Voll-Versorgung mit Photovoltaik? Ein Scenario!

Die „Energiewende“ sieht bis 2020 eine „Versorgung“ Deutschlands mit 35 % Elektroenergie aus „Erneuerbaren“ vor. Bis 2050 soll dieser Wert auf 80 % gesteigert werden. Einen großen Anteil daran soll die Solarenergie haben. Die Sonne scheint zwar in unseren Breiten nur für ca. 850 Vollaststunden, aber das ficht die Politik nicht an. Es gilt zu gestalten. Unser Autor Michael Treml hat sich einmal angeschaut was diese „solare Versorgung“ bedeuten könnte.


Hier ein Beispiel vom Januar 2010 für die Erzeugung einer Photovoltaikanlage mit einer

1.Nennleistung 10,8kWp.

2.Die Spitzenleistung 7,3kW

3.Mittelwert im Monat 0,218kW

4.kleinste Leistung war 0kW

5.Erforderliche Fläche 100 m²

Die jetzt folgenden Berechnungen beziehen sich auf den Januar 2010.

Um eine Nennleistung von 1kWp zu installieren braucht man eine PV-Fläche von 10m². Deutschland braucht aber im Jahre 2050 80.000.000kW. Es ist also diese Leistung mit 10 zu multiplizieren um die erforderliche Fläche zu errechnen. Das ergibt dann eine Fläche von 800.000.000m2. Das sind dann 800 km², damit könnten wir eine Stadt wie Köln zudecken, hätten aber eine installierte Leistung von 80GW. Aus dem Betriebshandbuch der PV-Anlage erfahren wir das mit einem Nutzungsgrad  von 10% im Jahresmittel gerechnet werden kann. Wir erreichen im Januar nur 2% also 1,6 GW. Die Nächte sind lang und bei Tag ist schlechtes Wetter. Wie bei den WKA müsste der Strom der oberhalb der roten Mittelwertlinie dargestellt ist gespeichert werden und dann die weissen Flächen unterhalb der roten Linie füllen. Und tätsächlich bieten die Hersteller Batterieanlagen an mit denen sich das machen lässt. Aber was für eine Batterie könnte denn  benutzt werden. Beispiel : Autobatterie

Die zu speichernde Arbeit ist ca. 47,1kWh. Entspricht der weissen Fläche auf die der Pfeil zeigt.

0,218kW * 24h * 9Tage=47.1kWh

Eine gängige Autobatterie von 12V 35 Ah hat eine Kapazität von 0,42 kWh.Um 47,1kWh abzudecken muss man 112 Autobatterien aufstellen und das dazugehörige Lademanagementsystem. Das wird teuer. Aber der Sonnenbauer braucht sich darum nicht kümmern. Das muß per Gesetz der Netzbetreiber regeln und müsste das mit Pumpspeicherwerken realisieren. Auch über diese Kosten mache ich mir keine Gedanken. Die werden über das EEG an den Stromverbraucher weitergegeben. Null Problemo !!!!

Wir haben aber dann in diesem Monat eine kontinuierliche Leistungsabgabe 0,218kW bei einer Installierten Leistung von 10,8kWp. Der Nutzungsgrad liegt wegen der Jahreszeit bei ca. 2%.

Nutzungsgrad=0,218kW / 10,8kW * 100

 Das Netz fordert aber als Spitzenlast 80.000.000 kW. Um diese Leistung zu erzeugen brauchen wir im Januar 2050 mehr  Anlagen der Grösse der Wittumschule.

80.000.000kW / 0,218kW = 366.972.477Anlagen

Ich wiederhole : 366.972.477 Anlagen.

Die benötigte PV-Flache ist dann 36.697.247.700 m². Das sind mit 36.697km² etwa 10% der Fläche Deutschlands. Utopisch, aber die mittlere Leistung der Photovoltaikanlagen ist jetzt 80 GW. Man kann also Deutschland nicht mit Photovoltaik allein versorgen, es müssen wieder die guten alten fossil- oder nuklear befeuerten Dampfkraftwerke ran. Oder man nimmt 140 gasgefeuerte GuD-Kraftwerke. Einen Haken hat die Sache. Dieser Zustand gilt für einen Nutzungsgrad von 2%. In Deutschland kann man im Jahresmittel aber 10% erreichen. Dadurch reduziert sich die erforderliche Anlagenzahl im Sommer auf  73.394.495 und die erforderliche Fläche auf 7339 km². 140 GuD-Kraftwerke braucht man weiterhin. Ein Teil davon steht nur im Wartestand und kostet Geld. Das es so nicht geht ist offensichtlich. Beschränken wir uns also auf folgende Eckpunkte:

1. Installierte PV-Leistung 80GWp mit Batteriepufferspeicher

1a.Nutzungsgrad 10%

1b.Benötigte Fläche 800km²

2. Maximale PV-Leistung Sommer 8GW

3. Minimale PV-Leistung Winter 0GW

4. Maximale Netzlast 80GW

5. Installierte GuD-Leistung 80GW

6. Installierte GuD-Kraftwerke 140

Halt ! Batteriespeicher hat doch niemand gebaut !

1. Installierte PV-Leistung 80GW

1a.Nutzungsgrad 10%

1b.Benötigte Fläche 800km²

2. Maximale PV-Leistung Sommer 80GW

3. Minimale PV-Leistung Winter 0GW

4. Maximale Netzlast 80GW

5. Installierte GuD-Leistung 80GW

6. Installierte GuD-Kraftwerke 140

Wer Lust hat kann ja mal die benötigte Stahlmenge für PV ausrechnen.Vorsicht! Da bleibt einem die Spucke weg.

Der gute Ökofritze will ja nun den Ausgleich  der PV-Erzeugungsschwankungen mit GuD-Kraftwerken ausführen. Nehmen wir einen schönen Wintertag mit 80GW Spitzenlast, nur klarer Himmel, mit 80GW PV-Leistung. Abends geht die Sonne unter, dh. innerhalb einer kurzen Zeit müßten dann 140 GuD-Kraftwerke anfahren und auf volle Leistung gehen. Das ist doch kaum vorstellbar. Dann müßten ja alle zugehörigen Dampfkesselanlagen für Warmstart unter Druck bereitstehen und alles muss klappen. Wer soll das bezahlen?

Wenn man jetzt die Ungleichförmigkeit der Stromerzeugung mit Pumpspeicherwerken glätten will ohne GuD-Kraftwerke, was ist dann an Anlagen aufzuwenden ? Ich nehme wieder den schon genutzten schönen Wintertag mit 8 Stunden Helligkeit und 16 Stunden Dunkelheit. Bei einem Nutzungsgrad von 100% für 8 Stunden müssen wir die PV-Leistung von 80 GWp aufteilen um mit Beginn des Sonnenscheins die aktuelle Netzlastspitzenlast von 80GW zu 1/3 für 8 Stunden abdecken zu können, gleichzeitig müssen während dieser Zeit die Pumpspeicherwerke für die folgenden 16 Stunden Dunkelheit mit 2/3 der PV-Leistung aufgeladen werden. Die GuD-Kraftwerke müssen während dieser Zeit die Differenz zwischen PV-Leistung und Netzlast abdecken.

 

Wir brauchen Pumpspeicherwerke für eine Pumpleistung von 53.3 GW und eine Generatorleistung von 26,6GW.  Das ist 53 mal Goldisthal fürs Pumpen und 26 mal Goldisthal für den Generatorbetrieb.  Das Pumpspeicherwerk Goldisthal  ist das grösste in Deutschland. Es hat eine Leistung von 1,05GW und kann  ca. 8 Stunden laufen. Und falls das mal nicht klappen sollte brauchen wir dringend die 140 GuD-Kraftwerke. Aber ganz fix. Über die Kosten mache ich mir keine Gedanken. Die werden über das EEG an den Stromverbraucher weitergegeben. Null Problemo !!!!

Wenn man weiss, das PV-Anlagen weder die Netzspannung noch die Netzfrequenz regeln können fragt man sich :

Wie kann man denn jetzt ein solcherart gespeistes Netz anfahren ?

So startet man ein PV-Teilnetz.

Um ein solches Netz anzufahren braucht man ein schwarzstartfähiges Kraftwerk. Schwarzstartfähig heisst: Dieses Kraftwerk kann ohne Einspeisung von fremden Strom anfahren, z.B. Pumpspeicherwerke im Bergland oder Luftspeicherwerke im Flachland oder ein  im Eigenbedarf laufendes Dampfkraftwerk. Diese Kraftwerke haben die Fähigkeit, durch ihre grosse Kurzschlußleistung, ein kleines Teilnetz auf Nennspannung und Nennfrequenz zu ziehen. Eine solche Maschine schaltet man auf das Netz. Wenn das Teilnetz wieder stabil ist können sich die Photovoltaikanlagen ankoppeln und Leistung übernehmen. Dazu brauchen sie die Netzspannung und eine niedrige Netzimpedanz die Ihnen anzeigt das ein großes Netz stabil vorhanden ist in das sie einspeisen können. Es gibt für so kleine Anlagen wie die Wittumschule keine zentrale Leittechnik über die man eingreifen könnte. Diese Anlagen können die Frequenz und die Netzspannung nicht regeln. Sie sind darauf ausgelegt im Sonnenbetrieb die höchstmögliche Leistung abzugeben. Das tun sie in dem sie einen sinusförmigen Strom ins Netz geben, der phasengenau mit der Netzspannung geführt wird. Die Regelung übernimmt ein Wechselrichter, in diesem Fall Inverter genannt. Dessen Hauptaufgabe  ist es das Produkt aus Photozellenstrom und Photozellenspannung auf dem für die Sonnenverhältnisse geltenden Höchstwert zu halten und damit auf dem höchsten Ertrag für den Sonnenbauern. Treten Störungen in der Netzimpedanz  auf oder steigt die Frequenz auf über 50,2Hz werden die PV-Anlagen sofort abgeschaltet. Im Netz auftretenden Blindstrom, das ist ein Strom variabler Größe dessen Phasenlage um 90Grad gegen die Netzspannung versetzt ist, muss das Kraftwerk übernehmen. Moderne PV-Inverter können auch Blindstrom liefern, reagieren aber nicht auf veränderliche Anforderungen des Netzes, also konstanter cos phi. Blindstrom entsteht beim Betrieb induktiver oder kapazitiver Betriebsmittel wie Motoren oder Stromsparlampen. Blindstrom belastet die Kabel und verkleinert die Transportkapazität für Wirkstrom.

Falls man mit einer Speicheranlage gestartet ist, ist zu bedenken, dass die Speicheranlage nicht in der Lage ist lange zu laufen. Man muss also zusehen so schnell wie möglich ein Dampfkraftwerk anzufahren, dass dann die Netzführung übernimmt. Dann schaltet man die Speichermaschine ab. Wenn in dieser Situation bei Sonnenschein zuviele PV-Anlagen ans Netz gehen steigt die eingespeiste Energie und damit die Frequenz unaufhörlich an. Das drehzahlgeregelte Kraftwerk nimmt daraufhin seine Leistung zurück, um die Netzfrequenz zu halten, bis die Leistung null ist. Dann kehrt sich der Energiefluß um in Richtung Netz zum Generator. Diesen Zustand nennt der Kraftwerker Rückwatt. Nach kurzer Sperrzeit öffnet der Generatorschalter und das Kraftwerk läuft auf Eigenbedarf ohne Netz weiter, versorgt sich selbst mit Strom. Da jetzt die Führungmaschine nicht mehr die Netzspannung führt kommt es im Netz zu chaotischen Spannungssprüngen. Das bedeutet, dass der Vectorsprungschutz der PV-Inverter anspricht und sie sofort abschaltet. Das Netz ist wieder schwarz. Dann kann nur noch das im Eigenbedarf laufende Dampfkraftwerk die Rettung bringen. Im Text springen wir jetzt zurück nach : So startet man ein PV-Teilnetz.

Wie man aus der bisherigen Schilderung ersehen kann ist ein Betrieb von Photovoltaikanlagen in der benötigten Anzahl eine reine Utopie. Photovoltaik kann nur auf einen kleinen Teil des Strombedarfs ausgebaut werden und braucht ebenso wie die  Windkraft Speicherwerke, Ersatzkraftwerke für die Grundlast, die Mittellast und die Spitzenlast auf der Basis von fossilen oder nuklearen Brennstoffen. Zusätzlich muss immer mindestens eine rotierende Maschine die Netzspannung und Netzfrequenz führen. Diese Leistung wird Regelleistung genannt. Deutschland ist in vier Regelzonen aufgeteilt, in denen jeweils ein Übertragungsnetzbetreiber die Verantwortung für das Gleichgewicht von Ein- und Ausspeisungen im Stromnetz hat. In Deutschland werden insgesamt 7000 Megawatt positiver Regelleistung (zusätzliche Leistung für den Engpassfall), und 5500 Megawatt negativer Regelleistung (Senkung der Produktion bzw. künstliche Erhöhung des Verbrauchs) vorgehalten. Die Kosten dafür betragen etwa 40 Prozent des gesamten Übertragungsnetzentgeltes. Mit dem weiteren Ausbau der PV werden auch hier die Kosten stark ansteigen, denn die erforderliche Regelleistung wird stark ansteigen. PV kann man eigentlich nur als lästiges Anhängsel mit wenig Effizienz betrachten, ist aber gut für den Besitzer. Dem ist für 20 Jahre eine Rendite seines eingesetzten Kapitals durch das EEG verbrieft. Derzeit trägt die Photovoltaik mit 1,9% zur deutschen Stromversorgung bei. Die Kosten dafür werden über das EEG auf die Stromkunden abgewälzt.  Zurzeit 3,5 Cent/kWh.  Im Jahr ca.14 Mrd.€ . Null Problemo !!!!

 

Bild entnommen aus:

http://www.bürger-für-technik.de

Da ich jetzt soweit gekommen bin mit meinen Überlegungen kommt mir wieder der Gedanke  :  Photovoltaikanlagen haben ja nur eine Lebensdauer von 20 Jahren. Wir brauchen dann ein Management für Neubau und Abriss von Photovoltaikanlagen, den wir müssen ja im 20 jährigen Turnus die PV-Anlagen austauschen. Da kommen Ewigkeitskosten, wie im Ruhrgebiet fürs Pumpen, auf uns zu, nur in gigantischem Ausmass. Das Gleiche wie bei der Windkraft. Aber diese Sache schafft wenigsten Arbeitsplätze. Leider die meisten in China. Da kommen die meisten Sonnenpaneele her. Null Problemo!

Michael Treml für EIKE

Prozessleittechiker und Windkraftkenner mit 40 jähriger Erfahrung in Kraftwerkstechnik 

jetzt im Ruhestand

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15 Kommentare

  1. @12: Seifert: Ein Energiemix von WKA:PV von 4:1 „preiswerte Perspektiven“ ??

    Wie preiswert, bitte schön Herr Seifert, in Form eines (unsubventionierten) Strompreises von wieviel Cent/kWh (inklusive Speicherung und Grundlastsicherung durch Gaskraftwerke, ja nicht vergessen)? Was schätzen Sie?

  2. #9 Korrektur
    zur Größe der Flügel einer WKA

    Die Flügel sind 38m lang, der Durchmesser ist knapp 80m (zusätzlich der Nabe)

  3. @11 Herr Heinzow, vielen Dank für diesen weiteren Hinweis zur Verlumpung des deutschen Parteienfilzes und seiner Vertreter. Also auch der, ach so feine, Bundespräsident: er findet Korruption, wenn es schon um die richtige Sache geht („seine“ natürlich) nicht so schlimm, „geringe Schuld“, wenn man Geld schmiert zum Bau von Vogelschredder.

    Dass die Anwedung von Recht nach zweierlei Mass der Beginn der vollständigen Verlumpung eines Gemeinwesens Richtung unbehebbarer Bananenrepublik Zustände a la mancher Südamerika-Staaten oder Griechenand, entgeht den selbstgerechten, selbternannten „Eliten“ Deutschlands vollständig. Wer holt sie wieder auf den Boden des Anstands zurück?

    Vielleicht nur das Volk selbst? Wahlverweigerung oder die Wahl der Partei der Vernunft bleibt nur als Ausweg? Oder soziale Unruhen auf der Strasse, wenn Millionen von Hartz IV Empfängern auch den Strom nicht mehr bezahlen können…

  4. Ich halte es für sinnfrei eine PV-Vollversorgung in Verbindung mit GUD vorrechnen zu wollen, nur um zu beweisen, dass es Blödsinn ist.
    Viel interessanter ist doch eine Rechnung die einen kostengünstigen (was nicht heißt, dass es billig ist) Mix in Deutschland darstellt.
    Herr Matthias Popp wurde hier im Forum ja lächerlich gemacht. Aber der hat genau hier mal nachgerechnet. Bei einem Erzeugungsmix von 1 : 4 von PV:Wind liegt seinen Berechnungen nach das Optimum. Hierzu müssen allerdings Windkraftwerke auf mehr als 3000 Volllaststunden ausgelegt werden, und zwar onshore. Dies ist ohne weiteres möglich. Hieraus ergeben sich wirklich interessante und preiswerte Perspektiven.

    Gruß
    H.Seifert

  5. @ Chris Frey #3

    „Daumen drücken für unseren Bundespräsidenten! Ein Hoffnungsschimmer?“

    Der war und ist doch ist doch einer größten „Förderer“ der sog. „erneuerbaren Energien“.

    Unter seiner Regierung wurden Verfahren gegen „Windmühlenbauer“ und Gemeindevertretern, die sich Geldgeschenke per Vertrag gegen Genehmigungen versprechen ließen, wegen „geringer Schuld“ eingestellt, selbst bei Summen von 400 000 DM.

    „Förderung“ heißt in dem Fall: Zuschanzen von Subventionsgewinnen an Hersteller, Banken und Betreiber und Erlaubnis von korrumptiven Verhalten von Gemeindvertretern, zur Durchsetzung der von den Anwohnern nicht gewollten Projekte.

  6. 1. es gibt bereits pv module die seit 40 jahren strom erzeugen. zugegeben etwas weniger als zu beginn, aber sie laufen noch. wieso konstruieren sie hier einen wechselrhythmus von 20 jahren?
    2. pro qm von 100 watt auszugehen heisst schlicht die immer besser werdenden module zu negieren. es gibt jetzt bereits module mit ueber 300 watt..
    3. wer sagt denn das 100 prozent pv in 2050 erwuenscht ist?
    4. wie bereits von mir gesagt, die pv muss intelligent eingespeist und noch besser lokal verbraucht werden – da muessen wir hin

    lg hans thoma

  7. Entschuldigung an die anderen, hier ist eigentlich von Photovoltaik die Rede.
    Aber vieleicht können wir die WKA Technik auch kurz abhandeln?

    #6: Michael Treml

    Vielen Dank für Ihre Mühe und Antwort.
    So ähnlich hatte ich mir das gedacht, aber nicht genau gewußt. Wissen Sie auch, an welcher Spannung der Inverter arbeitet? (Ich denke z.B. 2,5kV wg. der Strombelastung und dann an einen Trafo)

    Mit Mehrfrequenzgenerator habe ich den „permanenterregten Generator (Neodym“ gemeint, der je nach aktueller Drehzahl sicherlich eine andere Frequenz erzeugt. Deshalb die notwendige Gleichrichtung für den DC-Zwischenkreis.

    PS:
    Bei den 2,3 MW WKAs in unserer Nähe ist kein Getriebe notwendig. Der Generator hat einen Aussendurchmesser von ca. 6m – Langsamläufer wegen Geräuschentwicklung.

    PS.PS:
    Läuft der WKA unter Voll-(erer) Last, so biegen sich die 75m langen Flügel deutlich nach hinten. Der Geräuschpegel enspricht einer stürmischen Brandung am Meer, mit an- und abschwellen wenn ein Flügel am Mast vorbeistreift.
    Ziemlich unangenehm, da die tiefen Töne schlecht auszusperren sind.
    Kommentar der weiter weg wohnenden Besitzer: Das muss man aushalten, dafür wird kein Co2 produziert.

  8. Herr Treml,

    ich finde Ihre Rechnung sehr verwirrend, zumal das Ganze mit PV-Vollversorgung betitelt ist.

    Ich verweise nochmal auf unsere Diskussion zum Windenergieausgleich:
    http://tinyurl.com/5tg2th7

    Eine überschlägige Rechnung für eine PV-Vollversorgung sähe (progressiv) etwa wie folgt aus:

    1) Jahresstrombedarf D. ~500 TWh (=5e14 Wh)
    2) PV-Jahresstromertrag D. ~1000 Wh/W_p
    3) daraus inst. PV-Leistung: ~500 GW_p (=5e11 W_p)
    4) Speicherkapazitätsbedarf lt Kap 6.1 im folgenden Link etwa drei durchschnittliche Verbrauchsmonate (verlustfrei gerechnet) bzw gut 1/4 des Jahresstrombedarfs:
    http://tinyurl.com/6dvdjz5
    5) Speicherbedarf also 5e14 Wh/4 = ~120 TWh (120e12 Wh)
    6) Goldisthal hat knapp 10h*1GW=10GWh (=1e10 Wh) Kapazität.
    7) daraus Speicherkapazitätsbedarf: 120e12 Wh/(1e10 Wh/G_PSKW)= 120e2 G_PSKW) entspr. 12000 (!) Goldisthal-Speicherkapazitäten. Das liegt einfach daran, daß enorme Energiemengen vom sehr ertragreichen Sommer in den sehr ertragsschwachen Winter verschoben werden müssen.

    Eine Abschätzung mit Teilbackup wird geringfügig komplizierter. Hier wäre zunächst der gewünschte PV-Anteil an der Jahresstromerzeugung festzulegen. Als nächstes bestimmt man die Residuallast (Netzlast abzgl PV).

    Nun gilt es, den Backup-Einsatz zu planen. Ziel ist es, die höchsten noch verbleibenden Residuallasten mit dem Backup abzusenken. Wir erstellen also die Leistungsdauerlinie der Residuallast und senken die höchsten vorkommenden Residuallasten soweit ab, daß die Fläche, um die abgesenkt wird, der Jahresstromerzeugung des Backups äquivalent ist (s. Bsp. unten im Text). Dann sortieren wir wieder in richtiger zeitlicher Reihenfolge zurück und erhalten die Zeitreihe, die zuletzt noch durch Speicher auszugleichen wäre. Hierfür läßt sich dann wieder die o.g. Ausgleichsmethode anwenden.

    Ich habe das mal für einen Energiemix (Onshore, Offshore, PV, Geo-/Hydro, zzgl. Backup) gemacht, den mir in einem Forum vorgeschlagen wurde. Besondere Einschränkung war hier eine vorgegebene installierte Leistung des Backups.

    Das Dargebot findet sich hier abgebildet:
    http://tinyurl.com/5s7sf8e
    Die zweie Abbildung verdeutlicht die Vorgehensweise der Backup-Einsatzplanung:
    http://tinyurl.com/6gbr562
    Aus der Residuallastkurve (Oben links) wird durch absteigende Sortierung die Leistungsdauerline erstellt (Oben rechts).

    Beginnend mit der höchsten Residuallast erfolgt eine Absenkung im Rahmen der verfügbaren Backup-Leistung und -Jahresarbeit (Mitte rechts). Die Fläche zwischen ursprünglicher und abgesenkter Kurve entspricht der Backup-Jahresarbeit. Die abgesenkte Kurve wird wieder zeitlich korrekt zurücktransformiert (Mitte links). Für die noch verbleibende Residuallast wird nach der Methode der kumulierenden Differenzen zuletzt der Speicherverlauf und daraus dann die benötigte Kapazität bestimmt, im Beispiel sind das etwa 2000 GWh, immerhin noch mehr als 200-fache Goldisthal-Speicherkapazität.

  9. Werter Herr Demmig,
    ich weiss leider nicht was in diesem Zusammenhang Mehrfrequenzgeneratoren zu tun haben. Oder meinten Sie Vierquadranteninverter.
    Bei einer WKA treibt ja die Windturbine über ein Getriebe einen permanenterregten Generator (Neodym) an.Der erzeugte Drehstrom wird gleichgerichtet und lädt dann den DC-Zwischenkreis des Inverters.Der Inverter hat jetzt die Aufgabe den Zwischenkreis so zu belasten das die gesammte Leistung der Windturbine, deren Leistung Sie nicht bestimmen können, ins Stromnetz eingespeist wird.Dazu benötigt der Inverter die Netzspannung und eine geringe Netzimpedanz.Dann wird der Inverter einen sinusförmigen Strom ins Netz geben, der phasengenau mit der Netzspannung geführt wird.
    Um eine WKA ans Netz zu bringen muss immer ein stabiles geregeltes Netz vorhanden sein, denn die WKA ist nicht regelfähig.Die Differenz zwischen Windturbinenleistung und Netzlast muss immer von einer frequenzgeregelten Maschine ausgeglichen werden.Fällt diese aus, so muss die WKA sofort abgeschaltet werden, sonst besteht grösste Gefahr das die Windturbine vom Turm fällt.
    Mfg
    Michael Treml

  10. #2 Kommentar M.L.
    Deutliche Parallelen zu den bekannten acht Phasen der Planung sind nicht zu übersehen:
    1. Begeisterung
    2. Ernüchterung
    3. Panik
    4. Suche nach dem Schuldigen
    5. Bestrafung Unschuldiger
    6. Auszeichnung Unbeteiligter
    7. Veröffentlichung belangloser Ergebnisse
    8. Vernichtung beweiskräftiger Unterlagen

    Kanzlerin, Umweltminister, Politiker aller Ebenen bis hinunter zum Dorfbürgermeister befinden sich in Phase 1 und werden dabei von fast allen Medien angefeuert.
    Aus dem Bericht der Bundesnetzagentur zu den
    Auswirkungen des Kernkraftwerks-Moratoriums auf die Übertragungsnetze und die Versorgungssicherheit ist allerdings zu entnehmen, daß Bescheidwisser sich längst im Übergang von Phase 2 nach 3 befinden.

    So nehmen die Dinge ihren Lauf.

  11. Schwarzstartfähigkeit oder nicht?

    Wie ist das mit den WKA’s? Die Mehrfrequenzgenreatoren arbeiten doch auch „über“ einen DC-Zwischenkreis an dem Mittelspannungsnetz, bzw. Trafo?

    Danke

  12. Ich kann mich nur Herrn Jäger in #2 anschließen. Herzlichen Dank, Herr Treml, für diese erhellende Rechnung, auch wenn ich nicht alle Details verstanden habe!

    In früheren Kommentaren hat u. a. Herr M. Schneider ein solches Szenario für die Windenergie in einem Kommentar hier auf EIKE präsentiert. Nun also solar, damit ist das Bild komplett.

    Kann unsere werte rotgelbgrünschwarze Koalition das wirklich durchhalten? Ich meine, wo sich doch jetzt auch die Todesspirale des Euro immer schneller dreht…

    Daumen drücken für unseren Bundespräsidenten! Ein Hoffnungsschimmer?

    Chris Frey

  13. Danke Herr Treml, für diese
    glasklare Darstellung
    der Unmöglichkeit der Energieversorgung
    einer großen Industriegesellschaft
    mit „Erneuerbaren“.

    Erlauben Sie mir die bittere Ironie:
    Es wird nicht so schlimm kommen,
    weil ja auch der Schneider von Ulm
    wie sein fabelhafter Vorgänger IKARUS
    an der Realität scheitern musste.

    Klar ist, dass das ganze wunderbare EEG
    und das noch wunderbarere neue Energiekonzept der Merkel-Regierung nie funktionieren wird,
    ausser dass es uns Verbraucher mit hohen Kosten belastet.
    Aber in den kommenden Legislaturperioden
    werden ja hoffentlich diejenigen dran sein,
    die uns das ganze eingebrockt haben – na, ja, eingebrockt haben wir Wähler es uns natürlich selber. Wer „wir Wähler“ sind, lasse ich mal außen vor. Und die völlig ökologisch ausgerichteten Nachhaltigkeitler werden dann diese Suppe auslöffeln müssen.
    Bin gespannt, welche Begründungen sie dann erfinden, um Schuld der gefährlichen Illusionspolitik auf andere abzuschieben.

    Es zeigt sich halt immer deutlicher: eine Gesellschaft, die glaubt, mit Hoffnungen vom Stile „YES, WE CAN“ die Zukunft gestalten zu können, wird bald schmerzlich erfahren müssen: „NO, WE CANNOT!“

  14. Zitat:
    Die „Energiewende“ sieht bis 2020 eine „Versorgung“ Deutschlands mit 35 % Elektroenergie aus „Erneuerbaren“ vor. Bis 2020 soll dieser Wert auf 80 % gesteigert werden.

    In letzter Zeile sollte 2050 stehen, sonst hat man den Widerspruch 😮

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