung allerdings niedrigste Wandtemperaturen provoziert und vor dem Schlafengehen die Wohnung nicht noch einmal stoßlüftet, dann werden die Wände u.U. feucht und Schimmel begünstigt, das stimmt (wobei aber das fehlerhafte Nutzungsverhalten wie in den meisten Fällen die Ursache ist).
    Aber hierbei wird dann dennoch unterschlagen, dass bei Kondensation genau die Wärme frei wird, die bei Verdunstung benötigt wird. Der Energieerhaltungssatz stimmt hierbei eben auch und es wird nicht mehr Energie benötigt, das ist einfachste Schulphysik.

    Außerdem muss bei ungedämmten Wände eben aufgrund der angesprochenen niedrigen Wandtemperaturen zum Erreichen des Wohlgefühls mit höherer Lufttemperatur geheizt werden, was eben zusätzlich zum ohnehin schon höheren Heizbedarf diesen eben noch mehr erhöht. In diesem Punkt haben Sie sich somit selbst widersprochen Herr Fischer.

    Außerdem ändert sich nicht der Luftdruck in der Wohnung (so dicht kann kein Gebäude sein), sondern das Volumen. Der Effekt stimmt, ist aber marginal, denn Lüften muss man so und so und die kalte Luft dehnt sich dann eben aus. Das Ergebnis ist aber völlig unabhängig von einer Dämmung.

    Was soll schon sein, wenn man zwei unterschiedliche Fassaden um 16 Uhr auf Temperatur überprüft? Unter welchen Bedingungen: im Sommer, im Winter, Bei Sonnenschein, oder an einem bedeckten Tag?
    An einem Tag ohne Sonnenschein im Winter werden beide Fassaden fast die gleiche Temperatur aufweisen, die ungedämmte eine geringfügig höhere. Dem gegenüber wird die (fachmännisch korrekt) gedämmte Wand an ihrer massiven Außenseite (Kontaktstelle zur Dämmung) eine deutlich höhere Temperatur aufweisen und der Temperaturabfall von Innenseite zur Außenseite der Dämmung somit deutlich höher sein, als der Temperaturabfall zwischen Innenseite und Außenseite dieser gedämmten Wand.
    Das simple ohm’sche Gesetz der Thermodynamik werden Sie doch wohl noch anwenden können Herr Fischer, oder?

    Im Übrigen haben schon mehrere Leute den positiven Effekt einer Nachtabsenkung (nicht Nachtabschaltung) penibel nachgemssen.

    Und als letztes: Da sich der Taupunkt einer ungedämmten Wand in der Wand selbst befindet hat man bekanntlich mit etwas Pech je nach Konstruktion mit durchfeuchtetem Mauerwerk zu kämpfen, wobei u.U. nicht einmal der ganze Sommer zum ausreichenden Entfeuchten ausreicht. Das dies die Heizperiode unnötig verlängert und somit unnötig Energie kostet, brauche ich sicherlich auch nicht erwähnen. Abhilfe: Fachmännische Dämmung. Und ja, Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn man allerdings nur mit Ausnahmen argumentiert, bewegt man sich auf ziemlich schmalem Grat. 😉

  39. Grabitz sagt:
    „In den anderen Punkten kann ich ihm größtenteils zustimmen. z.B. auch bei dem Thema Erdwärmepumpe. Das ausgekühlte Gestein in der Tiefe kann sich gar nicht so schnell nacherwärmen wie ihm wieder Wärme entzogen wird. Ganz abgesehen von den reinen Bohrkosten von ca. 70-80 €/lfm (bei 150-200 benötigter Bohrmetern, je nach Hausgröße und Untergrund) zzgl. Anschlußkosten + Pumpe + Speicher. Mögen jene Freude daran haben die zu viel Geld haben.“
    Alles andere mag ja korrekt sein, aber die Aussagen zur Geothermie sind falsch. Die Nachlieferung von geothermischer Wärmeenergie im Untergrund wird durch die spezifische Wärmeleitfähigkeit des Gesteins bestimmt. Diese physikalische Größe wird vor der Planung einer Erdwärmeanlage bestimmt bzw. gemessen. Bei größeren Anlagen wird sogar eine Simulation zur dauerhaften Entzugsleistung vorgenommen.
    Die heutigen Kosten von oberflächennahen Geothermiebohrungen (bis ca. 200 m Tiefe) liegen bei 40-50 EUR/m. Im Übrigen benötigt ein modernes Haus von 150 m² Wohnfläche mit einem Heizwärmebedarf von 60 kWh pro m² und Jahr (das ist kein Energiesparhaus!) je nach Untergrundgestein zwischen etwa 110 Bohrmeter (grundwasserfreier Sand, Kalk, Mergel mit geringer Entzugsleistung) und 60 Bohrmeter (z. B. in der Rheinschiene zwischen Köln und Wesel).
    Bitte nicht immer alles in einen Topf werfen und pauschal verdammen. Übrigens: Wenn von den sog. regenerativen Energien eine sinnvoll ist, dann ist das die oberflächennahe Geothermie zu Heizzwecken.
    Gruß Rainer Olzem

  40. @ Nachtabsenkung
    Hier wird die energiesparende Wirkung verkannt, die das stetige Durchheizen durch mehrere Faktoren bringt:

    1. Die Raumtemperatur kann dauerhaft abgesenkt werden, da die notwendige Behaglichkeit dank wärmerer Raumoberflächen bei geringerer Raumlufttemperatur erreicht wird.

    Daß geringere Raumtemperatur ein hohes Ersparnispotential bringt, ist doch eine Binsenweisheit, die keiner näheren Erläuterung bedarf.

    2. Die geringere Raumlufttemperatur bedingt auch geringeren Luftdruckunterschied zu draußen und damit geringere – energieverschwenderische – Abluftverluste.

    3. Die Nachtabsenkung fördert den Tauwasseranfall in der Außenhülle, da sich bei abnehmender Raumlufttemperatur deren rel. Feuchte erhöht. Der „Tau“ geht als Kondensat in die Wand und muß dort jeden Morgen erst mal mühsam rausgeheizt werden, bevor es warm wird. Oder sorgt notfalls – da das bei diffusionsoffenen, aber kapillarsperrenden Dispersionsanstrichen nicht gut gelingt – für Schimmelpilz.

    4. Die Erfahrungen von Heizspezialisten mit mehrjährigen „Heizversuchen“, die mir ihre Ergebnisse mitteilten, bestätigen die Energiesparwirkung des Durchheizens, ebenso die Beobachtungen des Heizungsingenieurs und Vater der Temperiertechnik Dipl.-Ing. Alfred Eisenschink.

    5. Abkühlen und Aufheizen folgen Exponentialfunktionen. Schneller kann man Energie im Vergleich zum stetigen Heizen kaum verbrezeln.

    Und was die Ereignisse an Außenwänden im Winter betrifft, kann man das entweder emotional, auf Grundlage persönlicher Lagebeurteilung, auf Basis der Laborkünste der U-Wertfraktion beurteilen oder eben meßtechnisch. Ein simples Infrarotthermometer könnte den Zweiflern da sehr helfen. Sowas gibt’s schon für wenig Geld im Handel. Ich habe dadurch viel Spreu vom Weizen trennen können und empfehle es zum Erkenntnisgewinn. Teurer ist die Thermografie, die – richtig angewendet – das gleiche bringen kann. Meßt doch mal eine Dämmfassade neben einer Massivfassade um 16.00 auf der Südwestseite. Dann dürfte alles klar sein – wenn Goodwill da wäre.

    Konrad Fischer
    Dämmskeptiker

    PS: Im Filmchen mal wenigstens ab 21:00 reingucken, wenn es um die wasserfesten Dämmstoffe geht … oder eben fleißig weitermaulen und alles besserwissen 😉

  41. Ich wollte schon am Sonntag einen kritischen Kommentar schreiben, aber dann war der Beitrag von EIKE wieder herausgenommen. In einer persönlichen mail – über Kontakte – lobte ich den Entscheid das Interview von H. Fischer u. H- Lüdecke herauszunehmen. Ich habe mich getäuscht.

    Im Grunde sprachen Herr Repmann und und Herr Zube die Schwachpunkte in H. Fischers Äußerungen bereits an. Bei H. Fischer ist beständig Sonne, weil es in einer Tour nur solare Gewinne in der Massivwand gibt – sind die alle schwarz gestrichen ? – und das womöglich in allen Himmelsrichtungen. Dann müssten die Photovoltaik und Solarthermie in Deutschland sich ja auch ohne Subventionen armortiesieren ?

    in der Regel wird mit Styropor gedämmt. Und die soll nach H. Fischer andauernd abgesoffen sein ? Tauwasseranfall im Winter und im Sommer ? – also immer ??? Ist Styropor ein Schwamm ? Also an meiner Hauswand dämmt das hervorragend.
    Im Erdgeschoss habe ich 60 cm starkes Bruchsteinmauerwerk (Lambda ca. 2,8, das ist schlechter wie Beton) als Wand (alter Vierseitenhof), nach H. Fischer würde das am Abend die aufgenommene Sonnenenergie blendend aufnehmen, da massiver wie Ziegel. („Dann strahlt der Massivbau immer noch die tagsüber aufgenommene Solarenergie ab „) Habe ich im ersten Winterjahr absolut nicht erlebt. -18° Nachtemperatur über 3 Wochen, Fußbodenheizung, mit Pumpe auf Stufe 3, 24 Stunden gelaufen, und Temperatur in der Küchenmitte 16° in Maximum. An der Innenseite der Außenwand waren es 10°. Also hatte ich bereits Konvektion im Raum. Die Butter brauchte nicht in den Kühlschrank. Meine Frau schaltete immer den Backofen ein. Das mag zwar extrem sein, aber auch bei Temperaturen von -5° wurde die Küche und Eßraum nicht warm. Die 60 cm Wand entspricht einer Dämmung von ca. 1 cm Styropor WLG40, oder 3 cm Ziegel !!!
    Eine massive Wand strahlt schon Wärme ab, aber bestimmt nicht den Hauptanteil ihrer Wärme in die warme Wohnung, sondern in die kalte Außenluft, dorthin wo die größte Temperaturdifferenz herrscht. So viel Grundkenntnisse sollte man haben. Und weder im Winter noch in der Übergangszeit habe ich eine signifikante Aufwärmung der Wand gespürt, vor allem weil diese hell (weiß) sind.
    Ab dem nächsten Jahr, das war 95, habe ich gedämmt, 10 cm Styropor WLG 040, auf den Sandstein. Prima. Fußbodenheizung läuft nur noch 12 Stunden, Pumpenstufe 1-2, und es ist warm. Gut sind die massiven Wände, die halten die Temperatur dank der Dämmung sehr lange im Rauminneren.
    Die Küche ist ein Vorbau, wie ein U, mit den Seiten nach Ost, Nord und West gerichtet. Den Mineralputz habe nicht gestrichen. Die Nordseite allerdings ist im Laufe der Jahre geschwärzt, durch Algen, bzw. Schimmel (kann aber auch an der Wiese und den in 3 m Abstand befindlichen großen Nadelbäumen des Nachbarn liegen). Gedämmte Seiten die nach Osten, Westen, oder vor allem Süden ausgerichtet sind, sind trotz fehlender Farbe aber immer noch Naturweiß. Eine andere Nordwand, die allerdings 7 m von den Bäumen entfernt steht und teilweise von der Nachmittags-Abendsonne beschienen wird weist keine Verwitterung auf.
    Dass gedämmte Wände leichter vermosen, – muss aber nicht sein – vor allem nordseitig, ist bekannt.

    Das Haus meiner Eltern, ein Mietshaus der Neuen Heimat, Bj. 1957, wurde vor 30 Jahren wärmegedämmt, mit 4 cm Styropor. Bisher alles i.O.

    Ein wenig sehr populistisch redet Herr K.F. hier schon daher. In dieser Art und Weise ist das bei Architekten sehr oft der Fall. Die mögen einfach keine gedämmten Wände.
    Ich hatte mich zwar schon einmal über gedämmte Wände geäußert und die Vorteile physikalisch betrachtet, hatte aber keine Resonanz. Die Äußerungen von H. Fischer stehen bezüglich der Dämmung im vollkommenen Widerspruch dazu. In den anderen Punkten kann ich ihm größtenteils zustimmen. z.B. auch bei dem Thema Erdwärmepumpe. Das ausgekühlte Gestein in der Tiefe kann sich gar nicht so schnell nacherwärmen wie ihm wieder Wärme entzogen wird. Ganz abgesehen von den reinen Bohrkosten von ca. 70-80 €/lfm (bei 150-200 benötigter Bohrmetern, je nach Hausgröße und Untergrund) zzgl. Anschlußkosten + Pumpe + Speicher. Mögen jene Freude daran haben die zu viel Geld haben.

    Auch wenn Herr Lüdecke Prof. der Physik ist, lässt er sich jedoch in Sachen Bauphysik ein X für ein U vormachen. Solche Interviews sollten vorher ein peer-review Verfahren durchlaufen, wäre besser für EIKE.

  42. Tja, so ist dass, wenn man Hunde und Katzen mischt, Herr Fischer!
    Ich empfehle Ihnen daher, im Winter komplett auf warme Bekleidung zu verzichten. Der Taupunkt soll zumindest anfangs noch außerhalb des Körpers liegen!;-)) Im Ernst! Irgendwelche Extrembeispiele haben keinerlei Aussagekraft! Dieses Thema ist in dieser Form leider ein absolutes Eigentor für Eike und Sie , Herr Professor Lüdecke!

  43. Der Herr Göhler sagt (fast wortgleich) dasselbe.

    Ich halte das auch dort gewählte Analogon „Stop and Go“ beim Autofahren für die Nachtabsenkung der Raumtemperatur für keines.

    Beim Autofahren erhöhe ich die zum Erreichen meines Fahrtzieles erforderliche Gesamtenergie durch BREMSEN. Diese -in Wärme umgesetze Bewegungsenergie des Fahrzeuges- muß ich natürlich immer nachliefern.

    Wo ist das „Bremsen“ bei der Nachtabsenkung? Ich gehe einfach zyklisch vom Gas. Würde man derart Autofahren, wäre der Gesamtverbrauch (wie auch -zugegeben- die Durchschnittsgeschwindigkeit) geringer.

  44. Frei nach K.F. müsste man also den Kühlschrank- und Warmwasserspeicher-Herstellern nahe legen, ihne Behältnisse mit Ziegeln statt Dämmschaum zu isolieren, um eine höhere Energieersparnis zu erreichen. Wer hätte das gedacht? In jedem Falle Nobelpreisverdächtig.
    Ich schlage K.F. einmal einen netten Test vor: Im Winter bei -10°C gehe ich mit ihm für einige Zeit vor die Tür, er zieht einen extra konstruierten Ziegelanzug an (wohl temperiert) und ich eine kuschelige Daunenjacke. Nur weiß ich vorab, dass ich nicht derjenige sein werde, der erfriert.

    Bald noch besser ist der Vorschlag von K.F., eine Nachtabsenkung bei der Heizungsanlage würde mehr Heizenergie bedeuten. Interessant, wenn ich innen weniger Energie zuführe, erhöht sich der Energieverbrauch und wenn ich mehr Energie zuführe, verringert sich dieser. -> Nobelpreis

    Und natürlich unterschägt K.F. mal wieder, dass er lediglich Beispiele für völlig falsch ausgeführte Dämmung als Beispiel nimmt (Mineralwolle ohne Feuchtigskeitssperre als Außenwanddämmung ist Unfug, man benötigt feuchtigkeitsunempfindliche Dämmstoffe), ebenso wie die Tatsache, dass ohne Dämmung der Taupunkt in der Wand liegt. Eine versottende Mauer ist natürlich viel besser…
    Ich wohne in einem ungedämmten Altbau BJ 1936 und mein Bad befindet sich in einem Teil des Hauses, wo früher der Stall war und daher nicht zweischalig gebaut wurde, sowie die Wandstärke geringer ist. Aufgrund der sehr geringen Wandtemperaturen kommt es dort zur Schimmelbildung, die man nur Mittels Außendämmung auf unschädliche Werte anheben könnte.
    Aber es ist auch kein Wunder, dass viele nachträglich gedämmte Häuser kaum weniger Energie benötigen, denn der entscheidende Fehler wohnt schließlich im selbigen (und lässt Fenster dauerhaft gekippt).

    Solare Gewinne von ungedämmten Fassaden (bestenfalls noch weiß gestrichen) sind alleine in Anbetracht der winterlichen Sonneneinstrahlung Unsinn. Wenn man dann noch die Strahlungsverluste in die kalte Umgebung plus kühlenden Wind betrachtet, sind sie nahezu nicht vorhanden. Solare Gewinne erzielt man nur durch einfallendes Sonnenlicht in die Fenster.

    Und sicherlich kann auf der Wetterseite irgendwann einmal Algenbefall an Wänden auftreten. Allerdings sollte man die Ursache dann bei unbrauchbarer Farbe suchen. Unser unbeheiztes, gemauertes Gartenhaus mit exorbitant kühlen Wandtemperaturen hat jedenfalls selbst auf der Wetterseite solche Probleme nicht.

    Naja, vielleicht hat K.F. während seines Studiums bei Thermodynamik gefehlt. Ich meine, dass er seine fehlenden Kenntnisse nachholen sollte, anstatt seit Jahren einen solchen Unfug zu verbreiten.

    Ich frage ich auch gerade, ob sich EIKE mit der Veröffentlichung dieses Interviews als Sprachrohr für das fragwürdige physikalische Verständnis von K.F. lächerlich machen möchte. Oder möchte man ihm lediglich den Boden dazu bereiten, sich noch lächerlicher zu machen, als er es eh schon ist?
    In Anbetracht der Tatsache, dass Prof. Lüdecke Physiker ist, bleibt als Schlussfolgerung eigentlich nur Möglichkeit 2.

    Im Kampf gegen die sich immer mehr als unsinnig erweisende CO_2-Hysterie und den Irrweg der deutschen Energiepolitik stehe ich wirklich hinter Euch, aber der Artikel hier hätte eher sinnvoll am 11.11. um 11:11 h oder am 1.4. gepasst.

  45. Mir leuchtet die im Beitrag postulierte Unsinnigkeit einer Nachtabsenkung noch nicht recht ein. Können Sie die besser begründen?

    Mein Gedankengang:
    – Heizleistung == thermische Verlustleistung (im stationären Zustand))
    – thermische Verlustleistung = f(Temperaturdifferenz-innen/aussen , Gebäudekonstanten, evtl. Luftbewegung?, …)
    – Temperaturdifferenz beeinflussbar durch anthropogene Klimaerwärmung (Witz) und/ODER Rauminnentemperatur!!

    Wenn ich schon nicht dämmen soll (das würde oben die Gebäudekonstante ändern), kann ich allein die nötige Heizleistung (im Integral dann also die Heizenergie) senken durch niedrigere Innentemperatur. Die senke ich am besten, wenn ich nicht da bin oder wenigstens unter Daunen.

    Während der Absenkungsphase kann ich gar keine energetischen Nachteile erkennen und während der (morgendlichen) Aufheizphase sind doch nur solche denkbar, die unterhalb jener der Alternative (ohne Absenkung die ganze Nacht voll durchpowern) liegen müssen, da ich im Moment des Erreichens der Tag-Soll-Raumtemperatur (bzw. 1 Grad früher) mit dem Aufheizen aufhöre.

    O.k., ich haba da kurzzeitig höhere Vorlauftemperaturen – aber sind die es nicht wert?

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